Indiana Tribüne, Volume 29, Number 135, Indianapolis, Marion County, 31 January 1906 — Page 6

Die weite.

MWÄ,

eWiche . . .imö. . . . Haus - Ausstattungen. r vi vq 141 West Washington Str. Beachten Sie unser Schaufcnstcr für Montags und Freitags Spezialitäten. Deutsche Wirthschaft ...von ,.. Gus. Amann, (Nachfolger von Con. Heeß.) 352 Massachusetts Avenue. Das berühmte Lome $3ren" stet San Zapf. Die besten Weine, LiquSre und Cigarren. Jeden ag ?xira feinen warmen LuncS Morgens und Abends. Zu einem Besuch ladet freundlichst ein. Gus. AnianE, 852 Mass. Ave mm mn Saloon 801 Prospekt, Ecke Wright Bcftc Wirthschast der LdseUe. er kär Bereise und Clubi. Beste BedKnuug Wm. Stoeff ler Seilaepi. x 202 Nord Noble Straße NeueS Telephon 2091. Aug Diener, No. 449 Gft Washington Str. Vffin Hl Offtee: S3U . Senate (. AlKS Telephon Main2S2S. Dr. Panl F. Martin, Vraktischer Arzt und Chirurg. Sprechstunden: 11.00 12.n0 2.30- 4.00 täglich. Sonntag?:' Auf Verabredung. Willoughby Gebäude, 321 Skord Meridi Straße. Tel., Main 4114. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. Gehandelt alle akute und chronische Kranrhetten. 'Speziell Rheumatismus. RectnM' und Frauenkrankheiten. Vffice : 14 West Ghio Straße. Office-Stunden : 1011 Vm. 3-4 Nm. Sonntags : 9.3010.30 Vm. Tel. neu 43 Wohnung: 12Z0Madison Avenue Telephone : Alt, 2025. Neu, 9232. 3)r. Z. L. Snteliffe, -.Wuuö'Qrzt, ji , t& y. . ,A,schZtchts., Urin nnl-ctecxnw Arankheiten. 4Dnt r 155 Dtt Market Str. Tel. 54' XTf6tuni : III 10 Mi 9m. ; I III li.

Kefp

W

..GraMeie!.. ' Uyr n und k .MMM.

Eine Hasen- und Sch-ulugglrrgeschichte.

Den ?nk Staurnhageil. 5n der rneirncen dumvken Taverne am Hafen, saßen Fischer. Jollen- und Ewersuyrer. l)iti wino- uno weuerharte Cefta!ten mit starkem Nacken und Fäusten, diedaZ Leben zu meistern vert anoen. Eben hatte der dicke Wirtb wie immer Kalb betrunken eine stark auf geschnittene Schmugglergeschichtc erzaylt und wieoeryolte oen letzten an r " (T."t . t trv. seiner rzayiulig rcoi;i ein ipiu e . C m j m, l . zürnst Dich blaues Auae. ,Aber Pensen " meinte da einer der Gäste, ist denn das nie rauZgekommen?" Nee. nee. mein Taa nick. Dazu ha ltn die Herrns zu viel gelernt, so wat i . .3 : :a s ivltliill nie illllv, uij uy ju; iiiu ueu ein'n verzürnst Dich und den annern schlägst.'.-, blaues Auge." Uno wieder lachte er, daß ev stch mit eiden Händen an der Bank halten mußte. Die Gäste lachten mit und goffen in Krer Lustiakeit voll Bebaaen aleick den aan.en Groa hinunter. Dem Wirts) aber verging das Lachen sofort, wenn er leere Gläser sah. und im Einschenken hatte er eine fabelhafle Geschicklichkeit. Er verstand eben sein Geschäft. .Sowas aebt hier nich an. vier lassen sie sich nich so leicht anmeiern," bemerkte dann einer. Jäono! Ebensoaut! Mun blö der richtige Kerl kommen, der 's versteht," t" "... I . . f, . v. r" s r . . . l larmie oer ouensuyrer siemsen mn prahlerischer Geöerde ' zum itischer Teckelnburg hinüber. Was? Du? Holldi Jung! Du smuaaelst auch 'nick für'n Groschen Kautabak durch, daß sag' ich Dir! Hier steh'n sie Mann an Mann mit 'n Konstablerbllck aus 'n Ponton und sehn Dir auf hundert Meter an, wenn Du was zu verzoll' haft." ,Ja, wenn ich 'n Fischer war . . . .Na. na. sviel Dir man nick auf. Thun is 'n Ding, snacken können wir alle!" . ' 5te." fuhr' der Ewerfllhre? Holstein dazwischen, snacken körnen alle, jeder will all mal was reinuesmuaaelt haben, und alle haben sich 'n Nock dabei angezogen, nur wir kriegen ihn mch zu sehn." Siemsen stand auf. Und ick saa Euch: morgen hol' ich 'n Demjonn voll Rum aus 'n Freihafen und brina' ihn unverzollt hierher! Wetten?" Ja, ja, ich sag' ja: Siemsen kriegt das fertig!" Der dicke Wirth watschelte zum Schenktisch, um nochmals die Glaser zu füllen. Siemsen kriegt das fertig." sagte er bei jedem Glas. chr nes der Fischer Teckelnburg. Siemsen ist n Kerl wie Avtelmus. er backt Pfannkuchen auf der 5?euerkiek (Fußbank mit glühenden Holzkohlen)." Und läßt sich doch noch anbrennen!" Helles Gelächter erscholl; nur Siemsen rührte emsig mit seinem Glasstöker Im Grog. Ihn wurmte es. daß sich alle uoer ihn lustig machten; er woflte es ihnen doch zeigen und so wurde seine even ausgejprochene Prahlerei ,m ihm zum festen Entschluß. .. Ich will's Euch zeigen!" ,Ja, ja! Aber den Rum auck!" lachte der Fischer.' Denn woll'n wir uns auf Staatskosten orn'lich ein' anfuseln. Siemsen kriegt das fertig, sag' ich Euch. ' Er brinat den Rum und ick geb' Euch hier Warmwasser ..." Mir lst recht." unterbrach Slemsen btn Wirthe Wir woll'n wetten! Muk ich den Rum verzoll', bezahl' ich Rum und Zoll aus meiner Tasche. Muß ich iyn aver nich! verzoll'n. daß ich da so mich mit durchsmuggel. denn bezahlt Teckelnburg besdes. Schlag zu!" Alle riefen: Ja. ja!" Nur der Fischer besann sich. Der Wirth stieß ihn an: Schlag zu. sonst thu' ich's!" Und da der Fischer noch länger zögerte, schlug der Wirth in Siemsens dargereichte Hand. Siemsen . kriegt das fertig!" ' Sein Handschlag bewies, daß er das Gegentheil glaubte. Der Patt war abgeschlossen. ' . Am anbeten Tage um dic.Mittazszeit kaufte der Jollenführer Siemsen im Freihafen eine Korbflasche mit fünf Liter Rum. Muthig bestieg er seine schaukelnde Jolle, band sie los und ruderte mitten auf den Elbstrom, wo sich ebenfalls die Mittagsstunde geltend machte und verhältnißmäßiggeringerVerkehrherrschte. Als er sich allein sah. fernab von den kleinen aufmerksamen Zollkreuzern und sicher vor den grünen Fährdampfern, band er die Korbflasche an die zwei Meter lange Fangleine und ließ sie in's Wasser. Siegessicher, lächelnd .nahm er dann die triefenden Riemen von den Duckten (Sitzbrettern), schwang sie zwischen die Dollen und riemtc munter vorw'ärts. Es war Fluth. da konnte er mit dem leichten Ostwind spielend fertig werden. Seiner Berechnung nach brauchte er eigentlich gar nicht zu arbeiten.'aber es war frisch" . das sagt der Schiffer noch, wenn'die Landratten schon meinen es sei furchtbar kalt" - also wollte er lieber in Bewegung b'leiben. i Aber Dunnerslag noch mal!"

L

M

te

ii.

Ein müdes oder mattes Gefühl ist ein Zeichen von schwacher Lebenskraft, und dies ist bei Frauen fast immer dem schwächenden Einfluß weiblicher Leiden zuzuschreiben. Wenn die Menstrual-Funktionen gestört sind, werden die Nerven zur Hülfe herangezogen und die Nerven folgen dem Ruf, indem sie den schwachen Theilen alle ihnen mögliche Blut- und Lebenskraft verleihen. Natürlich schwächt dies den übrigen Körper. Natürlich fühlen Sie müde und schwach. Natürlich brauchen Sie anderweitige Hülfe um Ihre Kraft aufrecht zu erhalten und Sie gesund zu machen. Diese nothwendige Hülfe erhalten Sie durch Cardui, das reine, alte, zuverläßige, wissenschaftliche Heilmittel für kranke Frauen. Für Müdigkeit, Schwäche, unregelmäßige Menstruation, monatliche Schmerzen, niederziehende Gefühle, entkräftende Flüsse und alle weittichen Leiden ist es eine sichere Cur

Schreiben Sie an uns

frei und aufricktig in vollstem Vertrauen, theilen Eie unS alle Ihre Symptome und Leiden mit. Wir senden freien Rath (in einfachem versiegeltem Couvert) zur Äcdandlung und Cur. Adresse: Ladies' Advlsory Tept.. The Chattanooga Medicin Co., CyaUanooga, Tcnn.

i3'"Q- ' - i ... ri r"" ' " " " " ; 11 " ' '" " -t.., ii fö'. --c -v.v: . e v 1 ..-:,v2r i -- - i - 's I

slucyte er nacy einer Weile los. Jcy komm' ja nich von' Flecken! Was is denn das nu? Besser bei!" Er lsgte sich mit ganzer, Kraft in die Riemen, daß sie sich wie zwei Rohrstöcke bogen und seine Muskeln am Oberarm groß wurden wie Kindsköpse. Denn in dem blauen lanellhemd steckte ein Kerl, der schon ein dutzendma! den Aeqüato: Passirt hatte. Nach einer ganzen Weile angestrengfester Arbeit sah er. dak er höchstens zwei Bootslängen vorwärts gekommen r. r . r ' ri war. a. er a zu leincin gcißien Schrecken noch mehr; trotz seine? ungeheuren Anstrengung floß das auffluthenke Wasser an ihm vorüber. Eiaentlick hätte es die leere 3olle nickt nur mitreißen, sondern bei seiner Arbeit diese viel schneller fahren müssen. Der schwache Östwind konnte nicht so viel zurückhalten und that es auch nicht. Plötzlich fiel es Siemsen wie Schuppen von den Augen. Der reichlich zwanzig Pfund schwere Demijohn" in zwei Meter' Wassertiefe schwamm nicht so einfach mit. als wenn er in der Jolle lag, er zog sie um ein: halbe Bootslänge zurück, hatte Siemsen sie mühsam eine vorwärts gebracht. Das hatte er nicht mit in seine schlaue Berechnung gezogen! Ihn überlief es heiß und kalt. Wuthend zog er die Riemen ein und setzte sich auf die Ducht. So würden ihn die Zollbeamten doch abfassen! Er wischte sich den Schweiß von der Stirn, und schwer sann er über seinen Leichtsinn nach ... Es wurde ihm klar, daß er unmöglich in einer leeren Jolle so angestrengt rudern die Zollgrenze passiren dürfe. Sollte er nicht lieber umkehren und ein andermal den Versuch machen? Wenn sie ihn abfaßten? Das wär 'n schöne Sach'! vielleicht gibt's Kittje (Gefängniß) . . . Halt stopp!" Und schon holte er sein Taschenmeshervor, um die Fangleine zu durchschneiden, damit sie mit dem echten schweren Jamaika-Rum in die Tiefe versinke. Aber da sah er auf der äußersten Spitze der Umfahrt den dicken Wirth und einige Gäste stehen. Als sie ihn erkannt hatten, gaben sie durch allerHand Bewegungen Siemsen zu verstehen. wie sie sich schon auf den Grog freuten. Er warf das Messer auf die Ducht. Dazu ist noch immer Zeit." Der theure Rum that ihm auch leid. Dazu kam ihm eine Idee: er wollte sich krank stellen! Krank und schwach, daß e? kaum im Stande, die leere Jolle vorwärts zu bringen. Freilich im geheimen mußte er dennoch seine ganzen Kräfte brauchen. . Wieder griff er zu den Riemen und steuerte auf die Zollstation los. Er versuchte es mit dem ersten .Kniff: fuhr unbekllmert zwischen den beiden ZollPontons hindurch. .Pst!" rief ihn der Stationsbeamte an. Wie ihm auch die Knie zittern mochten, er mußte ranhalten und der Beamte revidirte das ganze Boot. Meine Jolle is leer." sagte Siemsen ganz entsetzt. Aber noch nicht genug, es kam noch ein höherer. Beamter und stieg ein. Na. Sie setzen mich wohl eben drüben am Kehrwieder ab?" Siemsen dachte, ihn solle der Schlag rühren. Hatte etwa der Wirth ihn schon vorher angezeigt? Was sollte er an der Hauptzollstation Kehrwieder? Bevor er die Riemen nahm, langte er noch einmal nach dem Messer. Aber dann wisck-er fick den Schwein von der Stirne und warf das Messer auf die Fußbretter. Siemsen puhlte unter der großen Drehbrücke hindurch. Das Herz schlug ihm bis an die Kehle, kalter Angstschweiß stand auf seinem Gesicht und sein Athem 'flog. -Wenn sie mich vier Wochen einsperren?" Ihm kam das Unkluge feines Beginnens voll zum Bewußtsein. Er verfluchte die Taverne mitsammt dem plusterbackigen Wirth. Wahrhaftig! Käm' er hier glücklich von ab. wollte er auf den Knien drei Naterunser beten.

Gcffifcl?

WINE 0F Via, das Boot geht ja gräßlich schwer. Der Boden unten ist wohl lange nicht geschrubbt worden? Wenn das da bewachsen, ist. hält's mächtig zurück." Nee ja " ächzte der Schiffer, schrubbt ist sie ja lange nich aber da liegt das auch' nicht an. ich fühl' mich bannig schlecht." (Und damit sprach er unbedingt die Wahrheit.) Ich hab' gestern so 'n Kleinen zu fassen gehabt und dabei bin jawoll kalt geworden und kann nun nich mal auf meine Knochen steh'n." Um es zu beweisen, sank er kurz hiniereinander zweimal in die Knie. Ja. ja, so was sitzt einem immer ein paar Tage in den Knochen. Nun. lassen Sie Mich hier man ausstelgen. Denn kömmen Sie doch man eben mit herein, binden Sie die Jolle man so lange an." Das nahm Siemsen den letzten Rest der Fassung, mit großen Augen starrte er den Beamten an. Dann griff er macytlg zitternd nach der Fangleine, doch als er den schweren Demiiohn an deren Ende fühlte, sank er stöhnend auf die Ducht nieder. Ich ich weiß wahrhaftig aber nee. nee ich bin zu flau. .Ich weiß gar nicht, wo das auf einmal herkommt." Aber Mann, Sie sind ja krank. warten Sie hier einen Augenblick und dann fahren Sie zu Hause und legen sich zu Bett." Gleich kam dann wieder ein Unterbeamter und brachte dem Zitternden ein Glas Kognak. Ein zweites Stöhnen ließ Siemsen hören, diesmal aber als Zeichen der Erleichterung. Dann holte er, allmalig sich beruhigend, zu den Kajcn hinüber und klemmte seine Jolle durch die vielen Schuten bis zum Ponton vor. Gleich waren Wirth und Gäste bei ihm. Wo ist der Rum?" so klang es von allen Seiten. Holt man die Fangleine auf," sagte Siemsen: denn seht Ihr den Demijohn mit Rum; aber ich will kein Schluck davon trinken! Einmal in mein' Leben hab' ich gesmuggelt und nu nie wieder!" Dann stolperte der Jollenführer die Steintreppe hinauf. 'In die Taverne aber hat er seitdem nie wieder einen Fuß gesetzt. ' Die Wtft des David. An Michel Angelos berühmte Dabidstawe, die in Florenz vor dem Palazzv Becchia steht, knüpft sich folgende amüsante Geschichte. Der Marmorblock, aus dem die Statue hergestellt wurde, war nicht von Anbeginn für diese bestimmt. Simon de Fiesole hatte ursprünglich im Auftrage der Stadt Florenz einen Riesen heraushauen sollen. Der Block war aber in seiner Fügung und Gestalt dafür nicht günstig gewesen, und nach vergeblichen Versuchen hatte der Künstler das Werk aufgegeben. Der Magistrat wendete sich nun an Michel Angelo mit der Anfrage, ob er nicht aus dem widerspenstigen Block etwas schaffen wolle. Der genialste Bildhauer aller Zeiten bejahte die Frage, machte sich an's Werk und formte anstatt des mißlungenen Riesen aus dem als nutzlos aufgegebenen Marmorblock seinen herrlichen David. Als er fertig war. kam der BannerHerr Soderini als Abgesandter des Magistrats, um das Kunstwerk zu besichtigen. In seiner amtlichen Eigenschaft fühlte der gute Mann sich nicht nur dazu berufen, die ihm vorgestellte Schöpfung zu bewundern, sondern auch Ausstellungen daran zu machen. Er tadelte also mit gewichtigem Kopfschütteln, daß die Nase Davids unverhältnißmäßig groß sei, und erklärte es für nöthig, daß ihr ein beträchtliches Stück abgemeißelt werde. Der Bildhauer, der seine Kunstkritiker kannte, war aeqen Einwürfe ahnlicher Art schon gewappnet und wußte mit ihnen fertig zu werden. Ohne eine Widerrede zu versuchen, kletterte er vor den Augen Soderiniö auf sein Holzgerüst und versetzte der angefochtenen

Leset dies

umm

sJlat Davids ein paar unschuldige Hiebe, ließ aber zur selben Zeit eine Handvoll Marmorschutt, den er vor dem Emporsteiaen vom Boden des Ateliers aufgerafft hatte, nach und nach hinabrutschen. Dann stieg er von der Erhöhung wieder herunter. und schaute den magistratlichen Bannerherrn mit der Miene eines Mannes an, der auf Anerkennung rechnet. Die wurde ihm denn auch. Mit Enthusiasmus rief der kunstverständige Kritiker: Sehen Sie, nun ist die Sache in Ordnung. Jetzt erst haben Sie der Figur Leben eingeflößt!" Geschlichc Anerkennung der Nase. Erst seit 200 Jahren wird in England die Nase gesetzlich als ein Glied des menschlichen Körpers anerkannt. Es war im Jahre 1703. da hatte in einer englischen Hafenstadt bei einem Wirthshausstreit, der in arge Th'atlichkeiten ausartete, ein junger Mann das Pech, einem anderen die Nase abzubeißen, und wurde aus diesem Anlaß wegen Körperverletzung vor das Tribunal geladen. Dort machte nun der Anwalt des naselüsternen Englishman zum Erstaunen aller den rechtlichen Einwand, daß in diesem Falle gar keine Körperverletzung vorliege, da die Nase lediglich ein Knorpel, nicht aber ein reguläres Glied des menschlichen Körpers sei, das aus Muskeln, Nerven und Venen bestehe. Und in der That machten sich die Assisen die Argumentationen des Vertheidigers zu eigen und sprachen den Angeschuldigten von dem Delikte der Körperverletzung frei. Dieser Ausgang der Sache mochte aber doch die englische Justizverwaltung wegen der Konsequenzen, die sich daraus ergeben könnten, stutzig gemacht haben. Sie brachte bald darauf im Parlament eine Gesetzesvorlage ein. welche die formelle, gesetzliche Anerkennung der Nase als Glied des menschlichen Körpers forderte und auch erlangte. Seitdem kann man auch im Lande Albions sich nicht mehr ungestraft an der menschlichen Nase vergehen. Gedankensplitter. Die Erdäpfel rechnen sich auch gern zum Obst. Der Edelstein bleibt ein Edelstein, auch wenn er die Fassung verliert. Hagestolze und alte Cylinderhüte bringt keine Bürste glatt. Wer weife sein will zu jeder Zeit, Der hat zur wahren Weisheit noch weit. Eine Mutter hört hundert Meilen weit. Ten schlechtesten Findcrlohn hat oft, wer ein Herz findet. Die schlimmsten Verleumdungen werden von den .Menschen gelächelt. Wer das Vieh liebt, beweist, daß er die Menschen kennt. Abends die Hühner mit Linsen zu füttern, hat sich sehr bewährt. Besonders im Winter macht sie dieses Futter widerstandsfähiger gegen die Kälte und bewirkt, daß sie das Legen sehr ald anfangen. Wie wird das Futter g e st r e u t ? Das Futter soll stets an einem trockenen Orte im Freien, etwa unter einem Schuppen etc.. gestreut werden. .Bei anhaltendem Schneewetter empfiehlt es sich, den Hühnern die Körner auf eine Strohläge zu streuen, damit dieselben zum Scharren veranlaßt werden und dadurch die Winterkälte-weniger empfinden, als wenn sie mit eingezogenen Köpfenden ganzen Tag still in einem Winkelsitzen. Um d e n P f e r d e n das Beißen abzugewöhnen, wird empfohlen. . dieselben in Fleisch beißen zu lassen. Das Hineinbeißen soll den Pferden so unangenehm sein, daß sie nie wieder beißen. Recht fettes und gebratenes Hammelfleisch soll sich am besten für, diesen Zweck eignen. Durch den talgigen Geschmack und das Haftenbleiben von Talg an den Zähnen soll den Pferden für immer die Lust am Zuschnappen benommen werden.

Ich habe W!ne of Cardnr von solchem Nutzen für mich gefunden," schreibt Frau Lcota Fortc von Toledo, Jll., daß ich mit dem Gebrauch fortfah ren werde. Ich kann Ihre Medizin nicht genug loben."

Der Frauen Heilmtttel bei Schmerzen Spinnefeind Ein Imker erzählt folgende Veobachtung: Vorige Woche fpann in meiner Honigkammer eine Kreuzspinne ihr Netz. Das Thierchen war so ausfällig g?o& und hübsch gezeichnet, daß meine Magd sich nicht entschließen konnte, eS zu tödten, bevor sie mir's gezeigt hatte. Ich ber hatte angeordnet, daß es un gestört verbleibe und ihm kein Leid zugefügt werde, weil die Spinnen eine wichtige Rolle spielen' im Haushalt der Natur, indem sie Fliegen, Mücken und dergleichen Geschmeiß abfangen und verzehren. Ein klein wenig dachte ich auch an den Aberglauben, daß die Spinnen Glück bringen, man sie also nicht tödten solle. Wenige Tage darauf hielt ich Honigernte. Die vollen Waben wurden in die Kammer gebracht, um ausgeschleudert zu werden. Aber zudringlich, wie die Bienen sind, fanden die Näscher bald eine schmale Fuge im Fenster, durch die sie in die Kammer drangen, um von dem Herrlich duftenden Honig zu naschen. Ich beachtete sie' anfangs nicht, da mich die Arbeit des Entdeckelns und Schleuderns vollauf in Anspruch nahm. Zu-' fällig fies sp?.er mein Blick auf das Spinngewebe, aus dessen Mitte die schöne Kreuzspinne eben hervorschoß und eine im Netz hängende Biene schnell umwickelte. Hierdurch auf den Räuber aufmerksam gemacht, faßtesich das Netz näher in's Auge und fand darin noch drei Bienen, jede umsponnen wie eine Mumie. Als ich sie von der Hülle befreite, was nicht ohne Schwierigkeiten vonstatten ging, fand ich. daß sie alle drei noch zappelten, folglich erst im Lauf der letzten Stunde eingesponnen worden waren. Im nächsten Augenblick hatte ich die freche Räuberin zur Erde geschleudert und ohne Barmherzigkeit zertreten. Fortan werde ich jede Kreuzspinne tödten, wie fett und wohlgemästet sie auch sein mag. Im Allgemeinen zerreißen Hummel und Biene, jedes Spinngewebe, in das sie gerathen, ohne große Anstrengung. In diesem Falle waren die Bienen mit Honig schwer belaiden und deshalb keiner großen Kraftentfaltung fähig. Und die Spinne hält gute Wacht. Sie überzieht ihr Opfer zuerst stets auf der Seite, von der es in's Netz geflogen, und lähmt ihm dadurch die Kraft der Flügel. Bei Mücken und Fliegen hält sie diese Maßregel für überflüssig. Da tödtet sie das Opfer durch einige Bisse und saugt es entweder sofort aus oder trägt es in die Vorrathskammer, die in einer Ritze der Wand angelet ist." Ver dreihundertjährige Geburtstag Rembrandt's (15. Juli 1906) wird zu Amsterdam nach dem Beschluß des Executivcomites in folgender Weise gefeiert werden: Zunächst wird der neue Saal, der ausschließlich für Rembrandt's berühmtes Bild Die Nachtwache" 'an das Amsierdamer Reichsmuseum angebaut worden ist, von der Königin WilHelmina eröffnet. Alsdann wird das von der Commission angekaufte Haus, in welchem Rcmbrandt den weitaus größten Theil seines Lebens gewohnt bat, an die Stadt übergeben werden. Ferner sollen zwei schon erwähnte Werke erscheinen: DaS Leben und Wirken Rembrandts von Jan Beth und Die Bibel von Hofstade de Groot mit 200300 Abbildungen nach Rembrandt. Am Hause auf der Ro-' sengracht, in dem der geniale Künstler gestorben ist, wird eine Gedenktafel enthüllt, eine andere in der Westerkirche, wo der große Meister begraben liegt. Der Abend bringt eine GalaVorstellung im Stadttheater und schließt mit einer glänzenden Beleuch- . tung des Reichsmuseums und aller öffentlichen Gebäude. Schließlich wird eine Gedenkmünze zur Erinnerung an den Tag geprägt werden. Ballgespräch. Ach was. Schoßhündcken lieben gnädiges Fräulein so sehr!"... dann war's ja gut, daß seinerzeit Noah ein Paar davon mit in die Arche genommen hat." . .