Indiana Tribüne, Volume 29, Number 153, Indianapolis, Marion County, 21 February 1906 — Page 7
Jndiana Tribüne, 21. Februar 1006.
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.yWT7VTTTrJVTT7immV (Fortsetzung.) 18. Kapitel.
in zweiten Sommer seiner Ehe
gmz Erich, wenn auch nur N?iderwilliq, in das Manöver,
das ihn weitab in's Posensche führte. Er ließ diesmal sein junges Weib ungern allein. Nach anderthalb Jahren des Harrens sollte eine schöne Hoffnung ihrer Erfüllung entgegengehen. ' Ter Dienst rief,, aber mehr als je blieb sein Herz zu Haus zurück. Er war nachdenklicher und schweigsame', als sonst, in den Quartieren entsprach er wenig jener Sorte von liebenswürdigen Tespoten, die die Quartierwirthe in den Manöveroffizieren zu sehen erwarten. Als sein Regiment nach anstrengenden Märschen eine dreitägige Ruhepause erhielt, benutzte er die Zeit, um Urlaub zu erbitten und auf zweistündiger Bahnfahrt die Stadt zu erreichen, in der Hans Wilhelm Lehre? war. Millauen lag in einer flachen, völlig reizlosen Gegend. Weideplätze, Kartoffel- und Roggenfelder bis an den Horizont, den höchstens eine schmale Kiefernwaldung umsäumte. Nicht einmal die melancholisch stimmungsreiche Eintönigkeit der norddeutschen" Ebene bot sich hier, der Anblick war einfach langweilig. Schon auf dem Bahnhof ward Erich Bescheid gesagt. Der Gymnasiallehrer Doktor von Hacke schien eine bekannte Persönlichkeit zu sein. Als er vor dem Hause stand, einem gelblichgrauen, zweistöckigen Bau mit glatten Fensterreihen, ohne den geringsten Zierat von Balkon oder Erker, mit dem breiten, ausgetretenen Thoreingang und der etwas winklingen. dunklen Treppe, wollte sich dem verwöhnten Mann das Herz zusammenziehen. Ihm war. als könnte er diese Treppe nicht wieder hinuntergehen, ohne den hierher Berschlagenen mit fies) fortzunehmen. Keiner paßt schlechter hierher als er! dachte er erbittert. An der oelben Entreethür war eine Truckklinzel. Hans Wilhelms Visitenkarte hing daneben. Auf Erichs Klingeln verstrichen einige Sekunden, dann näherte sich ein Männerschritt, und 5)ans Wilhelm selbst öffnete. " Erich!- rief er. auf's höchste erstaunt. Erich griff nach seiner Hand. Wilk?elm. alter Junge! So muß man Dich suchen!" Hast Du denn so schrecklich nach mir gesucht?" gab Hans Wilhelm zurück. Es war sein altes Lächeln, aus Humor und Ironie aemischt. das seine Züge überblitzte. E: zog Erich in den Koriidor. Tu kommst gerade zurecht, meinen Tessertkaffee mit mir zu trinken." sagte er. Ein Getränk eigener Bereitung, daher nicht zu verachten. Bis um Vier
habe ich Zeit für Dich, also zwei volle
Stunden. Nachher kommen Privat schüler zum Nachhilfeuntericht."
Sein Arbeitszimmer lag gegen Osten. Durch die geöffneten Fenster
Zam von einer Nachbarwiese Heugeruch herüber. Erich fühlte sich durch den
Anbfr der ven ihm bot erl-tert
In diesem Zimmer, trotz der niedri-
gen Decke und der schmalen Fenster,
wohnte etwas Persönliches in vollster Ausprägung. Zwar war der Gesammteindruck ein strenger, fast nüchterner.
Aber die Anordnung guter Kupfer-
stiche an den Wänden und der große
Schreibtisch mit ein paar Vronzelunst
werken zeigten die Hand des Aesthetikers. Die ??arbent'önuna der Vorhänge,
eines gepolsterten Lehnsessels und eines Lederdiwans war in Tunkelgrün ge-
halten. Tem entsprachen auch d:e,Ta pete und der Teppich.
Hier lebst Du!" sagte Erich und
sah sich cufathmend um.
Ja! Hier lebe ich!" entgegnete der
andere mir starker Stimme. Er machte eine Pause und überflog sein Reich mit den Augen. Wie er so vor Erich stand,
'empfand dieser plötzlich: der hier wur
zelte in fertigem Boden. Dem brachte man nichts mehr. Der sah aus wie
einer, der mit Vergangenem abgerechnet
hat. So, nun bewundere meinen Kaf
fee," sagte Hans Wilhelm und ging zu
einem Serviertlschazen m der. Nahe des
Ofens. Eine braune Sturzmaschine,
Tassen, Aschbecher füllten die Platte
Ich werde noch etwas nachfabriziren, vorläufig nimmst Du die erste Tasse. Aber armer Kerl, hast Du denn
etwas zu Mittag bekommen?
Erich bemhte. Er hatte auf einer Station ausreichend Zeit zum Tafeln gehabt. Der Dust des Kaffees mischt sich mit dem guter Cigarren. Erich saß auf dem Lederdiwan und sah dem ruhigen, geschickten Hantiren seines Freundes zu. Gefällt es Dir hier. Wilhelm?" fragteer. Ja," entgegnete der Lehrer, ohne sich umzusehen. Man zwingt und dressirt sich sein Leben 'eben so lan.ge, bis es einem gefällt. Vor dem habe.ich nicht viel Respekt, der das nicht kann." Ja, Du hast Deine Schüler!Natürlich! Die Jungens! Ich bin
Ordinarius der Obertertia. 'Siehst Du, Mensch, !a hat man die Schlingel vor sich, die gerade in der Entwicklung stehen. Und je verbogener, störrischer, rabiater solch ein Junge ist, desto stärker zieht er mich an, desto lebendiger kriegt er mich zu fühlen. Ich habe Freunde.unter dem Pack, sage ich Dir. Aber wirkliche Freunde, was ich darunter versiehe. Die einem nicht im Wege herumstehen, nicht aller Welt meine Tugenden in die Ohren blasen. Solche, auf die kch mich verlassen kann in dick und dünn!"
Er sagte cs mit hellen Augen. Erich war stumm dazu. Er dachte
nur immerfort: so fertig ist er. Hat all seine Thüren zugeschlossen vor uns Früheren. Und, doch ist er so treu wie
stark. Woher woher ? Wie kommt
es nur?
Hans Wilhelm kam heran und warf
sich in den Lehnstuhl. Erich gegenüber.
..So. Das war ich. Nun kommst
Du dran. Sage, wie es bei Dir aus-
sieht."
Erich gab sich einen inneren Ruck.
um zu sprechen. Aber über dem Mit-
theilen seiner Erlebnisse fiel vor seinem Geist eine Schranke nach der andern, die ihn von Hans Wilhelm trennte. Er vergaß, was er noch eben gedacht hatte:
daß sich in den Jahren der Trennung
eine Kluft gezogen hätte zwischen hüben
und drüben.
Es war der Freund wie einst, den all
sein Erleben anging wie das eigene.
- Auch von Jürgens freiwilligem Tod
sprach er und streifte flüchtig die Ur-
fache. Da kam eine jähe Veränderung
in Hans Wilhelms Gesicht. Alles Ab-
geschlossene, Harte verschwand.
Jurgen " murmelte er. Der
Junge!"
Tann wurde er lange stumm und
blickte vor sich nieder. In seinen Schläfen klopfte das Blut. .
Der Junge!" wiederholte er. Und
an solcher Narrheit! Aber freilich eine Narrheit mußte kommen, ihn zu
wecken. Und an diesem Aufwachen ist
er gestorben. Der kleine Jurgen von
Pontow."
Es blieb lange still. Erich empfand: in dieser gemeinsamen Trauer fand der Freund sich wieder zu ihm. Endlich fragte er: Warum kamst Du
nicht zu meiner Hochzeit?"
Hans Wilhelm blickte auf und lächelte. Tann legte er die kaum angebrannte Eigarre fort. Schnürchen," sagte er und ge-
brauchte bin alten Spitznamen aus der
Kade!tenzeit,'der Erich berührte, wie ein wundersamer Klang verschollener Tage. Das wollte ich einfach nicht. Du bist ein rechter Dummkopf in dieser Sache gewesen, mit Deinem ewigen Schreiben und Drängen. Ich hätte Dir eigentlich so viel Verstand zugetraut, daß Du das Rütteln an alten Geschichten unterließest. Jetzt habe ich's ja längst hinter mir. aber Donner nochmal! Man läuft doch solchen unliebsamen Erinnerungen nicht gerade absichtlich in die Arme!"
imq Ilarrie !yn an. so greisvar war die Sache gewesen, und er hatte
mcht die geringste Kunde davon? Ich weiß ja gar nichts, Wilhelm sagte er unsicher.
Der andre lachte kurz auf, nahm
seine Cigarre wieder und ging an s
Fenster.
Tanke," lag'e er über die Schulter, Du bist diskret, mein Junge. Nun aber " er wandte sich plötzlich um
und sah mit ernstem, ruhigem Aus
druck zu Erich hinüber. ' Erzähle mir
ein bischen mehr. Wie geht's denn
Deiner Schwester tn der Ehe?" Wem? Anna-Beate?" Hans Wilhelm machte eine ungedul
dige Bewegung. Willst Du mich
eigentlich schrauben, Schnürchen, daß
ich den Namen nennen soll? Meinetwegen, wenn Dir das Spaß macht:
also; wie geht es Ruth in ihrer Ehe?"
Erich riß die Augen auf. Was meinst Tu eigentlich? Ruth ist nicht
verheirathet, Wilhelm." Nicht? Ist es wieder zurückgegangen?" Was?" Ruths Verlobung." Ruth war n'e verlobt." Nun, dann sollte sie es werden
Das ist mir ja ganz gleich, ob es sich
nachher zerschlug oder nicht."-
Aber Wilhelm, was redest Du da
nur alles!" rief Erich und stand auf, Mit wem sollte denn Ruth nur derlobt werden?" Ja. das frage ich Dich," gab Ham
Wilhelm zurück. Dann kam er heran und drückte Erich auf den Sitz zurück.
Ach, lieber Junge, laß doch die ollen
Kamellen. Dir haberl sie, wie cs scheint.
diesen geheimnißvollen Bräutigam auch unterschlagen. Herrgott, es geht mich ja auch gar nichts an. was aus dieser
&aqt geworoen ist. Es war damals
die große Ernüchterung nach dem aro
ßen Rausch, und als solche hat sie ihre
Dienste gethan.
Er setzte sich wieder in den Lehn stuhl.
Uebriger.Z, Erich, wenn Du wirklich so total unwissend bist, muß ich Dir meine Vorwürfe abbitten. Dann
konntest Du ja natürlich nicht wissen
wie lästig mir Deine Einladungen
waren. -
Jetzt, Wilhelm." rief Erich stark und energisch, bitte ich um Klarheit.
Wer hat Dir von Ruths Verlobung er zählt?"
Irgend ein Fräulein bei Euch. Eine Hausfreundin. Ruths und Deines
Vaters Intime. -denke ich. Fräulein Beer? Und wann?"
Nach meinem zweiten Examen." Da warst Du in Luckmühlen?" Hans Wilhelms Gesicht verfinsterte
sich. Erich, Du bist, weiß Gott, zum Folterknecht geboren. Es ist nur gut, daß meine Haut dick und meine Nerven stumpf geworden sind. Zum zwanzig-
stenmal bitte ich Dich zetzt: laß die
Sache ruhen!"
Erich blickte vor sich nieder, er horte
kaum, was der Freund sprach. Dann murmelte er durch die Zähne, ohne ihn anzusehen: Hans Wilhelm es
konnte alles ern Mißverstandniß sein.
ein .
Das Wort: Betrug flog an ihm vor-
bei wie ein Schatten, aber er sprach es nicht aus.
Ja. es könnte." gab Hans Wilhelm
zurück.
Erich fuhr auf. Das denkst Du?"
Ich denke es heute nach Deinem
Verhalten, und ich habe es schon in den lenten Jahren hin und wieder ge-
dacht. Nicht in dem ersten Sturm. Da ist man nicht klug oder gar gerecht."
Hast Du Ruth damals gesehen?" Niemand außer dem Fräulein.
Ruth faß irgendwo und verlobte sich gerade, wurde mir erzählt. Ich käme
sehr zur Unzeit. Da fuhr mich Jürgen wieder zur Station."
Wilhelm, die Sache muß ihre. Auf-
klärung finden!" Erich glühte vor Erregung. Und wenn Du es dachtest, warum thatest Du nichts, dem Zweifel
nachzugehen? Wahrlich, Wilhelm, ich
verstehe Dich nicht!"
Darauf kam nicht gleich eme Antwort. Hans Wilhelm stand wieder
auf und fling nach dem Fenster.
Wie stark das Heu duftet," sagte er. Willst Du mir nicht antworten?" rief ihn Erich ungeduldig an. Quäler, der Du bist!" Hans WilHelm drehte sich lächelnd herum. Wenn Du etwas maßvoller und geduldizer wärst und mir nicht so brüsk an die Kehle führst, könntest Du Dir die Antwort vielleicht selbst geben. Als der Sturm vorbei war. war auch meine Liebe vorbei. Ich habe so viel damit zu thun gehabt, über dies grausame Herzeleid Herr zu werden, daß ich meine gane aber auch meine ganze Persönlichkeit dazu brauchte. Ich will an die Zeit nicht mehr denken, Erich. Die war sehr schwarz. Und als ich damit fertig war da war ich eben mit allem fertig." Erich trat zu ihm. er war blaß, und das Sprechen fiel ihm schwer.- - Wenn es sich aber herausstellt, daß sie ohne Schuld gegen Dich ist?" fragte er stockend. Tann mögen es die verantworten, die solche Teufelei anrichteten!" rief Hans Wilhelm in jäher Erregung. Sie hat mir einen Theil meines Lebens gekostet! Jetzt verstehe es doch endlich, Erich: es kann mir nichts mehr nützen. Ich bin ein ganz andrer geworden. Das kommt so. man weiß cs nicht wie. Man sieht es erst, wenn's so weit ist. Und dieser andre hat keine Fühlung und kaum noch ein Interesse für Deine Schwester Ruth." Ueber Erichs Seele ging's wie ein Frostschauder. So kalt und leer ihn diese Lebenserkenntniß an. Ein altes Volkslied fuhr ihm durch den Sinn: .Soll sich die Liebe scheiden, Und ob ein Öcrz zerbricht: Kein Wnnocr hält die beiden, Auch (rrd und Himmel nicht. Ohne Schuld vielleicht durch ein Mißverständniß, durch Verschulden andrer aukeinandergerissen in eine? einzigen, dunklen Stunde... Und dann in Leid und heißem Herzenskamps einander schließlich vergessen . . . Kein Wunder hält die beiden "
Spielt so das Leben mit dem Tod? '
Denkst Tu daran. Dich zu verheirathen?" fragte er Plötzlich, und ohne daß, er es wollte, durchklang Bitterkeit feine Stimme.
Ja." sagte Hans Wilhelm. Da
XU ooch einmal heute alle meine Kommodenfächer umschüttest, kannst Du auch das wissen. Ich gehe seit einem Vierteljahr damit um. die Tochter meines Direktors um ihre Hand zu bitten." So. Hast Du sie lieb?" fragte Erich finster.
Sehr.
.Und sie Dich
5ck weiß es nicht. 36 alaube."
Du hast ihr noch nichts gesagt?" Nein." Dann floa wieder ein Oä
cheln über sein Gesicht. Ein Viviseltor t r.' . rr ! . i r i ...
iann j einem anmaßn iuqji yarier zu Leibe gehen, als Du mir. Was willst Du nun noch hören? Wie aroß? Un-
gefähre Taxe, hundertfünfundsechzig
Centlmeter. Wie ichon? In landläufigem Sinn wenig, in meinem nicht viel i . rf r ctr in .
unier ilainzc?. ie gni? gut ooe so wenii cut wie ich selbst. Denn di
Güte des Menschen erhält nur durch die Reibunq an andern oder den 22er-
Hältnissen Form und Gestalt. Waö
nun noch?Ericü wandte sich zürn?nd ab. ..So
warst Du sonst nicht." sagte er. Und
ich kann mir nicht ccnfcn, daß Lieb die so schnell vergißt " Das laß," unterbrach ihn Han Wilhelm plötzlich mit drohendem Ernst Sie M nicht vergessen, sie ist todtae-
schlagen. Und käme ein Engel vom kimmel." ich könnte ihn nicht lieben.
wie ich einst Ruth von Pontow geliebt
yave. zo wttv, 10 irastevoll! Das kann ick nie vergessen Und ick traure
noch heute, daß diese Kraft verbluten mußte. Siehst Du. Erich, ich hätte sie entführen können und wollen. Euch
allen zum Trotz, was hatte mir das verschlagen! Ob ein Hausglück daraus geworden wäre für uns beide wer weiß das? Aber daran dachte ich doch nicht. Nur sie' erringen! Nur sie erringen! Aber sie hatte ja Seele und Sinne bei einem andern Mann. Das war die Antwort auf meine wilden, herrlichen Pläne, eine grinsende Fratze: sie hat ja nie an Dich gedacht." Er wandte sich ab und setzte sich vor seinen Schreibtisch, die Hand in das Haar vergraben. Man kann mit Lachen Tod und Leben überwinden. Die ganze Welt bedeutet nichts. Aber an dieser einen Barriere zerbrechen Kraft und Trotz und Seelenmuth. Es ist eine so fürchterliche Erfahrung." Draußen ertönte die Klingel. HanZ
Wilhelm fuhr empor. Ich müß offnen, meine Aufwärterin ist ausgegan-
gen. Und dann Mit emem Blick auf die Uhr: Das können doch noch nicht
meine Jungens sein."
. Erich blieb zurück. Die Störung kam sehr zur Unzeit. Da rief HanZ
Wilhelm im Korridor seinen Namen, verwundert kam er dem Ruf nach.
Draußen stand ein Postbote. Hier ist
eine Tepesche für Dich" sagte Hans
Wilhelm, von Deinem Regiment nachj.I il Ts cm - i. p fs r
pcjujiai. er oie inun ajicn legen. So. ist gut."
Erich kam in's Zimmer zurück, das
verhängnißvolle Blatt in Händen. Ein plötzlicher Schwindel wollte ihn ergrei-
sen. Nachricht aus der Heimath! Mit jähem Ruck riß er das Blatt auseinander. Im ersten Moment tanzten ihm die Buchstaben vor den
Augen.
Ein kräftiger Junge, echte Pontow'sche, Rasse. Schwer, aber glücklich überstanden. Alles in vortrefflicher Verfassung. Eberhard." Das war der Arzt. Noch eine Sekunde stand Erich wie gelähmt. ' Dann brach die Lbermächtige Erschütterung sich Bahn. In den Schreibtischstuhl sank er mit einem
jähen Aufschluchzen nieder und verbarg
sein Gesicht in beiden Handen. Ein Junge mein Junge " murmelte er. als müsse er die Worte
sprechen, um sie zu glauben. Hans Wilhelm hatte die . Depesche aufgenommen. Er sah hinein, bis es ihm heiß in die Augen stieg. Da stand Erich auf, er schien ein andrer Mensch geworden. Laß mich noch einmal lesen," sagte er. Und dann mit einer Stimme, in der sein Herz lag: Eva! Und sie lebt! Sie leben beide!" Beide!" Er griff sich mit den Händen an den Kopf. Ich werde ja verrückt, Wilhelm! Ich muß ja hin! Und sollte ich Erde und Himmel in Bewegung setzen. Ich muß ja doch meinen Jungen sehen. Herrgott, was sind dagegen alle Manöver. Das Wichtigste auf der Welt ist doch mein Weib und mein Junge!" aBaxytr:.''r war im Muassieoer, oer glückliche Mensch. Da faßte ihn Hans Wilhelm plötzlich an beide Hände. So lauf, Du junger Vater. Du Hitzkopf. Bist ja doch von dieser Minute an unzurechnungsfähig für mich. Nur eins möchte ich Dir noch sagen. Du hast mich selbst neugierig auf Deine beiden Götzen gemacht. Wenn Du mich hübsch einladest, vielleicht zu den 5erbstferien. dann komme ick gern!" Erich riß seine Hände los und legte sie dem Freund auf die Schultern. Er rüttelte ihn vor Entzücken. Wilhelm! Wilhelm! Hör' ich denn recht? Und zur Taufe kommst Du, bist Pathe! Pathe bist Du!Meinetwegen auch das!" brummte Hans Wilhelm. Ja und " Erich zog plötzlich die Hände herunter und sah zur Seite. Wird es Dich stören. Wilhelm, wenn auch Ruth auch Pathe " Nein." sagte Hans Wilhelm lächelnd. Jetzt gar nicht mehr. Den ersten Schritt hast Du ja doch durch Dein vorwitziges Eindrängen gemacht, nun kann ich 'so viel Ruths begegnen, als Du wünschest!" Also abgemacht! Zu den Herbstferien. Was nur Eva sagen wird! Hurrah. des Königs jüngster Leutnant!" . Er war wie von Sinnen und fuhr im Zimmer herum, seinen-Degen zu suchen. . Ruhe doch. Ruhe! Dein nächster Zug geht, erst in einer halben Stunde. Und dann, lieber Junge, eins möchte ich Dir doch noch sagen: baue etwa keine Erwartungen und Pläne auf meine Begegnung mit Deiner Schwesier." Eine rasche Wolke flog über Erichs Gesicht.
Mn, Wilhelm, ich thue, es nicht.'
Ich bin kein Phantast. In diesen Wingen gibt es kein Märchen und Wun-der.-Waö brauchst Du auch die! Du hast ja Dein Märchen zu Haus," sagte Hans Wilhelm. (Fortsetzurkg folgt.)
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