Indiana Tribüne, Volume 29, Number 130, Indianapolis, Marion County, 25 January 1906 — Page 6
y tiluatui &rttmuV "23. Januar 1906
6
rwt-WM-omc-
i o I Tktf)C MAH Der Iröster. ?ine gkfchwsN?n? Ader auf O einen ?! ro drüc?kS st? ver I antwortlicb für fcrn Hammer t itn Zchnierz von Neuralgie I Die alte TDtjwät stur Jakobs Oel I Befördert die ffirculation, miU Vert den Druck un5 Besänftigt den Tchmerz. Preis 25c un3 50c. txixmp Deutsche Wirthschaft von Gus. Amann, lNchfalger on Con. tzeetz.) 832 Massachusetts Avenue. DaZ berühmte Lome S3ren" stets an Zapf. Die besten Weine, Liquöre und Cigarren. Jeden ?ag extra feinen warmen Lunö Mzrgens und Abends. Ju eine? Besuch ladet freundlichst ein. GllS. Amailll 852 Mass. Ave i i mm Wrn. Stoeif ier SeilM. N:Z. 202 Nord Noble Straße. Neu;S Televhon 2001, Saloon SOI Prospekt, Ecke Wright Beste Wirthschaft der Südseite. mmti für Verein! uad Zlabi. Beste Bedienung 248-250 Virginia Ave. Neuer Phone., 2323. Alt, Main, 4762. Erstklassiz Dampf - Färberei und chemische NeiniguugSanftalt für Herren und Tamen.Tarderobe. sottie Tep Dieben, Vorne und esitzkn?ardmen Akt Arbeit abgeholt und abgeliefert Zusrie. denheit garantirt. Zweig. Geschäft: 25 W. Ohio Str. Neuer Phone. 5633. frednck Der Kohlenmann, Herlauft d.e besten Kohlen a3 Sorten im Markte. Office u. Yards 800-900 Beecher Str. Tel. neu, 9394; alt, Main 1130 Ncrzzc. Dr. Carl Q.Winter Deutscher Arzt. Behandelt alle akute und chronische Aranklzei:en. Speziell Nheumatismns. Rectum und Frauen'Krankheiten. (Office: 14 West Ohio Straße. Ofsice-Stunden : 10-11 Vm. 3-4 N. Sonntags : 9.3010.30 Vm. Tel. neu 43. Wohnung :Z!250 MadlssnAvenne Telephone : Alt, 2025. Neu, 9232.
Htz. M S-ULS
8it
WM
RÄBES
imm
W
Br. J. A. Suteliffe, Wnnd-Arzt, LZeschlkchts., Urin nnvRecw Rrankheiten. Oft : 155 OS Siariei Stt. Tel. 4 Skewtd : 1 1 13 ?.: tu
Europäische Nachrichten.
Wabern. München. Kürzlich brach im Hause No. 36 an der Nockherstraße, den Kaufmannseheleuten Steger gehörig, Großfeuer aus, das mit großer Schnelligkeit um sich griff und den ganzen Dachstuhl sowie die Speicherabtheilungen des Hauses einäscherte. Die Wohnungen wurden durch das zugeführte Wasser stark beschädigt. Verbrannt sind eine Menge Mobiliar und Speicherkram. Augsburg. Kommerzienrath Heinrich Lutz. Direktor der hiesigen Nähmaschinenfabrik, hat dem Arbeiterverein vom Werk 100,000 Mark zum Geschenk gemacht und weitere Untersiützunz für die Wittwen- und Waisenlasse in Aussicht gestellt. Vayreuth. Letztens feierte die öof-Auch- und Kunsthandlung von Karl Gießel, Verlag des ,.Vayreuther Tageblattes", ihr fünfzigjähriges Äestehen. Das Haus Gießel hat infolge der Vayreuther Wagner-Festspiele einen internationalen Namen bekommen. Der Gründer des Hauses, der 81jährige Karl Gießel senior, lebt noch. Würste nzell. Die 33 Jahre alt? Gutlersfrau Therese Fischer wurbe in einer Kiesgrube, in welcher sie l-cfchzftiZt war, verschüttet und todt aufgefunden. Die Verunglückte war ganz mit. Kies bedeckt und ist infolgedessen' erstickt. H i n d e l a n g. In völlig geistiger Frische beging Privatier Zillibiller fcier seinen 100. Geburtstag. Joseph Zillibiller, der älteste Mann des bayenschen Allgäu, ist im November 180 geboren; er erlernte das Schneiderbandwerk, das er bis zu feinem 60. Lebensjahre betrieb. N e u m a r k t. Kürzlich betrat der Hausmeister Weindl des Gasthauses zur Post mit offenem Lichte den Acetylenraum. Es erfolgte sofort eine furchtbare Explosion, die das ganze Gebäude und die Anlage zerstörte. Der Hausmeister wurde sofort getödtet und 15 Meter weit geschleudert. Das Dach des Acetylenraumes wurde abgehoben und auf das Nachbaranwesen geworfen. Sämmtliche Fenster in der Umgebung wurden zertrümmert. Oettingen. Auf einer Ueberfahrt nächst der hiesigen Station wurde das Fuhrwerk des Boten Georg Ege? von hier durch einen Zug überfahren. fT.ev... - ri ! . vi. . .! erllyrioeristenier sii. vivie ui? uci den Pferde wurden getödtet. Rain. Hier tat sich der Amtsrich ter Merz, 38 Jahre alt und unverheirathet, aus unbekannten Gründen erschössen, nachdem er zuvor noch in froher Gesellschaft gewesen war. S e tz l a ch. In unserer Stadt, wo kürzlich ein ganzes Viertel durch eine Feuersbrunst zerstört wurde und 27 Häuser niederbrannten, entstand letztens wieder Feuer. Das Posthaus, das Bürgermeisteramt und viele Nebengeoaude, tm Ganzen elf Hauser, sind abgebrannt. W u n s i e d e l. Die hiesige Farbenfabrik Buchow ist abgebrannt. Württemberg. Stuttgart. Dieser Tage feierte das Modewaarenhaus W. Kollmer, Königstraße 43a, in den prächtig dekorirten Geschäftsräumen das Fest seines 25jährigen Bestehens. Der Professor Robert Lang hat sich in der hiesigen Technischen Hochschule als Privatdozent für theoretische Physik niedergelassen. Betzingen. Letztens wurde die mit einem Kostenaufwand non 12,000 Mark vergrößerte Kirche eingeweiht. Eine der ältesten Kirchen des Landes, schon aus dem 10. Jahrhundert stammend, war 'sie für die stark sich entwickelnde Gemeinde schon lange zu klein; jetzt hat sie 1000 Sitzplatze bekommen. Forchtenberg. Unlängst hat sich in einem hiesigen Gasthaus auf dem Abort der 30 Jahre alte VersicherungsAgent Heinrich Wolpert aus Heilbronn erschossen. F l e i n. Dieser Tage beging der Zu weiten Kreisen bekannte Forstwart a. D. Götz und seine Ehegattin Ursula, geb. Steinhilber, das Fest der goldenen Hochzeit im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel. Herrenberg. Letztens wurde Hofkameralamtskafsirer a. ' D. Ehr. Glaser dahier zu Grabe getragen. Der Verstorbene, jDer ein Alter von 65 Iahren erreichte, weilte schon ,17 Jahre lang im Ruhestand hier; früher war er auf den Hofkameralämtern Altshausen und Stuttgart längere Zeit thätig. Kallenberg. Nach 200jährigem Besitz ist das bekannte hiesige Hofgut, bisher der v. Ulm - Erbach'schen Familie gehörend, in den Besitz einer Firma in Mengen übergegangen und zwar zum hohen Preise von 91,000 Mark. Die Gemeinde selbst stand lange Zeit wegen des Ankaufs in Unterhandlungen mit den früheren Besitzern. Leonberg. Unlängst feierte das Schneider Bendel'sche Ehepaar in voller Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Die Jubilare zählen je 77 u. 75 Jahre und haben 19 Enkel und 1 Urenkel. RavenSburg. Landeskonservator Prof. Dr. Gradmann, der kürzlich die hier unter dem Verputz des Lederuauses aufgedeckten Wandmalereien
lOrnamente) besichtigte, hat festge-
stellt, daß sie künstlerisch vollwerthig sind' und aus dem 16. Jahrhundert stammen. Das Lederhaus wurde 1574 erbaut. Damals lebten hier die Maler Lukas Bockstorfer, Ottmar und Hans Sternecker. Dgvid Weiß. Künstler von nicht unbedeutendem Ruf. rsierer namentlich malte mit Hennenberger von Geislingen die Decken der Kirchen in Kuchen und Ueberlingen. Der 65 Jahre alte Gregor Wetzel stürzte in Molldiete. einer Parzelle von hier, von einem Baugerüst ab und starb nach einigen Augenblicken. Schramberg. Aus Anlaß seiner 25jährigen Thätigkeit als Obermagazincr bei der Firma Villeroy & Voch hier (Steingutfabrik) wurde der Kaufmann Eduard Mutschler von der Direktion mit einem Ehrendiplom, einer Medaille, sowie einem Geldge-, schenk ersreut. 'Maden. Karlsruhe. Oberrechnungsrath Reiniger beim Gr. Verwaltungshos konnte auf eine 50jährige Thätigkeit im Staatsdienste zurückblicken. In der Tübinger Universitätsklinik starb Geh. Oberregierungsrath Moritz Seubert im Alter von 53 Jahren. Seubert war früher Amtmann in Lörrach, Konstanz, dann in Mannheim. Regierungsrath beim Oberschulrath. Oberamt'mann in Säckingen, Müllheim. Achern. Donauesthingen und wurde 1899 zum Ministerialrath hier ernannt. Bollen. Vor einiger Zeit wurde der Maienwirth Karle durch einen jungen Farren, den er in der Dunkelheil zum Tränken geführt hatte, so schwer verletzt, daß er bald darauf seinen Geist aufgab. Karle ist 39 Jahre alt und hinterläßt eine Wittwe und 2 Kinder. D u r l a ch. Der Arbeiter Fritz zog sich durch einen Fall auf der Treppe so schwere Verletzungen zu, daß er starb. Furtwangen. Niedergebrannt ist hier der große Ganterhof. Besitzer Landwirth Scherzinger. Das Vieh tonnte bis auf einige Schweine gerettet werden, doch ging das meiste Mobiliar zugrunde. Der Schaden beträgt 30,000 Mark. Heidelberg. Hier starb der 28 Jahre alte 'praktische Arzt Dr. Pul(her, der sich vor längerer Zeit in seiran Beruf eine Blutvergiftung zugezogen hatte. K o n st a n z. Generalagent May hat sich erschossen. Vor kurzem wurden dem Güterbegleiter Baptist Sauter von hier in Mengen beide Füße abgefahren. Der Verunglückte ist verheirathet und Vater vra zwei Kindern. Laudenbach.. Vor einiger Zeit gerieth der dreizehn Jahre alte Sohn des Arbeiters Luber in die Dampfmühle des Michael Eberle und wurde getödtet. Neuhausen. Hier brannten da.o Wohnhaus des Landwirths Wilh.Bogner und 5 Scheunen nieder. Große Futtervorräthe wurden vernichtet. Der Schaden wird auf ca. 50.000 Mark geschätzt. N u ß l o ch. Kürzlich erstach hier der 19 Jahre alte Otto Mergenthaler nach kurzem Wortwechsel den verheiratheten Karl Oswald, Vater von 2 Kindern. Schwetzingen. Verhaftet wurde der Maschinenfabrikant Britz, der vermittels einer Abzweigung von der Werkstatt seit VA Jahren Gas entwendete und der Gasfabrik in seiner Gasröhre einen Scbaden von 1000 1200 Mark zufügte. Stetten. Letztens fuhr ein Basler Motorwagen, der einem Fuhrwerk ausweichen wollte, gegen die 13jährige Frieda Weiß von Weil und schleuderte sie so heftig zu Boden, daß sie einen Schädelbruch und einen Oberschenkelbruch erlitt. Der Besitzer und Heizer des Wagens, der sofort nach dem Unglück angehalten hat. ist ein Basler Her? und wurde dem Gericht vorgeführt. Das Kind wurde im hiesigen Kinderhospital untergebracht. 'Nboinpfakz. F r a n k e n t h a In der Zuckerfabrik verbrühte sich der Arbeiter Brückmann so schwer mit heißem Wasser, daß er in's Krankenhaus verbracht werden mußte. . Kaiserslautern. Durch einen Messerstich in den Untcrleib wurde in der Mainzerstraße der zu Besuch hier weilende 19 Jahre alte Schuhmacher Ludwig Leist von Enkenbach lebensgefährlich verletzt von dem als Raufbold bekannten ledigenSchleifer Friedrich Bach von, hier. Der Verletzte wurde durch die Sanitätscolonne in das Distriktskrankcnhaus verbracht, wo er alsbald verschied. Bach wurde durch die Schutzmannschast festgenommen. Mittelbexbach. Durch ExPlosion einer Petroleumlampe erlitt die Frau des Fuhrmannes Peter Sonntag hier lebensgefährlicheBrandwunden. Niederstaufenbach. Der hiesige Kalkbrer.ner Peter Preis fiel ir. dem Kalksteingeschäft von Schuck und Loos in Besenbach so unglücklich in den Kalkofen, daß er alsbald eine Leiche war. Während des Unglücks war sonst niemand an Ort und Stelle. O t t e r b e r g. Vor einigen Iahren verlor der ledige Korbmacher Valentin Engel von hier durch einen Schuß mit einer , geladenen Pistole seine rechte Hand. Letzten gerieth er mit einem 17 Jahre alten, Bruder Mi
chael Engel in'einen Wortwechsel, vn
einen sehr unseligen Verlauf nahm, denn Michael Engel hackte seinemVru der mit einer Axt die linke Hand am Gelenk fast vollständig ab. DerVerletzte wurde in eine Klinik nach Karlsruhe verbracht. Der flüchtige Thäter wurde durch die Gendarmerie Landau in Impflingen verhaftet. St. Jngbert. Vor längerer Zeit machte die Ehefrau des Glashüttcnarbeiters Peter Kiefer einen SelbstMordversuch, indem sie sich aufhängen wollte, sie wurde aber noch rechtzeitig abgeschnitten. Letztens versuchte sie. sich mittels Salzsäure zu vergiften. Es blieb in diesem Falle zuerst die gewünschte Wirkung aus, aber einige Zeit später ist die Frau nun doch gestorben. tzksaß'Lsthringen. Straßburg. Der hiesige Historiker Professor .Dr. Meinecke (neuere Geschichte) hat einen Ruf an die Universität Freiburg i. B. erhalten. B l o tz. ' In der Scheune des Landwirths'TH. Körber brach Feuer aus, das alsbald auchWohnhaus und Stallung ergriff und alles in kurzer Zeit einäscherte. Der Schaden wird auf 1215.000 Mark angegeben. M e tz. Aus Anlaß des 100jährigen Bestehens des Hannover'schen Dragoner - Regiments No. 9 fand ein Festmahl statt. Statthalter Fürst zu Hohenlohe - Langenburg brachte ein Hoch auf den Kaiser, der kommandirende Kommandeur, Oberstleutnant Jochmus ein Hoch auf den König von Rumänien, den Chef des Regiments, aus. Der Kaiser sprach dem Regiment zum Jubiläumstage telegraphisch seine Glückwünsche aus. S ch l e t t st a d t. Bor einiger Zeit ist der frühere langjährige hiesige Bürgermeister, Constant Schlösser, der seinerzeit die Schenkung der im Eigenjhum der Gemeinde befindlichen Ruine Hohkönigsburg an den Kaiser erwirkte, im Alter von 61 Jahren gestorben. Gendarm e n entdeckten im Keller bei dem Bauer Tschonder, der etwas außerhalb Frauenheims bei Marburg (Südsteiermark) wohnt, auf einem Misthaufen ein vollständig zum Gerippe abgemagertes, fast ganz nack tes und am ganzen Körper mit dichten Schichten von Koth bedecktes menschliches Wesen. Es war der 381ährige Sohn des Banern. Tschonder hatte den Sohn in früheren Jahren im Kuhstall, neben der Kuh mit einer eisernen Kette angekettet, gefangen gehalten und ihn erst im vergangenen Jahr in den Kelle? gesperrt, wo er ihn nicht mehr anzuketten brauchte, weil der arme Mensch die Fähigkeit, zu gehen und zu stehen, vollständig verloren hatte. Als einmalige tägliche Nahrung wurde dem Unglücklichen von sei nem Vater dasselbe Futter, das er seinen Schweinen gab, verabreicht. Der Bauer soll sich zu dieser unmenschliehen Behandlung seines Sohnes durch die Befürchtung haben verleiten lassen, der Sohn könnte sich das mehrere hundert Gulden betragende Erbtheil seiner Mutter auszahlen lassen. In A l t o n a ist eines der befanntesten Originale der Stadt, der 85 Jahre alte Zeitungs- und SpielWaarenhändler Jonas Danziger, ermordet worden. Seit über 60 Jahren wohnte Danziger ganz einsam in einem alten, ihm gehörenden Hause und lebte in äußerst primitiver Weise. In diesem Hause hatte er einen kleinen schmutzigen Laden, in dem er seinen Handel betrieb und dabei viel 'Geld verdiente. Neulich morgens gegen 6 Uhr fand der Fuhrmann des ZeitungsWagens den greisen Herrn als Leiche. Die Polizei nimmt mit Bestimmtheit an, daß ein Raubmord vorliegt, da die Hausthür geöffnet und alle Schubladen, Ladenkasse etc. herausgerissen waren und kein Pfennig Geld im Hause gefunden wurde, trotzdem man bestimmt weiß, daß . Danziger größere Summen im Hause aufbewahrte. Die Sektion ergab Strangulationsmerkmale an der Gurgel, Bluterguß in die Lunge und dadurch herbeigeführten Erstickungstod. Unter dringendem Verdacht des Mordes ist der Neffe des Ermordeten, der 28 Jahre alte Danziger, verhaftet worden. PumoriltischeS. -Folgerung. Junger Ehe mann: Sdt ich verheirathet bin, hat min Leben erst Werth." Bekannter: So, Du hast Dich gewiß versichern .lassen?" Uebereilt. Vetter: 2. kleine Lucy wär' 'ne Frau für Dich, die hat Geist!" Leutnant: Was soll ich mit Geist anfangen?" R e f l e x i o n. Student (als ihm der Schusterlehrling mit den Schuhen die Rechnung bringt): Wozu der Mann nur so unnöthige Sachen mitschickt?! ' Anerkennung. Studiosus: Mein Onkel ist doch eine herzensgute Seele! Gestern hat er mir zum neunten Male zum letzten Mal die Schulden bezahlt!" Variante. Denk Dir nur, ich hab' mich gestern in die neue erste Aallerine rasend verliebt." Ja, schützt Dich denn ihr Alter vor der Thorheit nicht?" Fataler Trost. Fräulein Laura: Du meinst also, die Warze hier an der Nase fällt gar nicht auf?" Freundin: Gott bewahre die kleine Warze an der großen Nase!"
Wie man Prozesse gewinnt. Ueber einen merkwürdigen Aberglauben schreibt ein Leser der Frankfurter Zeitung": Ich saß vor einiger Zeit im Wartesaal zweiter Klasse des Bahnhofes zu Breslau und unierhielt mich lebhaft mit einer anscheinend dem besseren" Stande angehörenden, intelligenten, jungen Dame. Kurz vor Ankunft des nach Berlin gehenden Schnellzuges bemerkte die junge Dame in meinem kleinen Reisekoffer einige Brötchen. Sogleich bat sie mich in einem fast flehentlichen Tone, ihr doch etwas von meinem Brote zu geben. Gern stellte ich ihr meinen Proviant ganz und gar zur Verfügung. Das wurde indeß entschieden abgelehnt. Nein, ein ganz klein Stückchen, mein Herr!" sagte sie. Ich bot der Dame ein Brötchen an. Aber auch damit hatte ich kein Glück. Nur einen Brocken, mein Herr," bat die Dame. War mein Erstaunen über diesen komischen Wunsch schon groß, so steigerte sich dasselbe, als die Dame den mit Mühe erworbenen Brocken rasch in ihr Portemonnaie verbarg. Ehe ich noch fragen konnte, was das bedeute, wurde mein Zug ausgerufen. Der Zufall wollte es jedoch, daß ich in ' das geheimnißvolle Gebahren der Dame eingeweiht wurde. Ich befand mich kürzlich auf dem Bahnhof Alexanderplatz in Berlin, als ich unerwartet mit der Dame zusammenstieß. Selbstverständlich gedachte ich sofort meine? Breslauer Schenkung und frug die Dame nach dem Grunde ihrer damaligen seltsamen Bitte. Ja winen Sie, mein Herr," erwiderte mir die Dame verlegen, ich hatte damals einen Prozeß, und wenn man so etwas von einem jüdischen Herrn mit auf die Reise bekommt (den Brocken Brot nämlich), soll daö Glück bringen." ..Bedauere sehr, Madame, ich bin aber kein Jude!" entdeckte ich ihr vertrauensvoll. Ach. nicht möglich," rief sie mißtrauisch, und bestürzt aus, ich hab' doch den Prozeß so schön gewonnen!" Der Bürgcrschindkr. Im Hinblick auf die dem deutschen Reichstage dermalen vorliegende Reichsfinanzreform - Vorlage schreibt man unter Anderem aus Würzburg: Für die in der Finanzreform-Vor-laqe vorgeschlagenen FrachturkundenStempel" enthält die Geschichte des Hochstifts Würzburg im Mittelalter treffende Analogien. Der Würzburger Fürstbischof Gerhard v. Schwarzburg, der in der Würzburger Lokalgeschichie den bezeichnenden Leinamen der Bürgerschinder" erhielt, führte mit Bestätigung der Kaiser und Könige vom böhmischen Stamme, Karl IV. und Wenzel, zuerst Anno 1373 und später wiederholt einen Tatz," d. i. eine Abgabe auf zahlreiche Verkehrsgüter ein, so von jeder Fuhr Wein, von jedem Schiff mit Eisen und Kaufmannsgütern, von jeder Salz- und Gewandfracht, von jedem Fuder Heu, Stroh über Land, von Getreidefuhren, Holzkarren. Flößen. Gegen diese drückenden Verkehrssteuern wehrten sich aber die in Zünfte vereinigten Handwerker und Kaufleute der Stadt mit allen Kräften; es folgte Aufruhr um Aufruhr, endlich der Krieg des fränkischen Elf-Städte-Bunds" gegen den Fürstbischof, der aber in der blutigen Schlacht von Vergtheim im Jahre 1400 endgiltig obsiegte. Aber auch nach dieser furchtbaren Niederlage unterwarfen sich die vornehmcn Bürgergeschlechter Würzburgs den Steuern des Fürstbischofs nicht. Lieber schüttelten sie den Staub von ihren Füßen und zogen nach der benachbarten freien Reichsstadt Nürnberg. Seit diesem Zuzug der besten würzburgiscken Kaufmannsfamilien schwang sich Nürnberg wirthschaftlich rasch empor. Intelligenz rincs Uckruicn. In Karlsruhe kam jüngsthin ein Rekrut von den badischen Leibgrenadieren zur Post mit einem Paket für seine Mutter im Schwarzwalde. Die gelbe Begleitadresse hatte er fein säuberlich geschrieben, das Paket aber mit keiner Adresse versehen. Auf das Paket muß auch die Adreß' drauf!" erklärte ihm der betreffende Postbeamte. Ueberlegen sah der Rekrut den Postmenscken an und saqte: Sell isch nüt! Min Muetter chennt das Paket scho!" Ans dcr Kaserne. Nach Anpassung der Montur u::d Stiefel bält- der Leutnant eine Visite und befragt jeden Rekruten, ob ihm seine Stiefel passen. Leutnant: Passen Ihnen die Stiefel?"-R e -k r u t : ,.Ja aber!" L e u t -n a n t : Was heißt das, aber? Sind die Stiefel schlecht ?"-R e k r u t : ,,Ma' kann nix sagen gut, ma' kann nix sagen schlecht aber for das könnten se besser sein!" Gedankensplitter. So sehr manche den Leichtsinn verdammen, so glücklich wären sie oft, ihn ,'.u besitzen. 'Eine Iran, die nicht das letzte Wort haden will da? ist eine MSrtyrin. In der Schule des Lebens sind die am schlechtesten daran, die am meisten lernen. Verdientes Lob erfreut selbst den Weisen, doch dem Tnmmen schmeichelt auch das underdiente. Gute Idcen und Picrüeeblätter muß man finden, nicht suchen.
4.
Inland &KH-H Vater von 27 Kindern ist der 62jährige Jonathan Allen Monroe in Chicago. Er war zweimal verheirathet. Seine erste Frau schenkte ihm 12 Kinder. Die Zahl d:r lebenden Kinder beläuft sich auf 15, und zwar -7 Söhne und 8 Töchter; die Zahl der verstorbenen Kinder beträgt 12. ' Kirche und Wirthshaus. In La Crossc, WiZ., fand jüngst an , einem Sonntag auf Betreiben einer Kirchengemeinde eine Zahlung statt, welche ergab, daß zu derselben Stunde die Zahl bis Männer in den vcrschieneuen Kirchen der Stadt 665 betrug, in den verschiedenen Wirthschaften aber 1087. Ein harter Schädel. Vor 25 Jahren wurde der Böhme John Urbane! bei Bohemia Ridge. Wi-., von einem Zug getroffen und ihm der Schädel zertrüm't'.iert. Der Arzt nahm seiner Zeit keine Operation vor. dz seiner Ansicht nach der Tod des Mannes bald eintreten würde. Der Arzt hatte sich aber sehr geirrt, denn der Mann lebte noch 25 Jahre. Dieser Tage ist er im Alte? von 80 Jahren gestorben. Ballonfahrt im Sckneestürm. Mitten in einem Schneestürm, 2000 Fuß über der Erdoberfläche hat der Luftschiffer Horace V. Wild in Chicago in seinem Luftschiff Eagle" jüngst eine erfolgreiche Fahrt über die Stadt gemacht. Wenn er auch infolge einer leichten Havarie am Steuer bald nach dem Aufstieg wieder landen mußte, bat er doch durch die Fahrt bewiesen, daß er das Luftschiff vollkommen unter Kontrolle hat. Aus alter Zeit. Eine Ne-' gerin Namens Mary McDonald ist dieser Tage in einem Altenheim in Philadelphia im Alter von 135 Jahren gestorben. Wie die überlebenden Verwandten behaupten, wurde die Negerin im Jahre 1770 in einer Ansiedlung nahe Valley Forge, Pa., geboren. Sie erzählte oft von Szenen in und bei dem Lager von Washingtons Soldaten in Valley Forge während des Winters 177773. Frau McDonald war bis vor kurzer Zeit eine leidenschaftliche Raucherin. Jugendlicher Bahnfrevl e r. Ein 14jähriger Knabe Namens Samuel Sweeney in Danville, Ky., wurde neulich verhaftet, weil er den Versuch gemacht hatte, einen Zug zum Entgleisen zu bringen. Ein von dem Jungen auf dem Geleise angebrachtes Hinderniß wurde glücklicherweise entdeckt und entfernt. In der Annahme, daß der Bengel den Versich wiederholen werde, legte sich ein Vahn-Detek-tiv auf die Lauer und richtig gelang es dem Beamten, den Jungen bei einem zweiten Versuch abzufassen. Der Knabe ist vollkommen geistesgesund und der' Sohn braver Eltern. Teuflisches Verbrechen verhindert. In den Kohlenvorräthen des Ver. Staaten-Transport-Kämpfers Thomas" fand man auf der Fahrt von Nagasaki nach Seattle, Wash.. zwei Stangen Dynamit, die, wenn sie mit den Kohlen in die Fcuerung gelangt wären, , eine furchtbare Keifelexplosion und die Vernichtung des Dampfers verursacht haben würden. An Bord der Thomas" befanden sich 1700 Passagiere, von diesen 1300 von den Philippinen heimkehrende Soldaten und 400 Kajütenpassagiere. Man glaubt, daß das Komplott von Japanern ausging, die darüber er- -biitert waren, daß der Frieden von Portsmouth mit Hilfe der Ver. Staaten zu Stande gebracht wurde. Tragödie auf der Jagd. Vor einigen Jahren begab sich ein junger Mann Namens Stephen Nicholas in Marquette, Mich., auf die Jagd und kehrte nicht mehr zurück. Das geheimnißvolle Verschwinden des Mannes erregte großes Aufsehen und die Behörden setzten alle Hebel in Bewegung, um den mysteriösen Fall aufzuklären, jedoch ohne Erfolg. Dieser Tage hat das Räthsel endlich seine Lösung gefunden. In Chicago bekannte ein Mann auf dem Todtenbette, daß er den jungen Mann, wenn auch unabsichtlich, getödtet hätte. Er hielt den jungen NicholaS für einen Hirsch und tödtete ihn durch einen Schuß in den Kopf. Als er noch rathlos bei der Leiche stand, kam ein Italiener hinzu und versprach für $100 das Geheimniß zu bewahren und half dann auch die Leiche einscharren. Blutdürstiger Freier. Eine gräßliche- Blutthat verübte der Student Mat. Styr aus Caledonia. Minn. Er liebte eine Pearl Wheaton, die Tochter eines reichen Farmers im südlichen Minnesota, die seine Liebe aber nicht erwiderte und seine Heiraths-, anträge abwies, weshalb er beschloß, blutige Rache zu üben. Da die Thüre der Wheaton'schen Wohnung verschlossen war, drang er durch's Fenster und als Ruth Wheaton, Pearls Schwester, ihm mit dem Revolver in der Hand entgegentrat, riß er ihr die Waffe aus der Hand und verwundete sie tödtlich durch zwei Schüsse. Dann feuerte er zwei' Schüsse auf Frau Wheaton ab, sprang die Treppe hinauf und fand Pearl Wheaton in ihrem Zimmer. Er jagte ihr eine Kugel in's Herz und feuerte dann einen Schuß'auf sich selbst ab. Pearl Wheaton starb auf der Stelle, die Uebrigen wurden tödtlich verletzt.
.1 5
) i ( fc r
l 1
