Indiana Tribüne, Volume 29, Number 133, Indianapolis, Marion County, 29 January 1906 — Page 7
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-000000000000 0 o 1 Der Sinkende I
o -X o -tc o -0 ö o K r i m i n a l r 0 ni a n po:t 9 Ericix (SdcnstcZn o o 00000-00-00000 (Schluß.) Kann ich die junge Gräfin auf einen Augenblick sprechen?" fragte Hempel und fuhr sich mit der Hand über die Stirne, als wolle er da etwas wegwischen. Ich werde fragen." Nach wenigen Minuten schon kam Kurzinger mit der Botschaft zurück: Die Gräfin läßt bitten." Eben als Hempel die Treppe emporsteigen wollte, schlüpfte die kleine Aranka in die Halle und blickte sich ängstlich um. Hempel, der sie schon ganz vergessen hatte, bemerkte sie und nahm sie gleich mit hinauf zur Gräfin Irma. Diese erkannt: ihn kaum, als sie auch schon voll Spannung fragte: Sie bringen etwas Neues was ist es?" Hempel befahl Aranka. im Korridor zu warten, und trat mit der Gräfin in ein kleines Vorzimmer, wo er sie rasch mit den Ereizninen bekannt machte und dann bat. sie möge sich der kleinen Ungarin annehmen. Auch Irma v. HegyaW war völlig niedergeschmettert durch das, was sie vernahm, aber zuletzt überwog doch die Freude. Robert Fröhlichs Unschuld nun erwiesen zu sehen, alles andere, und sie dankte Hempel mit warmen Worten. Auch für Aranka sollte sie selbstverständlich sorgen, vorläufig bis etwas Passendes gefunden sei könne das Mädchen ganz gut bei ihr bleiben. Hempel empfahl sich bald, denn es drängte ihn, dem Untersuchungsrichter heute noch alles mitzutheilen und die Schritte für Fröhlichs Freilassung einzuleiten. Diesmal war er es. der sich weiden konnte an der Verblüffung des Richters, und er genoß diesen. Triumph in vollen Zügen, denn Wasmut war völlig sprachlos, als Hcmpel ihm nach und nach ein Bild der Sachlage entwarf, das so ganz abwich von dem. was er bisher als unumstößliche Thatsache angesehen hatte. 19. Kapitel. ran Bertha Fröhlich war in ungeheurerAusregung. Ahnungslos hatte sie zum Frühstück die Zeitung entfaltet, und das erste, was sie las, war die Nachricht von Helene v. Montferrats Ermordung. Es war nur eine kurze Notiz, dem Abendbericht der Polizeibehörde entnommen, welche besagte, daß die schöne Ungarin von ihrem eifersüchtigen Bräutigam erschossen worden war. Ein zufällig dazu gekommener alter Arbeiter habe den Mörder festgenommen und der Polizei übergeben. Kein Wort von dem anderen, größeren Verbrechen, welches der Mörder früher begangen, nichts von dem großen Drama, das sich um die Person der Ermordeten abgespielt hatte. Absichtlich hatte Hempel dem Polizisten gegenüber nichts von diesen Dingen erwähnt, die ja mit dem gegenwärtigen Polizeibefund nichts zu thun hatten. Er wollte um jeden Preis vermeiden, daß Wasmut von anderer Seite etwa früher etwas erfuhr, als durch ihn selbst. So verlautete auch cm anderen Morgen in den Zeitungen noch nichts über den Zusammenhang dieser letzten Blutthat mit der Angelegenheit Robert Fröhlichs. und Frau Bertha. welche noch zwei Tage vorher mit Helene v. Montferrat zusammen gewesen war, wurde völlig überwältigt von der Nachricht ihres jähen Todes. Sprachlos vor Entsetzen machte sie gar der Zusah, daß der Mord von dem eifersüchtigen Bräutigam" der Dame ausgeführt worden war. Sie hatte beinahe täglich mit Helene verkehrt in den letzten Wochen und glaubte bestimmt zu wissen, daß von einer neuerlichen Verlobung gar keine Rede sein konnte. Versicherte Helene ihr doch unaufhörlich, daß sie Ernst nie vergessen könnte und die Welt ihr todt sei seit seinem Verlust. Und nun! War es denkbar, daß Ernst, ihr ruhiger, vornehmer, edler Ernst ! Nein, nein nein!" schrie es leidenschaftlich in ihr, und all die lange zurückgedrängte Schwesternliebe stand auf mit neuer Gewalt. Was sie getrennt und einander entfremdet hatte, sank plötzlich in nichts zusammen angesichts der Todesangst, welche Berthas Herz erleben machte bei dem Gedanken an ihren Bruder. Und schließlich fühlte sie nichts, gar nichts mehr als das eine: ob sckmldig oder unschuldig er ist allein, er leidet und Tu mußt zu ihm! mxi oevenoen nnieen wanne t cn den Schrank, nahm ihren Mantel heraus und begann sich anzukleiden. Zuerst in seine Prioatwohnung," dachte sie mit einer leisen Hoffnung, ihn doch dort, zu finden. Wenn nicht dort, dann .zur Polizei." Ihr, der Schwester, würde man schon erlauben, den Bruder zu sehen. Draußen fuhr ein Wagen ror, hielt mit jähem Ruck, die Gitterpforte fiel in's..Schloß,'.und jemand-schritt die
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rneoere treppe oer Villa hinan. Bertha hörte das alles, und ihr Herz stockte vor Schreck, sie wußte selbst nicht warum. Kam da jemand, um ihr die furchtbare Gewißheit zu bringen? Draußen klingelte es. die Thür wurde aeöffnet ein Männersckritt näherte sich, und langsam und zögernd that sich die Thür auf. Bertha starrte den Eintretenden wie ein Gespenst an. dann warf sie sich weinend, lachend und jubelnd an seine Brust. .Ernst o mein Ernst, Du bist's! Gott sei Dank!" Der Major verstand ihre Erregung nicht. Dieses jubelnde Lachen unter Thränen, während ihm das Herz zu brechen drohte vor Jammer! Müde sank er auf einen Stuhl. Ich bin zu Dir gekommen. Bertha." sagte er mit klangloser Stimme, weil ich ja keinen Menschen sonst habe auf Erden. Und allein sein kann ich jetzt nicht." Da begriff sie, was ihn zu ihr geführt hatte, und an Stelle der Freude trat ein inniges, zärtliches Mitleid mit dem starken Mann, den sie immer aufrecht gesehen hatte und der nun so hilflos in seinem Schmerz vor ihr saß. Sie trat zu ihm, lehnte seinen Kopf an ihre Schulter und streichelte ihn stumm, wie eine Mutter ihrem kranken Kinde gegenüber thut, dessen Leiden sie nicht anders lindern kann als durch schweigendes Mitleiden. Nach einer Weile richtete sich der Major auf und strich sich das Haar aus der Stirn. Bertha." sagte er. ich habe gehört, daß Du in der letzten Zeit mit ihr verlehrt hast. Sage mir, wer ist es gewesen?" Sie setzte sich neben ihn, und indem sie seine Hand in der ihren hielt, erzählte sie ihm alles, was sie wußte, und was Helene ihr selbst mitgeheilt hatte. Beiden war es entgangen, daß draußen vor der Villa abermals ein Wagen vorgefahren war, und daß Luise gleich darauf die Wohnungsthür geöffnet hatte mit -einem halb erstickten Freudenschrei. Jetzt fuhren sie erschrocken zusammen, als es klopfte. Der Major sprang auf. Ich kann niemand sehen jetzt, Bertha!" rief er nervös, und wollte eben in's Nebenzimmer flüchten, als die Thür sich öffnete und drei Personen auf der Schwelle standen, .bei deren Anblick Vertha einen lauten Schrei ausstieß. Robert mein Robert!" hörte Ernst v. Lindemaier seine Schwester rufen und sah sie einem schlanken jungen Mann entgegenfliegen, neben dem ein bildschönes junges Mädchen lachelnd stand. Zu ihm selber trat ein fremder Herr und fragte: Herr Major v. Lindemaier?" Er nickte stumm. Mein Name ist Silas Hempel." fuhr der Fremde fort, darf ich Sie um eine kurze Unterredung bitten, Herr Major, in der Angelegenheit Ihrer ermordeten Schwester? Es ist mir endlich gelungen, volles Licht in die Sache zu bringen, und vielleicht ist es besser, Sie erfahren die Einzelheiten darüber von mir, als von Amts wegen." Ein mitleidiger Blick streifte bei den letzten Worten den Major, dann ließ Hempel ihm den Vortritt in das Nebenzimmer. Während Robert Fröhlich und Irma Hegyassy in kurzer schonender Weise Frau Fröhlich mit den Ereignissen bckannt machten, war es ihnen, als ertöne aus dem Nebenzimmer ein kurzer, dumpfer Schrei. 'Dann war es wieder still. Bertha wollte aufspringen. Ernst, mein armer Ernst!" rief sie erschüttert. Laßt mich zu ihm!" Aber Robert hielt sie zurück. Nicht jetzt. Mama. Du kannst ihm nicht helfen, das muß er allein mit sich selber zur Ruhe bringen, und wenn er erst begriffen hat, was das für ein Weib war, dem er seine Liebe schenkte, dann wird er nuck) damit fertig werden." Sie sah das ein und blieb. Allmälig wich ihre Erschütterung einem stillen, seligen Glücksgefühl. Sie hatte ja nun ihr Kind wieder, durfte stolz sein auf dieses Kind und sich sonnen an seinem Glück! Die finstere Nacht war vorüber, der helle Tew brach an für sie alle. Liebevoll schloß sie Irma in die Arme. Abe? Dein Vater?" .fragte sie besorgt. Wird der Euch keine Hindernisse mehr in den Weg legen? Herr Hempel meinte " Ein Schatten glitt über Irma v. Hegyassy schönes Gesicht. Mein Vate? ist gänzlich verändert seit gestern." sagte sie ernst. Noch in der Nacht ließ tx mich zu sich rufen und theilte mir mit. daß er sich nicht mehr berechtigt fühle, meinem Glücke hinderlich zu sein, da er selbst, wenn auch unwissentlich, im Begriff gewesen war. unseren alten Namen durch die Verbindung mit jener Frau zu entehren. Nach dem. was er von Hempel über Robert gehört habe, sei dieser wohl würdig, mein Herz zu besitzen. Er selbst will, sowie die'amt Uchen Formalitäten erledigt sind und er seine Aussagen, denen er sich leider richt entziehen kann, abgegeben hat, in's Ausland gehen. Ich fürchte, er wird sich -nur schwer von dem Schlage erholen." Und Deine Verlobung mit dem Grafen v.Velas?" Habe ich bereits vor drei Tagen brieflich gelöst. Dem Grafen lag wohl ebensowenig an mir. wie mir an ihm, denn er willigte sofort ein. Ich glaube, heute wird .er sogar vön 'Herzen froh darüber sein."
Als der Major v. Lindemaier eine halbe Stunde später an der Seite Hempels aus dem Nebenzimmer trat, war er blaß, aber gefaßt. Sein erstes Wort galt Robert, dem er bewegt beide Hände reichte. Ick habe Dir viel abzubitten. mein Junge!" sagte er. Aber Robert fiel ihm sogleich in die Rede: Was Dir nicht einfällt. Onkel Ernst! An Deiner Stelle hätte ich wohl ebenso gehandelt. Und nun ist ja alles vorüber und soll vergessen sein. In Zukunft, so hoffe ich, wirst Du auch ein wenig besser von mir denken, denn ich bin der Sausewind' wirklich nicht mehr, als der ich einst von Euch ging. Das will ich Euch allen beweisen, am meisten aber diesem Engel hier, der mich zu dem machte, was ich heute bin!" Er drückte zärtlich Irmas Hand, die glückselig zu ihm aufblickte. Silas Hempel übertrat mit feinem Lächeln zu Frau Fröhlich. Nun, gnädige Frau, in Zukunft werden Sie mich wohl hoffentlich nicht mehr hinauswerfen, wenn ich ab und zu auf ein Plauderstündchen zu Ihnen komme nicht wahr? Ein Narr mag ich ja sein, aber -so ein gemeiner Kerl, wie Sie dachten, bin ich doch wobl nicht!" Ach. Sie sinoja der liebste, beste Mensch, den ich kenne!" rief Frau Fröhlich gerührt und schüttelte ihm die Hand. Ohne Sie weiß ich wirklich nicht, was aus uns allen geworden wäre!" Das war Silas Hempels schönster Lohn. Ende.
probates Mittel. Der Kommandeur des Departements des Ostens. General Grant. hat eine neue, aber, wie es scheint, sehr praktische Methode gefunden, um Offiziere zu veranlassen, ihre Schulden zu bezahlen. Es war bei dem kommandirenden General Klage geführt worden, daß ein gewisser Offizier dem Regi-ments-Klub eine fast auf $100 sich beziffernde Summe schulde, und nicht zur Begleichung dieser Schuld bewogen werden könne. Eine längere Korrespondenz erfolgte, deren Resultat ein Arrangement war. auf Grund dessen der Offizier sich bereit erklärte, die Schuld in kleinen Abzahlungen abtragen zu wollen. Die Abzahlungen waren so klein bemessen, daß die Tilgung der Schuld länger als ein Jahr in Anspruch nehmen mußte. Kurz nachdem dieses Arrangement getroffen, kam der Offizier um Urlaub ein. Diese Gelegenheit benutzte General Grant, um dem Offizier eine Lektion zu ertheilen. Er lehnte den Urlaubsantrag prompt ab. unter der Begründung, daß es viel besser sei, wenn der Offizier sein Einkommen spare und seine langanstehenden Schulden bezahle, als daß er dasselbe für einen Urlaub aufwende. Die Urlaubsverweigerung hatte ein höchst günstiges Resultat: der Offizier übersandte dem General umgehend einen Check für den Schuldbetrag und erneuerte seinen Urlaubsantrag, welcher nun gewährt wurde. Ju der Festnahme des Defraudanten Spiegel . in Paris wird Folgendes mitgetheilt: Der ehemalige Prokurist der Oberschlesischen Kokswerke und Chemischen Fabriken zu Berlin, Hugo Spiegel, war bekanntlich nach Unterschlagung von 720.000 Mark flüchtig geworden. Den rastlosen Bemühungen der Kriminalbehörden gelang es nach mehrmonatlicher Arbeit, den Defraudanten in Paris festzunehmen Beim Verlassen eines Nachtlokals auf dem Boulevard des Italiens wurde er verhaftet, nachdem seine Identität trotz täuschender Angaben festgestellt worden war. In seinem Hotelzimmer wurde er dem ersten Verhör unterzogen. Mfanzlich leugnete er. mit dem Gesuchten identisch zu sein, gestand aber später 'zu, als Prokurist der Oberschlesischen Kokswerke die oben genannte Summe veruntreut' zu haben. Eine sofort vorgenommene Leibesvisitation ergab, daß Spiegel nur 140 Frank bei sich führte. . Den Rest will er auf Pariser Rennplätzen bei Wetten verloren haben; die Behörde steht diesen Angaben aber skeptisch gegenüber; sie vermuthet, daß Spiegel eine beträchtliche Summe in Depots angeelgt habe. Die Nachforschungen nach dieser. Richtung hin werden auf Requisition der Berliner Staatsanwaltschaft fortgeführt. Der ehemalige Prokurist hat in der französischen Hauptstadt großen Aufwand getrieben. In der Lebewelt hatte er sich als Herr von Stark" einzuführen verstanden; von den Damen seiner Bekanntschaft wurde er nicht anders als Graf Spiegel titulirt. In den vornehmsten Cafös'ünd Restaurants war er Stamm-gast.'-und wegen seines eleganten Auftretens recht beliebt; dazu kam. daß er das Geld mit vollen Händen ausgab. Aus der Jnstruktionsstunde. u n t e r o f f i z i e r : Ein tapferer Soldat muß im Felde immer da zu finden sein, wo die Kugeln am dichtesten sind. Verstanden? 3!elrut Schnor, wo würden Sie also im Felde zu finden sein?" Rekrut: .51m Mnnitionswaaen!" Abgefertigt. Tante: O, ich habe auch fchon manchen Roman erlebt N i ch t e : Und doch keinen Mann bekommen!" Tante: Vorlauter Fratz: in den modernen - Romanen heirathet man überhaupt nicht!"
VM Habersack's Schreibebrief.
So. 429. Geöhrter Mister Editbor! Also ich hen noch en disente Tahk mit den Christ Baldrian gehabt un dann hen ich mein Meind üffgemacht, daß ich en Bätscheller bleiwe. Was er mich verzählt Hot, das Zs mich off Kohrs nickts neues gewese, ich hen schon viel von den Stoff gehört gehabt, awwer. der Christ Hot doch schuhr genug aus Eckspierienz . gesproche un dann auch in so e kanwinzing Männer, daß ich sättisfeit war, daß Merritsch nit gesund for mich is. Wisse Se meine Kanstituhschen Zs auch die allerbeste nit; ich sin auch kein Springtschicken mehr un was soll mich denn in meine reifere Jugend noch emol aus meine Ruh bringe losse. Nosser, das Bätschellerlewe is gut genug for mich. Was mich do der Christ alles verzählt Hot, davon könnt ich e ganzes Buch schreiwe un ich will Jhne for den Riefen nur e paar Peuntersch gewwe. Mehbie es Zs unner die Riedersch noch Jemand annerschier, wo denke duht, es deht ihn zu gut gehn un wo Trubel suche duht. Der Christ Hot gesagt: Luckehier Meik. die Görls sin mitaus Cckzepschen all lofflie un arig neis. Se sin so plessent un duhn eim so schön entertehne un werfe eim Blicke zu. daß mer in seine Unschuld denke duht: Schiewiß, was muß ich doch for en feiner Feller sein, daß so t gutguckiges Mehdche sich so in mich verttewe kann. Off Kohrs duht mer das Mehdche auch diesent triete; mer kauft als emol e paar kott Flauersch for se, duht se als emol e Backs feine Kendie kaufe un das liewe Kind is da driwwer zu Doht getickelt. So geht die Sach dann immer weiter; mer duht das Mehdche zu en Dänz inweite, nimmt se emol' mit in den Schoh. duht se e Eiskriemsode triete un uff eemol find mer fcas arme Kind in Thräne. Die Tiers laufe se die Bäckelcher erunner un se greint, daß ein fascht das Herz breche duht. Wann mer dann in seine Herzensangst frage duht, was denn die Mätter wär. dann sagt se. mer derfte nit mehr zusamme gehe, die Piebels dehte driwwer tahke; sie könnt es nit aushalte, wann ich nit mehr komme deht un se deht sich en- Doht an. Well, well, was is denn do zu mache fragt mer in die Bestürzung, bikahs mer will doch so e schönes Mehdche nit zum Suhseid trciwe. Do sagt se, es wär nur ein Weg un das wär, daß mer unser Jngehtschment enaunze deht. In ferne Dumm heit sieht so en unerfahrener Zunger Mann nit ein. daß das der erste Stepp in die Tschehl is. Well, sagt er. wann das alles. is. dann go ehett. Mer läßt sich klar mache, daß mer den alte Mann frage muß, was eim en gelinde Schrecke einjage duht, was awwer gar nit so en großer Schapp is, bikahs als e Ruhl is der alte Mann froh, wann er eine von seine Töchter los werd. Das geht also auch iwwer un mer is jetzt Bräutigam un Braut. Dann Hot mer off Kohrs mehr off Kohrs mehr Fricdomm un mer kann hingehn wo mer will, mitaus daß die Piebels e Bißneß hen driwwer zu spreche. Awwer alles nimmt ja amol e End uff die Lumpewelt un auch das Jngehtschtsein. Uff en schöne . Dag sagt die junge Braut, Seh John, odder wie mer heiße duht, jetzt sin mer awwer lang genug Zngehtscht. ich hen mei Dingeses all gefickst, ich hen ganze Tronks voll Stoff un ich denke mir besser gehn heirathe. Well, das is ja auch nit so schlappig. Mer sagt in feine Bescheidenheit. ahlrecht un in e paar Woche, dann is alles vorbei. Mer Hot e Frau un wohnt in ein oder zwei Ruhmcher, Hot e paar Förnitscher wo mer an den Jnstahlmentplan gekauft Hot, bikohs mer Hot nit das lasche Geld spare könne und do hockt mer dann do Obends, un guckt sich enanner an. Wann mer früher Obends ausgange is, wann mer dazu gefühlt Hot, dann muß mer jetzt ieden Cent sehfe, for die Jnstahlments un die Rent un for seine Frau un was alles sonst noch komme kann. Verheirath is mer, do Hot mers awwer auch. Das freundlicheFehs vön der Braut is fort un werd blos uffgefetzt. wann Kompennie ins Haus is odder wann der Mehlkerrier komme duht. Wann mer awwer alleins mit seine Alte is, dann macht se e Fehs wie verzehn Dag Regewetter un wann mer fragt wa los is. dann werd komplehnt, daß das e schönes Lewe wär,' wo mer do gege sein herrliche Jungfernstand eingetschehnt bätt.- Mer kriegt noch Vorwerf gemacht, daß mer kein Bißneß gehabt hätt sich zu verheirathe, wann mer nit die Miens hatt, e Frau die.sent zu suppohrte un die Plessier zu mache, wie se 's als Mehdche zu gejuhst war. Sieh. Hot der Crist gesagt, sell hen ich alles mitgemacht. In .die letzte Jahre do is es ja etwas besser geworde, , awwer der Riesen is nur, weil ich jetzt besser ab sin un die Selma brauch sich nit mehr so viel zu entsage.
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Awwer die Jette wo lcy mit gemaazr
hen, ms ich m die Kandlschen komme sin, die duhn einiges biete. Meik. wann du schmart sein willst, dann loß well enoff allein. Du bist hier bei uns der Bahs ins Haus; mir all sin plessent zu dick un du duhst nicks entbehre: wann Zch dich nit so, gut gleiche deht, dann deht ich sage, jehs go ehett, un Heirath, awwer ich sin dein Freund un for den Niesen sag ich. bleib en Bätscheller. Ich hätt nie nit gedenkt, daß der Christ so sennsibbel tahke könnt un .ich muß sage, seine Worte hen e gute Jmpreschen zu mich gemacht. Awwer ich hen mein Meind üffgemacht, daß ich sein Etweis folge deht un mich die Heirathsgedanke aus den Kopp schlage wollt. Wie der Christ das ausgefunne Hot, do Hot er mich mit in den Saluhn genomme un mir hen e paar Batteleher Wein uff mei Bätschellerdumm gedrunke un ich sin froh, daß ich jetzt noch emol mitaus Demmetsch aus die Gefahr komme sin. Mit allerhand Achtung Juhrs riespektfullie " MeikHabersack, Eskweier un Scheriff von Appel Jäck. Holie Terrer Kauntie. SZene Lluögravnngen aufDeloS. Als ein griechisches Pompeji bezeichnet Holleaux, der neue Direktor der französischen archäologischen Schule in Athen, die Stadt Delos auf der alten heiligen Insel des Apollo, auf der die französischen Archäologen in den letzten Jahren ihre längere Zeit ununterbrochenen Ausgrabungen mit ausgezeichnetem Resultate wieder aufgenommen haben. Die etwa drei Quadratkilometer große Insel, die nur mit niedrigem Gesträuch bewachsen ist, ist heute fast ganz mit Trümmermassen bedeckt, in denen die Franzosen seit 1873 Ausgrabungen unternommen haben; besonders war in den Jahren 1877 1888 Homelle, der frühere Direktor der französischen Schule in Athen, auf Delos tdätig. Im, Jahre 1902 konnten nun die Arbeiten wieder aufgenommen werden, da der Herzog de Loubat eine jährliche Unterstützung von 50,000 Franken für diesen Zweck zur Verfügung stellte. Die neuen Arbeiten erstreckten sich vor allem darauf, die Handelsstadt mit ihren Kais, ihren Speichern und Läden bloßzulegen. Zugleich wurden in der übrigen Stadt Ausgrabungen vorgenommen; es wurde u. a. eine Straße freigelegt, die vom Theater zum Heiligthum führte und nur 1,50 Meter breit war; sie war von kleinen Läden und kleinen Häusern eingefaßt. Im Jahre 1904 wurden allein 47,716 Cubikmeter, im Jahre 1904 39,633 Cubikmeter Schutt ins Meer geworfen. Ueber die Arbeiten und die Ergebnisse machte Holleaur selbst folgende Mittheilungen: Um nach Delos zu - gelangen, braucht man eine Nacht von Athen nach Syra, von wo man in drei Stunden Mykonos erreicht. Dort hört der regelmäßige Schiffsdienst auf, und um nach Delos zu kommen, hat. man allen Grund, sich schönes Wetter und guten Wind zu wünschen, da die Fahrt in 94 Stunden erledigt sein, bei den gefährlichen Winden aber, die hier oft herrschen, auch mehrere Stunden dauern kann. Vier oder fünf Mitglieder der Schule gehen im April oder Mai nach Delos, um im September oder Oktober zurückzukehren. Auch zwei Maler sind unserer Mission beigegeben, deren Hauptaufgabe es ist, die Mosaiken zu reproduziren. Bis zum Jahre 1903 fehlte es uns an dem nöthigen Gelde, aber seit der reichlichen Stiftung des Herzogs von Loubat konnten wir.mZt großem Nutzen arbeiten. Wir haben die Ausgrabungen im Heiligthum und dann in der Stadt aufgenommen. Ich möchte Delos ein griechisches Pompeji nennen, denn es sind noch zahlreiche Reste seines ehemaligen Glanzes übrig geblieben. Wir richteten unsere Bemühungen besonders darauf, die Straßen und die Gebäude bloßzulegen und die Ruinen dieses griechischen Pompeji, die angefüllt sind mit Kunstwerken, Mosaiken und- Malereien, wieder herzustellen. In der dem Meere benachbarten Gegend konnten wir die Kais und Docks aufdecken, die uns ein lebendiges Bild von dem regen Handelsleben, das einst die Stadt Delos erfüllt, vor die Seele zaubern. Im letzten Jahre wurden in einer fünfmonatlichen Campagne sieben Arbeitsstätten eröffnet. Besonders geschulte Maurer wurden angestellt, die alten Mauern, die sich in schlechtem Zustand befanden, den bemalten Stuck und die Mosaiken zu stützen und zu befestigen. Ein Spezialist sammelt und reinigt alle die gefundenen Kunsigegcnstände in Marmor. Bronze und Terracotta. Von wichtigen Einzelfunden sind zu erwähnen: unter den Inschriften eine sehr bemerkenswerthe, die sich auf den Verkauf vow Holz und Kohle in Delos bezieht; unter den Sta'uen eine schöne weiße Marmorgruppe von 1,70 Meter Höhe, die Aphrodite, Pan und Eros darstellt; ein prächtiges Mosaik von 1.50 Meter Länge und 1.32 Meter Höhe, - das den geflügelten Dionysos auf einem Tiger reitend darstellt; unter den Münzen 458 athenische Geldstücke und 656 römische Denare in ausgezeichnetem Erhaltungszustände die letzteren von dem Triumvir Marcus Antonius im Namen der Legionen geschlagen. Die Münzen sind im numismatischen Museum von Athen, die anderen Gegenstände im Müseum von Delos untergebracht.-
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Ncllcxion. In allen Dingen läßt sich mrin Herr bedienen. bloß seinen Rausch holt er sich feiler." Zerstreut. q . . . Wie alt sind Sie eigentlich, Herr Professor?" . Fünfundsiebzig!" . Sind Sie verheirathet?" Nein noch nicht!" Neues Wort. A.: Ist Ihre Freundin Eulalia wirklich dichterisch veranlagt? B.: Nicht nur veranlagt, sondern sogar wiederholt verauslagt ijj sie schon. Schwere Aufgabe. Verwalter: Läßt Du Dir das so ruhig gefallen, daß Dich Dein Nachbar lin Mondkalb genannt hat? Du wirst ihn doch verklagen?" Bauer: Daß i' wieder mein' Nama schreiben müßt'? Na, na, mi' kriegen s' nimmer dlan!" Echlau. Du, Franzl, wie machst Du renn das. daß Dir Dein Vater alles rlaubt?" Das mach'.i' so: Wenn mei' Vata schnupft, niest er glei' zehnmal hintereinander! Da fang' i' scho' beim erstenmal zum fragen an: Vata, ders heut' von der Schul' daheim blcib'n?" oder: Vata derf i' mal aus 'm Keller a'. Stück G'selcht's holen?" ... und was i' halt sonst gern möcht' . . . Weißt Du. so lang der Vater niest, nickt er alleweil, und bis er mit 'm Niesn ferti' is, bin i' längst schon U der Thür' drauß'n und mach'was i' will!" " (Et Vorschlag. f Frau (nach der Scheidung zu ihrem Töchtcrchen): Jetzt werde ich Dir halt doch einen neuen Papa suchcn müssen!" Lieschen: Ich meine'. Mama, den nächsten nehmen wir uns aUi gleich für länger!" Interessant.
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ZKSM Kg l t: 45 MM L ' ii - .! IS ' ; m v II H ' I i ( Mim i4 fll E W- 1 -
Ja, warum wurde denn Ihr. Manöver vorzeitig abgebrochen?" D'aS lag an unserer Artillerie, die hatte sich verschossen." . , . Ack nein, in wen denn?"
