Indiana Tribüne, Volume 29, Number 156, Indianapolis, Marion County, 24 February 1906 — Page 5
Jndiana Tribüne, 2'i. Februar 1906
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Varoncßchcns Aufsiltz-Duch Ö tt XIX O V C Ö it c von Holger N ü h c b c ck
fcwwwvvwvvwvvvvwt (Schluß.) . Und diesem Komödie war mit der Handschrift ihrer sechzehnjährigen Tochter geschrieben und war von dem Schreibtisch des Hauslehrers heraus ge holt worden. Bei dem ersten Verhör antwortete die Sünderin anfänglich ja, als sie gefragt wurde, ob sie sie geschrieden habe, dann aber nein, als ihr einige Sätze daraus vorgelesen waren, und schließlich sagte sie weder ja noch nein, sondern that, als habe sie vor lauter Schluchzen die Stimme verloren, und in diesem Zustand wurde sie auf ihrem Zimmer eingeschlossen. Hie? sah sie und bereute ihre Thorheit und ihre Neugier. Der Kandidat hatte ihr anvertraut, daß er dichte, und sie war hinabgeschlichen, um' in seinen Papieren zu schnüffeln. Gerade als sie die Komödie gefunden hatte, war Henriksen draußen vorübergekommen, und sie schob sie schnell in das Aufsatzheft. Den Bleistift, nach dem sie angeblich suchte, bekam sie, aber von der Komödie wagte sie nichts zu sagen, und unglücklicherweise wurde das Heft ein paar Stunden später zu der Baronin hinaufgeholt. Sie grübelte hin und her. Es war 'zu fatal, die Mogelei mit den Aufsätzen emzugestehe, und wenn sie das nicht wollte, so ußte sie es auf sich nehmen, das kriminelle Opus mindestens abgeschrieben zu haben. Aber den Fall ge setzt, daß etwas Unpassendes darin stand; die paar Sätze, die ihr die Mutter vorgelesen, hatten sie schon ganz verlegen gemacht. Henriksen saß unten in seinem ZZmmer und ärgerte sich ebenfalls. Es war dumm, daß er die Komödie geschrieben hatte. Abgesehen von den pädagogischen Schwierigkeiten, hatte er sich eigentlich ganz wohl gefühlt in seiner Hauslehrerstellung. Außer dem Diener Nasmus hatte ihn niemand durch aristokratische Überlegenheit beleidigt, und die satirischen Aeußerungen über Adelsstolz und Bornirtheit, von denen die Komödie wimmelte, bezogen sich nur in ganz geringem Maße auf das Haus, in dem er sich aufhielt. Es waren Phrasen und Sachen, die er in Büchern gelesen, und die er nun wleder aufge wärmt hatte. Er hatte sich über die Eigenthümlichkeiten der Baronin amu sirt und hin und wieder eine kleine Zu rechtweisung von ihr hinnehmen müssen, aber die Erbitterung, die er dem Hauslehrer in der Komödie untergeschoben hatte, war völlig erfunden und unecht. Nur Langeweile und Mangel an wirklichen Erlebnissen hatten ihn verleitet, sich in diese Stimmung hm einzudichten. Und jetzt saß er da wie der Fuch in der Falle. Tage, der vor dem Fenster der Schwester lauerte, in der Hoffnung, weiteren Antheil an diesen interessanten Ereignissen zu erlangen, erhielt einen neuen Brief zur Besorgung: Nichts Bestimmtes sagen, bis wir zusammen gesprochen haben." Ter Junge sprang von dannen, gelangte aber nicht an's Ziel. Auf der Treppe zum Keller packte ihn Rasmus plötzlich fest am Arm und führte ihn zu der Baronin, wie sehr er sich arch sträubte. Jetzt können Frau Baronin selbst sehen, daß der junge Herr seine Finger dazwischen hat." Und damit zog er den Zettel aus seinem Versteck und überreichte ihn der Baronin. Sie las und that, als sei nichts ge schehen. Tage erhielt Schelte für den Riß in seiner Weste und die Ermah nung, sich nicht in Dinge zu mischen, die ihn nichts angingen. Dann durfte er gehen. Draußen auf dem Gang folgte ein Nachspiel. Der Junge fing an, Ras mus aus Leibeskräften auszuschimp fen, er bedrohte ihn mit seinem AbSchied, wenn sein großer Bruder nach )ause käme, nannte ihn Flegel und Bauerlümmel und gab ihm andere für einen Diener passende Benennungen. Die Baronin hörte etwas von dieser Unterhaltung und rief ihn wieder her ein. Jetzt war indessen Raömus hinrei chend mit Galle geladen, um eins seiuer schlimmsten Projektile abschießen zu können. Er vertraute der Frau Varonin an, daß der junge Herr niemals zu seinem Unterricht erscheine, sondern sich den. ganzen Vormittag versteck halte, und Tage fand in seiner Roth keinen andern Ausweg, als daß er sich nmge Mitschuldige anschaffte. Ja, Mama, Ludovika hat aber auch nie Stunde,' wenn sie bei Herr Henriksen Stunde yat. mtt,sn mrin e,?- , 0vt 0"öv Ja, sie sitzen immer und schwatzen die ganze Zeit. Ich hab' oft oben auf der Flaggenstange gesessen und in die Schulstube hineingeguckt, und dann rollte Herr Henriksen immer, das Rouleau herunter .... Immer" hieß, daß . Henriksen ein einziges Mal, als des Jungen dlödsinniges Glotzen und Greinm ihn fast um den Verstand gebracht, daö Rouleau
heruntergelassen hatte, aber Tage, der letzt entdeckte, daß er hier- ein Thema gefunden hatte, das der Muttev In--
eresse von seiner eigenen AnqeleqenlZlt ablenkte, machte so viel wie möglich aus der Sache. Hat er jeien Tag das Rouleau yerinternelassen?" Ja. das hat er gethan!" Hast Tu jeden Tag auf der Flaggenstange gesessen;" Nein, Mama, nicht jeden Tag." Woher weißt Du es denn? Warst Tu im Zimmer?" Nein, das dürfte ich nicht: er sagte immer, ich sollte mach?n, daß ich fortame, wenn ich durch wollte." Dann hätte er ja nur die Thür abzuschließen brauchen!" warf die Varonin hin. Ja. das that er auch beinahe jeden Taq, Mama!" Und dann erhielt der kleine liebenwüdige Lügenpeter Erlaubniß, sich zu entfernen, nachdem er noch viele ErMahnungen, in Zukunft fleißig und artiz zu sein, m'ü auf den Weg bekommen hatte. Der unverschämte Patron! dachte die Baronin sie meinte den Etüdenten und nicht Tage kommt hierher und will den Ambrosius (Ambrosius: Komödie von Mohlbeck) spielen. Er hat seine guten Tage hier gehabt und dann lohnt er einem den Edelmuth mit Undank und verfaßt Schmähschriften. Und das ist noch nicht einmal das Aergste wenn er wirklich Ludovika Graupen in den Kopf gesetzt hatte! Sie hat die famose Komödie abgeschrieben, kennt also den Inhalt: obendrein ist sie in ihrem Aussatzheft auf des Hauslehrers Tisch gefunden. Und dann diese Unvorsichtigkeit mit den herabgelassenen Rouleaus und dem vielen Geschwatze wahrend des Unterrichts. Auf etwas geradezu Kompromittirendes und Unpassendes hat sie sich nicht eingelassen, dazu kenne ich sie zu gut c " rr . ' . . . ,", , oer aronm wuroe pio$na) ganz tvaxm ja, kenne ich sie denn eigentlich gut genug, um das zu wissen ? Man hat ja schon .Aehnliches erlebt, diese völlig blödsinnigen Verliebtheiten in diesem Alter! Hm ja das ist freilich eine delikate und unangenehme Sache. Nur gut. daß Viktor morgen nach Hause kommt. Der Adeno brach herein, erae von Gold und Purpur thürmten'sich vor dem Fenster des Kandidaten auf, prachtvolle Wolkenschlösser öffneten ihre Pforten und luden ihn zu poenschen Wanderungen ein. Die Stimmung ergriff ihn, und er fing an, sich selbst in einem neuen Licht zu sehen. Er war doch eine Art Ambrosius: er war dennoch ein Opfer der grausamen Schränken, die Vornehm und Gering trennen, er war trotz allem der Held in seiner eigenen Komödie. Er mußte von hier weg, das war klar, weg von seiner ersten wirklichen Liebe, die er erst jetzt in ihrer vollen Macht erkannte, wo die Begebenheiten störend emgrnfen. Es war nicht die Zeit der romantischen Kämpfe um ' Glück und Liebe er mußte fort, aber es würde eine Wunde in seiner Seele hinterlassen. Und selbst wenn die Zeit sie, schloß, selbst wenn der Schmerz sich nur in Gestalt einer sanften Wemuth zeigte ihm würden in Zukunft doch stets Thränen in die Au gen treten, wenn er ein glückliches iunges Paar sah und an die ersten zarten Blüthen im Lenz seines Lebens errnnert wurde, an diese Blüthen, die so schnell welkten. Die Feder flog über das Papier hin; die Rhythmen, die in seiner Seele tönten, wurden zum Schwanengesang seiner Liebe, träumende, zitternde Verse quollen unter seiner Hand hervor. Er weinte, und er schrieb, und er fühlte ein so inniges Mitleid mit seinem andern liebenden Ich. daß die Verse einen Klang und eine Tiefe erhielten, als könnten sie wirklich echt sein. Auf diese Weise wurde das Gefühl der Sorge eine Weile zum Schweigen gebracht, als aber die Finsterniß hereinbrach, kehrte das prosaische Ich zurück und fragte, was er morgen antWorten würde, wenn man ihn fragte. Wenn die Wahrheit korrigirt werden sollte, so mußten sich die beiden-Mit-schuldigen och auf alle Fälle in ihren Erklärungen einig sein. Er sah in den Garten hinaus. Die Wolken des Sonnenunterganges hatten sich aufgethürmt und den hellen Sommernachts - Himmel verschleiert. Wenn er sich hinausschlich und nachsah, ob in Baroneß Ludovikas Zimmern Licht war? Er konnte sie 'rufen, und sie konnten miteinander verabreden, was zu thun war. Noch aber war es zu früh. Er wartete eine halbe Stunde, dann öffnete er leise das Fenster und kroch hinaus, schauderte, als er mit den Fingern in das feuchte Gra3 griff, und blieb einen Augenblick auf den Knieen liegen, um zu lauschen. Alles war still er konnte die Frösche in dem großen Teich oben im Garten quaken hören. Da.nn stand ec aus und schlich, unter ihr Fenster; es war daö einzige, das erleuchtet war. Zuerst räusperte er sich und waate sogar, ein paarmal leisezu rufen, aber ohne Erfolg. Da fiel ihm ein, daß er seinen Fuß nur auf das Spalier zu setzen brauchte, um an die Fensterscheibe l pochen zu können. Das. Holzwerk hatte den Jungen tragen können, da wurde e3 auch wohl unter ihm nicht zusammenbrechen.' Er. machte einen, vorsichiigen Versuch.. hielt sich am Fenstergesims fest -und klopfte. .ES währte einige Sekunden, bis das Rouleau.aus-
gezogen wurde, aber diese Augenblicke
erfüllten ihn mit einer heillosen Angst. Wenn jetzt die Baronin bei ihrer Tochter im Zimmer war! Er wollte hinunter springen, da erschien aber die Gestalt des.junqen Mädch-nS hinter der Fensterscheibe. Sie hatte schnell die Situation erfaßt und öffnete ein klein wenig. Jetzt folgte ein ebenso schneller wie leiser Wortwechsel. Was haben Sie gesagt?" Ich habe nichts gesagt. Was haben Sie gesagt?" Ich habe auch nichts gesagt. Dann weiß Ihre Frau Mutter also nicbts Bestimmtes?" Ja. sie ahnt gewiß den Zusammenhang." Wo hat sie nur die Komödie herbekommen?" Das Komteßchen bequemte sich, ein wenig verlegen zwar, zum Geständniß. Es durchzuckte ihn ein eigenthümlich warmes Gefühl, als er von ihrem Interesse für seine Dichtung horte. Sein Herz pochte stärker, und er konnte keine Vorwürfe über seine Lippen bringen. Es krachte im Spalier. Fallen Sie nur um Gottes willen nicht herunter!" flüsterte sie. Legen Sie den Arm auf das Fenstergesims, dann stehen Sie besser. Was sollen wir morgen nur einmal sagen?" Ich weiß es wirklich nicht." Kann ich nicht sagen, daß ich die Sache für Sie abgeschrieben habe! Wovon handelte die Komödie denn? Haben Sie sie nicht gelesen?" Nein.' Erzählen Sie mir schnell, wovon sie handelt." Das kann ich Ihnen nichts gut sagen." Hu! Ist es so schlimm das habe ich mir gleich gedacht." Nein, gar nicht, aber " Er vollendete den Satz nicht. Hier t.u nächtlicher Zeit zu stehen, den Arm auf ihr Fensterbrett gestützt, das war a schon mehr als eine halbe Liebeserklärung. Er überlegte. Sie müssen es mir wirklich sagen. Ist es nicht ct:vas. was ich selbst hätte schreiben können?" Di:se Frage machte die Situation ".och schlimmer. Aber irgend etwas mußte er ja sagen. Da? Stück handelt von einer juns'en adeligen Dame und von einem .Hauslehrer." " Ach. wirklich? Und was ist denn mit den beiden?" W, sie sind natürlich ineinander verliebt." Dies natürlich" sollte eine ironische lZetonung haben, aber das mißlang völlig infolge seine Verlegenheit. .Kriegen sie sich?" flüsterte sie. Ja zuletzt nach vielen Widerwärtigkeiten Es entstand eine kleine Pause. Die Nomantik deö Augenblicks hatte auch sie nicht unberührt gelassen. Er schwärmte also für sie der Aermste, und er hatte es ganz im Stillen getragen. Sie hatte es wohl geahnt, aber jetzt war es ja ganz offenbar. Der arme, unglückliche junge Mann. t, . 1 r -w . -r i i-p eir sing es wirnicy an, lniereanr zu werden. lind was dann?" flüsterte sie. Ihm kam plötzlich eine Eingebung. die ihm alles Blut zu Kopfe trieb. Ihr Arm streifte den seinen, der auf dem Fensterbrett lag, und er war ihr so nahe, daß er ihren Athem fühlen konnte. Etwas Dickes saß ihm im Hals, und er mußte ein paarma' schlucken, ehe er antworten konnte. Und wahrend dieser Zeit formte er den Satz. Er wolltz sagen: Und dann redet er einen Abend vor ihrem Fenster mit ihr. indem er auf d:m Spalier steht und die Hand auf i Fensterbrett gelegt hat." Dies war gänzlich unhistorisch: es stand kein Wort davor, in der Komödie. Aber er trieb mit ra'ender Fahrt auf dem Strom seiner Stimmung dahin. und er würde es zweifellos gesagt haben. wenn sie ihm nicht plötzlich einen Puff gegeben hätte, so daß ihn nur ein behender Sprung davor bewahrte, hinzufallen, so lang er war. Und dann schlug sie das Fenster zu. Er sah sich ganz erstaunt um. Vor dem großen Fliederbusch sah er etwas Weißes schimmern; es war der Shawl der Baronin. Sie stand so starr wie eine Bildsäulc da. Neben ihm auf dem Kieswege knirschte es; es war der Diener Nasmus. der mit abgemessenen Schritten au seine Herrm zuging. Henriksen toar so verlegen, daß er wünschte, die Erde möchte ihn verschlingen. Als annähernden Ersatz dafür wollte er sich eben anschicken, durch sein Fenster zu verschwinden. Da hör!e er Rasmus' Stimme hinter sich. . Ich soll von der Baronin grüßen und den Herrn Kandidaten bitten, sich .der ae wohnlichen Treppe zu bedienen, ffrau Äaronin wünscht nicht, daß jemand im Schloß durch die Fenster heraus oder hineinkriecht." Es war ein schwerer, qualvoller Gang, um das Hauptgebäude herum, die große Freitreppe, hinauf zu gehen. Und es war eine lange und qualvolle Nacht, die diesem Abend folgte. Henriksen benutzte den größten Theil davon,, um seinen Koffer zu packen und seine Sachen zu ordnen. Das Gedicht, das er am Abend geschrieben hatte, wurde mit seinen andern Ergüssen auf dem Tisch zu einem Haufen aufgeschichtet. Es sollte, einer vorläufigen Bestimmung zufolge, alles verbrannt werden. Am nächsten Morgen langte Baron Viktor an. Er war der älteste Söhn, sechsundzwanzig Jarre alt, hatte sein mristisches E?amen gemacht und war
ein Mann von schlichter, liberaler Ge-
sinnung. Er ward gleich in die,aanze Ge-schichte-mit allen Nebenumständen und den begleitenden Dokumenten eingereiht. Und als er das Ganze aebört und gelesen hatte, sagte er. wie es sich für einen echten Juristen geziemt, mcht ogieiaz etwas, sondern ging ein wenig im Zimmer auf und nieder und arübelte. Jetzt werde ich mit den beiden reden." sagte er schließlich; M habe meine guten Gründe für die Annahme. daß es lange nicht so schlimm ist. wie es aussieht." ' Zuerst ging er zum Baroneßchen hinab. Sie spielte die Beleidigte und weigerte sich anfänglich, irgendwelche Aufklärungen in einer Sache zu geben. rne memano etwas angehe;" und als er sich nicht mit der Erklärung begnüaen wollte, sekte sie Nck an's Fenster hielt das Taschentuch an die Augen und that, als weine sie. Hör' einmal, kleine Vicca," sagte er endlich. Ich möchte Dich doch daran erinnern, daß Du mir gegenüber ganz offen sein kannst. Selbst wenn Mama sich abweisend stellen sollte, kannst Du sicher sein, bei mir Verständniß zu finden. Ich habe kerne altmodischen Vorurtheile oder bornirte Anschauungen. und ich bin der Ansicht, daß Standesvorurtheile dem Glücke keines Menschen in den Weg treten sollen. Wenn Du Dir daher wirklich etwas aus dem Kandidaten machst nach meinem Ge schmack ist er nicht und wenn Du sicher bist, daß es keine bloßen Phantastereien sind, in die Du Dich hineingeredest hast, sondern ein wirklich tiefes und ernsthaftes Gefühl so werde ich thun, was- ich kann, um Euch den Weg zu ebnen. Und es ist gar nicht so wemg, was ich thun kann." Was war das für ein sonderbarer Ton, der hinter dem Taschentuch hervorkam, und der stärker und stärker wurde? War es ein Lachen? Ja. wirklich, ein echtes, glucksendes Lachen. Plötzlich flog das Taschentuch beiseite. und sie warf sich dem Bruder um den Hals. - Lieoster Viktor, was .für einen schrecklichen Unsinn faselst Du da eigentlich zurccht?" Was haft Tu nur auf einmal. Vicca verhält es sich denn nicht so, wie Mama " Ich glaube wirklich. Ihr seid beide verrückt. Wie könnt Ihr nur so etwas zusammenbrauen. Weißt Tu denn gar nicht. Viktor V Freilich weiß ich es; ich bin ja in das Geheimniß eingeweiht gewesen. Aler ich konnte doch nicht wissen, wie flüchiig Du beschaffen bist." Nun kam die ganze Beichte, von vielem ' Gelächter unierbrochen. Viktor schüttelte den Kopf, konnte aber nicht lassm, mit. zu lachen. , Ja, -Du bist ganz brillant! Du mußt aber wirklich versuchen, bald ein wenn vernünftiger zu werden. Jetzt will' ich mich bemühen, die Sache mit Mama in die Reihe zu bringen, und sieh' Du dann nur Zu. daß Du zu heute Nachmittag Deine rothen Augen- los wirst, denn er weiß, daß ich gekommen bin. und ich vermuthe, er wird die m le-enbeit benutzen, um herzukommen und-mich zu begrüßen." Sie schmiegte das Köpfchen an seine Brust. Viktor, kannst Du nicht begreifen, daß es schrecklich aenirlich ist. einzugcsieben, dak man in Bczug auf seine Aussätze gemogelt hat. wenn man doch so alt ist. daß man sich jeden Tag verloben könnte?" Von dieser Auseinandersetzung führte der Wea Baron Vutor zu oem i-tuoen ten hinab. Der hatt: sich auf ein heroisches Auftreten vorbereitet, aber dafür war gar keine Verwendung infolge der schlichten Art und Weise, wie der V ron die Sccke-auffaßte. Er bot Henrissen eine Cigarre an und setzte sich auf das Sofa. Wissen Sie was. mein Lieber, ich kann sehr wohl begreifen, daß es für Sie eine unmögliche und undankbare Aufgabe gewesen ist, diese beiden Schüler zu unterrichten. Es wundert mich nur. dak Sie so lange ausgehalten haben. Und ioas die Komödie betrifft ich hoffe. Sie werden nicht böse sein, daß ich ein wenig hineingesehen habe so ist es Ihnen natürlich ein süßer Trost in Ihren Widerwärtigkeiten gewesen, ein wcnlg gegen den Stand zu , r.. rr ':c k: fk ;fci?mt iucu. eil i. iu; um im u-o"t e r -. i r . fi C -f 1 .am!! oan es gar mqi o crnjiyuii ycuuiu ist. wie Mama glaubt." Sie war ja aar nicht bestimmt, von andern als von mir gelesen zu werden!" Nein so bescheiden glaube ick kaum, daß Sie sind. Aber ich will Ihnen auch den Rath geben, sie nicht zu veröffentlichen. Die Satire über den Adel ist hierzulande so ziemlich abge droschen. Eie müssen ja auch als Akademiker verschiedene Edelleute gekannt haben, die fleißig und tüchiig waren und sich zu etwas anderem als ZUM Lächerlichmachen eigneten." Natürlich ja." antwortete Henriksen. Aber das Dina war im GrundZ ganz flott geschrieben. Haben Sie schon mehr aeschrlcben?" Und so kam es. daß der Varon i.och eme Weile da saß und Henri! ens ge sammelte Werke mit großem Interesse studirte. Er besaß kritischen Sinn und poetische Auffassungsgabe, und es fiel ihm auf, daß in den Gedichten eine gewisse Innigkeit la, und oatz sie zu gleich ein nicht ungewöhnliches Talent verriethen, klare und ' schone Formen für die Gedanken zu fmden. , v Wissen Sie." sagte er. ich kenne
einen jungen Verleger in Kopenhagen.
der gern etwas haben will, womit er anfangen kann. Lassen Sie mich ihm diese Sachen schiöen. ich denke bernabe. er wird sie drucken wenn Ihnen daran gelegen ist. Und das da .Mei ner Liebe Schwancngesang' legen wir obenauf, denn das ist das Beste." Henriksen war's ganz schwindliq: das war ein Zi:l, zu dem er die Gedanken nur in seinen Träumen zu erheben gewagt hatte. Er hatte ebensowenig wie andere große Dichter etwas dagegen, die Geheimnisse seines Herzens relszugeben oder klingende Münze für df einzunehmen, was mit seinem :rzblut geschrieben war; und die neuen Aussichten, die sich ihm eröffneten, verscheuchten jede Erinnerung an die Unannehmlichkeiten des vorheraehenden Tages. Daß es für alle Theile am besten sei, wenn er abreise, darüber wurde man sich schnell einig. ' Die freundlich: Einladung des Barons, noch em taax Tage als sein Gast zu bleiben, schlug er ab. Als der Magen, der ihn fortbrachte, über den Schloßhof fuhr, begegnete ihm ein anderer Wagen, in dem ein anderer junger Mann saß. Das Baroneßchen aber stand auf der Treppe und sah keine Spur verweint aus. Der gkstcmpcltc Limdcsherr. Wie weit das Unterthanengefühl" noch zuweilen im 19. Jahrhundert in 7ij ftiwft AAfitt Ttfrt rnrt lUtU;iUltV tJUiy, AIUl tbkl VII1VII drastischen Beweis die Bewegung, die im Jahre 1851 durch einige deutsche Staaten ging. Nach der am 1. Mal lenes Jahres ln's Leben getretenen deutsch-österreichischen Postkonventwn wurden Franknungsmarken mit dem Bild des betreffenden Landesherrn eingeführt und schon damals wurde, um die Marken nach einmallger Anwendung unbrauchbar zu machen, seitens der Post auf dieselben ein Stempel gedrückt. Diese Abstempelung des Porträts der Landesherren regte nun in einigen Ländern die Gemuther zahlreicher Unterthanen nicht wenig auf, und an vielen Orten wurden von den Empörten unterzeichnete Proteste veröffentlicht. Aus einem derselben sei die folgende Stelle mitgetheilt: Das Bild Sr. Ma estät mit Sei nem Geiste. Seine? Leutseligkeit. Seinem Schmerze strahlt beim Ausblick zum Herrn aller Herrn uns täglich lebendlg entgegen. Dies weiß Gott. Wir wünschten, ähnlich brennete es in aller Preußen Herzen. Dem ist wohl leider Nicht so. Um so mehr nehmen unsere Seelen daran Anstoß, ia ein Aergerniß, daß das Bild unseres heißgeliebten Monarchen jetzt fast in zeder Minute auf allen Postämtern so verunstaltet und in solcher Gestalt in's Volk gebracht wird, durch das Abstempeln auf den Marken. Sollte sich Dies höchsten Ortes mcht anders einrichten lassen? Die herzliche Frage sei den Unterzeichneten gegönnt. Die rechten Preußen mögen sie anregen, und weiter so diese Angelegenheit auch in die Hand nehmen wollen. Schnitzer. Mcrlci Zntcreksantcs aus allerlei Gebiet Für Jeden etwas. Von dem indischen Thee erfreut sich der aus Ceylon stammende neuerdings großer Beliebtheit. Die Ver. Staaten impor tiren jährlich Häute und Felle im Ge pmmtwerthe von über $50,000,000. I n A r i t i s ch-O ff a fr, k a leben insgesammt etwa 30 Juden, von denen die meisten Milchfarmen betreiben. Ein russischer Irrena r z t berichtete, daß er in 2421 Fällen .von Einzelhaft 186 Wahnsinnige entdeckte. Die Valdwin'schen Lo-komotiv-Werke in Philadelphia stellten im Jahre 1805 2250 Lokomotiven her. Ein tüchtiger Figaro ist der Barbier eines Londoner ArmenHauses, der neulich in zehn Stunden 230 Mann barbirte. Zweiunddreißig Paar Handschuhe hatte Prince Henrn. Sohn von James I. von England, allein für das Jahr 1607. .Da m pf-O Äse" und D a m pf-Kameel" nennen die Eingeborenen von Deutsch-Süd-westafrika die Automobile. 'Die Zucht und A u s b i l b ,n n g von Jagdpferden ist eine Spezialität der irischen Großzrunobesttzer und Jagoneohattr. Der Kabeljau-Export aus Norwegen betrug letztes Jahr 63,IV0.000 Pfund und auf mehr als die Hälfte dieser Menge belief sich die Ausfuhr non eingesalztem Kabeljau. Der Sold der russiscken Soldaten ist von 1.35 aus $3 per Jahr gestiegen, ist also um mehr als 100 Prozent erhöht worden. (Bitt Geduldiger. .Wer sitzt denn da so trübselig und versunken aus der Bank? .Das ist der Studiosus Süffel; der wartet vom Zweiten ab immer auf .den Ersten!" . . - . .,
Feuer -Signale.
vtnttfc& tnä SterM 16 fierl CM tt&fc 1. SU kapital Zst sd 17. US Pennfhlv. n. Vichig 14 Jlllno und 5. 21 Senate Av und l. N Pennsölvania und 21 17 Meridian und l. 18 Capital Ave und ti, 219 Broadtvah und 10. 131 Illinois und MeLem, 234 No. 14 CpritzmhauZ Kenwood und 50. 35 Illinois und . Annetta und SS. 7 No. 9. Gvritznthaus Udell und Rad 238 Udell Ladber Wor S Jsabel und 27. 41 Vieridian und 4. 'JüinoiZ u Et.flotK ldridge und 3. 12 West uud WalnS . 13 West und 12. S14 Howard uns 16. 15 Torbet und Paca 516 Capital Lve und V 17 Northwestern SS a W 318 Gent und 18. 819 Canal und 10. 224, Cerealin CcctS 524 Vermont und LvM 525 ?i?ma?öu Zrmvl Z No. 29 Sxntzenheus Haughville. 827 Wichigan u. Qttael, 829 Vichigan u. Eoncorw 141 West und VcJnth 612 Missouri u. Aarylanl filS Missouri und Nhio 415 Capital Tdtl.'Lkorgia 41 Missouri u Jeentuckv L. 417 Senatk Ave LZash. 421 P und 8 ttu&aul SB. Washington Oi Irren-Hospital. 4 Milev Löe u.J DnS 425 Wafh. und Harr ' 42 No. 13 Spritzen? ") W. Washiigt: '17 Oliver und irch 418 Oliver und Dt;sc$ 13 Nordhke und 431 Hadley v u. V?r 4 J2 River Lve K. Rtttil 454 River Ave und &3 ttö Harding u. ig 4 N ? 455 Hardinz uud Lwü 7 No. 1 pritzerk Morris nd S.'zOtex tti ctc bäSKSav 489 et ifil 8Wnn ccl STA ZSt Hotsxtt sesd 9ci 652 ROTtf Nd fXSf M Lamb! uni 7 Rorddle . oa SSortl O Weft nd ffcch 11 AentuckyAv. 14 Veridian und NorrZS riS Illino tat Sxfci 6X7 VZorris tutd 5Ccct J 518 Morris id 5hu?s 519 Capital Zl. u ZUIjxi bi Meridian nd SscarsS 5 Pine und Lord 024 Vadifr.Lru LÄSÄ Wertdian und Veit? 27 Carlos und Rad. s2J Meridian und rhe K SXeridion u. Nasd Kl Meridian u. SJUCcUil 3ft Ro. 17 SpritzcnKuk Morris nah 12: $it McKernanund Trr& 6X8 Saft u. Lincoln 14 East und L.ch tu Wnght uns SaOrt 17 VKTarty und Lest? ,13 ew Jersey u Sir T TU Lpruce und tsi 715 Snglish 9X. a. Zcue ,14 Etatt Ave u.X'eU AS 716 Shell, und fl8 Stau A no OranK V1S Orange d cure! V19 Sheliv u..tsze?Z T31 Leringts. vt3 71 j Fletcher rv,. Cprud 714 State ve u.Plca1aL Ti5 Prospekt und ri 6 Oranc und $al-? T2S Liberty nd F.ta 729 Noül UNd South 5il No. 15 LpritzenhuS , Oft Vashingto Ötj 811 Ma??et und Neble 814 Ohio u. Highland LL 81 ichigan u. Htzhla 15 Market a Arsenal Zk 517 Ost 6 Elatt CTii Union Bahn Slis4. Lkl Pan Handle Shops N, SirMont u WaKoS L24 Wash.und Sta Atz. L15 Radden'sLounge FcS' '8&s ruck und Dorsey . ' 7 L?ash. und Vevil Lv 211 Sto. lt Spritzichaus eviOe nc5 WiSQ 811 Southeafter? Kit sd Woodsidt. 858 WaH. und iUxlm 914 Southesstern Lrsenilkves. 825 New Vk md r4ZÄ 18 ILtnots nd Martzl, , tu I2ino und Kartei 814 Penn, c Dafc 9l5SDetecr. Wd V? i Ezgliff's OttkR-Hauß Esst und Fork Noble und Michigan R. Jersey u. Mass Lv Pwe und North Marke und Pine Vermont nahe Saft No. g Spritzenhzus -Massl nahe N"bl Deuwartund Walnut ,ö 44 Ä. Jersey u Central A. ast. und SorneV Slv lh m.d II. Ltraßk t? Vark iisat und 12 Str Tslumbta undHcksid Highland Ave u.P:att Illinois und St. Jo Pennstlv. und Pratt VeridiM und ll. 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Die Entdeckung ein er. neuen Art von Huhne rj Eiern mit fünf Dottern hat die. tühnerzüchter in der Umgebung von! leveland, O., in Aufregung versetzt., ftünf Dotter in einem Ei würden es, möglich lnach-l-von jedem einzelnen Ei fünf Hu.'..Zu züchten, vorausgesetzt natürlich' 'daß das Ei slch als fruchtbar erweist.
