Indiana Tribüne, Volume 29, Number 154, Indianapolis, Marion County, 22 February 1906 — Page 1

OO jgsÄS?öSsan92sa 5 Cac- und g onntagsblatt 5 flOepcr Woche.' z &33S3333S3 MS?SS piSO Caac und s F 4 ll . Ll i viiiiim;yiaii u A XOt per Woche. 9 8 S Vj ' U-iJ i H V 4 Ä??c5?'??k Erscheint fedon Nartzrnittag. Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Donnerstag, 22. Febrnar 190. No. 154

iM XX H HM rNYfl

k-O r-fC")

1HV

1

.

1mi - V U nX

i

m

H

Kl- J i.,. '

. I V vw

f V w -Cf w w

V Vä V.

fc f V i

f

Patriotische Feier. Die Mitglieder deZ Deutsch. Amerikanischen Vetera. n e n V e r e i n S traten Donners tag Vormittag 11 Uhr in voller Stärke vom Deutschen Hause ab unter Voran tritt deZ vom Regiments Tambour Kameradsprengpfeil geleiteteuTromM' ler.ChorZ ihren Marsch durch dieHaupt. ftraßen der Stadt nach der .Courthouse Yard" an, um dortselbst zur Feier d:S Geburtstages Georg Washington'S den üblichen öhrenSalut von 45 Schüffen abzufeuern. Die Artillerie.Abtheilung bestehend aus den Kameraden Adolph Ruth, Kommandeur; John Michelfelder, Wilhelm Steieit, Joseph Stephan, Wil. Helm Buscher und Adolph Weidle entledigte sich ihrer Aufgabe in einer sol chen Weise, daß man trotz der grauen Köpfe active junge Soldaten vor sich zu haben glaubte. Punkt 12 Uhr erdröhnte der erste Schuß und in genauen Zwischenräumen von je einer halben Minute folgte Schuß auf Schuß, bis alle 45 Kartuschen verschossen waren. Die Lafette sowie die Protze deZ benutzten Geschützes, welches den alten Soldaten im Jahre 1871 von dem ver storbenen Kameraden John Stumpf, Vaters der Frau Charles I. Trümper, geschenkt wurde, waren mit Fahnen festlich flefchmückt. Nach Beendigung deZ offiziellen T(:i !e5 traten die Veteranen den Rückmarsch nach ihrem Haupt Quartier, dem Deutschen Hause, an, wo die Frauen des Vereins für das leibliche Wohl der Kameraden- in fürsorglicher Weise be dacht gewesen waren. Mit.einem recht .gemüthlichen CommerS fand die pa triotisch! Feier ihren Abschluß.

Plötzlicher Tod. W. I. Grose, der seit dem 25. Au. guft 1905 sich in dem Lorraine Hotel aushielt, wurde Donnerstag Morgen todt auf einem Stuhle fitzend in seinem Zimmer aufgefunden. Grose kam von New Jork hierher und war als Agent einer Cisenwaaren Großhandlung beschäftigt. Früher von ihm gemachten Aeußerungen nach, ge hört er einer angesehenen Familie New Vor!' an; er war ungefähr 76 Jahre alt. ' Die Todesursache war anschet nend ein Herzschlag. Der Coroner wird eine Untersuchung anstellen. Frecher Raub. Als Dr. Charles Houtz am DonnerS tag in früher Morgenstunde auf seinem Wege zum städtischen TiSpensarium die Ecke der Bloomington und Market Str. pasfirte, sprangen plötzlich zwei Kerle auf ihn zu und verlangten mit vorge haltenen Revolvern S2 von ihm. Dem unbewaffneten Doctor blieb nichts an deres übrig, als die verlangte Summe herzugeben, worauf ihm befohlen wurde, sich schleunigst zu entfernen. Merkwürdig ander Geschichte ist, daß die Räuber mit $2 zufrieden waren, obgleich sie sahen, daß Dr. Houtz be deutend mehr Geld bei sich führte. Viel leicht waren die Räuber ein paar arme Teufel, die aus Verzweiflung zum er gen Male die Verdrecherbahn betraten, da sie sich offenbar wie Neulinge in ihrem gefährlichen Handwerk benahmen. Ein Telephon. Mädchen der alten Telephonqesellschaft benach. richtigte gestern die Polizei, daß Je. mand aus dem Comptoir der N. F. Dalton Lumber Co. durch den Fern sprecher unanständige Redensarten ge führt habe. Die Beamten Morgan und Samuels untersuchten ie Sache und fanden, daß ein Gauner durch die Vorderthür deZ genannten Lokales ein. gebrochen war. Da er das Auftauchen der Radlerpoliziften schon in der Ferne bemerken konnte, kniff er bei Zeiten durch ein Hinterfenfter auS, das er mit einem Instrumente zerschlagen hatte. Die Polizisten meldeten den Vorfall in der Wohnung deS Herrn Dalton, der von dem Geschehenen nicht die geringste Idee hatte. AuS dem Geldschranke, der sffen stand, war nichts entwendet worden.

Ein Watcrloo

wird porchkletterer von fronv men Schwestern bereitet. Er'muk beutelos' fluchten. Die Schwestern der St. Joseph Industrial Schule, 725 Süd Alabama Straße, benachrichtigten gestern die Polizei, daß jemand in dem Hause sei. Der Gauner hatte die Porch erklettert und war durch ein Fenster in das In nere gedrungen. Er hatte jedoch kaum sein diebisches Handwerk begonnen als er von 2 Schwestern, die zufällig in das obere Stockwerk kamen, an seinem Vorhaben verhindert wurde und das Weite suchen mußte. In der Seglet tung der Beamten wur)e eine Haus durchsuchung angestellt und konftatirt. daß nichts entwendet worden war. Die Schwestern konnten eine genaue Be schreibung deS Einbrechers geben, und wird eS hoffentlich der Polizei gelingen, denselben in Haft zu nehmen. Massenverwalter verlaugt. Alonzo I. Bicknell verklagte die American Rodleß Endgate und Manu facturing Company auf Anstellung eines ReceiverS. Bicknell ist Aktionär der Gesellschaft mit Aktien im Betrage von $2000. In letzter Zelt seien die Geschäfte der Firma zurückgegangen und die Company sei in verschiedene Klagen verwickelt. Augenblicklich schwebt eine Klage auf Bezahlung von $500. Um sich nun gegen Verluste zu schützen fordert der Kläger die An fiellung eincS ReceiverS, der den EeschäftSgang der Firma beaufsichtigen soll. Die Union Trust Company wurde als solcher vorgeschlagen. Wichtige Entscheidung. H. C. BrooS. Agent der AdamS Expreß Co., wurde gestern vom Poli zeirichter Whallon zr.r Zahlung von S10 Strafe verurtheilt, weil er sich ge weigert hatte, ein Packet an George Parks. 924 Congreß Straße, abliefern zu lassen. Der Grund der Weigerung war, daß die Wodnuna Parks außerhalb des DistrictS belegen ist, in welchem di Expreßgesellschaften Packete unentgelt !ich liefern, und daß die Sendung deS PacketeS von außerhalb der Stadt in ihre Geschäftsräume die vom Gesetz vorgeschriebene Ablieferung bedeute. Parks bestand jedoch auf Ablieferung in seiner Wohnung und ließ Brooks verhaften. Richter Whallon entschied zu seinen Gunsten. Da die Entscheidung für die ver schledenen Expreß Gesellschaften eine sehr wichtige ist, indem eS sich für sie dabei um Dollars und Cent? handelt. wird von ihnen gegen dieselbe Beru fung an ein höheres Gerücht eingelegt werden. - Einbrecher mit reicher Beute entkommen. Einbrecher statteten gestern der Woh nung des ChaS. Paul, 2120 Ost Michigan Straße, einen Besuch ab und sind mit reicher Beute entkommen. Mit einem Dietrich öffneten sie die Hinterthür der Wohnung und gelang ten in das Innere, wo sie mit eifrigen Händen ihr diebisches Werk begannen. Ein Dutzend silberner Messer und Gabeln, 1 Dutzend Eßlöffel, 2 goldene Ringe, 1 einfacher Ring, 2 Rafirmesser und eine Halskette wanderten in die Hände der Diebe. Nachdem sie. alliö zusammengerafft und ein Meer der größten Verwüstung angerichtet hatten, suchten sie unbehelligt das Weite.- Eine Frau Heiman, 527 Jefferson Ave., will 'zwei Männer auf der hinteren Porch gesehen haben, und konnte den Beamten eine genaue Beschreibung der Gauner geben, die vielleicht zur baldi gen Verhaftung führen wird. Geo. A. Remmetter, 224 Nord Pine Str. Dunkles und helles Capl tal City Bier stets bei mir zu haben.

Männerchor-Maökenball. Erwartungsvoll sehen die Mitglieder

deö Indianapolis Männer ch o r Freitag, den 23. Februar, ent gegen, an welchem Tage der jährliche Maskenball stattfindet. Nach den groß, artigen Vorbereitungen zu urtheilen, werden diese Erwartungen nicht ent täuscht werden. Als Dekoration des SaaleS sind die brillanten orientalischen Scenerien, welche vor einigen Jahren so großen Anklang fanden, wieder zur Verwett dung gekommen. Herr JameZ Slip per von Chicago hat dieselben in künft lerischer Weise zu deren Vortheil ver ändert; prachtvoll sind die durch diese Veränderungen hervorgebrachten neuen Effecte der elektrischen Beleuchtung. Eine Menge von blühenden Bäumen, Palmen und Farren find in geschmackvoller Weise überall placirt, ohne dabei den Eindruck deS UeberladenseinS her. vorzurufen. Japanische Laternen sind für die Beleuchtung deS FestsaaleZ zur Verwendung gekommen. Die Regel, daß alle Mitglieder im Alter von unter 50 Jahren in Kostüm erscheinen müssen, ist auch diesmal wie der in Kraft; Domino werden nicht erlaupt fein. Das Souper wird um Mitternacht fcrvirt werden. Das GesammtComite, welches die Arrangements in Händen hat, besteht aus den folgenden Herren: Actives Flur . Comite -John P. Frenzel Jr., Marton Traub. O. P. Deluse, Theodore Schmidt. Robert E. Sweeney, Herbert Bertermann, Blaine H. Miller. Wm. A. BogarduS. Ehren Flur . Comite Bement Ly' man, Vorsitzender; A. M. Gloßbren ner, Joseph E. Bell, John I. Appel, O. P. EnSley, Joseph Keller. Edwin Hendrickson, Otto N. Frenzel. ArrcngementZ.Comite Charles H. Adam, Vorfitzender; Fred. I. Mack, Ed. Berteimann, Charles Off, A. C. AyreS. F. L. Reißner. F. H. Krauß. George Strebel, Henry Jungclaus. EmpfangS.Comlte JukiuS Keller, Vorfitzender; F. P. Rufh, Dr. Henry Jamefon, H. O. Thudium, Hon. C. W. FairbankS, Robert Nix. William M. Jillson. A. M. Kühn. F. C Gardner, Ernst F. Knodel, John T. Brush. George Alig. Fred ,Jrhnley, Franz Bellinger. John Rauch.' William F. Kiemeyer, John Schumacher. Pb lip Goetz, AloiS Geiger, Lorenz Schmidt. Charles R. Balke. I. A. Lemcke. Charles C. Williams, I. I. Herman, Peter Frick, Ed. G. Brink meyer, I. H. Ballmann, Louis Holl weg, Herman Lauter, JameS L. Keach, H. ttetteman, H. H. Hanna. Max Leck ner. Hon. Charles A. Bookwalter, C. E. Emmerich, H. W. Bennett, Fred. Francke. Albert Lieber. Armin C. Koehne, Adolph Scherrer, Fred Noelke, August Hook, Edward HawkinS, John Bertermann, Franz HapperSderger, C. H. Yeagle, George A. Gay, Hugh I. McGowan, William P. Jungclaus. E. C. Dolmetch, ' Joseph C. Schaf, Gustav Pohlman. Carl H. Graf, Jul. Schuler, William Mooney, John W. Schmidt. A. I. Meyer. P. I. Hauß. C. G. Weiß. . 3(1 vohl rnr Spak. Die. kürzlich vom Stadtrath ange nommene Ordinanz, welche dem Iran ceö Power Cobb Home für verlaufene Hunde und Katzen $3000 jährlich aus den als Hundesteuer collectirten Beträ. gen zuweift, wird allem Anschein nach von strgermeister Bookwalter nicht er?. .st genommen. Er ist noch un schlüsfig, ob er dieselbe unterschreiben wird oder nicht; jedenfalls will er erst wissen, zu welchem Zweck das Geld ei gentlich verwendet werden soll. Die Ordinanz wurde dem Stadtrath bereits vor einem Jahre vorgelegt. Da malö betrachtete man die Sache als Spaß und war von derselben nicht mehr die Rede, bis sie auf einmal wieder auf. tauchte und auch fast ohne Debatte an genommen wurde. In der Nachbarschaft deS Hunde und KatzenheimS wohnende Leute proteftiren schon lange gegen dasselbe, ohne daß von der Stadt auch noch Gelder zu des sen Unterhalt bewilligt werden.

Streik oder nicht Streik?

Die Vertreter großer Industrien in Indianapolis und Jndiana find üngft lich bemüht, große Kohlenvorrüthe ein zulegen, da sich allgemein das Gefühl der Unsicherheit wegen des in Aussicht stehenden Streikes der Kohlengrüber mehr und-mehr geltend macht. Die Erlangung größerer Quantitäten von Kohlen ist augenblicklich mit großen Schwierigkeiten verknüpft, da die Sifen bahnen, die den Transport der Kohlen in der Hand haben, zuerst für sich selbst sorgen und alle erreichbare Kohle zu nächst für sich mit Beschlag belegen. Als eine Folge hiervon ist der Preis der Kohlen für Dampfkessel'Feuerung, wo auf sofortiger Lieferung bestanden wird, um 15 bis 25 Cents per Tonne in die Höhe gegangen. Die Indianapolis Gas Co. und die Indianapolis Wasser Co. haben genug Kohlen an Hand, um für den Fall, daß wirklich ein Streik eintreten sollte, den Betrieb eine Zeit lang aufrecht zu erhalten. Inhaber kleiner Fabrikbetriebe und Privatleute sehen den kommenden Din gen mehr philosophisch entgegen; die Nachfrage nach Kohlen von dieser Seite ist bis jetzt nicht über das normale Maaß hinausgegangen. Ob nun wirklich ein Streik der ttoh lengräber eintreten wird, ist noch gar nicht gewiß. Sekretär Wilson der 5?ohlengrSberUnion reifte Dienstag Nacht nach Pittsburg, um dort mit Präsident Mitchell, Vice Präsident Lewis und fi. L. RobinS von der PittSburg Coal Co. zu einer Con ferenz zusammen zu treffen, in welcher über Maßregeln zur Abwendung eines Streikes berathen werden soll. Offiziell erklärte Sekretär Wilson vor seiner Abreise, daß er nach PittS bürg reise, um mit Präsident Mitchell zu versuchen, die durch den DistrictS Präsidenten Dolan dortselbst hervor gerufenen Schwierigkeiten auSzuglei chen. Ob eine nochmalige Convention der Kohlengrüber im nächsten Monot ein berufen werden wird, hängt jedenfalls von dem Resultat der PittSburger Conferenz ab. -MM Am unrechten Ort. Jette Shephard, 21 Jahre alt, 502 West 30. Str. wohnhaft, wurde ge fiern von den Beamten Johnston und Anderson verhaftet,' weil er zwei Mäd chen im Alter von 14 und 15 Jahren zu verführen suchte. Er hatte sie in die Germania Halle geführt und ver langte geistige Getränke für die m men Dinger. Er mußte zu seinem Leidwesen bald erfahren, daß er den Ort schlecht gewählt hatte, denn sowie Herrn Victor Jose'S Amerksamkeit auf das Trio gelenkt wurde, benachrichtigte er sofort die Polizei per Telephon. So kam eS, daß dem Bengel anstatt der bestellten Getränke zwei stämmige Blauröcke servirt wurden, die den Don Juan direct nach der Polizeiftation brachten. Auch die Mädchen mußten dahin folgen. Dann wurden die Eltern der jungen Dämchen herbeigerufen, und auf das Versprechen, ihre Kinder zu gegebener Zeit vor Gericht zu bringen, ließ man die beiden Mädchen in ihrer Obhut. Hoffentlich werden die Eltern nich versäumen, ihre Göhren durch eine Dofis ungebrannter Asche davon zu überzeugen, daß sie für kommende Zei ten das Sprüchwort: Wenn Dich die bösen Buben locken, k. zu beherzigen haben. Rene Inkorporationen. Folgende Gesellschaften, reichten beim Staatssekretär ihre JncorporationS. Papiere ein: Die Morning Hour Mining Co in Evansvllle. . Capital $40,000 Direktoren: Jeppe Bertelsen, W. H Vcllmar, W. A. Leggeman, Dr. I. R Mitchell. I. I. KoSby, Dr. I. S. Beeler und Somuel Thompson.

Cauit die BONANZA.

Polizeiliches. D 1 1 Gesundheitsbeamte I. N. Gold,

verhaftete gestern den Neger Jas. Boyer. 53 Jahre alt, 1253 Nord Se nate Ave., weil er Unrath innerhalb der Stadtgrenze abgeladen hatte. D e r Bettler Frank Coleman, 53 Jahre alt von Cincinnati, Ohio, wurde gestern von dem Polizisten Green auf rifcher That ertappt und hinter fchwe difche Gardinen gebracht. Fred Blackwell, 1425 Co umbia Avenue, hatte in der Wirth chaft des W. Bruning an der Ccke der Maryland und Missouri Straße einen Wortftreit über einen Pferdehandel Frank Polland mischte sich in das Ge präch und wurde mit Blackwell Hand gemein. Pouand zog em NanrmeNer, VelcheS er an sich führte und brachte Blackwell einen Schnitt in den Hals bei. Der Verwundete wurde von Dr. Crofe, 219 West Washington Straße verbunden, welcher konstatirte, daß die Nerwung gefährlich sei, jedoch keine ed leren Theile verletzt wären. D c r 16 j ä h r i g e Nathan New man, 710 Süd Weff Straße, hatte sich mit seinem Bruder geprügelt. Sein Bruder Henry ließ einen Haftbefehl gegen ihn ausstellen und die Beamten Lund und Hall beförderten denselben zur Polizeiftation. M. Clark. 54 3afi alt. 319 Nord Liberty Straße wohnhaft, wurde von dem Polizisten Anderson hinter schwedische Gardinen gebracht, weil er sich ziellos auf der Straße herumtrieb. D e r Polizist Stoddard brachte ge ftern den 30-jährigen Farbigen Robt. Hull. 867 St. Paul Straße, hinter Schloß und Riegel, weil er sich ziellos auf der Straße herumtrieb. Die Beamten Gerber und Larfh und JoneS und Quack sperrten gestern den 14jährigen William HineS, 103 Wilmot Straße und den 0jähri gen JameS Chander wegen Herumlun gernS auf der Straße ein. HineS wurde unter eine Bürgschaft von S250 gestellt, da er der Polizei verdächtig ist. Der 19-jährige Neger Robert EvanS, im Hinterhause 927 West 25. Straße, wurde gestern wegen Klein diebstahlö von den Beamten Melchile und Lawlor verhaftet. EvanS sollet nen Hund gestohlen haben. Nach einer Untersuchung stellte eS sich heraus, daß er falsch beschuldigt worden war, wo raus er wieder freigelassen wurde. Die Beamten Stewart und Doherty brachten gestern den 24jähri gen Clären EvanS, 112 Süd Dela wäre Straße, und den 27jührigen JameS Savage, der 1536 Columbia Avenue wohnt, zur Polizeistation, weil sie die Warnungslaternen von geführli chen Plätzen der Fahrstraßen entfernt hatten. Seele und Herz. Der Volksmund verlegt noch immer den Sitz der Seele in das Herz. Die Erklärung für diese Volksansicht. die a insofern nicht zutrifft, als die seelischen Vorgänge im Gehirn sich abspielen. ist- leicht: Das Qerz nimmt an allen, seelischen Erregungen theil unö wir bemerken die Beschleunigung oder Verlangsamunz des Pulses, däs starke Pochen oo:r auch das momentane Strllstehen des Herzens bei starken seelischen Veränderungen. Soweit ist die Sache einfach. Aber die Frage ist immer gewescn. ob denn die seelischen Erreaun gen auch auf das Herz materiell einWirken können. Diese Frage bejaht Dr. L. R. Müller, der Oberarzt des städtischen Krankenhauses in Augsbürg. Die Erklärung leite! er aus der bekannten Erscheinung ab, die wir auch an anderen Theilen des Blutgefaßsystems bemerken. Wir erröthen" im Zorn und erblassen" im Schrecken, im Schmerz, d. h. die Blutgefäße in unserer Haut ziehen sich krampfhaft zusammen oder werden plötzlich erweitert. Man sei berechtigt anzunehmen, daß der gleiche Vorgang sich an den Gefäßen des Herzens abspielt. Die Verengerung dieser Gefäße aber kann sowohl im Augenblick als auch bei 'öfterer Wiederholung dauerndeVeränderungen in der Ernährung des Herzmuskels zur Folge haben. . So wirkt also direkt, aber sehr ausgesprochen die seelische Stimmung auf. daS' Herz ein.

Nachrichten aus Jndiana. Elisabethtown, 21. Febr. Forreft Clwood von hier wurde in Greencastle von einem Zuge der Van dalia Bahn überfahren und sofort ge tödtet. Der Verunglückte war 35 Jahre alt und unverheirathet. F r a n k f o r t, 21. Feb. Father I. W. Harrison, der HülsöThürhüter während der letzten Sitzung der LegiS latur war so leichtsinnig, Petroleum in ein Feuer im Ofen zu schütten. Schwere Brandwunden am Arm und im Gesicht waren die Folge. Terre H a u t e, 21. Febr. Ein Zuckerwaaren Händler, der wegen Uebertretung der SonntagSGesetze ver haftet und angeklagt war, wurde von den Geschworenen freigesprochen. De Proceß gegen einen CigarrenHündler wegen desselben Vergehen? ist noch nicht

beendet. R i ch m o n d, 21. Febr. Seit einigen Tagen wurden hier mehrere Kinder von einem unbekannten Manne in verbrecherischer Weise . anaeariffen. Die Polizei hat des Hallunken noch nicht habhaft werden können, trotzdem sie eine gute Beschreibung der Persön lichkeit desselben in Händen bat. F o r t W a y n e, 21. Feb. Mayor Hosey gab heute bekannt, daß die Un tersuchung der Bücher deS früheren Sekretärs der Wasserwerks Behörde William Urbahn und feines Assistenten Joseph A. Biemer ein Deficit von 91800 aufgedeckt bat. Die beiden Beamten sollen darüüber zur Rechen schaft gezogen werden. B a l p a r a i so, 21. Frbi. Auf dem Rückwege von einer Hochzeitsfeier verlangten Joseph NeyeZkinki und einige seiner Freuude von dem Grocer O. I. Sackman in Burdick Schnaps. Als ihn dieser verweigert wurde, griff NeyeSkinki den Händler mit einem Hammer an und richtete ihn Übel zu. Der Raufbold wurde verhaftet. S h e l b y v i l l e, 21. Febr. Die dreijährige Mary Dahoe fiel mit einem Stück Glas im Mund und schnitt sich dabei die Zunge beinahe ab. Der Arzt war kaum im Stande, die Wunde zuzunähen, da das Kind seinen Be mühungen enerischen Äiderftand ent gegensetzte. Der Blutverluft war so groß, daS für das Leben deS KindeS gefürchtet wird. Greentown, 21. Febr. Die hiesigen Behörden haben beschlossen, die Geschäfte der Ortschaft mit so wenig Unkosten als möglich von jetzt ab zu besorgen. DaS Gehalt deS ClerkS ist auf 50 Cents per Woche festgesetzt, die Mitglieder der Schulbehörde sollen 82 per Jahr erhalten und der Marschall, der zugleich Straßen-Commissär ist, muß mit Sl Per Jahr zufrieden sein. Der Clerk hat sein Amt sofort aufge geben, doch hat sich ein Nachfolger für ihn bereits gefunden. L a w r e n c e b u r g, 21. Febr. Ein junger Erfinder wird wahrfchein lich das Opfer seiner eigenen Erfindung werden. Der 18jährige Warren Mit chell konftruirte einen hölzernen Rah men, der 3 Fuß über dem Eis um den Körper getragen den Schlittschuhläufer beim Einbrechen vor dem Untersinken bewahren sollte. .Beim Probiren seiner Vorrichtung fiel Mitchell und fuhr mit dem Kopf zuerst durch das Eis in' Wasser. Der Rahmen verhinderte ihn, sich freizumachen und als Hülfe kam, war er nahezu ertrunken. Da Mitchell außerdem durch den Fall einen Schä delbruch davontrug, wird an seinem Auskommen gezweifelt. P r i n c e t o n. 21. Febr. Der in Barton Township ansässige Farmer Charles May tödtete sich durch einen Schuß in den Mund; der ganze obere Theil des Kopfes wurde weggerissen. Vor ungefähr einem Jahre starb die Frau deS Unglücklichen und hatte er seitdem Spuren von Schwermuth ge zeigt. Vor Begehung der That verab schiedete er sich in zärtlicher Weise von seinem kleinen Sohne und ging dann in den Garten, wo 'er einen Faden am Abzug deö Gewehres befestigte- und dann dieses durch einen Druck mit dem Fvhe abfeuerke.