Indiana Tribüne, Volume 29, Number 131, Indianapolis, Marion County, 26 January 1906 — Page 6

Jndiana SZtibüut 20i Januar 190

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Europaische Nachrichten. ßzroettvurg. Botel. Vor einiger Zeit feierten die Eheleute G. Fröljeund Frau das Fest ihrer goldenen Hochzeit. G ö m n i tz. Der Arbeiter Westphal wurde kürzlich todt aufgefunden. Einige Zeit vorher hatte seine Ehefrau bemerkt, daß ihr Mann am Kopfe blutete. Sie eilte zu ihren Verwandten. da sie glaubte, ihr Mann sei wahnsinnig geworden. . Wie sie zurücktarn, fand sie ihren Mann im Blute liegend. Zwei Stiche in der Brust waren sichtbar; das Bett zeigteBrandstellen, die Beine waren angebrannt. Heppens. Ihre Silberhochzeit konnten der Heizer Groß und Frau, sowie die Eheleute H. Brüggemann und Frau begehen. H a u w i ck. Letztens hatte das Ehepaar Landaröeiter Hellwig seine beiden Kinder, ein Mädchen von etwa 6 Jahren und ein kleineres, das in der Wiege lag, allein zu Hause zurückgelassen. Vermuthlich kam das ältere. Kind dem Herdfeuer zu nahe, oder hat mit Streichhölzern gespielt, seine Kleider geriethen in Brand und die arme Kleine verbrannte elendiglich. Das andere Kind konnte durch die noch frühzeitig genug erfolgte Rückkehr eines Mitbewohners des- Hauses vor dem drohenden Erstickungstode gerettet werden. 5?xvic Städte. Hamburg. Ein -schwerer Unglücksfall ereignete sich beim Brückenbau in der Bramfelderstraße. Dem in der Wohldorferstraße wohnenden Matrafen Pfeifer, der gerade unter der Brücke durchradelte, fiel ein eiferner Träger auf den Kopf. Lebensgefährlich verletzt brachte man den Verunglückten nach dem Krankenhause St. Georg. Hinrich Meyer und Frau geb. Bein feierten ihre goldene Hochzeit. Meyer ist Hausverwalter der Auguste-Jauch-Stiftung. Von dem seit längerer Zeit vermißten Fischereikutter II. F. Vesta aus Finkenwä'rder, Schiffer I. Fock, wird angenommen, daß er in der Nordsee verunglückt, und daß die aus drei Personen bestehende Besatzung ertrunken ist. Ewerführer Carl Hademann, der mit feiner Schute hinter dem Speicher der Firma Heymann am Kibbelsteg lag, wurde durch herabstürzende Kisten der Kopf zerschmettert. Der Unglückliche war auf der Stelle todt. Die im Stadttheil Billwärder belegene Linden'sche Farbenfabrik ist niedergebrannt. Letztens stürzte der auf dem Dampfer Stagpool" im Kuhwärder Hafen bedienstete Matrose Franz Leudlop aus Native in, Finnland in den 35 Fuß iiefen Raum, trug einen Schädelbruch davon und verstarb nach kurzer Zeit. , Bremen. Der Rangirarbeiter Hermann Sander aus dem nahen Lilienthal wurde von seinen Arbeitscollegen auf dem Bahnhofsareal zwischen den Geleisen vor dem Eilgutschuppen todt aufgefunden. Nach Erklärung eines herbeigerufenen Arztes hat der Verunglückte, das Genick gebrochen. Sander war bei dem Rangiren eweZ Güterzuges mit beschäftigt. Auf welche Weise er verunglückte, hat sich mit Bestimmtheit nicht ermitteln lassen; wahrscheinlich ist aber, daß er von einem Wagen und gegen den Perron des Eilgutschuppens gefallen ist. Der Verunglückte war verheirathet. er wohnte mit seiner Familie in Lilienthal. Lübeck. Senator Possehl stellte dem Senat zwecks Ankaufs des bisherigenStadtheatergrundstllcks Beckergrübe" 465,000 Mark zur Verfügung, daß der Stadttheaterneubau dort bis zum 31. Decemoer o. I. vurcy matt) und Bürgerbeschluß s.chergestellt wcrd:. Sctz,roiz. Bern. Am Dies Academicus" zur Erinnerung an die Gründung der hiesigen Universität wurde Bundesrichter Reiche! zum juristischen Ehren'okto: der Universität ernannt wegen seiner Verdiensie um die Wissenschaft als Rechtslehrer der Universität und als Verfasser juristischer Werke. Basel. Die in Berlin wohnende Mutter des vor einiger Zeit verstorbenen Chemieprofessors der hiesigen Universität. Georg Kahlbaum, übergab der Universität zum Andenken an ihren verstorbenen' Sohn 100,000 Frankens ferner die'Bibliothek des Gelehrten. Lausanne. William Grcnier, früher Professor an der Jnaenieurschule der hiesiaen Universität, schenkte dieser Anstalt den Betrag von 3000 Francs. Daraus soll alljährlich denjenigen Zöglingen der Anstalt eine Belohnung zu theil werden, die bei Ausarbeitung ihrer Projekte Zeuguiß von wirklich gutem Geschmack ablegen. R o r s ch a ch. Kürzlich gerieth Zarotti, Besitzer der Verkaufbude beim äußeren Bahnhof, als er in der Nähe des Instituts Biget die Geleise überschreiten wollte, unter einen Nangirzug, wobei ihm der linke Arm abgefahren würde. Der Verunglückte, welcher '.etwas schwerhörig ist. hatte unvorsich tigerweise trotz geschlossener Barriere die Geleise überschritten. Samen. Hier starb nach längerem beiden im Collegium der Iie benswütdige Benediktinerpater Nikolaus Vdgt, gebürtig aus Basel. P. Niklaus war seit Jahren die rechte Hand'des'Rektarates am aufblühenden hiesigen Gymnasium. W o l f w i l. Auf dem Heimwege hnm an c.erietben . einige Burschen

von hier, die gleich wie zwei Jünglinge

aus Aaarwangen einige Mädchen nach Hause begleiten wollten, mit jenen Aarwangerern in Streit. Dabei gab einer der letzteren auf den 20jährigen Robert Kißlina. der ihn provozirt zu haben scheint, einen Revolverschuß ab. Die Kuael traf in die Brust; Kißlina wurde schwer verletzt; der Thäter, ein Lljähriger Bursche, sitzt in Hast. Hesterreick'Mzigcrrn. Wien. Die 27jähr. Dienstmaad F. Matris, Linzerstraße No. 231 wohnhaft, trank vor dem Hause No. 37 der Baumgartnerstraße eine aus 4 Päckchen Zündhölzern bereitete Phosphorlösung. Aerzte der Unter-St. Veiter freiwilligen Rettungsgesellschaft reichten ihr Gegenmittel und brachten sie in's Rochushospital. Verliehen wurde dem Chefredakteur des FremdenBlatt" HofrathDr. Marcell Ritter von Frydmann das Comturkreuz desFranz Josephs - Ordens. Fridolin Pillat, hiesiger Bürger, diplomirter Her-ren-und Damenfriseur und Perückenmacher, feierte seine silberne Hochzeit mit seiner Gattin Helene, gleichzeitig mit seinem dreißigjährigen Meisterjubiläum. Der Jubilar hat durch Fleiß und Geschicklichkeit und seinen biederen Charakter sich einen großen Kundenkreis, selbst in den höchsten Kreisen erworben und beging sein Jubiläum in voller Gesundheit und Rüstigkeit. An der Ecke der Schmalzhofgasse und Kasernengasse stürzte eine ungefähr 70jährige Frau vom Schlag getroffen bewußtlos zusammen. Während sich die Aerzte der Filiale Mariahilf der Rettungsgesellschaft um die Greisin bemühten, starb sie. Sie ist mit der Privaten Theresa Pawelka identisch. L a i b a ch. Letztens bestiegen der Landmann Sternischa und zwei Ar'beiter den Storzizberg, um gefälltes Holz gegen Lawinen zu sichern, und wurden hierbei von einer solchen in einen mehrere hundert Meter tiefen Abgründ gerissen und verschüttet. Meran. Hier ist die DampfWaschanstalt von Richard Keller bis auf den 3rund niedergebrannt. Die Wäsche und alle Maschinen sind gänzlich ruinirt. Nur die eiserne Kasse hat standgehalten. Obwohl der Besitzer gut versichert war. ist doch großer Schaden entstanden. Prag. Der Kustos der öfsentlichen Universitäts - Bibliothek Josef Truhlar feierte sein 40jähriges Dienstjubiläum. Vor kurzem begingen die Eltern des Professor der deutschen Universität Dr. Rudolf Spitaler, Rudolf Spitaler, Grubenhutmann i. R., und Frau Josefa Spitaler, das Fest der goldenen Hochzeit. T e t s ch e n. Vor kurzem feierten hier der Bezirksschulinspektor i. P. Josef Gaudek mit seiner Gattin, beide in vollster Rüstigkeit, ihr 50jähriges Ehejubiläum. Zwick au. Letztens wurde auf dem Kleisberge der 33 Jahre alten derheirathete Glasschleifer Josef Stary an einer hohen Fichte, das Gesicht mit einem Schnupftuch verdeckt, erhängt aufgefunden. Er hatte schon mehrere Selbstmordversuche unternommen. Der dritte Versuch ist ihm endlich gelungen, nachdem er sich erst einmal erschießen, das zweitemal von demEisenbahnzuge zermalmen lassen wollte. Luzemburg. Luxemburg. Die silberne Ehrenmedaille mit Palmen erhielten von der französischen Regierung Unteradjutant Klein, Wachtmeister Hostert, und Wachtmeister Schleich. Mecklenburg. C a v e l st o r f. Kürzlich wurde der im 77. Lebensjahre verstorbene Gutsförster Badestein Ravenhorst, der über 50 Jahre lang mit großer Treue und Anhänglichkeit in den Diensien der Familie von Behr-Negendanck hier gestanden hat, auf dem Friedhofe in Semlow bestattet. G o l d b e r g. .Im Wohnhause des Zicglermeisters Freitag, das zur Hufe des Erbpächters Westphal in WendischWaen gehört, entstand ein Schadenfeuer, wodurch das ganze Haus mit fast sämmtlichen Mobiliar ein Raub der Flammen wurde. Gerettet wurden nur einige Betten und ein Schwein. Laage. Vor einkger Zeit feierte Senator Korff den Tag, an dem er vor 25 Jahren als Ratysherr hiesiger Stadt gewählt war. Anläßlich dieses Jubiläums verlieh der Großherzog dem Jubilar die silberne Verdiensimedaille. P a r ch i m. Ein Unglücksfall tteignete sich auf dem Hartsteinwerk des Maurermeisters Wahls. Der. noch jugendliche in der Fabrik beschäftigte Arbeiter Utnehmer -wollte versuchsweise Steine aus der Presse heben. Er ergriff dabei in die Form vor der Walze und wurde von dieser erfaßt. Sammtliche vier Finger der linken Hand wurden stark gequetscht. Zwei wurden sofort' von der Hand getrennt, während die Knochen der beiden andern so sehr gelitten hatten, daß eine Heilung nicht eintreten wollte. S mußten daher amputirt werden, so daß die Hand nur noch den unversehrten Daumen trägt. Redentin. Letztens wurde die Timmich'sche Erbpachtstelle von einer Feuersbrunst heimgesucht, die in kurzer Zeit das Wohngebäude nebst Viehhauö zerstörte. Der Polizei und Gendarmerie ist es gelungen, das Timmich'sche Dienstmädchen-der Brandstiftung zu aiberführen.

Missouris Grncralanwalt.

Sie Untersuchung des Staates gegen X Oellruft und Hadlcys Bemühen. Generalanwalt Herbert S. Hadley von Missouri, der Hauptanwalt in der von jenem Staate eingeleiteten Untersuchung gegen die Standard Oil Company, ist erst 34 Jahre alt. Er stammt aus Kansas City. Kas.. und ließ sich, nachdem er die Universität von Kansas und die Rechtsschule der NorthwesternUniversität in Chicago absolvirt hatte, in Kansas City. Mo., als Anwalt nieder. Im Jahre 1900 für einen zweijährigen Termin als Anklageanwalt für Jackson County. zu dem Kansc.Z City gehört, erwählt, erhob Hadley innerhalb 21 Monaten 128 Anklagen, von denen 122 zur Verurtheilung führten. Von den Anklagen betrafen 21 Mord, und nur in einem Falle, in dem die Geschworenen sich nicht einigen konnten, erfolgte Freisprechung. Insonderheit war Hadley hinter den Wahlschwindlern her. von denen er eine ganze Anzahl hinter Schloß und Niegel brachte; nur bei sechs jener Gesetzcsverächter vermochte er eine Bestrafung nicht zu erwirken. Obgleich er nach seinem politischen Glaübensbckenntnisse Republikaner ist, kooperirte er häufig mit dem damaligen Distriktsanmalte von St. Louis, jetzigen Gouverneur von Missouri. Folk. welcher der demokratischen Partei angehört und alZ Distriktsanwalt bekanntlich den städtischen und staatlichen ..Boodlers" das Leben so sauer machte. Gezen seinen Willen 1904 zum Generalanwalt des Staates nominirt und schließlich genöthigt, die Nomination Herbert S. Hadley. anzunehmen, wurde Hadley als erster republikanischer Generalanwalt Missouris seit 1852 durch den Landslide" jener Partei 1904 auf den Posten gebracht, während das Gouverneursamt dem Demokraten Folk zufiel. Ter junge Generalanwalt hatte lebhaft mit seinem Heimathsstaate, Kansas, in dessen Kampfe gegen den OelTrust sympathisirt. und diese Thatsache mag für ihn die Veranlassung geWesen fein, in seiner nunmehrigen neuen Stellung in Missouri seine spezielle Aufmerksamkeit jener gigantischen Kombination zuzuwenden. Es fiel ihm zunächst auf, daß die Standard Oil Company angeblich in der großen und wichtigen Stadt St. Louis keine Geschäfte verrichtete, sondern daß in der Hügelstadt" zwei, im Staate im Ganzen vier Oklverkaufs-Gesell-schaften unabhängig von einander operitten. Wahrnehmungen und Untersuchungen zeitigten in ihm die Ueberzeugung, daß diese Gesellschaften nur Theile des Oel-Trusts seien, worauf auf Grund der Anti-Trust-Gesetze Missouris die .oben erwähnte Untersuchung eingeleitet wurde. In's Elyfec. Der Nachfolger ?nile üeubtti ein Mann seines Schlag. Die Wiederwahl des französischen Kammerpräsidenten Paul Doumcr mit 287 gegen 260 Stimmen und die Wiederwahl deö Senatspräsidenten Clement Armand Fallieres mit 173 Stimmen bei 76 leer abgegebenen Stimmzetteln hatten mit ziemlicher Sicherheit den Schluß gestattet, daß Fallieres der Nachfolger Loubets im Elysee-Palast werden würde. In der That haben die als Nationalversammlung in Versailles tagenden beiden legislativen Körperschaften Fallieres zum Präsidenten der französischen Republik für die nächsten sieben Jahre gewählt. Ein Hauptgrund der Erwählung Fallieres liegt in der Thatsache, daß Frankreichs führende Elemente in ihrer Gesammtheit doch ruhigeres Blut haben. als man im Allgemeinen annimmt und daß man durch eine Wahl des ehrgeizigen und etwas sehr dem modernen Cäsarismus oder Jmperialismus, wie wir es hierzulande nennen, zuneigenden Doumer eine Gefahr für die friedliche Weiterentwicklung der Republik heraufzubeschwören fürchtete. Fallieres. dem am 18. Februar Präsident Loubet die Würden und Bürden des Staatsoberhauptes überantworten wird, steht im 65. Lebensjahre. Er stammt, wie sein Vorgänger, aus dem Süden; er gleicht ihm in der kurzen gedrungenen Gestalt, ist ungefähr denselben Lebensgang gewandelt, und hat den gleichen einfachen Geschmack. Wie Loubet, ist er das Vorbild des braven Mannes" und wird mit einer gewissen patriarchalischen Vornehmheit seines Amtes walten und sich leicht die Sympathien der Massen gewinnen. Frei von jeder Vergangenheit," die dem Be-

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rulsvolitiker s) bäufia anbaftet. bat

Fallieres während seiner 30jährigen Laufbahn als Teputrrter und Senator wiederholt Gelegenheit gehabt, eine bemerkenswcrthe Charakterfestigkeit zu dokumentirrn und hat sich als Advokat einen bedeutenden Namen gemacht, ohne damit Reichthümer zu sammeln. Er war sieben Mal Minister und hat seinerzeit wesentlich zur Stärkung der Partei Gambettas beigetragen. Es ist übrigens seit dem Bestehen der dritten französischen Republik das erste Mal. daß ein scheidender PräsiElement Vlvmaui) Fallieres. dent die Gelegenheit erhält, seinem Nachfolger das Amt zu übergeben. Thiers, der 1871 auf drei Jahre gewählte erste Präsident, trat infolge der gegen ihn gerichteten monarchistischen Umtriebe schon im Mai 1873 zurück; Mac Mahon. der erste unter dem siebenjährigen Termin fungirende Präsident. wurde 1879 mehr oder minder zur Resignation gezwungen, wie auch wenngleich unter weniger ehrenvollen Umständen Grevy während seines zweiten Termins, 1887. Carnot fiel 1894 durch Mörderhand; sein Nachfolger Casimir Perier resignirte schon nach wenigen Monaten 1895, und Felix Faure starb, nachdem er etwas mehr als die Hälfte seines Amtstermins hinter sich hatte. Konsunus" im Vundksscnat. lai älteste Mitglied der Körperschaft ein Veteran zweier Kriege. Das älteste Mitglied des jetzigen Bundes senates ist Edmund W. Pettus von Alabama. Er versammelt nicht weniger als 85 Jahre auf seinem Haupte. Dem Bundessenate gehört Pettus seit 1897 an, mit der Geschichte seines Heimaths-Staates aber ist sein Name bereits seit 50 Jahren auf das Engste verknüpft. Nachdem er schon in den Jahren von 1855 bis 1853 als Kreisrichter im Cotton"-Staate gewirkt, hat er seit dem Bürgerkriege als Vorsitzender des Komites für ResoluEdmund W. PettttS. tionen die Plattformen für sämmtliche demokratische Staats-Konventionen geschrieben. Als man ihn vor 20 Jahren in den Bundessenat erwählen wollte, lehnte Pettus das ehrenvolle, Anerbietcn mit der Bemerkung ab. daß er lierer zu Hause bleiben und seinen StaatsMitbürgern bei der Lösung der Fraze der Neger-Suprematie und der Reinigung der demoralisirten Lokal-Regie-rung" helfen wolle. Pettus, der in Limestone County, Ala.. das Licht der Welt erblickte, yraduirte am Clinton College, Äla.. studirte die Rechte und widmete' sich dem Anwaltsberuf?. Er machte als Leutnant den merikanischen Krieg 1845 bis 1848 mit und organisirte bei Ausbruch des Bürgerkrieges 1861 im Verein mit General Garrott das 20. Alabama - Infanterie - Regiment, bei dem Pettus Major ward. Er betheiligte sich während des Krieges ,in den Reihen der Konföderirten an zahlreichen Treffen und stieg zum Range eines Brigade-Generals auf. Wälzend der Belagerung von Vicksburg, Miss., im Juni 1863 von Unionstruppen gefangen genommen, wurde Pettus bald darauf ausgewechselt. Pettus ist unter seinen Kollegen im Bundessenate unter d:m Namen Konfuzius" bekannt. Mit dem Beinamen beehrte man ihn nicht nur wegen seiner Weisheit, sondern auch wegen der Aehnlichkeit die er mit den Bildnissen des großen chinesischen Religionsstifters Konfuzius besitzt. Trotz seines hohen Alters ist Pettus 'geistig wie körperlich noch außergewöhnlich rüstjg, scharf in seinen Argumentirungen und witzig.

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t'xt Lübeck" un) das Torpedoboot 3 1Z5" Fahrtgcschwindigktiten und Kh lenverbrauch Ter ..aiser" Britisch Versuche und Erfolge. Angesichts der vielen, sich widerspresenden Nachrichten über die Resultate der für die deutsche Marine gebauten Turbinenschiffe dürfte die nachstehende . Darstellung eines Fachmannes- allgemeinem Interesse begegnen. '. Die deutsche Marineverwaltung hat sich erst zu Versuchen mit TurbinenMaschinen alsSchiffsmotor'en entschlossen, nachdem sie jahrelang ihre Resultate bei 'der englischen Marine ein- . gehend verfolgt und die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß die TurbinenMaschinen einen Fortschritt bedeuten. So wurde beschlossen, den kleinen Kreuzer Lübeck" und das Torpedoboot S 125" mit Turbinenmaschinen auszurüsten. Man ließ die Lübeck" die wichtigsten Probefahrten zusammen mit der Hamburg." welche KolbenMaschinen hat, ausführen, um auf diese Weise einwandfreie Vergleiche zwischen beiden Systemen zu bekommen. Dabei hat zum Schluß die Lübeck" ihr Schwesterschiff übertrofftn, sowohl in Bezug auf Geschwindigkeit wie auch auf ökonomischen Kohlenverbrauch. Dieser letzte Punkt ist vor allem das Schmerzenskind der Turbinen-Kon-strukteur:. Die gewünschte Schnelligkeit zu erreichen, ist für sie nicht schwierig. aber den Kohlenverbrauch so niedrig zu halten wie bei KolbenMaschinen und zwar bei geringer Geschwindigkeit. das macht Schwierigkeiten. Je größer die Geschwindigkeit, desto ökonomischer wird Verhältnißmäßig der Kohlenverbrauch der Turbine, je langsamer das Schiff fährt, desto mehr Kohlen braucht sie gegenüber der Kolbenmaschine. Da nun die Kriegsschiffe im Allgemeinen, besonders auf dem Marsch, nur mit geringer Fahrt laufen (10 bis 12 Seemeilen pro Stunde) und nur bei Manövern und selbstverständlich im Gefecht von ihrer größten- Geschwindigkeit Gebrauch machen, so ist klar, daß der Kohlenderbrauch bei 10 bis 12 Seemeilen Fahrt ausschlaggebend sein muß bei Bcurtheilung eine? Maschine. Bei Passagierschiffen, die fast immer dieselbe Fahrt laufen, liegt die Sache für die Turbinenmaschine bedeutend einfacher. Sie braucht dann nur für wenig Fahrt stufen dimensionirt zu werden, wodurch auch der Kohlenderbrauch sehr viel ökonomischer wird. Am schwierigsten ist der Bau von Turbinen sür Torpedoboote, weil hier mit einer Differenz in der Geschwindigkeit von 11 bis 12 Seemeilen (Marschgeschwindigkeit) bis zu 28 und 30 Seemeilen (Höchstgeschwindigkeit) gerechnet werden muß. Bei Kreuzern liegt die Sache ähnlicki, da bei der Lübeck" Fahrtstufen von 10 bis 23.8 Seemeilen in Betracht kommen. Trotzdem ist es der Teutschen Turbinen-Gesellschaft gelungen, die von der Marineverwaltunz besonders in Bezug aus Kohlenverbrauch gestellten recht scharfen Bedingungen zu erfüllen. Das Schiff hat bei sehr schlechtem Wetter eine Höchstgeschwindigkeit von 23.88 Seemeilen und une Durchscbnittsfahrt von 23.16 Seemeilen erreicht, ein Resultat, was bei ruhigem Wetter und glatter See sicherlich noch gesteigert wird. Das Torpedoboot S 125" hat bei seinen Probefahrten eine Höchstgeschwindigkeit von 28.5 Seemeilen erreicht, während von der Marineverwaltung nur 27 Seemeilen kontraktlich gefordert waren. S 125" hat drei Schraubenwellen mit je zwei Propellern. Bei beiden Fahrzeugen fiel besonders günstig das Fehlen jeglicher Erschütterung, selbst bei höchster Fahrt, auf. In der deutschen Handelsmarine gibt es bis jetzt ein Schiff mit Turbinenmaschinen, das als Versuch von der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesell-schaft auf der Vulkan"-Werft in Stettin gebaut und mit Turbinen ausgerüstet ward. Es ist dies der Kaiser." Das Schiff, ist für Passagierfahrt auf 20 Seemeilen GeschwindigZeit gebaut und hat bei seinen Probefahrten in jeder Beziehung sehr gute Resultate ergeben. ' Di? englische Admiralität hat seit 1893 (die Viper" war das erste Turbinenfahrzeug der englischen Kriegsmarine) das System ausprobirt. bissie erst im Jahre 1904 sich zur Einführung in größerem Maßstab entschloß. Die englische Handelsmarine hat seit 1902 33 zum Theil sehr große solcher' Dampfer bauen lassen, während ' 14 weitere im Bau sind, darunter zwei Riesen-Schnelldamvfer der CunardLinie. Diese Schiffe sollen bei 43.000 Tonnen Wasserverdrängung und 70.000 Zndizirl.'n Pferdestärken eine Geschwindigkeit von 25 Seemeilen besitzen. Die Carmania." ein Turbinenschiff der Gesellschaft von 30.000 Tonnen Deplacement befindet sich bereits im Dienste. Die englische Kriegsmarine wird außer einer Facht für König Edward (Osborne") und 19. Torpedobooten, von denen die schnellsten 33. Seemeilen laufen sollen, auch ihr neuestes -und größtes Schlachtschiff, die Dreadnought," mit TurbinenMaschinen bauen.

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