Indiana Tribüne, Volume 29, Number 153, Indianapolis, Marion County, 21 February 1906 — Page 6

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Europäische Nachrichten. Waden. Karlsruhe. Der SchwarzwaldDichter Robert. Haas. Professor an der hiesigen Technischen Hochschule, ist nach kurzer Krankheit im Alter von 58 Iahren gestorben. B ii h l. Zwischen hier und Bohlsbach stürzte der Bäcker beim Kiesfahren vom Wagen und kam unter die Räder, so daß er drei Rippenbrüche und eine Verletzung des Rückgrats davontrug. ' Dur lach. Der in den 50er Iahren stehende Hofbauer Karl Männle stürzte auf unaufgeklärte Weise in ein halbvolles Treberfaß. Seine Angehörigen fanden ihn all! 'Leiche. Er hinterläßt eine Wittwe und sieben meist noch kleine Kinder. Fribur g. Oberst a. D. Roderich, Freiherr v. Schönau-Wehr von der 2. badischen Dragonern, der von 18771887 Flllgeladjutant desGroßHerzogs von Baden und 1888-4839 noch Commandeur seines 7. rheinischen Ulanen-Regiments war, ein vorzllglicher Reiter, tapferer und populärer Offizier, der als Eskadronsführer im Krieg 18701871 ausgezeichnet wurde, ist nach zweijährigem, schweren Leiden im 67. Lebensjahre gestorben. Herrischried. Hier wurde der 64 Jahre alte Andreas Schneider, Spengler, im Dorfbach ertrunken aufgefunden. An der Stirn trug 'der Verunglückte eine klaffende Wunde, die vom Auffallen an einen spitzen Stein herrührt. Leimen. V'ärenwirth Riehm hat vor 'dem Untersuchungsrichter ausgesagt, daß die Schüsse, die er abgab, Schreckschüsse sein sollten, um die im Hofe sich aushaltenden Burschen vom gewaltsamen Eindringen in die Wirthschaft abzuhalten. Er feuerte nicht auf die L'ärmmacher, sondern nach einer Stelle des Hofes, wo er niemanden vermuthete. Das Verhängniß wollte, -daß sich der Schmied Ullrich an 'der fraglichen Stelle befand und das todtliche Blei in die Brust erhielt, SKe Aussage RiehmZ hatte seine alsbaldige Haftentlassung zur Folge. Mohr.inqen. Letztens fiel der 12jahrige Sohn deZ Vahnwarts Egloff beim Schleifen aus dem Elfe aus den Hmterkops und war alsbald eine Lelche. ' Oberachern.- In 'der Wattefabrik. von Ziegler brach Feuer aus, dem' das Fabrikgebäude zum Opfer ftel. Die Bureauraumuchkelten und das Magazin , konnten gerettet werden. Der Schaden ist dennoch em recht bedeutender, da sehr werthvolle Maschinen vernichtet wurden. Plentersoach. Der seit langerer Zeit vermißte Steinbrecher Karl Rupp von hier wurde in der Kreuzklinge", einem sehr dichten Tannenschlag?, gar nicht weit vom Dorfe, er hangt aufgefunden. Sonderrreth. In einem Steinbruche ist der 20 Jahre alte Sohn des Michael Kempf tödinch verunglückt. ?IheZnpfc,rz. D u n z w e i l e r. Bei einem Grubenunglück in Dechen erlitt der Bergmann Karl Glaser von hier sehr schwere Verletzungen. Kürzlich erlag er diesen nun: er hinterlaßt erne Witt we mit zwei Kindern. Hohmuhloach. Letztens verfolgte 'der Schreiner Otto Scherer den hieslgen Polizeidiener Agne, als dieser Feierabend bot, durch das ganze Dorf und in dessen Hof. Hier griff er ihn sogar an. Als der Polizeidiener um Hilfe rief, kamen seine beiden Söhne herbei. - Scherer versetzte einem derselden, 'dem 22 Jahre , alten Friedrich Agne, einen tiefen Messerstich in den Leib,' so aß die Gedärme hervorquollen. Scherer wurde verhaftet. Hinterweidenthal. Der Tagner Georg Lipps von hier wurde von Arbeitern in 'der Wieslauter todt aufgefunden. . Kaiserslautern. Kürzlich soll der Arbeiter Gustav. Engel aus Marrenthal, der linier dem Verdachte, seinen Vater ermordert zu haben, im hiesigen Untersuchungsgefängniß sitzt, ein Gestandniß abgelegt haben. N e u si a d t. Das Spielen mit einem Revolver hat hier über zwei Famitten großes Leid gebracht. Der 13jährige Sohn des Musikdirektors Krumbholz nahm den Revolver seines Vaters aus der Schublade und zeigte ihn dem glelchaltngen Sohne des Weinkommissionärs Friedrich Weißmann. Dleser soll nun im Scherz ge äußert haben: Schieß mal auf mich!", worauf der Erstere die .Waffe, ebenfalls im Scherz, nach ihm richtete. Im selben Moment krachte ein Schuß und der junge Weißmann brach blutüber strömt zusammen. Die Kugel war ihm Mitten in die Stlrn gedrunqen. Trippstadt. Verunglückt ist zwlschen demOrte Hochstatten und Jo hanniskreuz der 53iährige Schreiner Karl Voll von hier. Er war mit dem Fuhrmann Heinrich Reckel nach Hochstatten gefahren, rn der Nacht erst kehr ten sie heim, das Gefährt gerieth un terwegs eine etwa vier Meter hohe Bö schung hinunter, der Wagen fiel auf Voll und dieser wurde sterbend, darun ter hervorgezogen. Als man ibn seiner Frau nach Hause brachte, war der Tod bereits einaetreten.

Indiana Tribüne

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''T ' TX." ' U T'y :y:- Ar,. i'-iV'-j-; v -.-.v- ;. - .fr j, tsh-'- ' i 00--0---C &-0--0-0--0 ? PiUicniin Uv. 20 l on r . v 0 VL 41. n 11 l' n )H H Q--Q-m Q-m-$,- &-& Q--Q Q-m-Q-m-&&m 0 er Arzt hatte seine letzte Abendrund: gemacht; ich drehte das Gas herab und ordnete die Patientinnen zur Nachtruhe. a klangen durch den 5iorridor hastige Schritte, mit einem Nuck wurde die Thür nochmals aufgerissen, und Doktor Füller brachte für das einzige noch leere Bett in letzter Stunde noch eine Patientin, von Schwester Cäcilie begleitet. Mrs. Thomas." stellte er sie vor Ich verneigt mich, doch die elegante junge Dame blickte mit ihren großen kohlschwarzen Augen nur stumpf vor sich hin. Ein kleiner Schlaftrunk. Schwerer Iris, sonst zunächst nichts, ich komme morgen, erste. Runde. Gute Nacht." Ter Arzt ging, und Schwester Cacilie und ich begannen, den neuen Ankömmllng zu entkleiden. Sie war -von oben bis unten kostbar angezogen, trug schwere Seide und feine Wasche mit einem großen in weißer Seide gestickten Lillian." Während deZ Ausziehens verhielt sie sich ruhig und still, ab:r als ich ihr ein Pompadour aus der Hand nehmen wollte, umklammerte sie es krampfhaft und sah mir herausfordernd in's Cesicht. Da es aalt, die Patientin Nicht aufzuregen, ließ ich es ihr, auch als sie in's Jett ging. Arme iunae Frau sagte Schwester Cäcilie, sie soll oben im Hotel. n?o sie logirte. ganz plötzlich einen Unfall bekommen haben, sie hat da geschrieen und getobt und Glas und Geschirr zum Fenster hinausgeworfen. Sollten Sie Hile gebrauchen, Schwester Iris, so bin ich hier nebenan." Leise näh:rte ich mich Mrs. Thomas Bett und reichte ihr den Schlaftrunk. Sie hob den Kopf und nahm ihn gehorsam. während ihre schwarzen Augen sich geheimnißvoll und forschend in die meinen bohrten. Als ich mich aber abwandte, bemerkte ick. daß sie sich über den Bettrand beugte und den Schlaftrunk in den Spucknapf spie. Schnell eilte ich zu ihr. fand sie jedoch mit geschlossenen Augen ruhig- auf dem Rücken liegen und ließ sie gewähren. Endlich setzte ich mich in meinem Stuhl zurecht, um ein wenig zu ruhen. Das Gas zischte einschläfernd über meinem Kopf, alles war still um mich her. ich nickte unwillkürlich ein. Plötzlich hörte ich meinen Namen flüstern, ganz leise, fast zischend: Schwester Iris!" Ich richtete mich empor und lauschte. Da noch einmal: Schwe ster Iris!" Die Stimme kam von Nummer 20. Ich stand auf und eilte zu ihr. Da erhob sich Mrs. Thomas langsam aus den Kissen und betrachtete mich wieder mit ibren durchdringenden Blicken. Kommen Sie näher. Schwester ?lris!" saate sie' nun mit völlig beherrschte? Stimme. Ich habe Ihnen etwas zu saaen. Ich glaubte, die Patientin stehe wieder vor einem Ansau uno safzte oen Knovf der elektrischen Leitung, deren Seil so lang war, daß man läuten konnte, wo immer man sich im Zimmer befand. 'Lassen Sie nur den Knopf los. Schwester." sagte sie ruhig, ich will nichts Böses thun. Doch ich behielt den Knopf in der Schürzentasche und wartete nun auf das, was sie mir zu sagen hätte." Schwester Iris." sagte sie mit weicher bittender Stimme. Schwester ?lris. kann ich mich auf Sie verlassen?" Ja, daö können Sie," antwortete ick bestimmt. Sie dachte einen Augenblick nach, dann sprach sie, meine Hand fest drückend: Ich vertraue Ihnen und

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5e ist von größtem Lesen Sie Lesen Sie Es werden ist seit mehr als

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5at eine Million Frauen geheilt, die an aUen den Unannehmlichkeiten litten, die weibliche Schwäche mit Es wird Sie kuriren, wie es diese kurirt hat -Rückenschmcrz, Schwindel, niederziehende Gefühle, oder unnatürlich? Viynatsflüsse beseitigen und Sie glücklichen Frau machen.

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nvmt , mm wrr.. wywinm m m, m , , l - - i::'-.-tK -J-Z n'f- - --'-f-ri-.iJ lj ',fr&xtl-J sage Ihnen Dank, innigen Dank! Also ja, wissen Sie, Schwester, ich bin keineswegs krank und habe hier eigentlich nichts zu suchen!" Ich lächelte mißtrauisch. Hundert Patienten hatten mir dasselbe schon vor ihr erzählt. Das Ganze ist nur eine List. Ich werde nämlich von Verwandten verfolgt, die einer Erbschaft wegen gern meiner habhaft werden wollen. Als ich merkte, daß sie mir auf den Fersen waren, fingirte ich diesen Anfall, um auf diese Weise von den Leuten im Hotel gefaßt und hierher geführt zu werden fo entschlüpfte ich meinen Verfolgern! Ja, ich sehe an Ihrem Gesicht. Schwester, daß Sie mir nicht glauben, aber ich sage die Wahrheit, so gewiß, wie es einen Gott über uns im Himmel gibt!" Ich begann ihr zu glauben. j Aber was denken Sie nun zu thun?" fragte ich. Wahrend der ganzen Beobachtungszeit spiele ich die Kranke, um hier bleiben zu rönnen, denn hier vm ich am sichersten, und dann ja, dann fliehe ich mit Ihrer Hilfe, Schwester Iris." Unmöglich," sagte ich kalt, ich darf über die Sache unter keinen Umständen schweigen morgen berichte ich sie dem Direktor." Das thun Sie nicht!" sagte sie kurz und bestimmt, und' ihre schwarzen Augen schössen Blitze. Ich meine," fügte sie weicher hinzu, Sie haben nicht das erz, das zu thun. Beoenken Sie öocy, ?chwester. Sie stellen da eine arme, wehrlose Frau bloß und setzen mich tausend Gefahren und Unannehmlichleiten aus." Es ciidt ja doch eine Polizei. Gesetz und Recht im Lande," sagte ich abweichend. . Sehr richtig, aber ich hatte stets ein Grauen davor, mich in irgend einer Angelegenheit mit der Polizei in Verblndung zu setzen. Und übrigens was kann es Ihnen schaden, wenn Sie mir helfen? Ich fordere ja nur von Ihnen, daß Sie schweigen, und ich werde Ihr Schweigen fürstlich zu bezahlen wissen!" Sie zog aus ihrem Pompadour einen Hundertkronenschein und drückte ihn in meine Hand. Es ist natürlich verlockend für eine arme Schwester, soviel Geld auf ein mal zu besitzen besonders wenn man. ohne sein Gewissen zu belasten, damit einem Bruder, der am Nöthigsten Mangel leidet, dienen und obendrein noch eine arme 'unglückliche Frau aus Angst und Gefahr erretten kann. Ich nahm den Schein und versprach zu schweigen, solange mein Gewissen es erlauben würde. Sie dankte mit einem warmen Blick und legte sich wieder zur Ruhe. Während der nächsten Tage spielte sie ihre Rolle als apathische, stumpfe Patientin ganz meisterhaft. Die Aerzte erklärten sie für unheilbar, und sie sollte demnächst der Abtheilung für unheilbare Kranke übergeben werden. Eines Abends, kurz ehe ich meinen Nachtdienst anzutreten hatte, kam ich in's Bureau, um meinen Bericht zu erstatten. Da zeigte mir der Professor ein Telegramm, das soeben für Mrs. Thomas angekommen war. Es war Mittags aus London abgesandt und enthielt nur die Worte: Es brennt." Sofort vermuthete ich. daß es eine geheime Warnung für meinen Schützling enthielt. Ich halte es für das beste." sagte der Professor, der Patientin das Telegramm nicht zu geben, es könnte sie leicht aufregen." Er winkte mit der Hand, und ich ging. Während des ganzen Weges nach dem Krankensaal zerbrach ich mir den Kopf darüber, ob ich Mrs. Thomas den Inhalt des Telegrammes mittheilen sollte oder nicht. Ich löste die Frage, indem ick die maaischen Worte murmelte: Es brennt," während ich an rbrem Bett vorüberaina. Da erhob sie sich zur Hälfte aus den Kissen, ihre Augen blitzten und sie ballte die Hände, daß es in den Gelenken knackte. Ich that, als ob ich tß nicht

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Interesse für jede kranke und entkräftete Frau. dieselbe, um den Grund für Ihre Leiden zu entdecken. dieselbe, um auszusinden, wie man kurirt werden kann. keine falschen Ansprüche bezüglich Cardui erhoben. Sein Erfolg 70 Jahren auf das solide Fundament der Wahrheit gebaut.

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Schmerzen und sich dringt. - Ihr Kopsweh, unregelmäßige zur gesunden. W! e u, . i, .- i? :iTS?-zrxm y ?. j.- ' i ßiim I I, mm i ..'-: . mm, mmmf M , V i 'i . ,- inYV nä ' , ',. sehe und traf meine Vorbereitungen zur Nacht. Als ich mich in meinem Stuhl zur Ruhe setzte, rief sie meinen Namen. Mit einem exaltirten Ausdruck im Gesicht saß die Patientin aufgerichtet im Bett. Schwester Iris," sagte sie ganz erregt, das Masser hier schmeckt so merkwürdig, ich bin sicher, man hat Gift hineingethan, um mich zu todten." Unsinn," sagte ich lächelnd, Sie sollen' sehen, daß ich es trinke," und so nahm ich einen Schluck. Sie kosten nur," klagte sie, ich möchte schwören, daß Sie nicht wagen Äürden, das Glas auszutrinkcn." . Um sie zu beruhigen, leerte ich das Glas in einem Zuqe. So, da sehen Sie's." sagte ich la.j chelnd. Nun werde ich Ihnen das Elas wieder aus Ihrer Karaffe füllen." Nein, danke." sagte sie verdrießlich und drehte sich auf die andere Seite, nun habe ich mal den Gedanken gefaßt -" Ich setzte mich wieder in meinen Stuhl, glaubte nun aber auch, einen merkwürdig süßlichen Geschmack auf der Zunge zu haben. Doch ich mußte über mich selbst lächeln, denn ich hatte ja gesehen, daß die Wärterin frisches Wasser in den Krankensaal gebracht hatte. Kaum hatte ich mich gesetzt, als mich ein drückendes Gefühl von Müdigkeit überfiel. Vergebens kämpfte ich dagegen an ich schlief ein Ich erwachte erst, als Doktor Füller neben mir stand und mich am Arm rüttelte. So wachen Sie. Schwester Iris," rief er barsch, Sie schlafen ja wie ein Stein!" Verwirrt schlug ich die Augen auf. und mein erster Blick traf das Bett Nummer 20, das leer war. Wir müssen eine Aufklärung von Ihnen bekommen. Schwester," fuhr der Doktor fort. Heute Nacht ist in der Hospitalskasse ein großer Diebstahl verübt worden, und gleichzeitig finden wir Sie schlafend und die Patientin von Nummer 20 verschwunden." Es begann zu dämmern in meinem Hirn, und ich rief aus: Das Wasser!" Was für Wasser?" fragte der Arzt. Nun erklärte ich die Geschichte mit dem Glase Wasser, so gut ich es in meiner Verwirrung vermochte. Aha!" sagte er da. Mrs. Thomas hat mit Spitzbuben in Verbindung gestanden, die gleichzeitig auch die Kasse plünderten und ihre eingesperrte Gefährtin befreiten." Bald las ich von dem Einbruch in einer Zeitung. Da stand unter anderem: Leider ist eine von Europas best organisirten , Diebesbande den Händen der Polizei entschlüpft. Es hing an einem Haar, daß einer der besten Detektivs der Stadt die berühmte Mrs. Thomas gefangen hätte. Lange schon hat er die elegante Dame beobachtet und gesehen, wie sie in einem JuweNerlaVen die Hand .in die Tasche einer Dame gleiten ließ. Doch in dem Moment, da er sie ergreifen wollte, wurde er von einigen eleganten Herren umdrängt und daran verhindert. Als er dem Ge dränge entkam, war die Dame verschwunden. Dann glaubte er sie im Victoria-Hotel aufgespürt zu haben, aber als er sich an den Wirth wandte, erfuhr er, daß keine Dame mit dem feiner Beschreibung entsprechenden Aeutzern im Hotel wohne. Mrs. Thomas hatte ebenso viele Perücken wie Trachten. und verstand sich unkenntlich zu machen. . Als sie jedoch erfuhr, daß sie bewacht wurde, arrangirte sie diese kleine Wahnsinnsszene, um dem Hotel zu entschlüpfen." Den Rest kannte ich. Ich hatte ihr ja selbst die Botschaft von ihren Mitschuldigen gebracht. In der Dämmerung, als ich meine Freistunde hatte, nahm ich den Hundertkronenschein mit mir, ließ ihn in der nächsten Kirche in die Armenbüchse gleiten und that einen Seufzer der Erleichterung , Llauöt di, Ti8fc I fcfiira.

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n . . r r. n Y7 VY7 JEine vorzügliche Medizin. Wir gebrauchen LZine of Cardut seit mehreren Jahren", schreibt Frau I. L. King von Harms, Tenn., .und halten das Mittel für eine vorzügliche Medizin iur roeiDnaie Lersen. Es hat mir so mancye oriorremnung erfparr. Ich weroe vxu oem neorauH fortfahren. rvwhk naiai i ii' I Vom Imbcltlicgkn. Es hat zu allen Zeiten Leute gegeben, die nicht wie gewöhnliche Sterblich: dann, wenn sie schläfrig, müde oder krank sind, zu Vett gehen, sondern sich auch aus anderen Gründen im Bett aufhielten. . Vernadotte. der König von Schweden. ging Abends elf Uhr zu Vett und verließ es erst wieder am folgenden Nachmittag um vier Uhr. Im Winter empfing er seine Minister im Bett, und im Bett unterzeichnete er seine Akten. Unsere Nähmaschinen verdanken ihr Bestehen dem Bett. Singer, der Erfinder der Nähmaschinennadel, lag im Bett und träumte natürlich von seiner Maschine, die sein ganzes Denken im Wachen, und Schlafen war. Im Traume sieht er einen Ulanen, der mit eingelegter Lanze gegen ihn ansprengt; das Fähnlein der Lanze aber flatterte aus einem Oehr an der Spitze der Lanze. Singer erwachte die große Frage war gelöst: das Oehr 'gehörte an die Spitze der Nadel und nicht wie bei der gewöhnlichen Nähnadel an das andere Ende. Dem Spanier Ton Everardo Blasco hatte ein Wahrsager aus den Sternen prophezeit, er würde nicht im Bett sterben. Der schlaue Sennor gedachte nun. ewig zu leben, und ging nicht mehr aus dem Bett heraus. 'Sechs lange Jahre, hatte er Tag und Nacht bereits darin zugebracht, da trat ein Erdbeben ein, und im ersten Schreck springt er, um zu flüchten, aus dem Bett, fällt aber und schlägt mit dem Kopfe gegen die Kante des Bettpfostens und ist todt. Die Prophezeiung, er würde nicht im Bett sterben, war trotz seiner weitgehenden Vorsicht wahr geworden. Ein wahrer Virtuose im Bettliegen war der Engländer White, der als frischer und gesunder Mann sechs Jahre und sieben Monate im Bett lag; er wechselte in dieser Zeit viermal seine Wohnung, ohne dabei das Bett zu verlassen; er ließ sich vielmehr auch bei diesen Umzügen im Bett transportiren, und einmal verzog er sogar von Quebec nach Montreal, selbstverständlich ebenfalls im Bett. Auch von dem berühmten englischen Richter Dorville wird erzählt, daß er sich von seinem Bett nicht habe trennen können und. deshalb die Parteien in sein Schlafzimmer kommen ließ und vom Bett aus die Verhandlungen lcitete; auch verbat er sich in feinem Testamente einen Sarg und bestimmte, daß man ihn in seinem Bett begraben solle. Astrologischer Aberglauben. Es war im Jahre 1805. daß die Berliner Akademie der Wissenschaften, gestiftet auf Veranlassung von Gottfried Wilhelm v. Leibnitz, aus dem von ihr herausgegebenen Jahresalmanach den letzten Rest des astrologischen Aberglaubens strich, der sich bis dahin in den Spalten des Kalenders breitgemacht hatte. Schon einmal, 1779, hatte die Akademie den Versuch gemacht und alles aus dem Kalender entfernt, was von dem vermeintlichen Einfluß der planetarischen Konstellation auf die Geschicke der Menschen handelte. Aber sie hatte die Rechnung ohne die Leser des Kalenders gemacht. Diese waren e3 gewöhnt, in dem Kalender, ihrem Freunde und Rathgeber, zu lesen, wann beZspielsweise gut Pflanzen und Säen, wann gut Holzfällen, gut Aderlassen und Schröpfen fei. Und da sie dies im 1779er Almanach nicht fanden, kauften sie den Kalender gar nicht oder nur wenig. Aus geschäftlichen Gründen sah sich die Akademie nun gezwungen, zu dem ehemaligen . astrologischen KrimskramS zurückzukehren, ließ dann aber Jahr für Jahr einen Aberglauben nach dem andern fort. Im Almanach des JahreS 1803 war auch der letzte astrologische Aberglaube, der vom guten Holzfällen, nicht mehr zu. finden. Und es ging auch so! , Die N ö e r trugen wahrscheinlich ziemlich allgemein Handschuhe

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