Indiana Tribüne, Volume 29, Number 139, Indianapolis, Marion County, 5 February 1906 — Page 6
Jndiana Tribüne F. Februar 1906.
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Peter Scheib's
L Buriöcms Esel.
Mahlung aus dem Vem Yorker High Lise.--von K. wildtenstcin. (Schluß.) Dann brach Ralph das Gesprach ab, und ich bemerkte, daß ihm die Sache ziemlich nahe ging. Es ist eben auch ein Unglück, wenn das Schicksal einem Menschen gar zuviel Gunst gewährt. Ungefähr vier Wocken später traf tch Miß Daisy. die Präsidentin des Klubs) in solcher Aufregung, daß ich ihr in Abwesenheit Ralphs, dessen Dienst stunden schon vorüber lvaien, und der sich in Folge dessen nicht melir im Klub befand, ein niederschlagendes Mittel zur Beruhigung verschreiben mußte. Offenbar halte Miß Daist) das Be. dürsniß, sich Jemand gegenüber auszu sprechen, und da ein Arzt immer eine Bertrauenöverson ist, that sie es auch mir gegenüber. Vielleicht hatte sie auch einen Nebenzweck dabei, von dein ich allerdings damals noch nichts ahnte. ,,Es hat einen Auftritt im Klub gegeben begann sie, ,wie er noch nie vorgekommen ist, und wie ernie wieder vorkommen darf. Denken Sie: die bei" den besten Freundinnen, die Unzertrennlicken, Mary und Annie, sind aneinander gerathen und haben wie ein paar Furien gegen einander getobt. Hätten wir sie nicht zurückgehalten, es wäre zu Thätlichkeiten gekommen. ölisabelh und Barbara, die Jüngsten unseres Klubs, waren vor Schreck über den Skandal einer Ohnmacht nahe. Francis 2ic kennen sie ja, die Ver rcundele, wegen der wir einst, als wir ihr Auge verloren glaubten. Ihren Freund Ralph zu Hilfe riefen hatte einen TZeinkrampf. Sie können sich keine Lorstellung davon machen, wie diese sonst so gut erzogenen Mädchen, Mary und Annie. gegen einander auf getreten sind. Wir bemerkten schon lange die sich mehr und mehr verstärkende Spannung zwischen Beiden, und Niemand war es verborgen, was diese sonst so unzertrennlichen Freundinnen auseinander brachte. (5s war ein Unglückstag, an dem Ihr Freund Ralph in dieses Haus kam.' Miß Daisy sing darauf an herz brechend zu weinen . Hätte ich nur damals meine Gedanken beisammen gehabt, so wäre mir dieses Weinen doch aufgefallen. Aber meine Gedanken weilten bei FranceS. Es beunruhigte mich gewaltig, daß sie so erregt und einen Weinkramps gehabt hatte, denn die sanftmüthige, liebe FranceS war mir nicht gleigiltig. und ich war schon zu der Hoffnung berechtigt, daß auch ich ihr nicht ganz gleichgiltig sei. Ich plante taher auch mit der in diesem Falle recht unvorsichtigen Frage heraus, wie cS denn Miß FranceS geye, und ob ich ihr nicht Hilfe leisten solle. Tarauf erklärte Miß Daisy. wie es schien ziemlich entrüstet, Miß Frances habe sich schon lange erholt und sei nach Hause gefahren.. Meine Frage hatte sie ganz aus dem 5!onzept gebracht, sie schwieg, und ich dachte daran, daß ich eine Dummheit gemacht hatte. Erst nach einer Pause von mehreren Minuten, die recht peinlich war, bat mich Miß Daisy dringend, Ralph ja nichts davon zu sagen, daß sie den Tag be klage, an dem er zuerst in den Klub gekommen sei. Dabei fing sie wieder an zu weinen, so daß ich cS vorzog, zu verschwinden. Sie hatte auch nichts dagegen, daß ich mich empfahl. Am nächsten Morgen erhielt ich von Miß Daisy einen Brief, in welchem ich ersucht 'wurde, um zwölf Uhr im Klub zu sein und meine Vcrbandtzsche mitzuklingen. Der Diener wartete auf Antwort, und ich fegte ihm, daß ich mich pünktlich einsingen würde. Ich war irter d.ese Aufforderung sehr erstaunt. War Ralph in Ungnade gefallen? Warum wendete man sich nicht an ihn, wenn man ärztliche Hilfe brauchte? Ich fand mich pünktlich ein und wurde von Miß Daisy mit den Werten empfangen: .Wir haben Sie um Ihre Hilfe gebeten, weil es nicht angängig ist, Mr. Ralph bei der Gclegenyeit zuzuziehen. Ich bitte um Ihr Ehrenwort, daß Sie über das, was Sie lwren und sehen werden, unverbrüchliches Stillschweigen bcwahren werden.' Ich gab das Versprechen und war natürlich noch neugieriger als bisher. ,Cs findet ein Duell statt zwischen Mary und Annie in Folge des gestrigen Streites,' fuhr Miß Daisy fort. ,'e ist ein Duell auf Suzßöegeu. ES toiro voraussichtlich sehr ernst werden, denn die Gegnerinnen sind sehr erbittert gegen einander und außerdem Beide sehr gute Fechterinnen.' .Ein Duell' wollte ich erstaunt fragen und gegen daS Beginnen (5inspruch erheben, aber ich kam gar ißt dazu, denn Miß Daisy erklärte scharf und bestimmt : .Mr. Skottsfeller! Alles Reden ist zwecklos und schafft die Sache nicht ans der Welt. Was durch Reden ge schehen konnt?, haben wir Alle bereits redlich gethan. Wo es sich aber um so erbitterte Feindschaft zwischen zwei Frauen handelt, ist alles Reden ver gebenö. Vielleicht ist eS ganz gut, daß sich der Haß der beiden Rivalinnen in dem Duell Luft macht. Ist erst Blut geflossen, so kühlen sich vielleicht die Leidenschaften ab. Hoffentlich kommt es nicht zu einer Katastrophe. Tajür werden schon die Sekundantinnen sorgen, und ich werde als erwählte Unpzrteiiscbe bei diesem Duell mein Ma.
lichsteö thun. Wir haben auch eine Aen
tin zu dem Duell hinzugezogen, da aber die Gegnerinnen gleichzeitig verwunder werden und ärztlicher Hilfe bedürfen können, brauchen wir auch noch einen Arzt. Wollen Sie uns diesen Dienst erweisen?' ' Ich bejahte und wurde von Miß Daisy in den Fechtsaal geführt, wo ich bereits die Kollegin, eine Verhältniß mäßig junge Dame, vorfand. ?!achdem wir einander vorgestellt waren, begannen wir ganz geschästsmäßig unsere Vorbereitungen zu tresken. Wir besorgten Waschschüsseln mit Wasser, Schalen mit Karbol, legten Radeln und öatgut zum Nähen der Wunden zurecht, dazu Watte und Verbandzeuz, und ich mußte unwillkürlich mich an die Zeit in Heidelberg erinnern, wo ich mit Ralpy zwei Semester zusammen studirle und Gelegenheit hatte, verschiedenen Studcnten::ien surcn beizuwohnen. Auch daöei ordneten die Pculärzte cuf besonderen Tischen ihr Verbands und Handwerks zeug so. wie ich es jeyt mit der ilol legin that. Vald darauf erschien Miß Daisy, welche noch Anordnungen traf, um Störunzen des Duells zu verhindern. In den Zimmern diesseits und jkN' scits des Fechtsaals waren Mitglieder des Klubs in Gruppen , postut, um Jeden aufzuhalten, der in den Fechtsaal hinein wollte. Auf ein. Glockenzeichen traten Mary und Annie, jede mit ihrer Sekundantin, in den Saal. Die Gegnerinnen und die Sekundantinnen trugen ein besonderes Fcchtkostüm aus weißer Seide. Dasselbe bestand aus seidenen Strümpfen, Kniehose und enganliegender Bluse und brachte die Schönheit der jugendlichen Gestalten zu vollster Geltung. Es war aber keine Zeit, Kostümstudien zu treiben, denn die Kommandos der Miß Daisy ertönten sofort. Die Sekundantinnen maßen die Mensur ab, zogen den -Kreis, innerhalb dessen sich die Kämpfenden um einander bewegen durften, dann wählte die Unparteiische zwei Paar Stoßdegen, deren dreikantige Spitzen scharf ge schliffen waren, und gab sie an die Gegnerinnen und Sekundantinnen, welch' letztere außerhalb des Kreises stehen blieben, der mit Kreide aus dem Fußboden gezogen war. , Fertig!' ertönte das Kommando Daisys. Die Gegnerinnen traten einander gegenüber. Die linke Hand jeder Kämpsenden lag am Hinterkopf, der rechte Arm war ausgestreckt, so daß sich das kleine Stichblatt des Stoßdegens fast in Augenhöhe befand, die Spitzen der Klingen waren nach unten gesenkt. ..Los!' Beide Gegnerinnen sielen wüthend gegen einander aus. Nie werde ich den Blick des Hasses vergessen, den sich die beiden ehemaligen Freundinnen bei dem ersten Aussall zuschleuderten. Dieser Haß hinderte sie aber nicht, sorgfältig die feindliche Klinge zu pariren. Annie traversirte nach rechts und versuchte Mary die weniger gedeckte Seite abzu. pariren, aber Mary sprang gewandt herum, indem sie sich halb um ihre eigene Achse drehte. Sie parirte den Stich der Gegnerin und siel dann sofort wieder zur Quart aus. ES wäre ein Vergnügen gewesen, unter anderen Verhältnissen diese jugendlichen, eleganten Fechterinnen und ihre blitzschnellen Bewegungen zu sehen. Jetzt mußte man mit Schrecken und Mitleid daran denken, daß ein einziger Stich mit solcher dreikantigen Klinge ein blühendes Menschenleben vernichten konnte. Bei der Heftigkeit und Geschwindigkeit, mit welcher die Gegnerinnen auseinander losstießen, konnten die Sekundantinnen gar nichts thun, um eine tödtliche Verwundung, einen Stich in das Auge oder das Her zu verhindern. ft Nach ungefähr drei Minuten ertönre zum ersten Mal das , Halt! Halt!' der Sekundantinnen, welche ihre Klingen Zwischen .die Kämpsenden schoben, um den ersten Gang zu beendigen. Annieö Kkinge hatte Mary getroffen, aber nur den rechten Aermcl in der Hohe des mittleren Oberarms durchsloizen. Eine Verwundung war nlcht vorhanden, also konnte der zweite Gang sofort beginnen. Annie verlegte sich jetzt auf das .Fintisiren,' das heißt sie suchte die Aufmerksamkeit der Gegnerin durch Scheinstöße abzulenken, damit diese nicht genügend parirte, wenn Annie wirklich zustieß. Jnden war Mary aus dieses Manöver ebenfalls gefaßt. Die beiden ehemaligen Freundinnen hatten ja täglich mit einander gefochten und kannten sich genau. Das Fintisiren wurde für Annie sogar verderblich. Sie gab sich beim Nachstoß eine Blöße auf der Tcrzseite. Mary parirte und stieß blitzschnell nach. Ihre Klinge drang in den rechten Oberarm Annies. Man sah sofort das Blut den weißen Seidenärmel roth färben. ' .Die Sekundantinnen sprangen da, zwischen, und meine Kollegin konsta tirte. daß Annie eine Fleischwunde im rechten Oberarm habe, welche sehr stark blutete; eö sei jedoch weder eine große Ader noch ein Knochen getroffen. Daisy fragte, ob die Gegnerinnen nicht mit diesem Resultate des Duells zufrieden sein wollten, aber diese vereinten, und Annie protestirle besonderS heftig. Verbunden durfte nicht werden. Der dritte Gang begann sofort. Tödt licher Haß sprühte aus den Augen der beiden Mädchen, ihre Wangen glühten, wie die Schlangen wanden sich die Kör-
per umeinander, lautlos wechselten die
oeioen Feindinnen d,e gefährlichsten Stöße. Der rechte Aermel Annies war voll Blut. Sie mußte allmälig der Feindin gegenüber in Nachtheil gerathen, denn der Blutverlust schwächte den rechten Arm, auf den es doch Hauptsächlich ankam. Aber auf einmal nahm sie, die Zähne auf einander beißend, alle Kraft und Gewandtheit zusammen und im nächsten Augenblicke stieß sie ihre Klinge durch Marys HalS. Die Sekundantinnen schrien laut auf vor Schreck. , Die Kollegin und ich sprangen binzu, konnten indeß zum Glück sofort feststellen, daß die Halsschlagader nicht getroffen war. Auch diefe Wunde blutete heftig, und da sich der Stich in der Nähe der Halsschlagader befand, legten .wir gegen die Fortsetzung des Kampfes Verwahrung ein. Ich leistete Mary Hilfe, die Kollegin verband den Arm Annies. Als der erste Verband angelegt war, fragte Daisy, ob sich die Gegnerinnen nicht versöhnen wollten. Beide verneinten indeß energisch. Die beiden Kämpferinnen hatten sich tapfer gehalten. Indeß mußte ich mir sagen, daß auch Miß Daisy sich wie ein alter Student betragen hatte. Ihre Ruhe, ihre Sicherheit bei der Leitung des Duells waren staunen?werth. Und das war dieselbe grau, die Tags zuvor in Thränen zerfloß und nicht ZU beruhigen war, weil sich die beiden Freundinnen gezankt hatten. O Weiber, Weiber! Die Verwundeten wurden nachlnlcgung des Verbandes nach ihren Woy' nungen geleitet, wo ihre Eltern keinen geringen Achtecken gehabt haben mögen, trotzdem sie an die Excentrizitäten ihrer verzogenen Töchterlein genügend gewöhnt waren. Ich hatte die Aufgabe, Ralph von dem Duell, das um seinetwegen ausge fochten worden war. zu unterrichten. Er gerieth in die größte Aufregung. Ihr Armen!' schrie er. .Was habt Ihr gethan?' ör war außer sich, und ich lief davon, um Miß Daisy meinen Bericht zu bringen.' Sie zuckte die Achseln und erklärte: .Die Geschichte sprengt unseren ganzen Klub auseinander, wenn nicht etwas dagegen geschieht. Dabei ist Alles auf Täuschung aufgebaut. Ihr Freund liebt keine von den Damen wirklich. Was ihn an sie bindet, ist ge' schmeichelte Eitelkeit und eine Art von Mitleid mit Beiden. Und Mary und Annie lieben ihn keineswegs so, daß sie nicht ohne ihn leben könnten; die Eine gönnt ihn einfach der Anderen nicht, keine von Beiden will die Aesiegte, die Verschmähte sein.' Der Heilungsprozeß bei den vermundeten jungen Damen vollzog sich ganz normal. Sie besuchten den Klub nicht und sahen natürlich auch Ralph nicht. Während der vierzehntägigen AbWesenheit der Damen aber ruhten Miß Daisy und ich nicht, und eö kam durch unsere Vermittelung bei Mary, Annie und Ralph folgende Abmachung zu Stande. Mary und Annie gingen ein Jahr lang aus Reisen; Mary nach Europa, Annie nach Indien und Japan. Keine von ihnen sollte mit Ralph in Irgend eine Beziehung treten, selbst jeder Briefwechsel war untersagt. Ralph versprach, sich in diesem Jahre ernstlich zu prüfen und nur feinern Herzen Folge zu geben. Dieses Herz mußte sich doch schließlich für die eine der Damen mehr interessiren, als für die andere. Acht Tage später reisten die Damen ab, ohne Ralph gesehen zu haben. Letzterer that wieder seinen Dienst im Klub, und Alles ging seinen gewohnten Weg. Ich aber führte ein halbes Jahr später Miß Frances heim. 'Das Probejahr ging vorüber, und Annie kehrte zuerst zurück. Auf ihrem Schreibtische fand sie einen Brief mit der Handschrift Ralphs. Mit welchen Gefühlen sie ihn betrachtete, können Sie sich wohl denken. Als sie ihn es f nete, fand sie darin die Vermählungöanzeige Ralphs Mit Miß Daily. Denselben Brief fand Mary, als sie vierzehn Tage später von ihrer Reise, heimkam. Acht Tage darauf waren Mary und Annie wieder gute Freundinnen. Sie besuchten auch wieder den Klub, denn weder Ralph noch Daisy wurden dort mehr gesehen. Das ist meine Geschichte von Buridans Esel. Das Gong wird geschlagen! Wir müssen zu Tische ! Kommen Sie ! "' Hilfe aus jeden Fall. Der Herzog von .Marlborough war krank, ine sehr herrische und böse Gemahlin drang in ihn, eine von ihr angegebene Medizin zu nehmen und sagte endlich heftig: Ich will mich hängen lassen, wenn sie nicht hilft!" Nehmen Sie geschwind!" saate hierauf Dr. Garth. des Herzogs Arzt, die Medizin hilft sicher auf die eine oder die andereArt!" n,r n? i t t n e i l u n a ,.rL: J: iLhrcfn WZ lüJllllllUIVil ' V1 Uivui'tiv.n. Vrcslau betragen die Entschädignarn die für burfi Lokomotiven Derursachte Waldbrände im Jahre 1901 bezahlt worden siild, rund ,200,000 M., die Einnahnicn aus dem Verkauf der Brandrückständc 1,300,000 Mk., der Gesammtschadcn beziffert sich mithin auf runö 2,900,000 Mark. .Dreitaufend Unfälle ereigneten sich letztes Jahr in den Stahlwerken Carnegies in Pennsylva-NUN.
Europäische Nachrichten. Provinz 'Mranvenburg. Berlin. Der Privatdozent an der hiesigen Universität, Professor Dr. Hermann Oncken. hat die Berufung in die o. Professur für. innere Geschichte nach Gießen angenommen. Von einem herabstürzenden Dampfkessel wurde der Arbeiter M. Krüger aus der Huttenstraße erschlagen. Auf dem Lagerplatz der Berlin - Anhalt'schen Maschinenbaugesellschaft sollte ein 2009 Kilogramm schwerer Kessel von seinem Standplatz mittels eines Krahnes auf einen Wagen zur Verfrachtung geladen werden. Als der Kessel am Krähn in der Luft schwebte, liefen 2 Arbeiter darunter hinweg. In demselben Augenblick riß die Kette des Flaschenzuges; der Kessel stürzte hinab und begrub Krüger unter sich. Sein Arbeitscollege war ohne Schaden davongekommen. Krüger verstarb unter den Händen des sofort herbeigerufenen Arztes. Dieser Tage beging der Oberfaktor Neckes das fünfundzwanzigjährige Ju biläum in der Kontobücherfabrik von Riesenstahl, Zumpe & Co.. Holzmarktstraße 67. Neckes bethätigt sich auch hervorragend in öffentlichen Aemtern und ist stellvertretender Vorsitzender des hiesien Handwerker - Vereins. Von einem Postwagen überfahren wurde in der Leipziger Straße die 76jährige Hökerin Pauline Zerbe. Als sie zögernd den Fahrdamm überschreiten wollte, kam ein Postwagen dahergerast und überfuhr sie. Die Räder gingen der alten Frau über die Brust und beide Beine. Aus dem Verbindungskanal als Leiche gelandet wurde der 27 Jahre alte Handlungsgehilfe Paul Wollweber aus der Wiesenstraße. (Sx hatte eine ihm bekannte Kellnerin in der Joachimstraße besucht und sie mit dem Bemerken verlassen, daß er noch in einige Kneipen gehen wolle. Ob der junge Mann freiwillig in's Wasser gegangen oer verunglückt ist, weiß man nicht. Vor kurzem glitt der obdachlose Schlosser August WaldHahn beim Passiren der, Straße aus, schlug mit dem Kopf auf einen Pflasterstein und wurde mit gebrochenem Schädel nach einem Krankenhause gebracht. Auf dem Transport erlag der Verunglückte der schweren Verletzung. Charlottenburg. Vor kur. zem verunglückte bei seiner ersten Tour der Schaffnerausbilder Heinrich Langorsch, Danckelmannstraße. Seit 1894 diente er seiner Verwaltung als Arbeiter. Lippehne. Der Knecht Bergemann und seine Geliebte, die Dienstmagd Vieth aus Wuthenow, haben sich in einem Nebenarm des Kloppsees den Tod gegeben. Nach durchtanzter Nacht und nachdem Bergemann noch wie gewohnlich die Pferde seines Dienstherrn besorgt hatte, ist er mit seiner Braut zur Ausführung der That -rittcn. Die Leichen konnten nicht gefunden werden. Die Ursache des Doppelselbstmordes ist in Liebesgram zu suchen. O b e r s ch ö n w e i d e. In , der Spree ertrank der Arbeiter Augusts Alt von den Kabelwerken Hierselbst.' Er war wegen Trunkenheit von der Arbeitsstätte nach Hause geschickt worden. gerieth auf dem Heimwege am sog. Kaisersteg in die Spree und ertrank. S o r a u. Bauerausgedinger Karl Lehmann aus Syrau beging mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. Nach der Einsegnung in der hiesigen Haüptkirche erhielt das Jubelpaar das Gnadengeschenk von 60 Mark und eine Jubiläumsbibelus der geistlichen Bücherkasse. Schöneberg. Beim Abspringen von einem in der Fahrt befindlichenStraenbahnwagen ist der Stallmann Wilhelm Dir. Monumentenstraße 7 hier wohnhaft, tödtlich verunglückt. FrsVinz Hstpreutzen. Königsberg. Erhängt hat sich auf dem Boden des Hauses Tragheimer Kirchenstraße 57 die 65 Jahre alte Schneiderin Meischus. Sie wurde von ihrer Mitbewohnerin todt ausgefunden. Fleischermeister Wilhelm Willert. der im Frühjahr vorigen Iahres sein 50?nfina-3 WeHternjf'Täurn beging und anläßlich dessen zumEhrenMitglied der Innung ernannr luaioe, ist im Alter von 77 Jahren verstorben. B a r t e n st e i n. .Als der Kutscher Arlitt von dem Gute Tromitten aus der Einfahrt des L.'schen Hotels vorfahren wollte, um seinen Herrn abzuholen, gingen die Pferde plötzlich durch. Der Kutscher wurde vom Wagen geschleudert und überfahren. Die Verletzungen, die der Verunglückte davontrug, waren so erheblich, daß er auf der Stelle liegen blieb. Die Wachter, die ihn fanden, schafften ihn in die L.'sche Einfahrt, wo man ihn unbegreiflicherweise längere Zeit liegen ließ. Erst dänn wurde er in das Kreiskran-
' enyaus ge cyasft. wo er aber bald nach seiner Emue eruna verstarb. , . - - . . arichrncit. Vor emlger Zelt verschied plotz!?ch unser Burgermelster Siedelt im 64. Lebensjahre. Er war ein Sohn unserer Stadt und seit dem 1. April 1879' Bürgermeister. Seine Schöpfungen sind hier Trottoirlegungen, Wasserleitung, Verschönerung der Stadt durch Baumpflanzungen u. s. to. Auf seinem Grundstück legte er or zwei Jahren eine große Bierbrauerei an. welche er mit den allerbesten Maschinen versehen ließ, die eigens aus Amerika aebolt wurden.
u r n sl h o fw Vor kurzem fnerre das Rentner Solkawski'sche Ehepaar die goldene Hochzeit. Den Jubilaren wurde ein Gnadengeschenk von 50 M. überwiesen. Lauck. Fünf Kinder ertranken in dem in der Nähe der Post aeleaenen Teiche. Neun Kinder brachen verm Schlittschuhlaufen ein, oa die Eisdecke noch zu schwach war. Als
mehrere Kinder an einer Stelle beisammen standen, sanken sie mit einem lauten Aufschrei in dicTiefe. Zwei Kinder vermochten sich selbst zu retten. Den Anstrengungen des Inspektors Krause ' und anderer Leute gelang es, zwei wer lere Kinder aus dem Wasser zu holen. Fünf Kinder konnren leider nur als Leichen geborgen werden. Es sind dies: Hedwig Milchreit, die Tochter des Wildmeisters Milchreit. Elsa und Jda Hasselmann, die Töchter des Oberinspektors' Hasselmann, Anna Süß und Auguste Hantel. Rössel. Das Fest der goldenen Hochzeit beging das Michael Jaschins kische Ehepaar aus Waldhaus Soweiden. Es erhielt das Gnadengeschenk von 50 Mark. Schmauch. Selbstmord verübte der hiesige Gemeindevorsteher Taube. Er nahm sein Gewehr, begab sich damit in den Keller seines Hauses und machte durch einen Schuß in den Kopf seinem Leben ein gewaltsames Ende. Der Grund dieser unseligen That ist in Schwermuth zu suchen, welche Taube seit- längerer Zeit beherrscht hat. M e h l s a ck. Der Maurer Andreas Schwarz wurde erhängt aufgesunden. Er war. ein starker Trinker und deshalb hatte ihn seine Ehefrau verlassen. Schwarz hatte in einer 'Fremdenherberge Unterkunft gesunden; er hat nun . die Gelegenheit benutzt, in Abwesenheit aller Personen sich am Thürgerüst zum Stalleingang zu erhängen. Provinz Westp?eußen. D a n z i g. Die Gemahlin des Generaladjutanten des Kaisers, Generalleutnants v. Mackesen,ist nach längerem Leiden gestorben. Frau Doris von Mackensen war eine Tochter des früheren langjährigen Oberpräsidenten von Ost- und Westpreußen von Horn in Königsberg. Kürzlich beging das Hauptlehrer Herling'sche Ehepaar in Langfuhr die goldene Hochzeit und erhielt aus diesem Anlaß die Ehejubiläumsmedaille. Auf dem Bahnhofe Olivaerthor wurde der Bremser Grahl aus Stolp von einemSchnellzuge überfahren und aetödtet. E l d i n q. Todt ausgesunoen rourde vom Armenvorsteher Wonnebcrg die Tischlermeisterwittwe Wolff. Die Frau war bei ihrem Alter von einigen 90 Jahren so gebrechlich, daß . die Stadt ihr monatlich 25 Mark zahlte. Wonneberg wollte ihr kürzlich diesen Betrag überbringen. Als er die Wohnung betrat, fand er nur noch einen Leichnam vor. Nach Lage der Sache war Frau Wolff im Aufstehen begriffen gewesen und bei dieser Gelegenheit vom Tode ereilt worden. Sie starb verlassen, denn Niemand war be! ihrem Tode zugegen. Groß - Gartz. Vor kurzem entstand auf demGrundstück des Gutsbesitzers Möller ZZeuer. Infolge des starken Windes griff, es rasch um sich und ging bald auf das Nachbargrundstück des Gutsbesitzers Kopenhagen über. Sämmtliche Stallungen, Scheune u. f. w., theilweise das Vieh, sind mitverbrannt. L ö b a u. Die Firma L. Marcus Hierselbst konnte auf ein 50jährige5 Bestehen zurückblicken. Aus Anlaß dieses Jubiläums überwies der Jnhaber der Firma, Josef Marcus, dem Bürgermeister für 26 bedürftige Kinder hiesiger Stadt ohne Unterschied der Konsession die vollständigen Belle:dungsgegenstä'nde. P n i e w i t t e n. Beim Besitzer Kuczkowski sind sämmtliche Wirth-schafts-und das Wohngebäude abgebrannt. Die Gebäude waren sehr mäßig versichert. Salm. Der Besitzer und OrtsVorsteher Mielke wollte feinen sonst ruhigen Bullen festbinden; das Thier wurde aber wild nnd bearbeitete den Mielke mit den Hörnern derart, daß der allgemein beliebte Mann bald darauf starb. Z o p p o t. Ein mächtiger Brand hat das dem Friseur Jankowski gehörige massive Geschäftshaus in seinen Obergeschossen vollständig zerstört. FrsviNZ Fourrnern. Stettin. Selbstmord durch Erschienen mit einem Revolver beging die Bergstraße 13 wohnende, 36 Jahre alte Taubstummen - Lehrerin Emma Herzog. Sie wurde zwar noch lebend nach demKrankenhause befördert, starb dort aber bald nach ihrer Einlieferung. Hochgradige Nervosität soll der Grund zur That sein. Schwer verletzt wurde auf dem Hofe der Herberge Große Lastadie No. 13 der obdachlose Arbeiter Jahnke aufgefunden. Er wurde noch dem Krankenhause befördert und ist dort seinen Kopfverletzungen erlegen. Demmin. In Malchin wurde der Schiffer Ernst Treu von hier in seinem Rübenkahn, der im Hafen abgetrieben war, todt aufgefunden. Eine Gerichtscommission stellte als TodesUrsache einen Unglücksfall fest. Labes. Im Alter von 71 Iahren verstarb Curt von Borke-Grabow, Mitglied des Herrenhauses, Landschaftsrath und Rechtsritter de5 Johanniter - Ordens. .
