Indiana Tribüne, Volume 29, Number 157, Indianapolis, Marion County, 26 February 1906 — Page 7
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E ndlich hatten sie ihr Geschäft derfjj kauft. Das war . schon eine
schwere Stunde für die beiden
Alten gewesen, heute kam die schwerere, als sie die niedrige Thür, über der vierzig Jahre .das Blechglöcklein so hell angeschlagen, hinter sich schlössen, um ihre neue, auf der anderen Seite der Straße gelegene kleine Wohnung zu beziehen. Die alte Frau hielt den Arm ihres Mannes fest, und fühlte deutlich das Zittern, mit dem seine Hand den Spazierstock umklammerte. Drüben blieben sie wie in schweigender Verabredung stehen und sahen sich um. Da hantirte der neue Inhaber des Ladens, ein Junger, Moderner aus der Großstadt, lächelnd hinter dem Schaufenster und räumte und putzte. Der Zucker war mit Sternen aus rother Gelatine geschmückt, die Erbsen. Bohnen und Linsen präsentirten sich fein säuberlich in runden, bunt geflochtenen Körben, und oben über den blanken Büchsen und Döschen konnten des Städtchens Naschmäuler Bonbons und Konfitüren aus schlanken, hohen Gläfern erstehen, wie sie so mannigfaltig und appetitlich vorher nie in der Schwalbachgasse zu haben gewesen wa-
ren. Wein hat er auch, guck nur, Vater," meinte die alte Frau ausgeregt. Und Backobst von der theuersten Sorte, wie's Bürgermeisters immer verlangten. Und Spargeln in Büchsen stehn da vorne mein Gott, was hat er alles 'reingesteckt in's Geschäft!" Der alte Mann sah das aber nicht. Er hielt die Hand über die Augen, weil die Sonne, die auf dem frischgestrichenen Firmenschild lag, den Blicken weh that. Er sah nur die großen, glänzenden Buchstaben über der Ladenthür, die seit gestern dort oben zu lesen waren. Delikatessen- und Kolonialwaaren Handlung von Adolf Hegcmeier." Jffiie stolz das aussah! Früher hatte ganz klein und bescheiden sein Name Anton Schmidt" dagestanden, und ein schöner blauer Zuckerhut und eine goldgelbe Tüte waren zu beiden Seiten auf das Brett gemalt. Er seufzte schwer. Das that ihm weh, daß er diese drei Dinge nicht mehr sah: den Namen, den Zuckerhut und die Tüte. Aber was half's? Er war müde geworden von der langen, harten Arbeit. und die Hände wollten nicht mehr so mit, wie sie sollten. Die Kunden blieben mehr und mehr aus. wenn sie so langsam bedient und so selten angelacht wurden. Früher hatte noch seine Frau mitge-
holfen, und das Lieschen war zwischen Vater und Mutter hin und her gelaufen
und hatte mit ihrem goldenen Lachen den Käufern die Tüten gereicht, als gäbe sie einem jeden ein kostbares Ge-
schenk. Abtt seit Mutter das Reißen in den Beinen hatte, und der Tod Lieschens blaue Augen so bitter fest zugeschlössen seitdem war's bergab mit
dem Gescyaft gegangen.
Anton Schmidt wandte sich um und
zog die alte Frau schwerfällig mit sich
fort.
Hörst Du's? Sogar 'ne elektrische Klingel hat er," meinte sie, den Kopf
noch halb nach rückwärts gedreht
Wenn sich das nur der Nachbar Wernike gefallen läßt. Dem war unsere
schon zu laut.
Sie schüttelte den Kopf und folgte
ihrem Mann langsam m das Haus
hinein, wo sie zwei Stuben mit Küche
gemiethet hatten.
Nicht für lange." hatte Mutter
Schmidt dabei dem Hauswirth gesagt.
Wir fahren nun bald zu unserem
Sohn weit weg von hier, und werden wohl ganz bei ihm wohnen müssen.
Ja das werden wir! Unser Sohn ist Rechtsanwalt und verdient viel Geld. Er wird uns wohl überhaupt nicht mehr weglassen, wenn wir endlich
mal zu ihm kommen.
Die ganze kleine Stadt wußte das.
Sie wußte, daß seit mehr denn vierzig Jahren das Ehepaar Schmidt den Ort nicht mehr verlassen hatte, und nur die
Söhne hinausgezogen waren, einer nach
dem anderen.
Zuerst der älteste, Fritz, das Mutter
söhnchen, wie die Nachbarn den schlan ken hübschen Knaben nannten. Kin
derlose Varwandte in der Hauptstadt hatten ihn vom zehnten Jahre an bei sich aufgenommen, damit er das Gymnasium besuchen-und später studiren könnte. Nur in den Ferien besuchte er
die Eltern, und Mutter Schmidt backte
zedesmal emen Kuchen und legte emcn Kranz um die Stubenthür, wenn ihr
Lieblmq heimkehrte.
' Der Vater hatte großen Respekt vor
dem -gelehrten Sohn in der bunten
Schülermütze, und die blonde Schwester
bediente den hübschen Bruder und that.
was sie, ihm nur an den Augen abseher konnte. Nur Heinrich, der iünqste, zog ifdes-
mal ein brummiges Gesicht, wenn Fritz
von allen Seiten verhätschelt und ge
feiert wurde. Da er weniger talentvoll
war, wie der Bruder, besuchte er nur
, die Volksschule der kleinen Stadt und ' saß dort auch zum Aerge? der Mutter meist auf der letzten Bank. Als er zur
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Osterzeit mit vierzehn Jahren eingesegnet wurde und in das Geschäft des Vaters sollte, sträubte er sich mit Händen und Füßen dagegen, im dunklen Laden des Vaters die hellen Sommertage zubringen zu müssen, und quälte und betteile -so lange, in die Lehre bei einem Gärtner zu dürfen, bis die Eltern endlich zustimmten. Die Mutter aber war lange bitterböse auf den ungerathenen Sohn. Als er nach der Lehrzeit ganz aus der Stadt fortging, um draußen leichter zu Stellung und Brot zu kommen, gab sie ihm wenig gute Worte mit auf den Weg. und auch der Vater nickte nur brummend zum Abschied und meinte: Wirst bald genug wiederkommen und froh sein, wenn ich Dich dann überHaupt noch brauchen kann im Laden." Heinrich kam aber nicht wieder. Selbst als die Schwester starb, und Fritz mit einem kostbaren Kranz zum Begräbniß in die Heimath fuhr, schrieb der jüngste Sohn nur einen Brief, daß er leider nicht kommen könne. Ein selbstgebundcnes Kränzlein aus Vergißmeinnicht folgte, zu dem der Bruder, der neugebackene Referendar, spöttisch
bemerkte: Heinrich scheint za Wiesen
gärtner geworden zu sein!"
Die Eltern saaten nichts dazu, ste
litten beide zu schwer durch den Tod
der Tochter.
Schicklich heilten die Pflicht, die Ar-
beit und die Zeit auch diese Wunde wie-
der, und die alten Leute gewohnten sich selbst daran, die beiden Söhne jähre-
lang nicht mehr zu seyen.
Frik hatte sich eine reiche Frau ge-
nommen, wie er eines Tages geschrieben, und war zu dieser noch weiter ge-
zogen nach dem Rheinland. Er schickte den Eltern Geschenke, theilte ihnen zwei Jahre hintereinander die
Geburt eines Kindes mit. und entschul-
diäte sein Fernbleiben durch Arbelts-
Überhäufung und Familienpflichten.
Die Mutter sah das vollkommen em
und sonnte sich an den Briefen und Ge-
schenken des Lieblmgssohnes.
Der Vater aber litt darunter. Er hätte uns doch mal einladen können.
Mutter!" meinte er brummend.
Sie schüttelte ganz erschrocken den
Kopf. Wie können wir denn weg vom Geschäft, Vater. Und dann so'ne weite Reise für uns alten Leute! Das weiß
doch der Fritze, daß das nicht geht.
Und doch wuchs auch in ihrem Herzen die Sehnsucht riesengroß mit den Jahren. Einmal war auch Heinrich in das Elternhaus zurückgekommen. Ein stattlicher Bart umrahmte das Gesicht, groß und breitschultrig stand er mit halb verlegenem, halb glücklichem Lachen eines Tages da. Vater und Mutter Schmidt hatten in diesem Augenblick allen Aerger und alle Enttäuschung vergessen, die ihnen der jüngste Sohn nach ihrer Meinung angethan. Sie freuten sich über ein so unverhofftes Wiedersehen und konnten gar nicht genug fragen, wie es ihm in der Fremde ergangen. Er erzählte nicht viel. Er war von jeher ein wortkarger Mensch gewesen. Er hatte eine kleine, eigene Gärtnerei angefangen in einer mitteldeutschen Residenzstadt und hatte ein Mädchen dort kennen und lieben gelernt, eine Waise, die bei fremden Leuten ihr Brot verdiente. Die wollte er jetzt heirathen. sie würde ihm im Geschäft helfen. Roth und verlegen stand er da, als er das
erzählt hatte. Sie sahen nicht sehr erfreut aus, die beiden Alten. Die Mutter hatte genngschätzig die Schultern hochgezogen, und der Vater klopfte ärgerlich mit der Hand auf den Tisch. Schlag Dir das lieber aus dem Sinn. Junge. Ein armes Mädchen, wenn Du eben erst ein Geschäft angefangen hast! Sieh Dich lieber anderweitig um. So ein Kerl, wie Du einer bist, kriegt gut und gern e paar Tausend Mark in die Ehe mit." Ich ich hab' gedacht, Ihr würdet mir vielleicht helfen," stotterte Heinrich. Ihr habt doch ,?as gespart, und ich bin dem Mädche.. .'t, und und sie ist mir auch so gut!'" Da war er aber schön angekommen. Die Mutter war ordentlich böse geworden. Das fehlte gerade noch! Unser sauer erspartes Geld weggeben für eine, die nichts ist und nichts hat! Nee. daraus wird nichts Da müßte schon wer anderes kommen." Der alte Mann nickte dazu. Dann blickte er rasch auf und betrachtete den kräftigen Sohn mit Wohlgefallen. Aber ich werde Dir einen Vorschlag machen. Wenn Du jetzt bei uns bleibst, hier in's Geschäft Dich 'reinsetzest, und fleißig bist und gehorsam, -dann dann kannst Du meinetwegen auch 'ne Arme heirathen." " , Heinrich war abwechselnd blaß und roth geworden. Er begann zu zittern, und die breite Brust hob And senkte sich im schweren Kampf. Er sah sich um. sah die engen, dumpfen Räume, in de-
nen ihm schon als Knabe der Kramladcngeruch das Äthmen .erschwert hatte, und schüttelte den Kopf. Daskann
lch nicht, Vater. Ich brauche Licht, Luft, Blumen und Erde." , Dabei war er geblieben und schließlich im Unfrieden von den Eltern geschieden. : Ob die alten Leute jetzt an die Stunde dachten, als sie heute die liebwordene Heimathsstätte fremden
Hände überlassen mußten und hin-
uberwandelten rn ihre neue, kleine, schmucklose Wohnung? Frau Schmidt legte aufgeregt Hut und Umhang ab, der zwei Jahre lang als das Ziel ihrer Sehnsucht in dem großen Schaufenster am Markt zur Schu aenden batte. Dann trat sie aufathmend zu ihrem Mann an's Fenster. Freust Dich wohl gar nicht mehr. Anton?" Er hob zerstreut den Blick. Worauf denn?" Sie schlug die Hände zusammen. .Man soll's nicht für möglich halten, Vater! Seit vielen Wochen warten wir alle beide auf die Stunde, wo wir drüben die Ladenthür zumachen und sagen können: so, nun sind wir freie Leute, nun .können wir hingehen, wohin wir wollen! Und nun stehst Du da, 'als ob Du's Geschäft für 'n Schleuderpreis verkauft hättest, und wir nicht wüßten, wo wir bleiben sollten!" Er sah sie an, sah das runde, etwas -Strenge Gesicht unter dem glatten Scheitel und seufzte. Ich freu' mich ja schon. Aber es ist doch keine Kleinigkeit, so so aus 'nem Hause 'rauszugehn, wo wo man vierzig Jahre gearbeitet und gesorgt hat, und wo man glücklich gewesen ist und traurig, und wo die Kinder darin geboren sind, und " Er stockte, als er ihre hnßen, rothen Backen sah. Na ja, und nun wollen wir doch erst recht froh und glücklich werden, Anton! Der Fritze wird doch ganz gewiß närrisch vor Freude, wenn wir ihn so plötzlich besuchen, .und siehst Du, Vater, eine Tochter haben wir dann auch wieder, und Enkelchens, Vater, die reinen Engel auf dem Bilde. Freust Du Dich denn nicht auf die Enkelchens?" Der alte Mann nickte. Ich werde aber doch lieber vorher schreiben, Mutter. Sonst sind sie am Ende gar nicht da, wenn wir kommen " Die kleine Frau fiel ihm in's Wort. Nee, blos nicht schreiben! Es soll doch 'ne Ueberraschung zu Fritze seinem Geburtstag sein. An solchem Tag ist er doch sicher zu Hause. Hast Du schon gefragt, wann der beste Zug geht, Vater? Und elf Stunden, sagst Du. muß man fahren? Ach, da wollte ich doch, wir wären erst da, Vater!"
..Ich flueb," sagte der alte Mann müde. Wie alt ist denn dem Fritz sein kleiner Junge jetzt?" Sechs Jahre, und das Mädelchen fünf, und alle beide haben sie so feine schwarze Locken wie ihre Mutter auf dem Bild. Guck doch blos, Vater!" Sie nahm das Bild von der Kommode, das der Sohn vor Kurzem geschickt hotte, und siudirte jedes Gesicht mit wahrer Begeisterung. Vater Schmidt sah gerührt in die feinen Kinderzüge. Wenn ich bedenke, daß- bald solch kleiner Bub, der mein leibhafter Enkel ist, auf meinen Knieen sitzen soll, dann ist mir, als ob ich träumte. Mutter. Schade, daß dem Fritz keines ähnlich sieht. Es wär' mir gleich vertrauter dann, glaub' ich, so 'n kleines Kerlchen."
Ach, das kommt schon." tröstete Mutter Schmidt. Laß ihn nur erst .Großvater' sagen und das kleine Mäd-
chen Dich an Deinem langen Bart zup fen, dann bist Du gleich vertraut!" '
Ja, ja gewiß!" brummte Vater
Schmidt.
Als sie an diesem bedeutungsvollen
Abend zum ersten Male ihr Lager in dem neuen Heim aufsuchten, träumten
, sie alle beide von Sohn und Enkeln.
'
Die Reise wurde den alten Leuten
aber doch etwas beschwerlich. Das war
ein sehr ungewohntes und mühselige Unternehmen.
Beim Umsteiaen hatte die Mutter
Schmidt mit Paketen, Taschen und Täschchen, der alte Mann mit Tüchern,
Schirmen und Stocken derartig bela-
den, daß sie kaum vorwärts kamen.
dazu die Angst, den Zug zu verpassen, oder gar in einen falschen einzusteiacn!
Mutter Schmidt standen die dicken Schweißtropfen, auf.der Stirn, als sie
endlich wieder neben ihrem Mann in
dem richtigen Wagenabtheil saß.
Sie hatte das gute, hellgraul: Kleid angezogen. Es schien etwas eng geworden zu sein, war doch aber von dem theuren, schweren Stoff mit Spitzen und Perlen granirt. Sie wollte doch
bei der feinen Schwiegertochter gleich einen guten Eindruck machen, dachte sie. indem sie mit Genugthuung den neuen hellgrünen Kapotthut" sorgsam neben sich in ein Taschentuch wickelte, damit
er während der Fahrt auf dem Kopf
nicht ein taube.
Sie zitterte vor Aufregung und Er-
Wartung, und malte sich die freudige Ueberraschung des Lieblingssohnes in
den rosigsten Farben aus.
Vater Schmidt blickte aufmerksam durch das Wagenfenster in die reizvoll wechselnde Landschaft. Auf denÄnieen hielt er sorgsam einen schönen bunten
Stärkekarton, der 'jetzt Süßigkeiten
enthielt, die er aus dem Geschäft für
die Enkelkinder aufbewahrt hatte. Bunte Bonbons und Pfeffernüsse, ein paar Tafeln Schokolade, die zwar von langem Liegen etwas, unansehnlich ge-
worden, aber nichtsdestoweniger von der besten Sorte waren, die er früher im Laden geführt. Dazu ein paar blaue Tüten mit Backpflaumen, Rosinen und Mandeln. So etwas essen Kinder ja ganz besonders gern, hatte er sich als erfahrener Geschäftsmann gesagt. So fuhren die beiden Alten bis aeqen
Mittag, jedes seinen Gedanken nach-
hängend. .
Auf einer Station inmitten schöner
Bäume und Blumenanlaaen hielt der
Zug. während der Schaffner einen Na-
men ausrief, bei dem die alten Leute wie elektrisirt in die Höhe fuhren. Hast Du's gehört. Mutter? Hier wohnt unser Heinrich mit seiner Frau!" Sie nickte und sah eifrig zum Fenster hinaus. Schlimm genug, daß er sich so weit weg vcrheirathet hat in seinem Trotz. Nun hat er alle Jahre ein Kind bekommen und kann sehen, wie er sie alle groß kriegt."
Der alte Mann rückte unruhia auf
seinem Sitz hin und her. Wenn
wenn wir ihn einmal besuchten. Mutter? Auch so plötzlich, so überraschend!" Wir ihn besuchen, nachdem er die ganzen Jahre in seinem Trotz geblieben ist! Kaum, daß er uns zum Geburtstag gratulirt! Niemals noch hat er ein Geschenk für seine alten Eltern geschickt, oder 'ne Photographie von den Kin-
dern! Nee. da kann er lanae warten.
bis wir kommen!"
Vater Schmidt sagte darauf nichts.
Er mußte aber fonderbarerweise plötz-
lich denken, wofür Heinrich hätte beson-
ders dankbar sein sollen, und woher er
wohl bei drei Kindern das Geld nähme, um Geschenke zu schicken. Da er aber
daran gewohnt war, sich dem Willen der Frau zu fügen, und der Zug auch
schon wieder weitergefahren war, lehnte
er sich in seine Ecke zurück und schloß
die Augen. Aber immer wieder sah er die freundliche Stadt im Grünen vor
Augen, in der auch ein Sohn von ihm wohnte, und Enkel drei kleine Enkel,
die er noch mcyt kannte.
Als er nach einer ganzen Weile verstört emporschreckte, merkte er. daß er
fest geschlafen haben mußte. Vor ihm
stand seine Frau, die ihn geweckt hatte.
Ich glaube, wir sind bald da, Vater.
Ach Gott, nun werde blos munter und suche das Gepäck zusammen, sonst blei-
ben wir noch irgendwo sitzen und kom-
men heute gar nicht zu Fritz."
Sie setzte sich ihren Hut vorsichtig auf den grauen Scheitel und wurde immer aufgeregter, je näher man dem
Ziele kam.
Als sie dann endlich aus dem Bahnsteig der großen Stadt standen, beide im Bewußtsein: jetzt dauert's blos noch eine ganze kleine Spanne Zeit, dann sehen wir den Fritz wieder! konnten die alten Leute vor zitternder Erregung kaum sprechen. Ein Bahnbeamter verhalf dem völlig rathlos umherblickenden Paar zu einer Droschke, die bald darauf gemächlich durch den sinkenden Tag dahinrollte. Endlich hielt der Wagen vor einem villenähnlichen Hause, vor dem ein hübscher Vorgarten war, in dem ein Mann die Kieswege harkte. Er hob erstaunt den Kopf, als er das alte, wunderlich ausstaffirte Paar umständlich aus dem Wagen klettern und der Gitterthür zusteuern sah. Abwehrend hob er die Hand. Der Herr Rechtsanwalt hat heute keine Sprechstunden mehr," meinte er kühl. Mutter Schmidt machte ihren hochmüthigen Mund, wie daheim die lieben Nachbarn das würdige Lächeln der
Krämer ifrau nannten. Wir sind die Eltern,' erklärte sie herablassend, und kommen zum Geburtstag." Ter alte Mann nickte bestätigend dazu und klinkte mit fast jugendlicher
Ungeduld die Pforte aus.
Da schwieg der Mann, der Bureaudiencr des Rechtsanwalts, doch konnte er ein spöttisches Lächeln nicht unterdrücken, als er die alten Leute in, das
Haus führte und dabei verschiedene Pakete vom Boden auflas, die der eilig voranschreitenden Frau aus den Armen
gerutscht waren. In dem großen, mit Teppichen be leaten Trevvenraum standen zwei Kin
der neben einer strengblickenden Dame
und sahen den Ankommenoen neugierig entgegn. Da konnte sick Mutter Schmidt nicht
mehr länger beherrschen. Sie lief wie fi . c , . ! C ..S
eine unge o:e üicppc yiuuui uuu kniete weit, weit die Arme aus. Kinderchens da seid Ihr ja!" Die Kinder drückten sich ängstlich an
das Fräulein heran., die verwundert
den Kopf schüttelte. .Lassen Sie doch die Kleinen los.
liebe Frau! Die Kinder dürfen nicht r m r .::ci i .S,
von sremom Perionen geiutjl iuciucu. Mutter Schmidt blickte entsetzt auf Aber doch hoffentlich von ihrer Grofr mütter!"
Nun stand der alte Mann auch oben auf der Treppe. Er hielt die Hände
ausgestreckt, als warte er. fafe ich nun
gleich die kleinen, weichen seiner Enkel
dareinlegen würden.
Es geschah aber nichts von alledem. Die Kinder hatten sich von den sie umschlingenden Armen der alten Frau losgerissen und liefen den Korridor entlang in eine geöffnete Thür hinein.
Und das Fräulein sagte sehr höflich und sehr kühl: Bitte, wenn Sie naher-
treten wollen!".
Da standen sie nun alle beide. Großvater und Großmutter, und sahen sich in dem fremden, eleganten Zimmer
ganz hilflos an. '
Weißt Du, so kleine Kinder kennen einen ja nicht meinte Vater Schmidt
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