Indiana Tribüne, Volume 29, Number 126, Indianapolis, Marion County, 20 January 1906 — Page 5
Jndiana Trlbüne, Januar 1906
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Der scfjlc Srijufj im drcilzigjäOrtQcn .Kriege. ZZsch Irr AufzciÄnu'.'.s.kn des Olstrflrc :toxcilsZL. Erzlhi: cen A. ?3. ponur.
(Fortsetzung.) Frau Cca rief der Soldat mit ehrlicher Wärme, dürfen mich diese freundlichen Worte $a einer deißen Vitte entflaznmen?" . .Nein, das dürfen sie nicht," ur.twortete Eva beflinnnt. Slbcr sie sind die Einleitung zn ein:? Bitte an Euch, Lieutenant Otto!?alt!i." Sprecht! Was ein Mansch thun kann, das ;rill ich für die Frau thun, die ich verehre und liebe." .Keine Begeisterung, Lieutenant," roeurre ike oö, und legte in karnera? schastlicher Vertraulichkeit ihre Hand aus die Schulter des neben ihr fixenden Mannes. .Noch sprießt kein junges Grün auf dern Grabe meines Mannes, und schon soll ich solche Redensarten hören? Mein Anliegen ist ernst und gewichtig; weniger Euren .Arm, als Euren Na!h, Euren Versland rufe ich um Beistand an. Hört also. Mein verstorbener Gatte hzt sich so viel, als eS in seiner Stellung möglich war, der leidigen Politik ferng.alten. Er war stets, ein treuer Diener des Kaisers. Ter Ärme hat zwar den Tag nicht erlebt, wZ des Kaisers . Sache zum Siege gelangte, aber ich blieb unangetastet an meinem Habe und Vermögen, während Andere schwere Einbutzen erlitten. Da bekomme ich jetzt eine leise Warnung, daß mein Gatte verdächtigt wird, ein geheimer ?lnhänger des Winterkönigs gewesen zu sein; daß man darüber Beweise und Tokumente habe, und daß auch ich in Gefahr stehe, das Vermögen meines Kindes zu verlieren!" .I. der Teufel! Wo gäbe eS da eine Gerechtigkeit! Gewiß hat so eine miselsüchtige Amtöperrücke etwas herausgeschnüffelt, um im Geheimen seinen eigenen Säckel zu füllen!" i .Ich glaube selbst, daß es so ist, und kann Euch auch auf die Spur führen. Kennt Ihr den Liquidator des Amtsgerichtes bei der kaiserlichen lln rersuchnngskommission?" - .Kenne keinen Amtsschimmelreitcr und verschranzlen Sesseldrucker!" .ES ist ein gewisser Tieterich, ein neu angestellter Beamter. Er war früher Regimentssckulth:iß bei den Pappenheimer Kürassieren." .Ist zwar auch nur ein halber Sol dat, so ein xandektenhütender Auditoriu?, aber doch noch besser, als ein veritabler Kanzleireitcr." .Ich weiß das nicht!" lächelte Frau Eva gütig. .Er hat jetzt ein besseres und. leichteres Brod, ein einflußreiches Amt und geniest die hohe Förderung des Herrn Grafen Pappcnheim.- Er hat nämlich in der Schlacht am Weißen Berge seinem Obersten das Leben gerettet!" - .So, so. Das ist ja sehr schön!" .Der junge Pappenhcim war schwer verwundet und vom Pferde gestürzt und würde ü hilflosem Znstande von' einem räuberischen Kroaten bcdrobt. Schon ging es dem Grafen an die Gurgel, da sprengte der ZZcgimentsschultheiß Dieterich hinzu, streckte den Leichenräuber nieder und brachte seinen Herrn in Sicherheit. Daher dessen Erkennt!ichkcit." .I, der Teufel und St. Noä"aS! Das war der Pappenheimer? Ein junger Mann mit spanischem Knebel bart?" schrie Ottowalski, erregt auf springend. .Und von wem habt Ihr diese Kunde, schöne Frau?" .Von ihm, dem Dicterich. selbst." .Ei, sieh da. Also von ihm selbst! Und natürlich unter dem Siegel der Verschwiegenheit?" .Auch das. Ich traf ihn öfters bei meiner Tante, die cm Hradschin wohnt, und aufrichtig gestanden er machte mir ganz entschieden den Hof." .Und Ihr?" grollte der Lieutenant. Era berührte mit ihrer zarten blassen Hand seine nervige Rechte. .Ich habe ihn abgewiesen," sagte sie begütigend. .Weiter, weiter!" drängte er. .Als das Werben keinen Erfolg hatte, verlegte Dieterich sich auf's Drohen. Erst waren es nur leise An dentunzen, dann klang es immer ceutlicher hervor, mir drohe Unheil und allein in seiner Macht stehe es, dieses von mir abzuwenden." .Der Schuft ! Und als Lohn ver langt er?" .Wozu weiter fragen! Könnt Ihr mir helfen?" .Und cb! Wartet nur, edle Frau, in einer Stnnde bin ich zurück, und der heimtückische Kerl wird gründlich abgefertigt sein, so wahr ich Ottowalski heiße ! donnerte in gerechtem Zorn der Offizier und stürmte aus dem Zim mer, geradeswegs dem Hradschin zu. .Wo ist die feige Schreiberseele, der niederträchtige Kerl, der sich Dicterich nennt," schrie cr, wie ein Wilder in die Amtsstube am Hradschin fahrend. Der lange Weg, der steile Aufstieg zu? Burg hatten seine kopflose Wuth richt, abgekühlt. Die Schreiber und Hilföbeamten im Vorzimmer blickten scheu und besorgt den Eindringling an, einer von ihnen wies mit dem Daumen über die Schulte? nach einer Thür, und ohne weiter zu fragen, stürmte. Ottowalski durch dieselbe. .Richtig, das ist er!" rief erhöhnisch, .der Schultheiß, der bei unseren Proviantwagen vom Pferde fiel und einen Anderen für sich den aefährlichen
. Mui.'.: Heu U lieber tu.niieiu eicscr Z:it mit unserem Wein gütlich ttiat, aber dennoch gleichzeitig den Oberst Papvenheim vor einem rlündernden Kroaten rettete! Ha! Ist das nicht die reine Zauberkunst?" Dieterich hatte sofort den Mann erkannt. mit dessen Verdienste. er sin aeschmückt. Er hatte an eine Entdeckung nicht geglaubt, denn nur ein ganz geringer Theil des Waldstein'schen Regimenteö lag in Prag, und Dieterich hatte von der angemaßten That außer dem Grafen nur Frau Eva Taboröli erzählt. Die plötzlich vorgebrachte Anklage brachte ihn indessen doch nicht auö der Fassung. Mit lauernder Kaltblütigkeit scli cr dem wüthenden Offi zier in 'S Gciicht und frug mit gemachter Höflicbktit nam dessen Begerir. .Was ich will? Wahrheit und Gereettialcit will idi. Entlarvung de5 Veuct.lcrs, cer iinei ne opfe Anderer kinwcg sich ein warmes Rest erschwindelt hat und nun seine einflußreiche Stelle benutzt, um hilflose Frauen zu verderben." NaZiig hatte Dicterich den Wort' schwall über sich ergehen lassen und sein Verbaltcn in rascken Zügen sich vorgeschrieben. .Ich verstehe wirklich nicht, verelzrter Herr, wo das hinaus soll und bitte, deutlicher zu reden!" versetzte cr. .Deutlicher? Gut!" schrie Otto walski. .Also Ostens: Wer hat im richtigen Augenblicke einen . leichten kroatischen Reiter, der einen schwerverwundeten Offizier plünderte und tödten wollte, erschossen und hierdurch diesem das Leben gerettet?" Dieterich läelte. .Unsere liebenswürdigen Hilfsvölker haben leider diese Anhänglichkeit an die Börsen auch der eigenen Kameraden; es mögen also wohl mehrere solcher Fälle vorgekommen sein." .Keine Umschweife! Der Gerettete war Oberst Pappcnheim." .Den habe ich zu retten die Ehre gehabt," sagte Tieterich entschieden. .Unverschämtheit!" wetterte Ottowalski, und in hastiger, stoßweiser Erzählung der Vorgänge, die er sich leicht kombinircn konnte, hielt er dem Zuhörenden die Angelegenheit vor. .Es ist ein Irrthum, verehrtester Herr Lieutenant," versetzte dieser nichtsdestoweniger kaltblütig, .wir mögen Beide eine ähnliche That verübt haben, und ich würde Euch rathen, nach Eurem Geretteten zu forschen, falls Euch so sehr nach Anerkennung einer That gelüstet, die eigentlich von einem Soldaten selbstverständlich ist." .Schweigt mit solchem Ansinnen! Nicht um Anerkennung ist's mir zu thun, sondern um Eure Entlarvung, um Crurc Unschädlichmachung, llnö deswegen folgt mir sofort zum Grafen Pappenheim." .Das wird schwer möglich sein,
denn der Graf ist seit einer Woche nach Wien gefahren, und weder ich noch Ihr dürftet jetzt einen Urlaub erhal teu." Ottowalöki, der sich etwas beruhigt hatte, und durch den unerschütterlichen Gleichmuth seines Gegners theilweise aus der Fassung gebracht war, durch maß grollend mir großen Schritten das Zimmer. .Der Teufel hole die Geschichte," sagte er schließlich, stehen bleibend. .Ihr mögt gethan haben, was Ihr wollt, mir ist es gleichgiltig. Ich verzichte auf meinen Anspruch, lasse Euch Euren Schwindel, dem Gra fen einen Dienst geleistet zu haben " .Sehr großmüthig, aber wohl nicht ohne Interesse?" unterbrach ihn Dietcrich. .Ich lasse Euch Eure Ansprüche, wenn Ihr mir versprecht, eine gewisse Dame fortan unbehelligt zu lassen, nicht nur mit Eurer Person, sondern auch mit ungerechten Verdächtigungen und Androhungen in Betreff der poli tischen Haltung ihres verstorbenen Msnn.es." Ein schlaues Stirnrunzeln verzog die Züge des Beamten. .Ah. von dief er Seite weht der Wind? Die Dame heißt wohl Eva Taboröki?" .Ja. Und wenn Ihr sie ferner verfolgt, so säble ich Euch zusammen." Tieterich überlegte eine Weile, dann sprach er mit. einer spöttelnden Ironie : .Verehrter Herr Lieutenant, seit einer Viertelstunde muß ich von Euch die seltsamsten Liebenswürdigkeiten hören, durch die Ihr ein Versprechen von mir erzwingen wollt, das ich nicht geben kann. Frau Eva Taborski wird ihr Vermögen wahrscheinlich verkieren, wenn sie es nicht vorzieht, sich a rw . ' mir einem tanne von enrcyleden rar serlicher Gesinnung zu vermählen." .Ich stehe in jeder Hinsicht für sie ein. Ich will sie ehelichen." .Ich auch, verehrtester Herr!" sagte süß lächelnd Tieterich. . .Dann ist einer von uns zu viel auf der Erde," schrie Ottowalski außer sich vor Zorn, heraus mit der Fuchtel!" .Ihr werdet doch mit einem Manne, den Ihr Schurke und Schwindler genannt habt, Eure ehrliche Klinge nicht kreuzen wollen?" höhnte Dicterich. .Heraus mit der Fuchtel! Holt Euch einen tcatel oder ich haue zu." .Der Kaiser hat die strengsten Stra fen auf den Zweikamps gesetzt." .Ausflüchte eines Feiglings! Vor warts!" .Dann erlaubt," sprach Dieterich if j( fr c. r. 5 . eniillziviien, oay cie arne oronungs gemäß vorgeht. Werden zwei meiner Unterbeamten als Zeugen genügen?" Er rief in das Vorzimmer laut zwei Namen, und während die Gerufenen eintraten, befahl er heimlich einem dritten Schreiber, rasch den Haupt tii der SMnrfii tu hrtlott ,
.Ich stehe zu Diensten, Herr Lieute nant," sagte, cr dann laut. .Machen wir die Sache sofort pb; da, im dritten Zimmer ist Raum uno Boden günstiger. Ich bitte! Gäste haben den Vortritt!" Dieterich öffnete die Thür eines anderen Zimmers und behielt den Drücker in derHand. Hastig überschritt Ottowalsli die Schwelle. Da warf Dicterich die Thür rasch zu. drehte den Schlüsse! um, und der Lieutenant war gefangen. Sein zorniges Schelten und sinnloses Anrennen an die Thür beantwortete der Siizi m't.Hobnlach'n. Als dann dieWache kam, oefchuldigle cr den Gefangenen der Aufforderung zum Zweikampfe, tödtlicher Bedrohung einer Amtsperson in deren Amtslokale, Verleitung derselben rum Minörauck der Amtsgewalt, Verdächtigung und Beschimpfung obrigkeitlicher Personen und noch aller möglichen Schandthaten. Er unterließ es auch nicht, bei seincm Gönner Pappenhcim in seiner Weise die Angelegenheit vorzutragen, und das Ende von Allem war. daß der Lieutenant Ottowalski, nachdem er dreißig Tage Arrest abgesessen, zu dem Gallas'schen Regimente abrücken mußte, das in Lothringen stand. Zwanzig Jahre waren verflossen, aus Säuglingen waren thatendurstige Jünglinge, aus Jünglingen kraft strotzende Männer, aus Niännern gebrechliche Greise geworden, und der entsetzliche Krieg, der Deutschland verheerte und entvölkerte, tobte noch immer. . ' Ottowalski hatte fast an allen Schlachten Antheil genommen, gegen Schweden, Dänen und 'Zrc zoscn gefochten, hatte Tilly, Pappcutzcim und den großen Schwedenkönig fallen sehen und war selbst bis zum Oberstlieutenant emporgestiegen Bisher war er, abgesehen von manchen Püffen und Schmissen, noch nie ernstlich verwundet worden. Da schoß ihm jetzt im Jahr 1639 im Treffen bei Planen ein feindlicher Dragoner den Knochen des rechten Armes entzwei. In einem Patrizierhause in der Stadt Egcr fand der Verwundete gastliche Aufnähme und Pflege. Sein Arm ward getzcilt, aber er trug ihn noch in der Schlinge. Während seines Aufenthaltes in Eger tzalte Ottowalski, nunmehr ein angehender ö"nfziger,"die Tochter seineö Hauöwirthes kennen und ihr stilles, gewinnendes Wesen, ihr sorgsam mütterliches Walten schätzen gelernt. Eö war keine heiße, brandende Leidenschaft wer wird auch eine solche von einem Soldaten des Dreißigjährigen Krieges verlangen, der fünfundzwanzig Jahre zus verschiedenen Töpfen in aller Herren Länder seine Suppe gelöffelt hat? aber es war eine ehrliche Neigung, die von der Vernunft unterstützte Reigung eines Mannes, der nicht mehr viel zu wählen hat. Und fU das ein sacke, bescheidene Bürgerskind fühlte sich gehoben durch den Gedanken, die Frau eines höheren Offiziers zu werden. " ' ' ' " "
Mit der Hochzei: wollte man war ten, bis die Reueinstellung des Oberst lieutenants, der sich als genesen gemeldet hatte, erfolgte. In Prag weilte gerade der zum Generalissimus ernannte Erzherzog Leopold Wilhelm. Von diesem erwartete man Rachrichr, sogar Beförderung. Statt dessen kam die Abdankung. Sie lautete: .Sintemalen genugsambt atrete und gesundte Offiziers zu handten in abnndanz, wirdt auf seine des Obristlieutenants Ottowalskis Reaktivirung iaart)itri() nicht reflektiret, und wird ihm aus kaiserlicher Gnade für seine immerhin respektable Meriten, eine Prätension auf die Stadtkomman dantur in Ellbogen, wann solche vacat wird, reserkirt. Gezeichnet: Erzherzog Leopold. Kontrasignirt : Ditterstein." Nach fünfundzwanzigjähriger Dienstzeit nicht einen Heller Pension, einfach weggejagt wie ein nicht mehr brauchbares Zugthier was blieb jetzt dem alten Soldaten übrig, als zu verhungern? Sich von feiner künftigen Frau ernähren zu lassen, schämte er lich; letzt heirathcn, wo er ihr nichts meten konnte, hielt er Nicht für ehrenhaft. Das Mädchen dachte anders, deren begüterte Eltern begnügten sich anch ä. v ? , r - mir oemller eines gewesenen oerjt' lieutenants, und die Noth brach die ehrenhasten Grundsätze des Offiziers. Man kanfte in der Nähe ein Gütchen, und Ottowalöki bewirthschaftete es und lebte wie er selbst in seinen DenkWürdigkeiten erzählt, .sorglos und kon tenter, wie die alten Patriarchen," unbekümmert um Krieg und Kriegs lärm, der jetzt einige Jahre lang die Gefilde Böhmens verschonte. Und abermals vergingen acht Jahre. Da kam der Schwede wieder in's Land, und das Elend begann. Im Jahre 1647 überfielen die Schweden das Gutchen Ottowalökls; was nicht niet- und nagelfest war, wurde geraubt, das andere zerstört, die Gebäude niedergebrannt, die Felder verwüstet und zertreten. Jetzt war Ottowalski ein wirklicher Bettler, ärger daran, als im Jahre 1639, denn er hatte, nun für eine kränkliche F?au und zwei Kinder zu sorgen, und war selbst um so viel Jahre älter geworden. Aber der zerschossene Arm war wieder gesund, er konnte wieder den Säbel schwingen. Auf nach Prag zum Kaiser oder seinen Räthen, jetzt, wo er Krieg in neuer Lohe entbrannt war, jetzt würde man für einen kriegserfahrenen Offizier doch Verwendung finden.
Mit erborgtem Gelde wanderte Ottowalski im Spätherbste 1647 nach Prag. Die bähmische Hauptstadt hatte sich in letzter Zeit sehr verändert. Kriegsnoth und Verarmung war auf Schritt und Tritt zu sehen, viele Häuser waren verfallen, andere verlassen, und die mit Brettern verschalten Fenster vieler unbewohnten Räume zeugten von dem Rückgang der Bevölkerung. Auch das Leben und Treiben war ein anderes; eine neue Generation war herangewachscn, gebrochen und geknechtet von jung zk, ergeben und gehorchend den zahl reichen möchtigen Beamten des Kaiscrs. Ein Geistlicher war zufällig einer der ersten Bekannten, denen derOberstlicutenant in Prag bcaeanetc. Es.war Georg Plachly, oder wie er jetzt hieß, Plachtius, der ehemalige Gymnasiast aus dem Taborski'schen Hause. Eine wiiirommene " Begegnung nacy Stevenundzwanzig Jahren. .Wie geht es . Frau Eva?" war Ottowalskis erste Frage. .DaS Kreuz, das' ich auf ihren Grabhügel gesetzt habe, ist schon vermodert," berichtete Plachtius. .Freilich heirathete sie noch einmal, um ihr Vermögen zu ?ctten, aber es war eine trügerische Hoffnung. Sie verlor eö und noch dazu Ruhe, Gesundheit und Leben. Zu Tode hat er sie gemartert!" .Der Schurke der Dieterich?" frug Ottowalskl. .Pst! Vorsicht!" warnte' der Geistliche, er ist jetzt eine mächtige Person, eine der drei Säulen, auf denen die Macht des Kaisers ruht. Titterstein nennt er sich jetzt." .Wie? Also der Titterstein ist der einstige Soldatenadvokat Tieterich?" sprach der Oberstlieutenant, sich der Kontrasignatur uf seinem Abdankungsschreiben erinnernd. .Dann freilich habe ich keine Aussichten, wieder zu Amt oder Brod zu gelangen." Lebtet Ihr denn so ganz außer aller Welt, daß Ihr nicht wußtet, wer hier die rechte Hand der Regierung ist? Alles muß durch seine Hände, und nur das geht weiter," was er weitergeben will." Traurig, hoffnungslos senkte Ottowalcki sein Haupt. Plachtius suchte ihn zu trösten, und das Gespräch kam wieder auf ein anderes Thema, auf Eva und ihren Sohn, den kleinen Hans. . .Es ist eine traurige Geschichte," klagte der Erzähler. .Man liat ilm weggedrückt. Er, als" natürlicher Erbe der Mutter, war im Wege. Man hat ihn gereizt, gemißhandelt, erbittert, zn Ungehörigkeitcn getrieben, und iym dann' Gott weiß welche Verbrechen angedichtet. Und schwere, schimpfliche Strafe wäre ihm geworden, wenn ein guter Freund" hier blinzelte Plachtius eigenthümlich mit den Augen .ihm nicht zur Flucht verholfen hätte. Schade um den Jungen; er Ist auf böse Wege gerathen, man spricht sogar davon, daß erzu den Schweden übergegangen sei.". .Auch die Schuld von diesem Titterstein! Zu den Schweden? Hm lein Wunder wär's," murmelte Ottowalöki halb für sich. - Dlnn trennten sich die Beiden. . Monate verflossen. Der Oberstlieutenant hatte die Hoffnungslosigkeit seiner Aussichten im vollsten Maße kennen gelernt, den ganzen Winter war er, heute bei diesem, morgen bei jenem Amt bcrumgelaufcn. Er wurde hier vertröstet, dort auf einen späteren Termin gewiesen; hier ein Querulant geheißen, dort nach stundenlangem Warten im Vorzimmer nicht vorgelassen. Keine. Hoffnnng, kein Erfolg! Dabei das theure ebcn in Prag trotz bitterster Einschränkung und die Sorge um das Gedeihen seiner armen Familie. Der Stolz'des Mannes war schließlich gebrochen, und er entschloß sich zum schwersten Schritte seines Lebens; er erbat eine Audienz bei jenem Menschen, den er am meisten zu hassen Ursache hatte. Nach wochenlangcm Zuwarten ward er vorgelassen. Der . Hofkriegsraty Ditterstein empfing den Bittsteller im warmen, behaglichen Amtszimmer, das er sich in seiner eiLcncn Wohnung eingerichtet hatte. Otsowalski kannte dieses Zimmer gut vsr beinahe dreißig Jahren hatte cr hier geträumt und gehofft. .Täglich wird man von Querulan. ten und Petcnten überlausen," redete Ditterstein ihn barsch an, .die Kassen sind erschöpft, der Krieg hat Alles verschlungen. Und zum Weiterdienen ist man zu alt und invalid geworden." Ottowalski verbiß seinen Grimm, doch konnte er sich nicht enthalten, die zweideutigen Worte zu sprechen : .Mein Arm ist wieder stark genug, um einen niederträchtigen Schurken niederzuschmettern!"" .So," meinte Ditterstein und warf einen listigen, höhnischen Blick hinüber nach dir Thür, an der. zwei Wächter mit ihren Hellebarden standen. Ich sehe aus den Papieren, man ist ein Trotzkopf, ein Brausewind, hat schon Anstünde gehabt, Händel aller Art. sich auch an obrigkeitlichen AmtsPersonen vergriffen " . .Herr, erinnert mich nicht daran!" zitterte es zwischen den Lippen des Invaliden hervor. .Man ist als nicht zuverlässig geschildert," suhrder Beamte, nachlässig zwischen den Papieren blätternd, fort zu reden, .war eifriger- AnHanger des Wallensteiners und soll sogar in letzter Zeit mit den Schweden in Eger vaktirt haben." , , (Schluß folgte '
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