Indiana Tribüne, Volume 29, Number 149, Indianapolis, Marion County, 16 February 1906 — Page 7

Jndiana . Tribüne, 10 ZZebrnar iog.

Im HcrrcnlMUS von E

Luckmühlcn Z R s m a n von Marie Diers TTTTVTTTTTff f f f TTTff f7Yf (Fortsetzung.) Jch gehe nicht sagte er mit einer seltsam harten Stimme. Wenn Du mich schlägst, Papa, -ist das Deine Sache. Aber ich gehe nicht." Und ehe noch der verblüffte Vater ein Wort btx Entgegnung fand, schrie er mit dröhnender Stimme: Ich soll Dir Platz machen, Papa! Aber ich mache Dir keinen Platz! Ich gehe nicht! Trage mxq oocy fort, wenn Du kannst! Ich gehe nicht!" Herr von Pontow verstand den innersten Sinn seiner Worte nicht. Olga verstand ihn. Sie entfärbte sich. Wo wollte das hinaus? Was hatte ihm diese Worte in den Mund gelegt? Ihr tiefstes Geheimniß in seinen Händen. O Herrgott, was konnte da cesckeben ? &z wuhte: sie mutzte eingreifen, etwas sprechen. Diesen fürchterlichen Strom dämmen aber sie hob nur die Hände und ließ sie wieder sinken. Ihr Geist, ihr Körper schien gleicher weise gelähmt. Wie durch einen Nebel sah sie die beiden Männer, hörte Götz von Pontows grimmig-höhnisches Lachen. Narr Du! Willst wohl vor Deiner Herzenskönigin eine Lanze mit Deinem Vater brechen? Na, mein Junge, Deine Lanzen werd' ich Dir schon brechen, und Deine schönsten Zähne dazu. Hab' in meinem alten Kopf den Katechismus denn doch noch ein bischen besser, als Tu in Deinem jungen." Die Macht seiner Stimme, der vielgefürchteten, schien heute bei Jürgen zu versagen. Mit zusammengebissenen Zähnen sah er ein paar Augenblicke Götz in's Gesicht. Nicht wie der Sohn dem Vater, sondern wie der Feind dem Feind. Ich mache Dir keinen Platz sagte er zwischen den Zähnen. Vor der gährenden Wuth in Ton und Auge fate jetzt plötzlich auch Gottfried von pontow ein Erschrecken. Wie sah der-Junge aus? Wen hatte er da vor sich? Unwillkürlich trat er einen Schritt zurück. Da flackerte es wild in Jürgens Ssii gen auf. Ein Siegesgefühl stieg ihm. starkem Rausch gleich, zu Kopf. Mit einer einzigen Armbewegung stieß er den Vater, der ihm den Weg verstellte, beiseite und war neben Olga, ehe jemand verstand, was vorging. Was?" rief er sie an. Ich mache keinen Platz! Du bist mir theuer genug zu sieben gekommen!" Olaa erstarb der Laut in der Kehle. Da fühlte sie sich schon erfaßt. Zwei brennend beiße Lippen drückten sich ihr auf die Hände im nächsten Augenblick sah sie sein Gesicht handbreit vor dem ihren sein Athem überflog sie mit einem gellenden Aufschrei riß sie sich los und stürzte sich Götz entgegen, der ihr zu Hilfe kam. In seine ausgestreckten Arme warf sie sich, umklammerte seinen Hals, und am ganzen Körper von Schluchzen geschüttelt, barg sie ihr Gesicht an seiner Schulter. Nuhig! Nuhig!" sagte Gottfried von Pontow und strich der Schutz suchenden über Haar und Gesicht. Er ist ja wahnsinnig er darf Ihnen nichts thun Jürgen hatte sich gewandt und sah öas. Herr von Pontow hob drohend ihm die Faust entgegen. Daß Du Dich nicht untersiehst, Wahnsinniger! Raus mit Dir! Diese Schwelle betrittst Du mir nicht noch einmal. Ich werde Dir Deine Reisebestimmungen hinüberschicken. Jetzt raus mit Dir!" Eine Pause trat ein. Jürgens Gejicht verzerrte sich langsam. Ist er noch nicht fort?" flüsterte Olga, immer noch wie ein zitterndes Reh an Gotzens Schulter gedrückt. Jürgen wandte die Augen ab und ging mit langsamen, auffallend schwe ren Schritten zur Thür. Als diese sich dem Druck auf die Klinke nicht öffnete, tastete er mit ruhiger Hand, aber wie einer, der nicht sehen kann, nach dem Riegel und schob ihn zurück. Er öffnete und schloß die Thür ohne Lärm. Als sie in's Schloß schnappte, durchzuckte Götz von Pontow ein sonderbares, messerscharfes Gefühl. Er ließ unwillkürlich mit einer plötzlichen Bewegung die angeklammerte Mädchengestalt los und schob sie, ohne es zu wis sen, von sich ab. Dummer Junge!" sagte er murmelnd. wie sich selbst zur Entschuldi gunz. Draußen stand immer noch Ruth. Alles, was da drinnen laut geworden war, hatte sie gehört. Sie erwartete. Jürgen wie einen Wüthendm zu 'sehen. Aber sein Wesen hatte eine Unnatur liche Ruhe.' Als sie ihn anredete, heftete er den Blict auf sie, aber mit leeren Augen, als sähe. er sie gar Nicht. Dann versuchte er zu lächeln, eö war ein wunderliches Verziehen der Gesicytsmuskeln. WaS sagst Du, Jürgen?" fragte sie n: a f . ri . . n. .

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Er lächelte sein sonderbares Lächeln wieder. Ich sage nur, eS ist schon alles so a gab er ihr zur Antwort. Dann wandte er sich der Hausthür zu. Du wirst verreisen. Jürgen?" Ruth lief ihm nach, sein Wesen erschien ihr unheimlich. Er nickte ein paarmal. Dann tastete er nach der Thürklinke, als könne er wirklich nicht sehen, öffnete die Thür und zog sie wirder hinter sich in's Schloß. -Eine unsägliche Bangigkeit überfiel Ruth. Was hatte der Vater gethan! Um einer Fremden willen den Jürgen aus dem Hause gewiesen! O Gott, nein, nein, das durfte nichl

geschehen! Was im letzten Grunde be deutete denn Olaa hier? Jürgen mußtt oenran. vor neuen uummyeiten behütet werden, aber ihn heimathlos machen um einer jungenhaften Tollheit willen! Immer sah sie sem Lachein rn dem entfärbten Gesicht. St 3-f.iir niif SfUnr ,2 Den. lN mjauisicn weit, oav 4Jiga jetzt alles hier galt ? Nein! Der Vater machte sich gar nichts mit ihr zu thun. Er stand, wie im Grübeln verloren, am Schreibtisch, sie kauerte in einem Sessel, mit verhülltem Gesicht. Papa " sagte Ruth athemlos. Jage Jürgen nicht fort. Wer weiß" Ihr Ton mußte ihre ganze Seelenangst verrathen. Herr von Pontow zuckte jählings empor. Was ist mit ihm?" rief er sie an. Nichts aber wir müssen nach ihm sehen. Er war so anders " Unsinn!" Er schüttelte das unbestimmte Grauen'von sich ab. Er hat sich benommen wie ein Verrückter, die Ehre des Hauses gegen einen Gast umgerannt. Du hast es nicht gesehen, Ruth. Dafür erhält er die härteste Strafe!" Olga riß das Tuch von den Augen und kam heran. Herr von Pontow, lassen Sie mich gehen! Verstoßen Sie um meinetwillen JhrenSohn nicht. Behalten Sie ihn unter Augen. Ich werde dies Haus meiden, bis die Zeit kommt, daß seine Gefühle ruhiger werden Sie war thränenuberströmt. . Herr von Pontow sah jedoch an ihr vorbei. Ihre Erscheinung sprach nicht zu ihm, aber etwas andres. Noch stand der Schreck lebendig vor seiner Seele. Unter den Augen war ihm Jürgen ein andrer geworden. Und er hatte es in einem blitzähnlichen Empfinden erkannt, darin Entsetzen und etwas wie Stolz sich seltsam mischten: dieser Mensch war Fleisch von seinem Fleisch und Geist von seinem Geist. In dieser trägen Hülle brannte das wilve Pontow'sche Blut. Dem Recht einräumen müssen? Müssen? Und doch wieder: den derjagen ? Er blickte auf. Etwas Rathloses lag in seinen Augen. Er sah von einer zur andern, beide baten ihn um das Gleiche. Und doch war es kein Rath. Und doch war es keine Hilfe. Ueberstark kam es plötzlich über ihn. So stark, so lebensvoll, daß es sich wie ein warmer Strom über ihn ergoß: die jähe Sehnsucht nach seiner halbvergessenen, längst verschmerzten todten Frau.Die Mutter! Sie war zwischen Himmel und Erde die einzige, die hier hätte sprechen dürfen und können. Keiner sonst und keiner je. Ach, reichte -denn keine Stimme von dort herüber, auch dann nicht, wenn ihr Kindes Lebensnoth nach der Mutter schrie " Laute Stimmen im Hof. Was denn jetzt? Eine Schlägerei, so dicht am Herrenhaus? Aber die lauten Stimmen kommen näher. Und jählings es ist sonderbar sehen Herr von Pontow und Ruth sich an, und das Blut erstarrt ihnen bis zum Herzen. Herr von Pontow thut sich Gewalt an und geht mit wankenden Knieen an das Fenster, das er aufreißt. Unten sieht's voller Leute. Man sieht ihn. Plötzlich alles still. Er" will fragen und kann nicht. Da tritt ein alter Knecht heran, die Mütze zwischen' den Händen. Gnädiger Herr entschuldigen der gnädige Herr man blos. Aber in der Scheune is woll 'n Unglück passirt. Wenn der gnädige Herr so gut wären und kämen eins herunter 13. Kapitel. öjja, es hatte schon seine Nichtigkeit: 1 y Jürgen von Pontow hatte sich G erschossen. So ganz einfach, als könne es gar nicht anders sein. Inspektor Marius hatte ihn noch die Treppe hinaufgehen und wieder herunterkommen hören. Da hatte er sich das Gewehr geholt. Dann war er in die Sckeune aeaangen. Gewiß, weil dort das aufgestellte Rom und Stroh den Schuß dampfte. Vielleicht auch aus einem andern Grund. Vielleicht, aus gar keinem. DaS würde kein Mensch je mehr erfahren. ' Er lag in einem Nebenraum der Tenne, etwas hintenüber auf einer Strohschaube. Ern Stallzunge, der siä SKeu holen wollte, fand ihn zuerst. Dann kamen schon Leute, die auch den Knall gehört und danach gesucht hatten. Das Gewehr rauchte noch, und er war auch noch warm. Aber ein alter Kubknecht. der als balber Doktor bei den Leuten in großem Ansehen stand, sagte gleich: .De Luna is dörch un I dörch. Doar is nicks bi to inoaken. I JTOl itnf Mit? feX.fct : . "

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Alö Herr von Pontow mit Ruth kam, wich alles auseinander. Er ging stumm, ohne um sich zu sehen, beugte sich über, seinen todten unaen und

legte ihm die Hand'auf Herz und Stirn. Er sprach nichts. Auch von Ruths Lippen kam kein Wort. Noch vor zehn Minuten hatte er lebendig vor ihr gestanden. Mit ihrem Tllchlein wischte sie ihm das Blut ab, aber es war zu viel. Jürgen!" sagte sie plötzlich in das starre, verstellte Gesicht. Und: Jürgen!" schrie sie verzweifelt auf und warf sich über ihn. Herr von Pontow riß sie fort.'Nack der Wunde sehen er kann nicht todt sein " stammelte er. 1 Mit bebenden Händen löste er Sie Kleidungsstücke. Er warf fiefi nieder und legte da3 Öhr auf die Herzgegend. Jurgen! Jurgen!" raunte er oann dicht an seinem Ohr. Jürgen, mein JUNg!' Aber sein Sohn blieb stumm. Ein reitender Bote jagte vom Hof den Rambiner Arzt zu holen, ein andrer, an der Poststation ein Tele gramm an Erich aufzugeben. Drei der Leute faßten Jürgen, um ihn in'S Haus zu tragen. Bei der Bewegung floß das Blut wieder. Herr von Pontow drängte den einen hastig zurück, schob selbst seine Hände unter des Todten Schul- j tern, und so gingen sie über den! Hof. Unterwegs zog er die eine Hand hervor, drehte den blonden Kopf seines Jungen mit dem halboffenen Mund und den glasigen Augen ein wenig zur Seite, so daß er sich ihm in den Arm bettete und so trug er ihn über die Schwelle, über die er ihn soeben verjagt hatte. In mein Zimmer," stieß er heiser heraus. Dort stand ein breites, altes Ledersofa, auf das legten sie ihn nieder. Die Knechte schlichen sich auf den Fußspitzen heraus. Da wurde es todtenstill. Herr von Pontow achtete es nicht, ob er allein mit dem Todten war, oder ob noch sonst jemand in der Stube weilte. Er sah mit brennend trockenen Augen in die veränderten Züge. Heiß und heißer ward es ihm um's Herz. Ihm war plötzlich, als habe er von seinen Kindern, als habe er ton allen Menschen auf der Welt diesen am meisten geliebt. Ueberwältigend war diese Vorfiellung. Jürgen mein Jung war das nöthig ?" murmelte er. Die Worte kamen in Stößen heraus. Und plötzlich stand die letzte wüste Szene grell vor seinen Augen. Das letzte Zusammensein mit seinem Sohn. Die Hände brannten ihm plötzlich wie Feuer, diese Hände, die vor noch nicht einer Stunde : Er dachte es nicht zu Ende. Ein lauter, jämmerlicher Aufschrei kam ihm aus dem Mund. Die Kniee wichen unter ihm, und er , stürzte vor dem Sofa zusammen wie ein getroffenes Stück Wild. Er merkte es nicht mehr, daß AnnaBeate und Ruth ihm zu Hilfe herbeieilten. Pastor Roth durfie Jürgen nicht beerdigen, seine Amtsauffassung verbot ihm das. Es war der bitterste aller Tropfen in dem fast geleerten Lebenskelch des alten Mannes. In der Abendstunde, im Mantel der Dämmerung kam er aufs Schloß. , Man ließ ihn mit seinem einstigen Schüler allein. Herr, wärest Du hier gewesen, unser Bruder wäre nicht gestorben." Dunkel umfing die Stunde, in der der alte Mann am Todtenlager seines liebsten Schülers kniete. Die Dunkelheit, der jeder letzte Lichtschein verloren ging. Wohin wohin war dieser Knabe gegangen? Als Pastor Roth herauskam, sah er verfallen aus, zum Greis geworden. Anna-Beate gab ihm stumm die Hand. Er wollte sprechen, aber er schüttelte nur den Kopf mit den dünnen, weißen Strähnen, blickte zur Erde und ging. In der Nacht mit Fackelschein ward der jüngste Sproß der Pontows begraben. Es folgten alle, alle aus Haus und Hof, obwohl die Kirche ihren Se. gen nicht mitgab. Philipp Marius, schnell herbeigerufen, sprach das Gebet. Ringsumher schluchzte das Volk. Sie alle hatten den blonden Junker liebgehabt und sich aus die Znt gefreut, in der er selbstständig das Gut verwalten werde. Herr von Pontow sah und hörte von allem nichts, seine Töchter boten ihm an, ihn zu stützen, er wies sie zurück. In dem flackernden Fackelschein sah sein Gesicht leichenfahl aus. Weder vor- noch nachher sprach er ein Wort. Unter der Menge, die sich in. der Nacht verlor, waren auch einige von Jürgens Lehrern. Hätte sich dies offenkundige Vorgehen nicht vermeiden lassen?" fragte einer von ihmn den Arzt. Es wird doch soviel vertuscht, warum nicht diese rasche, unselige That, so daß nun ein Pontow unkirchlich bestattet wird?" Der arme Kerl ha aus all seinem Treiben nie ein Geheimniß gemacht." versetzte der Arzt. Bis auf dies letzte hat er sich um keine Zuschauer bekümmert. Und überdies sehen Sie sich doch einmal Herrn von Pontow an. Dem ist vorläufig das Dach überm Hause zusammengestürzt, da ist man dann ein schlechter Schauspieler.nj? wollen auch nicht untersuchen, wie

weit eine bessere Erziehung als die seine V -. -r . . ' .. , . .

oas ucoci geoanoigt hatte. Dies ist unter vorliegenden Umständen eine trübselige Arbeit. Wir können nur Gott danken, daß der arme Junge nur sich selbst den bösen Stoß versetzt und nicht noch andre mit sich gerissen hat. Das war gar keine so fernliegende Gefahr." Und die Unheilstifterin?? fragte der Lehrer erschüttert. Dies Fraulein Beer?" Der Arzt lächelte. Unheilstiftern! ist etwas hart. Zu dieser traurigen Rolle, öerr Oberlekr,? fnnni Uh .konnten unsre eigenen Töchter gelanCITM rr c ... üc. mouen oocy hier reine UN aerechten Verwechslunaen anstellen. nicht wahr." Nach diesem bekam alles ein andres Gestcht. Olga Beer betrat das Haus nicht wieder. In der düsteren Stunde, in der der Schrecken um das Geschehniß alle Gemüther erfüllte, hatte sie sich einen Einspänner anschirren lassen und war nacb Rambin zurückgefahren. Und von dort betrieb sie es. daß ihre Tank mit ihr in eine andre Provinz verzog. In dem Hause Pontow sah sich kelner nach ihr um. Vielleicht empfand nicht einer dort die Tragik ihres Geschicks. Gottfried von Pontow nannte ihren Namen nicht mehr. Er hatte überHaupt seit jenem Tag das Sprechen fast verlernt. Wer es vorher nicht gemerkt hatte, der sah es jetzt: er wurde ein alter Mann. Es war das schlimme Altern, das nicht nur die Jahre schassen. Da kam es heiß über Ruths Herz. All ihr Trotz, ihre Eigensucht, wie lag es ihr plötzlich so fern wie dünkte es sie so kindisch. Nicht mehr als jene, erschien sie sich, die noch vor Wochen unbesorgt über die Felder geritten war, verlachend die Einsamkeit, die sie hinter sich ließ. Nun kroch sie so bange an den Vater heran. Nicht, um ihm zu helfen um sich selbst helfen zu lassen, gegen das Grauen, das draußen einherschlich. Er sah und fühlte sie lange nicht. Jürgen war ja sein Lieblingskind geWesen das stand ihm klar und fest. Er ging nicht zu seinem Grab, aber er saß in seiner Stube und grübelte, wie das Leben des . Jungen anders einzurichten wäre und schreckte dann plötzlich wieder auf vor dem leeren Bewußtsein, daß es an dieses Jungen Leben nichts mehr einzurichten gab. Die Tage standen todt über Luckmühlen. Besucher mieden das Haus. Die Draußenarbeit besorgte MariuS in altgewohnter Regelmäßigkeit, und drinnen fiel nichts mehr vor. Nur seine Pferde, die waren das einzige Lebenselixir des alternden Mannes.' Dort allein konnte er auf Stunden den Druck abwerfen, der sich auf sein Leben gesenkt hatte. Die dahinten auf Luckmühlen," hieß es in der Umgebung. wenn von den Pontows die Rede war. Fast mit einem unheimlichen - Geflüster. Und wenn hin und wieder einer aus dem Hause zu Besorgungen nach Rambin kam, wich man ihm mit unwillkürlicher Scheu aus, wie einem Gezeichneteiu 14. Kapitel. um zweiten Male nach Jürgens Tod blühten die Linden, eucytendcrFrühsommerduft lag über

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dem alten Pontow'schen Herrengarten. Mitten in Sonne und Blüthenduft fand hier Philipp Marius sein Königskind wieder. Er war jetzt ordinirt. Er hatte Gönner an den höchsten Stellen, sein Weg lag vor ihm in lauter Licht. In vierzehn Tagen sollte er seine Stellung an der Hofkirche der Landeshauptstadt antreten . Ruth hatte auf einer Bank gesessen, müßig in das Blättergeflimmer geschaut. Es war Sonntagmorgen. Ueber Busch und Mauer her kamen die letzten verhallenden Glockentöne. Ein neuer Pastor hielt dort den Gottesdienst ab, Anna-Beate war zur Kirche gegangen. Als das Mädchen Philipp Marius sah, lächelte sie und stand auf, ihn zu begrüßen. Sie wußte durch den Inspektor von seiner ehrenvollen Anstellung. Er aber stand und sah ihr mit stockendem Athem in's Gesicht. Was hatten die letzten zwei Jahre, in 'denen er nicht hier gewesen war, aus ihr gemacht! Sie schien ihm größer geworden und schlanker. Die Gesichtsfarbe seltsam durchsichtig, die Augen dunkler. Einen Moment hatte er sich sogar gefragt, ist sie das oder Anna-Beate? Und doch war kein Schimmer von Aehnlichkeit in ihren Zügen. Das laute Pochen seines Herzens war plötzlich still. Er wagte nicht, ihre dargebotene Hand zu küssen. Und doch meinte er sie noch nie so grenzenlos geliebt zu haben. Sie haben mich hier gesucht?" fragte sie. Ein stummes, heftiges Nicken war das einzige, was er hervorbrachte. So wollen wir noch ein Weilchen hier sitzen bleiben," sagte .sie. Papa ist überdies ausgeritten und AnnaBeate ist in der Kirche. , Es ist schön hier, nicht wahr?" Wunderschön" sagte er gedampft, in tiefster Ueberzeugung. Seine Herzensstimmung schwankte . zwischen Thrätten und Jubel. Und nun erzählen Sie von. sich!" (Fortsetzung folgt.)

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