Indiana Tribüne, Volume 29, Number 127, Indianapolis, Marion County, 22 January 1906 — Page 7
Jndiana Tribüne, 22. Januar 1906
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Sinkende o o o -K O o -K O -. 0 HO 3O K r i m i n a ! r 0 m a tt von ' G3vidi (öbcnstcin O o oooooooooooo (Fortsetzung.) dann liebst Du- n6 ,vi.4.lt (VmU mqti Tann bleibt mir nur eines übrig ' .Thu, was Tu willst.' .Tann sind wir a!so geschiedene Leute!' -.Wie Tu willst!' , Go kam es. liebe Vertha. . Nunsagen Sie selbst, ob mich eine Schuld trifft!" Vertha war sehr erstaunt. Sie konnte sich Ernstes Benehmen gar nicht erllärcn. Frau v. Moutferrat brach plötzlich in Thränen aus. ..Ach keiner weiß, was er mir war! Ich werde ihn nie nie vergessen können!" Unwillkürlich legte Lertha ihre Hand auf den Arm der Weinenden: s rzi ity,, :- t-i;Vn " viii.ii- iyC.tilS, 11 UUii llllk W sagte sie mitleidig. Frau v. Montferrat trocknete ihre Thränen. Ich-danke Ihnen. Tertw. Ihr Mitgefühl thut mir so wohl. A ich weiß, auch Sie haben gelitten. Ta wissen Sie wohl, wie einem anderen im Leid zu Muthe ist. Aber " sie hob plötzlich den Nopf und blickte Frau Fröhlich fragend an, was Ihren Sohn betrifft, nicht wahr, Sie glauben'doch an seine Unschuld? Ich habe alles gelesen, was die Zeitungen brackzten. auch das Geständniß. Ich weiß auch, wie Ernst leider immer übe? den armen jungen Mann dachte. Trotzdem glaube ich an seine Unschuld!" Bertha zuckte zusammen und starrte die Sprecherin fassungslos an. Sie Sie glauben an ihn?" Tann faltete sie mit strahlendem Ausdruck die Hände. Es war ihr nicht anders, als thäte sich nach langer Finsterniß plötzlich der Himmel vor ihr auf. Einen MenZchen also gibt es. der an ihn glaub:! O mein Gott, ich danke Tir! Und gerade da, wo ich es am wenigsten erwartete!" Tai Unglück bringt die Menschen einander näher, als hundert Jahre des Glücks!" sagte Helene v. Montferrat sanft und drückte Berthas Hand. Tann richtete sie sich lebhaft auf. Natürlich glaube ich an ihn, trotz aller Beweises" " Nun, wir werden den wahren Schuldigen schon finden, wissen wir doch fchon so viel über ihn. daß " Ah. das ist interessant. Sie haben eine Spur?" fragte Helene und blickte voll Neugierde auf Frau Fröhlich. Gewiß. Und wir hoffen " Stattn Sie denn jemand zur Seite, der Ihnen beisieht?" Ja. einen sehr geschickten Privatdetektiv. Herrn Silas Hempel." Bertha brach plötzlich ab. Sie erinnerte sich mit Schrecken, daß Hempe! ihr völliges Stillschweigen auferlegt hatte. In der Freude ihres Herzens über die unerwartete Bundesgenossin hätte sie sich nun beinahe verpläudert. Frau v. Montftrrat steift auf. Ich muß nun nach Hause, aber nicht wahr. liebe Bertha, ich darf Sie recht bald besuchen, und dann erzählen Sie mir alles ausführlich, was Ihren Sohn betrifft. Es interessirt mich außerordentlich." Es wird mich sehr freuen, wenn Sie kommen." antwortete Bertha warm. Ich bin ganz vereinsamt, und es wird mir wohlthun, mich aussprechen zu können." Von heute an haben Sie eine Freundin, Bertha! Wie danke ich dem Schicksal, daß es uns zusammenführte, denn auch ich war vereinsamt und verbittert.' Tas soll nun für uns beide anders werden. Leben Sie wohl!" Ein Händedruck, so herzlich, wie sie ihn nie, zuvor gewechselt hatten, dann trennten sie sich. Helene fuhr in ihr elegantes Absteigequartier in der Landstraße, Bertha zu Silas Hempe!. Sie hatte ihn acht Tage nicht gesehen und begriff nicht, weshalb er sie so ganz vergaß. Leider traf sie ihn nicht zu Hause. Kata streckte den struppigen Kopf heraus und brummte mürrisch: Verreist." Tann schlug sie die Thür knallend zu. Frau Fröhlich mußte unve richtete? Dinge heimkehren. Aber sie war doch nicht mehr so bedruckt wie in letzter Zeit. Hatte sie doch eine Seele gefunden, die gleich ihr an Roberts Unschuld glaubte. 11. Kapitel. Weber die Pußta sauste ein Schlitten, von vier Pferden C5 gezogen. Es war kalt, und ' der Schnee wirbelte, vom Winde emporgetrieben, in Millionen winzigen Elsnadeln durch o:e Lust. Kein Baum, kein Strauch unterbrach die endlose weike Fläche. Hin und wieder eine einsame Tanya. ein Hof mit d?m eigenthümlichen, galg.naynlichen Ziehbrunnen der Pußta davor. over eine yanövoll armseliger Hütten. die sich Dorf nennt sonst nichts. Kutscher und Fahraast waren beinahe gleich gekleidet. Lange Mäntel aus Schafpelz hüllten sie von oben bis unten ein. dazu trugen beide auf dem Kopf hohe Schasscllmukcn. blantgewichste, an den Enden nadelsviiartia
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zusammengedrehte Schnurrbärte und im Munde Tabakpfeifen. Neben dem Mann im Schlitten lehnte ein dicker, knotiger Stock, wie ihn die Schweinezüchter auf ihren Fahrten über Land ii Um,v Der Reisende hüllte sich fröstelnd fester in den Schafpelz. Haben wir noch weit nach Nagy-Szolnok?" fragte cr den Kutscher. Nein. Herr. Gleich werdet Ihr die Bäume seben, welche um das Schloß gepflanzt sind." Wirklich tauchten kaum eine Viertelstunde später dunkle Punkte am Horigent auf, an di: sich die Umrisse verschiedener Gebäude schlössen. Der Kutscher wies mit der Peitsche darauf hin. Tort ist es. Herr." Dann hieb er auf die Pferde ein. daß sie, sich aufbäumend, in noch wilderem Galopp dahinstürmten. Endlich hielt der Schlitten vor einem einstöckigen, altersgrauen Bau, der trotz seine? Stattlichkeit einen unwirthlichen vernachlässigten Eindruck machte. Nur der rechte Seitenflügel befand sich
in halbwegs gutem Zuitand. Dort hatten' die Fenster Spiegelscheiben, das Tach war neu gedeckt, und die Marmortreppe mit Teppichen belegt. Nasenanlagen. von herrlichen alten Bäumen überschattet, die jetzt freilich winteriahl dastanden, zeigten, daß der Vesitzer der Herrschaft. Graf Hegyassy. guten Geschmack besaß und wohl etwas an sein Gut wendete, auf dem er sich zuweilen aushielt. Sonst freilich sah es trostlos aus ringsum. Vor den vernachlässigten Wirthschaftsgebäuden war der Boden von den Schweinen aufgewühlt, Düngerhaufen und Jauchetümpel machten sich breit, und zwischen halbzerbrochenen Gerathen lungerten zottige Sch'aferhunde, welche eine Schaar sich im Frost aneinanderdreängender Schafe behüten sollten, .daß sie nicht in den hinter dem Hof beginnenden Sumpf geriethen. Als der Schlitten hielt, erhoben sie ein schauriges Geheul, rührten sich aber nicht vom Platz. Einige Knechte kamen herbei und bemächtigten sich der dampfendcn Pferde. Te? Mann im Schlitten stieg aus. Ist der Direktor zu sprechen?" fragte er. Ja. Euer Gnaden das heißt, ich wde fragen!" antwortete eine schmutzige Magd, die den Fremden neugierig gemustert hatte. Geh und sage ihm. ein SchweineHändler sei da, der gern mit ihm sprcchen möchte." Ja, Herr." Tie Magd ärgerte sich im stillen, daß sie ..Euer Gnaden" gesagt hatte. Sie hatte dem Fremden nur in' Gesicht gesehen und danach geschlossen, es müsse ein Stadtherr sein. Und jetzt war er nur SchweineHändler! Sie beeilte sich deshalb auch nicht sehr, und der Fremde mußte wohl eine Viertelstunde warten.ehe sie wieder erschien und mit schnippischer Herablassung sagte: Ihr könnt eintreten. Der TireZtor wird Euch rufen lassen, wenn er Zei: hat." , Damit öffnete sie ein Gemach zu ebener Erde, das einen kanzleiartigen Eindruck machte. An einem Pult am Fenne? arbeitete ein junger Mensch. Der Fremde grüßte und wollte sich still in eine Ecke setzen, aber der Jungling. dem es auf der einsamen Herrschaft offenbar ein seltenes Vergnügen war, mit einem Fremden plaudern zu können, klappte sein Buch zu und nöthigte ihn. sich auf ein altes Sofa zu setzen, das neben dem Ofen stand. Als erhörte, der Fremde sei im Schlitten ohne Unterbrechung von Pest her gekommen, ließ er Wein bringen und Paprikaspeck, damit der Durchfrorene sich ein wenig stärke. Bald waren sie im besten Plaudern. Te? Fremde nannte sich Lajos Sziget und gab an. daß er in erster Linie wegen der Szalontaer Schweine käme, die außer auf der Staatsdonläne Kisöcr nur noch in Nagy-Szolnok gezüchtet wu?den. Er wollte einen Versuch mit dieser einst so vielverbreiteten Rasse machen in seiner Züchteret. Glauben Sie. daß mir Ihr Direkto? ein Paar ablassen wird?" fragteer. Der junge Mensch zuckte die Achseln. Das kommt ganz auf seine Laune an." Erlist wohl ein sehr großer und gestrenger Herr?" Hm kommt auch auf seine Laune an. Manchmal glaubt man sich hie? noch in die Zeit der Leibeigenschaft verfetzt, manchmal gibt es keinen besseren Herrn, als Sandor Usyagy. Jedenfalls hängt Sonnenschein und Regen auf der Herrschaft von ihm ab. Wenn er auf Regenwetter steht, dann zittert ganz Naqy-Szolnok vor ihm." Und der Graf? Nimmt er sich denn seiner Leute nicht an?" Ach. der Graf! Bei dem gilt Usyagy alles. Auch kümmert er sich um nichts auf der Herrschaft. Wenn er kommt, muß alles in Ordnuna sein, und die Gelder müssen pünktlich jeden Ersten daliegen alles andere ist Sache des Direktors. Neulich ließ der einen Bauern so lange prügeln, bis er nicht mehr aufstehen konnte. Und warum? Weil des Bauern Rinder auf das Gutsgebiet herubergrasten. Als der auer wteöer geiuno war, ging er zu dem Grafen, um sich zu beklagen, aber der jagte ihn mit der Reitpeitsche so schnell hinaus, daß er nicht wußte, wo sein Hof lag. und einen ganzen Tag im Sumpf hinter dem Schlon liegen blieb, bis es ihm wieder einfiel." Das sind ja nette Zustände hier!" ! lachte der Schweineh'ändler.. .Da ist's
bei uns drüben über der Donau doch besser!" Was wollen Sie? Wir sind eben im Alföld! Da nimmt man's nicht so genau.' Was sollen denn die Leute machen? Bis Budapest ist's weit, und
der Stuhlrichter ist der beste Freund des Direktors." Und Sie? Haben Sie auch unter diesen Verhältnissen zu leiden?" Der junge Mann warf sich stolz in die Brust. .Ich? O nein! Ich bin Beamter hier, des Direktors Sekretär, also der erste nach ihm. Wenn cr verreist, was sehr oft geschieht, dann bin ich der Herr auf Ragy-Szolnok." Ist der Direktor verheiratet?" Der Sekretär lachte. Fällt ihm gax nicht ein! Der tyrannisirt die Weiber gerade so wi: die Bauern, und sie zittern alle vor ihm. Vor etwa zwei Jahren freilich, da ging die Rede, daß er seine Augen gar zur öiomtesse Irma erhebe und des Grafen Schwiegersohn werdm wolle. Aber das war doch wohl zu hoch gegriffen. Es ist jedenfalls Nichts daraus geworden, und die Komtesse soll jetzt den Grafen Belas heirathen." Das Gespräch wurde unterbrochen durch den Eintritt eines großen, starken Mannes. Sein blitzendes Auge, das unheimlich Hell in dem bronzefarbigen. bartlosen Gesicht stand, überflog die beiden Männer, dann warf er den Kopf zurück, daß das blauschwarze Haar flog, und sagte lachend: Aha, Jmre Szentivaly hat es Ihnen schon behaglich gemacht auf Nagy-Szolnok. Da3 ist recht! Wenn Sie genügend ausgerastet und erwärmt sind von der langen Fahrt, so können wir von Geschäften reden, wenn es Ihnen beliebt." Das war mit vollendeter LiebensWürdigkeit gesprochen. Lajos Sziget erhob sich und begrüßte den Direktor, denn dieser war es, mit der gleich: liebenswürdigcn Höflichkeit. Ich bin schon völlig ausgeruht, Herr Direktor!" ..Schön. Was führt Sie nach RagySzolnok?" Ich habe gehört, daß Sie hier noch eine Zucht Szalontaer Schweine habcn. Ganz richtig. Sie sind rothborstiz, mit nach vorne gespitzten Ohren, langen Beinen, wie die eines Rehes, und gestrecktem Kopf. Wir züchten sie nebenbei. weil sie ungemein zäh sind und gar keine Pflege erfordern. Sie treiben sich Sommer und Winter draußen in den Sümpfen herum." Eben deshalb möchte auch ich einen Versuch mit ihnen machen. Ich habe viel Sumpf bei meiner Tanya und daneben Eichenwaldungen." Ich muß Sie aber darauf aufmerk sam machen, daß man die einst in Ungärn so vielverbreitete Szalontaer Rasse darum beinahe aussterben ließ, weil sie sich sehr langsam entwickelt. Sie braucht zwei Jahre, wozu die weiße und schwarze Rasse nur ein Jahr braucht." Tas ist mir bekannt. Trotzdem " Sie können sich ;a die Thiere an sehen. Gehen wir also hinaus, wenn es beliebt." Als sie vor das Haus traten,sprengte eben ein Reiter auf schweißbedecktem Pferde daher. Als er den Direktor erblickte, rief er: Guten Taq. Euer Gnaden ein Telegramm!" Noch vom Pferd aus reichte er eine Depesche herao. Der. Direktor 'riß sie sogleich auf. Wahrend eines Augenblicks flog ein jähes Erschrecken über sein Gesicht, dann lächelte er, steckte das Papier in die Tasche seines Pelzes und wandte sich mit verdoppelter Liebenswürdigkeit an Laios Sziget. Nachdem die Szalontaer Schweine besichtigt waren, und Herr Sziget für ein Paar derselben sich entschlossen hatte. die er in wenden Tagen abbolen lassen wollte, lud ihn der .Direktor zu einem Frühstück ein. Er führte ihn in ein Zimmer seiner Privatwohnung, dessen luxuriöse Einrichtung in grellstem Widerspruch stand zu den sonstigen Verhaltmssen auf der Pußta. Beide legten die Pelze ab und machten es sich bequem. Der Tirektor holte Cigarren und stellte sie vor seinen Gast hin. Tann sagte er: Nun will ich sehen, daß wir auch etwas zu essen be kommen. Zünden Sie sich einstweilen eine Cigarre an, es ist gute Waare." Kaum hatte cr das Zimmer verlassenals der Schwcinehändler wie der Blitz nach dem Sofa stürzte, wo der Pelz Sandor Usyagys lag. Mit einem Griff hatte er das Telegrammen der Hand und las den Inhalt. Es waren nur vier Worte: Achtung: Silas Hempel kommt!" Ebenso rasch steckte es Laios Sziget wieder in die Tasche des Pelzes und setzte sich auf feinen Platz. Von dort aus musterte er die Umgebung. Das Zimmer machte eher den Eindruck eines Damenboudoirs. Zahllose Nippsachen standen herum, weiche, helle Polstermöbcl und an den Fenstern weiße Spitzenvorhange. Am Schreibtisch . standen zwei große Porträts in Vlüschrahmen einander gegenüber, eines davon stellte den Grafen dar, das andere seine Tochter Irma. Jetzt trat der Direktor wieder sin. und gleich oaraur wuroe das Fruystua servirt. Während desselben kam die Rede auf die gräfliche Familie und die Erkrankung der Gräfin Irma, sowie deren Verlobung. Wenn Sandor Usyaav ie wa?mere (desuyle sur seine Pfle geschwester gehabt hatte oder noch hegte, so wußte er sich zweifellos ausgezeichne zu verstellen. Nichts in seinen Worten oder Mienen deutete darauf hin. daß er
mehr für sie empfand, als die herzliche Verehrung, welche dem ersten Beamten des Hauses geziemte. Dagegen verlor cr für einen Moment die Fassung, als Lajos Sziaet hin-
warf: Und wie steht es denn mit der Heirath des Grafen Seavassv? Ich habe in Pest gehört, daß sie stattfinden soll, sobald die junge Gräfin verheirathet ist." ' Da verzerrten sich Sandor Usyaays Züge wie in jähem Schreck. Freilich nur sur einen Moment, dann lächelte er. Das muß wohl ein Irrthum sein! Der Gras denkt nicht daran, sich zu verheirathen. Mit wem denn auch?" Es soll eine Landsmännin von ihm sein. Ich sah sie selbst einmal Arm in Arm mit ihm gehen. Sie ist sebr schön. Aber wenn es noch Geheimniß ist, dann bitte ich um Verzeihung." Der Tirektor antwortete nichts. Er saß da und starrte nachdenklich vor sich hin. Tann fuhr er plötzlich auf, lachte und schenkte seinem Gast em. Was kummert s uns schließlich? Trinken Sie. Herr Sziget, trinken Sie!" Als der .Schweinehandler endlich aufbrechen wollte, ließ es sich Sandor Usyagy nimt nehmen, ihn selbst nach Pest zurückzubegleiten. Alles Abwehren war umsonst. Ich habe zu thun in der Stadt." sagte er, übernachte dann drinnen und fahre morgen zurück. Im Vertrauen gesagt es ist ein Vergnügen für mich, wenn ich wieder einmal wegkomme von diesem Pußtagrab!" So fuhren sie zusammen bis nach Pest. Es war bereits Nacht, als sie dort ankamen. Ter Direktor sagte: Sie benützen wohl noch den Nachtzug nach Wien? Ich werde Sie auf den Babnhof begleiten." ' Der andere blickte erstaunt auf.' Woher wissen Sie denn, daß mich meine Geschäfte noch nach Wien führen?" Usyagy lachte. Ich glaube, Sie erwähnten es vorhin." Am Bahnhof sagte er plötzlich: Nur eines macht mir Sorae, mein Bester!" Und das wäre?"" Wo Sie die Szalontaer Schweine unterbringen werden in der Bernardgasse, Herr Silas Hempel! Der Angeredete fuhr zurück, als habe er einen Schlag bekommen. Usyagy aber fuhr mit seltsamem Lachen fort: Sie haben geglaubt, ich würde einen wirklichen Schweinehändler zum Frühstück laden? Nein, mein Lieber, da kennen Sie Sandor Usyagy schlecht!" Plötzlich aber veränderte sich sein Gesicht und er zischte: Nun ken nen Sie mich wohl! Und ich hoffe, Sie vergessen nie, mit wem Sie es zu thun haben! Guten Abend! Damit ließ er den verblüfften Sila stehen und wandte sich dem Ausgang des Bahnhofs zu. Hempel blickte ihm lange nach. Das war ein schwacher Zug," murmelte er. Damit, Sandor Usyagy, hast Du Dich verrathen!" 12. Kapitel. ie nächtliche Eisenbahnfahrt lag Hempel noch in allen Gliedern, als er sich am andern Morgen spät erhob, noch mehr aber Schreck und Aerger darüber, daß Usyagy ihn durchschaut hatte. Murx dehnte und streckte sich, als er sah, daß sein Herr endlich erwacht war. und kroch über die Bettdecke schmeichelnd näher, um, sich liebkosen zu lassen. Aber Silas hatte heute kein Auge für ihn. wie er kern Ohr hatte für das fröhliche Gezwitscher seiner Vögel im Nebenzimmer. Unaufhörlich beschäftigte ihn der Gedanke, wer jenes Telegramm nach Nagy-Szolnok gesandt haben könne. Kein Mensch, nicht einmal Kata. wußte um diese Reise. Er selbst hatte sich ganz plötzlich dazu entschlossen, einem unbestimmten Dränge folgend, der ihn nicht mehr los ließ, bis er dem Mann Aug' in Auge gegenüberstand, auf dem sein Verdacht ruhte. Nun kannte er ihn. Fester denn je stand der Verdacht in ihm: dieser und kein anderer ist der Mörder. Aber was war damit gewonnen? Hatte er einen einzigen thatsächlichen Beweis? Nein. Und schlimmer als das: der Mann war gewarnt. Er kannte die Hand, die sich nach ihm ausstreckte, und er würde natürlich alles thun, um sich ihr zu entziehen oder sie zu vernichten. Aber wem verdankte er diese Situation? Wenn ich abergläubisch wäre, bei Gott, ich müßte an Hexerei glauben!" murmelte er und begann sich anzukleiden. Dann rief er Kata und fragte sie. ob in seiner Abwesenheit Frau Fröhlich dagewesen sei. Die Alte nickte. Ja war da. Und noch eine." Wer?" Weiß nicht. Sehr jung, sehr schön, aber krank." Silas blickte erstaunt auf. Was soll das heißen? Drücke Dich deutlicher aus!"' War sie vorgestern Abend da. Fragt nach Herrn. Herr verreist, sage ich. Dame erschrocken. Lehnt sich an das Thür war krank." ' ' (Fortsetzung folgt.) Galant. Ich bitte. Sie, mein Herr, fassen Sie mich beim Tanzen nicht zu fest, ich kann das nicht vertragen." Bitte sehr, mein Fräulein! Aber ich bin Goldschmied und mein Prinzip ist es, daß ein Juwel nie fest genug gefaßt werden kann!"
ttni der Rolle
Richter (im Zechprellerprozeß): Nachdem Sie also die vier Flaschen Wein getrunken hattet, ließen Sie sich eine Rinderzunge geben und Champignons dazu; (neugierig) sagen Sie 'mal, schmeckt denn das zusammen?"
Wenn zwei dasselbe thun. Jetzt um fünf kommst Du nach ause! Die ganze Nacht habe ich kein Cüge zugemacht! " Na. meinst ich?!" Abgeblitzt. Was. gnädiges Fräulein haben gestern Abend allein am Strand promeniert? Ich hatte den Vorzug, Herr Leutnant. Maßstab. Was, erst zwei Jahr ist Ihr Bub in der Lehre? Ten Ohren nach hätt' ich gemeint, er wär' fertig." M odetne Umwandlung. Fußwanderer: Ist denn da weit und breit kein. Wirthshaus zu finden?" Na, dös rentirt si' nimmer, das sind jetzt lauter Benzinstationen word'n." Sichersten Weg. (Er aus der Zeitung vorlesend): ...Der der That Verdächtige kann für die Zeit von zehn Uhr Abends an kein Alibi nachweifen." Sie: Geschieht ihm ganz recht... hätt' er geheirathet!" Verfängliche Fralzc. L Papa, bist Du wirklich der Gescheidtere?" .Wie meinst Du das?" Weil Du immer der Mama nachgibst!" Der Sonntagsreiter i m D u s e l. Sonntagsreiter (der nach einer Kneiperei bezecht in den Rinnstein gefallen): Zum Kuckuck! Eigentlich wollte ich heute doch gar nicht ausreiten!" , Erklärung. Also Ihnen gehört das neue Haus, Herr Wuchermeier? Ich glaubte, daß es dem Baron Leichtsprung gehöre." Ach Gott! Baron Leichtsprung war, eher damit fertig als der Baumeister."
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gefallen.
Ausgleich. Parvenu: Ich hab' nur eine Tochter, die aber bekommt e halbe Million!" Freier: Ich hab' auch nur einen Gläubiger, der verlangt ebensoviel!" Im Eifer. Dichterling (zu seiner jungen Frau): Wie, Du fyast mir die Gedichtsendung noch nicht nach dem Postamt getragen,. . . das ist doch stark,. . . die könnten schon wieder zurück sein!" Beweis. Lehrer: Also, der Alkohol ist ein Gift! Kann mir einer von euch einen Beweis dafür erbringen?" Schuljunge: Wenn mein Vater 'mal zuviel getrunken hat. wird meine Mutter allemal mächtig giftig." chnell verstanden. -irT F ' ll tlHEls Der Frieder steigt mit seinem Buben in den Wald hinauf. Unterwegs bemerken sie feitwärts einen scheinbar herrenlosen Schubkarren. Kaum sieht der Bub' den Karren da meint er: Du. Vata...!" Dummer Bua halt's Maul," sagt der Vata im Abageha!" Vor der Soiree. Sollen wir den jungen Mayer wirklich einladen? Er ist ein so unangenehmer Mensch!" Aber man kann so gute Witze über ihn machen!" ' Naiv. Fräulein (nachdem es b Orakelblumen abgerupft hat, jubelnd): Jedesmal stimmt's.... er liebt mich!" Dienstmädchen: Ist das immer derselbe oder jedesmal ein anderer? Höchste Zeit. In mei'm Fischwasser is aber schon kein Schwanzerl mehr drin! . .'. Da is d' höchst' Zeit, daß ich's an an' Sommerfrischler verpacht'!" Umschrieben. Warum geht denn de? Leutnant v. A. schon in Pension?" Er ist so nervös, er kann das Knallen nicht mehr vertragen.", Wahrscheinlich haben die Ehampag nerpfropfen zuviel geknallt." Immer Geschäftsmann. Einbrecher: Geld her!" 'Pfandleiher: Na. was kann ich geben for de alte Pixtol?! H-chstens e'Mark!" '
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