Indiana Tribüne, Volume 29, Number 128, Indianapolis, Marion County, 23 January 1906 — Page 6
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& v M vy y v y y vy A S ßü A A A w A Ä A X Von Kopf zu Fuss. U V m Ä A A A A A A A A A A A A A A A A A A A A ist da ftcfüül oon Schmerzen und v vy vy v v v vy y I Könnt beute n iilit arb??t?n? Oitfraci: kö,!i!t 3r et. Di al:c Vivn!) Stur Oe vy y y vy vy vy ro r? die ??ukkl gkschmkkdiz tncc'uu und die Zdw.tritn hk!cn i-irfii Ihr schlaft. Preis 25c und 50s. A Ssloon 801 Prospekt, Ecke Wright Befte Wirthschaft der Sätselte. mer ISr Liriinr ad fftuM. Sekte CeMeunna Wirthschaft 4 1 tO JL Cnbe der Brightwood Straßenbahn Linie. Alle durstige Seelen sin) willkommen rn.ni1 u m-J Jacob Rierdorf's ...Saloon... Ho. 885 Massachusetts Ade.' Meine Freunde und Bekannten, sowie daS Vubl'.kum im Allgemeinen sind freundlichst eingeladen, mich in meinem neuen Lokale zu besuchen. tzkelner Lunch Morgen und ftadbmit'. t&l, T i ;m 248-250 Virginia Ave. Neuer Phons., 2823. Alt, Main, 4762.' Erstkla,,i Dampf - Färberei und chemische Reinigungsanstalt skr Herren und DamenVarderobe. f ofci Tep vlchen, Pzrnerei und eptiZ!N(Zirdmen. Alle rbt abd,o'.t und abgeliefert Zusrie bereit garankrt. Zkeiz Geschäft: 2?W.Odio Str. Neuer Phone. 6633. EDWAM) W. MESSJIEK, 1025 SZkadiso ve. yetrt. ?s. Deiniger Agent der berü)tt iilliams Pumpen "NO TR IX" "TO FIX". ?urantirt ine fiolinnmn. itl ff-trn .mn Revararuren an Pumpen ,rd? vromvt und billig abgeführt. Stevaraturen an HSukern wie Einlege ceuer innen oder ndriazen neuer Ndfludröhren auiZinn oder galvinistrtem Elsea werden ja jeder O l?C9i. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. gehandelt alle akute und chromsche Krankheiten. Speziell Rheumatismus, ReckuM' und Frauen'ttrankheitenz Office: 14 weft Ohio Straße. Ofsice-Siunden : 1011 Vm. 3-4 Nm. Sonntags : 9.30 10.30 Vm. Tel. neu 43. Wohnung: lS?h MadisBnDlveuuc ' Telephone : Alt. 2025. Neu, 9232. s? 0r. J. gütcliffe', WOnd.Tlrzt, Qtschltchts.', Urin unl&ecin Krankheiten. Okült z W OS Market Stt.' Tel. i JXttuctmn 1 1 in w nie e. : i in w .
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Das leUe ZNittel. ' Humoreske von Fritz PosZelt. Der Registrator Biedermann war ein ausgesprochener Feind des Rauchens, und diese Abneigung war zugleich der einzige Punkt, in welchem tor Registrator mit seiner Schwiegermutier übereinstimmte. Wenn er die benachbarten Bureaus, in welchen flott geraucht wurde, betreten mußte, dann pflegte er sofort zu hüsteln und manchmal sogar mit den Armen, wie mitWindmühlenflügeln in der Luft zu drehen, als ob ihm der Athem ausgehen wollte. Eines Tages hatte sich im Bureau des Negistrators etwas Unerhörtes ereignet. Der Amtsdiener des Ministeralrathes war in ' Biedermanns Zimmer gekommen, um einige erledigte Akten abzuliefern, als sich ihm ein furchtbarer Anblick bot. Der Registrator saß. wie gewöhnlich, über ein Aktenbündel vertieft beimSchreibtisch und rauchte eine . dicke Zigarre. Zwar schnitt er dabei beängstigende Mimassen. aber er rauchte. Im Nu wußten es sämmtliche Kollegen, und wie ein Lauffeu:r ging die Nachricht von Tisch zu Tisch: tr Rezistrator Biedermann raucht. Sogar der Ministenalrath, der von des Negistrators Abneigung gegen ia& Rauchen Kenntniß hatte, konnte sich nicht den Spaß versagen, dieses Ereigniß anzustaunen. Mem lieber Herr Bieder
mann, sagte er gut gelaunt, ich war immer der Meinung. Sie könnten das Rauchen nicht vertragen?" Biedermann wurde verlegen und schaute nach der Thüre, als ob er dort Lauscher befürchte, dann aber sagte er: Nein, ich vertrage es nicht, aber ich muß das Rauchen erlernen, denn es ist das letzte Mittel. Meine Schwiegermutter, die bei uns wohnt, kann ebenso wie ich, den Tabakrauch nicht Dertragen; gelingt es mir nun, mich im Bureau so weit zu üben, dcrß ich daheim eine Zeitlang ohne allzu große Beschwerden einige Zigarren rauchen kann, dann zieht ckie Schwiegermutter aus. das weiß ich bestimmt." jAfo Hochachtung, mein lieber Herr Registrator. nun verstehe ich," erwiederte 'der Ministeralrath. Bald darauf rauchte Biedermann schon auf der Straße und eines Tages hatte er zu Hause, allerdings unter starkem Herzklopfen, nach Tisch eine Zigarre hervorgeholt und sie zur großtcn Bestürzung seiner Schwiegermutter kn'Brand gesetzt, worauf er die Zeitung ergriff und im Amtsanzeiger die Avancements zu studieren bcgann.' Es dauerte nur wenige Sekunden, da hatte sich die Schwiegermama von ihrem Entsetzen so weit erholt, daß sie sich mit scharfer Stimme derartige Eigenmächtigkeiten und Rücksichtslosigleiten ganz energisch verbat und dem Frevler bedeutete, sich mit dem corpn delicti in die Vorhalle zu begeben, um die Luft im Zimmer nicht zu verpesten. Doch der Registrator that, als hörte er nicht, und Qualmte weiter, dann aber erkundigte er sich ganz naiv nach der Ursache der Erregung. Ader es traf ihn nur ein verachtender Blick, dann noch eine Gebärde, welche einen Zweifel ob seiner Zurechnungsfähigkeit ausdrücken sollte, und die Schwiegermama war hinausgerauscht. An jenem Tage gab es Thränen auf der ganzen Linie. Thränen des Registrators durch den beißenden Rauch der Zigarre, Zornesthränen der Schwiegermama und ehrliche Thränen der Frau Registrator, welche ihrer Mutter vorstellte, daß eine einzige Zigarre denn doch kein Anlaß sei, um eine derartige Szene zu machen. Als aber nach dem Abendessen abermals eine Zigarre, die überdies nicht, don bester Qualität war, zum Vorschein kam, verließ die tiefgekränkteSchwiegermama das Zimmer mit dem Bedeuten, daß unter diesen Umständen an ein gemeinfchaftliches Wohnen nicht mehr zu denken sei. lKaum hatte aber die erzürnte Frau das Zimmer verlassen, als der Registrator die Zigarre mit einem Freudenschrei in den Ofen warf. Seine List war yeglllckt. Denn an ein gemeinschaftliches Wohnen ist nicht mehr zu denken", so hatte die Schwiegermutter gesagt, dabei mußte es bleiben. Doch ,in dem Bestreben, die s riegerische Stimmung durch reichlichen Zigarrenconsum noch künstlich zu schüren, war' es dem Registrator nicht gelungen, zu verhindern, daß die Gekränkte Zeugin einer Szene wurde, wie sie oft Änaben nach den ersten Rauch'versuchen hinter der Scheune zu passieren pflegt. Es war recht Peinlich, aber nicht mehr zu ändern. Trotzdem Biedermann die Ursache dieser Symtome einer Migräne zuschrieb, ließ sich die Schwiegermütter diesmal nicht täuschen: - nun wußte sie, daß ihr Schwiegersohn da? Rauchen nicht vertrage. Und der einfältige Registrator, der sich einbildete, daß seine List gelungen sei, wußte nicht,, zu welch teuflischen Mitteln eine in ihren zartestenEmpfindüngen gekränkte Frau zu greifen vermag. Bald genug sollte der Bedauernswerthe die unerwarteten Früchte seines nach seiner Ansicht schlau an gelegten Planes reifen sehen. Bereits seit einigen Tagen konstatierte Biedermann, als er Mittags nach Hause gekommen war, - daß die Wohnung so schlecht gelüftet und der Zigarrenrauch noch vom Abend zuvor zu spüren sei; doch seine Frau versi-
cherte, daß immer gut gelüftet werde, gestand aber, auch den Rauch zu spüren. Hätte der Registrator m diesem Augenblick beobachtet, wie seineSchwiegermutter schmunzelte, dann hätte er vielleicht schon eine Ahnung jenes furchtbaren Dramas gehabt, welches sich am Sonntag abspielen sollte. Wenn Schwiegermütter schmunzeln, sollte das einem vorsichtigen Manne zu .denken geben. Am Sonntag stand Biedermanns Leibgericht Hasenbraten auf dem Tisch und der Registrator hatte die Asicht, um sich durch die Zigarre diesen Genuß nicht nachträglich zu verderben, Kopfschmerzen vorzuschützen. Doch sollte dieser Plan zu Schanden werden, denn nach Tisch, als er seine Zeitung zu lesen beabsichtigte, geschah das Unerhörte, daß seine Schwiegermutter einZigarrenetui aus der Tasche ihres Kleides zog, ihm eine Zigarre entnahm und diese-vor den Augen des zu Tode erschrockenen Schwiegersohnes anzündete. Es war dieselbe schlechte Sorte, die der Registrator zu rauchen pflegte. Eine Zeit lang weidete sich die Schwiegermama mit sichtlichem Behagen an dem Entsetzen des Registrators, dann aber sprach sie bedeutungsvoll: Mein lieber Schwiegersohn, ich habe mich anders besonnen, ich sehe ein, daß das gemeinschaftliche Wohnen gewisse Rücksichten auf die Mitbewohner erfordert und fo habe ich mich ent-
schlossen,Dir zuliebe ebenfalls zu rau chen und ich muß gestehen, daß ich nach einigen Versuchen der Sache sehr viel Reiz und Vergnügen abgewonnen habe und es heute nicht verstehen kann, daß der Zigarrenrauch jemals belästigen konnte." An icnem Tage las der Registrator zum ersten Male .keine Zeitung und wie gebrochen saß er auf seinem Stuhl, das Opfer eines unerbittlichen Schicksals, dem er nicht mehr zu entrinnen vermochte. Das persrechen. Novellette von Sophie Spiegel. Die beiden Freundinnen hatten eine Tennispartie beendet und unterhielten sich jetzt über gar mancherlei. Zuletzt, ob durch Zufall oder mit Absicht, kam die Rede auf ihn". Ich will nichts mehr von ihm wissen, er ist mir vollständig gleichgültig," sagte Erna, und wie zur Bekräftigung gab sie ihrem Ball mit dem Schläger einen Stoß, daß er hoch in die Lüfte emporflog. Im Schatten einer mächtigen Eiche lag ein junger Mann in süßem Nichtsthun dahingestreckt und überließ sich seinen Träumen. Plötzlich wurden diese durch ein rundes, kleines Etwas, das sich auf seine Nase setzte, um dann abzuprallen, höchst unliebsam unterbrochen. Verwundert griff der lässig Dahingestreckte nach dem weißen Ball und schob ihn bedächtig in die Tasche. Da hat Jemand seine Muskelkraft .bewiesen und über das Ziel hinausgeworfen." sagte er und erhob sich langsam, ich werde das Ding behalten, bis sich sein Eigenthümer mcldet, die Valljungen sind hier doch zu faul, UM danach zu suchen." Seine Gedanken nahmen eine andere Richtung an und sinnend schaute er vorsich hin. Wenn ich nur wußte, womit ich sie verletzt habe. Weshalb warf sie mir heute Vormittag solch einen vernichtenden Blick zu, als ich zu einer Partie Tennis aufforderte, und warum crwiderte sie mir in solch eisigem Ton. sie sei bereits versagt? Ob ihre Freundin wohl geplaudert hat? DaS bischen Courmachen in Heringsdorf war wirklich nicht der Rede werth. Wer weiß, was ihr dies dumme Ding, diese Lügnerin, alles erzählt hat. Und ich kann mich nicht einmal rechtfertigen, denn wenn sie mich mit ihren herrlichen Augen ansieht, mich gar so wegwerfend mustert, entflieht mir aller Muth und ich komme mir so dumm wie mein mein zehnjähriger Bruder vor! Doch das muß anders werden. Ich muß mich zusammennehmen, ich will ihr zeigen, -daß ich mit der deutschen Sprache nicht auf fchlechtem Fuße stehe. Sowie ich sie wiedersehe ." Hier wurden seine Selbstergüsse durch eine weiche Stimme dicht in seiner Nähe unterbrochen. Wo kann nur der Ball sein, nach dieser Richtung ist er doch geflogen?" Vorsichtig lugte er hinter dem dicken Baumstamm hervor und mit einem Schauer des Entzückens gewahrte er den Gegenstand seiner Liebe Erna in einer kleinen Entfernung vor sich wie sie suchend am Boden herumspähte. Ich bin sicher, er liegt drüben im Gestrüpp," rief die Freundin, schürzte entschlossen ihre Kleider und zwang sich durch das Dickicht auf der anderen Seite des Platzes. Bringe mir ben verlorenen Ball und ich werde Dich ewig lieben," rief Erna scherzend der Entschwindenden nach. Den Schläger durch die Luft schwingend, drehte sie sich wirbelnd auf den Fußspitzen um und stand im nächsten Augenblick vor dem jungen Mann., Sie starrte ihn fassungslos einige Sekunden an, Röthe und Blässe wechselten auf ihrem sprechenden Gesichtchen, dann gewann sie ihre Selbstbeherrschung wieder. Doch die wenigen Sekunden hatten genügt, ihn das freudige Aufleuchten in ihren Augen bemerken zu lassen. Jetzt oder nie," ermuthigte er sich selbst und trat entschlössen näher., .Mein gnädigesFraulein," begrüßte
er sie artig und lüftete die ihm vorzüg- j lich siehende Sportmütze, brechen Sie ' niemals ein Versprechen?" Niemals," erwiderte sie, noch erstaunter über seine ruhige Sicherheit al5 über seine sonderbare Frage. Bis jetzt hatte er in ihrer Gegenwart stets wie ein unmündiger Junge gestottert und gestammelt. Und trotz des fremden Blickes, mit dem sie ihn maß, ließ er sich nicht einschüchtern, nein, er fuhr sogar recht keck weitem fort: Dann müssen Sie auch das halten, was Sie soeben versprochen haben." Und mit einer Verbeugung hielt er ihr den Ball entgegen. O, wo haben Sie ihn gefunden?" rief sie freudig überrascht und wollte danach greifen, nicht um die Welt hätte ich ihn verlieren mögen, er ist mein Glücksbringer." Und er hat Glück, da er Ihnen gehört," erwiderte er verbindlich. Jetzt hätte Jemand vergeblich nach derAehnlichkeit mit seinem jüngeren Bruder gesucht,, seine Schüchternheit, seine Scheu waren wie fortgezaubert, und frei und offen blickten sie seine Augen an. Erna wollte mit einem Lächeln für die Schmeichelei danken, dann erinnerte sie sich daran, was sie am Vormittag von ihrer Freundin über ihn gehört hatte, und ein harter Zug trat in ihr Gesicht. Bitte, geben Sie mir den Ball," sagte sie kalt und streckte die Hand aus. Er ergriff die zarten Finger und hielt sie fest. Wollen Sie Ihr Versprechen halten?" flüsterte er und schaute ihr gerade in die sprühenden Sterne. Ich habe es nur meiner Freundin gemacht," erklärte sie frostig, und versuchte, ihm ihre Hand zu entziehen. Ein Versprechen ist ein Versprecben, und ich bringe Ihnen den Verlorenen," erwiderte er mit leiser, zärtlicher Stimme. Das ist ja sehr gütig von Ihnen Sie können aber doch nicht verlangen, daß , ich sie ewig lieben" werde, da " Hier preßte sie plötzlich die Lippen aufeinander und sah, ohne zu sehen, geradeaus vor sich hin. Da?" widerholte er fragend.. . Nun, da." erwiderte sie mit zuckendem Mund. Da Sie nicht wissen, daß ich Sie anbete? Ist dies der Grund? O, welch ein Dummkopf war ich, wie gewohnlich," sprudelte er heraus, Qnd sie widersprach ihm nicht. . Sehen Sie denn nicht, daß ich Jhnen auf Schritt und Tritt folge? Ich bin eifersüchtig auf jeden Menschen, der mit Ihnen spricht." -Das muß angenehm für ihn sein." dachte sie' amüsirt, als sie sich die Schaar ihrer 'zahlreichen Anbeter vergegenwärtigte. Seit ich Sie kennen lernte, sind Ihre Augen mein Himmel und Ihr goldenes Haar meine Sonne." fuhr er leidenschaftlich fort, wundert es Sie dann, wenn mir die Sprache fehlte, wenn ich Sie ansah?" Wie poetisch," lächelte sie schelmisch. Poetisch!" rief er aus, auf jeden Ton aus Ihrem Munde könnte ich ein Gedicht macken. auf ieden Blick ?in
Sonett, und wenn Sie mich in Zukunst so wie früher behandeln, schwöre ich Ionen, daß ich Zeit meines Lebens nur in Versen sprechen werde." Um Gotteswillen, alles, nur das nicht," flehte Erna, hob wie in Verzweiflung die Arme gegen den Himmel. sah aber den jungen Mann dabei mit Augen an, daß ihm vor Glück der Herzfchlag stockte. Dann nehmen Sie diesen Ball und mich," bat er innig. Und als sie schwieg, fügte er launig hinzu: Sie kaufen billig, wenn Sie mich ausschlagen, fände sich vielleicht ein anderer Abnehmer." O. Pu hinterlistiger Mensch! Dieser letzte Ball traf sein Ziel. Als Erna ausschaute, sah sie, wie sich ihre Freunbin vorsichtig aus dem Gebüsch herausarbeitete und langsam näher kam. Was der Liebe allein nicht gelungen war, das vollbrachte die Eifersucht. Ihn der andern lassen? Niemals! Noch einmal hielt er ihr den kleinen Ball entgegen, wortlos ergriff ihn das Mädchen und duldete es, daß sie zwei kräftige Arme umschlangen und zwei heiße Lippen die ihren suchten und fanden. Ein Untauglicher. Im Mainzer Anzeiger" war folgendes Geschichtchen zu ksen: In einem Dörfchen des Odenwaldes wurde unlängst die Gemeinderathsergänzungswahl vollzogen.. Das bisherige GemeinderathMitglied. Bauer N.. wurde von der Candidatenliste gesirichen. Verwundert fragte ein Freund einen älteren Gemeinderath, ob sich denn N. als Gemeindevorstandsmitglied nicht bewährt habe. Durchaus nicht" lautete prompt die Antwort der hat bei den Gemeinderathssitzungen regelmäßig fo geschnarcht, daß der Bürgermeister aufgewacht ist." r J7 ' t r H B e. rsr verspiele :ch mein ganzes Geld, dann schimpft Ihr mich auch noch aus. Wenn Ihr wieder 'mal spielen wollt, dann sucht Euch einen Dümmeren, als ich bin; ich glaub's aber kaum, daß Ihr einen findet!"
Europaische Nachrichten.
Frovinz Hannover. Hannover. Einen schweren Messerstich erlitt der Glaser Franz Roßberg, dem beim unglücklichen Sturz ein Messer, das , er offen in der Rocktasche trug, in den Brustkorb eindrang. Roßberg wurde auf der Feuerwehr - Hauptwache verbunden und mit dem Sanitätswagen in's Krankenhaus geschafft. G ö t t i n g e n. Vor einiger Zeit ist Hierselbst der General der Jnfanterie z. D. v. Conrady. Feldzugscommandeur der 77er in Celle im Feldzuge gegen Frankreich, im 77. Lebensjahre gestorben. Hamelsp ringe. Der etwa IJsährige Schulknabe Löhmann, Sohn des hiesigen Nachtwächters, wollte vor. kurzem auf dem Hofe des Landwirths Lange mit einem Pferde einen Wagen in die Scheune fahrend Bei dieser Gelegenheit schlug das Pferd aus und traf den dahinterstehenden Lohmann so unglücklich an den opf. daß er, wie der sofort herbeigerufene Arzt konstatirte. einen Ech'ädelbruch und Gehirnentzündung davontrug. Leer. Kürzlich verschwand von einem im Emsstrome ankernden Fischereifahrzeug der am 17. März 1891 zu Norddeich geborene Schiffsjunge Hinrich Wienrank. Es wurde vermuthet, daß der Knabe auf einer Bootfahrt vom Schiff nach der Solboraer Seite verunglückt sei. Diese Vermutbung ist richtig gewesen. Der Schiffer H. Janssen von hier und der Bruder des Verschwundenen fanden die Leiche des Knaben im Strom vor der Seeschleuse treibend und bargen dieselbe. Markoldendorf. , Das Fest der goldenen Hochzeit begingen die Eheleute Leineweber Christian Knoke und Frau in seltener, geistiger und körperlicher Frische. Der Kaiser ließ dem Jubelpaar ein Gnadengeschenk überweisen. Stederdorf. Hier erhängte sich der bejahrte Altentheiler Heinemann in der Scheunenkammer seines Schwiegersohnes. Der Grund zn der That soll ein nervöses Leiden sein. - Warsingsfehn. Von der Besatzung des Fischdampfers Elsaß" ist der Netzmacher Haßkamp von hier im Fischereihafen zu Nordenham ertrunken. Haßkamp war schon seit längerer Zeit auf denDampfern der Nordsee" gefahren. Vroviz Westfaren. M ü n st e r. Der Maurer Kringhoff, welcher zum Wildern ausgegangen war, wurde in der Bauerschaft Werfe von dem ihn begleitenden Maurer Anton, welcher ihm beim Ucbersteigen einer Hecke das Gewahr reichte, durch einen loögehenden Schuß in den Kopf getödtet. Der Thäter und zwei weitere Begleiter wurden verhaftet. B o r n h o l t e. Vor kurzem wurde die 3M; Jahre alte Tochter des Kolons Schlangenotto gent. Ecklenkamp von hier in einem in der Nähe des elterlichen Gehöfts befindlichen Wassergraben als Leiche ausgefunden. Das Kind war von dem Vater zu einem Bekannten geschickt, um dort eine Bestellung auszurichten; es mußte auf diesem Wege eine an den Chausseen von Verl nach Wiedenbrück über den mit Wasser gefüllten Abzugsgraben führende Brücke Passiren. Ohne Frage ist es auf dieser Brücke Abgestürzt und hat so in dem Wasser seinen Tod gefunden B r a k e l. Einen unerwartet schnellen Tod fand der in den 60er Jahren stehende Arbeiter Wilhelm Beine von hier. Auf offener Straße, vor dem Haufe des Kohlenhändlers A. Wulf, fiel er plötzlich im . Gehen um und war schon nach wenigen Augenblicken eine Leiche. Ein Herzschlag hatte dem Leben des sonst noch recht rüstigen Mannes ein jähes Ende bereitet. GLtersloh. Am Eisenbahndämme in der Nähe der Lederfabrik wurde der Arbeiter Wilh. Grafheinrich todt aufgefunden. Hagen. Der Arbeiter Joh. Münscher hatte eine Bescheinigung seiner Arbeitgeber über den von ihm tn'den letzten drei Jahren verdienten Lohn (es handelte sich um Berufung gegeu die Einkommensteuer Veranlagung) gefälscht und sollte sich deshalb vor der Strafkammer verantworten. Um der Schande, in's Gefängniß wandern zu müssen, zu entgehen, vergiftete er sich vor der Verhandlung in der Fabrik durch Schwefelsäure. In kurzer Zeit war der Mann todt. P aderborn. Der Rangirmeister Wolke blieb, als er das Bahnhofsgeleise überschritt, mit dem Schuhabsatz in einer Weiche 'hängen und wurde von einem Rangirzug Übersahren und getödtet. Rummenohl. Von einem gräßlichen Unglück wurde die Familie des Hilfsweichenstellers A. Baumüller betroffen.Die Frau brachte die beiden 7 resp. 312 Jahre alten Kinder in das im ersten Stock belegene Schlafzimmer und stellte, -iveil die Kinder sich im Dunkeln ängstigten, eine Handlaterne auf ein Wandbrett, wie sie dies allkbendlich that. Als das Ehepaar' die Schlafstube betrat, drang ihnen dichter Rauch entgegen, die Laterne war explo--dirt und die Flamme hatte an der Wand hängende Kleidungsstück in Brand gesetzt. Die beiden Kinder, ein 7jähriges Mädchen und ein Zjähriger Knabe lagen leblos in ihrem Bette.
Die Stadt Des M 0 i n e 's n Iowa erhält seit dem 1. Januar Leucht- und Heizgas zum Preise von $1'fc 1000 Kubikfuß. Dies ist daS erste Dollargas in ganz Iowa. Dieser Preis bleibt 5 Jahre in Krast, woraus em neuer Preis vereinbart werden soll. Bor neun Jahren betrug der Gaspreis $1.70. Alsdann kam ein Contrakt zwischen der Stadt, welche sonst ihre eigenen Gaswerke errichtet haben würde, und der Capital City Light Co. zu Stande, unter welchem der Preis sofort auf $1.50 reduzirt wurde, mit der Bestimmung,' daß er von da an jahrlich von 5 bis 10 Cents herabgesetzt werden solle, bis die Rate auf $1 gesunken sei. In einen 60 Fuß tiefen Brunnen stürzte sich zu früher Morgenstunde Frl. Annie Dagen, die nahe Pequea, nicht weit von Lancasier, Pa., wohnte. Frl. Dagen, die erst 20 Jahre zählte, litt seit längerer Zeit an schwerer Melancholie. Der Vater der LeÄensmüden bemerkte ihr sonderbares Gebühren, und da er mit Recht fluch ttie, sie werde sich ein Leid anthun, ließ er sie in den letzten vierzehn Tagen nicht aus den Augen. Des Nachts ruhte er in einem Lehnsessel in einem Zimmer, das an das Schlafzimmer des Mädchens anstößt. Die Nächte waren aber für den besorgten Vater fchlaflos, und schließlich übermannte 'ihn die Müdigkeit derart, daß er einschlief. Diese Gelegenheit benutzte Frl. Dagen für ihre That. Mit dem Beginn des neuen Jahres wurden fast in allen Fabriken des Wollfabrikzweiges in New England höhere Lohnskalen eingeführt unv im Ganzen belaufen sich die Erhöhun-
gen der Zahllisten auf etwa $1.500.000 und gegen 50.000 Fabrikarbeiter werden an der Zulage participiren, welche von sechs bis zehn Procent beträgt. Auch die Angestellten der Fabriken in den Staaten Ohio, New Fork, Connecticut. Rhode Island, Massachusetts, New Hampshire, Vermont und Maine nehmen an der Aufbesserung theil. Der wichtigste Schritt in der fraglichen Richtung wurde am 12. December von den Direktoren der American Woolen Company in einer in New Vork abgehaltenen Sitzung aethan, indem sie beschloß, die Löhne threr etwa 30,000 Arbeiter vom 1. Januar ab um 10 Procent zu erhöhen. Ihre 30 Fabriken liegen in sieben ver sclziedenen Staaten und die Mehrbewilligung beläuft sich auf etwa $1.000.000. Ihrem Beispiel folgten viek unabhängige Gesellschaften. Eine aufregende Scene spielte sich an Bord des neuen Turbinendampfers Carmania" der Cu nard-Linie ab. als der Dampfer an der Quarantäne-Station von New York lag. Der als Arrestant an Bord befindliche Charles Meier aus San Krancisco, der ei?r dortigen Firma $25,000 unterschlagen haben soll, machte, um sich dem irdischen Richte': zu entziehen, seinem Leben dura) einen Revolverschuß ein Ende. Meier war bei der Sekt-Firma Pommery in San Francisco'angesiellt und wurde nach Unterschlagung des genannten Betrages flüchtig. Seine Spur wurde über Galveston nach Berlin und von dort nach London verfolgt, wo es gelang, den Mann festzunehmen. Sergeant H. C. Reynolds wurde von San Fran cisco nach London geschickt, um den Arrestanten behufs seiner Prozessirunz abzuholen. Beide hatten die Kabine No. 63 in der ersten Klasse inne. Wie Reynolds erklärt, war der -Arrestant sehr aufgeregt, und je mehr sich die Reise ihrem Ende näherte, desto größer wurde die Ruhelosigkeit des Mannes. Während der Nacht vorher versuchte Meier, der das obere Bett inne hatte, dreimal herunter zu klettern, wurde aber stets von Reynolds daran verhindert. Ein schlimmes Erlebniß mit einem Bären erzählte dieser Tage Walter Malloy. ein 14jähriger Bursche einer Jury in einem New Forker Gericht, welche darüber entscheiden sollte, ob die Schadenersatzansprüche des Knaben, der von John H. Starin $50,000 verlangte.begründet seien. Der kleine Walter spielte im Mai 1902 auf einem von Starin gepachteten Dock, auf welchem sich zwei Käfige mit je einem Bären befanden. Einem dieser Thiere gelang es, Walter zu fassen, und als man den Knaben aus der gefährlichen Nähe fortbrachte, mußte er einen Theil eines seiner Füße dort lassen und, was der Bär übrig gelassen, mußte von der Hand des Chirurgen amputirt werden. Der Beklagte lehnte die Verantwortlichkeit für den Unglücksfall ab und erklärte, er hätte die Thiere lediglich zu transportiren ge habt und für deren Beaufsichtigung seien der Eigenthümer und seine Angestellten verantwortlich gewesen. Zudem habe der Knabe die Bären geneck! und so den Vorfall selbst verschuldet. Jung Walter erzählte dagegen, daß zwei Käfige mit oen Bären auf dem Dock standen, in dem einen habe sich ein ganz junges Thier befunden und in dem andern Big Tom", der Bär. der ihm den Denkzettel gegeben. Er habe diesen Käfig kaum, gesehen und nur den kleinen Bären betrachtet, als er sich plötzlich 'an einem Fuße festgehalten fühlte id gleichzeitig heftige stechende Schmerzen in demselben empfand. Er wisse dann nur noch, daß man ihn nach einem Hospitale brachte, wo er, als er ach längerer Zeit wieder zu sich kam. entdeckte, daß ihm ein Bein . abgenom men worden sei. Dem Knaben wurden $10,000 Schadenersatz zugesprochen.
