Indiana Tribüne, Volume 29, Number 149, Indianapolis, Marion County, 16 February 1906 — Page 6
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Der neue Chef deS GeneralstaveS.
Berlin, im Januar. Die Entscheidung darüber, daß Moltke der Nachfolger des Grafen r? c , H9 liessen weroen omt, war oerc gefallen, als iener zum Generalquar tiermeister ernannt wurde und dadurch t n- ..1 . elne eigens zum Jwea oer uinaruci tung in die Geschäfte des-Chefs geschasfene Stellung erhielt. Es ist viel Ueberflüssiqes über die Ernennung erzählt und gemuthmaßt worden. Darüber allerdings kann bei jedem, der den vornehm zuruckhaltendenCharakter oza Generals von Moltke kennt, kein Zweifel' obwalten, daß er sich nicht dazu zedrängt hat, der Nachfolger seines großen Oheims zu wrrden. Der Neffe hat mit dem Onkel nicht nur eine gewisse äußerliche Aehnlichkeit gemein, ein echt Moltke'scher Wesenszug: Besch:idenlit und das Fehlen jedes persönlichen Ehrgeizes, ist auch dem Neffen eigen. Beide Moltte's kennen nur den einen Ehrgeiz, nach besten Kräften ihre Schuldigkeit zu thun. Ob außerdem auf den jüngeren Moltke. der so viele Jahre in den nächsten persönlichen und dienstlichen Beziehungen zu einem der größten Schlachtendenker aller Zeiten gestanden hat. auch etwas von dem Moltke'schen Genius übergegangen ist, das vermag nur der Krieg zu entscheiden. Die in Friedenszeiten über die Befähigung des jüngeren Moltke angestellten Betrachtungen beruhen somit auf schwankenden Grundlagen. 23ii müssen mit der Thatsache rechnen, oan uns . nach einer 36jährigen Friedensepoche die kriegserfahrenen General; ausgehen. Was es übrigens mit Fü$rern, denen ein glänzender Kriegsruhm vorausgeht, manchmal für eine Bewandtniß hat, beweift der Fall Kuropatkin. Der Mann, der in Ostasien Niederlagen auf Niederlagen erlitt, galt vor dem Kriege im russischen Heere als ein Genie ersten Nanges. Die Bescheidenheit der beiden Moltke's ist keineswegs mit einem Mangel an Selbstvertrauen a la Kuropattin verbunden. Der jüngere Moltke hat es oft beklagt: daß es jahrelang sein Schicksal gewesen sei, im Schatten eines großen Mannes zu stehen." Diese eigenen Worte des Generals kennzeichnen treffend seinen bei aller Bescheidenhei selbstbewußten, nach Unabhängigkeit und eigener, veranwortlicher Thätigkeit strebenden Charakter. Trotz aller pietätvollen Verehrung, die er dem großen Oheim entgegenbrachte, die sich in der feinsinnig redigirten Herausgabe seiner hinterlassenenWerke ausdrückte, hat ihn die Stellung als persönlicher Adjutant seines Onkels nie voll befriedigt. Mit Leib und Seele Soldat, sehnte er sich danach. seinen Beruf rncht nur m den Hochgefilden der' Feldherrntheorie. sondern auch in den Niederungen des praktischen Truppendienstes kennen zu lernen. Der Kaiser ernannte ihn zum Kommandeur des Alexander - Regiments. Nicht die repräsentative Seite dieser Stellung an der Spitze einer glänzenden Gardetruppe mib ihren alten traditionellen Beziehungen zum russischen Kaiserhause, zur russischen Armee und Diplomatie reizte den neu ernannten Regimentsfllhrer in besonderem Maße. Mit jugendfrischer Passion vertiefte sich Oberst, von Moltke in die Finessen des Rekrutendriys, suchte die Lücken, die ihm in Bezug auf den praktischen Dienstbetrieb noch anhaften mochten, auszufüllen, und verstand es, dasRegiment auf einer derartigen Höhe der Ausbildung zu erhalten, daß es der Kaiser bei einer Besichtigung als m Muster und Vorbild für die gesammte Armee hinstellte. Ein Hauptgrundsatz der Moltke'schen Regimentsführung war es. bei allen seinen Untergebenen die Dienstfreudigkeit zu heben. Mit größer Schärfe schritt er gegen Soldatenmißhandlungen ein; mit keinemUnteroffizier wurde weiter kapitulirt. du sich einer Mißhandlung Untergebener schuldig machte. Daneben förderte er die kriegswissenschaftliche Thätigkeit derOffiziere, insbesondere das Kriegsspiel, dessen Leitung er in jedem Winter persönlich übernahm, und das ihm Gelegenheit bot. sein durchaus selbstständiges militärisches Denken vor einem größeren Kreise von Offizieren zu offenbaren. So sehr sich der damalige Regimentskommandeur auch für'alleDctail, fragen des Kasernenhofdrills interessirte. so ging er doch niemals im kleinlichen 'Gamaschenkrimskrams unter. Seine Untergebenen fühlten, daß er !n dem Kleinsten stets das Große sah nicht -die Einzelheiten um ihrer selbst willen, sondern nur im Zusammenhange mit dem großen Ganzen gefördert wissen wollte. Und gerade diese E:genschaft scheint ihn für seine verantwortungsvolle Stellung günstig zu qualifiziren. Im Falle späterer Kriege ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß wir nach mehreren Fronten unserer Reichsgrenzen hin zu kämpfen haben würden. -Die operative Kriegsthatgkeit des alten Feldmarschalls Moltke würde dann von ' mehreren GeneralI stabschefs auf den getrennten Kriegs- , ,ferti fnft srknr vts: ..."ti UUUflUIlU Ul lltl4UllVll kusgcuvl werden. Die Schaffung der Oberquartiermeisterstellen im großen Generalstabe, die sich allmählich vollziehende Annäherung des Admiralsstabs der Marine an den Armeegeneralstab deuten die für den Krieg beabsichtigte Theilung des Generalstabs nach den verschiedenen Kriegsschauplätzen unter einer gemeinsamenOberleitung an. Der Chef 5es Generalstabes der gesummten
deutschen Kriegsmacht wird im Kriege im Wesentlichen das anzuordnen oder
dem Kaiser vorzuschlagen haben, was zur Erhaltung der Einheitlichkeit der Kriegsführung auf den verschiedenen Kriegstheatern nothwendig ist. Hierzu bedarf es in erster Linie einer Persönlichkeit mit weitem Blick, es bedarf großzügigen, klaren Denkens mehr als einer intimen Kenntniß aller Einzelheiten des Truppendienstes. Wenn somit kein 'Grund Dorliegt. wegen der kurzen Frontdienstperiode des Generals von Moltke das Vertrauen zu ihm als Strategen für den Kriegsfall zu erschüttern, so kann man auch für seine Friedensthätigkeit Hoffen, daß unter seiner Leitung der Generalstab auf der hohen Ausbildungstufe erhalten bleiben wird, die ihm seine Vorgänger gaben. General von Moltke hat als Führer wie als Lehrer im Frieden vor allem Werth auf srische Initiative und entschlossene Offensive gelegt. Seine Manöveranlagen, besonders die Manöver der 1. Gardedivision im Jahre 1900 und das Kaisermanövers 1905. zeigen dasBestreben. das bewegliche Element in der Krieqsführung scharf hervortreten zu lassen. Demgemäß wurden an die Mauschle:siungen bei der Infanterie, auch an die Reserve- und Landwehrformationen ganz außerordentliche Anforderungen gestellt. Unfer nunmehriger Moltke l l huldigt ganz offenbar der in der militäiischen Literatur duich den General von Bernhardi. in der Praxis durch den Grafen Häseler vertretenen Richtung. die in dem Zukunftskriege dem die größten Chancen zuspricht, dessen Truppen den Gegner todtmarschiren können. Ein monatelanger Stillstand der Operationen wie im ostasiatischea Krieg ist zweifellos nicht nach seinem Geschmack. Weiterhin läßt sich von einem Charakter wie dem des Generals von Moltke unbedingt annehmen, daß er. der selbst jahrelang widerwillig die Bürde alsNepos" eines Großen getragen hat, jeglichemNepotisnl s. jeglicher Streberei und Kriecherei geg'nüber unzugänglich sein wird. Die Festigkeit und Männlichkeit seines Wesens rechtfertigen das Vertrauen, daß er auch nach oben hin seine Pflicht verstehen wird. Er würde niemals die schwere Last einer verantwortlichen Stellung auf sich genommen haben, wenn er nicht die Sicherheit hätte, ihr gewachsen zu sem und ln lhr die lciß ersehnte Selbständigkeit zu finden. in Köttigsschlo unter der Mit ternachtSsonne. Der König Haakon und seine kleine Königin haben suli nachgerade m.d?r harlptstädtlschen' 5tonigsvurg, dem bisher melitens leer aeweseiien linpo santen Schlosse, häuslich eingerichtet. und die Norweger gewöhnen sich an den übrigens lehr veiäMdencn Ho recht aut. Da aber das chlok in Chrlstiama dle einzige vorhanden Aufmthaltsaeleaenheit ' für die Uo nigsfamilie bildet, erörtert man jetzt schon sehr eilna die raae emes om merscklosses. eine Diskussion, die na mentllck auck gefordert wird durch den lebhaften Wumch verichiedener, . oder - " . . - . sagen wir aller Landestyclle, wenig stens für einen Theil des langen Iah res das Konlgspaar bei jlch zu sehen. Aber wo bereuet man dem umwor bcnen Herrscherpaare am besten ein kleinK molliges ommerwuctu Staatsminister Michelscn. der ciaent. licke ..Konlasmacker". ' ist Bergen?er und denkt wohl daran, bald einmal wieder dauernd nach Bergen zu über siedeln. Er hätte gcwln gerne .ern baar Monat im Sommer das' Ko nigspaar der sichund gab zu emem Königsschloß :n Bergen, der Haup: stadt des westlichen 9!orwegens". ein sehr nachdrücklickzc Anregung, indeni v onrtlrtl er ein vielsacner lutmwnu zn.il Ausbau der alten ..Saakons-Hallc" iu Bergen wie für die Einrichtung der Kommandantenwoynung oer Festung Veraensbus zu cmcr Konigswohnung die Summe von 10,000 Kronen ßrferte Mer auch Trondhiem. dl alte KronunaSitadt. macht Ansprüche auf die Sommerresidenz. - Und es i't wohl kaum ein größerer Bauernhof im Lande, der nicht rn airer Zoit ge leaentlick einen König Haakon oder Olan beherbergt hätte und daher sich befugt hält, bei der Ortswahl mit in Betracht gezogen zu weroen: Um aber all' der eifernden Werber auüt tu werden, tritt ietzt das einflun reiche Organ Werdens Gang" mit dem interessanten Plane hervor., im nördlichsten Norwegen, im Lande der Mitternachtssonne, eine Sommerrcsi denz für den König zu lassen. Um Köniasschlok unter der Mitternachts sonne!" Das wäre doch endlich mal ein norwegischer Trumpf, den kein? andere Monarchie in der Welt über, trumpfen könnte. Das Projekt ist in der That anmuthend und hat dakei den politischen Vorzug, daß seine Ver wirklichung geeignet wäre, die einsa men Nord.Norwea.cr fester an die Na tion zu binden. Die Königsfamilie JU L 4 X scycmr man noai muji u-iiuü du.ya lvn wö sie im Sommer residun mckt? Wie man hört, steht Konig Haakons Wunsch übrigens weniger . . ä r pf nach einem zwelten aiiosse als mel mehr nach einem Schiffe, einem eiae nen Fahrzeuge! Er mochte reisen. 1 f f Of L Im frttVtrtM Q)nt.siA. naiurlicy zunacyir. m lcu,mic Strutb ist die Cigarrenfabrik von Engelhardt & Co. vollständig niedergebrannt. 120 Arbeiter sind dadurch beschäftigungslos geworden. '
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Lage, Einwohnerzahl und Verkehr der dänischen Hauptstadt. Naturzerdcr-Tie Kopeutzagencrinnkn-Ei' drucksvolle Bauten KopcuhagenZ Wap pen - Ter LZagUtrst - Jntereffante e schichte-SpezieUeS Studium ti Königö. Nicht im Rsgengrauen eines Wintertages, wenn bleifarbener Dunst sich über die Wölbung des Himmels spannt und über die von flatternden Nebelschleiern umsponnenen Seen der Stadt die klagenden Schreie der Möwen hintönen, sondern im Frühling, wenn Die Knippclbrücke. vom wolkenklaren Himmel die Sonne warm herniederlacht und die Buchen mit ihrem ersten zarten Blätterschleier in den märchenhaft klaren Wogen des Oeresund' sich spiegeln, offenbart die dänische Hauptstadt Kopenhagen, wo kürzlich der greise König Christian IX. die Augen zum ewigen Schlummer schloß, ihre ganze bestrickende Eigenart. Ein besonders charakteristischer Theil der auf den Inseln Seeland und Amag gelegenen, etwa 385,000 Einwohner zählenden Stadt zieht sich vom Königsneumarkt nach dem Rathhausplatze, dem das in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts im italienischen Stile des späten Mittelalters errichtete Rathhaus ein majestätisches Relief verleiht. Hier empfangt uns rn den von Handel und Verkehr durchhasteten und von glänzenden Laden besäumten Straßen der heiß pulsirende Strom des großstädtischen Lebens. Hier ergehen sich auch mit Vorliebe die anmuthsvollen Kopenhagenerinnen, denen ihre natürliche Liebenswürdigkeit, ihre weichen, biegsamen Bewegungen, ihre lässige Grazie, ihr bluthenweißerTernt, Die Friedrichskirche. ,. ihr in der Verklärung der Sonne ganz goldig schimmerndes Haar einen ge nen Liebreiz verleihen. Von dem Stadttheile Christianshaven auf Amag führen die Lange und die Knippelbrücke nach der Schloßinsel, wo die Rumen des von Christian IV (1588 bis 1648) erbauten, 1884 durch eine Feuersbrunst zerstörten Königsschlosses Christiansburg aufragen. Seit der Zeit hat die Königsfamilie ihren Wohnsitz in dem ausgedehnten Palaste Amalienburg aufgeschlagen. Unter Christian IV. wurde in der Kjöbmagerstraße' auch der ursprünglich als astronomisches Observatorium bestimmte runde Thurm errichtet, zu dessen Spitze der 1725 verstorbene Zar Peter der Große hinaufritt, wahrend iym seine Gemahlin in vierspännigem Wagen folgte. Weitere interessante Gebäude Kopenyagens sind das Thorwalosen-MU fr; ,3, rjj ijZßSi?j' 7t V vtt " v. viri.i 'i'iiImI V 4ifV-iX flttl 1 I - i I 1 1 y t rr ir Schloß Amalienburg. seum; die deutsche Friedrichskirche: die im 12. Jahrhundert erbaute, tm Jnne l ren mit mehreren Meisterwerken Thorwalösenö geschmückte Kirche Unserer Iföxau; bk königliche Oper, sowie die px Renaissancestil aufgeführte Börse
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mit ihrem 51 Meter hohen, von vier verschlungenen-Drachen aus getriebe-
nem Kupfer gebildeten Thurm. . An höheren Bildungsanftalten' besitzt Kopenhagen, außer einer Kunstakademle, einer Handels- und einer polytech!f... -k. . mimen 'lie, eine im ayre 12 ty begründete Universität. Bon dem Gesammthandel Dänemarks hat mehr als die Halste fernen Sitz in Kopenhagen. Die Stadt unterhält direkte SchiffsVerbindung mit Deutschland, Rußland. England und den Ver. Staaten. Die Industrie ist durch Schiffsbau. Dampfmühlenbetrieb, Webereien, Sodafabrikation. Porzellanfabriken. Maschinenfabriken, Bierbrauereien und Zuckersiedereien vertreten. Das Wappen der Stadt zeigt ein dreithürmiges Gebäude mit einem Roland im mittleren Thurm und je einem Löwen zu beiden Seiten. Die Verwaltung Kopenhagens untersteht einem Magistrate, der sich aus einem vom König ernannten Oberpräsiöenten, vier von der Vurgerreprasenjation gewählten und vom König bestätigten Bürgermeistern und vier unbesoldeten Rathsherren zusammenfetzt, die von der Bürgerrepräsentation auf sechs Jahre gewählt werden. Die Geschichte Kopenhagens läßt sich bis 1043 zurückverfolgen, in welchem Jahre der Ort zum ersten Male als Fischerdorf unter dem Namen Höfn erwähnt wird. In Sagen heißt er auch Kaupmanna-Höfn (Hafen der Kaufleute). Im Jahre 1254 erhielt Kopenhagen Stadtgerechtsame. Nicht weniger als vier Mal wurde wahrend Q Droschkentelephon. des 13. und 14 Jahrhunderts die Stadt von den Hanseaten genommen und geplündert. . Im Jahre 1443 er hob der Herzog Christoph von Bayern, der durch Erbfolge dänischer König geworden, Kopenhagen zu ferner Resi denz. Schwere Belagerungen hatte die Stadt in den Jahren 1523 bis 1524 und 1535 bis 1536 auszuhalten, weil sie es mit dem verzagten Konige Chn stian II., dem Tyrannen," hielt. Un ter Christian IV. wurde Kopenhagen stark befestigt, so daß die Stadt 1658 und 1659 dem schwedischen Könige Karl X. widerstehen konnte und durch ihre heldenmüthigeVertheidigung das ganze Relch rettete; auch 1700 wurde sie vergeblich von einer vereinigten englisch-hollandlsch-schwedlschen Flotte bom bardirt. Am 2. April 1801 erlag auf der Rhede von Kopenhagen dle da nische Flotte der englischen. Im Sep tember 1807 schössen, mitten im Frieden, die Engländer die Stadt in Brand und führten die aus 75 Schiffen beste stehende dänische Flotte hinweg. Es wurden damals über 300 Hauser n geäschert; mehrere hundert Menschen verloren ihr Leben. Der neue dänische König Friedrich VIII. zählt bereits 62 Jahre und ist mcht unerfahren in sein hohes schwieriges Amt eingetreten. Zur Bethätigung in Regierungsanzelegenheiten nr.- ? fjatt?Af Jlf König Friedrich und Königin Louise. hatte er während der zahlreichen Rei sen. welche sein Vater, Christian IX., in's Ausland unternahm, oder wenn dieser krank war, Gelegenheit. Auch besuchte er wiederholt fremde Fürsten Höfe. Als Kronprinz wandte -Fried rich VIII. insonderheit der landwirth schaftlichen Entwicklung' Dänemarks großes Interesse zu. In dem rn Däne mark eine so bedeutende Rolle spielen den Meiereibetrieb hat er derart eingehende Studien gemacht, daß er als Sachkenner gilt. Yriedrich VIII. ist seit 1869 mit. der Prinzessin Louise. der einzigen Tochter und Erbin des verstorbenen König? Karl , XV. von Schwecul und Nor wegen, vermählt. Die Königin galt bei ihrer Vermählung als die reichste Prinzessin Europas. Sie soll ihrem Gemahl ein. Vermögen von 36,000,000 Mark mitgebracht haben. Der Ehe sind acht Kinder entsprossen. . Der zweite Sohn Friedrichs VIII., Prinz Karl, hat unlängst unter dem Namen Hakon V II. den norwegischen KömgS thron bestiegen.- . '
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Zur fraucnsrage.
Die Entwicklung des FraucnstudiumS in Deutschland. Neue rbeitsgebiete Vcrsehlte Prophezei ung-ttkbcrfüUte Z?!ädchcngyttnasien Die Frau als Aerztin-Sewerbe und esiug ibbeamtinnen-Freie Bahu. Es dauerte unglaublich lange, bis man in Deutschland begriff, daß es eine eiserne Nothwendigkeit für die Frau war, sich in die Ablösung der Privatwirthschaft durch die Volkswirthschaft zu fügen und daß es Pflicht für sie war, für ihre im Hause überflüssig gewordenen,, brachliegenden Kräfte neue Arbeitsgebiete zu suchen, und zwar nicht allein wegen des volkswirtschaftlichen Gewinnes, den ihre Arbeit darstellt, sondern auch wegen ihres bedeutenden ethischen Elnflusses. Als vor nunmehr vier Dezennien der erste Verein zur Förderung der Erwerbsfähigkeit des weiblichen Geschlechts in Berlin in's Leben trat. moticirtc sein Begründer. Präsident Leite, die Nothwendigkeit desselben mit dem Umstand, daß die Frauen bis dahin nur die Wahl hatten, als Näherinnen oder Gouvernanten ihr Leben zu fristen. Für das kaufmannische Fach hielt man sie für so ungeeignet, daß sogar rn Amerika die ersten Geschäfte, die Frauen als Verkäuferinnen anstellten. vom Publikum boykotnrt wurden. Die ersten, selbstverständlich von privater Seite in's Leben gerufenen Frauengymnasien in Deutschland hatten mit der größten Unpopularität zu kämpfen. und die Frauenstudienfrage wurde in's Lächerliche gezogen. Die Prophezeiung, daß die Frauen mit der Zeit die Lust am Studium verlieren würden, hat sich nicht erfüllt. im Gegentheil, dle Lust ist so gewachsen, daß alle Madchengymnasien .und Gymnasialkurse, die von Vereinen in den verschiedensten deutschen Städten errichtet wurden, so stark besucht sind, daß verschiedene stadtische BeHorden wie die von Charlottenburg, Schöneberg. Breslau u. s. w. sich veranlaßt gesehen haben, selbst welche zu errichten und auch diese sind bereits überfüllt. Das Universitätsstudium' hat' sich als eine solche Nothwendigkeit für die Frauen erwiesen, daß auch die widersirebendsten Staaten sie als Hospitantinnen zulassen, Baden und Bayern sogar neuerdings als immatrikulirte Studentinnen. Die Zulassung der Frauen zu den medizinischen zahnärztlichen und pharmazeutischen Staatsprüfungen in Deutschland bewirkte, daß sich zahlreiche Frauen mit großem Erfolge dem medizinischen Studium zuwandten, und obwohl , die Bedürfnißfrage nach weiblichen Aerzten von gegnerischer Seite stets verneint wurde, hat die Praxis gelehrt, daß weibliche Aerzte nicht nur eines großen Zuspruchs sich erfreuen, sondern in vielen Fällen sogar ihren männlichen Kollegen vorgezogen werden. Ganz besonders haben sich Frauen als Jrrenärztinnen bewährt, in welchem Berufe ihre weiblichen Eigenschaften in schönster Weise zur Geltung kommen. Nicht minder segensreich kann die Frau als Frau in einem der neuesten Frauenberufe in Deutschland wirken, in dem der Gewerbebeamtin. Seit wenigen Jahren erst ist ein solcher Versuch gemacht worden, aber allmälig folgte ein Bundesstaat dem anderen, so daß gegenwärtig 22 weibliche Gewerbebeamte im Deutschen Reich thätig sind, allerdings meist nur als Hilfskräfte. Mit akademisch vorgebildeten Frauen hat nur Baden bis jetzt gearbeitet und mit ihnen als selbstständigen Fabrikinspektorinnen ausgezeichnete Ersahrungen gemacht. Jedenfalls ist es auch ein Beruf, zu dem die Frauen unendliches Verständniß für die physischen und psychischen Bedingungen, unter denen ihre arbeitenden .Mitschwestern leben müssen, sollen sie an Leib und Seele nicht gefährdet werden, mitbringen. - Von großem Werthe unter den neuen Frauenberufen hat sich die Gefängnißbeamtin erwiesen, so daß man ihr auch die oberen Aemter im Gefängnißwesen XX flttl St A V V r(- Y . l a.. OswM.M . uuiju.mu t. u.;ut tiuci. uic uiiuu und Waisenpflegerin und verschiedene nniPt Qynrinß Vr sniTfT' C-l1f2if'iHin IUtVWV 4VWlV VVfc VJlUibi U it AiilUii' seit. Und findet man, daß .sie trotzdem auch in solchen Berufen Fuß gefaßt hat, wo mau einen solchen Einfluß nicht. für nöthig oder möglich hielt, so dient auch dies nur der Erkenntniß daß man ihr auf allen Gebieten freie Bahn geben muß, damit sie selbst suchen und finden kann, wo sie sich am besten zum eigenen sowohl wie zum Vcsten der Gesammtheit entfalten könne. . . Der WeZhnachtspq.cketverkehr in Deutschland wies im letzten Jahre wieder eine beträchtliche Steigerllng auf, wenn diese auch in Berlin bei der Gesammtstückzahl der aufgegebenen und eingegangenen Packele nur etwa die Hälfte des ZuWachses im Jahre 1904 erreichte. In N,rl,n IrmrVn tinrn 19 fiia 9 !i.. V . ! 1 V zembcr ' einschließlich insgesammt 2,355.620 Packete aufgegeben, das sind 69.513-mehr als 1904. . M t.d i 3 i n ft u d i r e n d e ii x a u t n sieht in England eine besondere medizinische Frauen-Schule in Lrr.ten zur L:rfügunz. ;
