Indiana Tribüne, Volume 29, Number 127, Indianapolis, Marion County, 22 January 1906 — Page 4
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Jndtana Tribüne, 22. Januar 190G.
Jndiana Tribüne. Heranlgegeben vou der Indianapolis, Ind. Harry O. Thndiu .... PrSftöent.
Geschäfts local: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. antered at the Post OfEce ot Indianapolis as second dass matter. Die Einwanderungs-Bill. Mit den unsinnigsten Argumenten einerseits, und verächtlicher Engherzig UM andererseits wird der neuen EinvanderungZ Vorlage das Wort geredet. Ueder den von Markus Braun dem Kongreß überreichten Bericht über seine Unterstützung der Einwanderung von Oefterreich'Ungarn, Italien, der Tür Iti und Griechenland haben wir schon unser unmaßgebliches Urtheil abgegeden. ES ist schade, daß die Admini. ftration eS noch nicht so weit gebracht hat, jemandem Dem sie ein Amt giebt, auch den dazu nöthigen Verstand mit dazuzugeben. MarkuZ Braun hätte eine tüchtige Portion davon gebrauchen können. ES ist eine Schmach, daß ein Briefträger, der gegen geringen Mo. natZlohn aufreibende Arbeit verrichten muß, erst eine Eivildienst'Prüfung be stehen muß, wahrend einer, der Ein Wanderung- Inspektor werden will, wozu nicht nur weitgehende Kenntnisse und ein logisch arbeitender Denkappa rat, sondern auch strengste Unparteilich keit nöthig, ist, nur für die Partei. Maschine gearbeitet zu haben braucht, um den sehr fetten Posten zu halten. Obwohl e5 kaum nöthig ist, auf da? Argument von den 550,000.000, welche Summe ungarische Einwanderer jähr lich in die Heimath schicken, zurückzu kommen, weil wir in einem früheren Artikel durch Zahlen daö Lügenhafte der MarkuZ'.Braun'schen Angaben zur Genüge bewiesen haben.' so wäre eZ doch interessant von Herrn Braun zu erfah. ren, warum er eZ für so unrecht und gemeingefährlich hält, wenn diese Leute ein Theil ihres sauer verdiente- GeldeS nach Hause schicken. " Die von den Leuten geleistete Arbeit bleibt dochim Lande, ihre den Jndu ftrien geleisteten Dienste können doch nicht zurückgeschickt werden, daZ Land hat doch unbedingt den Vortheil ihrer Arbeitskraft. Warum fällt Markus nicht über un fere Millionäre her, welche jährlich hun derte Millionen im Auslande ausgeben. Millionen, welche gerade aus der Arbeit solcher Einwanderer, wie die Ungarn, herausgeschunden wurden. Wenn Carnegie daS Recht hat Mil lionen, die er in diesem Lande zusam mengerafft hat, in Schottland zu ver geuden, wenn der junge After mit den von seinen armen Miethern in New York herauSgepreßteu Millionen feudale Schlösser in England baut, warum regt sich Markus Braun darüber auf, daß die ungarischen Einwanderer einen geringen Bruchtheil ihrer hier durch schwere Arbeit verdienten Löhne nach der alten Heimath senden? DaZ von diesen Leuten nach Hause gesandte Geld diente doch besseren Zwecken, als die von unseren patriotischen Millionären dem Auslande in den Nachen geworfe nen Riesensummen. Bedauerlich ist die Unterstützung der Einwanderungsvorlage durch die orga nifirten Arbeiter. Ihr Standpunkt ist engherzig und unverzeihlich. Weil sie schärfere Konkurrenz im ArbeitZmarkt durch vermehrte Einwanderung befürch ten, wollen sie dem europäischen Pro letariat die gleiche Chance, die sie hat ten als sie in dieses Land kamen, um ihre Lage zu verbessern, verschließen. Die Einwanderung bringt der organi sirten Arbeit ungeheuren Nutzen, sie vermehrt die Reihen der Kämpfer in den Gewerkschaften. Zu diesen Elementen gesellen , sich noch die natürlichen Gegner der Ein Wanderung, die Nativisten. ES ist geboten, daß sich die öffentliche Meinung so überwältigend gegen die Annahme der CinwanderungS'Vorlage geltend macht, daß sie einen heilsamen Druck auf die nationale gesetzgebende Körperschaft ausübt. " s, -Arbeiter-Politik. Die britischen Gewerkvereine haben allen anderen und insbesondere den amerikanischen von jeher als Vor bild gedient, und zwar nicht nur, weil sie die ältesten find, sondern wohl mehr noch wegen ihrer merkwürdigen Cr folge. Sie haben bekanntlich mit gro
ßen wirthschaftlichen und gesetzlichen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, und in diesem Kämpfen Ersahrungen gesammelt, die den Lohnarbeitern auch in anderen Ländern zu Gute gekommen sind. Ihr Rath, daß die organifirten Arbeiter sich an der Politik" nur wie alle anderen. Bürger betheiligen und keine besondere Partei bilden sollen, ist bis vor wenigen Jahren wenigstens in allen englisch redenden Ländern befolgt worden. Um so mehr Aufsehen muß
die Nachsicht hervorrufen, daß in den noch immer im Gange befindlichen ParlamentZwahlen die britischen Ge werkschasten schen etwa 50 eigene Kan didaten durchgesetzt haben und eS viel leicht auf sechzig Abgeordnete bringen werden. Mit den irischen Home RulerS" im Bunde werden sie unter diesen Umständen einen ansehnlichen Einfluß auf die Gesetzgebung auSzu üben vermögen. Freilich werden sie auch schwere geldliche Opfer bringet müssen; venn da die britischen Parla mentSmitglieder keine Besoldung erhal ten, so werden die Arbeitervertreter auS eincr eigens zu diesem Zwecke gebilde ten Kasse bezahlt werden müssen. Schon aus diesem Grunde haben die britjschen Gewerkvereine lange gezögert, unmittelbar in die Politik einzugreisen. Sie find aber gewissermaßen dazu ge zwungen worden,. weil die Gerichte ent schieden haben, daß sie für allen Scha den verantwortlich find, der durch Streiks, BoykottS oder Postenftehen angerichtet werden kann, und weil das Parlament sich' geweigert hat, durch neue Gesetze diese.Entscheidung aufzu heben. Der EntschädigungSzwang, dem sie sich nicht so leicht entziehen können, wie die nicht incorporirten amerikanischen Gewerkvereine, bedroht ihr Vermögen, wenn nicht ihr Dasein. Können sie überhaupt noch zur Arbeitseinstellung schreiten, um ihre Forderungen durch zusetzen, so müssen sie außerordentlich vorsichtig zu Werke gehen und alles vermeiden, wodurch sie sich haftbar machen könnten. ES ist also für sie eine LebenSfragelgeworden, sich daS ge fetzliche Recht zur Anwendung der Mit tel zurück zu erobern, deren sie in ihren Lohnkämpfen nicht entrathen können, und da sie von der liberalen Partei nicht viel medr erwarten zu dürfen glauben, als von der konservativen, wollen sie selbfiftändige Arbeiterpolitik treiben. Allerdings find' sie, waZ ja auch nicht überraschend ist, nicht gleich durch den ersten Ansturm zum Ziele gelangt. ES ist nach den bis jetzt vorliegenden Wahlergebnissen wahrscheinlich, daß die Liberalen eine Mehrheit über alle anderen Parteien zusammen haben, und folglich die Arbeiterpartei nicht geradezu brauchen werden. Auch ist eS mindestens fraglich, ob die Konser vativen jemals mit den Arbeitern ge meinsame Sache machen würden, um eine liberale Regierung in Verlegenheit zu bringen oder zum Rücktriit zu nöthi gen.' Zwar sind die britischen Poli tiker nicht solche Prinzipienreiter" wie etwa die deutschen, und wenn sie auch nur einen zeitweiligen Vortheil errei chen können, schlagen sie häufig alle Grundsatzes den Wind, aber selbst ein vorübergehendes Zusammengehen mit den Rothen" dürfte den Groß, grundbefitzern und Kapitalisten denn doch zu gefährlich' erscheinen. Die irischen Nationalisten endlich verfügen im Parlamente günstigsten Falles nur über 85 Stimmen, sodaß die Arbeiter. Partei schon mehrere hundert Vertreter müßte erwählen können, um im An schlusse an die Jrländer eine Mehrheit zu erlangen. Dennoch werden der Arbeiterpartei vermuthlich wenigstens einige Zuge fiändnisse gemacht werden, damit sie fich nicht dauernd von dem bürgerlichen Liberalismus loölöft'und diesen, wie in Deutschland, zur politischen Ohnmacht verurtheilt. Trotz ihres großen Sieges steht die' liberale Partei nicht auf so festem Boden, daß sie auf die Unterstützung der Arbeiter dauernd ver. zichten kann. ' Sie verdankt ihren Triumph nicht ihren eigenen Thaten, sondern den Fehlern und Schwächen des vorangegangnen Ministeriums und und namentlich dessen feigem Rücktritte. Daß sie den Freihandel gerettet hat, ist am Ende nur ein negatives Verdienst. und wenn sie nicht auch thatsächliches leistet, wird sie bald wieder zerbröckeln. Sie 'muß also, auch an die Zukunft denken, zumal ihr der unermüdliche Chamberlain , hart zusetzen und, wie schon in feiner Helmathftadt Birming. ham, so im ganzen Lande die Ardeiter an sich zu fesseln versuchen wird. Daß
der Arbeiterführer BurnS in das libe
rale Kabinet aufgenommen worden ist, beweift schon an und für sich, wie viel der Partei an den Gewerkschaften ge legen ist. Der große Wahlerfolg der letzteren wird sie vollends geneigt ma chen, auf die berechtigten Wünsche der Arbeiter einzugehen. Er wird aber voraussichtlich auch auf die Ver. Staa. ten einwirken, denn die amerikanischen Gewerkschaften werden von den briti schcn stark beeinflußt, und die alte Par teigruppirung hat.fich hierzulande über, lebt. Vielleicht wird schon in der nächsten Präsidentenwahl ein bedeuten deZ Arbeitervotum" abgegeben werden. (Abendpost.) Teutsche Wurft in der englischen Poütlk. AuZ London schreibt man: Ich habe Ihnen gelegentlich erzählt, wie die englische Freihandelpartei den Chamberlainschen Bestrebungen ini Volke entgegenzuarbeiten sucht, indem sie von Deutschland, als einem 'Zustcrlznde der Schutzzollpolitik, allerhand grausige Vorstellungen verbreitet. Tas führte kürzlich zu eine? lustigen Episode im PolizeigerichlZHof von Marylebone. -Tort erschien mittags der Sanitätsinspektor Grirell bewaffnet mit einem halben Dufcttid ansehnlicher Würst:, die er, wie er erläutert:, soeben aus einem benachKarten Schaufenster konfiszirt hatte, weil sie. obwohl aus Pferdefleisch hergestellt, als solche nicht mit den et--setzlich vorgeschriebenen, mindestens vier Zoll langen Buchstaben kenntlich gemacht waren. Der Richter Plowde:i möge entscheiden, was mit den corvora delicti" zu geschehen habe. Mr. Plowden erklärte dem Jnspketor, er könne den ruchlosen Verkäufer vorladen, zuvor ab:? müsse festgestellt werden, ob die Wurste wirklich aus Pferdefleisch beständen. Grivell nahm also seine Würste wieder unter den Arm und wollte gehen, um sie untersuchen zu lassen.' als Mr. Chiozza Money. der liberale Unterhaus-Kau didat für den Londoner Wahlkreis North-Paddington. hereinstürzte und folgende Erklärungen abgab: Die in, kriminirten Würste seien allerojngs aus Pferdefleisch, aber gar nicht zum Verkauf bestimmt. Nicht in anlockender. vielmehr in abschreckender Absicht habe er sie aus Deutschland kommen lassen, im Fenster des WahlvereinsBureaus ausgestellt und mit einem Plakat U Pence (60 Pfennig) das Pfund" versehen. Er wollte den guten Londonern zeigen, daß Pferdewurst in Berlin ebenso theuer ist wie Rindswurst in England. Mr. Plowden möge also die konsiszirten Wtzrste wieder freigeben. Unter den obwaltenden Umständen kam der Richte? diesem Wunsche nach. Der Inspektor aber hatte sich mit den Opfern seines Pflichteifers stillschweigend aus dem Staube gemacht. Erst im Stadthause konnte Mr. Chiozza-Money ihrer wieder habhaft werden und sie im Triumph in den Wahlverein zurücktransportiren. wo sie ferner unbehelligt zur Volksaufklärung dienen. Wenn die Invaliden unter den Berliner Tarameteraäulen wüßten, zu welcher politischen ??olle sie im Lause der bevorstehenden britischen, GeneralWahlkampagne noch im Tode berufen sein mögen! Komödie der Irrungen. Große Verwirrung herrscht im französischenKriegsministerium, seitdem sich herausgestellte, dan der neue Ztr:egsMinister Etienne genau so heißt wie lein Portier; nur daß der Minister Eugene nennen wird, während der Porter auf den Vornamen Camille hört. Die Gleichheit der FallienNamen hat bereits zu unliebsamen Verwechselungen geführt; die peinlichste passirte dieser Tage, als für Herrn Camille Etienne, den Portier, ein Weihnachtspacket eintraf. Es wurde nicht dem Portier, sondern dem Minister ausaelieseit. und obwohl Herr Euyöue Etienne nicht wußte, wer in der Ferne semer gedacht haben sonn te. ließ er sich den Inhalt dos .Palcts, kösllichc Würste und einen gekochten Schinken gar wobl .schmecken. Wann soll nicht mich ein .Nriegsminittcr ei nen unbekannten freund babcn,' bc ihm eine Extrawurst schickt? dachte Herr Etieiine (Eugene). Herr Ca. mille Etienne. aber dachte anders; il?m war' die Absendung des WeihnachtS. Paketes brieflich angemeldet, worden, und als es nicht in seine Hände ae langte, erkundigte er sich nach dem Verbleib bei der . Pvswerwaltunc'.. Nun kam die Unterschlagung, an's Tageslicht. Herr Eugene Etienne kaufte das doppelte Quantinn und überreichte es mit einer humoriüi. schen Ansprache dem ob -solcher Eh. rung außerordentlich gerührten Na mensvetter. Auf die Dauer wird sich aber ein gedeihliches Zusammenarbei ten der beiden gleichnamigen Staatsbemntm nicht ermöglichen lassen, nnd mau fragt sick jetzt nur. noch, wer zuerst gehen wird. Eugene oder CamilIe?! Der Bil öhauer P r o f e s . sor Hermann Huitzsch, Ehrenmitglied der Dresdener Kunstakademie, ist in Blasewitz im Alter von 68 Jahren gestarben. .
Am Zchaltcr.
V Erlebnisse einer Billettocrkäuferin. Das erste Billet! Wie wichtig war es mir für meinen neuen Beruf. Mit Herzklopfen trat ichdas erstemal zum Schalter. Mit wahrer Ehrfurcht streifie mein Blick die vielen, vielen Billete. welche wohlgeordnet in Reih und Glied so friedlich beieinander lagen und ihrer Bestimmung harrten, irgend einem Menschenkinde den Weg in die Ferne zu bahnen. Schwer und beklommen seufzte ich auf bei dem Gedanken, wie lange es wohl dauern würde, bis ich all diese Stationen,Klassen, Preise usw. gelernt hätte.- Der schwere Seufzer entlockte meinem neuen Chef, der mich eben auch dem einzigen Collegen vorgestellt, ein belustigtes Lächeln, und der Herr College maß meine kleine Person mit einem mitleidigen Blick, Nun ging es an ein Einexerziren mit den aufliegenden Billeten, Preisen, Fahrplänen, Bestimmungen, schriftlichen Arbeiten und sonstigen schönen Sachen, daß mir fast schwindlig wurbe. Mit allem schuldigen Respekt sei's gezagt: verbanden hatte ich fast nichts! Gewiß ein Riefenerfolg, recht ermunzerno sur meine neue Laufbahn! -Endlich empfahl sich der aestrenae Herr Chef, nur der College blieb zurück, um mich beim ersten Verkauf zu beaufsichtigen. Aber seltsam, kein Käufer wollte sich einfinden! So oft ick einen Sckritt durchs Vestibül gehen hörte, klopfte mein Herz so laut, daß ich glaubte.' der College tonne es koren. Unwillkürlich richtete ich mich straffer auf, steckte eine möglichst würdig: Miene auf und lande mit der Qand nack dem Billetschränk, um möglichst gleich das Rich tiae zu treffen! Aber mehr als einmal gingen die Schritte vorbei, und nock immer war tcte ich vergebens. Unter dem Sieqel der Versckwieaen heit kann ich es ja erzählen, daß man mir gesagt hatte: der erste, der mir ein Billet abkaufe sei mein Schicklall Na, ich war noch sehr jung, und ein klein bißchen aberaläubisck ist wobl ieder Mensch daher war das Herznopien erklärlich! Endlich, endlich nahte ein leichter schritt, und em allerliebttes kleines Mädchen, ganz in Weiß gekleidet, erschien, um schüchtern ein Billet zur Großmama" zu verlangen. Meine Spannung löste sich in ein befreiendes Lachen, in das auch der College, der mir im Laufe der Jahre ein lieber Freund geworden ist. mit einstimmte. ' Nach einigem Hin undHer hatte ich heraus gebracht, wohin das kleine Mädchen wollte, und noch heute, nach mehr als zwanzig Jahren, denke ich noch aern an ..das erste Billet". Ein anderes heiteres Erlebniß: ' Zu Beginn der Ferien stand ich emes Taaes am Schalter und verkaufte, als es mir auffiel, daß ein kleiner Cadett im bedränge schon zweimal v:n den Nachdrängenden vorbeigeschoöen wurde, ohne ein Billet verlangt zu haben. Als sich der Strom verlaufen hatte und nur noch einzelne Nackizüaler kamen. stand plötzlich der kleine Cadett sehr verlegen und mit yochrothem Kopfe vor mir. Erst auf wiederholte Fragen erklärte er zögernd und ängstlich, er müsse nach Hause zu Papa und habe sein Geld verloren! Mit thränenerstickter Stimme bat er, ob ich es ihm nicht borgen wolle. Papa bezahle es ganz gewiß! Der kleine Kerl that mir so schrecklich leid, aber wie helfen? Aus der Kasse durfte ich das Geld nicht nehmen das. war gegen die Vorschrift ach, und ich selbst mit meinen 54 Mark Gehalt wenn ich es nun durch einen Zufall nicht wieder erhielt, so bedeutete es für mich einen sehr schmerzlichen Verlust. Doch die Zeit drängte, und die blauen Augen des Kleinen sahen mich so flehend an, daß ich mit einem Stoßseufzer nach der fraglichen Karte langte und sie ihm einhändigte. Ein strahlender Blick und ein ersticktes Danke", und der Kleine stürmte in höchster Ekle davon. Wcbltbun träat Zinsen. Mein kleiner Cadett kam wohlbehalten in G. an, uno nacy einigen agen oer 'ngn und Unruhe erhielt ich von Major S. aus G. ein liebenswürdiges Briefchen nebst einem Körbchen wunderbarer Pfirsiche, die mein kleinerFreund selbst für mich gepflückt hatte. Ernster war folgendes Vorkommniß. das kriminalistischer Art war: Finster war's und schaurig pfiff der Wind mir entaeaen. als ich früh um 4 Uhr auf die Straße trat, um in meirTsi. n . m . r. neu -uienjx zu gegen, cacy einer oiettelstündigen Wanderung hatte ich, halb erstarrt, mein tl erreicht und erstieg die wenigen Stufen zur BahnhofsvorHalle, als mir der Wächter, zur Seite lern getreues Moyrchen. entgegenkam. Sein ausaereates Mes?n bertitih mir sofort, daß etwas geschehen sei. Aus seinem Rundzange hatte er .wayrgenommen. daß die Thür des Billetschalters nicht geschlossen, sondern nur angelehnt war. trotzdem der Diensthabende schon vor etwa drei Stunden nach Hause gegangen und er die Runde bereits zweimal gemacht, das erttemai aber alles in Ordnung gefunden hatte. Er hatte nun die Tbür von außen durch eine Bank verstellt und einen rr i v ri i :i nosseriiager oaoor poilri, oamll icin Unberufener Kineinaeben könne. Mir
siel nun die Pflicht zu im .StaUonS-
bureau Meldung zu machen und vor
läufig mit einem andern Beamten den Befund festzustellen .'bis der teleara phisch benachrichtigte Oberbeamte eintraf. Beim Eintritt in den Raum fiel uns sofort in die Augen, daß ein Unberufener darin qehaust hatte, denn die Billetschränke standen offen, und der Kasten, in dem d kleine Wechselkasse vom letzten Zuge stand, enthielt nur noch den leeren Geldkorb Das Geld war fort bis auf den letzten Heller! Was sonst noch fehlte, entzog sich naturlich der Beultheüunq, das konn te erst eine gründliche Revision festijellen, die der Controlleur vorzuneh men hatte. Dabei stellte sich dann heraus, daß neben mehreren Bündeln mit 'je 100 Borortbllleten ein Rundreisebillet 3 nach Wien fehlte, ebenso ein Billet 2. Klasse No. 100 nach einem sehr wenig cesuchten Orte. Der früh um acht Uhr abgehende Schnellzug war noch aus der Fahrt und so ließen wir schnell Depesche nachgeben und den ganzen Zug schließen und revidiren. Richtig! In einem Abteil 3. Klasse fand lich ein lunges Burichchen im Be sitz des fraglichen Billets No. 100 und einer kleinen Handtasche. Natürlich wurde er freundlichst eingeladen, sich m das Stationsbu reau und von da in eine Kammer zu begeben, um in beschaulicher Ruhe die Ankunft des Gendarmen abzu warten, der ihn nach Berlin begleiten sollte. So schnell hatte er, wie es schicn. dazu keine Lust, denn als man nach ihm .sah, um ihm eine Erfrischung zu reichen, da war der Voael ausaeslogen! Allgemeine Bestürzung und Staunen! Der Raum war und blieb aber leer. und nur das offenstehende, sehr kleine Fenster zeigte, wie schlank der Dieb gewesen. Als man eben noch berathschlagte, wie man wohl des Bürschchens wieder haoyast werden könne, da kam der Gendarm und brachte ihn am Kragen. Er hatte sich in der kurzen Zeit seiner Freiheit :m Orte umgehen und fand, zufällig gerade beim Amtsvorsteher. ein offenes Fenster und dicht dabei auf einem kleinen Tischchen eine silberne Uhr. Da konnte sem Spitzbubenherz unmöglich widerstehen! Mit einem Griff hatte er die Uhr gelangt und wollte schleunigst das Weite suchen, als er unglücklicherweise dem Gendarm in die Arme lief. Die Kunde von dem verschwundenen Eisenbahnrauber hatte sich natürlich mit Blitzesschnelle im Orte verbreitet, daher vermuthete der Gendarm auch gleich den Zusammenhang und freute sich riesig, daß ihm der Fang so leicht gegluckt war. Beim Verhör in Berlin kamen seit same Dinge zutage.' und man konnte recht sehen, wie raffinirt das Bürschchen trotz seiner Jugend war. Er erzählte: Tagelang sei er planlos im Vestibül des Bahnhofs umherge bummelt, um eine Gelegenheit zum Verdienen" zu finden. Da habe er eines Abends beobachtet, daß der Schlüssel im Billet - Pavillon von au ßen gesteckt habe. Ganz leise sei er herangeschlichen und habe den Schlüssel abgezogen, ohne daß der Beamte es gemerkt. Am nächsten Tage habe er am Schalter die' dienstthuende Dame gefragt, wieviel ein Billet nach Wien koste. Bei dieser Gelegenheit habe er gesehen, wo sie-den Schlüge! zum Kasten hergenommen habe, worin die Billete nach Wien lagen. Sein ganzes Sehnen sei die große Kaiserstadt Wien gewesen, und blitzschnell sei der Plan entstanden, sich um zcoen Preis ein solches Billet anzueignen. Nach einigen Tagen habe sich dann auch die Gelegenheit geboten, von dem gestohlenen Schlüssel Gebrauch zu ma chen und seinen Plan auszuführen, der ihm so gut gealückt war, wenn ihn nur das unselige Billet No. 100 nicht verrathen hätte. Ttt schlaue Dumas. Der bekannte Pariser Theaterleiter Dolianv erzäblt in seinen Reminiszenzen" eine Begegnung, die er einmal mit dem älteren Dumas hatte und die eine gute Illustration für die Schlauheit des großen christttellers 'vuoei. Doligny führte Dumas' Schausviel 5ean" auf und hatte dabei die eiaentbümliche Mmachuna getroffen. daß der Verfasser ein Drittel der Gesammteinnabme erkalten ollte. laus diese über 3000 Francs betrüge, und ich, falls sie diesen Betrag nicht er reiche. Dumas, der stets in (seldverleaenkeit war. kam eines Abends spät. um seinen Antheil zu holen. Sie haben wieder Pech . begrüßte ibn Dolianv. Sie bekommen heute nichts, hier ist die Kassenabrechnung." Dumas warf einen Blick daraus, aina fort und kam nach wenigen Mi nuten zurück. Bitte", sagte er. .sehen Sie sich die Aufstellung noch, einmal an und zahlen Sie mir meine 1000 Francs. Das Billet. das ich mir eben für 3 Francs gekaust habe, bringt die,Einnahme gerade auf 3000 Francs und 50 Centi mes." m m m Großmüthig. .Sag' Ella, hat Deine Schwester sich mit ihrem Manne versöhnt?" Ja. Als sie einsah, daß sie entschieden im Unrecht war, entschloß sie sich, seine Vöbitte an zunehmen!"
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