Indiana Tribüne, Volume 29, Number 130, Indianapolis, Marion County, 25 January 1906 — Page 1
co 1 sH?SV Caae ttn 5 roumaAfMat: 8 IGc urr Woche. ' i rtS VTl 10(!$nl2tä)t. OA SS3S333J S9S V"
fiZv$f iQ a pYi v
gssessssaassesa L Caae- und f. 5 Lsi'.tttacisblatl ft
"m. ) US r "f F"ff 11 v-x
rrC
J'J'V
s
ü
IKVV
i i
NXS
" Ü Erscheint feden Nachmittag. , 1 z. Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Donnerstag, 25. Januar 1906. No. 130. - : : - f : "" '
Storms bleibt im Amt. Gericht entscheidet gegen Gouverneur. Richter Sinscti Carter vom Oberste richt entschied am Donnerstag Vormit xag. daß da? Circuit.Gericht keine Ju ri-diction in dem Proceß gegen StaatsSecretär StormZ besitze. Gouverneur Hanly hatte den Proceß anhängig ge rnacht, um StormS zu zwingen, sein Amt aufzugeben, da er sich angeblich verschiesene: ungehöriger AnttShand lungen schuldig gemacht hatte. Richter Carter'Z Entscheidung wurde auf rein technische Punkte hin gegeben, und hat die eigentliche Klage gegen Ctor.5 nicht? mit der Entscheidung zu thun. Der Richter ist der Ansicht, daß k.ein Gericht da: Recht hat, in diesem Falle gegen StormZ vorzugehen; alleS was Gouverneur Hanly vielleicht thun könnte, ist, eine Special.Sitzung der Legislatur einzuberufen, um ein Im Veachnient".Verfahren einzuleiten. Der Gouverneur ist noch nicht ent schloffen, was er thun wird. I 0 e" W b e e l e r imSterbe n. New York, 25. Januar. Der Zustand de an LungenEntzündung erkrankten Generals Joseph Wheeler hat sich derartig verschlimmert, daß die Aerzte alle Hoffnung auf Wiederher siellung ausgegeben haben. Die Ent Zündung hat sich auf beide Lungenflü gel ausgedehnt und erscheint bei dem hohen Alte? d:S Patienten eine Gene fung ausgeschlossen.
Euchre im Männerchor. Die von den Damen des MännerchorS gestern Abend gegebene Euchre Parthie erfreute sich einer zahlreichen Betheiligung. An 53 Tischen wurde gespielt und die Damen William Jung clauZ, Reine Miller, Charles Balke und Josevhine Haust - erfüllten die Pflichten der Wirthinnen in so liebenS würdiger Weise, daß Jeder verwundert war. als nach scheinbar turzer Zeit schon daö Zeichen zum Schluß gegeben urde. Folgendes sind die glücklichen Ge winner der Preise: Damen: Frau Bo-. I. Keller jr. Fräulein Mary Steffe. Frau Herrmann. P. Krauß Jos. Wood. P. Balz. Dr. Ziegler. Cchroer. L. Meier. H. Thudium. C. B. Emmerich. Herren: Herren'. B. I. Jeup. C R. Habeifield. E. A. Hermann. Dr. Ernst Reyer. Alfred Lauter. I. Keller jun. Karl Hindel. ChaZ. Balke. Frank Seidenstkcker. y , 99 H n Liederkranz. Zweites Konzert der Qaison Sonntag, 28. Januar . in der Germania Halle. G o s h e n , 24. Jan. Howard L. Haine, ein reicher Kaufmann, ver heirathete sich in St. Joseph, Mich.. ein paar Wochen nach dem Tode seiner Frau, mit der Wittwe Lena Caanfton. Gestern nun reichte er eine Scheidung? klage gegen dieselbe ein. nachdem sie erst 2 Tage zusammen gelebt hatten, um seinen Erben die Erbschaft zu schüfen und ihr den Antheil zu ent ziehen, welchen das Gesetz vorschreibt. Seine Klage begründet er darauf, daß sie ihn nach zwei Tagen verlassen, und einige von seinen Schmucksachen mit sich genommen hätte. C o l vl m b ix 3, 24. Jan. Adam Keller ist gestern an Herzfehler im Alter von 75 Jahren gestorben. Er war einer der ältesten Bürger von Co lumbuS.
MinerS-Convention.
DaS Comite zur Zählung der bei dem letzten' Referendum abgegebenen Stimmen machte seinen Bericht bekannt. Nach demselben wurden folgende Be amte erwählt : Präsident John Mit chell; Vice-Präfident T. L. LewiS ; Secretär. Schatzmeister W. B. Wil son; Delegaten zum internationalen Eongreß T. D. NicholZ und John D. White; Delegaten zur American Föderation of Labor John Mitchell, T. L. LewiS. W. D. Ryan, John Fahy, Paul PulaSky, Thomas Hag gerty, William R. Fairley, William Little, E. McCollough, G. C. Perry, D. H. Sullivan und William Ward john. Die Delegaten zum internationalen Congreß der Bergleute wurden in struirt, für ein praktisches und entgültigeö Uebereinkommen in Bezug auf UebergangS'Karten zu wirken. Gelegentlich der Debatte über die Raffen frage wurde der Antrag der far bigen Delegaten, ihnen in denjenigen Diftricten, wo die farbigen Bergleute die Mehrzahl bilden, Vertretung in den DiftrictS-Vorgänden zuzubilligen. niedergestimmt. Am Donnerstag Vormittag 10 Uhr beginnt die gemeinsame Conserenz der Grubenbesitzer und der Bergleute um ein Abkommen über die wichtigste Frage für die Betheiligten die Lohnfrage zu treffen. Wie bei allen Verhand lungen der Convention hat auch hier das Publikum freien Zutritt. Die heutigen Verhandlungen bildeten den Schluß der Convrntlon, welche den Kohlengräbern nach einer ober flächlichen Schätzung des Präsidenten Mitchell an Unkosten nahe an $150,000 verursacht hat. Mit- großer Majorität wurde In. dianapoliS wieder als Ort für die nächste Convention bestimmt. Nach Annahme von Anträgen, dem Gouverneur Hanly und dem localen Empfangs und UnterhaltungS'Comite den Dank der Delegaten abzustatten, vertagte sich die Convention auf unbe stimmte Zeit. San der EilyerheitS-Behörde. Die regelmäßige Sitzungder Sicher heitsbehörde wurde gestern nicht abge halten, weil die Frau Coroner Tute wiler'S um die betreffende Zeit' einer Operation unterzogen wurde und Coroner Tutewiler deshalb nicht erscheinen konnte. Sertha-Loge, D. O. Sarnzari. In der Hertha.Loge, No. 43 D. O. Harngari, wurden durch die Brüder Orthwein und Kamphausen folgende Beamte installirt: CxBardin Anna Gräbner. OderBardin Minna Höltgemeier. UnterBardin Karoline Stark. . Schatzmeister! Sophie Müller. Sekretärin S. Müller. RechnungSführerin K. Möller. Aufseherin Louife Röpke. Führerin Lina Meny. R. H. G. D. O. B. Katherinc Hombrecht. L. H. G. D. O. B. Anna Pflüger. R. H G. D. U. B. Louise Bo. denmüller. L. H. G. D. U. B. Louise Ded drich. Innere Wache AgneS Zernicke. i Bischof E. B. Gephardt. i Bischof E.' B. Gephardt, 71 Jahre alt. in Annville. Pa., wohnhaft, fiel gestern in dem Bureau deS W. L. Elder, 921 Nord Delaware Str., todt zu Boden. Kephart ist Bischof seit dem Jahre 1831. Er machte in den letzten Jahren eine Reife durch die Vereinigten Staaten und hielt An sprachen in den verschiedensten Städten.' Die Leiche -wird heute nach Annville zur Beerdigung überführt werden. ottlted L eukhardt, .Die gemüthliche Ecke,' Ecke Noble und Market Str.
Das letzte Shmphonie-Concert.
Am Montag, den 29. Januar, findet in der Tom!insonHalle das letzte Sym Phonie-Concert statt. Folgendes ist das Programm: Vysehrad Symphonie Poam. .B. Smetana Concerto sor Violin and Orchestra in Dminor, op. 31 II. Vienxtemps Marche Slave (by request), op. 31 P.' Tschaikovvsky Intermission, 10 minutes. Slatonic Rhapsody, op. 45, No. 3 A. Dvorak Recit. and Aria ;,My Ileart is Weary" from Nadeschda" G. Thomas Violin and Piano a) Andante Boronski b) Russian Song Lalo c) Taranteile Wieniawski 1812" Overture, Solemeile, op. 49 P. Tschaikowski Solists: Marie Nichols, Violiniste. Stella Haines, Mezzo Sopran o Contralto. The Piano is a Baldwin. Herr Carl Schneider macht mit Be dauern bekannt, daß dleS das letzte SubscriptionS.Concert deS Symphonie Orchesters sein wird. Madame Gadski, welche für eines der Concerte engagirt war, bat, eutweder dies Concert zu verschieben oder ihren Contract zu annulliren. Da daS Er stere nicht möglich war, sieht sich Herr Schneider außer Stande, seine Ver sprechungen den Subscribenten gegen über einzuhalten. Die SubscriptionZgelder waren für Arrangirung ver ersten beiden Concerte zum vollen Be trage in Anspruch genommen. Herr Schneider hat sich jedoch bereit erklärt, denjenigen Subscribenten. die es wünschen, die Beträge für die letzten zwei Concerte zurückzuerstatten; er er sucht zu diesem Zwecke, ihm Namen und Adressen, sowie die Billete, bis zum 5. Februar, zugehen zu lassen. Diejenigen Subscribenten, die dies nicht wünschen, sind gebeten, ihre Billete für das dritte und vierte zu dem am 29. d. MtS. stattfindende Concert umzutauschen. Bon der Office des Mayor'S. Die Mitglieder der städtischen Ver waltung werden am nächsten Freitag Abend eine Versammlung abhalten. Der Mayor sandte der Behörde der öffentlichen Arbeiten ein Schreiben, in dem er dieselbe auf den Zustand der er sten Alley südlich von Prospect Straße aufmerksam machte. Der Straßenkommissär wird eine Untersuchung an stellen. Polizeiliches. G e o. D a n, 16 Jahre alt, 511 Nord Davidson Straße wohnhast, hatte sich in eine Schlägerei eingelassen. Die Polizisten Bernauer und Kttzmiller un ter Führung deö Kapitän Hyland stell ten die Ruhe wieder her und beförder ten Dan in die Polizeiftation. HazelWoldron, eine Ange stellte der Indianapolis ttorbfabrik, be kam bei der Arbeit einen epileptischen Anfall und wurde per Ambulanz nach ihrer Wohnung 1037 Süd New Jersey Str. gebracht. C h a S. F. M e r k e l . 21 Jahre alt, 522 Lincoln Str., und Tony Hildmann, 21 Jahre, 612 Lincoln Straße wohnhaft, geriethen gestern beim Billardspielen in Streit, wobei Hildermann dem Merkle mit dem Billardstock auf den Kopf' schlug, eine klaffende Wunde zurücklassend. Beide wurden von den Polizisten Hanlon und Stewart verhaftet. Merkle wurde, be vor er hinter das eiserne Gitter gesteckt wurde, im Diipensarium verbunden. Unfall. Frau E. M. Furgeson, 848 English Ai.e. wohnhaft, kam gestern beim Aussteigen aus einem Straßen bahnwagen an der Virginia Ave. und Noble Str. zu Fall und verletzte sich ungefährlich an Arm. Sie wurde ver mittelst Ambulanz nach ihrer Wohnung befördert. Naucht die B0NANZA.
Wo der Behörde der öffentlichen
Arbeiten. Endgültige Beschlüsse wurden gutge heißen : Für cementirte Seltenwege in der Roach Rve., von der Schurman Ave. zu dem Kanal. Für gradirte Jahrstraße und KieS bedeckte Seitenwege in der Roach Ave. von der Schurmann Avenue bis zum Kanal. Für cementirte Seitenwege in der La Solle Straße von der New York Straße bis zn der Michigan Straße. Resolutionen wurchen angenommen: Für cementirte Seitenwege in der Eitel Ave. von der Meridian Straße bis zur Pennsylvania Straße. Für cementirte Seitenwege in der Sanborn Straße, Westseite von der New York Straße bis zu der Owosso Avenue. Für cementirte Seitenwege in der Tecumseh Straße, Ostseite von der Michigan Straße, bis zu der 3 Alley nördlich von der Michigan Straße, bis zu der 3 Alley nördlich von der Mich! gan Straße. Für KieS bedeckte Fahrstraße in der ersten Alley östlich von der Bellefon taine Straße von der 21. bis zu der 22. Straße. Für asvhaltirte Fahrstraße in der 20. Straße von der Talbott Ave. bis zu der Central Avenue. Für cementirte Seitenwege und Krümmung in der Vermont Straße von der Oriental Straße bis zu der Arsenal Avenue. Petitionen wurden eingereicht: Für Seitenwege von zerkleinerten Steinen, Rinnsteine und Fahrstraße in der Oft New York Straße von der Gürtelbahn bis zu der Emerson Avenue. Für a-phaltirte Fahrstraße in der 17. Straß: von der College Ave. bis zu deu Schienen der Lake Erie Eisenbahn. Für Gradirung und KieSdeftreuung der ersten Alley nördlich der Belmont Ave. von der Belmont Ave. bis zu der Miley Avenue. Für cementirte Seitenwege, ström mung und BacksteiN'Gosse in der Lon don Ave. van der 26. bis zu der 29. Straße. Vorstellung wurde eingereicht gegen den Beschluß für Pflasterung der Jahr ftraße mit hölzernen Blöcken von der Washington Straße bis zu der Vir ginia Avenue. Superintendent des Straßenreinl gungs.Departement Gift befindet sich in einem eigenthümlichen Dilemma. Er hat in den Ställen einen Mann, welcher die Reparaturen an Wägen und auch den Hufbeschlag der Pferde be sorgt. Dies ist nicht in Uebereinftimw mung mit den Wünschen der Schmiede Union, welche der Ansicht ist, daß für diese Arbeiten zwei Mann angestellt werden müssen.' Herr Gift verweigerte dies auf den Grund hin, daß dadurch nur unnütze Mehrkosten entstehen wür. den. Die Behörde der öffentlichen Ar beiten zieht sich nun mit der Anwel sung an Gift aus der Affaire, nicht mehr Leute anzustellen als- absolut nöthig ist, aber doch der Union so viel als möglich gefällig zu fein. Herr Gift weiß nun immer noch nicht, wie er sich verhalten soll. Seinen 69 jährigen Geburtstag feierte gestern Joseph T. Elliott, der Präsident der Behörde der öffentlichen Arbeiten. Seinen Mitarbeitern bei der Behörde lieferte er Cigarren. I. P.McHaffey wurde zum Inspector der Wasserwerke in Brtghtwood an Stelle John Stanley's ernannt. Die Behörde und Clarence Kenyon, der Kontraktor, hatten gestern eine Un terredung betreffs der Verbesserung der Northwestern Ave. Kenyon wollte die Northwestern Ave. pflastern.. Er er suchte bic Behörde die Avenue zu schließen, so daß der Concrete. der vor dem Einhaltöbefehl gelegt wurde, nicht zerstört wurde. Die Behörde will sich die Sache überlegen. Der Neger Joseph Baughman. 45 Jahre alt. 814 Bradshaw Straße wohnhaft, wurde wegen RaufenS ver haftet. -Baughman besorgt den Ver sandt der Pianofirma Pearson an der N. Pennsylvania Str.
Das Collisseum-Project.
Die MerchantSAssociation" sandte folgende Resolution in Bezug auf die projectirte Errichtung eines CollisseumS an Secretär McClure vom Commercial Club: Beschlossen, daß die Merchantö Association" bereit ist, mit anderen kommerziellen Gesellschaften und son stigen interessirten Bürgern zu dem Endzweck der Erbauung eines Collif feumS in Indianapolis Hand in Hand zu arbeiten. . Da der Commercial Club durch die Presse bekannt machte, daß derselbe be reitS werthvolle Daten in Bezug auf dieses Gebäude und einen passenden Baugrund für dasselbe gesammelt hat. für welche Bemühungen wir als Bür ger demselben unsere Anerkennung zol len, so ersuchen wir den Commercial Club diese Bemühungen fortzusetzen und alle kommerziellen Gesellschaften der Stadt zur Hülfeleiftung aufzu fordern. Unser Comite, 'welches ernannt wurde, nachdem bekannt geworden war, daß der Commercial Club die Verwirklichung des ProjectS' in die Hand genommen hatte, wird jederzeit zur thatkräftigen Förderung des Pro jectS mithelfen." In dem Begleitschreiben zu dieser Resolution sagte Geschäftsführer Cof. fin, daß vor drei Jahren bereits eine SubscriptionSliste für den Zweck in Circulation gewesen wäre und daß schon S104.000 gezeichnet waren, als das Interesse an dem ganzen Projekt nach ließ; im Dezember wurden die Sub scribenten von ihrer Verbindlichkeit, die gezeichneten Betrüge zu zahlen, entho ben. Aus diesem Grunde ist das Feld jetzt frei für erneute Arbeiten. Nachrichten aus Jndiana' Terre Haut e, 24, Jan. In dem Verlauf der Verhandlung gegen den Bürgermeister Bidaman werden demselben die Unruhen, welche in den Wirthschaften und Spielhäusern ge herrscht hätten, zur Last gelegt, die schließlich so Überhand genommen hät ten, daß die Bürger derzStadt sich an die Polizeiobrigkeit hätten wenden müssen. Verschiedene Polizisten und Patrolleure wurden al? Zeugen verhört, welche angaben, daß die Zustände unter der Administration deS Bürgermeisters Steeg bedeutend schlimmer gewesen seien. Sie gaben jedoch zu, daß Herr Bidaman wohl nicht sehr streng in der Durchführung der Gesetze gewesen sei. Es hatte sich eine größere Volksmenge eingefunden als TagS zuvor, und der Gang der Verhandlung war interessan ter. Der Advokat Duvall. der Ver theidiger des Bürgermeisters, machte einige schlagende Bemerkungen im In teresse seines Klienten, und war mit seinem Erfolg sehr zufrieden. Der Bürgermeister sah gestern besser aus, als an dem Tage vorher, mischte sich jeooch nicht viel in den Gang der Ver Handlung ein. Poseydille. 24. Januar. Ein wüthender Hund biß James Nash, sei nen kleinen Sohn und seine Tochter. Nash befindet sich in einem lebensge führlichen Zustande. Die amerikanische Frauenbewegung. wie sie in den Frauenklubs zum Ausdruck kommt, wird von einer Dame, Miß Olga Cadiah in Ohio, die die Frage sorgfältig studirt hat, für den Rassen-Selbstmord", d. h. die kinderlosen oder kinderarmen amerikaNischen Ehen, verantwortlich gemacht. Aus langen Zahlenreihen weist die Dame .nach, daß die einem Klub angehörigen Frauen durchschnittlich nur zwei Kinder haben, während die Mutter dieser Frauen im Durchschnitt vier Kinder hatten. Das Durchschnittsalter der weiblichen Klubmitgliede? ist 33 Jahre, dagegen ist das Durchschnntsalter ihrer jüngsten Kinder, elf Jahre, woraus zu schließen wäre, daß junge Frauen, die in die Klubs eintreten, nachher nur fetten Kinder ha ben. Von 16 verheirathcten Frauen wird im Durchschnitt nur eine Mutter. nachdem sie einem Frauenklub beigetreten ist, und in acht Jahren wird nach dem Eintritt in Klubs nur eine Frau von 43 zwei Mal Mutter. Die Autorin dieser Aufstellung sagt, am schlimmsten sündigten in dieser Veziehuna die Frauen der höheren Klas sen.
AUaravischc DeUkalkfleu. Kulinarische Genüsse im ?Uterthum-Nnp, petitliche Leidgerichte. Man hört oft die Klage, daß die Küche der Völker des Alterthums eine größere Mannigfaltigkeit aufwies, als die unsere, ja, daß sogar Völker, die nicht gerade auf sehr hoher Kulturstufe standen, einen reicheren Speisezettel besaßen, als wir. Wenn dies auch thatsächlich richtig ist, so, darf dabei doch nicht übersehen werden, daß in früheren Zeiten Gerichte gern genossen wurden, gegen die sich heutzutage das ästhetische Empfinden sträubt; in solchen Fällen also bedeutet die Verringerung der kulinarischen Genüsse nicht einen Kulturrückschritt, sondern einen Fortschritt. So berichten egyptische Cchriftsteller, daß bei den alten Arabern Hundefleisch eine sehr beliebte Speise war, ja, die damaligen Feinschmecker machten einen Unterschied zwischen dem Geschmack des Fleisches alter und junger Hunde. Letzteres war bevorzugt. Auch die alte Erbfeindschaft zwischen Katzen und Hunden machte Halt vor dem ApPetit jener Araber: da erschienen beide Thiere in brüderlicher Vereinigung, denn auch das Katzenfleisch wär den Arabern sehr angenehm. Uebrigens kamen hierbei auch höhere" Rllcksichten in's Spiel, nämlich solche des Aberglaubens. Vorzüglich beliebt war das Fleisch der schwarzen Katzen, da sein Genuß die Fähigkeit gehabt haben soll, den Zauberbann zu brechen, und den bösen Blick zu - heilen. Von wenig Pietät zeugt es, daß die Araber trotz der fast abgöttischen Verehrung, die sie seit , jeher für das Pferd hatten, auch das Pferdefleisch gern verzehrten. Freilich diente ihnen dabei ein kleiner Vorbehalt zum Schutze gegen etwaige Mahnungen des Gewissens: Man verzehrte nur das Fleisch der Zug- und LastPferde, nicht aber der Reitpferde, die 11t trtX ItwX 1tl V 5 . Ai.lf r& t
jut uuu juui willigt, yt.jt.uuuy wurden. Schließlich hatten die Araber noch ein uns wenig sympathisches Leibgericht, nämlich das Fleisch der Schlangen. Kondolenzbesuche. . Viele von uns haben es gewiß schon empfunden, wie wohl es thut und lindert, wenn eine sanfte Freundeshand sich auf die brennende Stirn legt, wie ein leises Freundeswort bei tief cmpfundenem Schmerz beruhigt. Aber kann man denn das von den Kondolenzbesuchen heutzutage sagen? Ist es wirklich stets der lebhafteste Wunsch, uns zu trösten, zu helfen, welcher die Menschen herführt, wenn der Todte kaum die lieben Augen geschlossen hat? Mit Gewalt richtet sich der Trauernde auf; er muß sich ja Gewalt auferlegen vor den vielen Menschen, die in ihrer Barmherzigkeit ihre eigene Unbarmherzigkeit nicht sehen. Wieviel Menschen verstehen es denn überhaupt, zu trösien? Das ist wahrlich eine schwere Kunst. Wahre Freunde können es durch die Macht der Freundschaft, aber oberflächliche Bekannte? Sind sie uns in solcher Zeit mehr als Freunde? Können ihre Worte trösten? Ein Händedruck, bei dem man fühlt, er ist ehrlich gemeint, das Auge, das voll zärtlichen Mitleides auf uns ruht, vermag uns tausendmal mehr Trost zu spenden, als lange Reden und Fragen, mit denen die Menschen uns zu zerstreuen und abzulenken wünschen. Das Herz, dem fein Liebstes genommen, sehnt sich nach Ruhe, es will allein sein mit sich und seinem Gott. Es ist daher besser, solche Samariterdienstc den zunächst Stehenden, den Herzensfreunden zu überlassen, und zu warten, bis der erste große Schmerz vorüber ist. Dann erst ist es Zeit, sein Beileid auszusprechen und seine Theilnähme zu zeigen, die dann dem Trauernden wohlthun weil er' fühlt, daß wir Zartgefühl und Verständniß für seinen Kummer haben. Alter Jndianerhauptl i n g gestorben. Im hohen Alter von 109 Jahren ist der Häuptling und Medicin-Mann" der ChippewaIndianer Ge-Zhe-osh in. der Reservation bei Hayward, Wis., gestorben. Am Tage seines Todes 'wohnte er einem Feste bei, das die Indianer veranstaltet hatten; er hielt eine feierliche Rede und rauchte dann aus der Friedenspfeife, wurde aber dabei von 'einem Hustenanfalle gepackt und fiel vorwärts auf sein Gesicht todt nieder. Der alte Häuptling hatte eine bewegte Vergangenheit hinter sich. . Er wurde um 1796 geboren. Als junger Krieger nahm GeZheosh an den blutigen Kämpfen zwischen den Chipvewas und den Sioux theil; an dem späteren Abschluß der Verträge mit der Regierung nahm er hervorragenden Antheil und war dreimal deswegen in Washington, zuletzt 1885 während Präsident Cleveland's Administration. Den greisen' Häuptling überlebt ein Sohn, ein Greis von 83 Jahren.
