Indiana Tribüne, Volume 29, Number 130, Indianapolis, Marion County, 25 January 1906 — Page 5

Jndiana Tribüne, 25 Januar .19(16

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Ein flciüc.

Lrzählung nach dk fcbcn, von W. Brtmann.

. Jönß Andersson erstes Stockwerk -aal sieben drittes Äett." Verdrießlich hatte der yagere Schrei der im Bureau des Pariser Kranken Hauses Saint-LcuiS die Auskunft abgelesen. Nun klappte er das große Aufnahmebuch geräuschvoll zu und kehrte zu der unterbrochenen Arbeit zurück, ohne sich rrciter um den fragenden zu kümmern. Ter neigte dankend das von langem, dunklem Haar umwallte Haupt und verließ nach einem kleinen Zögern das Gemach, um die Trepp zum oberen Stockwerk emporzusteigen. Er hatte es nicht sonderlich eilig, und 's war, als ob er aus jeder Sufe einen Kampf gegen die Versuchung, umzukehren, bestehen müsse. Die aus dem Duft von hundert Arzneien und Desinfektions Mitteln gemischte eigenthümliche Krankenhausluft legte sich beklemmend auf seine Ärust, und bei jedem aut. der an sein Ohr schlug, blickte er scheu umher, wie wenn er darauf gefaßt sei, daß man sozlcich eine Reiche oder sonst etwas Schreckliches an ihm vorbeitragen würde. Mit seinem blühenden, rosigen Gesicht, seinem eleganten, nach der allcrneusten Mode gefertigten Anzug und seiner feinen, blüthemveißen Wasche sah er allerdings nicht aus wie Jemand, der die Stätten menschlichen Jammers allzu häufig und aus unwiderstehlichem Herzenöörang aufsucht. Als er endlich vor der rechten Thür stand, kostete es ihm ersichtlich nicht geringe Ueberwindung, seine Hand nun wirklich auf die Klinke zu legen, und er schritt auf die dritte der armseligen eisernen Bettstätten zu mit dem mühselig erzwungenen Lächeln eines Menschen, der aus dem erhebenden Bewußtsein seines eigenen Edelsinns Muth zu schöpfen sucht für die Erfüllung einer sehr peinlichen und - widerwärtigen Pflicht. Der junge, bleiche, hohläugige Kranke auf jenem Lager aber richtete sich, da er seiner gewahr wurde, mit Anstrengung ein wenig empor, und über das erbarmungswürdig hagere Antlitz glitt es wie ein Schimmer der Freude. wSigfrid Nyftröm Du?" rief er ihm entgegen, und seine schwache Stimme hatte den Klang einer zerspru'ngencn Glocke. Ah. das ist gut von Dir das ist ein Freundschafls-' dienst, den ich Dir nicht vergessen werde." Er hatte ihn schwedisch angeredet, und in derselben wohllautenden Sprache gab ihm der Andere Antwort, immer noch mit dem nämlichen gütigen, edelmüthigen Lächeln. .Mein Gott, ich mußte doch wieder einmal nach Dir sehen. Wozu wären wir denn Landsleute und Jugend-, freunde! Und da man n-,ir in Deiner Wohnung sagte. Du lägest seit einigen Wochen hier in SaintLouis, nun, so blieb mir wohl nichts Anderes übrig als Dich da aufzusuchen.Jönß Andersson hatte ihm seine abgezehrte Hand entgegengestreckt, die weiß und durchsichtig war wie ein Papierblatt, und flüchtig, ganz flüchtig hatten die wohlgepflegten Finger des Besuchers sie gestreift. .Du warst während der letzten Monate nicht in Paris, Nyström?" .Rein, ich war aus einer Konzertreise, und auf einer recht erfolgreichen, wie ich wohl sagen darf. Du aber, alter Junge, was für Dummheiten hast Tu angestellt, die Dich an diesen so wenig einladenden Ort gebracht haben?" ' Der joviale Ton, den er angcschlagen, sollte offenbar eine belebende und ermuthigende Wirkung auf den Kranken üben, das Lächeln aber, das er damit auf dem wachsbleichen Antlitz hervorrief, war von einer recht wehmüthigen Art. .Freilich, Nyftröm, es ist immer eine Dummheit, wenn man nichts zu essen hat, und wenn man dann obendrein über seine Kräfte arbeitet. Die Aerzte des Krankenhauses sagten es auch, als man mich gegen meinen Willen hierher gebracht hatte. Ich will versuchen, inZukunft klüger zu werden." Sigfrid Nyström machte ein etwa? verlegenes Gesicht. .Mein Gott, stand es so schlecht? Davon hatte ich natürlich keine Ahnung. Hättest Tu denn nicht eine Deiner vielen Kompositionen irgendwo anbringen können? Es waren doch, so viel ich mich von meinem letzten Besuch her erinnere, ganz niedliche Sachen darunter." Ueber Jönß Anderssons fahle Wangen strömte mit einem Mal eine heiße Rothe, wie wenn ihm etwas Unanständigeö zugemuthet worden'wäre. .Sie sind nicht für die Oeffentlichseit bestimmt Halle ich Dir daö denn nicht schon damals gejagt? Ich will nicht anders aus meiner Dunkelhei! hervortreten als mit einem Werk, da? mich selbst vollkommen befriedigt. Es mag ein lächerlicher Ehrgeiz sein meinetwegen eine fixe Idee aber warum sollte ich nicht . auch meine kleine Narrheit haben dürfen, wenn ich doch Niemand damit zu nahe trete?" .Niemand außer Dir selbst, mein lieber Jönß! Ich meine, wenn einem das Messer n der Kehle sitzt, käme es auf ein bischen mehr oder weniger künstlerischen Erfolg doch nicht gar so sehr an." .Aber ich merkte doch gar nichts davon, daß es mir an der Kehle saß. DaS Hungern war ich schon seit Iahren so gewöhnt, daß ich mich vielleicht

gewundert hätte, wenn eS anders gewesen wäre. Und dann" er errölhett wieder .meine Symphonie ging dock auch ihrer Vollendung entgegen. Nui eine einzige Woche noch, und ich hättk das Fine darunterschreiden können." .Ja so Deine Symphonie! Da also ist das Werk, das 'ich selber end lich vollständig befriedigt?" Die schlaffen Züge des Kranken ver klärten sich, und in seinen matte Augen leuchtete eS auf. .Ja, denn ich fühle, daß eS das Beste ist, was ich zu geben vermag. Meine ganze eele steckt darin." .Da bin ich allerdings neugierig, sie kennen zu lernen. Hast Du sie schon irgend einem musikverständigev Menschen vorgespielt?" Jönß Andersson schüttelte den Kopf. .Noch kein lebendes Wesen hat etwas von ihr gehört. Aber nach meiner Genesung wenn sie fertig ist und sie wird in wenigen Tagen fertig sein, denn in meinem Kopfe wirbelt es sölM' lich von musikalischen Gedanken danu sollst Du um Deiner Freundschaft wil len der Erste sein, der sie kennen lernt Du und " Ein krampfdafter, kraftloser Husten entickte die schwache Stimme vollends, und sein Gesicht sah dabei gar nicht aus wie das eines Menschen, der Ursache hat, sich auf seine bevorstehende Genesung zu freuen. Sigfrid Nyström sah sich um, als hoffe er, daß irgend Jemand ihn auffordern werde zu gehen. Und da die Barmherzige Schwester, die mit ihrem Strickstrumpf gleichgiltig am Fenster saß, ihm diesen Dienst nicht erwies, zog er unter einem kleinen bedauernden Seufzen seine prachtvolle goldene Uhr. .Es thut mir leid, lieber Jönß, aber ich habe noch eine dringende Berabredung. Vielleicht, daß ich in den nächsten Tagen Zeit finde, wieder einmal nach Dir zu sehen. Hoffentlich befindest Du Dich dann schon ganz nach Wunsch." .Gewiß," keuchte der Kranke, .ge wiß! Und ich danke Dir noch einmal recht von Herzen für Dein: Freund, schast. kommt einen doch zuweilen wunderlich an, wenn man hier so Woche

um Woche liegt, ohne daß eine Mcnschensccle sich um einen kümmert. Nicht daß'ich es anders erwartet hätte aber im Anfang, als ich noch nicht sc fest davon überzeugt war wie jetzt, daß ich wieder gesund werden würde, da doch hast Du es denn wirklich so eilig? Ich hätte wohl noch ein Anliegen eine große, eine sehr große Bitte" Sigsrid Nyström knövfle an seinem Handschuh; er sah plötzlich überaus ernst und feierlich aus. .Wenn es in meinen Kräften steht, sie n erfüllen " .Als sie mich in's Krankenhaus brachten gegen meinen Willen, wie ich Dir schon sagte war ich meiner Wirthin eine Summe schuldig, gegen siebzig Francs sei mir nicht böse, Nyström! Ich wußte es wohl, daß Du darüber erschrecken würdest aber sie ist eine so arme Frau, die selber nur mühselig ihr Dasein fristet und dann ist cS auch wegen meiner'NotenManuskripte. Die ganze Zeit, da ich hier so einsam lag, habe ich mich mit der Befürchtung gequält, daß sie in fremde Hände gerathen könnten. Wenn Tu sie auslösen und sie einstweilen in Verwahrung nehmen wolltest! Bei Dir sind sie doch sicherer aufgehoben. Du wirst sie gewiß keinem Menschen zeigen, und in zehn oder vierzehn Tagen, wenn ich wieder gesund bin " Der unheimliche, kraftlose Husten hinderte ihn wieder, den Satz zu vol lenden. Das Gesicht des Anderen aber war jetzt weniger finster als in dem Moment, da Jönß Andersson begonnen hatte, seine Bitte nach ugenfälligem schweren Seelenkampf vorzubringen. .Falls, ich damit etwas zu Deiner Beruhigung thun kann, und falls eß wirklich nicht mehr als siebzig France sind denn ich bin am Ende auch kein Krösus, wie Tu vielleicht glaubst meinetwegen. Und es ist nicht blos sc eine Redensart : Du hast Deine Sachen noch keinem Menschen außer mir vorgespielt?" .Keinem, Nnström! Wie sollte ich dazu kommen. Dich zu belügen? Wem hätte ich sie denn auch vorspielen sei len? Meinen Klavicrschülern etwa? Und außer mit ihnen verkehrte ich in diesem gleichgilNgen, unbarmherzigen Paris ja mit keinem Menschen." .Nege Dich nicht auf, Jönß! i war nur eine beiläufige Frage. Wae kümmert es am Ende mich! Sieh nur zu, daß Du bald wieder auf den Beinen bist! Hier ist meine Adresse für den Fall, daß ich etwa wider Erwarten vcrhindert sein sollte. Dich noch einmal zu besuchen." ..Und Tu wolltest mir in Wahrheit jenen Liebesdienst erweisen?" Natürlich. WaS ist da noch viel zu reden ! Und nun muß ich wirklich fort. Auf ein fröhliches Wiedersehen, alte Haus!" Tiesmal gewann er es sogar über sich, die abgemagerte, fieberheiße Hand drei ganze Sekunden lang in der seinigen zu behalten. Aber es war ein hockst undedaglickes Gefühl, das ihr Druck ihm verursachte, und er.gla.ubte die dünne, brennenden Finger noch immer zu spüren, als die Thür des Saals bereits hinter ihm zugefallen war, uno als er auralymeno oie treppe hinabMeg. Auf einer der untersten Stufen mußte er an einer großen, etwas über schlanken, schwarz gekleideten Dame vorbei, die ihm, als er höflich seinen Vut lüftete, ihr Gesicht voll zukehrte und ihn aus tiefliegenden, brennenden.

nachtounreln Augen ansän. tie war noch jung, und Sigfrid Nyström, der sich nicht mit Unrecht für e.inen Liebling der Frauen hielt, war sonst durchaus nicht der Mann, vor einem sorschenden Blick aus großen Mädchentrugen zu erschrecken. Diesmal aber erschrak er, und eine sonderbare, hcrzbetlemmende Empfindung, als wäre cS das Schicksal selbst gewesen, dem er da in's Antlitz geschaut habe, machte ihn wie unter einem eiskalten Sturzbad erschauern. So sicher er wußte, daß er dieses Gesicht nie zuvor gesehen, so sicher war er. dan er es lnnfort nie mehr wurde vergessen können, und day von allen peinlichen Erinnerungen dieses Krankenhausbesuches ,die Erinnerung an das schmale, düstere, leidvolle Frauengesicht mit den scharfen Zügen und den tiefen glühenden Augen, deren Blick etwas wie eine Empfindung körperlichen Schmerzes zu verursachen vermochte, die allerpeinlichste bleiben würde. Auf dem unteren Gang begegnete ihm einer der junacn Assistenzärzte, der in seinem Leinenkittel aus dem Operationssaal kam. Er erinnerte sich des Klaviervirtuosen von einem gesellschaftlichcn Zusammentreffen her und begrüßte ihn mit der verwunderten Frage, was zum Henker ihn nach dem Saint-Louis brächte. Als Sigfrid Nyström den Namen seines Freundes nannte, zuckte er die Achseln. Ja so. Ihr blonder Landsmann. Ich kenne ihn gut, denn er liegt in meiner Abtheilung. Gut immerhin, daß Sie nicht einen oder zwei Tage später gekommen sind. Seit gestern geht es mit ihm in beschleunigtem Tempo zu Ende..Sie glauben also, daß es für ihn gar keine Hoffnung mein: " .Keine! ich bezweifle, daß er auch nur die nächste Nacht überlebt." .Schade um- ihn!" sagte Sigfrid Nyström mit trauriger Miene. .Er war ein guter Junge, wenn auch immer ein bischen verrückt. Mit seinem unpraktischen Sinn wäre er übrigens wahrscheinlich doch stets ein Hnngerleider geblieben." .Na, dann ist es schon besser so.

Uebrigens kann es auch möglicher Weise nock zwei oder drei Tage dauern. Solche an Elend und Jammer gewöhnte Naturen sind oft viel zäyer, als man denkt." . Sie schüttelten einander die Hände, und der junge Künstler mit dem rosigen Antliy beeilte sich der unheimlichen Stätte zu entfliehen. Als er nach drei Tagen wiederkam und es war gewiß ein bewunderungswürdiger Heroismus, daß er eS that blieb ilun der 2öeg bis in'S erste Stockwerk erspart. . ! .Jönß Andersson," sagte der verdrießliche Schreiber, nachdem er sein großes Buch aufgeschlagen, .Musiklehrer aus Dalarne in Schweden gestorben am 17. April also gestern. Mittellos ohne Anverwandte. An die Anatomie überwiesen. Wünschen Sie vielleicht etwas für ein anständiges Begräbniß zu zahlen?" Sigfrid Nyström war schon an der Schwelle. .Nein, keineswegs, mein Herr. Der Verstorbene war mir ja beinahe ganz fremd." Und hastig zog er die Thür hinter sich zu. Das vornehme und kunstverständige, aber in seinen Äeifallsäußerungen zumeist recht zurückhaltende Publikum der Philbarmonischen Konzerte in B. hatte sich kaum je zuvor zu so enthusiastischen Kundgebungen des Entzückens hinreißen lassen wie in dem Augenblick, da die setzten rauschenden Akkorde von Sigfrid ?iyströms großem symphonischen Werk .Das Jüngste Gericht" verhallt waren. Zwar hatte der letzte Satz die Hörer ein wenig enttäuscht, denn die vorher schier übermächtig quellende Erfindung und die gewaltige Gestaltungskraft des Komponisten schienen gegen das Ende hin plötzlich zu versagen, und der Schluß wirkte mehr wie. ein jäheS Abbrechen als wie ein künstlerisch durchgeführtes Auöklingen. Aber der Erfolg der neuen Tondichtung, die hier ihre erste Aufsührung erfahren, hatte ' dadurch nicht mehr beeinträchtigt werden können. Eine solche Fülle sinnbestrickender Klangschönheit war während der letzten Stunde über die Hörer dahingerauscht so viel funkelnder Geist und so viel tiefe Empfindung hatten sich in dem groß angelegten Werk offenbart, daß auch den Kühlsten und Zwciseljüchtigsten endlich die Gewißheit aufgegangen war, der Sprache eines gottbegnadelen Meisters, eines wahren Genies zu lauschen. Wohl hatte Sigfrid.Nyström, den man bis dahin nur als einen tüchtigcn, wenn auch keineswegs genialen Klavierspieler geschätzt, während der letzten Monate schon hier und da durch Heinere Kompositionen von ungewöhn licher Schönheit Uebcrraschuüg und Aussehen erregt eine so gewaltige Leistung aber hatte doch Niemand von ihm erwartet, und der Beifall, der ihn nun gleich einem Orkan, umbrauste, war nur ein Ausdruck der wärmsten und aufrichtigsten Bewunderung. .Wieder und wieder mußte der glückliche junge . Komponist. den man'anwese'nd wußte, weil er ja im weiteren Verlauf des Konzerts noch als aus übender Künstler auftreten sollte, auf dem Podium erscheinen, wieder' und wieder mnßte er das dunkel umwallte Haupt mit dem rosig blühenden Antlitz dankend neigen, und es war begreiflich genug, daß ein glücklich triumphirendes Lächeln, das Lächeln des lorbeer-

zekrönten Siegers, seine Kippen um spielte. Sein strahlender Blick aber glitt jedesmal nur flüchtig über die vielhundertköpfige Menge hin, um sich dann immer auf den nämlichen Punkt im Saale zu richten, auf eine der kleinen Logen nahe dem Orchester, in der ein älteres, stattlich aussehendes Ehepaar und eine ganz in Weiß gekleidete junge Dame saßen. Sie mußten wohl der besten Gesellschaft angehören, da ihnen vorhin bei ihrem Erscheinen viele achtungsvolle Grüße zu Theil geworden waren; das junge Mädchen aber hätte freilich kaum einer bevorzugten gesellschaftlichen Stellung bedurft, um bemerkt und beachtet zu werden, dern mit seiner anmuthigen, schlanken Gestalt und seinem liebreizenden feinen. Gesichtchen war es ohne Zweifel eine der holdseligsten Erscheinungen im ganzen Saal. Ein allerliebstes Erröthen huschte jedesmal über die Wangen der jungen Dame, wenn Sigfrid Nyström sich gleichsam nur bei ihr für den von allen Seiten gespendeten Beifall bedankte, denn es war ja unvermeidlich, daß diese auffallende Bevorzugung -der kleinen Loge namentlich ihre jugend liche Insassin zu einem Gegenstand der allgemeinen Neugier machen mnßte. Auch der blondbärtige, etwa dreißigjährige Mann, der sich während des alles übertäubenden Beifallssturms von seinem Play in einer der Hinteren Reihen des Parterre erhoben hatte, blickte unverwandt nach jener Stelle hin. Aber was sich auf seinem hübschen Gesicht ausprägte, war nicht Neugier, sondern ein Ausdruck düsteren Schmerzes. Wie aus tiefem Grübeln fuhr er empor, als eine Hand sich leicht auf seine Schulter legte und eine freundliche Männerstimme sagte: , .So ernst, lieber Doktor Fellner? Hat diese Schilderung des Jüngsten Gerichts unangenehme Befürchtungen in Ihnen wach gerufen?" Das hübsche Gesicht des Angeredeten halte sich noch dunkler beschattet.' Vielleicht, Herr Professor," sagte er. und dann mit der Hast eines Menschen, den eS unwiderstehlich drängt, seinem übervollen Herzen Luft zu machen, fuhr er fort : Sagen Sie mir doch, Sie seelenkundiger Weiser, wie es zugeht, .daß so ein Musikaut mit den Frauenherzen umspringt wie ein Hypnotiseur mit seinem willenlosen Medium?. Mein bischen Verstand reicht nicht. aus, das Räthsel zu lösen." Sein noch immer beharrlich auf die kleine Loge gerichteter Blick hätte dem Professor die nöthige Erläuterung zu der sonderbaren Frage geben müssen, auch, wenn er auf, den, Titel eines seclcnkundigen Weilen in Wahrheit sehr wenig Anspruch gehabt hätte. Auch von mir dürfen Sie die Lösung nicht erwarten, lieber Doktor, denn Sie wissen, die Psychologie ist nicht, mein Jach. Aber mit den hypnotizchen. Künsten der Musikanten hat es doch wohl nicht gar so viel auf sich. Ich meine, der ganze Spuk ist schon vorüber, wenn die zaubergewaltigen Töne erst einmal verklungen sind, und die schonen Augen sehen nach demErwachen aus solchem magnetischen Schlaf die Wirklichkeit wohl nur um so Heller und. per ständiger an." , : Acer der Doktor schüttelte den Kopf. .Ich brauche nicht Bersteckens vor Innen zu spielen, Herr Professor, denn Sie waren ja der Erste, den ich in's Vertrauen zog, als es sich für mich darum handelte, in das Haus des Herrn von Westerhagen eingeführt zn werden, und Sie waren mir überdies immer im wahrsten Sinn deö Wortes ein väterlicher Freund. - So will ich Ihnen denn auch nicht verheimlichen, daß es mich im tiefsten Herzen nnglücklich macht, zu sehen, wie dieser Nyström sich in Fräulein Margots Gunst einzuschmeicheln und einzuspielen weiß, während ich noch vor wenigen Tagen thöricht genug war, an ihre Liebe für mich zu glauben." Es war keine Thorheit, mein werther junger Freund, denn auch ich hielt mich nach meinen Beobachtungen dessen gewiß ; und ich kann noch nicht glauben, daß dieser Schwede, den sie doch kaum kennt, Sie so schnell aus ihrem Herzen verdrängt haben sollte." . ' .Wie aber könnte ich mir die auffällige Veränderung in ihrem Benehmen sonst deuten? Als ich vor einigen Tagen bei einer Soiree im Hause ihres Vaters mit Nyström zusammentraf, hatte sie, nachdem er eine seiner Kompositionen gespielt hatte, nur noch Augen für ihn. Die Bewunderung und das Entzücken waren ihr förmlich vom Gesicht zu lesen, und meine unbcdeutende'Pelson schien für sie gar nicht mehr vorhanden. Ich aber hatte kein Recht, sie zu fragen oder sie wohl gar zur Rede zu stellen, denn die vermeintlichen Beweise von Zuneigung, die ich von ihr erhalten zu haben wähnte, hatten ja einzig in einem ermuthigenden Blick oder in einem beglückenden Druck der Hand bestanden."

r&& (Fortsetzung folgt.) S ch e i n t o d t e Irenen, die am Hungertuche nagen, weil sie die Waben im Wintersihe ausgezehrt haben und weaen der Kälte nicht zu den Honigtafeln"l?mmen konnten, werden in geheizte, finstere Lokale gestellt, dann, sobald sie wieder brausen, tuchtiq aufgefüttert und mit Vorrath versehen. Bienen, die 48 Stunden und darüber erstarrt sind, kommen nicht mehr zum Lefcen.

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