Indiana Tribüne, Volume 29, Number 134, Indianapolis, Marion County, 30 January 1906 — Page 6
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K3&D Von ?rri Herrn von Schlicht. Es ist im Manöver, roch dazu an einem 'der legten Tage. Tie Zcorps manöver sind im vollen Gange, das ganze Armeekorps kämpft gegen einen markirten Feind der ältesleDivisionskommandeu? fuhrt heute. Se. Excel lenz der kommandirende General schivebt als kritifirender Engel über dem Ganzen allen Betheiligten wäre es lieber, wenn er in jenen lichten Höhen schwebte, wo es selbst für einen ommandirenden nichts mehr zu klilistreu gibt. Ans einer Anhöhe hält 2e. reellen;, der Herr Divisionskommandeur, und sckant l'.lnab aus daö Getümmel y seinen Fußen. Das Gefecht ist im rollen Gange und wcn.n er Glück ha! und wenn er stärker ist als der Feind uns wenn sein Angriffsbefehl richtig ist und wcnn seine Unterführer keine Dumml'citcn machen, und überhaupt, wenn es kein Warn" gäbe, müßte er nach seiner Meinung heute unbedingt den Siea. davon tragen. Und er wird siegen, eine innere stimme sagt es vorausgesetzt, daß kein Mensch e:nc Dummheit macht. lir selbst wird wohl in Gcgenwart des ommandiren' den keine machen. Jct-t können wir wohl einen Augen Mus absitzen?" meint Ercellen;, zu sei nen Adjutanten gewendet, wir wollen hier die Entscheidung abwarten, hier haben wir die beste Uebersicht und hier sind wir auch für die Meldereiter am leichtesten zu finden. Der Vorschlag, abzusteigen und sich die Äcine etwas zu vertreten," findet allgemeinen Beifall und man läßt dem Vorschlag Seiner Excellenz die That sollen. Mit seinem Fernrohr sucht Excellenz da? ganze Gelände ab und plötzlich scheint ihm etwas Besonderes aufzu fallen. Er faßt das Glas mit beiden Händen, um es ruhiger halten und besser sehen zu können, dann sagt er: Meine Herren, bitte, sehen Sie einmal nach der Ostecke dieses kleinen Gehölzes das scheint mir da eine Kompagnie zu sein, die die Gewehre zusammengesetzt hat." Diese Beobachtung entspricht der Wirklichkeit und zeugt somit in glei chem Maße von der Schärfe des Verstandes Seiner Ercelle'tz wie von der Schärfe seines Glases. Wenn der Excellenz etwas auffällt, müssen die Adjutanten reiten, das ist eine alte Geschichte so heucheln die Begleiter Seiner Excellenz denn größte Theilnahmlosigkcit. Eben vom Pferd herunter, verspüren sie nicht die ge ringste Neigung, wieder in den Satsel zu steigen. Welche Kompagnie meinen Excel lenz? Ach die da, na, daö wird schon nichts aus sich haben." Nein, Excellenz," pflichtet der Zweite bei, das hat nichts auf sich." Ich erkenne deutlich den Hauptmann Aberg," sagt der Erste wie der Dritte, da können Excellenz ganz ruhig sein, der macht keine Dummheiten, der. wird schon seinen guten Grund haben, so zu handeln, das ist ein durch und durch tüchtiger Offizier." Das Wort hätte nicht fallen dürfen. Gerade weil er ein durchaus tüch tiger Offizier ist, möchte ich gerne wissen, was er da macht. Ich bitte einen der Herren, einmal hin zu reiten und sich zu erkundigen." Das kommt davon! Die Adjutanten' sehen sich gegenseitig an; laut sagt es Keiner, aber in Gedanken sagt es der Eine zu dem Anderen : Reite Du!" !ber weder der Eine noch der Andere hat Lust und das ist dasselbe, als wenn Beide keine Lust hätten. Nun, meine Herren?" fragte Se. Excellenz, wer von Ihnen reitet?" Hinter dem Rücken Sr. Excellenz holt der eine Adjutant ein Geldstück aus der Tasche und hält eö hoch. Der Andere weiß, was das bedeutet, sie wollen ausralhen, wer reiten soll schnell hebt er drei Finger der rechten Hand in die Höhe, damit andeutend, daß nach seiner Meinung die auf der Münze eingeprägte Zahl ungerade ist sein Kämerad, der natürlich vorher das Geldstück nicht angesehen hat, hebt vier Finger hoch. Ungerade verliert, er winkt den Burschen herbei und galoppirt gleich darauf davon. Nach unzefähr fünf Minuten hat er die Kompagnie erreicht; der Hauptmann kommt ihm entgegen: Was bringen Sie mir?" Wie gewöhnlich, Unsinn. Excellenz läßt fragen, warum Sie hier halten und die Gewehre ' zusammengesetzt traben?". Der Major Eedorf hat's befohlen." Na, dann ist ja Alles in Ordnung. Dann kann ich ja wieder nach Haus rei ten. Morgen, Herr Hauptmann." Kognak gefällig?" Rothwein wäre mir lieber." Können Sie Alles ' haben. Mei er." Herr Hauptmann." Der Gefreite Meier, der als persönliche Ordonnanz des Herrn Hauptmanns statt des Gepäcks in seinem Tornister diverse Nothweinflaschen spa ziren trägt, erscheint und bietet dem Adjutanten die Flalche an. Profit,' meine Herren." Die Lieutenants der Kompagnie sterden beinahe vor Wonne, als der Generalftabsofjizier ihnen zutrinkt es gibt Seute. die sich glücklich schätzen, wcnn
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sen vor der viat auelrlnien, ja, murren sogar nicht, wcnn sie in Feige dessen selbst beinahe verdursten. Solche Leute nennt man hervorragcnöe Untergebene" und nur her vonc-.g:nde Untergebene machen Karriere. Endlich lint der Adjutant die Rothwelnslasäie leer gettunlen da er pa, fchämt. Alles au?getrunken zu haben, schüttelt cr Allen, sogar dem Fähnrich, die Hand und der Fähnrich denkt: Nun kann es Dir nicht fehlen, jetzt wirst Du sicher General." Wenig später hält der Adjutant wieder neben Sr. Excellenz. Befehl aus geführt." Nun?" .Die Kompagnie handelt gemäß dem direkten Befehl des Herrn Major Eedorf." Schön, sehr schön," sagt Excellenz, dann ist i Alles in bester Ordnung." Der Adjutant schwingt sich aus dem Sattel und da es augenblicklich gar nichts zu thun gibt, fühlt er sich vapflichtet, Sr. Excellenz einen l'anöoerwitz zu erzählen: Wissen Euer Excellenz, warum es heut zu Tage nicht mehr staubt, wenn unsere Granaten in den Erdboden einschlagen?" Nun?" Weil wir heute nur noch mit ,Sprcng'Granaten schießen." Exeellenz krümmt sich vor Schmerzen bei diesem oberfaulen Witz, den man nur im Freien erzählen kann und sieht den Adjutanten strafend an. Der will, angefeuert durch den Erfolg und durch die Flasche sauren RothweinS, die cr intus" hat sauer macht lustig! noch einen zweiten Witz zum Besten geben, aber Excellenz winkt ab, ihn beschäftigen andere, wichtigere Gcdanken. Sinnend blickt Excellenz vor sich hin. Leise ziehen die Adjutanten sich zulück, ihnen schwant nichts Gutes. Sonderbar," spricht Excellenz, der Major v. Eedorf ist doch sonst ein ganz verständiger Ossizier, ich begife gar nicht, wie er dazu kommt, dem Haupt mann Aberg einen solchen mir vollständig unverständlichen Befehl zu geben. Er muß sich doch irgend etwas dabei gedacht haben?" Die Adjutanten ziehen sich noch weiter zurück, ihnen schwant Unheil. Exeellenz sieht sich um und sofort treten die Adjutanten, wcnn .auch nur zögernd, wieder einen Schritt vor, und dann noch einen. Aeine Herren," sagte Se. Excel, lenz, ich möchte Einen von Ihnen bitten, einmal zu Herrn Major Eedorf zu reiten und ihn zu fragen, aus wel" chem Grunde er der Kompagnie befohlen hat, zu halten und die Gewehre zu sammenzusetzen." Schnell bückt sich der eine Adjutant und pflückt zwei Grashalme: Lang verliert, kurz bezahlt, welchen wollen Sie haben?" Kurz," lautet die Antwort. Na, dann reiten Sie mit Gott, verlieren mußten Sie immer; daß Sie darauf aber auch noch hineinsallen!" Ter hineingefallene Adjutant reitet von bannen und bringt bald darauf die Meldung zurück, der Herr Oberst hätte dem Herrn Major befohlen, der Kompagnie zu befehlen, daß sie halten bliebe und die Gewehre zusammensetze. Schön, sehr schön," sagt Excellenz, dann ist ja Alles in bester Ordnung." Dos will mir auch so scheinen," denkt der Adjutant. Hoffentlich be ruhigt sich nun Dein Gemüth, zweimal habe ich nun schon wegen Nichts und wieder Nichts reiten müssen. Offen und ehrlich gestanden habe ich nun keine Lust mehr." Aber auf die Lust, die die Untergebenen haben oder, richtiger gesagt, nie haben, kommt es beim Militär nicht an.' Es handelt sich stets nur um das, was die Vorgesetzten wollen und das ist ja eben das Unglück für die Untergebenen. Den meisten oldaten wäre wohler, wenn sie als Vorgesetzte geboren wären am wohlsten wäre ihnen, wenn sie überhaupt nicht ge boren wären. Excellenz betrachtet sinnend das Kampffeld. Die Entscheidung muß jeden Augenblick erfolgen. Die Jnfanterie gibt schon seit einigen Minuten ihr Schnellfeuer ab, die Kanonen donnern lauter und lebhafter denn le, man hört das Hurrah der attackirenden Kavallerie und daö Zusammenbrechen einer von den Pionieren erbauten Brücke. Die Schlacht nähert sich ihrem Ende und ,mmer noch liegt die Kom pagnie am Waldrand im tiefsten Frie den! Man hört es nicht, aber man sieht es fast, wie die Leute schnarchen der Anblick macht Se. Excellenz ner vös, vollständig nervös. Ich verstehe es nicht, ich verstehe eö absolut nicht, meine Herren, spricht er zu seinen Adjutanten, wieder Herr Oberst dazu kommt, der Kompagnie einen derartigen, mir völlig unverständlichen Befehl zukommen zu lassen! Er muß doch irgend einen Grund hierfür haben? Ich bitte einen der Herren, einmal zu dem Herrn Oberst hin zu reiten und ihn zu fragen, wie er zu einem derartigen Befehl käme, agen S:e dem Herrn Oberst, daß ich sehr ungehalten wäre, betonen cie ihm gegenüber, bitte, das Wort ,sehr" Ein flehender Blick des Adjutanten, der schon zweimal geritten ist, bewegt seinen Kameraden. Er steigt freiwillig zu Pserde und kehrt bald daraus mit der Meldung zurück, daß der Herr Brigadctvmmandeur dem Herrn Oberst besohlen habe, eine Kompagnie dort am Waldrand zurückzulassen, chön.
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viiics ,n bester Ordnung, aber nein," braust er plötzlich auf, eö ist nicht Alles in bester Ordnung, das ist ja eine tolle Wirthschaft ! Wie kann der Herr General den ganzen Vormittag eine ganze Kompagnie so unthätig dort am Gehölz liegen lassen, das ist ja unerhört! Was denkt er sich denn dabei? Bitte, reiten Sie einmal zu dem Herrn General hin und fragen Sie ihn, wie er zu solchem Befehl' käme. Sie aber," wendet er sich an seinen zweiten Adjutonten, reiten Sie im Karriere zu der Kompagnie am Waldrand und überbtingen Sie ihr meinen strikten Befehl, unverweilt'in den Gang des Gefechtes einzugreisen." Die Adjutanten jagen davon bald kommt der Eine, der der Kompagnie den Befehl überbracht hat. zurück, det Andere läßt durchweinen Meldereiter sagen, er habe den Herrn Brigade, kommandeur noch nicht' gefunden, aber er werde ihn weiter suchen. Und dann auf einmal, unoermuthet und unerwartet das Sial Halt." Das Gefecht ist zu Ende. Die Herren mit dem langen Säbel!" ES wird zur Kritik geblasen. Um Se. Ercellenz den komman direnden General, der mit - seinem Stäbe auf einem Hünengrab hält, ver sammc-ln sich alle berittenen Offiziere. Sogar ein Sanitälvofsizier, der bei der Kritik absolut nichts zu suchen hat, sprengt, großes Interesse heuchelnd, heran, aber Excellenz bittet ihn, wieder zu verschwinden. Besten Dank, Herr Stabsarzt, noch brauchen wir Ihre Hilfe nicht." Und wcnn wir abgeschlachtet sind, kann sie uns nichts mehr nützen," denkt so Mancher. Etwas verlegen reitet der Stabsarzt auf seinem Medizinpferd" wieder von dannen, und der Kommandirende ergreift das Wort: Äieine Herren, bevor ich auf den Verlauf des heutigen Gefechts eingehe, möchte ich einen Punkt berühren, der mich in das höchste Erstaunen aeseöt und zum vlölzlicken Abbruch des Gefechts verleitet hat. Herr Hauptmann Aberg!" Euer Exeellenz?" ' Aha," denkt der Tivisionskommandeur, nun wird es Tag. Jetzt wird Excellenz den Hauptmann fragen, wer ihm den geradezu blödsinnigen Befehl gegeben hat, den ganzen Vormittag dolt am Waldesrand zu saulenzen und dann wird der Brigadekommandeur gehörig etwas auf den Kopf bekommen. Dieser thörichte Befehl bestärkt mich von Neuem in meiner Ansicht, daß der General leine Division bekommen kann, cs fehlt ihm an den nöthigen geistigen Fähigkeiten und ohne die geht es nun einmal nicht." Herr Hauptmann," fährt der Kommandircnde fort, wie kommen Sie dazu, den Plai am Waldeösanm, den ich Ihnen angewiesen habe, zu verlas sen, 'ohne meinen Willen und ohne mein Wissen." Um Gottes willen!" Der Divisionskommandeur hält die Hand vor den Mund, aber es ist zu svät, die Worte sind ihm entschlüpft. Er wünscht sich weit,weit fort. Verwundert sieht der Komman dirende auf: Wollen Excellenz mir diesen Ausruf nicht etwas näher erklären?" Gewiß, gewiß. Euer Excellenz!" stottert der Divisionär. Ich bitte Eure Excellenz um Verzeihung, ich selbst gab dem Herrn Hauptmann den Befehl, in das Gefecht einzugreifen, ich wußte nicht, daß Euer Excellenz" Wie, das wußten Sie gar nicht, Excellenz, daß ich mir die Kompagnie zu meiner Verfügung hatte reserviren lassen? Ich sandte Ihnen zweimal eine diesbezügliche Meldung." Ich habe keine erhalten. Euer Excellenz." Das ist ja unerhört," donnert der Kommandircnde, da scheint mir denn aber doch das Meldewesen in Ihrer Division sehr mangelhast zu sein. Euer Excellenz, und ich muß sehr bitten, diesem äußerst wichtigen Dienstzweig in Zukunft, so lange Euer Excellenz noch die Ehre haben, die Division zu führen, die allergrößte Aufmerksamkcit zu schenken. Wenn schon im Manöver daö Mcldewesen nicht funktionirt. möchte ich nur wissen, wie das im Kriege werden soll. Wollen Euer Excellenz mir vielleicht sagen, wie Sie sich das im Ernstfalle denken?" Einen Augenblick denkt der Divisionskommandeur nach, dann sagt er: Ich denke " Das ist es ja eben." braust der Kommandirende auf, dz wird immer gedacht und gedacht, aber das, waS die Herren sich ausgedacht haben, wird nicht in die That umgewandelt! Weniger Theorie, meine. Herren, mehr Praxis, das ist die ganze Sache." Wohl noch eine halbe Stande kritisirt der Kommandirende das Verhal. ten Sr. Excellenz aber der hört gar nicht mehr zu. Die Augen des Herrn Divisionskommandeurs starren auf die Erde vor den Hufen seines Pferdes und plötzlich ist ilnn, als wenn die Erde sich öffnete, er sieht ein frisch geschaufeltes Grab und daneben siebt als Todtengrober, mit dem Spaten in der Hand, der Kommandirende. Arme Excellenz. Du thust mir leid, Tu bist verhältnißmäßig noch . jung und ich ließe Dich gerne noch am Leben, aber es geht nicht, im Interesse des königlichen Dienstes erscheint es wünschcnöwerth," daß Tu hineinsteigst in daS Grab, das man Dir gegraben. So zieh' den bunten Nock aus und hänge ihn in den Schrank
vergiß oder nicht, Kampfer in die Rocktaschen zu stecken, damit die Motten nicht hineinkommen und dann ruhe aus von Deinen Heldenthaten. Auch als Civilist lebt es sich ganz gut, besonders wenn man, wie Tu, nichts zu thun hat und eine großi: Pension bezieht. . Europaische Nachrichten.
Frovinz Hstpreußen. Königsberg. Fabrikbesitze: Fritz Heumann, der Inhaber der Eisenbabnwaggonfabrik L. Steinfurt, der am 22. August vor. I. in voller Lebensfrische seinen 70. Geburtstag beging, ist gestorben. Heumann, der seit etwa 40 Jahren in unserer Stadt ansässig gewesen, war erst Direltor und später Besitzer der Fabrik, die untcr seiner Leitung zu einem bedeutenden Unternehmen emporaewacbsen ist, das fast 1000 Arbeiter beschäftigt.. A l ! e n st e i n. Ein größeres Feuer entstand kürzlich in der Krummstraße. Es brannten die Häuser No. 1 und 2. Schneidermeister Gustav Szittnick und der Wittwe Dorothea Nowocznn gehörig. In kurzer Zeit schlugen die Fkmmttt aus Szittn'.cks Gebäude l'-cch empor und ergriffen das Nachbargebäude. da beide Häuser alt und nur"eine gemeinschaftliche Mauer, also keine Brandmauer haben. Eine Familie im Hause des Szittnick rettete sich mit knapper Noth und hat alles verloren. Bischofsburg. Dieser Tage beging der hiesige Buchdruckereibesitzer Franz Harich das 25jährige Ge scbäftsjubiläum. D o m n a u. Der zehnjährige Schüler Heddram spielte vor seiner Wohnung mit einem alten Revolver. Als sein Schulkamerad Mischke vorüberging, legte jener die Waffe, nicht hnend. daß sie geladen war. spielend auf Mischke an. Plötzlich krachte ein Schuß, und Mischke stürzte, aut aufschreiend, zu Boden. Die Kugel war ihm tief in's rechte Bein gedrungen. Fuditten. Das fünfzigjährig: Dienstjubiläum als Glöckner der hiesigen Kirche feierte Herr Gillmeister. Der Jubilar erfreut sich seltener gei stiger und körperlicher Frische und wird seinen Dienst auch noch ferner versehen. Ost er ode. Schwer mißhandelt haben die Eheleute Lewandcwski ihre Miteinwohnerin, die 69 Jahre alte Wittwe Julranne Grabowsli. Im Krankenhause ist jetzt die alte Frau gestorben. Preußisch -Holland. Vor kurzem stürzte der Bierfahrer Gerdau der Brauerei Prowe beim Durchsahren eines Rinnsteins vom Wagen, wurde überfahren und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung. Wid rinnen. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich Hierselbst. Der 65 Jahre alte Altsitzer Michael Griszig aus Schimanowen. der beim Dachdecken eines Hauses des hiesiqen Besitzers Guttack beschäftigt war, stürzte herunter und war auf der Stelle todt. Zfrovinz Westpreußen. Danzig. Bürgermeister Tramps konnte kürzlich auf eine 25jähr:ge Wirksamkeit im hiesigen Communaldienste zurückblicken. Er wurde, damals Regierungs - Assessor in Stralfund, am 19. October 1880, und zwar zugleich mit dem jetzigen Landeshauptmann Hinze, von der Stadtverordneten - Versammlung zum besoldeten Stadtrath hier gewählt, und December 18L0 erfolgte die Einführung der beiden neuen Stadträthe, womit Trampe seine communale Wirksamkeit begann. ' j Arnoldsdorf. Letztens brannte das zusammenhängend erbaute Wohnhaus und Stallgebäude des Käthners Hohlweg ab. Ein dreijähriges Kind trug der Vater mit Lebensgefahr aus den Flammen heraus, leider war es aber schon erstickt. Fast sämmtliches Mobiliar ist mitverbrannt. Freudenthal. Der Hofmann Adolf Kalinowski hatte sich aus dem Dampfdreschsatz an einer Leiter g?stützt, diese rutschte und Kalinowski fiel rücklings herunter. Seinen inncren Verletzungen ist er alsbald erlegen. Kalinowski war 27 Jahre alt und hinterläßt seine Frau mit 4 Kindern im Alter von 14 Jahren. Graudenz. Erhängt hat sich in der alten Artilleriekaserne der Rekrut Christoffer aus Lauenburg vom Feld'artillerie - Regiment Ro. 35. Was den Unglücklichen zu der That getrieben hat, war nicht festzustellen. Nach Aussagen seiner Kameraden war Christoffer sehr zurückhaltend und in sich gekehrt, und es wird angenommen, daß Heimweh die Ursache aewesen ist. Frovinz Wrctndenvurg. Berlin. An den Folgen der Influenza ist in seiner Wohnung. Potsdamerstraße 113. der Leibarzt des Kaisers, Generalstabsarzt der Armee Prof. Dr. von Leuthold gestorben. Der Porträtmaler Professor Fcttz Hummel ist im 83. Jahre gestorben. Hummel war ein Schüler Bendemanns. 'Er malte anfänglich Historienbilder, widmete sich später aber ausschließlich der Bildnißmalerei. Bei der. Kohlengroßhandlung Louis
Schulze G. m. ö. H., Eharloitenstraße 77. feierte der Prokurist Johannes .Busser das Jubiläum seiner 25jährigen Thätigkeit. Die Frau des traßenreinicrs Kaczmarek, Kreuzbergstraße 44, hatte einen großen Topf, der zum Theil mit Wasser gefüllt war, am Fußboden stehen. Ihr 1 Jahre altes Söhnchen Eduard machte sich daran zu schaffen, fiel in einem unbewachten Augenblick köpfüber hinein und war bereits ertrunken. als die Mutter das Unglück wahrnahm. Fin Arzt konnte nach vergeblichen Wiederbelebungsversuchen nur noch den eingetretenen Tod feststellen. Eine militärische Ehrung ' wuri dem 80jährigen Rentier I. P. Denker in der Spandauerstraße 4 zu theil. Der alte Herr feierte den Tag. an dem er vor 60 Jahren in die 5. Compagnie des 1. Garderegiments zu Fuß ingetreten war. Mit dem 2. Bataillon nahm Denker 1848 auch an den damaligen Straßenkämpfen theil und weiß aus jener ernsten Zeit gar viel aus eigener Erfahrung zu berichten. In selbstmörderischer Absicht aus dem Fenster gesprungen ist der 32 Jahre alte Schuhmachermeister Julius Dibran. Kurfürstenstr. 25 wohnhaft. Zwischen Dibran und seiner Ehefrau war es in letzter Zeit wiederholt zu Zerwürfnissen gekommen, und auch kürzlich gab es wieder heftige 2luseinandersetzungen. Der Schuhmacher. der sich in großer Erregung befand, versuchte diesem Leben ein Ende zu machen, und sprang aus dem Küchenfenster in den Hof hinab. Mit schweren inneren Verletzungen und mehreren Rippenörüchen kam der Lebensmüde nach der Unfallstation in der Steglitzerstraße und von dort nach der Charit6. Der Geheime OberRegierungsrath Mießner, Correspon-denz-Sekretär und Schatullverwalter des Kaisers, beging sein 50jähriges Dienstjubiläum.
.Be rnau. Der Jagdpachter Korne von hier wurde im Schönfelder Jagdrevier erschossen aufgefunden. Nach dem Gerichtsbefund liegt Mord vor. E r k n e r. Der hier wohnhafte 46jährige Arbeiter Lepke. ein Gewohnheitstrinker. kam letztens wieder schwer trunken nach Hause. Als er in die Wohnung eintrat, stürzte er sich plötzlich mit gezücktem Messer auf seinen erwachsenen Sohn, der ahnungslos am Tische saß. Wüthend stach der Vater auf sein Kind ein. Zum Glück gelang es schließlich dem Sohn, den Rasenden von sich abzuschütteln und aus der Wohnung zu flüchten. Hinzugerufene Polizeibeamte hatten dann die größte Mühe, den Messerstecher zu verhaften. Der Sohn hat erhebliche Verletzungen davongetragen. F i n st e r w a l d e. In der Blendstei.fabrik Poley kam ein 25jähriger Mann, ein Verwandter des Käufers der Fabrik, Hönisch aus Dresden, auf furchtbare Weise zu Tode. Beim Aufloden eines etwa 6 Centner schweren Ventilators auf eine Lowry mittels eines Flaschenzuges, der an einem 4 Meter hoh?a aus Stein gemauerten freistehenden Pfeiler befestigt war. stellte er sich unvorsichtigerweise zwischen Pfeiler und Ventilator. Beim Anziehen des Flaschenzuges leistete der Pfeiler keinen Widerstand und stürzte auf den Bedauernswerthen. SeinOberkörper wurde so zerquetscht, daß sofort der Tod eintrat. L i n d o w. Der Gastwirth Wendt aus Neu-Ruppin ist hier bei dem B-er-such, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, tödtlich verunglückt. Es wurden ihm beide Beine abgefahren. Sorau. Der Wittwe Schneider in dem nahen Kunzendorf wurde beim Bedienen der Dreschmaschine die linke Hand abgequetscht. Die Verunglückte fand Aufnahme im hiesigen Krankenhause. W i t t e n b e r g e. Hier . erschoß sich der Fleischer Mar Duwald, nachdem der Versuch, eine Verkäuferin zu erschießen, die seine Liebe nicht erwiderte, mißglückt war. Bestrafte Anmaßung. Zwei Herren nähern sich auf der Harzreise, um einzusteigen, einem fast leeren Eisenbahnwagen. Da erscheint im Rahmen des Coup6fensters die einzig: Insassin des Wagens, eine stark verblühte Dame, und ruft in barschem Tone: Besetzt!" Herr (zu seinem Begleiter): Ach so, hier dürfen wir nicht einsteigen, das ist ja der Wagen nach dem Blocksberg!" I n der Tanzstunde. Fräulein: Schrecklich, jetzt habe ich keine Begleitung und muß noch eine Viertelstunde weit heimgehen in so später Stunde ganz allein...!" Gymnasiast: Da hab's Ich halt schön! Ich bab' blök drei Minuten!" Äh so! Besucher: czie haben ja Ihr Wohnzimmer mit der Küche durch ein Telephon verbinden lassen, das nenne ich praktisch!" Hausherr: Ja, wir wollen demnächst unserer Köchin kündigen."' D'e r E r s Z n d e r d e r C r d ö l l a m p e, James Hinks, Haupt deZ Geschäfts von James Hinks & Co. in Birmingham, ist im Alter von fast 90 Jahren gestorben. Im Jahr 1858 ist ihm die erste Erdöllampe patentirt worden; später hat er seine Erfindung verbessert und schließlich die Duplerv Vrennerlampe erfunden. Sein Geschäft wurde im Jahr 1872 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
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