Indiana Tribüne, Volume 29, Number 136, Indianapolis, Marion County, 1 February 1906 — Page 6

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Die Entführung. Slnonifche Dorfgeschichte, von D. v. IZeisner.

1. Ojmajko,majko ad), Mütterchen, Mütterchen, ich überleb's nicht,- stöhnte Maiica, indem sie sich weinend an die Butter anklammerte. .Wirst's aushalten müssen, - tröstete diese. Aber ich lieb' doch den Gliso, und wenn mich der Bater zwingt, dem Marijan zu folgen, so ist das - .Schrei nicht so," wurde sie von der Mutter warnend unterbrochen, er könnt's leiiyt hören, dann gibt's noch Prügel, und helfen thut's Dir ja doch nicht?.Aber ich uill nun einmal den Ma rijan nicht." Eh, Kind Gottes, und wenn Tu auch noch so heulst. 'S wird Dich ja doch Niemand nach Deinem Willen fragen. Oder glaubst Du am End' gur, daß sich die Welt Deinetwegen ändern wird? I Du heilige Maria, Mutter Gottes, ging's nach der Lieb', dann wär' wohl manches Paar anders zusammeng'spannt worden! Aber 's wird schon so besser sein, wie's ist, denn sonst würd'S doch unser Herrgott nicht zugebe. - Als ob unser Herrgott Zeit hätt', sich darum zu kümmern." Noch einmal so eine sündige Ned', und Tu sollst was erleben, Du miserable, gottlose Kreatur!" drohte ikr die Mutter . mit schlagberciter Hand. Tank' lieber Deinem Schöpfer, daß Du einen ordentlichen und tüchtigen Burschen und nicht so einen Traufgeher fliegst, der sich die Woche über für die Sonntagsrauferei auf Deinem Rücken übt." Eine Weile druckste Marica vor sich hin, dann gestand sie zögernd: Eh, in so. weit könnt' ich ja nichts gegen ihn einzuwenden haben und zusammenhä'erischer mit dem Seinen ist er ja meyr als der Gliso, aber die Lieb' fragt doch nuneinmal nicht nach dem Geld, sondern nach dem Herzen." Denkst vielleicht, daß der Marijan kein Herz hat?" Na, 'ne ausgepustete Schweinsblase wird er wohl nicht an der Stelle haben,- ' fing die Dirne übermüthig zu lachen an, aber Herz und Herz ist doch zweier lei. Siehst Du, Mütterchen, der Gliso hat halt ein süßes Lebzeltenherz, wie's für die Liebe paßt, und dem Marijan seins ist ein wächsernes Opferherz" Das Maul halt'it," wurde sie da von der Mutter unterbrochen. Und jetzt, wo ich g'sehen hab', was für sündige Gedanken sich in Deinem Stroh köpf eingenistet haben, dank ich erst recht unserem Herrgott, daß Du einen so ordentlichen und braven Burschen kriegst, der Dir schon den Weg zur Vernunft weisen wird." Als ob's dem Äater um Vernunft und Ordentlichkeit zu thun wär'," maulte die Dirne. Um'S Geld ist's ihm zu thun, um nichts weiter als um 's " Geld" ergänzte der eben eintretende Alte und versetzte auch gleichzeitig der Tochter ein Kopfstück, daß sie bis znm.Osen flog. Diese väterlich-wohl wollende Züchtigung regle ihn aber nicht sonderlich auf, denn mit ruhiger Stimme fuhr er fort' Jawohl, auch auf's Geld hab' ich g schaut, denn ein Mensch, der nichts hat, ist ein Lump, und wenn er gleich zehnmal so sein den Schnurrvart zu wichsen versteht, wie Dein Gliso. Jetzt begreifst Du dummes Frauenzimmer mich freilich nicht, wenn Du aber st älter sein und ein sehen g'lernt haben wirst, daß die Liebe doch nichts weiter als 'ne krankhafte, zu nichts taugende Einbildung ist, dann wirst selber sagen, daß Dein Vater Recht g'habt hat." Den Tisch zwischen sich und dem Vater, hielt Marica mit der Antwort nicht zurück, und trotzig die Lippen aufgeworfen, sagte sie: Du red'sl wie der Pfarrer, akkurat, als ob er's Dir eben ertt eing'lernt hätt'." Gans, als wenn ich zum G'scheitsein den Pfarrer braucht'! Freilich, im Lesen und im Schreiben ist der mir über, was aber das Rechnen anbelangt, da nehm' ich's mit ihm noch lang auf und deswegen bleibt's dabei, daß der Marijan Dein Mann wird !" Du hast's auf dem. Gewissen!" klagte das Mädchen. Ohne sie weiter eines BlickeS zn würdigen, ging der Alte. Nach wenigen Minuten kehrte er jedoch um und rief durch die Thüre seinem Weibe kurz angebunden zu: Beinah' hätt' ich vergessen, richt' zum Abend den Pogac (Brautkuchen) her, ich hab schon Alles besprochen, und nach dem Ave kommen die Weiberinnen." Heul' nicht!" suchte die Bäuerin das Mädchen zu trösten. Mann ist Mann, und ob der Eine oder der Andere haut, bleibt für den Nücken gleich. Ich denk' sogar, daß Tu in der Richtung mit dem Marijan besser fahren wirst, als müdem Gliso.' . Das schon, Mütterchen, aber wenn man einen wirklich liebt, dann thut'S auch nicht so weh:" Sag das nicht," hielt ihr die er fahrene Mutter vor. Ich hab' Deinen Vater gewiß allzeit lieb g'habt. und er ist ja so weit keiner von den Schlcchtesten, aber oft hat mir auch die größte Li.'b' nicht über die Prügel hinweg g'hslsen." GH Majko,". lächelte Manca unter Thränen, .umsonst wird es ober doch schwerlich heißen: Ohne Hiebe keine Liebe." Da , schon, mein Kind," gab die

mit zu. .ledeö Sprichwort ist ein Wahrwort, deswegen braucht es einer aber doch nicht gleich zu übertreiben, und der Gliso schaut mir ganz darnach aus, als ob er's seinem Alten nach machen könnt', der seiner Seligen so lang den Prügel zu kosten 'geben hat, bis sie für Zeit und Ewigkeit satt war." Dies gab Marica zu denken und mit gesenktem Kops blieb sie vor der Mut ter stehen. Na, jetzt ist'S genug der TiS kurirerei," entschied diese. Geh auf's Kartoffelfeld, sonst könntest Du leicht erleben, bei der eigenen Verlobung nicht dabei sein zu dürfen." Marica ging, und als sie nach einer Viertelstunde auf's Feld kam, fand sie dort Gliso ihrer wartend. Daß er ein stattlicher Bursche sei, ließ sich nicht leugnen, und Manca hatte sich auch nicht wenig darauf eingebildet, unter den vielen schmucken Dirnen seine Auserwählte zu sein; als er aber jetzt auf sie zugeschritten kam, lag in seinem Blick so etwas Btse, daß sie unwillkürlich erschrak und zurückwich. Es ist also wahr, was sie sich im Dorf erzählen," sagte er höhnisch, am Abend gibt's bei Euch lustige Verlobung?" Gliso, bei den Wunden aller hei ligen Märtyrer, red nicht so !" beschwor sie ihn. Mach mir das Herz nicht noch schwerer bedenk doch, was kann ich dagegen thun?" Entführen kannst Du Dich von mir noch lassen," sagte er mit heißem Athem und versuchte sie an sich zu ziehen. . Vatj mich !" riß sie sich ängstlich los. Dti weißt dock selbst, daß es jetzt zu einer ehrlichen Otmica (Entführung) zu spät ist. daß ich jetzt damit nur schimpf und Schand auf mich laden würd'." Ich pfeif' aus die dumme Rederei der Leute." Ja, Du kannst leicht pfeifen; Euch Mannsbildern wird überhaupt nichts schwer genommen, aber uns " Den möcht' ich sehen, derich was zusagen getraut!" brauste Gliso auf. Den Schädel schlag' ich ihm ein!" Als ob's damit g'holsen wär'!" entgegnete die Dirne zitternd. Wenn's einmal bis zur Versprechung gekommen ist, darf sich halt ein anständiges Frauenzimmer nicht mehr entführen lassen. Warum hast auch nicht früher daran gedacht?" Hab' ich wissen können, daß Dich Dein Alter wirklich dem Mamlatsch geben wird?" Unwillkürlich zuckte Marica bei der Beschimpfung ihres Zukünftigen zu sammen, und stolz wie eine echte Kroatin, die gegen Jedermann, und sei es selbst der Geliebte, die Familienehre hochhält, proteslirte sie: Das ist eine Frechheit! Mein Alter nimmt keinen Mamlatsch zum Schwiegersohn !" Aho!" rief Gliso. Also aus dem Loch weht der Wind? Na, dann b'hüt Dich Gott. Liebschaft, und werd' mit Deinem Mamlatsch selig." Gliso, sei barmherzig, erschwere uns .nicht unnütz den Abschied," fing sie nochmals zu bitten an. Nimm doch nur Vernunft an, trag mir nicht nach, was ich ja nicht ändern kann und unter dem ich doch g'rad so gut und vielleicht noch mehr leide, als Du!" Der Bursche begriff, daß jedeö wei tere Drängen vergeblich sein würde, aber er hoffte auf spätere Rache an dem glücklichen Nebenbuhler und sagte des halb mit schwer unterdrückter Leiden schaft: Gut! Nimm ihn wir kom men ja doch nock zusammen." , Gliso!" erschrak das Mädchen. Du hast 'was Schlechtes vor!" Bewahre, mein Schatz!" lachteer hämisch. Ich denk nur wie der Hase : Auch im Zickzacksprung kommt, man zum Trunk !" dann zog er sie stürmisch an sich, küßte sie, daß ihr schier der Athem ausging, und rannte davon. Q C Gegen Mittag brachte die jüngere Schwester der Marica das Essen auf's Feld, weil ja doch die Braut, wollte man nicht das Schicksal mit Gewalt versuchen, beim Backen des Ver lobuugskuchcnö nicht anwesend sein durfte. Wie sieht's zu Hause aus?" fragte Marica. Eh, lustig," lachte Jela. 'Die Nachbarinnen helfen der Mutter und backen drauf los, als wenn's eine feine Männerleich' und nicht eine lumpige Verlobung gab'. Und der Vater ist schon jetzt sternhagelvoll." O weh!" seuszte Marica. Also ist's ernst." Und denknur," plauderte die Kleine weiter, der Gliso war beim Alten" Erschrocken schaute Marica auf. Na ja doch, der Gliso." wiederholte Jela, und ich hab' ganz genau g'hört, wie er ihn drum anging, bei Deiner Hochzeit Barjakter (Fahnenträger) zu sein." Das gibt'S nicht das dars nicht sein, er g'hört weder zu unserer, noch zu Marijans Verwandtschaft." . Neugierig schaute die Kleine zur Schwester auf und sagte dann: Eh. das hat ihm ja auch der Alte vorg'hal ten. aber glaubst Du, er hätt' nach 'lassen? .Siehst Du, Nachbar.' hat er zum Vater g'sagt, ,Du weißt ja, wie's mir um' Herz steht, und ich das Frauenzimmer selber gern hab' wollen, und wenn ich jetzt den Barjakter mach', so zeig' ich doch mir, daß ich Euch keine Feindschaft Nachtrag' und da kann doch Dir und dem Marijan nur recht sein!' Und. er hat eing'willigt?" fragte Marica in athemloser Spannung.

Nicht gleich. Er ist mit ihm erst zum Marijan gegangen, wo Wohl der Gliso wieder'jeine Litanei herunter-

gehaspelt haben wird, und dann gtng'ö an's Trinken na, i'd jetzt ist er wirk lich Dein Barjakter." Maricaö tiefer Schreck war nicht grundlos, wußte sie doch ganz genau, was Gliso damit bezweckte. Als Barralter. der die Hochzeit leitet und an der Eltern Statt die Braut dem Bräutigam übergibt, rückte er so zu sagen in erste Stelle der Freundschaft vor und erwarb sich dadulch das Recht, zu jeder Zeit bei ihr einzukehren, ob nun der Mann zu Hause oder nicht, ganz so wie jeder der Verwandtschast. BliLschncll erkannte sie die Gefahr, die dadurch dem Frieden ihres zukünitigen HeideS erwaazsen konnre, und da sie sich nicht getraute, darüber mit dem Vater zu reden, so bat sie die Schwester, Marijan herauszuschicken. Der Bursche kam auch bald und blieb verlegen vor ihr stehen. Endlich streckte er ihr zögernd die Hand hin und sagte: Guten Tag. Marien." Gut'en Tag, Marijan," antwortete sie und wurde, nicht wissend, wie sie beginnen solle, noch verlegener als er. Hast Du's schon gehörte daß wir uns heirathen werden?" fragte er nach einer Weile. Ja," seufzte sie. Na, und ist's Dir auch recht?" Eh, Du mein guter Gott, dazu hab' ich doch nichts zu sagen. ' Wenn mich der Alte Dir bestimmt hat, wird's wohl so sein müssen und ich werd' Dir gewiß ein ordentliches und treues Weib sei. Ich dank Dir!" sagte er darauf schlicht und schwieg wieder. Dann zog er aus der ledernen Umhängetasche einen in sein rothes Taschentuch sorgsam eingewickelten Gegenstand heraus. Was glaubst Du, daß das ist?" Eh, was sollt' ich das wissen," versetzte sie erröthend. Wirst mir wohl was schenken wollen." Bei allen Heiligen, Du hast es errathen," sagte er etwas muthiger, knüpfte die Enden des Schnupftuches aus einander und entnahm demselben ein großes .ebkuchenherz, in dessen Mitte ein mit Zuckerguß eingefaßter Spiegel eingelassen war. Du bist doch gut!" dankte sie ihm. Und ich hab' gar nichts zum Wiederschenken." Laß das nur, ich verlang' ja gar nichts Geschenktes. Lies doch lieber, was auf der anderen Seite steht." Zögernd buchstabirte sie: Nimm dies Herz von deinem Schatz, Gib ihm dann das deine. Und dazu 'ntn süßen Schmatz, Wirst 13 bald die Seine! t . Erröthend schlug sie die Augen nieder und hätte ihm für seine Treuherzigkeit wirklich gern einen Kuß gegeben, wenn sie es nicht als Sünde empfunden hätte, die Lippen, die noch von den brennenden Küssen, des Anderen glühten, dem Bräutigam zu reichen. Marijan konnte natürlich nicht ahnen, was sie bewegte und bat herz lich: So lies doch rrur weiter." Lies Du mir's vor." Nein, Du mußt'S selber lesen, 's ist ja Deine Antwort." Schwer aufseufzend und sich vorher mit eer Schürze die plötzlich aufsteigen den Thränen, rasch aus den Augen wischend, las sie: Küssen will mein. Bursch allzeit, Kann ich'S ihm denn wehren? Macht's mir selber doch viel Freud' UÄ, geschieht iu Ehren." - Da ging ein Zittern durch ihren Körper und mit dem festen Vorsatz, ihm nie, selbst nicht in Gedanken, untreu sein zu wollen, gab sie ihm den Ver lobungskuß. Im selben Moment erinnerte sie sich aber auch, weshalb sie Jela nach ihm geschickt hatte, und sachte sich ihm entziehend, fragte sie stockend: Ist'S wahr, daß der Gliso unser Barjakter sein soll?" Ja, 's ist so abg'macht." Er meint's nicht gut, er" Ich weiß, aber ich vertraut Dir. Jawohl, ich vertrau' Dir,- wieder holte er mit erhobener Stimme, und ich denk, daß ich Dir auch vertrauen darf, denn sonst könnt' ich Dich ja gar nicht so schrecklich lieb haben!" Unwillkürlich preßte sich Marica an ihn und flüsterte dankbar : Du wirst eS nie bereuen, nie so wahr mir die heilige Maria Mutter Gottes Helfer, möge." Und jetzt mit Gott!" sagte er und reichte ihr die Hand. Das Vieh will noch besorgt werden und ich hab' mich schon zu lang ausg'halten." Do vidjenja auf Wiedersehen, Marijan!" erwiderte sie und flog ihm, überwältigt von seiner Großmuth, die mit keiner Silbe an -Vergangenes rührte, an den Hals. Lange winkte sie ihm noch nach, dann machte sie sich mit verdoppeltem Fleiß an die Arbeit, und ehe noch dik Sonne zur Neige ging, konnte sie schor, leichtbeschwingten Schrittes nach Haust eilen. Na, machst ja ein so glückliches Gesicht, als ob Dir ein Marienkäfer über's Herz gekrochen wär' empfing sie dort der Vater. .Ich hab nzich halt mit meinem Schicksal ausg'söhnt," lachte Marica. - Einen Moment schaute sie der Alte forschend an, dann drohte er: Die heilige Jungfrau mög'S verhüten, daß es so ist, wie ich'S versteh', denn sonst erwürg' ich Dich." . Unser Herrgott vergib Dir die Sünd'!" schrie die Dirne entsetzt auf. Was denkst Du denttigentlich von mir?" :-7 Was ich denk, will ich gar . nicht lagen." -: v ; H'V?f--Andere haben doH-auch nicht ihre

Banner vor der rnt)3M aus lauter Lied' aufg'fressen," schluchzte Marica, und sind trotzdem ordentliche Weiber g'worden!" Das schon," gab der Ute Zu, und ich will's -Dir auch nicht anders ge rathen haben, denn der Marijan wird nicht nur mein Schwiegersohn, sondern sein Vater war mein Freund, und wem ich die Freundschaft zugeschworen hab', dem halt' ich sie auch über'S Grad hmaus." Streng Dich nicht an," unterbrach ihn Marica gekränkt. Ich weiß schon, was ich zu thun hab'!" Das zu hören gefiel dem Alten, und ihr derb auf die Schulter klopfend, sagte er wohlwollend: Na, ich will Dir glauben, daß Du verständig, bist, und wenn Dir Deine Haut lieb ist, bleib's auch. So, jetzt geh hinein Dich waschen und zieh Dich rein an. denn wenn ein Bursch um ein Frauennmmer kommt, muß sie auch zeigen, daß sie die Ehr' zn würdigen weiß. Und dann laß Dir von der Mutter das seidene Halstuch geben, und wenn Du's ihm umbind'st, breit es vorher erst aus, damit'S die Anderen auch gehörig sehen, denn ich hab' mich nicht lumpen lassen und bin dafür einen Gulden und zwanzig Kreuzer schuldig g'blieben." Marica versprach es, und ehe sie noch recht im Hause war, traten schon Baba Cva und. Baba Neza durch's Hofthor. (Die folgende Verlobung ist vollkommen getreu den nationalen Gebrauchen geschildert und durchaus nicht Erfindung.) Die beiden alten Weiber hatten fchon unzählige Mal die Vorwerberin nen im Dorfe gemacht, verstanden und kannten daher die überlieferten Nationalgebräuche aus dem Grunde und stürzten auch gleich mit einer Fluth von Begrüßungen auf den Hausherrn los. Aber auch Ribar war wolvorber'eitet und stellte seinen Mann. I Tu mein," rief er anscheinend in größter Verwunderung und schlug die rechte Faust in die flache linke Hand. Kommt Ihr auch einmal in unser Torf! Ich dacht' schon, Ihr seid längst begraben, weil man von Euch gar nichts mehr zu hören und zu sehen kriegt." Gott verhüt's," lachte Baba Eva. Wir freuen uns noch allcweil. andere Leute begraben zu sehen, und wenn uns unser- Herrgott daö unschuldige Vergnügen nicht mißgönnt, werden wir noch manchen Leichenschmaus verzehren helfen." Eh, Gott geb' Euch gesegneten Appetit dazu!" wünschte ihnen Ribar und erkundigte sich sodann, was sie zu der weiten Reise bewogen habe und ob sie nicht ein wenig bei ihm ausrasten wollten. Ja, wir sind redlich müde, da wir doch schon seit Morgens Fünfe auf den Beinen sind nnd keine Fahrgelegenheit gefunden haben," klagte Äaba Eva, und Baba Rcza, die gleichfalls Ribar gegenüber wohnte, setzte mit dem ernsthaftesten Gesicht von der Welt hinzu: Was thut man aber nicht Alles, um alte Freunde nach langer Zeit wieder einmal zu sehen." I, der und jener soll Euch holen, wenn 'Ihr nicht lügt," sagte daraus Ribar. Um einen verheirateten Mann zu sehen, laufen sich nicht einmal alte Weiber die Füße wund. Also, was wollt Ihr?" Nichts wollen wir, bei meiner Seele, gar nichts wollen wir," betheuerte Baba Eva. Aber wir wüßten einen, dem Teine Marica wohl an stehen möcht', und da die Dirn' doch schon im richtigen Alter sein muß, und es doch schad' wär'" Und was haben denn seine Eltern?" Eh, die haben freilich nicht viel," sing Baba Reza anscheinend zu heulen an. Etwas Holz und etwas Eisen haben sie und dazu die ewige Selig keit." Ja, vier Bretter und ein paar Nägel," fügte die Andere, als ob es sich für Ribar um die neueste Neuigkeit handelte, erläuternd hinzu. Aber da

p fcct Bursch keine Geschwister hat, so ist ihm die ganze Erbschaft zugesallen, und wenn er jetzt noch die richtige Bäuerin findet" ' Na, bringt ihn nur her," schmun zelte Ribar, ich muß doch sehen, ob sie zu einander passen, denn die Heirath isi doch ein ebenso ernstlicher Handel, wie jeder andere. Und wenn schon er so leichtsinnig ist, die Kuh im finsteren Stall zu kaufen, so muß ich um so vorsichtiger sein und schauen, ob's auch der Schlächter und nicht am End' ein Schächterist." Wie Du willst," sagte daraus Baba Eva, wir wollen ihn holen, aber schön ist's nicht von Dir, daß Du uns den weiten Weg zurückschickst." Na, komm nur, komm," wurde sie da von der zweiten Werberin unterbrechen, vielleicht hat. ihn die Lieb' uns schon entgegengetrieben, und dann können wir bald zurück sein." Ribar sagte darauf: Auf Wiedersehen !" und ging hinein. Nun winkten die Alten Marijan, der bereits auf der Straße lauerte, und mit ihm betraten auch sie g'eich hernach die Sube. ' . (Schluß folgt.) . Dankbare Rolle. Schmiere 'n direkter (zum Regisseur nach der Rollenvertherlung): Was war denn das vorhin für em Lärm?" R e g i .s s e u r : In dem neuen Stück hat doch einer zu Ihnen .altes Kameel' zu sagen, und um diese Rolle haben sie sich gerauft!"

Der Mtisc von Nkttdah." Joseph W. Babeock und seine Rolle im Un terhaus des Kongresses. Joseph W. Babcock von Wisconsin, der republikanische Jnsurgentenführer" im Unterhause des Kongresses, ist der Vater" der sogenannten 'IowaIdee, der zufolge der Schutzzoll nicht zü einer Maßnahme zur Begünstigung

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Joseph W. Babcock.' der Monopole ausarten soll. Vabcock erfreut sich in Wisconsin einer großen Popularität; man nennt ihn den Weisen von Necedah." Joseph W. Vabcock wurde 1850 in Swanton, Vt., geboren. Als er fünf Jahre zählte, verzogen seine Eltern mit ihm nach Iowa, wo der Knabe in den öffentlichen Schulen zu Mt. Vernon und Cedar Falls Unterricht empfing. Im Jahre 1881 schlug Joseph W. Vabcock seinen Wohnsitz in Necedah, Wis., auf, wo er im Holzgeschäfte sich ein beträchtliches Vermögen erwarb. Im Jahre 1883 in die Assembly des Badger"-Staates erwählt und dort als Vorsitzender des Komites für Korporationen fungirend, wurde er 1890 trotz der damaligen demokratischen Hochfluth" für . die Körperschaft wiedererwählt. Dem Kongresse gehört Vabcock als Repräsentant ununterbrochen seit 1893 an. Er war im Repräsentantenhause Mitglied des Komites 'für Mittel und Wege und Vorsitzender des Ausschusses für den Distrikt Columbia. In den Wahlkampagnen von 1894 bis 1904 stand er an der Spitze des republikanischen Kongreß-Wahl-kampf-Komites. Bab," wie Babcock von seinen Kongreßkollegen kurzweg genannt wird, ist kein hervorragender Redner; er besitzt aber ein scharfes Urtheilsvermögen und einen klaren natürlichen Verstand. PonUnkl) Digclow. eine neueste Publikation und die Folge. Ausgedehnte Reise. Der bekannte Reiseschriftsteller Poultney Bigelow, dessen Schilderung über die Verwaltung der Panama-Kanalbau-Angelegenheiten zu einer Untersuchung Her Verhältnisse auf dem Isthmus durch das Bundessenats-Ko-mite für interozeanische Kanäle geführt u. iorr ! cn.i cr- .tj JUUIUC lODü IU -JIZIU Utl Ulü Sohn des nachmaligen Gesandten für Frankreich, John Bigelow, geboren. Poultney Bigelow empfing seine erste Ausbildung in Frankreich und sodann in Deutschland, wo er ein Studiengenosse des Prinzen, jetzigen Kaisers Wilhelm war. mit dem ihn eine jährelange persönliche Freundschaft verband, die 1895 zu Schaden kam, angeblich, weil Bigelow in seinen literarischen und journalistischen Auslassungen allzu scharfe Hiebe gegen gewisse Personen aus der Umgebung des Kaisers ausgetheilt hatte. . Nachdem Bigelow 1879 an der YaleUniversität graduirt. hierauf die Co-lumbia-Rechtsschule in New York absolrnrt und mehrere Jahre in Gotham" sich als Anwalt bethätigt hatte.begab er sich auf Reisen. - Er besuchte auf diesen die Küste von Neu-Guinea, ferner Japan und China, die. Süd- und Ostküste Afrikas. Britisch - Guyana. Westindien Poultney Bigelow. und die Philippinen. Bigelow befuhr .im Kanoe .fast alle großen Ströme Europas und war der Erste, welcher im Kanoe das Eiserne Thor oer Donau passirte. Im Jahre 1892 im Auskrage der Ver. Staaten-Regierung mit Frederick Remington nach Rußland entsandt, wurde Bigelow dorten wegen semer ungeschminkten Berichte über die Zustände im Reichendes Zaren ausgewiesen. Während des spanischamerikanischen Krieges 1898 fungirte Bigelow als Kriegsberichterstatter für die London Times" und den New Fork Herald" auf Kuba. Vor meh reren Jahren unternahm er eine Reise um die Welt. Die meisten seiner literarischen Werke wurden in's Deutsche' und Französische übersetzt. Die fleißigsten Briefs schreibe? von allen Berliner Vororten wohnen in Schöneberg. Dort wurden im Jahre 1904 über 18.000.000 Briefe. Postkarten. ' Druckfachen, Geschäftspapiere und Waarenproben aufaeaeben. Das unatfahr hanTT sn große Charlottenburg gab nur 21,000,

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