Indiana Tribüne, Volume 29, Number 156, Indianapolis, Marion County, 24 February 1906 — Page 6
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tt 8 tt tt c H w miJt ... ui.t .. !., -TÜh w-"?3 r in ,,,,,, j-J znzzn c ES rDer stille U NoveUotto s0 von Leset dies Ich habe Wine of Cardui von solchem Nutzen für mich gefunden," schreibt Frau Lcota Forte von Toledo, Jll., daß ich mit dem Gebrauch fortfahren werde. Ich kann Ihre Medizin nicht genug loben." rten Einmz Hauohoscr.Mcr!: n Ä kU iyj
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l (Schluß.) Plötzlich richtete sie sich auf, blickte 1 um sich und sagte mit schwacher Summe: Es geht wohl zu Ende mit mir, Herr Tottor?" Jfltxn, Sie sind nur matt nach dem starken Fieber. Ter Wein wird Sie stärken!" tröstete er sie. Sie trank 'gehorsam, dann legte sie ihm ihre abgezehrte, blaffe Hand auf den Arm und hauchte kaum hörbar: Ich will gern einschlafen für immer. 2aZ Leben ist grausam. Aber ich möchte noch einem Menschen, dem einzigen, der gut zu mir gewesen, ein AdschiedZwort saen." Wer ist's?" frug er gepreßt, soll ich ihn rufen?" Nein, ach nein! Er ist weit fort und er würde auch nicht kommen. Aber schreiben Sie ihm ein paar Zeilen, die Sie ihm schicken wenn wenn ich todt bin." Sie werden nicht sterben!" wiederholte er, um die Angst nicht zu wecken, die er für unausbleiblich hielt, wenn er sie in ibrem Gedanken bestärkte. Aber wenn Sie wollen, schreibe ich." Er holte Papier und Feder und setzte sich nahe an das Vett. Das Licht thak ihren müden Augen weh und sie schloß, die Lider. Eine Weile meinte er, sie sei wieder eingeschlummert; doch die blassen Lippen regten sich. Ich habe Dir das Bitterste anthan; ich bin eine Schuldige gewesen gegen Dich. Aber glaub' mir, ich habe schwer gebüßt. Ich war so jung und thöricht. Ich sehnte mich nach Liebe und ich wußte gar nicht, daß ich das Beste schon besaß: ein guteö, treues Herz. Später habe ich erst erkannt. was Güte und Treue bedeuten. Aber damals Du hättest mich fester bei der Hand fassen, Du hättest meine Seele nicht so allein lassen sollen. Du warst so stumm und ernst. Der andere sagte die glühenden Worte, die mich verblendeten. Es klang so schön und es war so falsch und flüchtig. Der Lebenden hättest Du nie. verzeihen können, ich weiß es. Aber vielleicht dergibst Du 5er Todten. Ich kann nicht sterben ohne diese letzte Bittet - Mühsam, mit oft erlahmender Kraft, hatte sie sich die Worte herausgequält. Er schrieb die Beichte niederbringend mit sich, ob er sich ihr zu erkennen geben, ob er ihr das Wort der Verzeihung sagen sollte, das sie erflehte. Doch ehe sie den Namen, die Adresse diktirt, war sie wieder erschöpft zurückgesunken, mit umnachtetem Bewußtsein. Als die Sonne erwachte, schlief sie ' mit ruhigeren Athemzügen, zum erstenmal tief und schmerzlos. Auch ihm sank das graue Haupt herab, und er träumte in seinem Lehnsessel von seinem alten Garten; da stand er mit seiner mnczen Frau vor einem vlu henden Rosenstrauch und zankte mit ihr, weil sie alle die zarten Knospen wegschneiden wollte in kindlichem uebermuth. Die Nachtlampe brannte noch in dem von Sonne erfüllten Gemach, als er erwachte. Er strich sich über die Stirne; sein Blick fiel auf die wehmüthigen Worte, die ihn wie eine Anklage trafen: Du hättest mich fester bei der, Hand fassen. Du hattest meine Seele nicht so -allein lassen sollen. Du warst so ernst, so stumm! Leise, mit umflorten Augen, schlich aus dem Zimmer. er schloß das Blatt in seinen Schreibtisch em, er ging hin aus in den blühenden Garten und ließ sich den Frühlingswind um die Stirne wehen. Aber der Druck wollte nicht vom Herzen weichen. Die Kranke schlief, sie nahm, als sie erwachte, Nahrung zu sich, der Puls ging kräftiger. Ihre Jugend schien zu siegen. Der Doktor trat nur mehr an ihr Lager, wenn es dämmerig war oder wenn sie im Schlaf lag; er ließ die Laden schließen, ehe er sich m das Zim mer wagte. Sie durfte ihn jetzt nicht erkennen, die kaum dem Fieber Entrissene durfte nicht der Gefahr einer groten Erregung ausgesetzt werden. ' Die alte Haushälterin verstand ibren Hen nicht, der sich nun plötzlich wieder ganz in seine Schreibstube verkroch, ihr die Pflege der Kranken allein überließ und sich kaum mehr um die Patientin zu bekümmern schien, für die er erst . seil Nächte geopfert hatte. Aber sie war eine gutmüthige Person; sie murrte nicht über die Plage, die sie mit der Fremden hatte, sondern empfand eine rührende Freude, wenn sie melden konnte: Alles hat sie heut' aufgegessen! So geschmeckt hat es ihr. Wir bringen fit halt doch wieder in die Höh'! Ja. ' unser Herr Doktorhalt! Ich sag's immer! der versteht's." In einer Woche hatte die Genesung solche Fortschritte gemacht, daß die Kranke für Stunden das Bett verlassen konnte. Sie erholte sich zusehends. An einem Feiertag war's. Die Pflegerin war ihr beim Anziehen behilflich .gewesen, hatte ihr den LehnstuhI an das Fenster gerückt, die und den ' Wein auf das Tischchen Äkstellt und sie dann allein gelassen. Zum. erstenmal mvfand die Genesende tm gewisses
55 55 Wohlbehagen, als die Sonne 'ihr 'so warm über die matten Glieder, über die blassen Hände fluthete. Man hörte die Sonntagsglocken. In dem Gärtchen unten blühten die Apfelbäume. Auch an dem Fliederstrauch wiegten sich die großen lila Dolden im leichten Windbauch und der Duft ioq bis berauf in das Krankenzimmer. Dieser Duft, dieser Glanz riefen ihr eine dunkle Erinnerung wach, an eine längst vergessene Stimmung, über die sie in der tiefen Stille halb traumverloren, nachräthselte. Dann trat aus dem Haus eine dunkle Gestalt; der hagere Mann mit dem grauen Bart ging, die Hände auf dem Rücken verschränkt, langsam auf dem Kiesweg dahin, gefolgt von dem großen Hund; die beiden Schatten glitten über den sonnenbeschienenen Wez. Und plötzlich war die Ennrerung der einsamen Frau klarer, lebendiger, so mächtig, daß sie mit heißen Augen jeder Bewegung des Mannes da unten folgte, sich aufrichtete, die Hände auf das Herz preßte, das stärker und stärker zu klopfen begann. Gut'n Morgen, Herr Gerhardinger," rief ein am Gartenzaun vorübergehender Bauer. Sie griff sich an die Stirne in einer beklemmenden Angst. Kamen denn die Fieberträume wieder? Verwirrte sich auf's neue ihr Gehirn? Wo war sie denn? Konnte denn die Vergangenheit so areifbar vor ihr auftauchen, daß sie
ihr wie Wirklichke vor Augen stand? Sie träumte ja, sie hatte den Namen, der da eben an ihr Ohr schlug, doch nur geträumt! In bangem Schrecken vor ihren eigenen Gedanken, in wirrer Aufregung packte sie d:e Klingel und lautete. Der Doktor unten im Garten horchte auf. Er rief nach der Haushälterin. Aber die gute Seele war fort in die Kirche. Einen Moment besann er sich. Dann stieg er doch die Treppe hmaus iind trat in das Zimmer seiner PatientlN. Im hellen Lichte stand er vor der blassen Frau, die ihn entgeistert mit großen, weit geöffneten Augen anstarrte. Und dann, ehe er es zu hindern vermocht, sank sie vom Stuhl herab, sank vor ihm nieder und stammelte, das Gesicht in die Hände vergrabend: 2)u, Du! Du hast mich in Dein Haus aufgenommen! Du hast mich gepflegt Du hast bei mir gewacht! Wie komme ich hierher? Ich bin ganz wirr, ich begreife nichts mehr! Du, Du!- " Er hob sie auf; er drückte sie auf den Stuhl. Sein Gesicht war streng und finster. Ich habe eine Fremde in mein Haus aufgencnmen, die man nicht im Hotel dulden wollte. Ich habe eine Kranke gepflegt, denn ich bin Arzt und es war meine Pflicht." Da er sah, daß sie an allen Gliedern zitterte, daß ihr Gesicht geisterhast bleich geworden, schob er ihr das Glas mit dem Wein hin: Trinken Sie! Sobald die Pflegerin zurückkommt, müssen Sie zu Bett. Ich schicke sie Ihnen!" An der Thüre kehrte er sich noch einmal um. Niemand weiß hier Ihren Namen. Wir sind Fremde, auch vor den anderen!" murmelte er. .Auch ihm war die Vergangenheit wieder erwacht, da sie nun nicht mehr hilflos und krank. vor ihm in den Kissen lag, da sie als Weib vor ihm stand, freilich nur mehr als trauriger Schatten der einstigen, blühenden Gestalt. Das leuchtende Haar war ihr geblieben als letzte Spur der vernichteten Schönhcit. Auch das Haar würde ihr ausfallen nach dem schweren Fieber. Er hörte imme wieder in seinem guten, von Trotz rmpanzerten Herzen die Stimme des Mitleids, die gegen seinen alten Groll ankämpfte. Sie strebte nun mit aller Macht danach, gesund zu werden. Sie wollte sich nicht mehr im Vett -halten lassen und bat die Pflegerin, sie in den Garten zu bringen: sie sprach von der bal digen Abreise und frug nach ihrem Koffer, nach den Zügen. Obwohl sie sich kaum noch auf den Füßen zu halten vermochte, nahm sie sich zusammen und ging allein, eine Kraft heuchelnd, die sie nicht besaß. Aber wenn sie dann neben dem blühenden Flieder im Garten faß, dann schloß sie müde die Augen und ließ sich einlullen in eine wonnige Traumver sunkenheit. in der alle Gedanken der dämmerten. Ach. wie schön das ist! Wie diese Nuhe schön ist!" .''Tsalv .-. ... . wT - - Nur wenn sie einen Schritt horte. bann schreckte sie zusammen und schut telte die matte Schläfrigkeit ab und machte eine Bewegung, als wolle sie aufstehen, fliehen, sich demüthig fortdrücken in einen Winkel. Doch sie blieb allein. Der Doktor kam mcht an ihr Ruhevläkchen. Er vermied den Garten. wenn sie im Freien war. So verging wieder eine Woche. Die Apfelblüthen fielen ab, flogen durch die Luft wie weiße und rosige Flocken. An den Fruhrosen waren schon zarte Kno spen und d.aö. Grün der Kecken wurde
Ein müdes oder mattes Gefühl ist ein Zeichen von schwacher Lebenskraft, und dies ist bei Frauen fast immer dem fchwächenden Einfluß weiblicher Leiden zuzuschreiben. Wenn die Menstrual-Funktionen gestört sind, werden die Nerven zur. Hülfe herangezogen und die Nerven folgen dem Ruf, indem sie den schwachen Theilen alle ihnen mögliche Blut- und Lebenskraft verleihen. Natürlich schwächt dies den übrigen Körper. Natürlich fühlen Sie müde und schwach. Natürlich brauchen Sie anderweitige Hülfe um Ihre Kraft aufrecht zu erhalten und Sie gesund zu machen. Diese nothwendige Hülfe erhalten Sie durch Cardui, das reine, alte, zuverläßige, wissenschaftliche Heilmittel für kranke Frauen. Für Müdigkeit, Schwäche, unregelmäßige Menstruation, monatliche Schmerzen, niederziehende Gefühle, entkräftende Flüsse und . alle weiblichen Leiden ist es eine sichere ,Cur
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k?7'M5 ' " ! -tt -.r-v .. . immer dichter, leuchtender. Wie in schmerzlicher Abschiedsstimmunz blickte die blasse Frau auf die lachende Frühlingsschönheit. Es war so sonntäglich still, die Haushälterin war wieder fort in die Kirche. Die Tozge schlief in der Sonne. Eine Weile stand die Traurige im Flur und preßt: die Hand auf's Herz, das bei jeder Erregung stürmisch pochte; dann klopfte sie leise an der Thüre des Studirzimmers. Auf das Herein" öffnete sie die Thüre; aber sie blieb scheu auf der Schwelle stehen und sagte nur leise: .Ä wollte meinen Dank ausstrecken für alles, was Sie an mir gethan haben. Ich fühle, daß ich nun meine Sachen packen und aeben muß. Der Frieden da draußen in dem Garten is! nicht für mich; ich selbst habe ihn ja von mir gestoßen einst. Nun muß ich wieder lernen, mit dem Leben zu ringen. Ter Vlüthenduft. der Vogelgesang, die Ruhe das macht nur schwermüthig; das raubt die Kraft zum Weiterwandern." Er nahm sie bei der Hand und führte sie in das Zimmer. Die alten V!'öbel. der Hausrath, den sie so wohl kannte! Es flutheten tausend Erinnerungen auf sie. Wohin wollen Sie?" frug er und suchte seine Bewegung unter einem rauhen Ton zu verbergen. Das Bad hat keinen Sinn jetzt. Für das Bad sind Sie zu schwach!" Sie seufzte. Wieder zurück nach München. Ich dachte, ich würde neugestärkt zurückkehren; es war mir ein großes Opfer, aber es ging nicht mehr so weiter. Ich war so schwach und elend. Nun muß ich mich doch wieder so hinschleppen, noch eine Weile." Es klang alles so hoffnungslos, so todttraurig. Ich danke Ihnen also. Herr Doktor, diese letzten Tage da in der Sonne, in der Stille, sie waren so wunderbar schön." Er stand mit abgewendetem Gesicht, er wollte ruhig scheinen; aber es arbeitete doch in seinen finsteren Zügen. Und nicht wahr," -fuhr sie zitternd fort, nicht wahr, die Worte, die ich in jener Nacht aufschreiben ließ, als ich meinte, es ginge mit mir zu Ende, die vergessen Sie nicht! Wenn Sie dann einmal hören, daß ich gestorben bin, dann denken Sie an meine, letzte Bitte, und verzeihen Sie rnir, damit mich die Neue im Grab nicht mehr quält, damit die Schuld, die ich mir freilich selber nie vergeben kann, nicht fortlebt über mein eigenes armes Leben hinaus." Er schaute über seine Bücher hinweg, hinaus in den sonnigen Garten; seine Stimme klang umschleiert: Man hat Deinen Namen erfahren. Die Wirthin wußte ihn. ES wurde erzählt, Du seist mnne Schwester, eine lungere Stief schwester, mit der ich lange entzweit geWesen. Wenn Du willst, wenn Du gerne hier bleiben möchtest, so soll das ein Finaerzeia sein! So bleib als meine Schwester, meine arme, verlorene Schwester, die kein Glück in der Welt gehabt, die hier eine Zuflucht gefunden. Es wird niemand nach Deiner Bergangenheit fragen, wenn ich Dich hier aus nehme als Haushälterin, als Sekreta?in. Du bist ganz frei. So bald Du Dich wieder fortsehnst aus der Stille, so geh' geh' wieder und laß mich allem! ' Aber so langeDu den Frieden hier brauchst, so lange .Du -müde bist und schwach, sollst Du Dich ausruhen und eine Hrimath haben! Das Gesicht in die Hände gedrückt, weinte sie fassungslos.. . Damals, als ich jung war, da hab' ich'ö nicht verstanden, wie gut Du zu mir warst!" sagte sie unter .Thränen. Jetzt, da ich die Menschen besser kenne. wciß ich's! Es drückt mich zu Boden. ich muß ganz vergehen vor Jammer, über oaS Gluck, das ich mit Futzen trat Aber danken will ich Dir's, so lange ich einen Athemzug habe, und was sich gut machen läßt nach so vielen Jahren, das will ich thun, als Deine Schwester Deine arme, verlorene Schwester." NauSi die BONANZA.
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. . - .' 1L J&&r 'I .,.ni.ffi.v.i Europäische Nachrichten. Frovinz Wrandenburg. Berlin. Regierungsrath Dr. Georg Ahlemeyer, Mitglied des Statistischen Amts, hat in einem Anfall von Schwermuth seinem Leben selbst ein Ende gemacht. Vor Kurzem feierte der derzeitige Senior-Ehef des Bankhauses S. Bleichröder Hans von Bleichröder den Tag, an welchem er vor 25 Jahren als Theilhaber in die Firma eintrat. Dem auf dem rechten Auge erblindeten 32 Jahre alten Arbeiter August Garbe flog beim Zerkleinern von Holz ein Holzsplitter, in das linke Auge. Da er infolgedessen auch mit diesem Auge nichts mehr sehen konnte, mußte er nach der Klinik in der Ziegelstraße gebracht werden. Geheimrath Dr. theol. et Phil. E. Schrader, Ordinarius der orientali schen' Sprachen an der hiesigen Universität, der Begründer der deutschen Assyriologie, feierte seinen 70. Geburtstag. In den Lehrkörper der hiesigen Universität sind zwei neue Privatdozenten eingetreten: Dr. Hermann Beitzker, anatomischer Assistent am pathologischen Institut und Dr. Bruno Salge, Assistenzarzt in der Klinik für Kinderkrankheiten. Die hiesige Garnfirma Wagner & Jacoby, Schmidtstraße 24-25, mit Fabrik in Mühlhausen in Thüringen und Filiale in Wien, beging das 25jährige Gschäftsjubiläum. Aus Liebesgram erhängt hat sich der 37 Jahre alte Viehhändler Friedrich Gewillys. GeWillys war aus Königsberg nach hier zugereist und hatte hier mit einem jungen Mädchen verkehrt. Als dieses keinen Gefallen mehr an ihrem Verehrer fand, ließ es ihn kurzer Hand laufen. Aus Kummer hierüber nahm sich der Verschmähte das Leben. Er erhängte sich in der Völkerstraße an einem Baum. Vorübergehende Fabrikarbeiter fanden Gewillys bereits als erstarrte Leiche vor. August Ulrich, Prokurist und Leiter der VLrsenabteilung der Diskonto-Gesellschaft, feierte das Jubiläum seiner 25jährigen Thätigkeit bei dem Institut. Das Opser einer Spiritusezplosion ist die 13 Jahre alte Tochter Meta des Steinträgers Krüger aus der PlantagenstraßelL geworden. Das Mädchen kochte auf Spiritus und führte wahrscheinlich durch unvorsichtiges Nachfüllen eine Explosion herbei. Mit schweren Brandwunden bedeckt wurde es nach dem Kaiser und Kaiserin Friedrich - Kinderkrankenhause gebracht, wo es bald darauf starb. Potsdam. Ein großer Brand kam in der Verlags- und Versandbuchhandlung von Bonneß u. Hachfeld, Hohenzollernstraße 3, zum Ausbruch. In dem Packraum war aus nicht ermittelter Veranlassung Feuer ausgekommen. Das alteSeitengebäude brannte vollständig aus, doch gelang es, das Vorderhaus und das neue Hintergebäude zu retten. Die darin lagernden Bücher, Waaren, Skripturen sind aber größtenteils unbrauchbar geworden. , Der Schaden der Firma wird aus mindestens 50.000 Mark geschätzt, der jedoch durch Versicherung gedeckt ist. S o r a u. Letztens brach in der Julius . Hermann'schen Schneidemühle Feuer aus. Dieselbe brannte total nieder, nur die anstoßende Mahlmüh! konnte erhalten werden. Der Schaden ist ein enormer, denn die Schneidemühle war nicht versichert. Die Ursache ist unbekannt. Spund au. Die Mannschaft des Schleppdampfers Jrmgard" von hier, der bei der Cholera - Ueberwachungsstation in Sakrow auf der Havel vor Anker lag, wurde durch Kohlendünste vergiftet. Die Leute hatten frische Kohlen in den eisernen Ofen geschüttet und nicht bemerkt, daß die oberen Verschlußringe sich verschoben hatten. Die ausströmenden Gase wurden von den in der Kajüte schlafenden vier Personen eingeathmet; Morgens lagen sie sämmtlich bewußtlos, da. Der Arzt
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ier Controllstation stellte fest, daß einer, der Bootsmann Fernow, bereits todt war. Die andern drei wurden schwer krank in das Potsdamer Krankenhaus geschafft. Provinz Ostpreußen. Königsberg. Sein fünfzigjähriges Verufsjubiläum hat dieser Tage der Besitzer der bekannten hiesigen Buchdruckerei, R. Leupold, begangen. Erschossen hat sich der Wachtmeister Heinrich Hopp vom'1. Ostpr. Feldartillerie-Regiment Nr. 16, der bereits eine zwölfjährige Dienstzeit hinter sich hatte und bei einer hiesigen Behörde probeweise behuss späterer! Anstellung beschäftigt war. Das Motiv zu der That, die um so bedauerlicher ist, als der Verstorbene eine Frau und drei kleine Kinder hinterläßt, soll dem Vernehmen nach darin zu suchen sein, daßvon seiner bereits erfolgten Einberufung als Beamter infolge einer Denunziation wieder Abstand genommen worden war.. Gerdauen. Erfroren auf einem Strohberg liegend fand- man den Arbeiter Tietz aus dem Felde des Gutsbesitzers Janowski-Waldhöhe. K.a n n w i e s e n. Die ungenügende Schutzvorrichtung am Roßwerk hat ein blühendes Menschenleben zum Opfer gefordert. Bei dem Wirth Gottlieb Korzen wurde mit der Maschine Getreide gedroschen. Das Roßwerk bediente der 15jährige Hirt Grötzki. Auf irgend eine Weise kam er der Klaue am Roßwerk zu nahe, die ihn erfaßte und unter sich zog. Der Tod trat augenblicklich ein. L y ck. Ertrunken ist in der Nähe der Badeanstalt der 10jährige Sohn der Wittwe Krebs. Der Knabe begab sich allein auf das Eis. brack bald nacö Betreten der Eisfläche ein und kam nicht mehr zum Vorschein. Neidenburg. Kürzlich feierte das Ehepaar Rudolf und Lina Zencke das Fest der goldenen Hochzeit. Dem Ehepaar sind die üblichen Ehrungen zu Theil geworden. O st e r o d e. Vor einiger Zeit begab sich der etwa 17jährige Arbeitersöhn Franz Schmielewski mit noch einigen Jungen auf den Paulensee zum Schlittschuhlauf. Bald brach Schmielewski ein und rief um Hilfe, die ihm leider nicht gewährt werden konnte, denn die Jungen scheuten die Gefahr und weit und breit war kein erwachsener Mensch vorhanden. Der Jüngling mußte ertrinken und seine Leiche wurde spätergefunden. S a l p k e i m. Auf traurige Weise ist der bei dem Besitzer Richter beschästigte Jnstmann Kuny ums Leben gekommen. Er irrte bei heftigem Schneestürm vom Wege ab und gerieth in einen See, worin er ertrank. W o r m d i t t. Infolge einer Kesselexplosion in der hiesigen Bergbrauerei, welche dadurch entstanden ist, daß in den Kohlen, welche zum Heizen der Braupfanne verwendet wurden, exploswe Gase enthalten waren, erlitt dn Arbeiter' Aug. Grünhagen von hier einen Unfall. Grünhagen muß in dem Augenblick, als die Explosion erfolgte, den Raum betreten haben, denn man fand ihn fünf Schritte von der Braupfanne, welche heruntergestürzt war die Braupfanne war eingemauert und das Mauerwerk war durch den gewaltigen Luftdruck vollständig auseinandergegangen besinnungslos auf der Erde und aus einer Wunde am Kopfe blutend. Vrovinz Wostpreußen. D a n z i g. Der siebenjährigeSohn deZ Vrauereibesitzers Barschewski in der Vorstadt Langfuhr hing sich trotz Warnung des Rutschers an einen vorüberfahrenden Wagen. Er gerieth unter die Räder und wurde am Kopse so zerquetscht, daß er sofort starb. In der Wohnung der Eltern brannte der Weihnachtsbaum, als .der todte Knabe gebracht wurde. Bildschön. Todt nach Hause gebracht wurde der 27 Jahre alte Hilfsbremser Schenk. Er glitt beim Zusammenkoppeln zweier Eisenbahn-
Der Frauen Heilmittel bei Schmerzen
tfEia wagen aus und wurde von den Puffern zerdrückt. Eine junge Wittwe und zwei kleine Kinder betrauern den Tod ihres Ernährers. E l b i n g. Die Stadtverordneten bewilligten 10.000 Mark aus Anlaß der Silberhochzeit des Kaiserpaares zur Errichtung eines Siechenhauses für Schwindsüchtige. Groß-Montau. Kürzlich wurde der bei den Weichselregulirungsarbeiten beschäftigte Arbeiter Talkowski von einem Arbeiterzuge überfahren. Das linke Bein wurde ihm zerquetscht. Trotz Amputation starb der Verunglückte in einem Krankenhause nach wenigen Augenblicken. , N e u g u t h. Der 13jährige Schüler Friedrich Labs hatte sich schon des öfteren, in Gegenwart seiner kleineren Geschwister zum Scherz aufgehängt. Letztens wollte er sich den Scherz wieder machen, wurde aber von den Geschwistern nicht begleitet. Als man kurze Zeit darauf den Stall betrat, fand man ihn erhängt und. bereits todt vor. Wahrscheinlich ist der Knabe" bei seinem Vorhaben gefallen und hat so den Tod gefunden. Ohra. Drei Knaben im Alter von etwa 14 Jahren beschäftigten sich damit, an demain des Weges, der zum Sammelbecken der Prangedauer Wasserleitung führt, eine Grube zu graben. Sie hatten diese bereits etwa 3 Meter seitlich in den Abhang vorgetrieben, als die überhängenden Erdmüssen niederstürzten und die drei Knaben verschütteten. Zwei Knaben konnten gerettet werden. Der dritte,. Lellwitz mit Namen, war leider schon todt, als man ihn zutage förderte. Rosenberg. Vor Kurzem starb, gerade an feinem 45. Geburtstag, an den Folaen einer Blutvergiftung der Leiter der hiesigen Stadtschule, Rektor Reinhard. Unlängst hatte sich der Verstorbene, wie er selbst angab, wahrend des Schlafes mit dem Fingernagel ein kleines Geschwür am Unterarm aufgerissen. Bald darauf fing der Arm an. bedenklich aufzuschwellen. Obwohl sogleich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wurde, war sein Leben nicht mehr -.u retten. Frovinz Sommern. S t e t t i n. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf dem Vulcan" dadurch, daß eine 4300 Kilogramm schwere eiserne Gießpfanne, in der sich 16.000 Kilogramm flüssiges Eisen befanden, durch das Schadhaftwerden eines sog. Scheerenzuges vorzeitig kippte. Der Inhalt der Pfanne ergoß sich über den 50 Jahr: alten Former Carl Merkel aus Züllchow, der derartig verbrannt wurde, daß er im Krankenhause, wohin er gebracht .wurde, alsbald seinen Verlegungen erlag. Weniger verletzt wurden der Meister UhlHorn und der Arbeiter Lübke. Die Pfanne mußte durch ein Räderwerk zum Kippen gebracht werden. Der Bruch eines Armes der Scheerenzange brachte sie vorzeitig zur Entleerung ihres Inhalts. W ö l i tz. Erstochen wurde der , dem Remontedepoi hier beschäftigteArbeiter Schwankt bei einem Streit mit zwei Brüdern Namens Lemke. Der Streit entstand durch eine Anrempelung des jüngeren Lemke. Der ältere Lemke kam hin?u und versetzte dem Geaner den tödtlichen Messerstich. Greifs wald. Pnvatdozent Dr. Hermann Triepel erhielt einen Ruf als erster Prosektor des anatomischen Instituts der Universität Breslau. als Nachfolger des verstorbenen Professors Schaper. K ö s l Z n. . Der seit eimger . Zeit vermißte Oberpostassistent Knop.ist bei einer Treibjagd im Buchwalde .nit durchschnittener Kehle .vorgefunden.' Wahrscheinlich hat der sgnst so Pflichttreue Beamte die That in geistiger Umnachtung ausgeführt. Es liegt nichts gegen ihn vor. Labes.' Auf dem hiesigen BahnHofe verunglückte der siebzehnjährige Kieswagens unter die Räder und wurde auf der Stelle dtgefalsren.
Sohn des Dachdeckers Fletnmmg. Derselbe gerieth beim Weiterschieben eines
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