Indiana Tribüne, Volume 29, Number 154, Indianapolis, Marion County, 22 February 1906 — Page 5

Jndiana Tribüne, 22. Februar 1906

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Von Ännc von den (ffcn

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Q )C0C4O0C000C0CCC hiet 1er Meul?n erinnerte sich Qjy nicht, jemals eine Liebkosung von seiner Mutter empfangen zu haben. Das einzige Cefühl, dessen er sich, soweit seine Gedanken zurückreichten, klar bewußt wurde, das war das einer unbändigen Furcht vor dieser großen, starkknochigen Frau. Und doch hatte sie ihn niemals roh behandelt. Aber die Furcht war da. Andere Jungen liefen, wenn sie der Lehrer geprügelt oder sonst jemand ihnen ein Leid gethan, heulend zu ihrer Mutter. Piet heulte nicht, aus Angst, daß die Mutter es merken könne. Sie schlug ihn nie. aber sie hatte eine Art, die war schlimmer als Prügel. Wenn Piets kleines Herz einen Kummer, ein Anliegen hatte, dann flüchtete er ganz heimlich zu seinem Vater, so heimlich, daß es die Mutter nicht merkte. Der tröstete dann und half wohl auch zuweilen, wenn es. geschehen konnte, ohne daß die Mutter es erfuhr. Und Piet wuchs, heran und wurde so groß und 'grobknochig wie seine Mutter. Er ging jetzt mit dem Vater zum Torfstechen, und die beiden arbeiteten, daß ihnen der Schweiß von der Stirn lief. Währenddessen schaffte die Mutter im Hause, im Stall, auf den Wiesen, ganz allein, denn weder Knecht noch Magd hielt es bei ihr aus. Und wenn Vater und Sohn meinten, schon viel gethan zu haben, so merkten sie doch Abends, daß die Mutter für drei gearbeitet habe und durchaus nicht müde war. Tann wagten sie gar nicht, sich faul hinzusetzen, sondern suchten sich im Hause noch nützlich zu machen. Frau ter Meulen ließ sie gewähren, aber die beiden hatten das Gefühl, als könnten sie es der großen Frau doch nicht recht machen. Wenn im, Herbst der Torf zur Stadt gefahren werden mußte, so besorgte das Frau Aleida. Denn erstens schlug ihr Mann niemals einen so hohen Preis heraus, und zweitens hatte sie ihn im Verdacht, daß er doch 'mal im WirthsHaus einkehrte und einen Viertelgulden verzehrte. Ehe sie wegfuhr, theilte sie dem Eatten und Sohn die Arbeit zu, und die

beiden waren wahrend der ganzen Zeit in Angst, daß sie nicht fertig würden oder ihre Sache nicht nach Wunsch der Frau machten. Nie. klagten sie sich gegenseitig ihre Vedrängniß, aber sie

suhlten doch, daß sie an demselben Kar

ren zozen und Verbündete waren gegen

biee starke Hand, die' so selbstbewußt die Peitsche führte. Tann wurde Piet Soldat. Es gab keinen besseren in seiner Kompagnie, denn keiner war, so wie er, an unbedingten schweigenden Gehorsam gewöhnt. Und dabei war ihm pudelwohl. Nie hatte er sich so frei gefühlt wie während dieser Jahre. Zuerst konnte er sich gar nicht darein finden, daß es Stunden gab. wo er sein eigener Herr war und thun und lassen konnte, was er mochte. Die Mutter hatte selbst Sonntags immer eine Menge Arbeit für ihn gehabt. Und in alter Gewöhnheit wollte er sich auch in der Kaserne noch nach dem Dienst nützlich machen. Da lachte ihn ein Theil der Kameraden aus und die andern drohten ihm mit Prügeln. Nun ließ er sich's wohl sein und ge:ioß die faulen Stunden. Als die Dienstzeit zu Ende ging, wurde ihm todtangst bei dem Gedan5en, daß er nun wieder auf den Hof und unter die Fuchtel der Mutter zurückkehren müsse. Die Furcht war so groß, daß sie ihn tapfer machte. Piet ter Meulen schrieb heim, daß er als Hafenarbeiter in Amsterdam thätig sei und gut bezahlt würde. Da seine Mutter nicht schreiben konnte, kam sie eines Tages selbst, um sich zu überzeugen, daß er nicht gelogen habe. A!s Piet sie so plötzlich vor sich sah, fiel ihm das Herz in die Hoftn, und er wäre ohne Widerspruch mit heimgefahren, wenn die Mutter, es verlangt hatte. Aber die schien zum ersten Male zufrieden mit ihrem großen Jungen. Sie rechnete genau nach, wie viel

er von dem Verdienst verbrauchen dürfe und wie viel er monatlich in das

Sparkassenbuch, das sie ihm kaufte, eintragen lassen müsse.

Als sie abgefahren war, athmete Piet erleichtert auf. Die Mutter hatte nun

einen Knecht daheim, aber der kostete sie nicht so viel, wie ihr Sohn verdiente

darum war sie so nachgiebig.

Piet lebte nun ein Götterleben. Ten

ganzen Tag arbeitete er wie em Ele

phant, und Abends saß er in seinem

blitzsauberen Stübchen, legte die Arme auf das Fensterbrett und rauchte seine

kurze Thonpfeife zum Fenster httiaus,

damit die weißen Vorhänge nicht gelb würden. Denn seine Lermietherin hielt sehr auf Sauberkeit. Die alte Frau kam auch manchmal zu ihm in's Zimmer, und er mußte ihr dann die

Tagesneuiakeiten aus dem Amster-

damsche Courant vorlesen, weil sie

mchk mehr recht sey, konnte. Gern

that er das gerade nicht, denn das Le-

sen machte ihm Muhe, und die Stadt

Neuigkeiten interessirten ihn wenig. Aber die Alte hatte ihn nicht lange gefragt, ob er es gern thue, und das

würde ihn auch gewundert haben, denn

in seinem ganzen rnen hatte ihn noch nie jemand gefragt, oö er V.tl oder das gern thue oder nicht. Sonntags mußte er sie in die Kirche führen, und Nachmittags kam sie dann wohl in sein Zimmer und crzählle ein Langes und Breites von ihrem verstorleiten Mann, der in seiner Jugend als Kolonialsoldat in Indien gewesen, dort einen Knacks" bekommen habe und nach ihrer Verheirathung Torfschiffer geworden 'sei. Solche Erzählungen interessirten Piet beim ersten Male sehr, beim sechsten Male schon merklich weniger, und nach zwei Jahren dachte er, daß es ganz hübsch wäre, wenn die Alte nun 'mal 'waS anderes erzählte. Im Heröst kam seine Mutter mit eine? Fuhre Torf, die die Alte bei ihr bestellt hatte, und erkundigte sich genau nach der Lebensführung ihres Sohnes. Sie ließ sich auch das Sparkassenbuch vorlegen und war zufrieden, daß nicht weniger darin war, als sie genau berechnet hatte. Freilich, zu. tadeln hatte sie immer noch genug. 0 Die Alte war das einzige weibliche Wesen, mit dem Piet sich überhaupt abgab, denn er hatte eine heilige Scheu vor allem, was einen Unterrock trug. Für ihn bedeutete das Weib etwas Schreckhaftes, eine unbesiegbare Macht, vor der man sich nur durch die Flucht retten konnte. Aber wer im Feuer sterben soll, der ertrinkt nicht. Eines Abends kam er müde von der Arbeit und ging mit großen, schweren Schritten durch die dunkelnden Straßen auf Umwegen heim, weil ihm seine alte Hausfrau noch einige Besorgungen aufgetragen hatte. Da tänzelte vor ihm, in einer einsamen, entlegenen Straße ein zierliches junges Ding, das das Köpfchen bald rechts, bald links drehte. Das hätte Piet wohl kaum bemerkt, wenn sich nicht zwei roh ausfehende Burschen an sie herangemacht hätten. Die Kleine wehrte die Zudringlichen ab, aber die wurden nur noch frecher. Plötzlich stieß sie einen Hilferuf auS. und mit drei' Sprüngen hatte Piet die Gruppe erreicht. Seine große schwere Faust sauste nieder, und schlug den einen zu Boden. Ter zweite wollte sich gegen ihn wenden, zog es aber vor, Fersengeld zu geben, noch ehe Piets Tatze auch ihn traf. Bewundernd sah das erschreckte kleine Mädchen ihren Netter an, der so ruhig seine Arbeit gethan hatte. Ein süßes Stimmchen dankte ihm überschwcnzlich, und als der am Boden Lie-

gende sich aufrichtete, drückte sie sich wie ein schutzsuchendes Kätzchen an

ihren Retter. Der stellte sich breit vor

das Madchen, sah den Burzchen nur

an, und sagte kein Wort. Aber seine

geballten Fauste redeten eine vernehm-

liche Sprache. Da ging der Vengel

seinen entschwundenen Kameraden zu

suchen. .. ,

Jetzt hielt Piet die . Sache für. er-

ledigt. Aber das kleine Mädchen war

anderer Ansicht. Wie ciw Bächlein, so

fließen die Worte von ihren Lippen. Sie blieb dicht an der Seite des weit-

ausholenden Riesen, obgleich sie immer drei Schritte machen mußte, während er einen machte. Und so wie ein.rascher Schritt hinter ihnen klang, so drückte sie sich fest an ihn. und faßte

angstlich seinen Aermel.

Daß ein weibliches Wesen bei ihm

Schutz suchte das war dem blonden

Niesen seltsam befremdlich! wa

ren sie doch nicht alle so stark in.; ,elbst

sicher wie seine ?!utter! Er hörte kaum, was das kleine Mädchen ihm erzählte; daß sie eine Eiaarettenarbeiterin sei,

alle Abend diesen Weg gehen müsse,

und schon öfter von -den beiden Bur

schen belästigt worden sei. Piet kostete

schweigend das neue, seltsame Macht

gefüh! aus, und fühlte sich in ganz ge-

hooener Stimmung. Vor einem engen Gäßchen blieb di Kleine stehen und sagte, daß sie da ein biegen müsse. Dabei sah sie sich ängst

llch um. Da erwachte Piet aus seinem

Sinnen, und sah das Madchen zum

ersten Male prüfend an. Ein nettes

Gcsichtchen mit Kirschenaugen, die so

blank waren wie polirt. und ein kleincr rotber Mund. Das Mädchen

streckte ihm ein niedliches Händchen hin.

das er kaum mit seiner großen brau

nen Arbeitsfaust zu berühren wagte. Und dann sagte Piet, sich besinnend, daß er sie ganz nach Hause bringen würoe. Das sei , sicher. EiZ waren die ersten Worte, die er gesprochen. Aber in der kurzen Straße bis zu dem Hause, in dem Aaltje wohnte, hatte sie alles auö ihm herausgefragt, was sie wissen wollte. Und

während der fünf Minuten, die sie noch

vor oer yur standen, hatte er ihr versprachen, sie jeden Abend aus der Fabrik zu holen, so lange, bis die beiden Kerle die Verfolgung aufgegeben hät-ten.

Wie das so gekommen, das wußte er selbst nicht. Aber nun hatte er es 'mal versprochen und mußte sein Wort hal-

ten. Abend für Abend gingen die zwei nun fo zusammen, er schweiacnd. mit

Riesenschritten, sie trippelnd und be-

ständig schwatzend. Daß es für ihn

ein Umweg von einer halben Stunde

war, daran dachte er aar nicht, aber

seine alte Vermieterin war sehr ungehalten, daß das Theewasser jetzt eine rm r n 1 " .

iiStiit umionn vrooelke. Und eines

Sonntags Nachmittag geschah das Un erhörte, daß Piet mit einiaer Werleaen

heit erklärte, er habe sich verabredet und

wurde ausgehen. Es war nur ein Glück, daß c5 Früh

ttna war. und ntcht öte Zeit, wo die

Mutter den Torf brachte, sonst hätte

sie brühwarm das Ungeheuerliche er

fahren. Denn daß ein Frauenzimmer

dahinter steckte, das begriff tte Alte

sofort. Darin haben Weioer eine feine Witterung.

Und es blieb nicht beim ersten Mal.

Schließlich ging -Piet am Sonntag schon gleich nach der Kirche fort und

kam erst spat am Abend wieder. In

dem Sparkassenbuch aber war scyon

seit Monaten nichts mehr eingetragen.

So verging der Sommer, und als

es Herbst wurde, befiel Piet eine To-

desanast letzt wurde seine Mutter bald kommen und das Luch einsehen.

und die Alte würde Bericht erstat-ten.

Die kleine Aaltje lachte, daß die

spitzen Mäusezähnchen b'.itzten. Du

großer, dumme Junge, furchtest Dich

noch vor Deiner Mutter!" 1

Nun klagte Piet ihr seine trostlose

Jugend und die Angst, die der Vater und er vor der Mutter gehabt hatten. Da lachte und spottete die Kleine noch

mehr. Laß sie , nur kommen, iaz werd's ihr schon zeigen!"

Aber Piet wurde immer klemmuthi-

ger. Seine Mutter, die mit jedem

Knecht, jedem Stier fertia wurde

und dies fremde, kleine Mädchen! Nein.

nein, das ging nicht! Die hatte doch

gar kein Recht zu reden.

Aaltie war aber nicqt so leicht zu

überzeugen, und schließlich sagte sie ruhig: Na. dann ist es das Beste, wir

heirathen schnell." , Heirathen!

aran hatte Piet noch nie gedacht! Acht Tage vorher, ehe die Mutter

mit der Torsfuhre kam, zeigten Piet

und Aaltje ihre bevorstehende Trauung

den Eltern an.

Aleida ter Meulen war ' eine sehr

starke Frau aber dieser Schlag warf

sie doch einen Augenblick um. Daß der

Junge es wagen konnte, ohne ihre Er-

laubnlß :

Zuerst wollte sie schnurstracks nach

Amsterdam fahren, aber dann dachte sie, daß es nun doch zu spät sei. Nein, keine Stunde früher wie in den anderen

Jahren wollte sie kommen. Mochte der

Bengel denken, daß ihr die Sache ganz

gleichgnhg sei. Und sie verbot auch ihrem Mann, dem Paare einen GlückWunsch zu schreiben. Anfangs wollte sie den Sohn gar nicht aufsuchen, aber die Neugierde ließ ihr keine Ruhe. So fuhr sie denn mit dem leeren Torfwagen vor, nachdem

die Alte sie noch weidlich verhetzt hatte. Sie traf die junge Frau allein, und die kam ihr lachend entgegen. Aber Frau Aleida verstand keinen Spaß. Sie pflanzte sich breit in der kleinen Stube auf und wartete auf ihren Sohn. Dabei sahen ihre scharfen grauen Augen förmlich durch die Wand, und sie merkte sofort, daß Piet ein armes Mädel geheirathet hatte. Das machte die Sache nicht besser. Aber Piet sah draußen daö bekannte Gespann, und da zog er es vor, 'mal ohne Mittagessen wieder zur Arbeit zu gehen. Als Frau Aleida eine Stunde um die andere gewartet hatte, wurde ihr die Sache zu dumm. Sie machte sehr scharfe Bemerkungen, die Aaltje noch schärfer parirte. Daß ihre Mutlerrclle bei dem Sohn ausgespielt sei. das merkt: sie nun wohl. Da stieg sie grimmig auf den Wagen und kutschirte heim in ihr Heideland. Viet war glücklich, daß er nun ein Jahr vor der Mutter Ruhe hatte, und Aaltje wollte sich ausschütten vor Lachen, als sie ihm die Worte der Mutter und ihre eigenen wiederholte. Er faßte es nicht, woher die kleine Maid" wie er sie nannte den Muth genommen! Und es kam noch manches, was er nicht begriff. Die kleine Maid" zeigte nach der .Trauung eine Menge Eigenthümlichkeiten, die er vorher "gar nicht bemerkt hatte. Zum Beispiel konnte sie den Pfeifentabak nicht vertragen und drehte ihm statt dessen zierliche Cigareiten, die er rauchen sollte, aber theils zerbiß, theils mit seinen großen Fingern zerdrückte. Die Mütze und der Janker gefielen ihr auch nicht mehr, er mußte sich einen modischen. Hut und Rock kaufen und anziehen, wenn er mit ihr ausging. Dann mußte er es lernen. ?anz kleine Schrittchen zu machen, weil sie an seinem Arm gehen wollte. Zuerst machte ihm ihr beständiges Kommandiren höllischen Spaß, aber alle Tage fand sie etwas Neues und cercaß darüber das Alte nicht. Alles, was Piet auf der Sparkasse gehabt, wurde jetzt, nun die Mutter fort war, abgehoben, und einige hübsche Möbel für eine gute Stube gekauft. Darin saßen sie Sonntags bei schlechkm Wetter und sahen auf die Straße. Aber 'wehe, wenn Piet seine Kaffeetasse auf den polirten Tisch stellte oder eines der Möbel schief rückte! Kam er heim, so mußte er schon an der Hausthür seine großen Schuhe ausziehen, und auch den Rock, damit er keinen Staub in's Zimmer trage. Er mußte auch gerade wie bei der alten Frau auf dem Heimweg eine Menge Besorgungen machen. Das war ihm ein Greuel, weil Aaltje nie mit seinen Einkäufen zufrieden war. Und als es wieder Herbst wurde, da dachte Piet, daß es ganz gut wäre, wenn seine Mutter käme und Aaltje 'mal ein bischen scharf anfaßte. Aber die Mutter kam nicht, sondern der Knecht, und der sagte, daß Frau Aleida die Gicht habe und ihrem Sohn ein Fuder Torf und eine Speckseite schicke. Da wurde es Piei ganz seltsam

weich um'Z Herz. Nun war die Kraft

der narren rau gebrochen, und das that ihm weh. Wenn er früher gedacht hatte, daß wohl nur große, grobknochige Frauen so stark und herrschsüchtig wären, dann merkte er jetzt, daß die kleinen, zarten, zerbrechlichen noch viel stärker seien. Denn was Aaltje wollte, das geschah bestimmt, er mochte sagen was er wollte. Das heißt, er sagte nichts und that immer was sie wollte, weil er genau wußte, daß alles Reden doch nichts ändern würde. Wie einen starken Bärcn. dem man einen Ring durch die Nase geschlagen, so lenkte ihn di: Kinderhand der flcir.cn Maid." und er dacht?.daß das w?hl so sein müsse. Nachdem das znizite Jahr vergangen war, da lag s:in kleiner Quälgeist. em?s Taz?s schwach ur.j blaß im Bett, als er ):oi der Arbeit kam. Si: zank'e nicht, daß er einen Thran- od:r Th:eracruck) r.itJrr'iöte. sondern 5?b kaum die Augenlider, als er eintrat. Aber statt ihre? leiste ö.i ein kleines Wurm in d:m Körbchen neb?n AaltjeS Seit, und die klue Frau" hob eS aus den Kisten und sagte, 'datz das sein kleines Mädchen sei. Da schluchzte der starke Mann wie ein Kind vor Freude und Rührung, und Aaltje zog die Stirne kraus und flüsterte matt: Still doch, Du weckst mein Kind auf!" Ganz wunderbar rasch erholte sich die kleine, schwache Frau von den schweren Stunden, und als sie Piet am neunten Tage mit dem Kinde auf dem Arm ganz stolz entgegenkam, da sah der Riese bewundernd seine beiden kleinen Mädchen" an und dachte: sie sind doch stärker als wir!

?cidrnschas!liche Vüchcrsreundk.

Von großen Bücherfreunden und den oft bis zur Tragik gesteigerten Schicksalen. die ihnen diese Leidenschaft bereitete, erzählt in der Pariser Revue" der eifrige Forscher auf dem Gebiet des Vücherwesens. A. Cim. Ter berühmte Hellenist Guillaume Bude (1467 bis 1540) fand an seinem Hochzeitstage einen Anlaß, seine junge Frau und die Hochzeitsgesellschaft zu verlassen und mehr als drei Stunden inmitten seiner geliebten Bücher zuzubringen. Aehnlich erging es an seinem Hochzeitsmorgen dem trefflichen Philo-

sophen Adnen Turnebe; er yatte ganz vergessen, daß er an diesem Tage auch noch' außerhalb seiner Bibliothek zu thun hatte,' und mußte zur Ermöglichunz der Hochzeitszeremonie mit sanfter Gewalt seinen Büchern entrissen werden. '' Ter gelehrte Abbe Goujet (1697 bis

1767) starb aus Schmerz über den Verkauf seiner Bücher, zu dem ihn seine miß'icheVermögenslage genöthigt hatte. Gleichfalls aus Schmerz über den Ver-

lust seiner Bücher starb 1564 der be

rühmte Botaniker Dr. Jacques Gongil.

der seine Bibliothek während der Unruhen der Liga bei einer Plünderung verlor. Der Schriftsteller und Bibliotbckar Colnet du Ravel (1768 bis

1832) starb aus Gram, weil er nach

der' Plünderung des erzbijchostichen Valäis in Varis die Bücher, dieses Hau-

ses. die er einst im Auftrag des Kardi-

nals Feich geordnet und kataloglstrt hatte, die Seine hinunterschwimmen seben munte. Ein italienischer Fürst

Camerata erschoß sich um die Mitte des vorigen Jahrhunderts gleichfalls aus Schmerz über den ihm durch mißliche Verhältnisse auferlegten Verkauf feiner Bücher. Ein anderer adeliger Bücherliebhaber dieser Zeit, ein Graf Lobe Dovere. batte einmal in einem Augen-

blick des Unmuths seine ganze kostbare

Bibliothek verkaust; nachher brachte er den Rest seines Lebens damit zu. bei allen Versteigerungen herumzulaufen und um schweres Geld die einst verschleuderten Schätze wieder zusammen-

zukaufen. Von seltsamer Tragik war das Ge

schick eines reichen Amerikaners. Bryan, der einst der Arsenal-Bibliothek in Paris eine Sammluna kostbar aebundener

Werke der romantischen Schule zum

Gescüenk aemack hatte, darunter u. a.

eine auf 15.000 Francs abschätzte, herr

lich ausgestattete Ausgabe von Viktor r.. o cn as Ss CO ?.-. " ff ?rIrt

jyucUi Jiuilc uuic -uus. vmii

Jahre später wurde dem Borsteyer dieser Vibliotbek. de Seredia. gemeldet.

daß ihn ein älterer, ärmlich aussehen-

der Herr zu sprechen wünsche. Es war

Bryan, der nichts weiter iagte ais: Ich möchte meine Bücher wiedersehen!'' Man brockte ibn vor die prächtigen

Bände, und als er Notre Dame de Paris" und Paul et Virginie." die

Prachtstücke stx Sammlung, ourcyvmtterte. betrachtete er sie mit so eigenthümlichen Blicken, daß de Heredia daran dackte. er wolle sie sich vielleicht

wieder aneignen. Es geschah aber nichts dergleichen, vielmehr entfernte er sich schweigend. Zwei Tage später kam die Nachricht, daß Bryan sich erschossen hatte; sein Besuch auf der Bibliothek

hatte nur den Zweck gehabt, nocy einmal vor seinem Tode die schönen Vü-

cher sehen zu können, deren Besitz einst

sein tolz gewesen war. Die seltsamste Todesursache aus Vü

coerliebbaerei war die. an der ein

MarquiZ de Ehalabre starb; er starb

nämlich aus Aerger darüber, oatz er fiel) eine kostbare Bibelausaabe nicht ver-

schaffen konnte, die es in Wahrheit gar

nicht, gab. sondern mit der ihm nur der

witzige Charles Rodler einen Aaren

WsSNdMM - FKtzWöKR.

vandalia Qne.

Lögang

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