Indiana Tribüne, Volume 29, Number 134, Indianapolis, Marion County, 30 January 1906 — Page 1
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v Erscheint jeden Nachmittag. . ' Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Dienstag, 3. Januar 1906. No. 13. mm - i
Bahn-Unglück. Mehrere Personen getödtet und viele verletzt.
S p o ! a n e , Wash.. 30. Jan. Zwei Passagierzgge der Great NorthernEisenbahn fuhren am Montag Abend ungefähr eine Meile westlich von Co lumbia Flls. Mont., ineinander. Da die Telegraphenverbinduag durch den Unfall zerstört wurde, find nähere Ein zelheiten noch nicht bekannt geworden, doch steht so viel fest, daß wenigstens vier Personen getödtet und eine ganze Anzahl anderer verletzt wurden. Beide Locomotioen wurden aus dem Geleise geschleudert und zertrümmert. Eine Anzahl Aerzte wurde in einem HülfZ zuge an die UngZüZZstStte gesandt. Die Ursache ve Zusammenstoße wird auf ein Mißverftehzn von telegraphischen Anweisungen seitens Itx Zugführer zurückgeführt. Siarsur Wetter erschiekt sich. Die Leiche verbrennt. Der vier Meilen östlich von der Belt-EisenbLhn, nahe der Verlängerung der 10. Straße, wohnhaste, 66 Jahre alte Farmer Christian Welter erschoß sich ungefähr 5.30 am Dienstag Morgen in einem Stallgebäude seiner Farm. Der Schuß setzt die Kleider und den hölzernen Fußboden des Stalles in Feuer, und als dasselbe entdeckt wurde, rnr Welter'Z Leiche bereits zu einer unkenntlichen Masse verbrannt. Welter lebte von seiner Frau getrennt und wohnte mit seiner Tochter Anna zusammen. Am Montag Abend ver abschiedet? er sich von seiner Tochter und sagte, daß sie ihn nie wieder sehen würde; Letztere schenkte jedoch dieser Aeußerung weiter keine Beachtung. Alonzo Snyder. der Welter'S Farm gegenüber wohnt, sah ein verdächtige? Licht in dem Stallgebäude seines NachSei?, und als er die Thür desselben aufbrach, entdeckte er da- Feuer und die Leiche Weltn'Z.. Sämmtliche Kam. mern des neben dem Todten liegenden AevolöerS waren leer; wahrscheinlich erplodirten sämmtliche Schüsse durch die vom Feuer verursachte Hitze. Mehrere auf den Alarm herbeigeeilt? Nachbarn löschten das Feuer in kurzer Zeit. Kur; ver Neujahr hatte Welter Streitizkeiten mit seiner Frau, welche zur Trennung der Eheleute führten. Frau Weiter wohnt seit der Zeit in dem Huse 5?o. 123 West Arizona.Straße. Welter nahm sich die Sache sehr zu Herzen und glaubt man, daß er in einem Anfalle von Geistesstörung Hand an sich selbst legte. Die ZTeirad-Polizisten Morgan und Samuels wurden nach Welter'S Farm gesandt und ist nach dem Ergebnisse der Untersuchung derselben als feststehend anzunehmen, daß Selbstmord vorliegt. Elks-Clnb. Der Elk.-.Club ist eifrig beschäftigt. seine Mitglieder für die am 12. März in English'S Opern'HauS stattfindende jährliche Minstrel.Show" einzuüben. Herr Professor Hermann Arndt, wel cher den musikalischen Theil in Händen hat, ist mit den bisherigen Fortschrit ten recht zufrieden. Der Chor ist ein ungewöhnlich starker; er setzt sich aus 75 wohl geschulten Stimmen zusam men. Bei der Probe am letzten Sonn tag erfolgte die Wahl der End men", welche folgendes Resultat ergab: Harry Murberger. Ernst Ziegler, John T. Eodfrey, Harry B. Millikan, W. M. Holt, John P. Fritz, John D. Phenan und I. U. Dcnahu. Lebensmüde. Ed. KlingSman, 32 Jahre alt, 2511 West Vermont Straße wohnhaft, ver giftete sich gestern mit Körbolfäure. Die Ursache der verzweifelten That ist nicht bekannt. Klingman war Kesselschmied und bezog ein gutes Salär. Er hinterläßt eine Wittwe.
Arsenik Zm Kaffee.
Neubett Äailey stirbt und Frau und Tochter sind schwer erkrankt. New C a st l t , Ind., 30. Jan. Ein Giftmischer treibt sein unheimliches Wesen in Henry Vounty und drei Men schen sind ihm zum Opfer gefallen. Der wohlhabende Farmer Reuben Bailey, seine Frau und seine Tochter erkrankten nich dem Genusse einer Tsse Kaffee beim Frühstück unter allen Anzeichen einer Arsenikoergiftung. Bailey konnte nach Eintreffen deS Arz teS nicht mehr gerettet werden und starb zwei Stunden später; doch glaubt man, daß die beiden Frauen sich außer Lebensgefahr befinden. Zwei andere Mitglieder der Familie, die am Früh, stück theilnahmen, tranken keinen Kaffee und erkrankten nicht. Seit einiger Zeit hatte Bailey bereits Briefe erhalten, die ihn mit dem Tode bedrohten; er schenkte denselben jedoch wenig oder gar keine Beachtung. Die ser Umstand führt zu der Annahme, daß Bailey, der sonst überall wohl ge. litten war, da? Opfer eines persönli chen Feindes geworden ist. Ein Be weis der Popularität der Baileh'schen Familie ist, daß die Nachbarn sofort eine Belohnung von L1000 auf die Entdeckung deS Mordbuben ausgesetzt haben. Die Polizei ist eifrig mit Nachfor. schungen beschäftigt. Plattdeutscher UuterstntznngSBerein. Die gestern Abend in Keller'S Halle k ' abgehaltene regelmäßige Versammlung des Plattdeutschen UnterstüdungS. Verein? war ausnahmsweise sehr gut besucht. .Die Berichte der Beamten über daS verflossene Geschäftsjahr kamen zur Verlesung, aus denen sich das folgende ergiebt: Kassenbestand war am Schlüsse des letzten Jahres $2040.70; die Einnah. men des Jahres betrugen $556.50, die Augaben 0327.00, sodaß der Kassen, bestand am Schlüsse des Jahres 2270.20 betrügt. Der Verein hat gegenwärtig 74 gut stehende Mitglieder. Im letzten Jahre wurden 6 neue Mitglieder ausgenom men; ein Mitglied ging dem Verein verloren. An Sterbegeldern wurden im letzten Jahre $50 bezahlt und kranke Mit. glieder erhielten $195 Unterstützung. DaS am 13. Januar abgehaltene Stiftungsfest ergab einen Ueberschuß von $23.10, sodaß sich jetzt über $50 in der Vergnügungskasse befinden. Ein Komite wurde ernannt, um das Pro ject, deutsche Theater - Vorstellungen wieder zu ermöglichen, nach Krästen zu fördern. Nach Schluß des offiziellen Theils der Versammlung wurde in aller Ge müthlichkeit über verschiedene Fragen gekannegießert". Ein vorzüglicher Lunch war aufgefahren; und wenn auch bei dem Meinungsaustausch in Folge deS ausgezeichneten Gerstensaftes zuweilen die Gemüther etwas heftig aufeinander platzten, der Schlußaccord war doch immer: Jung'S holt fast ! Commercial-Clnb. Das Membership . Comite deö Commercial.ClubS hatte b:S Samstag 315 Mitglieder in ihren Listen. Am Schluß der letzten Geschäftsjahres, 1. Februar 1005, waren 225 Geschäfts, leute Mitglieder des Clubs. Das Comite beabsichtigt, diese Zahl zum kommenden 1. Februar auf 325 zu bringen, was einen' Zuwachs von 100 Mitgliedern im Laufe eines Jab r'S bedeuten würde. Daniel LiAgo, 22 Jahre alt, welcher sich in No. 313 Oft Louifiana Str. aufhält, wurde gestern wegen Großdieistahls verhaftet. L ingo hatte aus dem GerichtSgebäude Theile von dem -alten Aufzuge entwendet. Die Polizisten Haley und Splan brachten ihn hinter Schloß und Riegel.
Ausbruch aus der Jail.
Betttücher zu einem Seil gedreht, dienen zur Flucht. Charles Martin, 38 Jahre alt, be. werkstelligte gestern Abend 6 Uhr feine Flucht aus dem hiesigen Gefängniß. Charles Martin wurde am 13. No vember vorigen JahreS wegen Steh. lenZ von Hühnern verhaftet und mit 2z Monat Gefüngnißhaft bestraft. Am Samstag würde er feine Zeit abgesessen haben. Er konnte jedoch nicht so lange warten und verschaffte sich seine Frei heit in eigenmächtige: Weise. Martin war einer von den Gefange nen, welcher eine besondere Freiheit im Gefängniß genoß, da er seine Zelle verlassen und allerlei Arbeiten im Gefängniß verrichten durfte. Diesen Um stand machte er sich zu Nutze. Eiu Schlachtermesser, welches er zu einer Säge machte, gebrauchte er als Werkzeug. Mit dieser primitiven aber harten Stahlsäge durchsägte er das doppelte Gitter eines Fensters im dritten Stock. Gestern nun hatte er diese mühevolle Arbeit, an welcher er schon jedenfalls wochenlang gearbeitet hatte, ohne ent deckt zu werden, vollendet. Er hatte genügend Gitterftäbe durchsägt um seinen Körper durchzwängen zu können. Am Nachmittag musterte er seine vollendete Arbeit, als der Sheriff, welcher seinen Rundgang machte, an dem durchsägten Fenster stehen blieb und sich mit ihm unterhielt, ohne die Beschädi. gung zu bemerken. Kaum war der Scheriff fort, als Martin in seine Zelle ging, aus den Betttüchern einen Strick verfertigte, an welchem er sich, nachdem er vorsichtig die Eisenstäbe entfernt hatte, auf die Straße gleiten ließ und unbehelligt entkam. Kurze Zeit darauf bemerkte der Sheriff die Lücke in den Gittern und entdeckte, daß Martin verschwunden war. Ersetzte sogleich alle Hebel in Bewegung, den Flüchtling wieder ein zufangcn, welches bis jetzt jedoch noch nicht geschehen ist. Selbstverständlich konnte die Flucht Martins nur bewerkstelligt werden, weil derselbe gewisse Privilegien genoß und man nicht im Entferntesten daran dachte, daß ein Gefangener, der in we nigen Tagen gesetzlich frei sein würde, sich in Gefahr begeben würde, von ei nem Wärter, der seine Flucht bemerken könnte, niedergeschossen zu werden. Bon den Kohlengrab ern. Eine 12z.proz. LohwErhöhung, Achtstundentag, gleichmäßige Lohn Scala und Abschaffung der Kinderar beit in den KohlenBergwerken find die Hauptpunkte der Forderungen der Kohlengrübe?, von den südwestlichen Staaten, welche Montag den Gruben befitzern vorgelegt wurden. Demgegenüber steht die Absicht der Grubenbesitzer, die Löhne weiter zu reduciren; man glaubt jedoch' daß schließlich die in 1903 gültig gewesene Scala wieder hergestellt werden wird was eine Erhöhung von 6 Prozent der jetzigen Löhne der Bergleute bedeutet In Verbindung mit der Conven tion und den LohnCönferenzen ist eö vielleicht von Interesse, daß jeden Tag nahe an eine Million Tonnen Kohlen in den Ver. Staaten verbrannt wer den, welche einen Werth von drei bis vier Millionen Dollars reprüfentiren Nach den in der Zeitschrift Black Diamond- soeben veröffentlichten Ta bellen wurden im Jahre 1905 im Gan zen 367,474,393 Tonnen Kohlen ae fcroert, ein Mehr von 15,103,966 Tonnen gegen das Vorjahr. In diesem Jahre wird Voraussicht lich die Förderung auf 400,000,000 Tonnen steigen. Ohio und Jndiana waren die ein. gen Staaten, wo in 1905 weniger Kohlen gefördert wurden, als im Vor jähre. Naucht die BONANZA.
Einweihung des Bundes-
gebandeS.' DaS neue BundeSaebäude wird in der 2. Woche im'April eingeweiht wer' den. Die Vereinigung der Advokaten zunft von Jndiana, welcher die Lei tung der Feier übergeben ist, hat fol gende KomiteS ernannt, die die nöthi gen Vorbereitungen treffen sollen. Adison 14. Harris, Indianapolis; Geo. A. Cunningham, EvanSville; John S Bays, Sullivan; Georg H. Voigt, Jeffersonville; Joseph H. Shea, Sey. mour; Samuel R. Hammell, Terre Haute; William Ward Cook, Green field; W. H. H. Miller, Indianapolis; Joseph Bingham, Munde; C. S. Sbirley, Kokomo; Edmund P. Ham mond, Lafayette; Q. A. Meyer, Lo ganöport; Allen Zollars, Ft. Wayne, und John H. Baker, Goshen. Das Vereinigten Staaten Appella tionSgericht des 17. KreiseS, wird in Indianapolis in der Woche des 9. April Gericht halten. In der folgen den Woche wird ein solenne Ban ett veranstaltet werden, zu welchem die Advokaten deS Staates Einladungen eahalten werden. Alle BundeZrichter werden eingeladen werden nnd eine specielle Einladung wird an den Chef deS BundeS-OberaerichtS. Oberrichter Füller gesandt werden. Ein Abend wird für einen Empfang in dem neuen Gebäude bestimmt wer den. Der Empfang wird in der großen Bibliothek stattfinden. Neue Eisenbahn. Die Beamten' der Chicago, In dianapoliS und EvanSville Railroad Compagnie, welche eine neue Eisenbahn durch Jndiana zu bauen beabsichtigt, sind sehr zuversichtlich in ihrer Angabe, daß die. Bahn innerhalb zwei Jahren in vollem Betriebe sein wird. Sobald eö das Wetter zuläßt, wer. den 6000 bis 7000 Arbeiter und 200 Aufseher und Beamte die Construc tionS.Arbeiten in Angriff nehmen. EvanSville ist als Endpunkt der Bahn in Aussicht genommen und eine Zweiglinie wird von Booville nach OwenSboro gebaut werden. Bon der Sicherheitsbehörde. Die Sicherheitöbehörde hat auSge funden, daß Indianapolis im Verhält. niß zu anderen Städken die wenigsten Polizisten besitze. . Die Tabelle, die die Herren da auf gestellt haben, besagt, daß in Detroit 558 Polizisten, Cincinnati 579, LoutS. ville 339. ColumbuS 175, Denver 180, KvnsaS City 220, MinneapoliS 262, Se. Paul 193, Toledo 142, in Jndia napolis aber nur 175 Polizisten sind. Polizeiliches. DerNeger ThoS. Branlett, 31 Jahre alt, welcher 1210 Nord Missouri Straße einen Schlachterladen führt, verkaufte an-minderjährige Kin der geistige Getränke ohne Erlaubniß, schein. Er wurde von dem Polizisten Mefford dabel erwischt, und wird sich dieserhalb vor dem Polizeigericht derantworten müssen. Fred. W a l tz kam gestern in be trunkenem Zustande nach seiner Woh nung, 516 Süd Illinois Straße. Er zerbrach in seinem Dusel die Thür.sei neS Zimmers und benahm sich sehr rauflustig. Seine Wirthsleute bmach. richteten die Polizei und der Polizist Davis brachte ihn in eine Zelle, wo er sich nun austoben kann. Wm. S ton er, 40 Jahre alt, der schwarzen Rasse' ungehörig, 352 West -14. Straße wohnhaft, wurde gestern wegen KleindiebftahlS nach der Polizeiftation gebracht. Der Reger Daniel Jefferfon, 26 Jahre alt, 319 West Vermont Straße wohnhaft, wurde gestern wegeu Großdiebftahlö verhaftet. Er hatt aus dem Althändlerladen deS Borin. stein 215 Süd Eaft Straße Kupfer und mehrere andere Gegenstände ent wendet. Die Detectivs Haley und Splan beförderten denselben hinter
das eiserne Gitter.
- Aus den Gerichten. Superiorgericht. In Richter John L. McMasterS Ab theilung kam gestern der Fall Robert JanselS gegen die Jndiana Union Traction Company zur Verhandlung, die auf Schadenersatz verklagt wurde. Der Richter ließ sich das BeweiSma. terial vorlegen, inftruirte die Jury und gab ein Verdict für den Kläger im Be trage von $90 od. Kriminalgericht. RufuS Rich, ein Neger Farmer, hatte sich wegen Schießens auf Con stabler James Cordray zu verantwor ten. Er verwundete den Constabler, als dieser ihn verhaften wollte. , Polizeigericht. Den Großgeschworenen wurde Wm. White überwiesen, der einen Angriff auf Dorothy Varrenburg, einem neunjährigen in 1117 VincenneS Straße wohnenden Mädchen verübte. John Nuschill. David DaviS, Elmer McLaughin und Frank Lux, Schank wirehe, wurden wegen Uebertrekung des NicholsongesetzeS zu Geldstrafen von je S10 und in die Kosten verurtheilt. Die Fülle der desselben Vergehens angeklagten Schankwirthe, nämlich von Phil. Lucis, William Grahl, Henry Song, MorriS W. Pennick, Edward Ford, Fred Blackwell, Richard Hurley, Joseph Reinhardt und Thomas Glenn wurden vertagt. Wegen Tragens verbotener Waffen, wurde Frank DaviS auf unbestimmte
Zeit dem Arbeitshaus überwiesen."" Der Richter sprach Earl Harris frei, der sich wegen thätlichen Angriffs zu verantworten hatte. Nicht so gut kam 'der desselben Ver gehenS angeklagte Wm. Leonard da von, der 511 blechen mußte. Freigesprochen wurde John Mc. QuinneS, der ebenfalls wegen thätli chen Angriffs vor dem Richter stand. Verschiedene andere Herren, die sich entweder wegen Betrunkcnyeit, Angriffs oder. Herumtreibens zu verantworten hatten, wurden entweder zu Geldstra fen verurtheilt oder -dem Arbeitshaus überwiesen. Alle übrigen Fälle wurden vertagt. 0 Kindergericht. Richter StubbS hatte sich gestern nur mit wenigen Fällen zu beschäftigen. W. Kurrasch, Mike Welsh, H. Taf. fin und W. Brown hatten sich wegen Besteigung eines ZugeS zu verantwor ten, wozu sie keine Erlaubniß hatten. Ihre Fülle wurden vertagt. Scheidungsklagen. JameS H. RogerS hat gegen Am and a RogerS eine Scheidungsklage -an gestrengt. Da Monroe A. Nagle mit seiner Frau Anna E. nicht mehr glücklich zu sammenleben konnte, reichte sie eine Scheidungsklage ein. Behörde für öffentliche Arbeiten. Die Mitglieder der Behörde der'öf. fentlichen Arbeiten werden nebst Mayor Bookwalter, Stadtkontrolleur Breunig und die Mitglieder des GefundheitS behörde Gäste Dr. Norman JobeS, deS Superintendenten des Stadthospitals fein. JobeS wird ihnen am Dienstag ein Frühstück geben und dann werden sich die Herren das Hospital ansehen. Die Behörde hatte eine Masse Irr thümer bei der Auszahlung der Ge hälter der Angestellten deS IStraßende partements zu berichtigen. ES wurde zu viel Geld durch Irrthum auSbe zahlt. Infolge der Bemühungen einiger Stadträthe wird die 24. Straße wahr scheinlich gradlrt und mit KieL bedeckt werden, anch wird die Anlage von Ce mentSeltenwegen erfolgen, die aus Cement hergestellt werden. Stadtrath DaviS sprach sich zu Gun sten der Pflasterung der Rader Str. aus und erklärte eö für eine Schmach, daß diese Straße so schlecht ge pflastert sei. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho'S .Longfellow-.
Nachrichten aus Jndiana.
EvanSville. 29. Jan. Wm. Brinkmeyer, 45Jahre alt. beging in dem County Gefängniß Selbstmord. Er dnrchschnitt mit seinem UhrgaS seine Pulsader. Peru. 29. Jan. ColumbuS HickS, ein 80 Jahre alter Sonderling, welcher seit vielen Jahren in dem Miami County lebte, ist gestern in demCounty Krankenhause gestorben. Er ernährte sich mit Nüssen. Früchten und Beeren. Der bejahrte Mann pflegte keine Ka meradschaft und sein früherer Lebenslauf ist nicht bekannt. Terre Haute. 29. Jan. Der Stadtrath und der Bürgermeister Bida man werden in Unterhandlung treten und beschließen, die Gesetze in - Terre Haute . streng durchzuführen. Die öffentliche Gesinnung fordert die Ab setzung des Polizeichefs George Lints. B o o n v i l l e, 29. Januar. Die Aufregung, welche diedoppelteTragödie der Gebrüder Williams hervorgerufen hat, hat sich etwas gelegt. Die Stim mung gegen die Attentäter und deren Familie ist immer noch eine recht feind selige. Andrew und WeSley Williams verweilen . noch in dem Gefängniß in Jeffersonville, wohin 'sie ihrer Sicher heit wegen gebracht wurden. Der De puty.Sheriff ScaleZ ist gestern Nacht zurückgekehrt und erzählte die Einzel heiten der Tragödie, wie er fie von den beiden Verhafteten gehört hat. WeSley behauptet, daß Leigh zuerst zwei Schüsse auf ihn abgefeuert hat, bevor er ge schössen hätte. Andere Aussagen bestreikn jedoch dies. Andrew bedauert auf den Mar schall geschossen zu haben, und hofft, daß er bald von seiner Verwundung genesen möge. Er sagt, er hätte ihn für den An. führer der LynchgerichtSvollstrecker ge. halten. Die beiden Brüder werden nicht nach Boonville zurückgebracht wer den.' Der Zustand deS Marschalls Williams hatte sich gestern noch nicht gebessert. I e f f e r s o n v i l l e, 29. Jan. Der McKinley.Tag wurde gestern in der Jndiana Reformanstalt gefeiert. Gou verneur Hanly und Frau nahmen an der Feier Theil. 1050 Gefan gene, welche sämmtlich in grauen Anzügen mit Ausnahme der Gefängniß Kapelle, welche in blauer Uniform er schienen, hörten den Worten deS Pre dizerS zu, und sangen geistliche Lieder. Jeder Gefangene trug eine Nelke und die. meisten Gesichter zeigten einen zufriedenen Zug. als der Superinten dent Whittaker den Gouverneur Hanly vorstellte. Der Gouverneur hielt hier auf folgende Ansprache: Laßt uns alle ehrlich fein. Der ehrliche .Mann ist der echte Mann in der amerikanischen Bürgerschaft. Christus, die heilige Mutter und der Staat arbeiten für uns, lohnt da nicht das Leben? fragte der Sprecher. Diefe Worte des Gouverneurs mach, ten einen tiefen Eindruck auf die Ge müther der Unglücklichen und manche wurden zu Thränen gerührt. Der Neger Jeff Buckner, 19 Jahre alt, von Nummer 314 Ofage Straße, spielte gestern mit einem seiner RassegenossenPool. AlSeSzumBe zahlen kam, geriethen dieselben in Streit, wobei fie ihre Revolver ge brauchten. Keiner wurde verletzt. Die DetectivS Holtz und Kurtz machten Buckner dingfest, während der andere Aeger entkam. Edward Werling, 15 Jahre alt, 1648 Cheftnut Straße wohnhaft, und Carl Schill, 17 Jahre alt, welcher sich !n No. 239 Lcra Str. aufhält, hatten eine Rauferei, ln welcher Wer ling ein dickes blaues Auge erhielt. Die Polizisten Johnson Lund u. Baker stellten die Ruhe wieder her und brach, ten die beiden Prügelanten nach Num mer Sicher. (Zottlted Leukhardt, .Die gemüthliche Ecke,Lcke Noble und Market Str.
