Indiana Tribüne, Volume 29, Number 139, Indianapolis, Marion County, 5 February 1906 — Page 4

Jndiana Tribüne. Ocxaalstacten von bet antratet g V. Indianapolis, Ind.

Hany O. Thudium , , Präsident. VeschSftSloeal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELsiPHOME 269 ci.tcrcd t the Post Office ot Indianapolis as aecond dass matter. Prämien für deutsch-ameri kanische Schüler. Der Philadelphia Zweig des Gen tralBundeS von Pennsylvanien hat . als Ansporn für deutsche Schüler und Schülerinnen Prümien im Gesammt Betrage von $100 ausgesetzt und fol gendeö Rundschreiben erlassen: Philadelphia, den 1. Febr. 1906. An deutsch amerikanische Eltern, Schulen und Schüler. De. r Deutsch.Amerikanische National Bund der Ber. Staaten von Amerika hat sich unter anderen auch die für da? gesammte Deutsch Amerikanerthum hochwichtige Aufgabe gestellt, die Ein führung des Unterrichts der deutschen Sprache in öffentlichen Schulen" an zustreben. Wo nun aber die hierauf abzielenden Bemühungen bisher noch, wie leider auch in PhiladelpKZa, erfolglos geblieben sind: welch andere Mittel und Auswege stehen da einstweilen noch zu Gebot, um für die Erhaltung und Pflege unserer lieben Muttersprache wenigstens innerhalb unserer Kreise nach Möglichkeit zu sorgen und zu n beiten? Welch andere, als die einer wackeren unverzaglichen Selbsthilfe, ei ner Selbsthilfe, die von ganzem Herzen zu Opfern an Mühe, Zeit und Geld bereit ist? Dahin gehören vorweg stolze, ungeheuchelte Wertschätzung der deutschen Sprache und mannhaftes gu teS Beispiel in ihrem mündlichen und schriftlichen Gebrauche bei jeder dazu sich bietenden Gelegenheit unter dem Deutsch Amerikanerthum, alt und jung, was sicherlich nicht verfehlen kann, außer zur Erhaltung auch viel fach zur willigen Erlernung und, wo immer zulässig braven Uebung der deutschen Zunge wirksam anzuregen und zu ermuntern. Ferner ist eS zwecks underkümmerter Fortpflanzung und bleibender Einbürgerung dieser zweiten Weltsprache unter unserem Nachwuchs eine höchst ernste, eine Eh ren.Pflicht der städtischen -Lokal'Ver-vfoide beS Deutsch.Amerikanischen Na tional.BundeS, sich überall da, wo die diesbezüglichen Verhältnisse den hie. sigen ähnlich sind, als lebendige Glieder und arbeilSschuldige Werkzeuge des Bundes zu betrachten und im Vollge fühl dieses edeln Bewußtseins sich der Gründung, Hebung, Auffüllung und Vervielfältigung deutsch.amerikanifcher Schulen kräftigst anzunehmen. Um nun nach dieser Richtung hin in unserer Stadt zur freudigen Erlernung und Erlangung eines befriedigenden Grades deutscher Sprakenntniß und ihrem offenen, ,muthkgen Gebrauche, wo je zulässig, die deutsch, ame rikanische Schuljugend anzuspornen, setzt der Philadelphia Zweig des Deutsch Amerikanerischen National Bundes hiermit neben der Ertheilung von EhrenDiplomen einhundert Dol larS in Prämien von zehn und fünf Dollars aus für preiswürdige, von hie figen deutsch amerikanischen Schülern erzielte PrüfungS Resultate, wobei nachfolgende Bedingungen und Erfor dernisse zu erfüllen find: AIS PreiSbewerber zulässig find dies, mal nur 14.jährige und nicht über 16 Jahre alte, hier geborene oder doch vor vollendetem zehnten LebenSjahreeinge wanderte Kinder von deutschameika' Nischen Bürgern, wofür ausreichende Belege und Zeugnisse beizubringen sind. Anmeldungen zur Prüfung, begleitet von genauen Angaben über Alter, Ge burtSort. derzeitige Wohnung, Schule und Lehrer nebst Sittenzeugniß von diesem müssen von den Luftitägenden persönlich geschehen und werden' im nächsten Monat jeden Samstag Nach. mittag, also am 3., 10., 17., 24. und 31. März, von 24 Uhr, in der Halle der Deutschen Gesellschaft, Nordweft. Ecke der. Marshall und Spring Gar den Straße, entgegengenommen. Die Prüfung selbst wird sich auf Folgendes erstrecken: Lesen von Druck und Schreib schrift. Mündliche und schriftliche Uebersetzungez, Sprechgewandtheit. Selbständiger schriftlicher Gedanken auödruck. Rechtschreibung (Dictat).

Grammatikallche Kenntnisse; besonders solche, deren Erwerbung hierzulande etwas schwierig gesunden wird, wie Geschlecht und Zahl und Deklama mationLformen der Dingwörter, sowie Abhandlung der Zeitwörter. Freier (auswendiger) Vortrag von Gedichten oder auch ProsaftÜcken, wovon ein PreiSbewerber einen Vorrath von insgesammt wenigstens 200 Worten zur Auswahl anzubeten hat, der unserer alS klassisch geltenden Literatur ent nommen sein muß. Schließlich phy fikalische und politische Geographie deö Deutschen Reiches. Sollte dieser Aneiferungöversuch gu. ten Erfolg haben, so wird derselbe jedes andere andere Jahr wiederholt und in den Zwischenjahren eine Preisprüfung mit größeren Anforderungen und bei höheren Prämien für 16. und 17jäh. rige Deutsch Amerikaner veranstaltet werden. Die öffentliche Prüfung wird in der ersten Woche im Juli vor dem auS den Herren Professor Dr. M. D. Learned, Vorfitzender, Professor Dr. Sträube. Alfred Hertzog, Adolph Tlmm und I. C. Jocher bestehenden Schul.Comite stattfinden. Der Vorstand des Philadelphia.ZweigeS des Central.BundeS von Pennfyl vanien. . Dr. C. I. Hexamer. Präsident. Adolph Timm, Sekretär.

Die Thätigkeit deö Natio-nal-BnndeS im Januar. Im Monat Januar hat der Natio nal-Bund außer der Aufdeckung d:S MißbraucheS der Frankatur von Con greßmitgliedern seitens der Prohibitic nisten seine Aufmerksamkeit mehrereu Gesetzesvorlagen geschenkt, die anstößige Punkte enthalten. Darunter befindet sich auch die berüchtigte Hepburn.Bill, die den Bürgern von ProhibiticnS Staaten das Recht nehmen will, sich geistige Getränke auS anderen Staaten schicken zu lassen. Der NationalBund hat bei dem JuftiZ'Comite deSFkeprä' sentanteN'HauseS um ein weiteres Ver hör in Sachen dieser Vorlage nachge sucht. Laut Mittheilung deö Justizdeparte mentS ist die Angelegenheit des Iran katurmißbraucheS dem Poftdepartement überwiesen worden, unter dessen Juris diction derartige Fragen stehen. Sollte dieses Departement mischet den, daß ein solcher Mißbrauch im Falle des Reverend Craft vorliege, so würde dasselbe eine Ordre gegen die Beförde rung der betreffenden Postsendungen erlassen. Ob ein Kriminalverfahren eingeleitet werden könne, steht dahin. Möglicherweise könnte die Anklage we gen Defraudirung der Regierung erhoben werden. ES ist behauptet worden, daß die Deutsch Amerikanische Allianz den Protest im Interesse der Brau Industrie erhoben habe; diese Jnsinua tion wird indeß von den Beamten der Allianz entrüstet zurückgewiesen. General'Poftmeifter Cortelyou hat die Angelegenheit in Erwägung genom men, aber seine Entscheidung liegt noch nicht vor. Jüngst verbot er indeß die Versendung eines ähnlichen Dokuments durch die' Post, und die Beschwerdefüh. rer hoffen, daß er diesem PräcedenzFalle folgen wird. Verbrechen im Staate Jndiana nehmen zu. Der Bericht deö staatlichen Statistiker Joseph H. StubbS zeigt im Staate In diana einen allgemeinen Zuwachs in allen Klassen von Verbrechen des ver gangenen Jahres. Die Statistik be ruft sich auf die Einkerkerungen in den Gefängnissen im Staate Jndiana, wie sie von den Sheriffs der verschiedenen CountieS des Staates berichtet wurden. Die Gesammtzahl der Einkerkerun gen in den Jndiana Gefängnissen in den 'letzten 6 Jahren war wie folgt: Im Jahre 1900. 24.550 Elnkerkerua gen; 1901. 23.987; 1902' 26,903; 1903, 29.060; 1904. 29,342; 1905. 29.919. Die Zahl der verhafteten Neger in dem Marion County Gefängniß war in Beziehung zu den Weißen bedeutend größer als in irgend einem anderen County. Die arökte und tu fendsteNuövahl von Ochnitt blumen und Owmenstücken für alle freudigen und trau rigen Ereignisse. Wir find jederzeit gern bereit bei der Auswahl behülflich zu tlu. Oertermann Oroö. (5o. 241 L7!ass. Ode. Tel.

NachMlye Fahrt. Ln M. Holma. - Durch die geöffneten Luken deS Schiffes drang die herbe, scharfe Salzluft des Meeres. Das schwimmende Hotel glitt geräuschlos über die Wellenmassen des Atlantischen Oceans. Bei einer Kajüte zweiter Klasse war ein leichtesGeräusch, eine schmale Thür öffnete sich, eine feine, schlanke Mädchengestalt glitt lautlos hinaus auf den Gang. Mit sachten, leisen Bewegungen, auf Fußspitzen, um die Schl'äfer nicht zu wecken, schritt sie dem Ausgange zu, durch die verdunkelten, jetzt leerstehenden, großen Schiffssäle die breiten Treppen hinauf zum Deck. Mit durstigen, tiefen Athemzügen sog sie die reine, scharfe Nachtluft ein. Das Herz klopfte ihr zum Zerspringen. Ueber die niedrige Brüstung hinweg sah sie die -unermeßliche Breite des Oceans, der einer flüssigen, dunklen Stahlmasse glich, über den sich der lichte Horizont wie eine Umgekehrte Schale von mattem Silber wölbte. Am Hauptmast, am Kiel, am Steuerbord leuchteten die farbigen Lichter der Signale. Scharf hoö sich vom lichten Horizont die dunkte Silhouette des wachthabenden Offiziers, der einsam auf der Kommandobrücke stand. Sie war allein. Nein dort vorn an der äußersten Spitze die- hochgewachsene, sehnige Männergestalt in dem wehenden Wettermantel, das war jener, zu dem die Sehnsucht sie hinaufgetrieben. Harry Wilson! Das Blut stieg in ihre Wangen, sie zwang sich zu gesellschaftlicher Ruhe. Guten Abend!" rief sie. hinüber. Da war er schon mit großen Schritten an ihrer Seite und nahm die kleinen, kalten Mädchenhände herzhaft fest in seine starken Männerfaustc. Ich erwarte Sie schon seit einer Stunde, Fräulein Elisabeth. Ich dachte mir, Laß sie ebensowenig wie ich schlafen könnten in der heißen, dunstigen Luft der Kajüte, daß Sie zu mir kommen mußten, damit wir den letzten Abend gemeinsam feiern." Den letzten Abend," sagte sie mit einer heißen, zitternden Bewegung ihrer Stimme.' Unser letzter Abend morgen sind wir in New Fork." Das junge, weiche Mädchengesicht war blaß und verstört, ihre Augen füllten sich mit Thränen, ihre Lippen zitterten, und der Mann sprach in tiefer Bewegung: Wir müssen Abschied feiern, es ist eine jener grausamen Jronien des Lebens, daß es Menschen zu-' sammenführt für eine winzige Spanne Zeit, die einander lieben müßten, und daß dieses Leben sie wieder fortreißt in's Uferlose." Er faßte sich gewaltsam und zwang sich zu leichtem Plauderton: Kommen Sie, Fräulein Elisabeth, lassen Sie uns Kiesen letzten Abend nicht muthwillig zerstören durch thörichte, trau-' rige Reflexionen. Unser Lieblingsplatz ist frei, wir wollen noch einmal diesenächtliche Stunde verleben, das stille Glück empfind:n, einander als Men-' schen zu wissen in dieser großen Einsamkeit des Meeres. Ich habe den Steward angewiesen, uns den Thee auf Deck zu bringen!" ' Wie gut Sie sind," sagte sie schüchtern, wie rührend gut!" -1 Und er sagte scherzend: Loben Sie mich nicht ungerechter Weise, mein Kind, ich bin stets ein hartgesottener Egoist gewesen; wir sind es alle, wir Männer, die mit rücksichtsloser Energie sich ihren Weg im Leben erkämpft haben, mit harten Händen und eisernem Willen!" Die Theegläser dampften zwischen ihnen auf einem Klapptischchen, er goß ihr den Thee ein, richtete die kleinen, gerösteten Brötchen, und bediente sie mit der liebenswürdigen Geschicklichkeit der Männer des Westens, für welche die Frau die eigentliche Aristokratin ist. Dann saßen sie dicht aneinander geschmiegt die Augen auf das unermeßliche Dunkel des Meeres gerichtet.' Eine weiche, schwere Stimmung war zwischen ihnen, wie unsägliche Melancholie des Abschieds. - Er liebte dieses junge, blasse Mädchen nicht, und doch empfand er in diesem. Augenblick ein warmes, inniges Gefühl für sie, etwas von dem uralten, heiligen Schutzgefühl des Mannes für daö Weib, eine Ehrfurcht vor ihrer kindlichen Hilflosigkeit. Er spürte die warmen Wellen ihres jungen Körpers, ihre ganze junge, starke Liebe. Fräulein Elisabeth." sagte er leise, lassen Sie mich Ihnen in dieserStunde danken für all das Köstliche, das Sie mir in diesen Tagen gegeben haben. Ich kümmere mich niemals um Frauen, mein Leben ist harter Arbeit und eisernem Lernwillen gewidmet, aber an jenem Abend, wo ich Sie zuerst sah, in dem großen, strahlenden Musikzimmer, lieblich und mädchenhaft in Ihrem schlichten, weißen Kleidchen, zwischen all den eleganten Amerikanerinnen, da empfand ich sofort für Sie das Gefühl einer unendlichen Sympathie. Dann sangen Sie mit Ihrer warmen, jungen Stimme die köstlichen alten Volkslieder vom Rhein. Wie ein Traum war es wie ein Klang versunkener Kindheitsglocken, wie deutscher Wald und deutsche Märchen! Ein Klang, der fremd ist in meinem Leben. In' meiner harten Welt der Arbeit klirrt das Eisen der Maschinen, das Surren und Rauschen elektrischer Hochspannung wir wissen mchts von Sentimentalitäten in unserem Le-den.-Sie sind ein Deutscher?" fragte sie. Nem," sagte er mit dem kaum durlbdrinaenden und doch fühlbaren

selvztvewußtsetn der Manne? seines Landes. Ich bin ein Vollblutamerikaner, durchaus Yankee, leitender Ingenieur von Steward & Perrins limiied in Montreal aber meine liebe, alte Mutter war eine Deutsche. Sie batte sanfte, blaue Auaen.. weicke. braune Haare wie Sie uno eme ut warme Stimme. Sie gleichen sehr meiner Mutter. Sie war eine Tränmerin. eine weltfremde Jdcalistzn. und ich wette, mit weißen Haaren las sie noch begeistert ihre kleinen deutschen Gedichte. Sie hat immer an Heimtveh gelitten und sehnte sich immer zurück, wie Sie sich zurücksehnen werden nach Ihren kleinen deutschen Städten. Ihren deutschen Wäldern. Sie werden immer einsam und fremd bleiben unter unseren lustigen, oberflächlichcnFrauen und den anderen mit dem kühlen, kalten Thatsachensinn, einer Energie, die nichts von weiblicher Milde an sich bat. Ein kleines deutsches Mädchen weshalb kommen Sie in die Staaten? Das Leben wnd Sie hart anstoßen." Mein Bruder hat eme kleine deutsche Schule in New York, ich habe mein Lehrerinnenexamen gemacht, ich werde ihm bei der Arbeit helfen." Armes Kind," sagte er, armes, kleines, deutsches Mädchen!" ..Werden Sie in New York bleiben?" Nein," sagte er, keine vierundzwanzig Stunden." Er reckte sich auf in seiner kraftvollen, sehnigen Männlichkeit. Dort oben in Canada ist Raum für Männer meines Schlages, jungfräuliches Land, das der Axt erschlössen werden soll, wilde, unregulirte Flüsse, über die Brücken zu leiten sind, Schienenstränge, die wir legen wollen in unkultivirtes Land." Sein Gesicht leuchtete, jeder Nerv, jeder Muskel seines Körpers spannte sich in verhaltener Kraft. Das ist ein Leben." sagte er. werth, von einem Manne gelebt zu werden. Ein Leben freilich neröenauf reibenden Kampfes, stählernen Bewußtseins, in dem kein Platz ist für zärtliche Gemüthsanwandlung und kleine deutsche Volkslieder." Sie sah ihn an mit großen, schimmernden Augen, mit einerEmpfindung, die sie nicht zu verbergen vermochte. Eine flehentliche Bitte war in diesen Mädchenaugen: Nimm mich mit in dies Leben nimm mich mit in den Kampf!" Harry Wilson sah nachdenklich zu ihr hinüber er fühlte, 'irie sie zitterte er sah die Farbe kommen und gehen in dem jungen, lieblichen Gesicht. Die Versuchung kam über ihn, sie in seine Arme zu nahmen und ihr zu sagen: Komm mit sei mein Weib!" Er fühlte ihre hingebende Wärme und doch wiederum jene keusche mädchenhafte Lieblichkeit, die ihn an seine todte Mutter erinnerte. Aber sein geschärft Blick, sein unerbittlich klares Bewußtsein, gestählt im unerbittlichen Kampfe des Tages, siegte auch in die sem Augenblicke, und er empfand: Jene Fiiaa, die in mein Leben treten, wird, die kämpfen wird an meiner Seite, die wird anders sein als diese. Kein süßes, blasses Mädchen, keine Träumerin und Jdealistin, die Schumann'sche Lieder singt in wohlbehüteien deutschen Pfarrhäusern! Jen: Frau, die in mein Leben treten wird, wird kraftvoll fein, jung und rothblütig, mit hellen, scharfen Augen, circ Arbeiterin und ein Kamerad.Arme, kleine Lisa arme, kleine, süße Träumerin. Er faßte sich gewaltsam. Wir müssen scheiden," sagte er weich. Leb wohl!" Leb wohl. Harry Wilson!" Da schlang er seine stauen Arme um die feine, zitternde Mädchengestalt, küßte die Thränen von ihren Augen, kniete nieder vor ihr, wie einst in fernen Tagen zu den Füßen seiner deutschen Mutter, und küßte die feuchten Mäd.chenaugen. Wenn Du je einen Freund brauchen solltest in Deinem Leben denke an Harry Wilson in Montreal. Gott segne Dich, mein Liebling!" Heller Sonnenschein lag auf dem Deck. Langsam und majestätisch glitt die Deutschland" in den New Yorker Hafen, vorbei an dem scharfen Buge, wo glitzernd im Sonnenschein das Denkmal der Freiheit stand. Ein dröhnender Böller das Rasseln der Anker, langsam und feierlich stieg das Sternenbanner am Hauptmast empor, die Schiffsmusik intonirte The Starspangled Banner"! Harry Wilson stand neben seinem Gepäck, die Stummelpfeife im Munde, das Gesicht war fest und verschlossen. Er zog di: Mütze ehrfurchtsvoll und grüßte gleich den "übrigen Söhnen der Vereinigten Staaten die heimathliche Erde. Er blickte auf, Elisabeth stand nicht weit entfernt von ihm. Ihr Gesicht war todtenblaß, ihre Augen verweint. Ein heis.es Mitleid ergriff ihn. hinüber zu gehen zu ihr, ihr die Hand zu reichen zum Abschied Da sagte er hart zu sich' selbst: Vor Dir liegt besseres Glück, als eine Frau Dir zu geben vermag Deine Arbeit. Fare well!"

Kennzeichen. Gatte: Du, Alte, passe nur auf unsere Tochter auf.... ich denke, die hat eine Liebschaft angefangen,. . . sie hat jetzt immer die Häud' so voller Tinte!" Trübe Perspektive. Bauer: Jetzt ham s' mir beim Raufen die Nase eing'schlagen und ein Ohr abg'rissen, wenn mich so meine Alte sieht, die reißt mir 's andere auch noch ab." . ,

SvA ALNantt.

In Westböhmen,' besonders im Bezirk Tachau, hat in den letzten Wochen die Hundswuth, da die f Bevölkerung durch Verheimlichung den ehördlichen Maßnahmen Widerstand leistet, in derartiger Weise um sich gegriffen, daß sie eine ernste Gefahr zu werden droht. Am Neujahrstage riß sich in Darmschlag ein Hofhund von der Kette los, rannte in die benachbarten Höfe, biß dort die Hunde und lief dann auf den Marktplatz, wo er sieben der dort spielenden Kinder Bißwunden beibrachte. Wie die behördlichen Erhebungen ergaben, war das Thier wuthkrank. In Mößholz ist ein Kind, das von einem wüthenden Hunde angegriffen worden war, an Tollwuth gestorben. Zwei Beamte der t ü r k ischen PostVerwaltung weilen zur Zeit in Berlin, um die Einrichtungen der Post, der Telegraphie und , des Fernsprechwesens zu studiren. Es sind dies Postdirektor Tewfik aus Constantinopel und Telegraphensekretär Hassan von dort. Die beiden Beamten waren zuerst nach Berlin geschickt worden, um sich mit der drahtlosen Telegraphie bekannt zu machen. Die türtische Regierung hatte beabsichtigt, in Constantinopel eine Station für drahtlose Telegraphie zu errichten, um mit verschiedenen Stationen Kleinasiens und der europäischen Türkei in Verbindung zu treten. Der Plan ist wieder aufgegeben worden. Dagegen sollen zwei Stationen für drahtlose Telegraphie auf zwei Inseln des Mittelländischen Meeres errichtet werden, um diese miteinander in Verbindung zu setzen. Nachdem die beiden tllrkischen Beamten sich mit den Einrichtungen und der deutschen Telegraphie ohne Draht vertraut gemacht habe-n. Istudiren sie jetzt insbesondere die EinAchtungen der Post beim Berliner Briefpostamt usw. Die Entsendung türkischer Postbeamter in's Ausland und besonders nach Berlin ist um. so bemerkenswerther, als bekanntlich die europäischen Mächte in der Türkei eigene Postanstalten unterhalten.. . Eine' heitere Szene spielte sich unlängst auf dem Polizeirevier der Chaussee d'Antin in Paris ab. Bei einem in der Nähe, wohnenden Rechtsanwalt erschien eine junge,' elegant gekleidete Dame und übergab ihm unter tausend Vorsichtsmaßregeln ein Packet, 'das die Aufschrift trug: Da ich mein Kind nicht ernähren kann, empfehle ich es der Barmherzigkeit der Passanten." Die Überbringerin des Packeis erzählte, daß sie es in einem Hause der Rue - Taitbout gefunden habe, und bat. den, Nechtsanwalt mit Thränen in denAugen, doch sofort die nöthigen Schritte für das bedauernswerth: Baby .'-;U unternahmen, da sie nicht wisse,, wohin sie - sich zu wenden habe. Auch der Rechtsanwalt war gerührt, nahm mit zarten Händen die kostbare Last und begab sich zusammen mit lder Finderin nach dem nächsten Polizeibureau. Fassen Sie es nur nicht so hart an!" meinte er besorgt zu dem Beamten, der sich anschickte, das gcheimnißvolle Packet zu öffnen. Wenn es nur nicht schon todt ist!" jammerte die Dame. Nein, nein," beruhigte sie der Advokat, ich habe es vorhin noch ganz deutNch schreien HLren!" Inzwischen war die Umhüllung entfernt worden, und unter lautem Lchen holte der Schutzmann aus einer Pappschachtel zwei leere Konservenbüchsen und vertrocknete Brodrinden heraus. Der Rechtsanwalt aber war, ehe man sich 'dessen versah, aus dem Polizeibureau verschwunden. Vor einiger Zeit er-' regte die Flucht eines Häftlings des französischen Staatsgefängnisses zu Tarascon großes Aufsehen. Gustav Rolland, ein zweiunddreißigjähriger Mann, brachte es trotz der Wachsamkeit der Gefängnißwärter zuwege, die hohe Mauer, die sich längs der Rhone hinzieht, zu übersteigen und unter dielen Abenteuern zu entkommen. Nun erst erfuhren die Behörden, warum Rolland, dessen Haft nicht mehr lange währen sollte, diesen ebenso kühnen wie gefährlichen Schritt unternahm: Liebe und Eifersucht hatten ihn dazu gespornt. Man hatte ihm hinterbracht, daß seine Geliebte, eine junge und wegen ihrer Schönheit berühmte Zigeunerin, ihm in seinem eigenen Bruder Louis einen Nachfolger gegeben habe. Sofort faßte Gustav den Entschluß, unter Einsetzung seines Lebens das Paar aufzusuchen und den Verführer zu tödteiu Er durchstreifte ganz Frankreich, ohne eine Spur de? beiden entdecken zu können. Da griff er zu einem Mittel, das ihm die Rache sicherte. Er stellte sich dem Polizeichef von Paris Hamand und legte das Geständniß ab, daß sein Bruder im Verein mit ihm in Paris und Rouen vierzehn große Einbruchsdiebstähle begangen habe. Da seine Angaben sehr genau waren, mußte die Polizei nach Louis Rolland recherchiren lassen. Sein Signalement und seine Photographie wurden nach allen Richtungen hin verschickt. In der That gelang es, seiner in Angonlme habhaft zu werden. Die feindlichen Brüder werden in der Prisen de la Sant6 zusammenkommen und dann wahrscheinlich gemeinsam nach dem Bagno verschickt werden. Zunächst jedoch gedenkt der Untersuchungsrichter, in Kenntniß deS Verhältnisses der Brüder, ein Zusammentreffen zwischen ihnen zu vermei-

Stt

M Yorfc Store (Ttsöliri 1853.) ..Jndiana'S größter Laden. Flanell und Blanket Gelegenheiten. ' Will Ends in Outing Flanellen, niedliche Muster in hellen und dunklen Farben, regl. 10c die Yard 6je Mill Ends in Flanellettes. in schwarz und weiß mit niedlichen Polka Tupfen, mittlere Farben Strnfen, die Yard 5 c L00 Weiße bai'-ntvollene Blankets, 104 Größe mit 'ancy farbigen Bor ten, solange welche an Hand sind, daö Paar 59e Mill Ends von rahmfarbigen gestick ten Flanellen, in einer 59c Qualität, die Yard 47e Große weiß gehäkelte Quilts, Sl.00 Werthe in prächtigen Marseilles Mustern; Verkaufsprels daS Stück79e Ost Zimmer. MS M KW C0. Wie von Seattle, Wasy., berichtet wird, macht sich der Boycott in Ehina gegen amerikanische Wagten und Produkte besonders im MehlHandel fühlbar, und wenn die Sperre nicht innerhalb zwei .Monaten aufgehoben wird, müssen alle Mahlmühlen an der Pacific-Küste den Betrieb einstellen. Die Aufsichten sind aber vorläufig noch schlecht für eine friedliche Schlichtung. Die Seattle-Mühlen der Centennial Milling Co.. mit 2400 Faß Mehl per Tag, und die Hanrmond Milling Co., mit 2000 Faß. sind faktisch gezwungen, in den nächsten Tagen rhre Thätigkeit einzustellen. Weitze Flecken aus Möbelpoliiur zu entfernen. 1) Weiße Flecken, welche dadurch entstanden sind, daß warme Gefäße auf polirte Gegenstände gestellt wurden, entfernt man mittels Spiritus, mit Lampenöl vermengt, welche Mischung man. mit einem Läppchen wiederholt auf die Flecke reibt. 2) Weiße Flecken aus Politur, die z. B. bei Tischplatten durch heiße Gegenstände hervorgebracht sind, entfernt man mittelst Cigarrenasche. Man streut dieselbe dick auf die fleckige Stelle und. verreibt sie mit einem recht glatten, in der Flamme angekohlten Kork. Dann wäscht man mit lauwarmem Wasser die Stelle sauber, reibt sie tüchtig mit weichem Wildleder und stellt den Glanz durch Abreiben mit Petroleum oder Firniß wieder her. 3) Die verdorbene Stelle der .Mahagoniplatte wird zuerst mit zweifach mit Wasser verdünntem Salmiakgeist mit-telsLeinen-Väuschchens 3 4mal abgerieben und jedesmal trocknen gelassen. Dann schließlich, wenn der Fleck noch merkbar besieht, wird mit einem frischen Leinenläppchen, welches mäßig (nur wenig) mit Spiritus befeuchtet ist, polirt. Ist aber vorher auf den Fleck schon Politur aufgetragen, so muß zuerst 'diese Harzschicht mittels Spiritus fortgelöst und abgewischt werden, weil sonst der Salmiakgeist nicht wirken kann. nropaischeS ePartrmeH' Wechsel. Creditbricse, Postanweisungni. uf alle Städte Europas, chiffsscheins von und nach Europa. Lltt- und Verkauf auölänöZl scheu Geldes. No. 35 Süd Meridian Str. merchants National Bank Verlangt - Anzeigen rgend welchtr Art werden in der jndiana Iribüut' mit 5c vtt Zelle für jede Jnsertion derechuet. V illig zu vermiethen : Vaiken.VnzSqe für Dame Herren u.mr vn xtnmn,20 Pemvroie Krcade 3 ,erkusen: iue, Bauplatz a Stur Aveuue. iwische Highland de. und ivriental tratze, 5 bei 125 tft groß. Werth $900. Verdi sör $775 on Jemand de sich ein Hau zu baue wünscht der kaufen. Wird nicht Personen verkauft die gen tlzum vermieden vollen. Gute trabe und Irot toirS. a. bzugkkauale und elektrisch kk Licht a, der Etraße. Nachzufragen bci C. echerer, im EturmAvenue. erlangt: neZsran all HanIhSlteri im Tiako. " tfsen Lospital. cke Orzt, und Venate. ach. lufragen t der Office del HospitalZ.

W

Mmii

mm