Indiana Tribüne, Volume 29, Number 134, Indianapolis, Marion County, 30 January 1906 — Page 3

Jndlans Tibüne, 30. Januar 19.

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König Chlistilin gestorben.

Der Tod des greisen Herrschers von Dänemark licrscht viele Hösc in Trancr.

Kaiser Wilhelm beschenkt EpPräsident Loubet. - God Barda ergiebt sich. - Die Marokko-Confereuz. Weil russische Gefängnisse üöerfüllt sind, werden Socialisten in Jrrenha'nscr gesperrt.

Der dänische König ist todt. C o p e n h a g e n, Dänemark, 29. Januar. König Christian IX. von Dänemark starb het: Nachmittag 3 Uhr 30 Minuten. Der plötzliche Tod König Christians von Dünemark, der allgemein der SchwiegervaterCuropaS genannt wurde, wird die Majorität der königlichen Häuser Europas in Trauer versetzen. Die Herrscher von Rußland, Großbri tannien, Griechenland, Schweden und Norwegen find entweder direkt mit dem König verwandt, oder durch ihre Gat tinnen. Seine Söhne und Töchter hatten gerade Vorbereitungen für die Reise nach Kopenhagen getroffen, um den 83'jährigen Geburt-tag deS greisen Königs zu feiern. Königin Alexandra erhielt die Nach richt von dem Tode ihre Vaters in Windsor. Sie wurde von TodeSnach richt sehr überrascht, denn eS hatte sich ein Anzeichen feines TodeS eingestellt. Der König entschlummerte sanft im Beisein deS Kronprinzen Friedrich, der Kronprinzessin Louise und deren flirt der sowie der Kaiserw'Wlttwe Maria Dagmar von Rußland. Die Nachricht vom Tode deS Monarchen verbreitete sich mit Blitzesschnelle und überall wurden Zeichen einer tiefen Trauer be' merkbar. Der Tod deS König? erfolgte völlig unerwartet. Obzleich feit einiger Zeit bereit? das hohe Alter deS Verstorbenen Schwierigkeiten bereitete, dachte doch Niemand daran, daß das Ende bereit o nahe bevorstand. Heute Morgen gab der Monarch drei Stunden lang Audienzen; er war dadurch sehr er ,nüdet worden und während er sich zum Frühstück niederließ, brach er zusammen. Die schnell herbeigerufenen Aerzte waren außer Stande, irgend welche Hülfe zu leisten, um 3 Uhr 30 jflinu en kam das nve. Warmit fast allen Herr schern Europas bei wandt. Als das dänische Unterhaus die Nach. richt von dem Dahinscheiden des Königs hörte, beendete eS sofort seine Sitzungen. König Christian der IX von Däne mark wurde am 8 April 1318 geboren ,md war der vie.te Sohn deS verftorör nen Herzogs Wilhelm von SchleswigHolfteiN'Sonderderg GlückZburg und der Princesftn Louise von Hessen Kas sel. Durch den Vertrag vom 3. Mai 1852 und infolge des dünischen Thron folge-GefetzeS vom 31. Juli 1853 folgte er dem König Friedrich VII von Dänemark am 15. November 1852 auf dem Thron. Am 26. Mai 1842 hei rathete er Louise, die Tochter deS Land grasen von Hejsen'Kassel. Sie wurde im Jahre 1817 geboren und starb im Jahre 1893. Prinz Friedrich, der älteste Sohn deS verstorbenen König Christian, der jetzige König von Dänemark, wurde am 3. Juni 1843 geboren und heira thete am 23. Juli 1869 Prinzessin Louise. Tochter König Karl deS XV. von Schweden und Norwegen. Ihr zweiter Sohn, der Prinzessin Maud von England heirathete, ist jetzt König von Norwegen. DeS verstorbenen König Christian' älteste Tochter ist Königin Alexandra von England und sein zweiter Sohn, Prinz Wilhelm, wurde im Jahre 1863 unter dem Titel Georg I. zum König von Griechenland erwählt. Eine andere Tochter deS verstorbenen König? Christian ist Maria Dagmar, die Kaiserin Wittwe von Rußland. Maria Zeodorovna. die Alerander III.. Kaiser von Rußland, heirathete. Die ser wurde am 1. November 1894 er mordet und sein Sohn Nikolaus ist jetzt Kaiser von Rußland. Prinzessin Thyra, die jüngüe der Kinder. deS König Christian, ist jetzt Herzogin von Cumberland. Ihr Gatte möcht heute noch Ansprüche auf htn Thron deS ehemaligen Königreichs Ha nover und auf das Herzogthum Braun schweig und Lüneburg. Prinz Waldemar, der jüngste Sohn des Königs Christian, heirathete die

Prinzessin Maria von Orleans, die älteste Tochter des Herzogs von Cha tres. Endlich ist ein Erosohn König Chriftian's, Prinz Georg von Griechenland, Hochkommissär der Mächte in Kreta. Der Prinz ist öfters als der'zukünftige Gatte der Prinzessin Victoria von England, der Tochter König Edwards, genannt worden. Ueberraschung in St. Pe t e r S b u r g. . St. Petersburg, 29. Jan. Nirgendswo hat der plötzliche Tod König Christians von Dänemark eine grö ßere Ueberraschung verursacht als in St. Petersburg. .ES war allerdings bekannt, daß der Zustand des Königs ein schwacher war, aber trotzdem wollte sich die Kaiserin-Wittwe von Nußland, seine Tochter, die sich in Kopenhagen mehrere Monate aufgehalten hatte, wieder nach Rußland begeben. ES ist allerdings sehr zweifelhaft, ob der Ka! ser Nikolaus persönlich der Beerdigung beiwohnen wird. ES ist mehr wahrscheinlich, daß er sich durch den Großherzog Michael der treten lassen wird. Auch mehreae an dere Großherzoge und die Kaiserin werden ihn bei den Leichenfeierlichkeiten vertreten. DaS SieverSl'sche DragonerRegi ment, dessen Ehrenoberft der König war, wird bei der Beerdigung durch eine Deputation von Offizieren und Männschaften dem Dahingeschiedenen die letzten Ehren erweisen. Auch eine Delegation der Mitglieder deS russischen Ordens deS heiligen Andreas, dessen Ritter der König war, wird eine Deputation absenden. Alle HofFestlichkeiten werden aufge hoben. Die gewöhnliche Hoftrauer Wird sogleich angekündigt werden. Wollte Juftizminister

erschießen. Kopenhagen. 29. Jan. Ein Versuch, auf Herrn M. Alberti, den Juftizminister, ein Attentat zu begehen. wurde durch die Tapferkeit deS Mini sterS, der mit seinem Angreiser rang und ihm den Revolver entriß, vereitelt. Der Attentäter, ein gewisser Boye, wurde sofort verhaftet. Er war früher ein Versicherungsagent, der wegen Ein? bruchS zu einer Zuchthausstrafe ver urtheilt wurde, trotzdem er feine Un schuld betheuerte. Boye sprach heute im Ministerium vor und verlangte den Minister zu sehen. Sein Gesuch wurde ihm ge währt. Sobald er den Minister sah, zog er sogleich einen Revolver und wollte den Minister erschießen, wurde aber durch die Geistesgegenwart des Ministers daran verhindert und ver haftet, ehe er fein Vorhaben ausführen konnte. Freunde des Versicherungsagenten erklären, daß dieser durch die lange pr v m:A. m v ) umi Ver verstorbene Aönig

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Kerkerhaft, die er unschuldig verbüßt

haben will, den Verstand verloren habe. . Norwegen. Trauer in Christian! a. C h r i st i a n i a. 29. Jan. Die Ankündigung von dem Tode König Christians, deS Großvaters deS Königs von Norwegen wurde hier mit tiefster Trauer aufgenommen. Alle Vergnü gungsplütze wurden . geschlossen und offizielle Funktionen hörten auf. König Haakon wird sich nach Kopenhagen be geben, um der Beerdigung beizu wohnen. Frankreich. Kaiser beschenkt Loubet. Paris, 29. Jan. Vice-Admiral Siegel, der deutsche Marine.Attache hier, überreichte heute Präsident Loubet eine Copie der sypnotischen Tafeln der europäischen Flotten, mit deS Kaisers eigene Zeichnungen für Kriegsschiffe. DeSpacher gestorben. Paris, 29. Jan. Julius DeS pacher, einer der ersten Leute in diesem Lande' der den ersten Antheil an der Legung eines Kabels zwischen Europa und Amerika nahm, starb hier im 83. Lebensjahre. San Domingo. GeneralVarba ergab sich. San Domingo, 29. Januar. General Barba, der einzige überlebende Rebellenchef im nördlichen Theil des Landes hat sich ergeben, indem er die Garantien der Regierung annahm. Die Regierung und di? intelligenten Leute der Republik wünschen, daß der schwebende Vertrag mit den Ver. Staa ten abgeschlossen werde. Marokko. Sultan von Marokko pre dlgt Krieg gegen Frank reich. Dakar, Senegambien, 29. Jan. Einige Besorgniß erregt die von hier eingetroffene Nachricht, daß auf An stiften des marokkanischen Sultans Echeiks im Sudan den heiligen Krieg" gegen Frankreich proklamirt haben und ihre Stämme mit Magazin gewehren bewaffnen: . Marokkan ischeConferenz. Algeci raö, 29. Jan. Die De legalen fanden, daß sie nicht vorbereitet waren, definitiv über Marokko'S Vor schlag über eine Vermehrung der Zölle zu konferiren. Sie werden sich erst an ihre Regie rungen wenden, um Instruktionen ein zuholen. Serbien. Peter in böser Lage. Belgrad, 29. Januar. Der König Peter von Serbien befindet sich in einer bösen Lage. Wie schon vor einigen Tagen gemeldet, ist er that sächlich ein Gefangener der Mörder seines Vorgängers und dieselben ver suchen ihn zu einem Konflikt mit Oesterreich zu treiben. Die von ihnen beherrschte Hetzpresse in Belgrad greist die österreichische Regierung wegen deS Ausschlusses serbischen ViehS beständig in der frechsten Weife an und droht mti Ausweisung der 20,000 Unterthanen Kaiser Franz Joses's in Serbien. Die Mörderbande erklärt ganz offen, daß sie einen Radau mit Oesterreich herauf - ":,:k Christian von Vänemark.

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beschwören möchte und der hilflose König vermag ihr nicht entgegen zu treten, da er in diesem Falle eine Palastrevolution und wahrscheinlich

das Schicksal des Lktzten der Obreno witsch zu erwarten hätte. Rußland. Ermorden Graf LamSdorff und Baron Roenne. T u k u m. Kurland, 29. Januar. Graf Friedrich LamSdorff und Baron Roenne, zwei der prominentesten Land besitze? in diesem Bezirk, wurden ge stern, während sie von einer Bands Revolutionifien angegriffen ' wurden, aus ihren Schlitten gezogen und er mordet. Graf LamSdorff. der in Kurland ge tödtet wurde, ist nicht der Minister der auswärtigen Angelegenheiten. DieS ist Graf Wladimir Nicolaiewitch' LamS dorff. Palast. Verschwörung entdeckt. St. Petersburg, 29. Jan. Unter der nächsten Umgebung des Zaren in ZarSkojeSelo ist eine neue Verschwörung entdeckt worden, welche die Ermordung Väterchens" zum Ziele hatte. Unter den an dem Komplott Bethei ligten befinden sich mehrere hohe Offi ziere und Hosbeamte. In Folge der Entdeckung find zahl reiche Verhaftungen vorgenommen und die Palastwachen verdoppelt worden. Der beständig in Todesgefahr schwebende Herrscher soll vor Angst dem Wahnsinn nahe sein und ist angeblich seit einer Woche nicht mehr zu bewegen. eine Gemächer zu verlassen. Sozialisten in die Irren Häuser. St. Petersburg, 29. Jan. Da alle Gesüngniffe überfüllt find, werden die Revolutionäre massenhaft n die Irrenhäuser gesteckt. So sind von den Insassen des St. Nikolaus. Asyls über 700 geistig vollständig geunde Sozialisten. Unter dem kleinen BelagerungSzu stand , hat die Polizei das Recht, alle evolutionärer Gesinnung verdächtigen Personen ohne jede Untersuchung in die Irrenhäuser zu bringen und dort fest' zuhalten, so lange eS ihr paßt. Die Unglücklichen, welchen dieses Schicksal zu Theil wird, haben noch entsetzlichere Mißhyndlungen zu erwar en, als ihre in die Kerker geworfenen Genossen. Sie werden von den Sol baten täglich in barbarischer Weise ge peitscht und gefoltert so daß viele von hnen wirklich wahnsinnig werden und Selbstmord begehen. Feuer in Gomel gelöscht. S t. P e t e r 5 b u r g. 29. Januar. Nachrichten zufolge, die hier von Gomel eingelaufen sind, sollen' die Unruhen daselbst unterdrückt sein. Das Feuer, welches 37 Häuser und 61 Lüden in Asche legte, ist erloschen. 17 andere Läden wurden von einem Mob Arbeiter und Bauern zerstört. Zwischen dem Pöbel und den Mit gliedern des Jüdischen Bundes fand ein Gefecht statt, doch konnte über die fiattgefundenen Verluste nichts ermit telt werden. Von der Meuterei in V lad! Rostock. St. Petersburg, 29. Jan. Die Geschichte der kürzlichen in Vladi voftock fiattgefundenen Meuterei und die Weise, wie dieselbe zu Ende ging. ist in Petersburg ein versiegeltes Buch infolge der schwierigen telegraphischen Verbindungen und der Zurückhaltung der Beamten des Kriegsministeriums, die allein im Besitz der einzelnen De tails find. DaS KriegSdepartement hat feit dem 25 Januar noch keine Botschaften tt halten und daS Departement -deS Innern empfing nur heute von dem Polizeichef eine Depesche, die vom 24. Januar datirt ist in der eS heißt, daß die Meuterei infolge der !Verhaftung eines Arztes auSbrach und infolge deS plötzlichen Auftau'chenS eines jüdischen Agitators, der einen bedeutenden Ein fluß hatte. ES wurde auf dessen Betreiben eine Versammlung einberufen, in der die Revolutionäre sich entschieden die G fangenen zu besreien. Die Meuterer zerstörten ein Ge bände, indem sich Waffen und Munt tian aller Art befanden, bewaffneten sich und bemühten sich den Kommandanten zu zwingen die Gefangenen frei zu ge ben. Diesen Depeschen zufolge sollen die Artilleristen der in Vladivostock gar

nisonirenden Regimenter sechs Solda

ten eines schwankenden Regimentes, welches sich gerade den Meuterern an. schließen wollte, ergriffen und gedroht haben, die Leute sofort zu erschießen, wenn das Regiment sich nicht loyal verhielte und alles thun würde, die Meuterei zu unterdrücken. . Obwohl eö dann welter heißt, daß man deS Aufruhrs vollkommen Herr geworden sei, und daß vollkommen nor male Zustände in Vladivoftack Herr schen, weigert sich daS KriegSdeparte ment irgend welche Details zu geben. Seltsam ist eS auch, daß die amerika Nische Gesandtschaft in St. Petersburg keinerlei Nachrichten irgend welcher Art von Vladivostock und zwar schon seit mehreren Wochen erhalten hat. Tisli.S, TranS'Kaukafien, 29. Jan. General Griaznoff, der Chef vom Stäbe des Vizekönigs des Kauka suS, wurde heute von einer Bombe ge tödket. Der Mörder wurde verhaftet. Deutschland. Wollen Straßenbahn erwerben. Berlin, 29. Januar. In einer Konferenz der Berliner municipalen Behörden, an der sich acht Vorstädte Charlottenburg und Schöneberg be thelligten, wurde beschlossen. Schritte zu unternehmen, um die Berliner Straßenelsenbahn zu erwerben, welche thatsächlich daS Monopol über die Stra ßenbahnen Berlins und seiner Vororte ausübt, eingeschlossen Charlottenburg'S und Schöneberg'S. Die Gesellschaft verfügt über ein Kapital von $25. 000,000. Opfer eines Skandals. Bautzen. 29. Januar. Großes Aufsehen erregt in Bautzen der Selbst mord deS Lieutenants Bochner. Der hoffnungsvolle Offizier bat sich gestern erschossen. Als Grund zu der trauri gen That wird Schwermuth angegeben, weil der BedauernZwerthe in einen Skandal verwickelt war, der einem Bilse Stoff zu einer neuen Geschichte ,Au5 einer kleinen Garnison- liefern könnte. Großbritannien. Dampfer in Grund gebohrt.Dover, 29. Jan. Der deutsche Dampfer Thyra-, der sich mit einer Ladung Kohlen von Newcaftle nach Palma auf der Insel Majorca unter wegS befand, wurde in .der Nähe von Dover von dem britischen Tramp Dampfer Rapolla" in den Grund ge bohrt. Die Mannschaft deS unterge gangenen Schiffes konnte jedoch zum Glück gerettet werden. Britifch-Columbia. Fanden drei weitere Leichen. Victoria, B. C.. 29. Jan. . ES wird von Carmanah berichtet, daß die Leichname von drei weiteren Opfern des Dampfers Valencia" ge funden worden sind. Der eine Leichnam wurde als der Thomas H. Hoetscher von San Iran ciZco, Cal., identifizirt. Die Namen der anderen konnte man nicht er Mitteln. Schiffsnachrichten. Neu Bork. Patricia- von Hamburg; Finland" von Antwerpen. Neapel: Canopio" von Boston via Pnat del Gada und Genoa. Genoa: König Albert" von New York via Neapel. Glasgow: Hibernia" nach Portland. Glasgow: Furnesia" von New York via Movllle. Cherbourg: Amerika" von New York via Plymsuth. Boulogne: Blücher" (von Hamburg) nach New York. New York: Bulgaria" nach Hamburg . Napoleon und Gros. Nach dcr Schlacht von Wagram kielt Napoleon Nevne über die iu der Schlacht erbeutcten Kanonen. Da bemelkle er, daß in kühnen strichen auf einem Muni tionöwagen ein Bild' der Schlacht dargestellt war. Wer hat dies gemalt?fragte er hastig. ?lber erst als er feine Frage wiederhzlte, trat ein Sergeant hervor und bemerkte, daß er der Urheber dcö Bildes sei. Hast Tu die Malerei erlernt?" Ich war der Vierte unter den Bewerbern um den großen Preis." Dein Name?" Gros." .Man gebe ihm seinen Abschied sagte der Kaiser, Frankreich muß ebenso gut Künstler, wie Soldaten haben." Und mit kaiserlicher Unterstützung ging Antoine Jean GroS (1771 bis 1835) nach Paris zurück, wo er bald einer der ersten französischen Schlachtenmaler wurde.