Indiana Tribüne, Volume 29, Number 137, Indianapolis, Marion County, 2 February 1906 — Page 1
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Erscheint ieden NeuKmittag. . , Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Freitag, 2. Februar 1906. ' , No. 137.
Von den Kohlkngrabern. ! D!e Verhandlungen zwischen den siohlengräbern und den Grubenbesitzern sind zu Ende. Präsident Mitchell erllärte den'Be sitzern, daß die Kohlengräber verweigern, ein neue Abkommen zu treffen, welches eine Lohnerhöhung nicht in sich schließt. Da die Besitzer sich entschie den weigern, höhere Löhne zuzahlen, wird mit Ablauf deö gegenwärtigen Uebereinkommens aller Voraussicht nach ein Streik aller ttohlengrüber in den Hart und WetchkobleN'Diftricten in den Vereingten Staaten und Bri' tisch'Folumdia erklärt werden. Im Ganzen werden durch diesen Streik etwa 400.000 Bergleute betroffen wer. den. Präsisent Mitchell erklärte, daß in Anbetracht der allgemein günstigen Ge schäftölage im ganzen Lande die For derung der Kohlengrüber eine durch aus berechtigte ist. Mit dem bis zum 1. April noch zu erbebenden Streik Affeßment von öl pro Mann und Woche wird der Streikfond der Arbei ter am genannten Tage über $5,000,000 betragen, mit welchem Betrage der Kampf gegen die Arbeitgeber aufge nommen werden wird. Ein solch gigantischer Kampf zwischen Kapital und Arbeit als der bevorstehende, ist noch nie erlebt worden; die
Eonsequ'nzen desselben sind auch nicht annähernd vorauszusehen. Zwei Lebensmüde. C in cinn ati, O., 2. Febr. Ein unbekanntes junges Mädchen stürzte sich gestern Nachmittag von der Central.Brücke in den Ohio Fluß. Eine lange Strecke wurde sie im Wasser stromabwärts treibend beobachtet, er trank jedoch, ehe ihr Hülfe gebracht wer. den konnte. Der I5-jährige E. E. Loomiö von Parkersburg, W.' Va., sprang in selbstmörderischer Abficht gestern Abend von der Hängeblücke und er trank. ' Auf der Brücke ließ er seinen Hut und einen Zettel zurück, worin er bat. Bekannten mitzulheil:n. däß ihn eine unheilbare Krankheit in den Tod getrieben habe. StttiV Schicksal in der Schwebe. N o ble Sville, Ind., 2. Febr. Die Argumente in dem LewiS Mord Prozeß wurden heute Mittag beendigt und die Geschworenen zogen sich zur Berathung zurück. Aufmerksame Be obachter der Verhandlungen find der Ansicht, daß kein direkter Beweis für die Schuld des Angeklagten erbracht worden ist und daß die Umstandsbe weise nicht genügend sind, um den An geklagten schuldig- zu sprechen. Ein freisprechendes Verdict der Geschwore nen wird deshalb allgemein erwartet. Feuer. Gestern Nachmittag waren zwei kleine Feuer, die weiter keinen großen Scha den anrichteten und bald gelöscht wa ren. In dem Hause des E. C. Erau ford. 1220 Bellefontaine Straße, hatte der Ruß in dem Schornstein Feuer ge fangen und den Schornstein beschädigt. Das Feuer wurde jedoch bald beseitigt. Das andere war in der Wohnung der Frau Scheller, 840 Elm Straße, wel cheS erstickt war. bevor die Feuerwehr erschien. DaS Sarrifon MonumentProjekt. Nachdem die schriftliche Erlaubniß zur Errichtung deS projectirten Denk malS für Cx.PräfidentBenjamln Har rifon im University Park von den StaatZ.Behörden theilt worden ist. steht der Ausführung des Vorhabens nichts mehr im Wege. ES wird jedoch immerhin noch ungefähr ein ganzes Jahr dauern, ehe das Denkmal fertig gestellt ist. DaS Comite, welches die Sache in der Hand hat, wird zunächst sich für einen der von dem Bildhauer Charles Niehaus vorgelegten Entwürfe ent scheiden, bevor der Bau begonnen wird Die. für den Baufond bis jetzt ge. zeichneten Gelder betragen . ungefähr 43,UÜU.
Plan für ein KindcGcsängnik.
Polizei.Cbef Metzger unterbreitete den County'Commissären einen Plan, wonach daS bis jetzt unbenutzte dritte Stockwerk des Polizei-GebäudeS als ein Kindergefänzniß hergerichtet werden oll. Platz ist genüg'nd vorhanden und mit wenig Unkosten könnte der Raum für Mädchen und Knaben abge. heilt und das Ganze unter die Aufficht einer Matrone gestellt werden. Die gegenwärtigen Räumlichkeiten in der .Friendly Jnn". welche jetzt diesem Zwecke dienen, find durchaus nicht zur Zufriedenheit des Polizei -Chefs ein gerichtet. Vom StormS-Fall. General.Anwalt Miller beabsichtigt gegen StaatSSecretür StormS bei den Gerieten von Marion County ein MandamuS Verfahren einzuleiten, um ihn zu zwingen, seine Bücher dem StaatS'Auditor Warren Bigler zur Einficht vorzulegen. Auf die Weigerung deS Staat fecretärS, feine Bücher revidiren zu lassen, gründet sich ein Theil der gegen ihn von Gouverneur Hanly erhobenen Beschuldigungen. In Verbindung mit der Abficht deS Gouverneurs, eine ExtraSitzung der Legislatur einzuberufen, um StormS feines Amtes zu entsetzen, geht daS Gerede, daß StormS Freunde gegen den Gouverneur ein Jmpeachment Verfahren einleiten wollen, falls er feine Abficht ausführt. Der Gouverneur soll angeblich einen größeren Betrag an Gehalt bezogen haben, als ihm zukommt. DaS Odergericht hat die Verband lung der Berufung g'gen las Urtheil der unteren Instanz, welches die Klage gegen StormS auS technischen Gründen abwies, auf den 23. März festgesetzt. Polizeiliches. D i e i m National Hotel bedienstete Catherine Lane meldete der Polizei, daß ihr aus ihrem Zimmer Kleider und Schmucksachen entwendet worden wären. Die Beschreibung der gestoh lenen Gegenstände stimmte genau mit Sachen überein, welche die Polizei be reitZ gestern dem wegen DiedftahlZ Verdachts verhafteten I. Warrick abge nommen hatte. Die Bestohlene wurde aufgefordert, die Gegenstände, deren Werth ungefähr $10 beträgt, zu iden tificiren. In dem Clofet seines Haukes No 237 Miley Ave. wurdevon JaS. Lee ein Kind männlichen Geschlechts sauber und warm in einem Kork ver packt gefunden. Ein Zettel theilte dem Finder mit. daß daS Kind am 22. Dezember 1905 geboren fei und enthielt die Bitte, für dasselbe zu sorgen, sowie Anweisungen für die Verpflegung ds8 Kleinen. Herrn und Frau Lee gefiel daS Bübchen so. daß sie sich entschlossen, dasselbe als ihr eigenes zu behalten. MatroneOakS im DiSpen. sarium ist bemüht, ein Heim für eine würdige alte Frau in anständiger Fa. mllie zu finden. Angehörige der HülfS bedürftigen find selbst arm und wohnen außerhalb der Stadt, find aber bereit. wöchentlich eine bescheidene Summ zum Unterhalt der alten Frau beizu. tragen. Frau OakS ersucht Wohl thätigkeitZ.Vereine oder andere Leute, mit ihr in Verbindung treten zu wollen. Yersonal-Notizen. Heute Abend wird Frl. Sarah M a 1 1 u rn, Tochter von Oöcar Markum, in der Morriö Straße M. E. Kirche, eine Deklamation geben.. . Herr PeierFrick nebst Tochter traten am Donnerstag Nachmittag eine .monatliche Besuchsreife nach Deutsch land an. Herr- Frlck, welcher Jahre lang der pflichtgetreue Vertreter der Home Brauerei wsr, macht die Reise namentlich aus Gesu-.-itSrückftchten und feine vielen Freunve Zwünschen, daß er bei seiner Äückkehr vollständig hergestellt ist. Er wünscht Allen ein herzliches Lebewohl. ,
Aus den Gcrichttn. Schadenersatzklage. Frau Sarah Jacobs reichte gegen die
Indianapolis Traction & Terminal Company eine Klage auf Zahlung von $15,000 Schadenersatz ein. Die Klage gründet fich auf Verletzungen, welche die Klägerin am 9. März 1905 durch Fahrlässigkeit von Angestellten der Ver klagten erlin. Der Ehemann der Klägerin verlangt gleichzeitig von der Straßenbahn - Ge sellschaft die Zahlung von $5000, als Ersatz für die Auslagen während der Krankheit seiner Frau und für die ihm verloren gegangenen Dienste der Kläge rin im Haushalt. Frau Jacobs wurde durch den Un fall verkrüppelt und arbeitsunfähig gemacht. . Superiorgericht. Richter LeatherS , verurtheilte am Donnerstag Franl B. Leck indem Ehe fcheidungSplozeß, welchen seine Frau Elizadeth Leck gegen ihn angestrengt hatte, mit Bezahlung Von $20 Advo. katengebühren, welche, innerhalb 90 Tagen bezahlt werden müssen, und mit $500 Alimente Der Frau wurde er laubt, ihren Mädchennamen Elizabeth Scholl wieder anzunehmen. MIM Empfang M Turnlehrers ChaS. Epnth. Der neue Turnlehrer deS Socialen Turnvereins, Herr ChaS Sputh, befindet sich nun nach zweitägigem Anf enthalt in St. LoutS. in Cincinnati. Gestern reifte Herr Stecher nach dort, um mit Herrn Sputh die dortigen Schulen zu besuchen. Am Samstag Abend findet -im So cialen TurnVerein der Empfang deö neuen Turnlehrers durch die Mitglieder des Vereins, des Da men Verein? und der Damen-Klasse statt. Am Montag, 5. Febr. beginnt das 2. Semeger unter Turnlehrer Sputh. Behörde für öffentliche Arbeiten. Eine Eingabe von Charles Stenzel u. A. um Verbesserungen an der St. Clair Str., von der Massachusetts Ave. bis zu den L. E. & W. Geleisen mit concret fundlrten ASphalt'Pflafter ging der Behörde zu. Die Hoofier Construction Co., welche die Verbesserung? an der Northwestern Ave. in Angriff genommen hat aber durch einen CinhaltSbefehl an Fertig ftellung der Arbeiten verhindert wurde hat die Behörden benachrichtigt, daß man die Stadt, für allen durch Behinderung der Arbeit erzeugten Schaden verantwortlich halten würde. Zugleich wurde ersucht, daß die Stadt den Verkehr auf der Straße ver biete bis das Obergericht über den Ein Haltsbefehl entschieden habe. Mary Z. Black reichte Protest gegen die Verbesserung der Louisiana Str. mit Holzpflaster von Virginia bis Eaft Str. ein. - Stadt.Jngenieur Miller wurde in. struirt Pläne für die Erhöhung der In diana Ave. Brücke am Fall Creek vor. zubereiten. Unfälle. Joe Closlow, 907 Michael Straße, siel Donnerstag kurz vor Mittag an der Erhöhung der Straße. Massachusetts Ave. und 10. Straße und zog sich Ver letzungen beider Fuße zu. Er wurde in seine Wohnung geschafft. Frau Lizzie Allmann siel an der Walnut und Delaware Straße ohn mächtig zu Boden und wurde mit der Ambulanz nach ihrer Wohnung No. 901 Oft MarkesStraße geschafft. Man glaubt, daß sie gefährlich erkrankt ist. Frl. Mctteoum erkrankte plötzltch in Kahn'S Schneiderwerkstätten. Die Ambulanz brachte sie in ihre Wohnung No. 172 Bright Straße. Ootttted Leukhardt, .Die gemüthliche EaV Ecke Noble und Market Str.
Tene Sante Chronik. Die guten Bürger von Terre Haute können sich vergnügt die Hände reiben, ihre hübsche HoosierStadt wird als Beispiel eines gesetzliebenden Gemein Wesens in die Geschichte übergehen, d. h. wenn eö ihnen nicht gar zu schwer füllt gut zu sein. Zum Stadtrath der guten Burg Terre Haute ist der Nothschrei der from men Bürgerschaft gedrungen und wurde e,hört. , Wir wollen die SonntagSgesetze worunter sie natürlich nur-daS Nichol son Gesetz verstehen) befolgt haben! so drang es in die Ohren des biederen
Mayor Bidaman. Und als letzterer mahnte, daß dies nicht im Sinne aller Bürger sei, daß außer den Keuschen und Reinen auch der liberale Bürge? ein Recht habe. ge. hört zu werden, da tönte es ihm wie der gellend in die Ohren. Wir wollen die Gesetze (worunter sie natürlich nur daS Nicholfon Gesetz verstehen) befolgt haben. , Aber wieder schützt Mayor Bida mann Schwerhörigkeit vor. Da gingen die Gerechten in ihrem Zorn zu den erwählten Weisen der Stadt, die über das Sein oder Nicht. sein der Bürgermeister zu bestimmen haben und führten Klage über den schwerhörigen Mayor. Sehet Ihr Welsen denn nicht, daß unser Bürgermeister ein unreines Ge süß, das anstatt mit dem Oel der Tu. gend mit dem schaumenden Saft des Teufels gefüllt ist? Enthebt ihn seines Amtes, damit die Stadt nicht wegen ihrer Gesetzlosigkeit im Pfuhle der Sünde verkomme. Und die Weisen hörten und pflogen Rathes. ' Aber ihre Augen waren mit Blind heit geschlagen und sie konnten die Schatten des Abgrundes nicht erkennen, in ; dessen Tiefe sie Bidaman stürzen wollte und sie behielten ihn im Amte. Aber wieder drang der Schrei der Gerechten an ihr Ohr: Führet die Gesetze (darunter nur das Nicholfon Gesetz verstehend) durch, sonst verkam men wir in Sünde!" Und die Ohren der Weisen hörten und ihre Augen wurden sehend und sie sahen, daß das Volk. dieGesetze nicht be achtet. Und sie ließen den Schergen meister kommen und sprachen zürnend: Warum sorget ihr nicht für Beobach. tung der Gesetze (nicht nur das Nichol son Gesetz sondern Alle meinend.) Wißt Ihr nicht, daß die erwählten Gebotemacher deS Staates befohlen haben, Sonntags die Sckünken zu schließen, tbuet Eure Pflicht" und Jubel der Gerechten ertönte. Wisset Ihr nicht, daß e? sündhaft ist, am Sabbath Blumen zu derkau fen, EiS.Cream und Süßigkeiten an die Gierigen und Schleker zu verkaufen. Komödienhäufer zu führen, Nzvellen zu verkaufen oder Bartstoppeln den Menschenkindern abzukratzen ?" Und siehe da, der Beifall der Gerechten der stummte und wehklagend riefen sie auö: Erbarmet Euch Ihr Herren, das Nicholssn Gesetz ist nur geheiligt, weil eS den heidnischen Germanentrank ver bietet. Lasset die anderen Gesetze ruhen, sie geben unS Freude und unsern Schwägern, den Apothekern, reichen Gewinn, wovon nur wenig dem Staate und den Schulen an Steuern gegeben zu werden braucht." Aber die Weisen von Terre Haute blieben hart und sie befahlen dem Schergemeister LintS hinauszugehen am Sabath unter das Volk und die Schärfe der Gesetze auszuführen an Schankwirth und Apotheker,- Komö dlant und' Barbir, Novellenhändler. Blumen und CigarrenVerkäufer und Juhrwerk.vermiether ohne Rücksicht auf Alter, Nation und Geschlecht. Ausspucken möchten die Gerechten vor Zorn, aber der böse Stadtrath hat auch die Durchführung deö Gesetzes welches das Spucken auf der Straße verbietet, befohlen. ' Burt viser, ein Neger, hat von Clifford' Prior, einem anderen Schwarzen, einen Uebzrzieher gestohlen und wurde deshalb eittgefieckt.
Nachrichten aus Jndiana. Wenn schon, denn schon. Terre Haute. Februar. Polizeichef LintS hat der ihm unterstell ten Mannschaft strenge Anweisung ge geben, auf die genaueste Beachtung der folgenden Bestimmungen zu sehen: Das Nicholson.Gesetz; das Gesetz ge gen Spieler und Spilhöllen; das Ge setz, welches eine Schließung der Thea ter, Kegelbahnen, Billard und Pool räume an Sonntagen verlangt; die Bestimmung, daß Grocer, Fleischer, Barbiere, Cigarren und Fruchthänd ler, sowie Leihftallbesitzer an Sonnta
gen keinerlei Geschäfte thun dürfen; das Verbot des AusfpeienS auf Bürgerstei. gen, deS zu schnellen FahrenS der Eisenbahnen innerhalb der Stadtgrenzen, des Verkaufs von Tabak und Ei garren in Hotels und Restaurants, des Verkaufs von Büchern. Zeitschriften oder irgend anderer' Artikel an Zei tungSständen, und mehrere andere; so gar Blumen und Zückerwaarenhändler müssen an Sonntagen ihre Verkaufs stünde schließen. - . Diese strenge Verfügung hat ihren Grund in dem Bestreben deS Manufac turerS' Club, die Schließung der Wirthschaften an Sonntagen strict zur Durchführung zu bringen. CharlotteSville.l. Febr. George ShleldS ist gestern Nacht an der Lungenentzündung gestorben. Er hin terlüßt eine Wittwe mit vier erwachse nen Kindern. G o s h e n , 1. Februar. Charles Johnson, ein Patient der Kranken abtheilung deS CountyGefüngnisseS, stieß in einem Anfalle von Jrrstnn fei nen Kopf gegen die eisernen Stangen seiner Zelle . und brachte sich eine Kopf wunde bei, an welcher er nach zehn Minuten verstarb. E v a n S v i l l e , 1. Februar. Champ Willoughby, ein junger Kauf mann von hier, wurde in letzter Woche von feine? ersten Frau geschieden. Er verhezrathete sich sofort mit einem jun gen 19'jährigen Mädchen. Die Letz, tere ließ ihn gestern verhaften, weil er sie einen Tag nach der Hochzeit ver. lassen habe. M e n t o n e , 1. Februar. Ein Raub der Flammen wurde die Südoft. Ecke der Geschäftsgegend unserer Stadt. DaS. Feuer brach um 5 Uhr des Mor genS im Fleischerladen von Benjamin SellS aus und verbreitete sich ungeheuer schnell. Die freiwillige Feuerwehr, welche aus einer Eimerbrigade mit einer alten Handdruckspritze von Warfaw besteht, hatte große Schwierigkelten,' das Feuer zu bekämpfen, da es schon weit um sich gegriffen hatte, als eS ent deckt wurde. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf etwa 910,000. Das Feuer soll durch eine Explosion in dem Schlächterladen entstanden sein. Die niedergebrannten Gebäude find alle ein oder zweistöckige Holzhäuser. Vor drei Jahren wurde die halbe Geschäfts gegend der Stadt durch Feuer zerstört. Die Versicherung des verbrannten Eigenthums konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Terre Haute, 1. Febr. Co roner Vaughn ist noch immer mit dem Jnqueft in dem Leigh Williams Mord falle beschäftigt. Er wird seinen Wahr spruch wahrscheinlich erst Ende der Woche abgeben. Das Befinden deS von Andrew Williams geschaffenen Mar schall Robert Williams hat fich wesent lich gebessert; auch der Conftabler JaS. Vincent befindet fich auf dem Wege der Besserung. Die beiden Brüder WeSley und An drew Williams haben im Gericht auf ein Vorverhör verzichtet und wurden an . die Großgeschworenen überwiesen. Der alte Jonah Williams, feine Frau und der 13jährige Sohn Alvin, welche fich zur Zeit in UntersuchungS haft befinden, werden am Samstag dem Richter vorgeführt werden. Die ganze Familie wird von Ex-Richter Wm. Land von Booneville und Frank B. Pofey von EvanLville vertheidigt. Die drel kleinen' Kinder von Jonah Williams werden einem Waisen.Alyl übergeben werden.
Erdferkel-Tag. Heute ist, dem Volksglauben g'emüß der Tag, an welchem das Erdferkelchen (Gi-ound hog) feine Höhle verläßt, um nach dem Wetter zu schauen. Scheint die Sonne so, daß eö seinen Schatten sieht, dann erschrickt das kleine Thierchen und verkriecht sich wieder im dunkeln Erdenfchooße. Für die Menschen aber bedeutet daS sechs Wochen kalt Wetter. Der Winter hat uns bislang so ge linde behandelt, daß man schon ein paar Wochen echtes Winierwetter in den Kauf nehmen kann. ES war ein ganz willkommener An blick, als gestern Abend zum ersten Mal in diesem Winter so ein recht
lustiger Schneeflockentanz begann. Wohl hatten wir schon Schnee, aber derselbe wurde schon zu' Wasser ehe er noch den Boden berührte. Ein Winter ohne Schellengeläute der dahingleiten den Schlitten oder Schaaren von Bu den und MüdelS mit froftgerötheten Wangen, mit ihren Schlittschuhen im Arm ist doch nichts Rechtes. Das tzrdferkelchen soll nur ruhig erschrecken und coelter schlafen, uns ist der Winter liebDie italienische Kunst' welt ist auf's lßttste beunruhigt durch eme ganze Reihe von Diebstählen in den Kirchen und Museen Italiens. Sie werden anscheinend von einer organisirten Bande ausgeführt; aber bis jetzt ist es foen Behörden nicht möglich gewesen, geeignete Maßregeln zum Schutze der reichen Kunstschätze zu treffen. Die Reihe Ur Diebstähle 'begann im August 1901 mit Sassoferrata's Madonna im Rosenhag; dann folgten das Geräth der Kirche von Rivori, das Silber der Kathedrale von Caferia Vecchia, ein Gemälde von Cola dell' Amatrice und der berühmte Ascoli - Chorrock. Weiterhin wurde aus der Betlpelle von Legn bei Calenzano in. Tabernakel .von Luca della Robbia geraubt, aus der Kathedrale von Pienza eine ganze Sammlung wundervoller Miniaturen aus dem 14. Jahrhundert und aus der Kirche von Osinw eine Schreibtafel mit mehreren Blättern und ein wunderbar gearbeitetes Altartuch. In der letzten Zeit verschwand ein Basrelief von Luca della RoMa aus einer Kirche bei Florenz und jetzt ist, wie aus Rom gemeldet wno, eme seyr wertyvolle Ma donna von Lippo Memmi, einem Mei-, sier des 15. Jahrhunderts, aus einer Kirche in, Siena gestohlen worden. D' Polizei hat in allen diesen Fallen bisher keine Spur -der Diebe finden können. Es wird vermuthet, daß die gestohlenen Kunstwerke das Schicksal des berühmten Chorrockes von Ascoli theilen, der schließlich in den Besitz Pierpont Morgans kam, aber von diesem zurückgegeben wurde. Alle Schiffsladungen, die nach Amerika gehen, werden genau überwacht. S k a l p i r t. Im Maschinenhause einer Brauerei zu Würzburg, Unterfranken, kam der Schlosser Nöth in die Transmission, die ihm die Kopfhaut herabriß, den rechten Arm zerdrückte und den Brustkorb einquetschte. Nöth wurde bewußtlos aufgefunden und gab Sv c 5: ra:n. ,,k OUIU UIUUU JClUCil Vitli UU. UntermWeibnachtsbaum verbrannt. Um ihrem Söhnchen, einem Ljährigen Knaben, eine Freude zu bereiten, zündeten Eheleute in Gaarden, Schleswig-Holstein, an einem Abende nach Weihnachten den Christbäum noch einmal ein. Sie verließen dann auf kurze Zeit das Zimmer. Als sie zurückkehrten, fanden sie daö Kind mit schweren Brandwunden bedeckt, denen es bald darauf unter unbeschreiblichen Schmerzen erlag. Der Knabe war mit seinem Kleidchen einem brennenden Lichte zu nahe gekommen. I n .d e n Schottischen Hoch I Vn d-Regimentern sind 12 Mann unter 1000 über sechs mu gron. , Die kleinste Stadt des Deutscher Reiches ist Hauensiein im Amtsbezirk Waldshut, Baden, mit 216 Einwohnern. In d e n d e u t s.ch e n H äfen hat sich der Schifffahrtsvnkehr in dem Jahrzehnt von 1894 bis 1904 um 82 Prozent' gehoben. Die besten Na delarb.eiter derWelt 'sollen die Japaner sein, denen die russischen Frauen fast ebenbürtig zur Seite stehen. Die aromatischen Ausd ü n st u n g e n der Blätter des Eucälyptusbaumes sollen die eingeborenen Australier, gegen Krebs feien. '
