Indiana Tribüne, Volume 29, Number 134, Indianapolis, Marion County, 30 January 1906 — Page 5

Jndiana Tribüne, 30 Januar 1)6

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Jnm 33ci1sja.

'- Erzählung ton 15. Kittsr. Sluccr dem Ticken der alten sü:varZ' iralcer Vandulzr, lein klappern der Stricknadeln und den: Umblättern der großen Zeitung war schon Zeit einer Stunde kein Vaut hörbar nerjerden in ter niedrigen, zu ebener Erde gelegenen Stube des Förfterdauses. Die stattliche, blonde jnne Iran mit den rosigen Wangen, den hellen graublauen Augen und der Flechlenkrone über der gewölbten Stirn lzatte ab und ein inal einen Älick aus den eifrig lesenden Balten geworfen, der aber zu verliest rrar, um es zu bemerken. Er fuhr ganz er staunt in die Höhe, als sie ihn jej-l anredete: jlönntst mir net auch einal c fciele was aus Deiner Zeitung vorlesen, Jranzl? '6 ist alleweil langweilig, so zu siyen mit dem Strickstrumvf, und es that mich auch freuen, was zu hören von der Welt draußen." Der Jorfter antwortete nicht, sondern rief in scharfem Ton : Wenn Tu Dir nnr erst einmal das ,net' und das ,alleweil' abgewo!; nen wolltest, Aertba. (5s klingt gar so ungebildet! Sag, kannst Tu es denn wirklich nicht über Tich gewinnen?" Tie junge Frau erröthete und erwiderte anfänglich schüchtern, dann aber bestimmter : Nein, Franzl, 's geht wirklich net. Schau, wenn ich mir mit Gewalt eine andere Sprach angewöhnen wollt, das käme mir vor, als wenn ich in einer Schleppen einherstolziren müßt und mit einem bloßen Hals und nackten Armen wie die Stadtamen, die man auf Bildern sieht. Das that auÄ net zu mir passen, so wenig wie die vornehme Sprach. Es thut mir leid, aber ich kann's einmal net. Doch Du kast mir gar net geantwortet auf meine Bitt. Willst mir net manchmal ein bisle vorlesen aus Deiner Zeitung?" Jetzt lachte der Mann etwas spör tisch und sagte: Aber, Beitha, wie kommst Du nur darauf?" Er sprach ein reines Hochdeutsch, doch hörte man demselben an, daß es dem Sprecher nicht ganz natürlich war. Das ist nichts für Dich, Dir mag's genügen, wenn Du viermal in der Woche Dein reiöblättchen liest. Da erfährst Du zur rechten Zeit, wenn es drüben in Jriedheim neue Häringe gibt, und wenn ein altes Weib den Arm gebrochen hat. Hier in meiner Zeitung sind andere Dinge bebandelt, hohe Politik und 5Zunst und Wissenschaft, und der Roman im Feuilleton, der würde Dich sicher auch nickt interejsiren, da er in Kreisen spielt, für die Du doch kein Velständniß hast." ,Hast 3!echt, Franzl, hab !ult gemeint, vielleicht find st doch einmal eine Geschichten, für die icn net cr ;u dumm bin; aber wie Du meinst. mußt'S ja besser verstehen." Eine leichte Bitterkeit hatte aus de:n Ton der Frau geklungen, die slch nun mit dem früheren Eifer wieder ihrem Strickzeug widmete. Ihr L.'iann, der in seiner Zeitung" nicht nur die hohe "Politik," sondern zum Schluß auch die Annorccn gewissenhaft studilte, rief plöi-lich: Halt, Berthcl, da ist dock, einmal etwa?, was auch Dich intcrcsjircn könnte So? Na, da bin ich gespannt drcuf muß schon was dummes sein, wenn ich's verstehen soll." Ah. empfindlich! Hast mir's übe! genommen, Schatz? Ged, Du n-eiß: doch, daß Du meine liebe gute Frau bist, wenn Du auch in dem engen Kreis, in dem Du aufgewachsen, keine Gelegenheit gehabt hast. Dir eine höhere Bildung anzueignen. Sei vr.'u lieber dankbar, daß ;d) Tich uich: mit Dingen quäle, die Du einmal nicht verstehst. Und nun höre mir zu : .Eine Äalcrin sucht für die Sommcrmona:e Pension in einem stillen Pfarr- ode: Forsthaus in schöner, waldreiche? Gegend, die noch nicht von Sommersrischlern besucht wird. Offerten sind an die Expedition dieser Zeitung unier Ehifsrc E. N. einzusenden.' " Der Förster schwieg und sah seine Frau crwartur.zLvoll an. Die sagte erst gar nichts und auf eine ungeduldige Bewegung des Mannes, nach einer Weile: Nun. was soll's damit?" Was es damit soll? Das ist doch nicht schwer zu errathen. Wir melden uns auf die Anfrage. Sind nicht alle Bedingungen da? Schöne, waldreiche Gegend ohne Fremdenschwarm, stilles Folslhaus. Play haben wir oben in Fülle, und es wird unserer guten Sture nicht schaden, wenn eine Dame" bc: Förster legte einen gewissen ?iachd?uck auf das Wort eine Zeit lang dort wohnt. Ich bin der Anficht, daß wir gut thun, unsere Adresse einzuschicken." Ach geh, Franzl, das ist net Dein Ernst ; ich kann's net glauben. Schau, was soll so 'ne Vornehme bei uns in unserm stillen Forsthäuele? Ich möcht'e net. Guck, was können wir der Dame bieten? Ich paß ne zu so was, das kannst mir glauben, und ich mein alleweil, wir bleiber. für uns." Das konnt ich mir denken," brauste der Förster auf, daß es Tir nicht genehm erscheint. Man darf nur einmal hinauswollen über das, was alltäglich ist, gleich bist Du da mit einer Üttie und legst sie vor. Recht gut wär's, wenn einmal etwas Anderes, etwas son draußen, hereinkäme in unsere Ab geschlossenheit; gut für mich, für Dich, für die Kinder. Und zuletzt, ich dächte, die Einnahme wäre auch nicht zu ver-

achten. Man hat manchmal einen Wunsch. ieh, Berthe!" sein Ton klang jetzt bittend ich möchte schon so lange gern ein gioßcs jZonver sationolexikon weißt Du, ein 'crk, das alles Wissenswerthe enthält, wo man stets anfragen kann und gewiß ist, Antwort ZU finden. Siehst Du, ich habe nun einmal das Streben nach höhcrem, nach mehr Bildung, aber so 'n Ding ist theuer und von unseren laufenden Einnahmen nicht leicht anzuschaffen. Aber wenn wir die Dame bekämen, dann würde schon so viel heraussprinzen. und vor dem bisckcn Arbeit sürÄtest Du Dich doch nicht, das, weiß ich. Eine Hausfrau wie Du, die kann man lang suchen, bis man so eine findet, ökomm, sei gut. Bcrthel, und laß mich schreiben. Damit ist ja nickt gesagt, daß die Dame darauf eingeht, aber wir haben dann das Unicrige gethan." Der Förster war aufgestanden, und näher zn feiner Frau tretend, zog er ihren tfepf an sich und strich ihr liebevoll über die Wangen. Da war ihr Widerstand gebrochen; sie konnte ja nicht nein sagen, wenn ihr Franzl so um etwas bat. Ihr graute unsäglich vor dem Gedanken, eine Fremde in ihre stille Häuslichkeit aufzunehmen, aber der Franzl wünschte es, und er hatte sie so herzlich gebeten, und sie liebte ihn so innig. Sie hatte nie ein anderes Gefühl in ihrem reinen Herzen gehegt als das für den hübschen Vetter, dem sie gut war von der ctin derzeit an, der sie .gewählt hatte, obwohl er so viel feiner und klüger war als sie. TaS konnte sie ihm ja niemals genug danken, ihr ganzes jtil les Glück, die Heimath, die er ihr, der Waise, geboten. Alles hatte sie ron ihm empfangen. . Und deshalb, wenn sie ihn auch manchmal nicht verstand, wie eben jetzt bei diesem Wunsch, so mußte sie doch nachgeben. Diese Erwägungen schössen ihr blitzschnell durch den .opf, und lächelnd, zu ihm aufschauend, zu dem schönen Mann mit dem braunen Vollbart, den strahlenden blaueu Augen, dem vollen lockigen Haar, sagte sie: In Gottcsnamen, Franzl, schreib der Dame, und wenn sie wirklich aus das Anerbieten eingeht, so soll sie mir willkommen sein. Aber vielleicht kommt sie net!" Ein schelmisches Lächeln glitt bei diesen Worten über Frau BerthaS Züge. Ter Förster lachte befriedigt und erwiderte : O, sie wird schon -kommen, ich werde ihr schon ausmzlcn, wie herrlich eS hier in unserem Wald ist, wie hübsch die Zimmer oben, und was für eine tüchtige Hansfrau ich habe. Gleich jetzt will ich schreiben; geh Du immer schon zu Bett, Berthcl, es ist spät,' und Tu brauchst Deinen Schlaf, Tu fleißiges Weib." Hast Recht, Franzl, und schreib nur net gar zu überirdisch die Dame meint sonst, 'S Paradies wär bei uns, und kriegt 'n Schrecken, wenn sie kommt und sind'! nur einschlichtS Fök' stcrhäusl. Gute Nacht, Schatz, und bleib net zu lang auf, mußt ja auch früh heraus aus den Federn." Sie schlang beide Arme um den Hals des Gatten und legte einen Äugenblick den Kopf an seine breite Brust. Sie war so froh wie immer, wenn, sie ihrem Franzl etwas zu Liebe gethan, und dennoch war'S ihr im tiefsten Innern etwas bang, und der Wunsch, daß die fremde Malerin etwas Passenderes finden möchte, schien ihr kein Unrecht. Ter Förster nahm, nachdem Acrtha gegangen, die Lampe, stellte sie auf seinen mit Schriften bedeckten Tisch, holte Briefpapier herbei und begann zu schreiben, zunächst ein Konzept. Aefriedigt las er es durch; es schien ihm sehr gelungen. Dann machte er sich an die Reinschrift, und nach kurzer Weile lag der Brief im Umschlag und mit der Adresse versehen vor ihm. Hoffentlich würde er Erfolg haben. Eine Malerin, eine Dame aus der großen 3Lelt wie das klang! Was die Alles würde berichten können aus der Reichshauptstatt. O, und er wollte sie schon unterhalten, er war ja zwar nur ein einsachcr Untcrförfler, aber er hatte immer

nach Höherem gestrebt, hatte immer gebucht, zu lernen, uno mu o neuem Auge die Zeitereignisse verfolgt. Er war niemals in Berlin gewesen, aber durch die tägliche Lektüre einer Berliner Zeitung war er, wie er meinte, ganz vertraut mit den dorttgen Verhältnis sen; er freute sich schon darauf, das der Dame zeigen zu können, das würde sie gewiß nicht suchen in einem schlichten Försterhaus! Wenn Alles so kam, wie er hoffte und wünschte, dann konnte es ein hübscher Sommer werden. Die Bertha, die würde auch profitiren von einem solchen Umgang, und die Kinder, o, die sollten schon jetzt zu recht nettem Benehmen angehalten werden, dafür wollte er sorgen. Bertha hatte zu wenig Verständnis für so etwas. Sie war ja gut und tüchtig und eine hübsche Frau, er halte sie auch von Herzen lieb, natürlich, wenngleich mit unter er seufzte, als seine Gedanken bei diesem Punkt angelangt waren sie war doch entsetzlich vrosaisck und hatte so wenig Sinn für die höheren Fragen des Daseins. Dumm. nein. dumm war sie nicht, aber sie wußte so wenig, hatte nur in der einfachen Dorfschule. ihre Bildung empfangen.' Es war doch eigentlich sehr, sehr viel von ,hm gewesen, daß er das simple Tors kind zu seiner Frau gemacht hatte. Damals hatte er eben noch nicht mehr gesucht, war zufrieden gewesen mit dem hnbichen Gesicht und Mit dem Ge danken, eine tüchtige, brave Frau zu bekommen, aber es wachst der Mensch

nn seinen größeren Zwecken." Ja, ja, jcyt dachte er doch mitunter, wenn er eine feinere, eine städtische Frau hätte, so könnte er auch mehr vorstellen in der Welt, aber daö war nun zu spät. Er seufzte wieder, ann aber schoß ihm das Blut in's Gesicht, und er schalt sich selbst: Pfui, Franzl, das sind arge Gedanken! Was kann die Acrtha dazu, daß sie so und nicht anders ist? Sie ist ein braves Weib, sie hat Dich lieb, sie sorgt mustethaft für die Wirthsmaft, für Mann und Kinder eine Sünde wär's, ihr das nicht zu danken. ivr 'ünd-te ein s'idii an. löschte die Lampe und trat in die Kammer. Da lagen die beiden Kinder,' der sechsjährige Hans und die vierjährige Gretel, in tiefem, gesundem' Schlaf in ihren Gitterbetten, und dort schlummcrte sein Weib. Wie rein, wie kindlich ihre Züge inrSchlaf erschienen, und wie fromm die gefalteten Hände auf der Bettdecke lagen! Gewiß, mit einem Gebet für ihn, für die Kinder auf den Lippen war sie eingeschlafen. Er ist wie ein schwankes Rohr, der Förster. Eben noch die schlimmen Gedanken, und jetzt hätte er voll Dankbarleit sein Weib küjsen mögen. Aber er sürchtct, sie zu wecken, und suchte leise sein Lager.

Schon nach acht Tagen hat es sich entschieden: In drei Wochen, zu Anfang Juli, wird die fremde Dame konv men. Eine freudige Aufregung hat sich des Försters bemächtigt, Fran Bertha ängstigt sich im Stillen ein bischen vor der bevorstehenden Zeit, und die Kinder leben in gespannter Erwartung. Alle paar Tage wandert der Flanzl nach der tadt, und jedesmal kauft er irgend etwas ein zur Zierde des oberen Zim metS, so daß Bertha meint, wenn er so fortmache, dann würde eS nichts mit dem Konversationslexikon das Wort will ihr so "schwer von. den Lippen, aber sie hat eS sich heimlich anfgeschrieben und immer wieder buchstabirt, sie mochte so gern klug sein für den Franzl, aber er darf's nicht merken, sonst lacht er sie nur aus ja. wenn er so fortmacht, meint sie, dann ginge der Gewinn schon vorher drauf. Und nun ist die Zeit des Wartens vorbei. Vcll Spannung und doch auch in etwas ängstlickcr Stimmung fährt 4 der Förster auf dem leichten Wagen durch den Wald nach der nächstcu Bahnstation. Jetzt, wo es so weit ist, wird's ihm bange. Wer weiß, was man sich da ausgeladen hat; Fräulein Era Rcldau das sagt doch eigentlich gar nichts, das kann ebenso gut eine unangenehme ältere Person wie die junge hübsche Dame sein, als welche er sich in Gedanken den künftigen Gafl unwillkürlich vorgestellt hat. Frau Bertha denkt darüber nicht nach, sie geht an diesem letzten Tag noch ein paar Mal durch' Haus, um zu prüfen, ob Alles in gutem Stand ist. TaS obere Zimmer blitzt vor Sauberkeit und ist mit Guirlanden und Blumen geschmückt, das Schlafsiübchen daneben heimelt an mit seinen schlichten weißgetünchlen Wänden, den hellen Gardinen und dem blendenden Bettzeug. Q ja. gefallen kann's ihr schon, der Fremden! Die Kinder sragen unablässig, ob die Dame gilt, ob sie wohl so sreundlich wie die Frau Pfarrerin drüben im Torf oder eine Stolze wie die Baronin vom Schlosse sei, ob sie wohl zusehen dürfen, wenn sie malt, ob sie anch den Herrn Jesuö malt oder den Vater und die Mutter. Frau Bertha gibt Antwort, so gut sie kann, aber meistens heißt eö: 'Ich weiß nicht, wartet'S ab." Run kommen sie. Der Wagen hält, der Franzl springt gewandt vom Bock und hilft einer Dame heraus, die aus großen dunklen Augen neugierig um sich schaut. Frau Bertha tritt auf sie Zu: Willkommen im Wald. Fräulein Ncrdau!" spricht sie mit ihrer tiefen vollen Altstimme, und mög's Ihnen ein bisle gefallen bei uns. Was ich dazu thun kann, das soll alleweil geschehen, aber ich mein, es wird doch allerlei fehlen, was das Fräulein gewohnt ist." Dabei streckt sie der giern den die kräftige Hand hin. Ein kleines, behandschuhtes Händchen legt sich in dieselbe, und eine feine Stimme, die an Vogelgezwitscher mahnt, spricht: Vielen Dank, liebe Frau, für den freundlichen Empfang; o, mir wird's schon gefallen, es ist ta so köstlich hier in Ihrem Wald, ich suche ja nur Ratur, und ich habe schon während der kurzen Fahrt bemerkt, wie prachtvoll die Gegend ist. Und wie herrlich Sie wohnen das nette Haus, und das sind die Kinderchen? O, wie entzückend, die reinen öngel! Wie heißt Ihr denn?" Und, chnc auf Antwort zu warten, hebt sie erst den Jungen, dann das Mädchen zu sich in die Höhe und küßt sie. Der Förster hat inzwischen das Pferd abgeschirrt und in den Stall geführt: jetzt tritt er zu der Gruppe und fordert die Dame auf, in's Haus zu treten. Eoa Rordau mochte vielleicht sechsundzwanzig Jahre zählen ; sie konnte auch etwas älter oder jünger sein. Sie war eine graziöse, zierlicue Erscheinung, die seltsam abstach von der fräs tifen .Gestalt der Hausfrau. Das schmale Gesicht mit den großen dunkeln Augen, dem leichtgebräunten Teint, der seinen geraden Rase, den seltsam rothen schmalen Lippen, die beim Spte. chen blendendweiße spitze Zähne. sehen ließen, wurde von kurzverschnittenem dunkeln Gelock umgeben Alles in Allem eine hübsche, pikante Erscheinung. Nach ein paar Stunden hatte sich die

Malerin vereito conig eingerlchler, sie war schon mit Allem vertraut und paßte sich den Gewonnheiten der Familie an. erklärte, mit am Tisch derselben essen zu wollen, und schien kind1 i eil entzückt nnn dfni 9iiifptithnlt

- - - ' j - - Frau Bertha athmete auf; so hatte, ZI a tirfi') y... .' -I. 4 - r. x. i I it iuj vjui iu;i gccuuji ; IN II cer Würde sich'ö schon ein paar Monate leben lassen, so freundlich und zutraulich, wie die war! Sie war ganz stolz darauf, daß ihr Franzl so gut mit der Tame umzugehen wußte, daß er mit ihr über alles Mögliche, über Bilder und Bücher, über Pc1hi? und detglei chen sprach wie ein Gelehrter. Wo er's nur her hatte! Tas Fräulein schien auch ganz erstaunt, und als die Kindel zu Bett waren, bat sie den Förster, ihr etwas aus der Zeitung vorzulesen, sie sei müde und müsse Abends ihre Augen schonen, und da hörte Bertha erst, wie aut und ausdrucksvoll der Franzl lesen tonnte, und sie freute sich, auch mit zuhören zu können. Einem gebildeten Ohr mochte die etwas gezwungene Art des Vollesens, wie sie Leuten ohne gründliche Bildung eigen ist, wohl auf fallen. Es huschte denn auch ein leichtes spöttisches Lächeln über die Züge der Malerin, und sie erklärte nach kur zer Weile, daß sie zn müde sei, um noch länger zuzuhören, sie müsse zu Bett, und morgen. früh, da solle sie der Herr Förster gleich in den Wald be gleiten. Als sie gegangen, schaute der Franz! seine Frau an und meinte: Nun, was sagst Tu? Ist sie nicht prächtig? So sein und gar nicht hochmüthig; wie eine alte Bekannte ist sie. Ach,' und wie das wohlthut, einmal etwas Anderes zu hören, etwas aus der Welt draußen. Gib Acht, die brinat uns Glück, Bertha." Gott geb'S, Franzl ; ja, ich kann auch net sagen, daß sie unrecht ist. wenn ich mich auch net so schnell an sie bringen kann; ihr fällt das leichter und Tir auch; ich bin gar schwerfällig und muß mich erst an was Neues gewöhnen. Aber 'S wird schon werden. Wenn's ihr nur gefällt bei uns!" (Schluß folgt.) pcnuitl) und Bcschcidcnhcil. Ter Komponist Lortzing trat in den Jahren 1819 bis 1833 an den Thealern von Düsseldorf. Aachen, Köln und Tclmcld als Tcnorbuffo auf und kam dann in gleicher Eigenschaft an das Stadttheater nach Leipzig. Hier wurde er bald der erklärte Liebling des Publi kums,. namentlich der Studenten. TamalS war ein Schwank Louis Schneiders, Ter reisende Student," sehr beliebt. Lortzing erregte in der Titelrolle besonders durch den Vortrag des Liedes Ungeheure Heiterkeit ist meines Lebens Regel" Stürme der Beisterung. So war es auch in Lcipzigvi der ersten Aufführung. 'Desto mel,r erstaunte Lortzing, als ihm der Negicrungsrath Dr. Demuth als Eensor die Wiederholung der ersten Zeile des Liedes verbot. Niemand hatte bis jetzt dasselbe beanstandet, die prickelnde Melodie gesiel, und an den Worten Ungeheure Heiterkeit" nahm kein Mensch den geringsten Anstoß. Lortzing wagte es aber trotz des Verbots, die ihm verbotene Zeile bei der zweiten Aufführung wieder zu singen. Die Folge davon waren drei Tage Stock' haus.- die der widerspenstige Sänger absiren mnßte. Er war kaum aus seinem Arrest entlassen, als Der reisende Student" wieder auf dem Spielplan erschien. Das Theater war überfüllt, im Partcrre saßen Mann an Mann die Leip zige? Studenten, und dröhnender Beifall empfing den gcmaßregclten Kunstlcr. In der Nathöloge saß der ge strengü Ecnsor Dr. Demuth, Jetzt stimmte die Musik die Einleitung zu Ungeheure Heiterkeit" an; gespannt lauschte Alles, wodurch Lortzing die gestrichene Zeile ersetzen werde. Lortzing trat bis an die Rampe vor, warf einen lächelnden Blick auf die Nathsloge und fang: Demuth und Bescheidenheit sind meines Lebens Regel." Da erschütterte ein Orkan der Bcgeisterung Tias ganze Haus, dröhnender Beifall erscholl, und die Studenten riefen: Lorying 'raus!" Ter Künst ler erschien wohl ein Dutzendmal vor dem Vorhang und verbeugte sich dan kend. Darauf aber riefen die Studenten drohend: Demuth 'rauö!" und dieser verschwand eiligst aus seiner Loae und machte sich still davon. Tcr Torjlzahn. Im Trury Lauetheater zu London stellte der berühmte Schauspieler Kean einst König Richard den Tritten dar und diese Rolle pflegte er mit so unheimlichen Gcberden zu begleiten, daß selbst seine Mitspieler in Angst und Verwirrung geriethcn. An demselben Abende spielte ein jun ger Anfänger die Rolle der Schildwache, die den König im fünften Akt zu wecken hat. Wenn Richard fragt: Wer ist da?" hat die Schildwache die Worte zu sprechen: Ich bin's, mein König, der Torshahn hat zum zweiten Mal gekräht.- Als die Stelle kam, blickte Kean den Kunstjünger so grim. mig an, daß der Letztere seine Fassung vollständig verlor,. und nur die Worte stammelte: Ich bin's, mein König, ich der Tcrfhahn " Das ganze Haus brach in schallendes Gelächter aus, das sich noch verstärkte, als Kean im Tone Richnd des Dritten erwiderte: Nun, wenn Tu der Dorfhahn bist, warum krähst Tu nicht?"

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