Indiana Tribüne, Volume 29, Number 126, Indianapolis, Marion County, 20 January 1906 — Page 4
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Jndtana Tribüne, 20. Januar 1906.
Hndiana ' Tribüne. Hnaulztgeien don der utndtg Ss. Indianapolis, Ind. Harry O. Thudium yräfideut. VesrhSftSlocalt No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. ikutcred &t the Post Office bf lodi&napolit'as sccond cltt matter.
SflaxcnZ Braun's Bericht. Voreingenommenheit, hastiges 1U theil und mit dem gesunden Menschen verstand kaum vereinbarende Schluß folgerungen find die Bestandtheile deö Berichts deö Cpecial.CinwanderungSInspektors Marcus Braun, der dem nationalen Abgeordnetenhause durch HandelZsekretär Metcalf übermittelt vurde. DaZ Machwerk scheint nur dazu be stimmt zu sein, den Gegnern der Ein Wanderung möglichst viel Material zu liefern. Doch wer ist MarcuS Braun und was verschaffte' ihm die Auszeichnung in einer für unser Land so 'überaus wichtigen Mission nach Europa gesandt zu werden. MarcuS Braun ist ein ungarischer JSraelit. der ein ungarisches Blättchen in New York herauZgiebt, deffen Hafer hauptsächlich in Campagnezeiten blüht. Herr MarcuZZ Braun also wurde nach Europa in außerordentlicher Mission geschickt, um Data über die AuWanderung nach den Vereinigten Staaten zu sammeln. ' Nun der Bericht. Herr MarcuS Braun behauptet nach einer devoten Einleitung, die Zahl der Einwanderer, welche wegen Krank heiten nicht zugelassen werden können, nehme zwarlab, aber er besitze unwiderlegliche Beweise dafür, daß in Folge einer Verständigung zwischen gewissen europäischen Regierungen, Dampsera genturen,'BankierS und Ränkeschmie den aller Art beständig noch Einwände rer in großer-Zahl herüberkommen, deren Zulassung aus anderen Gründen nicht rathsa'm erscheint. . Diese Regierungen haben Gesetze, welche scheinbar auf die Beschränkung der Einwanderung berechnet find, that fächlich fördern sie sie aber durch Auf rechterhallung der patriotischen Liebe zum Vaterlande inl den. sogenannten Kolonien, ind:m sie den Leuten zu ver stehen geben, wenn sie daran nicht fest hielten,' so würden fieZ fie im bardari schen Amerika ohne Schutz lassen. DieS gilt demlVericht zufolge besonders von Ungarn und Italien, welche seines Er messenS d:; Ver. Staaten als eigene Anhängsel oder Kolonien betrachten und durch ihrelWeisungm an die Ein Wanderer Vortheile für ihre eigene Re gierung zum Nachtheil der Ver. Staa ten ziehen. MarcuS Braun führt im verfroren an, daß während deS letzten Jahres aus den Ver. Staaten 550, 000.000 von Einwanderern allein nach Oefterreich'Ungarn gesandt worden find. Daß manZIMarcuZ heißen und so wenig Begriff von der Immensität der Summe von 50jMillionen haben kann, ist eigentlich unerklärlich. Nach dem letzten Census sind in den 'VereinigteniStaatenZ 276,000 Oester reicher. 1$6,999 Ungarn und 140,. 850 Böhmentin den Vereinigten Staa ten, also 573,840 aus ganz Oesterreich in den Vereinigten Staaten, d. y. Männer, Frauen und Kinder ansässig. Nehmen wir ber runden Nummer we gen 600,000 an. DaZ würde durch vier dividirt, waZ jedenfalls bei dem reichen Kindersegen dieser Leute sehr mäßig ist, 150,000 Familien von Oefterreicher,lUngarn und Böhmen er geben. Lassen wir mit uns handeln und machen wir eZ rund 200,000 Fa mitten, so würde ein; jede davon jähr lich S250 heimsenden müssen, um die ungeheure Summe zusammenzubrin gen. In der Religion mag'S mit MarcuS Braun stimmen, aber im Rechneu ist er entschieden schlecht bestellt. Seine andercn Angaben, die nicht mit Zahlen begleitet sind, zeichnen sich durch Mangel an Logik oder Voreinge nommenheit aus. Kurz, der Bericht würde, wenn er nicht ein amtliches Dokument wäre, kaum beachtenswerth fein. Aber jetzt, da man im Kongreß alle Hebel in Bewegung fetzt, um der Ein Wanderung Schranken aufzulegen, ist er als gemeingefährlich zu betrachten. Dasselbe gilt von den dem Bericht beigefügten Empfehlungen, dieselben sind durchweg unlogisch und verwerflich. t beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho'S .Longfellow-.
Die Besserung der Lage'in Nukland. Das internationale sozialistische Bureau- hat in einer Kundgebung über die revolutionäre , Bewegung in Rußland in der bekannten großprah lerischen Weife der .Sozialdemokratie gesagt: Die revolutionäre Bewegung wird in Rußland siegen als eine Arbei terbewegung, oder sie wird überhaupt nicht siegen." Der zweite Theil der Prophezeiung ist eingetroffen, denn die revolutionäre Bewegung hat nicht nur nicht gesiegt, sondern in den beiden Hauptstädten deS Reichs eine empfindliche Schlappe erlitten. In Petersburg war die Niederlage eine unblutige, indem die. geplante neue große Streikbewegung scheiterte, in Moskau forderte die Niederwerfung des bewaffneten AufstandeZ blutige Opfer. Warum hat die revolutionäre Be wegung einen so schweren Schlag er halten ? Las sozialistische Bureau hatte ge meint, sie könnte nur als reine Arbei terrevolution siegen. Das Gegentheil dieser Auffassung traf zu; sie ist unter legen, weil sie nur Proletarierrevolu tion gewesen ist. Die gebildeten Schichten, gewitzigt durch die sinnlose ZerftörungZwuth der revolutionären Banden, haben das Kokettiren mit den Revolutionären endlich aufgegeben und sie beginnen sich der RegierungSgewalt wieder zu nähern. Eine Revolution aber kann nur sieg reich fein, wenn alle Stände erfaßt, wie die große französische Revolution, wo ein Prinz aus königlichem Blute mit dem Handwerker, dem Arbeiter, dem Bauern gemeinsame Sache machte. Die aus dem Mißerfolg der russischen Re volutionüre zu ziehende Lehre, daß der vierte Stand denn doch nicht so allmäch tig ist, wie eö ihm von der sozialdemo kratischen Presse täglich vorgeschmei chelt wird, könnte für alle mit einer starken sozialdemokratischen Partei be glückten" Länder von großem Nutzen sein, wenn die Sozialdemokratie über Haupt delehrdar wäre. Der Erfolg der russischen Regierung giebt ihr die Möglichkeit, die von ihr gemachten Versprechungen in ehrenvol ler Weise einzulösen. Denn eine sieg reiche Regierung kann viel leichter Zu Geständnisse machen als eine besiegte, weil 'sie aus freien Stücken Das geben kann, was bei einer besiegten Regierung als von dem stegreichen Gegner erzwungen erscheint. Es ist zu hoffen, daß vor Wem die Reichsduma bald gewählt und unmittelbar nach der Wahl auch zusammentreten wird; gerade in den gegenwärtigen, trotz deS Erfolges noch immer schwierigen Zeiten kann e? dem Zaren und seinen Ministern nur erwünscht erscheinen, einen Theil ihrer Verantwortung an eine vom Volke er wählte, gesetzgebende Körperschaft abzu treten. Unto einer vom Volke gewähl ten Körperschaft aber braucht man nicht ein auS allgemeinen Wählern hervor gegangenes Parlament zu verstehen. Großbritannien ist für alle Kulturna tionen das Vorbild für die konstitutio nelle Regierungsform gewesen, weil dieses Land weitaus am lüngsten eine gesetzgebende Körperschaft besitzt. Trotz dem hat Großbritannien erst vor 26 Jahren eine Wahlreform angensm men, die das Wahlsystem zwar dem allgemeinen Wahlrechte erheblich näher gebracht, aber dieses allgemeine Wahl recht noch immer nicht verwirklicht hat. Wenn nun eine so hoch kultivirte Nation, wie die britische, den Zeitpunkt für den letzten Schritt zum völlig demo kratischen Wahlsystem noch nicht für ge kommen erachtet, so wäre eö gewiß un finnig, in Rußland mit einem Schlage das allgemeine Wahlrecht einzuführen, wo noch drei Viertel der Bevölkerung des Lesens und Schreibens unkundig ist. also die erste und dürstigste Voraus setzung für das Verständniß der poli tischen' Vorgänge nicht befitzt. DeShalb ist eS sehr vernünstig, daß vorerst nur ein beschränkte? Wahlrecht borge sehen ist. Hand in Hand mit der Gewährung der konstitutionellen Einrichtungen sollte mit derBelehnung der Bauernschaft mit Kronland, soweit dieS ohne zu schwere finanzielle Schädigung deö Staates möglich ist, Ernst gemacht werden. Ist die konstitutionelle StaatZform einge führt, so muß sich die Regierung ein ihr freundlich gesinntes Element der Be völkerung zn sichern suchen. Die ge gebene Regierungspartei aber ist die Bauernschaft, die in Rußland .ein viel wichtigeres Element bildet, als im weft lichen Europa, well sie numerisch viel ! stärker ist. . Gerade die Bauern aber
befinden fich in weiten Gebieten Ruß landS in wlrthschaftlichungünstigerLage Sie au? diese? Lage zu befreien, wäre zu allen Zeiten ein Gebot der Mensch, lichkeit gewesen, im gegenwärtigen Mo ment aber ist eZ obendrein ein Gebot der politischen Klugheit. Man sieht, daß Herrn Witte noch Arbeit genug zu thun bleibt, denn ab gesehen von den hier kurz skizzirten politischen und wirthschastlichen Refor men dürften noch 'geraume Zeit hin durch revolutionäre Erhebungen nie derzuhalten sein, wenn auch in dieser Hinsicht die schlimmste Zeit vorüber ist. Man hofft aber wohl, daß Witte den großen Anforderungen, die noch an ihn herantreten werden, gewachsen sein wird. Gelingt e? ihm, Rußland aus der Grundlage einer maßvollen Ver fassung den inneren Frieden wieder zu geben, so wird er eine der größten und dankenSwerthesten Thaten vollbracht haben, welche die Weltgeschichte kennt.
Grundeigenthums Uebertragungen. Pearl Weaver an Byron S. Oben chain, LotS 10 und 11. Bruce'S Sub division. Bruce'S Addition. 80 bei 182 Fuß, verbessert, Südoft.Ecke von Cen tral Ave. und 2. Straße. $4100. Byron S. Gbenchain an George A. Weaver. dasselbe. $4100. Thomas T. Diggin an Dora F. Welch. Lot 107. West Park Addition. 33 bei 125 Fuß, verbessert, Westseite von HolmeS Ave., nördlich von Ohio Straße, $1500. Dora F. Welch an Anna F. Diggin. dasselbe, $1500. Louise A. Greiner an Matilda C. Woodwarth, Lot 3, Christian's Ost Washington Sr. Addition, 40 bei 141 Fuß, vacant, Südseite der .Washington Str., östlich von Rural St. $1200. Ruth Gall an Edmund F. Gall u. A., Antheil Ivon Lot 32, Seibert & Cruse'S 1. Addition, 40 bei Fuß, vacant, Südseite der Lexington Ave., westlich von St. Paul Str.; Lot 32, Howland u. A. Sudd.. Schroer's Ad dition, 34 bei 120 Fuß, vacant, Oft seite der Webb Str.. nördlich von Ray mond Str.; Theil vvn Lot 4, Square 63, 60 bei 67.6 Fuß. verb.7 Nordseite seite der Pearl Str., östlich von Dela wäre Str.; Theil von Lot 5, Square 63, 41.4z bei 195 Fuß. Verb.. Süd. seite der Washington Str., östlich von Delaware Str.; Theil von Lot 3, Out lot 20 bei 195 Fuß, verb.,Nörd. seite der Washington Str., östlich von East Str.; Theil von Lots 7 und 8, Square 41, bei 95.3 Fuß, Verb., Oftseite der New Jersey Str.. nördlich von Market Str. $6500. Charles C. Caldwell an Jsaac W. Millikan. Theil von Lots 8 und 9 McKernan u. A. Sub., Square 23, Drake'S Aod., 64 bei 93 Fuß, derbes sert, östliche Seite der Brooks Straße, südlich von 15. Straße. $1.300. Mary O. Frost an Martha S. Al lerdice, Lot 412, MzCarty'ö neunte West Seite Add., 57 bei 150 Fuß, verbessert, westliche Seite der Drover Str., südlich von Silver Ave. $1.250. Maria Jameson an Thomas M. Richardfon, Lot 25, Jrvington, 1.95 T'crei, vacant, nördliche Seite der Washington Str., westlich von Arling ton Ave. $2,500. Henry Codurn an Henry Reiu'eberg, LotS 7 und 8, Co'burn'ö Subd.. Theil Lot G." Jndpls. & Cinc. Railroad Add., 62 bei 130 Fuß, vacant, Nord ostecke Harlan Str. und Woodlawn Ave. $800. Adam Garn an Henry B. Miller, Lot 244, Bradley u. A. O. Washing ton Str. Add., 40 bei 100 Fuß, der bessert, Nordostecke Michigan Str. und Sherman Drive. $6000. Samuel G. Burton an Floren C. Burton, Int. von Lot 32, Cleve land Place Add., 40' bei 130.6 Fuß, verbessert. Westseite Hamilton Ave., südlich von 10. Str. $600. John W. FranciS an Harry H. FranciS u. A., Lot 12 in Chenoweth's Sübd., Theil von.Birkemeyer'S Add., 25 bei 105 Fuß, verbessert, Weftseit) der Shelby Str., südlich von Sanders Str. $1.015. Jsaac Payne an Anton Schildmeier, Theil vom südöstlichen Viertel in Sec. 2, Tp. 15,. Range 4, 5 Acker. Warren Township. $1,500. Clara A. Mulr an Robert O. Glide well, südliche Hülste von Lot 25 in Warman'S Erben Haughville Subd., 20 bei 157.9 Fuß, vacant, Westseite der Shesfield Ave., nördlich on Flack Str. $675. John Wagner an Daniel - Young man Jr., LotS ,42. und 43, Oxford Place Subd. 80 bei 163.1 Fuß, va
cant, Ostseite, Oxford Str., südlich von New York Str. $1.000. John E. Reed an Lela A. Young, Lot 213, Talbott's Add., 40 bei 117 Fuß, verbessert. Oftseite Talbott Ave., nördlich von 13. Str. $4.000. Albert C. Kühn n Owen I. Con rad, Theil Lot 84, Butler'S Add., Col' lege Corner, 50.5 bei 163.5 Fuß. ver bessert. Westseite Broadway nördlich von 15. Str. $6.750. Maranda E. McHaille an Frank S. Walker.' Lot. 120. Bigney'5 Sub.. Blackö Addition, nördliche Seite von Olcott Str., westlich von Bigney Str., $500. Edward ö. Winter, an Arthur V. Brown, Lot 267, West Park Add., 33 bei 137 Fuß. östliche Seite von Addlson Str., nördlich von Ohio Str. 81650. . Ma'rcelluS Austin, an- Seth Pratt, LotS 32 und 33, C. C. Morris' erste Add, Brightwood, 79 bei 113.8 Fuß, vacant, südliche Seite der 31. Str., westlich von School Str. Gustav Weinke an William A. Free man. Lot 79, KappeS & Frank'S Sub. 32 bei 138 Fuß, verbessert, südliche Seite der Iowa Str., östlich der P. C. C. & St. L. R. R. , $1,400. Security Trust Company, Truste?, an Charles E. Shover, Lot 127. Sho ver'S Addition, 40 bei 130 Fuß. vacant, Westseite der Graceland Avenue, nördlich bon39. Str. $540. JameS A. Pritchard, Administrator, an Charles Bertelsman, südliche Hülste von Lot 67. Butler'S Addition. College Corner. 23.1 bei 169 Fuß. v:rb.. Oftseite deS Broadway, nördlich von 13. Str. $4000. EdniettajHayworth an Minnie Hay worth u. A., den halben Antheil von Lot 80, Reagan'.Park Addition, 40 bei 150 Fuß, vacant, Oftseite der Ashland Ave., nördlich von 24. Str. $625. Jeannette HZ Hadley an Christopher Bernloehr, Lot 11, HadleyS Sub., östlich von Central Avmue. südlich von Fall Creek, $1000. Annie L. Austin an Mark W. Louckö, LotS 23 und 24. Sharpe'S Woodfide Add., östliche Seite von Key stone Ave., südlich von Graydon Str., $1,900. Jda O. Stanley an Mary S. Cook u. A.. Lot 44, Washington Boulevard Add., südlich von Graydon Str., $1.600. Josephine McGinniS an Emma S. M. Blue, Lot 15. McGinniS Sub.. westliche Seite von Temple Avenue, nördlich von Michigan Str., $500.
Der Kampf gegen die Thcaterhütc der Damen hat in Mailand feste und bestimmte Formen angenommen. In genannter Stakt hat sich nämlich eine Liga gegen das Tragen von Hüten der Damen im Theater gebildet, deren Satzungen wir zu Nutz und Frommen auch unseren Damen mittheilen wollen. Artikel 1: Die Liga richtet an die Damen einen Appell, freiwillig auf den Hut im Theater verzichten zu wollen. Artikel 2: Sie fordert den Direktor und den Impresario auf, folgenden Anschlag im Theater anbringen zu lassen: Die intelligenten Damen werden gebeten, die Hüte abzunehmen. Die alten Damen dürfen den Hut aufbehalten." (Mit diesem alten Witz wird man am Ende den meisten Erfolg erzielen, da ja doch keine Dame alt sein will! Anm. d. Red.) Artikel 3: Die Liga fordert die Polizei auf. gegen das Tragen von Hüten im Theater ebenso einzuschreiten, wie fie das Mitbringen von Stöcken und' Regenschirmen in den Saal verbietet. Artikel 4: Kein Mitglied der Liga darf eine Dame, die den Hut aufbehält, in das Theater begleiten, und sei es auch die eigene Gattin oder Tochter. Artikel 5: Die Mitglieder der Liga werden auf alle nur mögliche Weise eine Vorstellung stören und ver-hindern.-solange sich im Saale Damen mit den Hüten auf dem Kopfe befinden. Da man in Mailand nun einsieht, daß es mit dem Kampfe gegen die Damenhüte ernst gemeint ift hat sich eine große Aufregung des schönen Geschlechtes bemächtigt. Diese Aufregung theilt sich namentlich auch den Putzmacherinnen mit. Denn wenn man kernen Hut im Theater zur Schau tragen darf, hat es auch keinen Zweck, sich einen kostbaren und pomphaften Hut nur für die Garderobe anfertigen zu lassen. Die Trauer der Putzmacherinnen wieder ist die Freude derIriseurinnen. die mit Recht auf größere Kundschaft hoffen, da eine Dame ohne Hut sich sorgfältiger die Coiffure muß herrichten lassen als es unter dem Schutze und dem Verstecke einer Kopfbedeckung nothwendig ist. Nahrhaft, schmackhaft, von Malz und Hopfen find die Viere der Capital City Orauerei.
Allerlei sür'S . Haus. . Homespun -Hüte reinigt man durch vorsichtiges Bestreichen mit einer Ammoniaklösung. Dies wird am besten wiit einem reinen Schwamm ausgeführt, der vor dem Bestreichen gut ausgedrückt werden muß. Der Hut darf nicht zu naß werden, damit er die Form nicht verliert. Ein unveränderlicher Gußeisen - Anstrich. .Wenn man Gußeisenfabrikate, nicht in der gewöhnlichen Weise mit Farbe, Lack u. f. w. anstreichen und denselben dennoch ein schönes ölusse.hen geben will, so reinige man sie zuerst 'durch Waschen mit einer schwachen Säure, lasse sie trocknen und überfahre die Oberflächen sodann mit einer Feile, Drahtbürste oder dergleichen, damit sie glatt werden. Hierauf schmiert man sie mehrmals mit gewöhnlichem rohen Petroleum ein und läßt sie jedesmal gut trocknen. Darauf werden die Gegenstände tüchtig mit einer starken Haarbürste überfahren, wodurch sie ein dunkelglänzendes Aussehen erhalten, welches der Hitze wiversteht und auch gegen Rost schützt. Ist einmal in dieser Weise der Grund zu einem glänzenden Aeußeren gelegt, so genügt später ein einfaches Ueberwischen mit Petroleum und darauf folgendes Ueberbürsten. Um einen Teppich sehr gründlich zu reinigen,, verschafft man sich grobe Sägespäne, die man in Gasolin einreicht. Damit bestreut man den Teppich, reibt ihn mit einem reinen Besen tüchtig ab, wobei man schmutzige Stellen besonders berücksichtigt, und fegt schließlich die Sägespäne und mit diesen allen Schmutz rein ab. Es ist erstaunlich, wie rein der Teppich durch dieses Verfahren wird; man wird durch sein neues, frisches Aussehen für die Arbeit reichlich belohnt. Geschnitzte Paneele zu reinigen. Mit einer scharfen Bürste oder einem Pinfel werden die Täfelungen gut ausgestäubt, mit einem trockenen, weichen Leder- oder Wolltuch nachgerieben und nach Bedarf gewachst und gebohnert. Nasse Schuhe zu trocknen. Wenn man die nassen Schuhe abgezogen hat, fülle man sie sofort mit trockenem Hafer. Diese Frucht besitzt nämlich eine große Anziehungskraft für Feuchtigkeit und wird rasch die letzte Spur davon von dem feuchten Leder aufnehmen. Während sie dies bewirkt, schwillt sie zugleich an und verhütet auf.diese Weise, daß das Leder einj schrumpft und hart wird. Am folgenden Morgen schüttet man den. Hafer aus und breitet ihn in der Nähe eines Feuers oder Ofens zum Trocknen aus. um ihn bei einer anderen Gelegenheit wieder auf dieselbe Weise benutzen zu können. Je trockener er ist, 'desto des$er die Wirkung. Vertreibung der Motten durch Kaffee bohnengeruch. Wenn man selbst Kaffee brennt, gehe man mit den frischgebrannten, noch dampfenden Kaffeebohnen' durch alle Zimmer und besonders an dieSchränke uno an verdächtige Stellen. Dadurch werden die Motten fern gehalten. Auch übt der Kaffeeöohnengeruch eine reinigende Wirkung auf die Luft aus. Hartes Wasser weich '.zu machen. Hartes Wasser ist zum Kochen von Hülsenfrüchten oder zum Waschen nicht gut zu verwenden, weil im ersteren Falle die Hülsenfrllchte nicht weich werden, im letzteren Falle die Seife in unlösliche -Kalkseife verwandelt wird. In England beseitigt man die Härte durch Kalk, indem man Kalkwasser ode dünne Kalkmilch, . die man aus gelöschtem Kalk und Wasser herstellt, dem harten- Wasser zusetzt, umrührt und absitzen läßt. Die Kalkmilch entzieht dem Wasser die halbgebundene Kohlensäure, bildet damit unauslöslichen, ' kohlensauren Kalk und bewirkt zugleich die Ausscheidung des darin gelöst gewesenen kohlensauren Kalkes. 'Die nöthige Menge Kalk kann leicht durch Versuch bestimmt werden. Zur Probe, ob überschüssiger Kalk zugesetzt wurde, giebt man einen Tropfen einer Lösung von Ammoniumoxalat zu einer kleinen Menge des Wassers, die in diesem Falle eine milchige Trübung 'hervorrust. 'In der Küche beseitigt man die Härte des Wassers durch Zusatz von kleinen Mengen doppclkohlensauren Natrons. 'Goldrahmen zu. reinigen. Man stäubt sie zunächst ab, dann werden sie behutsam mit einer weichen, ganz reinen Bürste abgebürstet oder mit einem Borstenpinsel abgepinselt. Flecke lassen sich meist mit der Schnittfläche einer Zwiebel wegre.iben. Ganz alte Rahmen, bei denen nur noch wenig von der Vergoldung zu sehen ist. werden nur vorsichtig mit Wasser abgewaschen, dem etwas Salmiakgeist zugesetzt wird. Dumpfige Gerüche aus Schränken zu beseitigen. Ein erprobtes Mittel ist das Rauchern mit balsamischen Harzen. . Gleiche Theile Weihrauch, Benzoe und Mastix, grob gepulvert . und gemischt, streut man auf einen schwach glühenden Bolzen, der auf einer feuersicheren Unterlage (Ziegelstein) vorsichtig auf den Boden des betreffenden Schrankes gelegt wird. Nachdem sich der Schrank mit dichtem Rauch angefüllt hat, schließt man ihn und läßt den Rauch in's Holz einziehen.
Europäisches eparkneTj . Wechsel, Creditbricfc, Postanweisungen, auf alle Städte Europas- . Schtffsschetns von und nach Europa.
tn und Verkauf auSZSsÄök scheu Geldes. No. 35 Süd Meridian' Str. Irlsrokauts National Bank. Einen gräßlichen Tod erlitt in St. Paul der 35 Jahie alte Carl I. Bye auf dem Güterbahnhofe der Minnesota Transfer Co. Vye, der als Ear Checker" bei der Gesellschaft angestellt war, war mit mehreren anderen Arbeitern damit befchäftigt, einen 1500 Pfund schweren Geldschrank aus einem Frachtwaggvu zu entfernen. Die Männer hatten die Last schon halb aus dem Waggon, als? einer derselben seinen Halt an dem Geldschrank verlor und dieser fiel Bye, der neben dem Waggon stand, auf den Kopf. Der Unglückliche wurde furchtbar zugerichret; fein Kopf war nur noch enre unförmliche Masse und jeder Knochen in seinem Körper war gebrochen. .Der, Tod trat auf der Stelle ein. Es nahm geraume Zeit, eh: es den vor Schrecken und Entsetzen wie gelähmten Arbeitern gelang, den Geldschrank von , dem Leichnam zu entfernen. Ein rechter We.iberhasse? scheint Georg N. Gerhard von East Millstone bei New Brunswick. N. I.. zu fein, anscheinend ist er aber auch erst durch böse Erfahrungen mit anspruchsvollen Vertreterinnen des schönen Geschlechts dazu gemacht worden. Gerhard ist Eigenthümer mehrerer schöner Häuser, von welchen er ein ansehnliches Einkommen bezicht. Außerdem ist er seit Jahren Assistent-De-puty - Collektor 'des Jnlandsteuer" Amtes. Nun hat er eine Anzeige folgenden Inhalts in den Zeitungen von New .Brunswick erlassen: Meine Häuser werden nur noch an Familien vermiethet, ' in welchen' die Männer"diese Angelegenheit erledigen. Ich bin der Unterrock-Herrschaft überdrüssig." Gerhard erklärt, es sei früher leicht gewesen, seine Häuser zu vermiethen. doch nun seien die Frauen so anfpruchsvoll und umständlich geworden, daß garnicht mehr mit ihnen auszu kommen sei, und er nichts mehr mit ihnen zu thun haben wolle. Wenn ich meine Häuser nicht an Männer vermiethen kann," sagte er, dann lasse ich sie lieber leer stehen." Für eine etwas ungewohnliche Art. eine fällige Miethe einzuziehen, hatte sich in New Iork Patrick H. Tierney im Gericht zu verantWorten. A. Lipscher, ein Reisender, hätte vor mehreren Wochen einen Kos fer in Herrn Tierney's Haus stehen .lassen und begab sich zu ihm, um den Schatz zu heben. Lagergeld kostet $1.75," bemerkte Herr Tierney in geschäftsmäßigem Tone. Werd' ich nichj. bezahlen." antwortete Lipscher. Schön," replicirte Tierney, griff in die Tasche, producirte eine alte rostige Pistole u.nd sagte: Jetzt kostet's L.85." Lipscher beharrte bei seiner Weigerung, das Lagergeld zu bezahlen. Gut," sagte Tierney, entnahm' seiner Westentasche ein sinkendes Ra sirmesser und behauptete, daß er ihm nunmehr den Koffer nicht unter $1.95 aushändigen könne. Herr Lipscher verfolgte mit steigendem Aerger und wachsender Beklommenheit das Aiifwärtsgehen des Kurses und schwor, nicht einen Cent bezahlen zu wollen. Sehr schön," sagte Herr Tierney. der Preis beträgt nunmehr $2," und jetzt prodMrte er einen Schießprügel so gefährlichen Aussehens, daß Lipscher ror der WaffensammlunF den Muth verlor und anstandslos zahlte.' Sein nächster Weg führte ihn zum Gericht, wo er einen gusführlichen Bericht seines Erlebnisses erstattete und die Vorladung Tierneys Durchsetzte. Letzterer erklärte dem Kadi, daß die SchußWaffen, die er als Einschüchterungsund Preisstergerungsversuche verwandr hatte, nicht geladen gewesen seien, woraufhin seine Freisprechung', erfolgte. . - -
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Begründung. Kollekteur: Sie wollen mir also für den verarmten Gelehrten wirklich gar nichts geben. Herr Kommerzienrath? Ich begreife es nicht, daß man so bereitwillig jeden Lahmen oder Blinden unterstützt, nur keinen armen Gelehrten."-K o m m e r z i e n -rath.: Kein Wunder! Jeder von uns fürchtet ja weit mehr, selbst einmal lahm oder blind als gelehrt zu werden." ,' s
