Indiana Tribüne, Volume 29, Number 149, Indianapolis, Marion County, 16 February 1906 — Page 5
Jndiana Tribüne, 10. Februar Iüüö
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fra Diavolo.
Von Rudolf Hirschderz.Iur. Vom tödtlichen Schusse getroffen, war Fra Tiavolo vor die Rampe gerollt, die letzt:n önc der Oper waren verklungen, und schon zerstreute sich die aus d?n Thüren des Theaters strömende Menge in einzelne Gruppen. 9Wn, nein. Doktor, keinen Wagen sagte die Baronin zu ihrem Begleiter. ist noch so früh, und mir ist von all der Näuberromantik noch so abenieuerlich zu Sinn, daß ich unmöglich schon nach Hause fahren kann. Führen Sie mich in's Kafe dort. Sie haben mir schon einen Theil des Abends geopfert, also wird es Ihnen auf ein halbes Stündchen mehr auch nicht ankommen." - Aber mit Vergnügen! Freudenopfer werden mir nie zu viel. Die Zeit opfert sich sehr nett in Ihrer Gesellschaft. Also streiten wir uns noch ein halbes Stündchen!" Weshalb streiten?" Nun, wir streiten uns doch immer. Oder smd Sie inzwischen meine Gesmnungsqenossm geworden? Hat die Oper Sie bekehrt von Ihrer Unduldsamkeit und Ihrem Glauben an die allein selig machende Tugend, die stets die Wege des Gesetzes wandelt?" Aber, lieber Doktor, wenn man sieht, wie ein Näuberhauptmann schließlich erschossen wird, so ist das doch kein Anlaß, ihn als ein nachahmenswerthes oder gar als verlockendes Beispiel zu betrachten!" Gewiß nicht! Aber wenn man sieht, wie keck und ritterlich und liebenswürdig sich dieser elegante Bandit beträgt, dann ist man doch keines moralischen Abscheus mehr fähig; dann muß man den unverschämten Kerl doch gern haben. Sie sprachen vorhin selbst ganz entzückt von der Räuberromantik!" Von der Romantik! Ja! Im Leben singt der Räuber aber nicht Tenorarien mit Orchesterbegl:itung und benimmt sich auch sonst weit weniger angenehm als auf der Bühne. In der Wirklichkeit gibt es eben keine Romantik mehr!" Und hat es nie gegeben. Weil die Romantik nie in der Wirklichkeit selbst liegt, sondern immer nur in dem freudig empfänglichen Sinn, der sie verklärt oder auch verträumt. Wer mit romantischem Herzen durch's Leben geht, für den treibt Fra Diavolo noch überall sein Spiel, und ich hätte selbst oft Lust, mitzuspielen." Ich nicht! Kaum das Zuschauen vermag mich zu reizen. Ich kann es eben . nicht romantisch finden, einen harmlosen Geldbriefträger zu erschlagen und zu berauben oder eine arme alte Waschfrau um ihr Sparkassenbuch zu beschwindeln. Ja, wenn Sie imstände wären, mir ein nettes kleines Verbrechen vorzuspielen, bei dem niemand ernstlich zu Schaden käme, so würde Ihre Romantik mich vielleicht ergötzen, und Sie dürften sich eine Gnade dafür ausbitten." Gut." entgegnete br. Doktor, indem er die vom Portier geöffnete Thüre des Kaff.'ehauses durchschritt, ein solcher Sckerz kann sogleich in Szene gehen. Wenn er glückt, erbitte ich mir eine Tasse Thee und eine Cigarette in Ihrem kleinen Salon; wenn er mißlingt, büße ich meine Anmaßung mit einem Psund Pralinees. Soll's gelten?" Ich halte die Wette. Aber was wollen Sie thun?" Sie bis an dieses Tischchen geleiten und Ihnen den UmHang abnehmen! So... und wenn ich nun meinem Ueberzieher entschlüpfe, stehe ich doch mit meinem Frack und meiner Haltung einem Zahlkellner mittlerer Güte an Eleganz nicht nach, wie? Ich werde sein Amt usurpiren. mich gar nicht erst an Ihrer Seite niederlassen, sondern als heimlicher Fra Diavolo das Lokal durchstreifen, und wenn der echte Zahlkellner gerade an der entgegengesetzten Seite beschäftigt ist. hier das Geld der Gäste einkassiren. Sie sollen mal sehen, ob ich Talent zum Hochstapler habe." Und dann geben Sie den Raub wieder großmüthig heraus? Run, Ihren Scharfsinn haben Sie bei dem Plane dieses Verbrechens nicht überanstrengt." Ueberanstrengung ist überhaupt nie mein Ehrgeiz gewesen. Sie vernichtet jede Eleganz. Passen Sie auf, es wird allerliebste Szenen geben!" Tann hüten Sie sich nur vor dem blau gekleideten Herrn gleich hier drüben. Er hat so etwas Geheimpolizistisches an sich und läßt Sie, seit wir eingetreten sind, nicht aus den Augen. Es wäre mir nicht eben angenehm, wenn .Sie von meiner Seite weg als Schwindler verhaftet würden." Keine Sorge. Baronin; ich werde mich Zeder Situation gewachsen zeigen." Mit diesen Worten hatte er sich von ihr entfernt, schlenderte nachlässig von Tisch zu Tisch und ließ seine fragenden Oberkellnerblicke mit einer solchen Ruhe durch den Saal gleiten, daß ihm die Baronin eine heimliche Anerkennung nicht versagen konnte. Schon hatte er den Weg durch das Lokal hin und her einmal vergeblich gemacht, da rief eS . ganz in seiner Rahe: Ober zahlen!" Es war der blaugekleidete Herr, in dem die Baronin einen Geheimpolizisten gewittert hatte. Bitt schön," sagte der Doktor und stand in geschmeidiger Haltung neben dem Gaste, nachdem er sich durch einen Wies uberzeuat hatte, dak der Baronin
die täuschende Natürlichkeit semes
Spieles nicht entging. Eine Schale Braun. Ein Gevack. 25, 10. 35." Geben Sie mir, bitte, auf den Schein heraus!" Hundert Mark? Ja, ich weiß wirklich nickt, ob ick nock qenuq Gold . . ." Nun. wenn Sie nicht wissen, dann sehen Sie gefälligst nach. Und wenn Sie's nicht haben, dann lassen Sie an der Kasse oder am Büffet wechseln. Wie Sie's machen, ist mir ganz gleich. Aber etwas schnell, wenn ich bitten darf. Ich habe Eile!" Ueber die große volle Ledertasche, um die Hand mit dem bekannten Zahllellnergrlss darin zu versenken, verfügte der Doktor nicht. Doch entging er noch der Gefahr, sich am Büffet entlarvt zu sehen. In dem zaghast gezogenen eleganten Juchtenportemonnaie fand sich noch hinreichend kleines Geld, um dem Wunsche des Gastes zu entsprechen. Na also." sagte dieser und schob ihm gönnerhaft die beiden' Nickelstücke zurück, die der Doktor mit einem verstöhlen geflüsterten Danke wieder in lein Portemonnaie steckte, während der freundliche Geber, ohne seine Hilfe abzuwarten, schon in den Ueberzieher gefahren war und mit der Eile, von der er eben gesprochen, das Lokal verlassen hatte. Da kam aus der Tiefe des Saales hastigen Schrittes der wirkliche Zahlkellner herbei und rief dem Portier zu: Halten Sie den Herrn fest, der eben ging. Er hat nicht bezahlt!" Sogleich jedoch beschwichtigte ihn der Doktor, den der Oberkellner kannte, mit der Erklärung, der Herr habe ihn gebeten, die Zeche für ihn zu berichtigen. Eine Schale Braun und ein Stück Gebäck. Nicht wahr?" sagte er, indem er jetzt neben der Baronin Platz nahm und khr zuflüsterte: Schade, daß ich den Scherz so schnell habe abbrechen müssen. Jawohl." versetzte der Zahlkellner. Aber vorh.er hatte der Herr schon eine Hummermayonnaise, einen Roquefort mit Pumpernickel und eine Flasche Bernkasieler!" So eine Unverschämtheit." rief Ux Doktor perplex. Als er jedoch dem spöttischen Blick der Baronin begegnete, murmelte er mit Galgenhumor: Da sehen Sie's' Habe ich Ihnen nicht gesagt, es würde eine allerliebste Szene geben? Schön. Herr Ober, hier sind hundert Mark. Da ziehen Sie die Zeche ab, die mein Freund gemacht hat!" Der Kellner nahm den Schein, betrachtete ihn zunächst mit einem kurzen, gewohnheitsmäßigen, prüfenden Blick, hielt ihn dann gegen das Licht, besah ihn genauer und sagte schließlich achselzuckend: , . Bedaure sehr, Herr Doktor,, der Schein ist falsch!" Was? Das ist ja nicht zu glauben!" Bitte sehr, wollen Sie sich gefälligst überzeugen, wie unscharf die Strafandrohung gedruckt ist? Die Reichsdruckerei macht das besser." - Die Baronin zerbiß jetzt beim Anblick seines verblüfften Gesichts vor unmäßigem Vergnügen den spitzenbesetzten Battist ihres Taschentuches. Auf seine Bitte reichte sie ihm ihr zierliches Geldtäschchen, und als er die Rechnung des Schwindlers daraus beglichen hatte, bemerkte sie schalkhaft: Ich leihe Ihnen auch aern den Betrag für die Pralinees, die Sie nun verloren haben." Da gewann auch er seine Heiterkeit wieder: Aber nein. Baronin. Sie haben verloren. War das nicht eben ein nettes kleines Verbrechen? Und bin ich etwa ernstlich zu Schaden gekommen? Ob ich das Geld verjeut hätte, oder ob es jetzt dieser höchst anerkennenswerthe Gauner mit kluger List errafft hat. das bleibt sich für rnKi wahrhaft gleich. Also darf ich um meinen Thee und meine Cigarette bitten, nicht wahr?"' Die Baronin lächelte pikant: Nun denn, ja! Aber hier im Kafe haben Sie sich für heute Abend zu lächerlich gemacht. Also kommen Sie, Fra Diavolo!" gtaTcwtcixltafblixUie. , Leutnant (die zu? Uebung eingezogenen Reservisten exerzirend): Dort der vierte Mann, wie greift er denn das Gewehr an. und das giftige Gesicht dazu Mensch. Sie Haben's doch hier mit einer königlichen Waffe zu thun und nicht mit Ihrer Schwiegermutter." ' AnsgczvZclzcn. Bankier (beim Diner): Sind Austern gesund, Herr Doktor?" Arzt: Mich hat wenigstens noch k:ine konsultirt." S nd xncV Skhah. Jetzt i und mei' Schatz. Miar find a paar Leut, Tia so alt als se sind, AZ Leba noch freut. Und toea'r noch freut, Bei deam isch net g'fehlt, Und tväx'i au' scho' lang hear. .Tab's .vierz'ga hätt g'schnellt. Miar boid' HSnt de Schnall Halt eia verpaßt, . Drum ifch au' so manckel Un5 noch net tocrdla&t! . Jo, i und mei' Cchatz, Miar find a paar Leut, I glaub bald, miar tver'et Uns'r LebtZg net g'scheut.
SclbttmorÄr in Grealcr New Uork.
Ihre Za'I im Jahre , 1VS und ihr verschiedkne ttrsachen-Tie Teutsche. d n Greater New Nork sind im Jahre 1905 576 Menschenleben durch Selbstentleibung zu Grunde gegangen; das bedeutet, daß von je 7000 Bewohnern der Stadt einer durch Selbstmord geendet hat. Im Jahre 1904 betrug die Zahl der Selbstmörder in Greater New York 853. Von den 576 Selbstmördern des 'Jahres 1905 waren 443 männlichen und 128 , weiblichen Geschlechts. Das sind erschreckend hohe Ziffern, aber immer noch sind diese Zahlen geringer, als die, welche die Selbstmordstatistik der großen Städte in Deutschland und vor allem in London aufweist. Es hängt das zweifellos damit zusammen, das; die Gelegenheiten für d:n Kampf um's Leben in Amerika immer noch vielseitiger und befriedigender sind, als im alten Europa. Die weitaus größte Zahl d:r Selbstmorde in Greater New tyoxl im Jahre 1905 erfolgte aus Schnermuth. Aus sie waren 20 Prozent aller Selbsientleibungen zurückzuführen. GeschäftsVerluste, Wahnsinn und Krankheit führten fast gleich häufig zum Tode durch die eigene Hand, indem jede dieser Ursachen etwa 13 Prozent der ge sammten Todesfälle für sich bcanspruchte. Verhältnißmäßig sehr hoch war die Zahl dcr Selbstmorde aus getäuschte? oder unerwiderter Liebe; nicht Kummer zerstört so zahlreiche Leben. O wie jener Gottesfunke, von dem der Dichter singt, man solle nicht daran rühren. Auch der. Körper. Nerven und Geist zerrüttende gewohnheitsmäßige und krankhafte Alloholismus, treibt nicht entfernt so viel Opfer in den Tod. wie die allgewaltige Liebe, wenn sie nicht Erhörung findet oder wenn sie Enttäuschungen überwinden soll. Das beliebteste Mittel der Lebensmüden, um sich aus der Welt zu schas fen. ist die Schußwaffe 175 Männer und 15 Frauen machten 1905 in Greater New Fork durch Erschießen ihrem Leben ein Ende. An zweiter Stelle rangirt das Gas; 97 Männer und 32 Frauen öffneten die Hähne, um das todtbringende Fluidum ausströmen zu lassen.' Gift folgt. an dritter Stelle, und dies Mittel wird von den Frauen mit Lorliebe angewandt, denn unter 81 Personen, welche sich vergifteten, befanden sich 40 Frauen, während bei allen andern Todesarten, wie Erhängen. Ertränken, sich überfahren lassen, aus dem Fenster stürzen, dem Gesammtverhältniß entsprechend, die Zahl der männlichen Opfer bei weitem überwreat. Im Verhältniß zu ihrer Zahl hatten unter allen Nationalitäten die Deutschen die meisten Selbstmörder zu verzeichnen. ftidjt weniger als 171 Deutsche .machten ihrem Leben. freiwillig ein Ende, nämlich 145 Männer und 26 Frauen. Es folgten dann die Nüssen, hierauf m etwa gleichen Pro zenten die Amerikaner und Jrländer. serner lt Oesterreicher und die Un garn, die Engländer. Italiener und an letzter Stelle die Franzosen. ' Außenhandel der Ver. Staaten. Der Aukenbandel der Ver. Staaten belief sich für das, Kalenderjahr 1905 aus annayernö P3,000.000.000. Ter gesammte Export und. Import von Waaren erreichte eine Höhe von $2, 806.000.000, gegen $2.307.000.000 im Jahre 1900; in den letzten fünf fahren war die Zunahme unaefab 5100.000.000 vro Safir. Necknet man zu dem Außenhandel des verflossenen Jahres auch 'den Werth des Handels mit Hawai und Porto Rico, die doch m m ... ' früher ausländisches Gebiet waren, s, ergibt sich ein Gesammtwerth des Au ßenhandels im Betrage von über $2, 900.000.000. resp. Z600.000.000 meh als vor fünf und $1,200,000,000 meh als vor zehn fahren. Die Ausfuhr pro Monat Dezember v. I. belief sich auf Z200.000.000; die arönte Monatsausfubr. die ie trtltlt wurde. Auch die Einfuhr des Jahres iuut war yoyer als m irgend einem vorausgegangenen Jahre und beziffer sich auf Z1.179.358.L46. gegen $1,035. 909,190 im Jahre. 1904. Die Einfuh steigt langsam und stetig und hält un aefähr mit der Zunahme der Bevölke runa Schritt. Der Sandel mit den amerikanischen Jnselbesikunaen wird sich pro 1905 auf etwa Z130.000.000 vezissern. gegen etwas unter $100.000. 000 im Jahre 1904. ' Deutsche Studentinnen. Im gegenwärligen Wintersemester sind an den sechs süddeutschen Universitäten zusammen 139 Damen vollgiltig immatrikulirt.' nämlich 53 in München. 42 in Heidelberg. 35 m Freibura 4 in Würzburg, 3 in Tübingen und 2 in Erlangen; oavon studiren 72 Me dizin. 41 Philosophie, 20 Naturwissenr r n - i i,. -. 11 Illzasren, laaismiisenscyaslen und 2 Jurisprudenz. Außerdem sind an sämmtlichen deutschen Universitäten 1769 Frauen als Hospitantinnen zugelassen, und zwar 666 in Berlin, 187 in Straßburg, 154 m Breslau, 130 in Bonn, 111 in Leiv zig. 101 in Königsberg. 94 in Gvttingen. 75 in Halle. 44 in Jena. 39 in München. 32 in Gießen, 27in Heidel berg. 25 in Kiel. 24 in Tübingen. 26 in Frelvurg. 18 in Marvura7-ie 6 in Münster und Rostock, 4 in Würzburg; keine Hospitantinnen werden in Erlangen und in Gnifswald aufgeführt. Im ri n.. v:. - i . ranzen imuuc aio zur Jen an OCN deutschen Universitäten 1908 Frauen.
slusflopfcii oon Thieren.
Ein mühevalles Verfahren und die hierbei benutzten Stoffe. usmeffung tti F,UeS Zeichnung ach. bildung de? MuSkulatur-Elasaugen-An lkgung der Saut-..Faulftts"-Umlckett, Vögel andschaste. Nur wenige der vielen Laien, die in den zoologischen Sammlungen die ausgestopften Thiere bewundern, beltzen eine Vorstellung von der Muhe, Sorgfalt und Kunstfertigkeit, welche die Herstellung dieser Gebilde erfordert. Nur, m seltenen Fällen wird das ursprüngliche Thier im Fleisch." d. h. als Kadaver, eingeliefert. Meist erhalt der Präparator nur das aetrocknete Fell. Das erste Erforderniß ist, die Größe des Fettes auszumessen. Zu diesem Zwecke wird die Haut emaeweicht, damit eine Zeichnung angeferjlgt. werden kann. Zualeich wird das Fell bei dieser Gelegenheit dünn geschnitten. Die Zeichmmg , bildet die Grundlage für die weiteren Arbeiten des Präparators. Eszeht dann der Präparator daran, das Gerüst aufzubauen, welches dem kunstlichen Korper inneren Halt verleihen soll. Ein Brett ersetzt die Wirbelsäule; von diesem gehen starke Eisenstanqen aus. welche die Extremitäten und den Hals durchziehen und in er Form gebogen sind, die der Künstler diesen Theilen des Körpers zu geben wünscht. In der weiteren Behandlung scheiden sich vielfach die Wege; bald wird der künstliche Körper aus Tors geformt, bald aus Thon oder einer ähnlichen Masse, bald aus Heu und Stroh. LZei dem letzteren Versahren werden in dünnen Lagen kleine Bündel Heu und Stroh aufgenäht. Die Kunst hierbei ist. daß die Muskulatur des Körpers durch dieses Verfahren gleich nachgebildet wird; die einzelnen Muskeln werden sorgsam herausgearbenct, und schließlich steht der ganze Körper des Thieres in seiner charaktenstischen Stellung und m plastischer Nachbildung fertig da, mit Ausnahme des Schädels, der zumeist aus Torf nachgebildet wird. Die Augen bestehen aus Glas. Ist auch der Kopf fertig gestellt, so wird er mit flüssigem Wacks getrankt, damit er nicht Feuchtigkeit anzieht.- Es wird dann das ganze Modell einschließlich des Kopfes mit einer dünnen Schicht feinen Modellirthones überzogen, wobei, entsprechend der vorhandenen plastischen Gestalt, dik einzelnen Partien nochmals fein herausmodellirt, werden, und nun ist dei wichtige Augenblick gekommen, das Fell über den künstlichen Korper zu sparn nen. In. völlig nassem Zustand wird das Fell iin den künstlichen Körper gelegt, und 'so. .rasch wie möglich, ehe es ein trocknet, muß es genäht werden. Ein größeres Thier, wie z. V. eine 4.30 Meter hohe Giraffe, erfordert tausend und abertausend Stiche. Besondere Anstrengung erheischt es sodann, die Haut mittelst stumpfer Instrumente in richtiger Weise zwischen die Weichen hineinzuschieben.' zu spannen und zu glälten, wo sie glatt anliegen soll, und hinwiederum die oft kleineren oder großeren Fältchen herauszuarbeiten, die so charakteristisch für die Gesammterscheinung des Thieres sind. Ist daö Fell nicht tadellos, so erwächst dem Präparator eme neue Aufgabe. Faulflecke müssen möglichst verdeckt werden. Nicht selten, müssen sogar Stücke aus dem Fell eines anderen Thieres benutzt werden um ein formvollendetes Exemplar einer besonders seltenen Art. ausstellen zu können. In voller natürlicher Große 'sich nun endlich das ganze Thier da, und schon beginnt die nasse Haut zu trocknen und sich hierbel den plastischen Körperformen anzuschmie gen.. Damit dies auf's genaueste ge schiebt, wird das Fell längs der Muskulatur mit vielen Hunderten von Stecknadeln festgesteckt und thm hier mit gewissermaßen eine Richtung vor geschrieben, in welcher es sich beim Eintrocknen anzulegen hat. Nach einigen Tagen können die Nadeln wieder entfernt werden. Bei kleinen Säuqethieren und Vö geln vereinfacbt sich die Aufgabe in der Weise, daß hier der ganze Korper aus Torf geschnitzt werden kann. . Um die Lage der Federn während des Trocknens in der gewünschten Weise zu er halten, z. I. bei ausgespannten Flü geln.' werden dieselben durch Papier streifen zusammengehalten und der ganze Zlorper mit Faden umwickelt. Große Museen stellen eine Anzah Thiere in ihrer charakteristischen Um gebnng. z. V. Sumpfvögel in Sumpflandschaft, aus. Dem .Präparator erwächst hiermit die neue. Aufgabe, die Landschaft" in möglichst getreuer Weise nachzubilden. Wäscher in DeutschO st a f r i k a. Eine wichtige Rolle tm Leben der Europaer m Deutsch Ostafrika spielen die goanesischen Wäscher die Tobis. Die weißen Anzüge, die man in der Kolonie allgemein trägt, müssen natürlich sehr häufig zum Wä scher wandern. Der Dobi wäscht, in dem er die nassen und etwas eingeseif ten Wäschestücke so lange gegen die Steine es Straßenpflästers oder gegen den Stemrand emer Clsterne schlagt, bis sie ihm rein dünken. Das Jananenland ist CostarZca, der südlichste der mittelame rikanischen Freistaaten.
GkbirgsschUttenspott.
Beliebte Winterbeluftignng im Riesniße biege. Trotz der mancherlei Unbequemlicheiten ist ein schneereicher Winter in einzelnen Gebirgsgegenden Deutschands n gern gesehener Gast. Dies st namentlich in Oberbayern und Schlesien der Fall, wo erst mit dem Winter dem Gebirgler sich Gelegenheit bietet, Hölzer, die an schwer zug'anglchen Lehnen wachsen, -zu fallen und auf Schlitten bequem thalwärts zu bringen. Der Geblrgsschlittensport, zu welchem sich diese Art der Beförderung von Lasten allmälig ausgebildet hat, wird in Schlesien in zweifacher Weise ausgeführt und besteht in den Kutschfahrten auf dem Sportschlitten und in der Betheiligung an der Hornerschlntenfahrt vom Kamm in's Thal, und der letztgenannte Betrieb ist eine Spezialität, die man nur im Riesengebirge kennt. Der Sportschlitten ist eine vergrößerte Ausgabe des Handschlittens unserer Kinder. Durch eine leicht Handliche Bremse, deren Bewegung zwei rn den Kufen des Schlittens verborgen liegende Stachel in Wirksamkeit treten lassen, kann die Geschwindigkeit der Fahrt beliebig geregelt werden. Bis vor wenigen Jahren dienten m der Hauptsache die Gelände der Vorberge als Tummelplatz für diesen Sport; jetzt zieht man mehr auf den Kamm hinauf. Der Gebrauch des Hornerschmtens war im Riesengebirge bereits im 18. Jahrhundert allgemein und wie vor Jahren, so heute: noch immer werden Heu und Holz auf dem Hörnerschlitten thalwärts befordert, noch schleift der Holzkloben hinter dem Gefährt her und noch hemmt man mittelst Ketten. Fast wohl ebensolange wie zur Beförderung von Lasten dient der Hornerschlnten als Personenfahrzeug; sogar zu Lustfahrten hat man ihn schon vor beinahe 100 Jahren benutzt. Eine, gewisse Aengstlichkeü oeschleicht wohl jeden, der zum ersten Male an solcher Lustfahrt theilnimmt, aber die Beklemmung schwindet vor dem Ver gnugen, das anfanglich langsame Tempo beruhigt das Gemüth. Bald geht die Fahrt schneller und schneller und wird zuletzt zu einem pfeilschnellen Rasen. Lautlos gleitet der Schlitten zwischen staubendem Schnee dem Hoch wald entgegen, vorder an einzeln stehenden Tannen, an Felsgestein, tiefen Schluchten, bei Anschlägen manchmal einige Meter , durch die Luft fliegend. Je tiefer er hinabgleitet, desto ruhiger wird die Fahrt, ein letzter Ruck und sie ist zu Ende. Welchen Weg aber der Schlitten zu rückgelegt hat, dafür haben die wenigsten einen Maßstab und sind erstaunt. wenn sie erfahren, daß sie in 14 bis 20 Minuten nahezu vier englische Meilen gefahren sind. Noch vor 30 bis 40 Jahren waren solche Fahrten nur auf der Bergstraße möglich, die von Schmiedeberg über die Grenzbauden in das Auathal führt. Heute werden alljährlich neue Bahnen hergestellt. Um bei den Thalfahrten jeder Verkehrsstörung durch entgegen kommende Schlittenzüge vorzubeugen, hat man auf den beliebtesten Routen Doppelbahnen angelegt. Auch ist für den sonntäglichen Schlittenverkehr auf böhmischer Seite von Spindelmühl nach der Peterbaude und zurück eine Fahrordnung eingerichtet, die streng innegehalten werden muß. Krasser Aberglaube. Einen selten krassen Fall von Aberglauben förderte eine Verhandlung zu Tage, die dieser Tage vor der Strafkammer in Ulm, Württemberg, statt fand. Der Fabrikarbeiter Richard Schlotz von Sulzbach (Oberamt Kirchheim) lärmte kürzlich in seiner Wohnung derart, daß die Nachbarn sich beschwerten, ' infolgedessen Schlotz ein Strafmandat über vier Mark erhielt Nachdem .das Schöffengericht seinem Antrage auf Freisprechung nicht stattgegeben, wandte er sich an die Straf kammer. Er machte geltend, nur deshalb geschrieen zu haben, um eine Hexe zu verscheuchen, die ihn fortgesetzt be lästige. Diese Here sei seine Nachbarin. und er erachte es für seine Pflicht, bei passender Gelegenheit sie emfach todtzuschlagen, koste es was es wolle. Als der Gerichtsvorsitzende bemerkte, die Hexengeschichte sei der reinste Blödsinn, erwiderte der Angeklagte, daß es Hexen gebe, sei wahr. . Er habe die Schlechtigkeit und Gefährlichkeit der Hexe längst erkannt und an: eigenen Leibe erfahren.- Sogar durch das Schlüsselloch sei sie in sein Schlafzimmer gekommen und viel Vieh habe sie, wie zeder rn Sulzbach wisse. bereits verhext. Seine Anverwandten beträten aus Furcht vor der Hexe seine Wohnung nicht mehr. Natürlich machte Schlotz mit fernen Ausfuhrun gen auf den Gerichtshof keinerlei Ein druck. Seine Verufuna wurde verwor fen und er selbst mit der Mahnuna entlassen, sich an der angeblichen Hexe ja mcht zu vergreifen. Mit den Worten. er .glaube, was er wolle, verab fchiedete er sich. 3sa p o n l Kr ie gs au S gäbe n betrugen nach amtlichem Bericht, vom Beginn der ffeindfeliakeiten bis zu ihrer Beendigung im- verflossenen September, im Ganzen 5585.000.000. und zwar für das Heer 5495.000.000 und Für die ZNotte 590.000.000.
....Ayers Bulletin ....
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