Indiana Tribüne, Volume 29, Number 151, Indianapolis, Marion County, 19 February 1906 — Page 6

Jndiana Tribulle 19. Fpbruar 1906

a

I '

i w b N

the Hoosier

Exhibif

ALI THIS WEEK ' 2 tO 4 1). 111. : t H-iJ h W 141 W. Washington AIAIISSIOX Fi KG Have you seen THE HOOSIER? Zesscrson Hotel 101-105 Ost Süd Str. Neuer Telephon 4107. Bedienung nach Amerikanischen und Europäischen Plan. Vollständig neu umgebaut und renobirt In Verbindung mit lern neuen Hstel habe eine hübsche Halle, die ich zu- einem sehr mäßigen Preise an Logen und Gesellschaften verm:ethen werde FRÜD. ESCOTT, Mgr. Zacob Rierdorf's ...Saloon... Ho. 885 Massachusetts Ave. Meine Freunde und Bekannten, sowie da Publikum im Allgemeinen sind freundlichst eingeladen, mich in meinem neuen Lokale zu besuchen. Seiner Lunch Morgen und Skachmlttg . jh" , . 1 -i-L-ujq' Wrn. Stoeifier Seil!5!.. No. 202 Nord Noble Stra. Neues Telephon 2001, Peter Schcib's Wirthschaft 6 tO 1 5nle der Brightwood Straßenbahn Linie. Alle durstige Seelen sind willkomuikn DlchWann 5 (Jravvorn .ffadt' von lerne Shn- Äfften. Ölai Lsdenrische uac 6tgartraXiseit. Cft ÖJcfqtustia Dtrsk. Neuer Telephon 6337 . i Dr. LEO HERBERT Wiener Arzt. Haut-, Geschlechts' u. Nervenkraulheiten 120 Oft OZiolLtraße Lter Floor. Neue ?el. 4449. Svrechstzndea, 9-11, 24. 78 den. Dr. Carl Q, Winter Deutscher Arzt. Vehanelt alle akute und chronische raukheiten. Sveziell Nheumatismus, Recium und Frauen'Krankheiten. Office : 14 weft Ghio Straße Office-Stundm : 1011 Vm. 3-4 Nm. SonntagS: 9.30 10.30 SSrn. Tel. neu . Wohnung: 12Z0Madison Avenn Telephone : Alt. 2025. Neu, 9282. i i wm r. J. A. Sutcltffe, Wuttd'WrL, ÄZtsch!zcht5, Urin- nnl&tctur Krankheiten. OZssce : 155 OS Dkarket Stt. Tel. 's 4 CtntVZtnln : Hl 10 Uir VA. : I III t SU Dr. Paul F. Martin, Praktischer Arzt knn Shirnrg. Sprechstunden: 11.00 00 wo 4.00 täglich. .' ' Sonntags: Auf Verabredung. w Willoughby Gebäude,' IZSkord Meridl.,, troße. Tel.. Main 441T. shnung: 1205 Nord New Jersey Str. Telephon: Mala,S59; Ne 385.

m

Europäische Nachrichten. -Provinz Schresten. VreS lau.' Der 38 Jahre alte Zimmermann Kober, der vor einiger Zeit auf dem .Lehmdamm durch einen Fierwagen überfahre, worden ist, ist im Augusta - Hospital den, erlittenen inneren Verletzungen erlegen. Aus dem. Umgehungskanal wurde die Leiche eines Mannes gelandet, welcher PaPiere auf den Namen Arbeiter Julius Neumanx: b?i sich hatte. Bad Salzbrunn. Vor einiger Zeit verunglückte auf der Chaussee Adelshsch .Salzbrunn der Bäckermeister Kranz von hier, indem die Pferd scheuten und durchgingen. Kranz

stürzte aus dem Wagen heraus und erlitt außer erheblichen Schürfungen am Körper einen komplizirten Knöchelbruch. . Grotz'-Strehlitz. Unlängst hat sich der 28jährige, an Epilepsie lei dende Rentenempfänger Piontek hierelbst, der rm Schreier'schen Hause mit 'einer , Mutter zusammen wohnte, chwere -Brandwunden zugezogen, an deren Folgen er im städtisch Krankenhause verschieden lft. Hermsidorf. Das VA Jahr alte Töchterchen des Bergbauers Menzel hielt sich bei der Großmutter auf. welche aerade Kaffee zubereitete. Es machte sich, nichts ahnend, um die alte Frau zu thun, als diefe unvorsichtiger Weise den Topf kochenden Wassers der Kleinen über dsn Kopf goß. Das Kind trug so schwere Verbrühungen davon, daß es alsbald unter den entsetzlichsten Schmerzen verstarb. Langheinersdorf. Letztens gerieth die 21 Jahre alte Frau des Futtermanns siunze mit ihrer Kleidung rn die Dreschmaschine und erlitt so schwere Verletzungen an den Beinen und am Kopf, daß sie nach kurzer Zeit starb. . Niederrath n. Kürzlich brach in dem Gehöft des Gutsbesitzers Strecker neu aus. D:e berbelaeeüten Wehren konnten nur das Feuer lokalisiren, sowie das Mobiliar und das Vieh retten. Die Besitzung selbst brannte vollkommen nieder. Der Vesiner war zur Qiil des ArankeS twr reist.' Ä!an nimmt fahrlässige Brandstiftung an. Stolz. Stellenbesltzer Schneider von hier, welcher Kohlen nach Hause fuhr,. wurde auf der Stolzer Chaussee durch Scheuwerden und Durchgehen r sri.r. - r r . eines Spannes uoerjanren. Me er Iittenen Verletzung! waren so erheblich, daß der Tod schon nach kurzer Zeit eintrat. - ; T er lau. Der 'hiesiqe Gttverbe verein beging' sein 25jähriges Stiftungsfest. An .dem Festessen im Gasthos der Brudergemeinde nahmen mehr als' 100 Personen theil, auch vier Begründe? des Vereins wohnten der Feier bei. Ziebern. ' Letztens brannte das Spritzenhaus, in' welchem der Ortsarme Schneider Langner Wohnung hatte, total nieder. Frovinz Z'ofen. Posen. Verliehen wurde: Dem Landrath Brinckmann zu Schmiege!, dem Kirchenältesten und Beigeordneten, Rentner, Wurst ebendaselbst und dem Landbauinspektor Joh. Preller der Rothe Adlerorden vierter Klasse, dem Kirchenältesten, Rentner Hoepner und dem Müllermeister Wilhelm Günther zu Unruhstadt der Kronenorden vierter Klasse. . A l t b o Y e n. Hier verstarb die elfjährige Tochter der Hebamme Liebling. DaS Kind hatte Hühnerfutter geschnitten und sich dabei mit dem Messer an einem Finger verletzt. Beim Stricken muß nun giftiger Farbstoff in die Wunde gelangt sein, der aber leine sichtbar; Geschwulst hervorbrachte, sondern ' nach innen ging. Trotzdem' das' Kind über große Schwäche, klagte, besuchte es bis vor Kurzem die Schule. Als der Zustand sich aber sichtlich verschlimmerte, holte man einen Arzt; trotz aller angewendeten Hilfsmittel war keine Rettung mehr. B r o rn b e r g. Letztens wurde der Sergeant Wordel von der 2. Batterie des Feldartillerieregiments No. . 17 todt in seinem Zimmer aufgefunden. Er hatte seinem ,Leben durch einen Revolverschsm dasHerz ein Ende bereitet. Der Grund zu der That ist darin zu sehen, daß er wegen Ausbleibens über Zapfenstreich ohne Ursaub eine Arreststrafe erhalten hatte. Feuerstein. Kürzlich brach in krr förfiMmf hr 5Mfen2. kMir TCr w.t. v I V M O (JVUt aus, das im Augenblick oie mit Stroh gedeckten Scheunen der Nachbarschaft ergriff. Bei dem ungünstigen Winde war an eine Rettung nicht zu denken, man mußte sich ' auf die Deckuna der Wohngcbäude beschränken. Achtzehn Scheunen mit fast dem gesummten Einschnitt sind vernichtet. Die Geschä digten, lauter kleine Bauern,' waren nicht versichert.- Es Ueat Brandstntuna vor. Als.Thäter kommt eine irrsinnige 'Besitzerfrau in Betracht, die äußerte, Feuerstein werde in Kürze untergehen.- " ' ' v ' G o r s ch e n. Der Knabe Josef Kotlarek ist in einem ' Sandloch verschüttet, worden. : Der Knabe wurde als Leiche herausgegraben. ' ' Via to i f. . Den Altsitzer Rösner'schen - Eheleuten ist. aus .Anlaß der goldenen Hochzeit , bxc Ehejubiläumsmedaille verliehen und - den Altsitzer

Seiniscben Ehe'leuten in Bomblin-Ab-

bau zur goldenen Hochzeit ein Gnadengeschen! von 50 Mark überwiesen worden. Pa losch. Vor kurzem wurde der in de? hiesigen Zuckerfabrik beschäf tigte Rangirer Suwikowski beim Rangiren getödtet. Provinz Sachsen. Magdeburg. Dem Bureauvorsteher bei demProvinzialschulcollegium in Magdeburg, Sekretär Johannes Handel, ist der Charakter als Rechnungsrath verliehen worden. B i s m a r k. Der bei der Milderegulirung beschäftigte Arbeiter Fritz Struwe wurde, als er sich auf dem Heimwege nach hier befand, von einem Strolch angefallen und durch einen Schuß am Hinterkopf verletzt. Als der Arbeiter um Hilfe rief.' ergriff der Thäter die Flucht. K l i tz s ch e n. Vor Kurzem starb der im 37. Lebensjahre stehende frühere ordentliche Honorarofessor für Geschichte Dr. Woldemar Wenck. Der Verstorbene wurde 1836 zum ausserordentlichen, 1878 zum ordentlichen Honorarprofessor an der Universität Leipzig ernannt. Am 1. Juli 1902 trat er in den Ruhestand. Liebenwerd a. Der zwölfjähriye Knabe des Hufners Carl Welschke stürzte in ein großes Gefäß mit heißem Wasser und verbruhte sich so sehr. daß er alsbald starb. N a u m b u r g. Der einzige Ehrenbürger unserer Stadt, der im Jahre 1815 in Halle geborene Geh. Sanitätsrath Dr. Wagner, feierte seinen 90. Geburtstag, er ist der älteste Mann unserer Stadt. Erfurt. Kurzlich brach in dem Großsägewerk von Blödners Nachfolger im Maschinenraum Feuer aus, das sich schnell über die umfangreichen Holzvorrathe ausbreitete. In der anstoßenden Langgasse, Krämpferstraße und der Fleischgasse wurden mehrere Hintergebäude zerstört und eme großere Anzahl von Hintergebäuden arg beschädigt. Polbitz. Auf eigenartige Weise kam die 72jährige Wittwe Wilhelmine Apitz, eine sehr gebrechliche Person, ums Leben. Die alte Frau wollte Kafseeoohnen aus dem Schubfach eines großen Schrankes nehmen. Dieser ließ r? jc rr. t.jr i "fr -, c vr. lieg ill)!ea)i offnen, uno ais oic Apiy mit aller Gewalt an dem Schubfach zog, .fiel der sehr wackelig stehende Schrank um und aus die Bedauernswerthe. Den dadurch verursachten Verletzungen ist die.Verunglückte, ohne die Besinnung wieder erlangt zu haben, erlegen. S ch e x m d t. Der im Sauren Hol ze erschossen aufgefundene SelbstMörder ist als der Rentier Christian Schreiner aus Erfurt festgestellt w?rden. Er soll an Schwermuth gelitten haben. Weißenfels. Das 3i.jährige Söhnchen des Restaurateurs Schütze fiel beim Spiel in der Wohnung seiner Eltern in einen am Fußboden stehenden Eimer mit heißem Wasser und verbrühte sich so sehr, daß es seinen Verletzungen erlag. Frovtnz Hannover. Hannover. Das Fest der goldenen Hochzeit begingen Lederfabrikant Heinrich Söhlmann und Frau, Minna, geb. Thies. Der Mörder der kleinen Elfa Kassel, der frühere Postschaffner Klaus Büther, welcher am 30. September 1905 vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurtheilt worden lst. hatte Revision eingelegt. Diese wurde vom Reichsgericht als unbegründet verworfen. Das Urtheil ist damit rechtskräftig geworden. A d e l e b s e n. Kürzlich wollte der Gutsknecht August Fiege sich zum Schlachten einenSchlachtetisch von dem Stellmachermeister Hartje leihen. Beim Abholen desselben stürzte Fiege über einen auf dem Hofe stehenden Zuber. Er zog sich eine schwere innere Verletzung zu, an deren Folgen er nach kurzer Zelt verschied. Geestemünde. Der Fischdampfer Waterkant" ist vor längerer Zeit zu einer Fangreife nach der Nordsee abgegangen und noch nicht heimgekehrt. Es ist kaum mehr zweifelhaft, daß der Dampfer mit seiner Besatzung von 11 Mann während des letzten schweren Sturmes untergegangen ist. Beson ders tragisch ist das Geschick des Schiffsführers. Kapitän Modersitzky: er wollte, nachdem er 50 Jahre zur See gefahren war, nach Beendigung dieser Rene in den Ruhestand treten. Hildesheim. Bischof Sommerwcrk, gen. Jakobi. ist kürzlich hier aestorben. Er war zu Minden am 21. s April 1821 als oyn Des zundarz tes Christian Sommerwerk geboren. Leer. Im Kanal wurde die Leiche des Kolonisten Christian Roben aus Lanakolt aefunden. Ein Dreirad stand am Rande des Kanals. Es wird angenommen, daß Röben verunglückt ist. O tz e. Vor einiger Zeit stürzte die Ehefrau des Bahnarbeiters Becker aus der offenen Bodenluke aus 'die Scheu nendiele. Turch den Sturz hat die Unglückliche schwere :nnere Verletzunaen erlrtten. Schwaförden. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich kürzlich hier ereia.net. '"Der Bierverleger Henke aus Sulingen brachte' in der Mellvbschen (m if rr.H . evE. ll iriyfcyasr yicr rin u irr in oen Keller; er rutschte dabei aus, kam zu Fall, das Faß rollte ihm nach und zer kümmerte ihm den Schädel.

Ein kleiner Stachel.

Skizze von D. Werna. Autorisirte Uebersetzuug aus dem Schwedischen. I. Leise pfeifend öffnete er die Thür des Vorzimmers. Schon draußen im Garten war ihm ein angenehmer Bratenduft entgegengekommen, und das erregte ihm so kurz vor Tisch stets em behagliches Gefühl. Aber wo war denn Clse? Warum empfing sie ihn nicht wie gewöhnlich? . . . Ach so, er kam ja heute eine halbe (stunde zu sruy! Im Wohnzimmer laa ihre Arbeit, daneben ein offener Brief. Er las die Adresse . . . Aha, von der Schwiegermutter! Nun, so hatte er emen Zelt vertreib. Er pflegte ja stets die Briefe von Elses Mutter zu lesen. und der wurde wohl ebensowenig wie alle anderen ein Geheimniß enthalten. Er öffnete also und las: ... Ich kann es noch gar nicht fassen, daß Du nun schon einen ganzen Monat verheiratet bist, meine kleine Eise. Du bist ja nun schon eme qehörig erfahrene Frau, doch hoffentlich sind Deine Erfahrungen noch ungetheilt freudiger Art. Daß ich viel an Dich denke, weißt Du wohl, aber ich kenne Gosta bis jetzt nur zu aus schließlich von Deinem eigenen Gesichtspunkt, um verhindern zu können. daß sich ab und zu eine leise Unruhe und Ungewißheit über Dem Gluck :n mein Herz schleicht. Deswegen zweifle ich weder an Deiner noch an Göstas Fähigkeit, Euch einander glucklich zu machen. Aber bist Du wirklich zufrieden, mein Kind? Qäult Dich nicht manchmal ugend so em kleiner stacheliger Dorn, den Du herausziehen müßtest, ehe er zu tief einwächst? Das Gluck ist so empfindlich für solche klejnen Stacheln, fassen sie erst fester Wurzel, so schwärt es so leicht rings herum, und darum, liebe Kleine gib acht! Ich kenne die Ehe und weiß, daß man früher oder später ihre kleinen Dornen erfahren muß. aber ich weiß auch, daß man sie mit gutem Willen zur rechten Zeit . ausreißen kann, ehe sie sich festwurzeln. " Weiter kam Gosta mit Lesen nicht. Nachdenklich saß er da, voll Erstaunen über das, was er soeben gelesen hatte... Stacheln?... Und Dornen? . . . Was für Dornen denn? Waren sie beide nicht so glucklich, wie man nur irgend sein konnte? Ach diese Mütter sehen doch immer schwarz! Er nahm den Brief wieder auf, um weiter zu lesen; da hörte er draußen im Garten den Kies unter leichten Schritten knirschen und sah seine kleine Frau herbeikommen. Hastig legte er den Brief aus semen Platz zurück und ging ihr entgegen. Sie braucht nicht zu' wissen, daß ich ihn schon gelesen habe," sagte er sich, sie mag ihn Mir selbst vorlesen, und wir können dann gleich eingehender darüber reden." Aber den aanzen Tag wate er vergeblich darauf, daß sie ihm wenigstens Grüße - von daheim bestellen sollte. Sie erwähnte den Brief mit keiner Silbe. Weshalb? Hatte sie es nur vergessen? Oder hatte sie den Brief vielleicht noch gar nicht gelesen? Sie danach zu , fragen, hatte er jedoch keine Lust. Vielleicht aber nein! Es war ja Unsinn, sich dergleichen einzubilden und doch konnte er es nicht verhindern, daß ihn eine unruhige Ahnung beschlich... Ja, vielleicht wollte sie von diesem Brief nicht mit ihm sprechen? Ob sie faktisch irgend so ein kleiner Stachel quälte und sie ihn in Unkenntniß darüber lassen wollte?... Er wurde den Gedanken nicht wieder los. Mitten in seiner Arbeit stand immer wieder dieser Brief vor ihm und daneben die Frage: Warum hat sie mir nichts davon gesagt? Am nächsten Tage' lenkte er das Gespräch ganz unmerklich auf die Verhältnisse in ihrem Vaterhaus und auch auf ihre Mutter., Und da sagte sie dann auch: ' Ach ja, ich hatte gestern einen Brief von Mama, sie laßt dich grüßen. Im übrigen schrieb sie nichts von Belang. Ich soll ihr 'ein paar Garnproben einschicken. Zuhause ist alles wohlauf." So, weiter nichts?" . Da hatte 's! Wo saß nun der Dorn? Denn daß ein solcher da war, bezweifelte er jetzt nicht mehr, sonst hätte sie sicher von den Bemerkungen der Mutter aesprochen . . . War es möglich, daß es etwas gab, wovon mit ihm zu reden sich seine kleine Else fürchtete? Darüber würde, da mußte er Klarheit schaffen... . .H. Ja, nun wußte er's! Täglich untersuchte er fortan die von daheim abgehenden Postsachen, und bald fand er auch den erwarteten Brief von Elses Hand: An Frau Annie v. P . . . . in Lund." Wie dick er war! , Soviel hatte sie geschrieben, ohne ihm auch nur ein Wort davon zu sagen! Ernstlich betrübt und rathlos wog er den Brief in der Hand . . . Was nun thun? . ... War es ein Unrecht, der Versuchung zu folgen, die sich ihm aufzwang? Würde nicht sein Gewissen weit mehr , Berechtigung haben, ihn anzuklagen, wenn r. nun "seinen Entschluß aufgabelnd den Brief ohne weiteres abgehen ließe? Würde es dann nicht schwären 'um den Dorn biö, ?

Nein,' er that kein Unrecht, seine

Gemüthsruhe und vielleicht sogar ihr gemeinsames Glück verlangten es. Er durfte nicht anders. Und kurz entschlössen öffnete er den Brief und las, nachdem er die Einleitung überflogen hatte: . . . Du ahnst nicht, wie sehr mich Deine Fragen zum Nachdenken angeregt haben. Aber nun bin ich mir darüber klar geworden, wie ich sie zu beantworten habe; ich will Dir alles frei und offen anvertrauen, damit Du mir dann vielleicht helfen kannst, Gösta gegenüber mein Bestes zu thun. Ob ich glücklich bin? Ja. liebe Mutter, das bin ich. Dennoch glaube ich zu verstehen, was Du mit jenen Dornen und Stacheln meinst, um die herum es so leicht schwären kann. Ich empfinde wohl manchmal jenen stechenden Schmerz, bin mir aber nicht darüber 'klar, ob nur meine Eitelkeit von dem Stachel verletzt wird oder möglicherweise ein edlerer Theil meines Selbst. Könntest Du mir helfen, die Stelle zu finden, wo der Dorn sitzt, so würde ich alles thun, um ihn uszureißen. Du weißt, daß ich Göstas Mutter nie kennen gelernt habe. Das schmerzt mich sehr, denn hätte ich sie gekannt, so wäre es viel leichter für mich, mit Gösta von ihr zu sprechen. Nun kann ich nicht, wie ich möchte, ihm in seinen Erinnerungen an sie folgen, wenn er von ihr spricht, was so häufig der Fall ist. Und ich fühle auch, daß ich es nie erreichen werde, dieses oder jenes so zu machen,, wie Mutter es machte" nie etwas so gut können werde wie Mutter" nie das Hauswesen so werde halten können, wie Mutter es that". Und manchmal glaube ich fast zu erkennen, daß er nicht zufrieden ist, wenn ich. etwas anders mache, als er es von ihr gewöhnt war. Ich höre so selten ein Wort von ihm um meiner selbst willen. Werde ich einmal anerkannt. so ist, was ich that, gerade so, wie Mutter es machte", und über dieses Lob soll ich mich freuen! Wenn ich es nur könnte! Habe ich Ursache, deshalb einen Schmerz zu empfinden, oder ist es nur thörichte Eifersucht auf die Erinnerung, die Gösta seiner Mütter widmet. und eine Schlechtigkeit von mir, mich deshalb zurückgesetzt zu fühlen? Ich verstehe so gut, daß Gösta gar nicht daran denkt, daß mich das verletzen könnte; dann thäte er es nicht. Es erscheint ihm ganz selbstverständlich, daß ich ebenso wie er alles, was seine Mutter thut, gut und unvergleichlich finde. Und wäre es nicht unrecht, ihm diesen Glauben zu nehmen und ihm zu zeigen, daß ich, seine Frau, das als eine Aeußerung seiner Unzufriedenheit empfinde? . . . Kann ich, ohne ihn zu tief zu kränken, mit ihm davon sprechen, oder glaubst Du, daß es richtiger ist, wenn ich mich geduldig bemühe, endlich auch um meiner selbst willen ein wenig Anerkennung zu erringen?" Antworte, mir, sobald Du kannst, liebe Mutter, und befürchte nicht, daß ich das zu einem Hinderniß für unser Glück werden lassen könnte. Gösta weiß nicht einmal, daß ich schreibe, und noch viel weniger was. Ich schicke Dir die Garnproben, die " Immer schneller waren seine Augen über die Zeilen geflogen. Was nun? Arme kleine Else! Sie hatte ganz recht. Nun fiel ihm erst ein, wie oft er erzählte, wie' seine Mutter alles zu machen pflegte und wie gut stets alles zu Hause war. Was Else auch that, er verglich es unwillkürlich damit. Wie selbstsüchtig man in seinen Erinnerungen werden kann! Und daß er das alles nicht' schon längst gefühlt hatte! Sein Entschluß war gefaßt. Er faltete den Brief zusammen und steckte ihn ein. Er selbst wollte Else auf all ihre Fragen antworten, das wai das beste und ehrlichste. in. Es war . ein köstlicher Sommerabend. Die letzten warmen Sonnenstrahlen glitten durch das Birkenlaub und zeichneten goldglänzende Flecke auf die Rabatten und Rasenflächen, deren Rosen und Levkojen im süßen Duft wetteiferten. Else saß mit ihrer Handarbeit aus der Veranda, als Gösta leise die Gartenpforte schloß, um nicht von ihr gehört zu werden. Dann schlich er sich zu den Rosenhecken, brach aber keine der duftenden Blüthen, nur einen kleinen scharfen Dorn nahm er ab und drückte ihn sich, ohne eine Miene zu verziehen, unter dem Nagel des linken kleinen 'Fingers in's Fleisch. Dann ging er nach der Veranda. Guten Abend, Liebling Ach du schon hier? Da will ich schnell den Kaffee holen, wir wollen hier draußen trinken, es ist ein Herrlicher Nachmittag." Während des Kaffees fiel es .ihr auf, daß Gösta ungewöhnlich ernst aussah. Bist du müde, Gösta?" ' Nein, aber ich habe einen niederträchtigen Schmerz im Finger, da ist etwas hineingekommen, das sticht und thut weh." O. laß schnell sehen . . . Aha. sieh her, hier unter dem Nagel steckt etwas; einen Augenblick, ich hol' es gleich heraus gewiß ein Splitter." Er sah aufmerksam hin. ..Ach, das ist ja . nur ein kleiner

Dornsiachel, der mag stecken bleiben Nein, warum denn? Er ist ganz schnell entfernt gib den Finger her." Glaubst du, daß es gefährlich werden könnte, wenn er drin bleibt? Solch ein kleiner Stachel thut doch nichts, laß ihn nur." Aber nein, Gösta, sei doch nicht eigensinnig! Es kann ja schwären, und gerade unter dem Nagel thut es so weh eine Blutvergiftung kann's womöglich werdeu." Ack ach! Glaubst du wirklich, daß solch ein kleines Ding soviel Unheil anrichten kann? Nein, laß nur! Sieh mich statt dessen mal an, Elly, und gib mir Antwort: sind solche Nichtigkeiten wirklich so gefährlich?" Sie sah ihn ein wenig verwundert an und verstand erst nicht recht doch dann wurde sie plötzlich roth. Meinte er etwas anderes? . . . Was wußte er denn, und was sollte sie sagen? Ein klagendes Ach Gösta du weißt..." war ihre einzige Antwort, dann verbarg sie das Gesicht in den Händen und ließ den Kopf aus den Tisch sinken. Doch behutsam bog er ihn zu sich herüber. Else! Sei nun meine verständige kleine Frau und sage mir ehrlich, was du denkst. Bekenne mir alles, ich werde dir dann auch bekennen " Du hast gelesen ?" Ja, das habe ich beide Briefe, den von. deiner Mutter und den deinen. Vergib es mir und all das andere! Es war Gedankenlosigkeit von mir, ich habe es nicht so gewußt ..." Aber nun, Gösta nun wirst du wohl nie mehr Lust haben, mit mir von deiner Mutter, zu sprechen, und das wird ein neuer Stachel für mich, begreifst du das?" Ja, ich glaube wohl, und deshalb werde ich fortan noch mehr von ihr reden, aber in anderer Weise, ohne stets zu vergleichen, meine ich . . . Bist du dann zufrieden? Ich will mich bemühen, alles mehr als dein Mann zu betrachten und nicht als der Sohn merner Mutter. Das ist ja auch nothwendig, obgleich ich erst jetzt zu dieser Einsicht rekommen bin." Ein leter Sonnenstrahl sah neugierig zu. als Gösta'seine Hand ausstreckte und fortfuhr: So, und nun zieh' ich mir den kleinen Stachel selbst heraus . . . Denn jetzt sind wir beide darüber einig, künftig etwaige Stachel gleich zu entfernen, so schnell wir können, und ohne erst Mamas Hilfe zu erbitten nicht wahr, mein Gutes?" Sicher, Gösta." Und sie küßten sich wieder und wie-der.

Ein neuer Talomon. Drei Handwerksburschen fanden einmal auf der Landstraße eine Tabakpfeife. Da alle leidenschaftliche Raucher waren und schon lange den Genuß des Tabaks hatten entbehren müssen, machte jeder das Recht des Finders auf die wohlgefüllte Pfeife geltend. Ich habe sie zuerst gesehen", rief der Eine, der Andere protestirte wieder: Nein, ich war der Erste", während der Dritte sich als rechtmäßigen Finder anerkannt wissen wollte, da er sie vom Boden aufgehoben habe. So stritten sie fort, bis sie in daS nächste Dorf kamen, wo einer den Vorschlag machte, die Angelegenheit dem Bürgermeister zu unterbreiten. . Die andern waren, wenn auch widerstrebend, damit einverstanden, und so trugen sie dem Ortsoberhaupte den schwierigen Fall" vor. Dieser hörte ihnen ruhig zu, nickte ein paar Mal mit dem struppigen Kopfe und begann: Wo seid's denn Ls digentli her?" Ich", entgegnete da der Erste, ich bin ein Berliner Junge". Darauf der Zweite: Und ich bin a Münchener Kindl." Während der Dritte fast mürrisch zur Antwort gab: I bin a Tiroler." So, so, hm, hm", meinte da der Bürgermeister, do is ja die Sach' ganz einfach. Junge und Kinder brauchen ka Pfeif'n, also g'hört sie Dir, Tiroler, und jetzt macht's, daß weiter kimmts." Sprach's und ließ die Drei stehen, von denen die beiden leer Ausgegangenen so recht komisch dreinschauten, während der anerkannt rechtmäßige Finder die Pfeife gemüthlich in Brand setzt. . Kindliche Verwechslung. Nun sage mir, Emma, wer hat wohl diesen hübschen Christbaum gebracht?" Emma (nach einigemBesinnen): Der Storch." DerPantoffelheld. Ich verstehe nicht, wie Du Dir eine so brutale Behandlung von Deiner Frau gefallen lassen kannst." Weißt Du, ich 'denk halt immer: wer die geheirathet hat, verdient Prügel!" Ein Gemüthsmensch. Herr Doltor, ickfwill Ihnen für Ihre werthvolle Medizin danken." Hat sie Ihnen genützt?" fragte der Arzt sehr befriedigt. Ja, sie war- von wunderbarem Erfolg." Wie viele Flaschen mußten Sie denn nehmen?" Ich nahm gar keine, mein Onkel hat eine Flasche ausgetrunken und ich bin sein Universalerbe.- , ,

r

A r '.r a . - 4 '

' w. -. v, i itmrr & t ,