Indiana Tribüne, Volume 29, Number 136, Indianapolis, Marion County, 1 February 1906 — Page 5

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Sff fer (Schluß.) : Ganz, beschämt durch diese Reden, wollt' ich ihm nacheilen, um ihm abzukitten, ihm zu erklären, daß ich nicht beabsichtige, ihn zu beleidigen und' ihm versickern, cr sei mir durchaus keine l'ajt und könnte sein Leben .lang mit mir unter einem Dache lrohnen, so peinlich war eö mir, daß ich meinen Freund so gekränkt. In der That. Jemandem, der fcie Akademie besuchte (obgleich ich dessen nicht ganz sicher war), vorzuschlagen, er solle Tabak und Cigarren verkaufen, dv wechseln und sich vor jedem unden bücken, da war etwas knhn. Noch machte ich mir die bittersten Vorwürfe, als Hipo nach kaum einer stunde heimkehlte, schlechtgelaunt und zugeknöpft bis an den Hals, die Hände in den Taschen schritt er hastig im Zimmer auf und ab und brummte : Das fehlte gerade noch, daß solch' lin verdammter Jude mir gute Lehren geoen ich! sixfcit 'jju, was Ötc K naille sagte, nachdem sie mich gesehen?Na, was denn?" , Einen Gehilfen mit dem Kneifer vor den Augen wage er nicht in seinem Laden zu halten. Meint der Esel etwa, ich werde ihn noch lange bitten, ihm seinen Plunder zu verkaufen? Ich Hab's ihm gut gegeben! Mag er wissen, was es heißt, mit einem Ärog: ZU verhandeln !" Tann raffte er seine sieben Sachen zusammen, um sie in seinen Handtvsfer zu packen. Was machst Tu da?- fragte ich, als ich dies bemerkte. Was sonst, als einpacken?.Weshalb?" icin Aestcr, weil wir uns trennen müssen. Nicht länger mag ich Tich stören. Ja, ja, Tu kennst noch die Brogi nicht!- rief er mit Pathos. 2Las sollt ich thun? Fast mußt' ich ihm die Ellbogen küssen, daß er mir dies nicht anthun und davonlaufe wegen eines Mißvelfländnijses. Sollte er doch erfahren, daß idi ihn als freund behandle und ihm so lang' als möglich gewähre, luas meine Hütte bietet. Und dennoch kzstele es noch langes Bitten und Zureden, bis er, endlich erweicht, mir gerühit die Hand drückteund auheb: .Mein Lclo, so will ich Dir das doch nicht anthun, Tir Alles veizeihen, und noch Hierbleiben, wenn Tu es durchaus wünschest aber nur kurze Zeit. Tenn gäbst Tu mir zu ver stehen, ich sei Tir eine Last das über lebt' ich nicht!" So gönnte er mir denn dies Bergnügen und blieb. Mochte er hier sitzen, so lang' er wollte und so lang' ich noch so viel in der Tasche hatte, daß es für uns Beide genügte; ich würde mich niemals mehr beklazen. . Nur zu bald aber kam der Tag, au dem ich in die leere Tasche griff. Solch? Tage kommen öfters im Menschenleben. 7. Eines Abends fragte mich Hiro mit vertraulichem Älinzcln. ob ich ihm nicht noch mit einem Rubel aushülsen könne? (5r solle mit Jemand im eigeneu Interesse in einer Konditorei zu sammentrefsen und habe nicht mehr so viel Kleingeld, um seinen Thee zu bezahlen. Als ich beschämt zugestehen mußte, auch ich sei vollständig abgebrannt, wollte er es nicht glauben und rief : Tu scherzest, freund! Tu hättest nicht einmal mehr einen Rubel? So gib mir wenigstens ein paar Groschen!.Wie gesagt, ich habe kaum noch ge nug für morgen zum Frühstück!" MU ironischem Lächeln vor sich hinpfeifend, ging cr hinaus. Am nächsten Morgen erwachend, sah ich Hipo, ganz wider seine Gewohnheit, schon auf den Äcinen, vollständig cngczogenund seine (5igarre rauchend, vor dem Spiegel stehen. .Guten Morgen. Hipo!" .Guten Morgen, Velo! .Schon aufgestanden? .Ja, wie Tu siehst! Ich bin nicht solch' ein Schlafraj wie Du, der sich . nicht satt schlafen kann!" Wie so?" .Na, na ! Wäre nicht daS Äureau und der Zwang, früh aufzustehen, so schliefst Tu bis zum Abend." Mein Gott ! ö$ warf er mir vor, der sonst erst gegen Mittag die Augen öffnete! - -Y . .Na hast Tu irgendwo ein paar Gro schen aufgetrieben?" fragte er nach kurzer Pause. Leider mußte ich dies verneinen. .Hm! Das ist ja nicht nett von Dir! Was soll jetzt werden? Sollen wir etwa den ganzen Tag fasten?" .So wird es wohl kommen" .Weißt Tu was? Ich würde schon Geld schaffen, aber nur unter einer Bedingung" . . .Nun?" Daß für mich auch etwas abfällt." .Wie meinst Du das?" Wirst Tu mir die Hälfte borgen?" .Wenn Tu es so nöthig brauchst" .Nöthig, oder nicht, Geld braucht man immer. Na, willst Tu?" .Woher wirst Du es aber nehmen, etwa von Jemand borgen?" O, nein ! Uebrigens, was kümmert es Dich, wenn es nur Groschen gibt. Qho! Darin ist Hipo Meister! Willst Tu also Geld haben? Mir gibst Du

es zurüch sobald Tu es hast. Cinverstanden?" . Neugierig war ich doch, aus welcher Quelle rncin freund das Geld für sick und mich schöpfen konnte. Anfangs Kielt ick Alles nur für einen S&en. Vpo aber scherzte nicht, sondern kehrte trinmphirend zurück, als ich mich eben wusch und ankleidete. Mit der Linken klopfte er mich auf die Schulter, in der Nechten hielt er ein Päckchen Banknoten. .Liehst Tu, der Hipo ist doch ein Hauptkerl ! Hier sind die Moneten. Ta,'nimm Deine Hälfte !" Tas ist aber doch ein wahres Wun der!" rief ich. ' . .Durchaus nicht ! Ich wußte mir einfach zu helfen, wie jeder, der ein bischen Gri-ps im Kopfe hat!" - Schon machten wir Pläne für den ganzen Tag in bester Laune über daö beschaffte Geld. Inzwischen hatte ich mich angekleidet und wollte nur noch Uhr und Geldtäschchen einstecken, um auszugehen. .Hipo! Bitte, reich' mir die Uhr vom Nachttischchen!" .Ta liegt keine Uhr." ,Wo ist sie denn geblieben?" Wo sonst, als im VkandbanZe!" nwioerle er mit g'.elchgiltlgster Miene. .Wie? Im Pfandhause?" , .Allerdings! Ich versetzte sie doch heute früh!" .Deine Uhr?". .Nein,, Deine! Meine lernt schon längst hebräisch!" Ich stand da wie eine Bildsäule. .Dachtest Tu etwa," fuhr er fort, ich nahm diese Rubel aus der Luft? Auf öhrenwort gibt's heutzutage nichts mehr. Also mußte ich ein Pfand brin gkN und nahm dazu Deine Zwiebel mit. Na, reiß nur nicht die Augen sperrweit auf! Wolltest Du lieber mit der Uhr usgehn, aber mit leeren Ta schen? Morgen oder übermorgen hüst Du wieder Groschen genug. Dann wild sie eingelöst und damit Basta!" Und damit überreichte cr mir den Pfandschein über eine goldene Uhr mit Monogramm. Kaum wußt' ich, sollt' ich grollen oder lächeln überdiese.Nach' richt. (5r aber merkte dies und fügte

achselzuaend mit rauher stimme hinzu: Lolo, Tu bist doch ein sonderbarer Kauz! Ich zerbreche mir den Kopf, um Dir'S recht zu machen, fliehe in aller HergottSsrühe schon aus den Federn und laufe nach dem Leihhause, um mich dort zu komxromittiren. Und Du schneidest." anstatt mir zu danken, schiefe Gesichter! Auf Ehre, Du verstehst Dich nicht aus Freundesdienste! Ein anderes Mal ihust Tu allein, was Dir gefällt!" .Na ja, -gewissermaßen hast Du Necht!" stammelte ick, aus Besorgniß, ihn noch mehr zu reizen. .Ich danke Tir, wenn Tu meinst, daß " .Laß mich zufrieden! Wir verstehen uns nicht mehr. Nur so viel sag' ich Dir : Tu vermagst wahre Freundschaft gar nicht zu schätzen! Tas ist höchst be trübend!" Und wieder mußte ich ihm abbitten und zugleich dafür noch danken, daß er mich um meine Uhr gebracht. Mein Freund besaß die Gabe, mich von meiner Undankbarkeit vollkommen zu überzeugen und von der Unrichtigkeit mei ner Ansichten darüber, was wahre Freundschaft ist, darauf verstand er sich besser! 9. Trotz all' meiner 'Nachgiebigkeit ver lor mein Verkehr mit Hipo immer mehr das Gleichgewicht und immer fremder wurden wir uns, obgleich wir unter einem Dache wohnten. Tagelang sprachen wir kein Wort mit einander. Cr spielte die Rolle eines Aftermiethers, nur daß er keinen Pfennig Miethe bezahlte. Jetzt vermied er förmlich meine Gesellschaft, ging erst nach mir aus und kehrte erst in später

Nacht wieder heim. Bald suchte und fand cr andeie Freunde und setzte vor mir eine Miene auf, als fühle er sich bis in 'das 'innerste Herz gekränkt. Vom Ausziehen aber war und blieb keine IZede. Am meisten wunderte ich mich nur, wie er ohne mein Geld fertig wurde. Nur selten bat er mich, ihm eine kleine -Summe vorzustrecken. Dabei gab cr mir gewissermaßen zu verstehen, ein Brogi wisse sich immer zu helfen und bedürfe meiner Gnade nicht. Eines Tages begegnete mir ein Bekannter, Rath G., mit' dem wir früher zusammen speisten im .goldenen Stern" und rief mir schon von Weitem zu: .Verehrter Herr, meinen herzlichsten Glückwunsch!" .Wozu denn, Herr Rath?" Zu ihrem wichtigen Familienereignisse, der Verlobung Ihres Fräulein Schwester " .Welcher Schwester? Das muß ein Irrthum sein: Ich habe gar keine Schwester." .Sie belieben zu scherzen. Verehrtester! Weiß ich es doch von Ihrem fünf tigen Herrn Schwager!" .Von welchem Schwager?" .Nq, von Herrn Hipo?" .Von Hipo de Brogi?" . .Nicht anders. Er richtet da schon die Wohnung ein." Ein entsetzlich dummes Gesicht mußte ich gemacht haben, denn der biedere Nath lächelte bedeutungsvoll, drohte mit dem Finger und rief mir im Vorübelgehen zu: .Ei! Ei! Sie kleiner Schelm!" Kaum konnt' ich dies fassen! Wie kam Hipo so plötzlich auf den Gedanken an rueine (nicht vorhandene) Schwester, um sich für meinen künftigen Schwager auszugeben, und vom Einrichten einer Wohnung zu sprechen. ' .Ei! Ei! Wie kann, dieser Hipo

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nur so schwindeln und einen altenBekannten zum Besten haben." Dacht ich bei mir und kehrte heim, mit dem Vorsatze, hierüber Aufklärung zu verlangenvon meinem Freunde. Wie gewöbnlich traf ich ihn anch jetzt nicht zu Hause. Peter sagte mir nur, irgend ein Jude sei dreimal nach ihm dagewesen und habe sich durchaus die Möbel im Zimmer ansehen wollen. Irgend ein Herr hinterließ auch folgende Zeilen an Hipo mit den kurzen, aber beredten Worten: .Verehrter Herr! Bis morgen will ich noch warten. Tas ist aber der äußerste Termin, 'onst muß ich die Sache dem Rechtsanwalt übergeben." Selbstverständlich konnten dies nur Hipos Gläubiger sein, die ihn so eifrig aufsuchten. Am peinlichsten berührte mich jener Jude, der so neugierig auf meine Möbel war. Zum ersten Male übernachtete damals Hipo nicht daheim.' 10. Am nächsten Mittag trafen wir uns bei Tische. Düster und wortkarg saß er da, hatte keinen Appetit, trank nur eine Tasse Fleischbrühe und aina dann in vas v?xez,mmer, oyne an meinen 2,tö) zurückzukehren. Mir .ahnte natürlich nichts Gutes. In den folgenden Tagen war mein Hipo verduftet, wie Kamphcr. Nach Hause kam er nur in meiner Abwesenheit, um die Wäsche zu wechseln und Peter zu fragen, ob keine Briefe oder Papiere für ihn abgegeben seien. Ta ich ihm persönlich nicht beikommen konnte, hinterließ ich an ihn eine Karte mit der Frage, wie ich mir sein Verhalten erklären solle, was er eigen!lich treibe, wo er nächtige und was ich denen sagen solle, die sich bei mir nach ihm erkundigen. .Mein Lieber," antwortete cr mir aus einer Visitenkarte mit seinem Wappen. .Längst bitt ich mündig und weiß, was ich zu thun habe. Wie bisher, wild mich auch ferner Niemand bevormunden. Sei also unbesorgt um Deinen Hipo de Brogi." Die Unterschrift war so verschnörkelt, wie die eines Meisters unter einer Kabinettsordre. Sie verrieth mir, daß er schlechter Laune war. Auch die rauhe Antwort berührte mich um so peinlicher, a!ö ich sie durchaus nicht verdiente. So vergingen wieder einige Tage, ohne daß Hipo sich bei mir sehen ließ. Gewiß schämte er sich jetzt vor mir, wegen jener Karte. Endlich fand ich, eines Abends heimgekehrt, eine Karte aus meinem Tische vor, die er an dem Lampenschirm be festigt hatte. Mein theurer, einziger Freund! Jetzt geh' ich und mach' ein Ende mit mir.' Solch ein Leben könnt ich nicht länger ertragen. Mag es denn brechen, wenn es sich nicht biegen kann. ' Vergib mir. denn Du hast mir viel zu vergeben; bis in den Tod. Dein Hipo." 11. Mir trat der Angstschweiß auf die Stirn. Sollte dies wirklich wahr sein? Sollte Hipo wirklich mit sich ein önde machen, einen Selbstmord be' gehen? Weshalb nicht? Wie oft hatte cr gesagt, daß zwei Loth Blei den Menschen am schnellsten heilen von allem Leid und Ungemach! Gott weiß, was ihm geschehen, was ihn so tief gebeugt in letzter Zeit: verletzter Stolz. Nahrungtsorgen. bis zur hellen Verzweiflung, und wer weiß, waö sonst noch Alles. .Peter! Peter!" rief ich. wie befes. sen. .Wann war Herr de Brogi hier?" .Gegen Abend, gnädiger Herr!" .Ul.d was sagte er?" .Gar nichts, gnädiger Herr. Nur das Kästchen nahm cr vom Schranke." .Wclcheö? Daö mit den Pistolen?" .Wahrscheinlich, und auch das Kofferchcn." .. .Sein Haudkvfferchen?" .Jawohl und den Winterüberzieher." .Meinen Ueberzieher?" jawohl, und auch den Schirm." Weiter hört' ich nichts und lief aus einer Ecke in die andere. Das Unheil erschien mir unabwendbar. Anfangs ließ ich mir gar nicht Zeit, ZU bedenken, daß mein verzweifelter Freund doch unter recht behaglichen Umständen mit sich ein (5nde machen wolle : im Winterüdcrzieher und unter dem Regendache. Und doch hatte er ganz enlschieden jene Absicht, da er meine beiden funkelnagelneuen gezogenen Pistolen im Ledeikäftchen nebst allem Zubehör mitgenommen. Schoß Eine fehl, so wollte cr offenbar die Andere zur Haud haen. Anders konnt', es nicht sein! Wozu aber bedürfte er des Schirmes, noch dazu meines neuesten? Vielleicht, um sich darunter zu erschießen, wie unter einem Zeltdache? Den Ueberzieher nahm cr gewiß auch absichtlich mit, um sich unkenntlich zu machen und jede Spur zu verwischen. Und dennoch, dennoch hatte diese tragische Sachlage an sich elwaö Unklares, Näthselbafteö und barg irgend ein Geheimniß für mich, der. ich mein Leben lang nicht allzu findig war. Als ich Peter meine Besorgniß mittheilte, - begann der Bursche .sofort so laut zu schluchzen, daß eö mir das Herz zusammenpreßte. .Siehst Tu, Peter," rief ich mit Thrä nen im .Auge. .Auch Tir thut, der Aermste herzlich leid!" .Gewiß, gnädiger Herr,noch mehr aber thun, mir die sieben Rubel leid, die ich iichcr.mein Lebtag nicht wieder sehen werde.". - . .Was faselst' Du? Welche sieben Rubel?",' V-

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Bei Gott, anädiaer Äerr. ick fasele nicht. Sieben Rubel, zweimal drei ganze und einmal in Kleingeld, hab' ich. dem Herrn geliehen, seit er nicht mehr bei uns nächtigte! O, Jammer, meine ganze Ersparn! ist verloren!" Jetzt erst wurde mir das Geheimniß meines Freundes klar: Der Acrmste. der Stolzeste von allen Brogis. mußte sich das Geld von meinem Diener borgen! Welch' ein Schmerz sör ihn' 12. . Weiter darüber nachzudenken, blieb mir aber keine 2eit. ftnrf piff i mit Peter. Jeder nach einer anderen Ria?" tung: zur Polizei, nach den Wällen und Kirchhöfen, nach den Anlagen und Vorstädten, kurz nach allen Lieblings Plätzen für Selbstmörder, um den Un gliictlrchen zu suchen, die Mordwaffe ibm aus der .fremd !u reißen und seine grauzame Absicht zu vereiteln, falle er sie noch ausführt, und anderenfalls den Leichnam zu bergen nebst Pistolen, Schirm und Ueberzieher. Mein Gott ! Wet.cl' niedere Gesinnung! Pistolen, Schirm und Neberzieher, sind sie etwa mehr werth, al Hipo de Brogi? Kön nen sie mir den Freund zurückgeben? Nimmermehr. Umgekehrt aber kann auch sie mir der Freund nicht zurückgeben. Und dies ist auch bis auf den heutigen Tag nicht geschehen! Line ganze Woche lebt' ich in Todesangst, banger Erwartung und unermüdlichen Rachforschungen nnd wurde ganz krank unter dieser Marter, bis ich eines Morgens durch Boten einen Brief folgenden Inhalts erhielt : .Geliebter Lolo!" Dacht' ich doch, ich sinke in die Erde! Im Ramen des Vaters und des Soyneö! Sind die Toden aufe?na:iden, daß sie rnieder Briefe schreiben? .Geliebter Lolo" : (so stand es ganz deutlich im Bliese .Verzeih' dem Freunde, daß er die Kraft nicht besaß, seinen entsetzlichen Entschluß auszufüh ren! O, dies Leben ist eine fürchtcr liche Last Jetzt sitz' ich in der Konditorei an der Ecke und harre Deiner Barmherzigkeit Seit drei Tagen habe ich nichts gegessen, nicht geschlasen. Fast slcrb' ich vor Hunger und Erwartung Deines Anblickes bin ich nicht würdig, hoffe aber doch, zum letzten Male noch Tcin Mitleid zu verdie nen. Schicke mir so viel Tu kannst! Ter Bote ist noch nicht bezahlt und auch mit dem Thee bin ich noch rück' ständig, vergib mir, mein einziger Freund. Alles will ich wieder ausgleichen, ode oder Du wirst nichts mehr hören von Deinem Hipo .")t: S. Mein Eigarretteudöschen von Schildpatt blieb noch bei Dir lie gen.,. Sei so gut und schick' eö mir gclegcntllch zurück. Denn jetzt kann ich Alles gebrauchen. D. O." Fünf Minuten später stand ich ihm schon Aug' in Auge gegenüber. Umsonst bemüht, seine Ruhe und Würde, zu bewahren, zeigte er die Haltung eines ungeschickten Diplomaten, den man in allen Punkten entlarvte. Den Blick zu Boden senkend, preßte er die Lippen zusammcn, stützte beide Hände auf den Tisch und harrte meiner Anrede. Bon Natur bin ich sehr ruhig und kann viel ertragen. Ist aber das Maß voll, werde ich so hestig. daß ich kaum wieder, zu erkennen bin. Konditorei und "Zeugen, oder nicht, wenn ich aufbrause, mag Jeder sich empfehlen! .Tu Nichtswürdiger!" , zischte ich mit einer Wuth, die ich mir selbst nicht zugetraut, bis Hipo Augen und Ohren zugleich weit ausriß. Ganz er staunt starrte er mich an, trat einen Schritt zurück und maß mich dann stirnrunzelnd mit verächtlichem Blicke, indem er entgcgnetc. .Wolltest "Du etwa lieber, daß ich Tir zu Liebe mir eine Kugel durch den Kopf jage? Das ist köstlich!" .Schweigen Sie, Herr de Brogi!" schrie ich in hellem Jähzorn .Sie sind Sie sind einfach ein Lump!" Jetzt erst fühlt' ich mich etwas erleichtert. Vielleicht war ich im Eifer zu weit ge gangen. Die so lange gehemmte Empörung mußte aber doch einmal losbrechen. SMp, de Brogi aber warf mir einen Blitzblick zu vom Kopf bis zur Sohle, griff zum Hute und erwiderte mit eisiger Stimme: .Nach diesen -Worten, mein Herr, ist es selbstverständlich mit der Freundschaft zwischen uns vorbei. Das Uebrige wird sich finden." Tann drehte er mir stolz den Rücken und verließ die Konditorei. Seitdem habe ich Gott sei gedankt keinen Freund mehr und nie sah ich ihn wieder. Ebenso wenig aber auch meine Pistolen, meinen Schirm und Ueberzieher und mein Geld, welches ich zahlen mußte an die Gläubiger Hipö? de Brogi! ' . Vtedet ohne Zunge. Einem Schauspieler Namens Frederick Power in Chicago hüt wegen eines KrebsleidenZ die Zunqe ausgeschnitten werden müssen. Der Fall ist nach der Aussa?e der Aerzte ein Triumph der Chirurgie. Die ganze Zunge und ein Theil, der Zungenwurzel, hatten entfernt werden müssen, und doch ist Power im Stande. Worte ziemlich verständlich ausznsprechen. Jrrsinnig-aus Furcht. In halberfrorenem Zustande wurde jüngst ein Bergmann Namens Tiinothy Shea unweit Warsaw. Jnd..-aufgefun den. ' Er hatte jn dem falschen Glauben, daß Leute ihn wegen eines Verbrechen5, das er nicht begangen, nach dem Leben trachteten, sich ertränken wollen. Dem Unglücklichen hatte allew Anscheine nach die Furcht den Verstand geraubt. -.

; SMöwKM-MtzVPöVM. ' vandalia ime. Abgang L-l'uust St. LouiS Spcl., ttgl s ä.. 150V Pittöburg Spcl, täglich 3 20Vm StLouiS Liw täglich sä dd 7 0)Vn Rstv Sor5 Expreß täglich s. 6 5993 Eavital Expreß täzl ä.. 7 IIS Schneller Mail täzllch.... 3 00ZZm St Louis Ac täg! ........ 7 3)Vm Terre Hzute Sfßng Ace täg 10 25V m Ch St L Erpreß täglich d 8.12 Z0Rm Keyftone Sspred täglich äs. 2 49R St Vom, Expreß tagl 3 153 Atlantis Erpreß täglich.. 4 4öNv T H & Sssingham Aee tägl. 4 00 PittSb Ejp, tägl sä".... 6 569? St L gast Mail täglich.. .. 8 10 .The NF Limited tägl idb 7 05 St Louis Special täglich s..ll 3öNm Pittöburg Spcl täglich sd 11 25Nm Vincenneö Division. S,airo & Limen Ezpr täglich 7 50Bm Spencer & French Lick Je, tgl 9 558 Mneennes Erpreß tägl.... 3 SONm BineenneS Erpreß täglich. .10 SvEm Spencer si French LickLe,tgl 445Nm Cairo Czpreß täglich...... ic?km ClevtlanöCwclnnati, Thlcago & 3t. tcrnts Ästtwa?, Sleieland Di visie s. Wgaug Llnkitl American Erpreß täglich.... 4 20Bm New Sork Ltd tägl ä 15 io3m Ngck Lim täglich ad.., 7 30Vrn Detroit & Toledo Exp tägl s 7 55Nm Elevland Accom .10 45Vm Fort Wayne & Elk Ezp tägl 10 SLBm Anderson Exp 11 30Vm Southweöern Ltd tgl äs.. ..11 Z5V S ck B Lim, tägl ds.. Z 46Nm Anderson Expreß p 2 45ra Winona gltzer, p 3 10Nm St Louis Ltd tgl ä s 3 003to Ft Wayne & Elkh Ezv tägl 5 50Nm Winona Fly;r, p 6 10Nm Lnickerbatker Sv tägl ä & . 6 65km American Expreß täglich . . . . ö 46Nk. Toledo 6c Detroit Exp tägl. 8 80Nm H ck Union City Aeeom .. . 8 iSRrn CU Lontß Division. 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Colnmbus Expreß tägl.. 6 00Vm Lynn Accom..........10 OOVmOhio Special tägl. ö 50Rm Eolunbuö Expreß täZ 11 3053 Lhnn Aeeom ........ 6 16Rm Eolnmbnö Expreß tägl 12 OONts pittsvurgh, Qncinnatt, Trzrcago & St. konis R'f. Indianapolis Division. Abgang Ankunft Pittöburg Special, tägl s .. 8 35Vm Ct LouiS Spezial tögl 1 45Ltu Eolurnbnk Accom tägl. ..-7 SOBra St Louiö Lim täglich s ä b. . 6 New Vork Expreß täg ä. 8 lOBm Capital Expreß täglich &1. . . 7 OOtn Keyftone Expreß tägl ä & 8. 3 06Nm Chic St L Expreß tgl ä $.12 105? Vilantie Expreß täglich 5 OONm Indianapolis Aeeom . . . . 12 40?!m 3l S Lim täglich 8 d 7 lONm St Lonis Erpr tägl d & s . . , 3 055? Pittöburg Expreß, tägl a.. 7 20Nm Nimmt keine Passagiere tgl- 05Ä Pittöburg Spcl tägl sä 11 LONm Indianapolis Acc, tag 11 15Nw Chicago Divisic n. Chicago Special, tglpd .. 1135Vm Southern E?p? täglich t 3 15V 8on & Chi F Expr täglich 11 öONm Chic &, Leu Expr täglich p b 2 405? Souitville Division. 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