Indiana Tribüne, Volume 29, Number 156, Indianapolis, Marion County, 24 February 1906 — Page 4

Jndtana Tribüne, 24 Februar

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Indiana Tribüne. Ctranlatictien von der uvdng 90. Indianapolis, Ind. Ocrr) O. Tjudin Präsident. GeschSftSloealt ilo. 31 Süd Delawarc Straße. TELfiPHONE 269. tu tered Kl the Pott Office ot Indianapolir as sccond dass matter.

Das Obergericht im Falle Hoch. Ueber den Prozeß deZ gestern wegen GattlnmoroeZ in Chicago hingerichteten Johann Hoch schreibt die Chicagcer Abendpoft-folgendermaßen: Der Staat Illinois kann seit ein paar Tagen sich eines ebenso neuen wie eigenartigen Gerichtshofes berühmen. Die staatliche BegnadigungSdehörde mit dem Gouverneur an der Spitze hat sich als Ober'Obergericht- aufgethan. Wie sonst daL Obergericht zu Gericht sitzt über die Entscheidung der unteren Gerichtshöfe,-. hat im Falle Hoch der neue Gericht-hof gerichtet über eine Entscheidung des ObergerichtZ. Und hat das gethan aus eigener Machtvoll kommenheit. Wenn sonst Menschen starben, waren sie todt". Heißt'S in der Tragödie. Wenn sonst da Oberge richt gesprochen hatte, war der Prozeß zu Ende. DaS ist nun ander? gewor den. Sollen die Vorgänge im Hoch Falle zum Muster dienen, so ist sortan die odergerichtliche Entscheidung nicht mehr der Abschluß des Prozesses, fön dern nur der AuSgang zur Einleitung 'eines neuen Prozesses; oder einer Reihe von neuen Prozessen, die zu einer Kette ohne Ende werden mag. Reichlich und überreichlich bemessen sind die Echutzwehren und RechtSwohl thaten, die das hiesige StrafrechtZver fahren dem Angeklagten zu Theil wer den läßt. Das ganze Verfahren ist zugeschitten dem Grundsatze entsprechend, daß eS besser ist, neunundneunzig Schuldige straflos entkommen zulassen, als einen Unschuldigen in Strafgefahr zu versetzen. Aller Wohlthaten dieses Verfahren? ist der Mörder Hoch theilhaftig geworden. Er hat seinen Prozeß 'vor einer unparteiischen Jury und einem gerech ten Richter gehabt. Er hat eifrige und pflichttreue Vertheidiger gehabt. Me dicinische Sachverständige- find - ge gewonnen worden, die zu seinen im sten aussagten, was nur irgend gesagt werden konnte. EZ war weder die Schuld dikserlsogenannten Sachverftän digen, noch die Schuld der Vertheidig ger,, daß sie gegen das erdrückende, jeden vernünftigen Zweifel ausfchlie ßende Beweismaterial nicht ankommen konnten. Auch war in den Verhand lungen kein Verstoß irgend welcher Art gegen die Rechtsordnung vorgekommen, auf den hin eine Anfechtung des Ur theils hättejbegründet werden können. Kein Zeuge und kein Beweis,- der hätte zugelassen werden sollen, ist auSge schlössen worden; und keiner, der hätte ausgeschlossen werden sollen, ist zuge lassen worden. Die eigenen Vertheidl ger deS Verurtheilten mußten gestehen, daß kein triftiger Grund zu einer Be rufung vorlag. Trotz alledem fand die Berufung statt. Andere Anwälte, die sich einen Namen machen wollten, nahmen die Angelegenheit auf Geldsammlungen zur. Bestreitung der BerufungSkoften wurden veranstaltet, damit nicht gesagt werden konnte, daß selbst der elendeste Mörder, nur weil er kein Geld hatte, eine letzte Rettungsgelegenheit nicht qe habt hätte, die ein reicherer gehabt ha ben würde. Wieder und wieder wurde Aufschub der Urteilsvollstreckung bewilligt, damit nichts ungethan bliebe, was unter den Formen deS Gesetzes irgend noch gethan werden konnte. Auch das war vergebens. Trotz gründlicher Untersuchung vermochte das StaatSobergericht keinen Grund zur Beanstandung deS Urtheils zu finden, und keinen Schatten eines Grundes. Weder fand es einen Einwand wesent llcher, noch einen blos förmlicher oder technischer Natur, der die Bewilligung eines neuen Prozesses hätte rechtfertigen können. Also fällte daS Obergericht den Spruch, daß das Gesuch um Bewilligung eines neuen Prozesses abzuwe! - sen sei. Womit das rechtmäßige RechtSverfahrm sein rechtgemäßes letz teS tznde erreicht hatte. Und, dem armen Sünder, so er sich noch nicht fügen . wollte in sein Geschicks blieb nur mehr Anrufung der Begnadigungsgewalt übrig. ES können Fälle vorkommen, wo Gründe der Billigkeit oder Gründe 'einer höheren Gerechtigkeit eine Milde

ung der Härte des strengen Rechtes er heischen oder doch rechtfertigen mögen. In solchen Fällen Gnade vor Recht walten zu lassen, je nach ';en Umstän den die Strafe zu ermäßigen oder auch ganz zu erlassen, ist daS hohe Vorrecht deS Staatsoberhauptes. Im Bunde ist es vem Präsidenten, im Staate dem Gouverneur übertragen. Letzteremhat hier das Gesetz eine BegnadigungS behörde zur Seite gestellt, deren Mit glieder der Gouverneur selber ernennt. JedeZ Begnadigungsgesuch ist laut Ge setz zunächst dieser Behörde zu unter breiten, die eS zu prüfen und ihren Be fund dem Gouverneur zu unterbreiten hat der sich darnach richten mag oder nicht. Ueber die Weisheit dieser Ein richtung mag sich streiten lassen. Sicher ist so viel, daß die Aufgabe der Behörde nicht die Aufgabe eines Gerichtshofes ist. Sie hat nicht die Verhandlungen der Gerichte nachzuprüfen, hat nicht über Schuld oder Unschuld zu entschei den. Das Alles ist durch die gerichtli chen Erkenntnisse entschieden. Nicht ob das Urtheil gerecht ist dem Gesetzte cnt sprechend, hat sie zu entscheioen, son dern ob Gründe zur Milderung deS Urtheils vorliegen. Als solche Gründe mögen gelten große Jugend deS Angeklagten, oder Unerfahrenheit, oder schwere Heraus forderung, Aufreizung, leidenschast liche Erregung. Wahrung eines der melntliqen Rechts u. s. w., wodurch die Schuld moralisch, wenn auch nicht juristisch gemildert werden mag. ES liegt auf der Hand, daß von solchen Milderungsgründen keine Rede sein konnte lm Falle deS heimtückischen, kaltblütigen, schlau berechnenden Mör derS, der eine Frau heirathet, um sich ihres bischen Vermögens zu bemöchtl gen, und sie dann durch Giftmischer künste WS Jenseits befördert, um bei nächster Gelegenheit dasselbe schändliche Verbrechen an einem neuen Opfer zu wiederholen, wie er eS zweifellos schon verübt hatte an früheren Opfern. Thatsächlich ist denn im Falle Hoch solches Begnadigungsbegehren gar nicht vorgebracht worden. Weder der Verurtheilte selbst noch seine Verthei diger wagten zu behaupten, daß, so er schuldig war deS Verbrechens, die schwerste aller möglichen Strafen zu schwer für ihn wäre. Also verlegten sie sich darauf, nach der Verurtheilung wie vorher die Schuld zu bestreikn, und brachten angebliches Zeugniß her bei, das Zweifel erregen sollte an der Schuld. Brachten also Dinge vor, die von Rechts wegen vor das Gericht und nicht vor die Begnadigungsbehörde ge' hörten. Dinge, die allenfalls einen Aufschub der Urteilsvollstreckung be Hufs nochmaliger Anrufung der Ge richte gerechtfertigt hätten, wenn sie irgend welche thatsächliche Bedeutung gehabt Hütten und wenn sie erst so spät, so kurz vor der angesetzten Urtheils Vollstreckung bekannt geworden wären, daß zur Anrufung dir Gerichte keine Zeit verblieben wäre. Thatsächlich ist daS Vorgebrachte weder neu noch wesentlich gewesen. Nichts als das nichts bedeutende Geschwätz einer ein fälligen Frau, deren nachträglich wi derrufeneS Zeugniß von vornherein auf die Entscheidung deS Falles ohne jeden Einfluß gewesen war; daneben daS ebenso nichts bedeutende Gutachten" des Professors Zeit, der geschwiegen hatte, als er hätte reden sollen, wenn er etwas zu sagen gehabt hätte. Der sich geweigert hatte, in der CoronerS Untersuchung als Zeuge aufzutreten, und dann nachträglich mit seiner un maßgeblichen Meinung hervortritt, daß die Ermordete an einer Nierenkrankheit hätte sterben kennen", aber nicht zu sagen wagt, deß sie daran gestorben, und ebenso wenig zu beftreiten wagt, daß sie, wie vor Gericht bewiesen, an Gift gestorben IB. JL ES lag nichts in dem Allen, was nicht bereits im eigentlichen Prozeß oder in der Berufung vor dem Ober gericht hätte vorgebracht werden können, wenn etwas daran gewesen wäre. Und selbst noch nachträglich in einem Ge such um re-hearing", vor daS Gericht gebracht werden konnte, wenn es wirk lich erst nachträglich bekannt geworden wäre. Also, daß für die Begnadigung behörde thatsächlich nichts vorlag. Trotzdem hat sie, wie bereits gesagt, sich förmlich als Gerichtshof aufgetsan und eine mehrtägige Verhandlung ge führt, die wie auf'S Haar einem neuen Prozeßverfahren glich .mit allen Schikanen eines solchen. Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen, direktes Verhör und Kreuzverhör, Re buttal- und Rereduttal. Und wenn

sie dazu berechtigt gewesen ist oder wenn das, was sie gethan hat, nun mehr die Regel wird, so ist damit diese vom Gouverneur ernannte Be hörde der höchste Gerichtshof des Staa teS geworden, und eine Zahl unv:r antwortlicher Handwerks, und Beute Politiker mag fortan Richter fein über die regulären Gerichte und nach Lust und Laune, ungehindeit durch irgend welche Regeln gehörigen Rechtsverfah renS, ihr durch keinerlei Rechtskenntniß getrübtes Urtheil über d.;5 Urtheil der Gerichtshöfe setzen und deren Rechts sprüche über den Haufen werfen. Daß sie daS im' gegebenen Falle schließlich nicht gethan hat, ist keine Bürgschaft dafür, daß sie'S nicht ein andermal thut. Das gefährliche Bei spiel ist einmal gesetzt. Und wenn eS nicht verderbliche Früchte tragen, die Bestrafung von Verbrechern nicht noch schwieriger, die Rechtsverschleppung nicht noch ärger und die RechtSunsiche? helt nicht noch größer machen soll, als sie zur Schande des Staates . schon ist, sv wird man bei Zeiten dagegen Vorsorge treffen müssen. Entweder die Obliegenheiten der Behörde gezie mend durch Gesetz beschränken, oder noch besser sie gänzlich abschaffen und die Ausübung des BegnadigungS rechtes und somit die Verantwortlichkeit dafür wieder ausschließlich dem Gou verneur übertragen müssen.

Deutscher UnterftutzuugS-Bund. Der Deutsche UnterftützungS'Bund, Diftrict No. 233 hielt gestern Abend in der Columbia Halle feine regelmäßige Versammlung ab. ES wurde beschlossen, am 2. Sonn tag im März eine kleine Festlichkeit ganz im Kreise der Mitglieder abzuhal ten. Anlaß hierzu bot, daß der Prüst dent Herr Peter Hämmerle einen Pracht vollen Rahmen zum Freibrief des Ver eins geschenkt hat. Sonst kamen nur RoutineEeschäfte zur Erledigung. Polizeiliches. Je ff Caftle, 26 Jahre alt, 832 River Ave., mußte gestern wegen Kleindiebstahls zur Polizeiftation wan. dern. ' Er soll einem gewissen Joseph W. May 'einen Handwerkskasten mit Inhalt entwendet haben. Die Detec tivZ Simon und Hauser nahmen die Verhaftung vor. ' Der Neger Ed. Rickey, 25 Jahre alt von 147 Oft Market Straße, wurde gestern von dem Kapitän Asch und dem Polizisten Stoddard verhastet, weil er ein IS.jährigeS Mädchen ver steckt hält. Die Polizei vermuthet lr. gend ein Verbrechen und stellten den Neger unter eine Bürgschaft von 81000. D i e Beamten Morgan und King brachten gestern den 47jährigen Wnu E. Walcott wegen Fälschung zur Poli zeiftation. Walcott hatte sich als Stellenagent ausgegeben und hatte einer Dame unter dieser Fälschung $15 für eine Stelle in der Rigal Shoe Co. abgenommen. Die Dame merkte, daß die Sache nicht in Ordnung war und 'benachrichtigte die Polizei. Dieselbe nahm die Verhaftung in dem Augenblick vor, als er das Geld für die Stelle in Empfang nahm. Walcott wuide unter $750 Bürgichast gestellt. WeilVictorRoyce gestern in betrunkenem Zustande seine Frau zu erschießen drohte,, wurde er einge locht. Der Ringkampf, welcher ge stern in der Tomlinson Halle stattfand, wurde plötzlich polizeilich aufgehoben, weil er etwas zu erregt wurde. Das eingenommene Geld, welches etwas über S500 betrug, wurde zur Polizei ftation gebracht. Telegraph.cn Drähte gestohlen. H a m m o n d , 23. Februar. Sämmtliche Telegraphendrahte an der Belt.Linie der Jndiana Ha?borEisen bahn, auf eine Länge von 18 Meilen zwischen hier und Eaft Chicago wurden gestern Nacht gestohlen. Seit längerer Zeit schon wurden Diebstühle an Drüh ten begangen, doch nie in so auöge dehntem Maaße als der letzte. Wie eS möglich ist. eine solche Masse Kupfer draht in so kurzer Zelt fortzuschaffen, ist der Polizei ein Räthsel. Von deu Dieben hat man keine Spur. Peru, 23.Febr. H. I. Serry, Heizer an der WabashElsendahn, siel vom Tender der Locomotive und trug einen "Schädelbruch davon.' Seine Wiederherstellung ist zweifelhaft. .

Das Maskenfest

Gracie und Humor licrcincn sich zum herrlichen Erfolg. Ein echker Fascking im märchenhaft geschmückten Saal.

Laßt bleiben die ernsten Gedan ken zu HauZ was sollen die Sorgen taugen?" Nun schaun wir die Welt unS wie der an mit fröhllchen Kinveraugen." Wir kommen wie Knaben und Mädchen heut aus den unteren Volks schuttlassen.Die ihre Gouvernanten einmal ver gnügt zu Hause gelassen.Dem hatte auch der Stundenplan im Münnerchor Rechnung getragen." HauUgegenstand war tanzen und fröhlich sein sonst braucht man sich nicht zu plagen." Obige Variante charakterisirt den Geist der den gestrigen Maskenball im Männerchor durchweht?. Faschings freude war die Parole des Abends und köstlich waren die Stunden in denen die Alten wieder Kinder wurden und flöh lichen Sinnes aufgingen in den Stru del tollen Humors und Lebersfreude. DaS blendende Licht das aus den Butzenscheiben der alten Münnerchor Halle die nächtliche Finsterniß, welche die Straße einhüllte durchdrang, die rauschenden Töne flotter Musikweihen, verkündeten dem Wanderer schon von ferne, daß ein außerordentlich glänzen deS .Fest begangen werde. Es war Maskenfeft im Männerchor-daS letzte in den alten Räumen in denen der Verein so viele glänzende Erfolge zu verzeichnen hatte. Bald nach 3 Uhr rollten die ersten Equipagen an, denen die phantastisch geschmückten Ballgüste entstiegen, rasch durch daS bequeme Schutzzelt schlüpften um den Augen der zahlreichen Neugie rigen zu entgehen, welche kritisch die Aulömmlinge beäugten. Oben im Saal wurde den Ankömm lingen ein überraschend schöner Anblick. Mitten in den herrlichen japanischen Frühling gelangte man. Tausende und Abertausende Blüthen verbreiten ihren leuchtenden Schimmer, und in mitten dieses VlüihenchaoS das von einer Fluih elektrischen Lichtes umgeben war, sah ' man di: charakteristischen Bauten deS Landes der Blumen und der Sonne. - Schnell füllte sich der Saal mit den bunten Maskengestalten. Reizende Frauen in wunderbar schönen Trach ten. Vornehme Kavaliere und gro teSke, spaßige Charaktere tummelten sich lärmend in dem verwirrenden Ge wühl bis das FanfareN'Signal für das Antreten zur Polonaise plötzlich Ordnung in die phantastische Schaar brachte. Unter Leitung des Herrn Otto Iren zel ranglrte sich alsbald der Zug in imposanter Schönes Die Tete nahm das Floor.Comlte in kleidsamer weißer Uniform. Dann folgte der Pusch- von Paul Krauß als Höllenfürst geführt. ES war eine bunte Gesellschaft, in der sogar die blutdürftigen russischen Terroristen mit ihren Bomben nicht fehlten. Eine gefährlich . ausschauende Plratenrotte mit reizenden Damen am Arm, die sich ganz und gar nicht zu fürchten schienen, folgte, dann ein gar putziger Oboen bläser, in dem man später John P. Frenzel erkannte. Dann kam daS MaSkengewühl in nahezu sinnverwirrender Abwechselung. Kaum dachte das Auge an einer beson derS originellen Gruppe einen Ruhe Punkt gefunden zu haben, so tauchte auch schon eine andere auf, die noch fes selnder erschien. ES würde zur schier unmöglichen Aufgabe nur mit Drucker schwärze all die Buntheit und die ba rocken Figuren wiederzugeben, die Phantasie der Leser muß da das Ueb rige thun. Als der bunte Zug kaum den Marsch begonnen.da flammten in schnellerJolze neue und überraschende Lichteffekte aus, die ganze Umgebung mit blendender Helle überfluthend. Von den die Gallerien besetzenden Zuschauern ertönten Beifallsrufe ohne Ende, die ihnen der herrliche Anblick entlockte. Neue Figuren in dem Marsche folgten in rascher Abwechslung, bis der Zug in einer die ganze Breite deS Saales einnehmenden Front sich be wegte. Da wechselte der Marschtakt zu verlockenden Walzerklängen: wie mit einem Zauberstabe berührt, lösten sich die Reihen und die Paare fanden sich

des ZNännerchor

im fröhlichen Reigen. Tanz auf Tanz folgte nun, bis die Mitternachtsftunde ertönte. Die Masken sielen und der innere Mensch suchte und fand Labung an der festlich bestellten Tafel im Speisesaale. Dann ging eö wieder zum Tanze und zu neuen MaZkenscherzen, bis der heran nahende Morgen zum Aufbruch mahnte. Unter den vielen schönen Kostümen waren die folgenden besonders bemer kenSwerth: Frau John P. Frenzel erregte ganz besondere Bewunderung in ihrem Ko. ftüm alS Dame der Epoche 1830. Gar reizende BabieS waren Frau Martha Scherer und Frau Paul Krauß. Frau H. B Holloway als eine Dame aus den Kolonien. Frl. Helen Hearsey als Aepfelblüthe. Frau H. T. Hearsey und Frl. Jen nie M. Templeton als holländische Mädchen sahen allerliebst aus. Frl. Leona Templeton und Frl. Leo nore Templeton als Faftnachtsnär rinnen. Frl. Dollie Root machte gute Maske als Dame aus der guten alten Zeit. Frl. Lillie Valkening und Magaret Guteling waren allerliebste Postkarten Mädchen. Frau W. H. Burton als Fecht Mädchen. Frau Gustav Oberländer sah reizend aus als Blue Bon Coeur. Frl. Mary McCurdy sah recht nett aus als widespenstige Maria. Theo. Keßler, Frl. Tena Mertz Frl. Olga Bertermann waren reizende Pierretten. Frl. Irma Bertermann sah allerliebst aus als Madame San Gene. Einen großen Effekt machten die Au tomobil'Müdchen, Anna Lindemann, Katherlne Lobbe, Bertha Roth. Eda Voge. Bertha Schultz, Lizzie Anding, Carrie Jans, Ella Lindemann und Frl. Menger. F. Lasayette' als Apfelblüthe. " Frau Jose sah allerliebst aus als Veilchen. Frau Charles Off und Frau A. I. Kraß machten tresflicheMaöke als hollän dische Mädchen. Frl. Mary A. Kessler, Fannie Kessler waren ganz famose chinesische Mädchen. Frau P. Karstadt als Fastnacht Mädchen, Frl. Mary Williams als Mädchen aus den Kolonien, Frl. Nellie Williams als Balletdame, Frl. Alma Rest als American Beauty Rose mach ten Eindruck. Frl. Katherlne Ackale war eine reizende Würfeldame, Emma Jeagle als Veilchen, Frau Wood als Mädchen aus den Kolonien, Ethel Nanson als Spanische Tänzerin, Frau Hermann Aöam als Fastnachtmüdchen. Frl. Amelka Kköckel als PoppieS. Frl. Jeannette Mummenhoff als arabische Dame. Frl. Elar Kopp als Königin der Nacht. Frl. Dressel, Gast der Familie Hap perSberger, die Carmen darstellte, war recht allerliebst. Ihr Coftüm aus rothem schweren AtlaL war sehr chick. Frau Joseph E. Bell als Indianer Mädchen. Frl. Alma Vögtle und Frl. Amelia Off als Schäferinnen. Frl. Nell Dennerly als türkische Dame. Fräulein Alice Mutler als deutsche Bäuerin. .Frau Mlddlesmith als Donna. Frl. Cowan als Carmen. Frls. Belle BogarduS und Frl. He lene Krull als Herzdamen sahen rei zend aus. Frls. Gertrude Emmerich,. Irma Nil als Schneeflocken waren originell coftümirt. Frl. Elsa Bertermann als franzö fische Modiftin und Frl. Bertha Keller als Negerin machten ihren Freunden viel Kopfzerbrechen. Frau A. E. Jngersoll als Japanerin, Frau Laura Jngersoll als Sgyp tische Prinzessin. Frau Alexander Sangernebo trug das characteriftische Gewand einet Frau deS CheruökerStammeS mit fegtet' mertm Bronze Ornamenten. OZ

Kostüm war streng historisch und er regte allgemeine Bewunderung. Ruth.le Haß als Veilchenmädchen sah recht niedlich aus. Frl. Ethel Swan als Chinesin, Frau Jennie Raschig als Quäkerin und Frl. Werrick als Herzdame. Frau G. F. Borst als kleines Mäd chen, sah recht niedlich aus. Pearl Kiefer, Netta Kistner,' AgneS

Alig als Spanische Tänzerinnen. - Frl. Eona Kraus als Zuckerwerk". Frl. Hattie Thudium sah allerliebst in einem graziösen über und übe? mit reifen Kirschen garnlrten Gewand aus. Fru -M. I. Mann als Fortuna. Frl. M. Sullivan als Martha Wash. ington. Frl. Kathryn Laatz als Quaker dame. Frau Charlotte Lockman alsAmerikanische Flagge, Frau Clara Farmer olö ZigeunerKönigin sahen prächtig aus. Frl. Varna Hearsey als Zuckerwaa. ren Mädchen, Frau Henry Gruman als Blumenmädchen. Frl. Marie DineSals Dame aus den Kolonien, Frl. Ll fette Krauß als Raureiterin sahen recht fesch anS. Frau Don HawkinS, -Frl. Henriette Frenzel als Spanische Mädchen. Frl. Kothe als Pierette. Frl. May WandS als Göttin der Liebe, Frau Frank Baden als Japane sin, Frl. Elfte Murgler als Pierette Frau Louis Adam als Japanesin. Frl. Jillson und Frl. Stout ate rosa Rosen. Frauen I. C. Burlhart, Frau ChaS. Balke als Damen aus der guten alten Zeit. Frl. Louise Balke alS Blumenmäd chen. Frl. Brandt aus Stockton. Cal., zum Besuch als Modiftin aus dem Kaiserreich, Frau Otto Bushing in ihrem Kostüm aus dem Jahre 1830 gefielen sehr. Frau L. T. Hoffman al? deutsche Bäuerin, Frau GuS. Mueller und Frau Clara Swan! als T llpen. Gottfried Monninger alS Faust und Frl. Olga Monninger als Gretchen' hatten ihre Maske vorzüglich gewählt. Frau L. GeiS, Frl. L. Mueller, Frl. C. Mueller, Frau Georg Popp, Herr und Frau John I. Giesen erschie nen alS Zigeuner und Zigeuenrlnnen. Gelungen war die folgende Gruppe: F. I. Mack als Mother Dam und Bubby Dam, Henry Roebke Father " Dam; Jennie Dam, Geo. Strebel; Sufie Dam, Emil Schmltt; Willie Dam, Geo. E. Schmitt; Dozgie Dam, kurz die wbote Dam Family. Otto Ehrgott als spazierende Spe cerei'Handlung. 'Karl Pohlmann als Rauher Reiter hatte gute Maske gemacht. Frl. .Lilly Keller bewies das eine Klatschrose doch recht anmuthig ist. Die -Herren Ginz und Jul. Keller jr. hatten gelungene Maske als Spiegel burger und Sohn gemacht. Frl. Happeröberger blühte als reizen des Veilchen", seit fie den Saal be trat nicht im Verborgenen. Frau Jul. Keller Jr. trug ein ge schmackvolleö Phantasiekostüm. Frau John Bertermann hatte eines der schönsten Phantasiekostüme, Ostern Allegorie", gewählt. Die Blumen Malerei auf dem Gewände halte Frau Bertermann selbst gemalt. Herr Ernft Keller trug Matrofen tracht, seine Gattin war eine reizende Puritanerin. Herr Gustav Oberländer im durch und durch echten Japaner.Koftüm ver theilte, freigebig japanische Münzen un ter den Gästen. Frau Erneft Keller als PriSzilla, Frl. Marie Lippert als Erinsetta und Frl. Edith Lippert als Rosa und Frl. Dorothy Brandt aus Siockton, Cal., als Rofenblüthe sahen allerliebst aus. Große Furrore machten Frau O. P. Deluse und Frl. Emma Minier, als Bäckermädchen aus dem Schlaraf fenland. - , Frau Seldenfticker und Fräulein Clara Tllly als Damen aus den Kolo nien, Frau H.. Bertermann als Roth käppchen, Frau Wm. Keller als Geischa Mädchen und Frau C. I. Benner scheidt als Bo Peep, Frau Geo. Kibbe als Herbst. Frau Henry Weaver, Frau Cverett Lamp als Tulpen. .

SHiffsnachrichten. New York:- Cedric" von Liverpool; .Nuftan" von Bremen; Main- - von London. Liverpool': Baltic von Nea, ZZork jQueenLtovn: Lucanlal von New . York nach Liverpool. .

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