Indiana Tribüne, Volume 29, Number 126, Indianapolis, Marion County, 20 January 1906 — Page 1

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. y Wrskixeint feden Nartsmittag. . r" 1 1 - Jahrgang 29. ' Indianapolis, Ind., Samstag,'2. Januar 19. ' No. 126.

Die Schwarze Hand." Agenten der verbrecherischen Verbindung hier thätig. Wichtige Entdeckung des Volizeichess. Polizeichef Metzger erfuhr gestern durch Zufall, daß die Mafia" oder Schwarze Hand" in Indianapolis zu ov.'riren gedenkt. Ein junger Italiener machte ihm giftern die Mittheilung, daß e? von einigen seiner LandZleute aufgefordert Ourde, d:r berüchtigten, aus Jta lienern bestehenden Gesellschaft Mafia" oder die Schwarze Hand" beizutreten. Ein Eintrit!5eld von $20 wurde von ihm verlangt, gegen welche? ihm Schutz gegen alle gerichtlichen Verfolgungen, in etwa vorkommenden Füllen zugesichert wurde. Die Polizei ist über zeugt, daß die in unserer Stadt an sassigen Italiener anständige Leute sind, die sich mit dem Mafia Gefindel nicht identisiciren werden. Die Aufforderung ist, wie der Jnfor mant Herrn Metzger sagte, von hier fremden Italienern ausgegangen, die bei den Eisendahnen als Streckenarbei ter angestellt find. Immerhin wird Herr Metzger eine eingehende Unter suchung anstellen, um festzustellen, ob hier etwa eine lokale Vereinigung dieser berüchtigten Gesellschaft besteht. Ver einigungen dieser Bande wurde in Far mersburg und Bloomfield entdeckt.

Kampf mit Einbrechern. Chicago, 20. Jan. Geheim'. Polizisten überraschten fünf Einbrecher in dem Revaraturschuppen der North weftern Eisenbahn an der Arbeit. Bei der folgenden Schießerei wurde ein Einbreche? getödtet und ein anderer schwer verwundet, die übrigen entkamen. j Geheimnißvoller Mord. W a r r e n. O., 20. Jan. Große Aufregung herrscht in dem denachbar ten Städtchen West Farmington. Der reiche Bankier und Farmer R. K. LewiZ kam in einem Wagen mit einem fremden Mann nach Hause und unter handelte mit diesem in seinem Zimmer. Ungefähr eine Stunde später entdeckte da? Dienstpersonal Rauch im Hause und bei näheren Nachforschungen wurde LewiZ an Händen und Füßen gebun den mit zerschmettertem ttopf todt auf gefunden. Ter Fremde war verschwun den. Ter Mürber hatte eine Quanti tät in Oel getränkte? Stroh um sein Opfer aufgehäuft und dasselbe dann angezündet, um sein Verbrechen zu verdecken. Man nimmt an, daß ein Streit über GeschäftZ.Angelegenheiten die Ursache deZ Verbrechens war. Städtisches. Von der ihm von der Stadt ertheil ten Erlaubniß, feine, Bücher aus fei mm Privatzimmer in das Richterzim mer des PolizeigerichtS überführen zu können, hat Richter Whallon auSgiebi gen Gebrauch gemacht. Er hat nicht weniger als 250) große Werke, darun ter sehr werthdolle, in nagelneuen Schränken im Richterzimmer aufstellen lassen. ES sind nur Werke englischer und französischer Autoren und eine Sammlung werthvoller Qücher aus dem Gebiete der Jurisprudenz vorhanden. Die Bücher sollen einen Werth von ca. $3000 repräsentiren. Nahrhaft, schmackhaft, von Malz und Hopfen sind die Biere der Capital City Brauerei. - Pferdediebe.' K o k o m o, 20. Jan. Verwegene Spitzbuben stahlen fünf Pferde aus dem Leihftall von FrakeS Lindley in dem Nachbarort Greentoan. Frank Powell, der die Diebe bemerkt hatte. machte sich auf die Verfolgung und jagte ihnen drei Pferde wieder ab; mit den anderen zweien gelang eZ den Hallunken das Weite zu gewinnen. Die Farmer der ganzen Umgebung find auf den Beinen, um die Pferdediebe zu fangen.

Miners-Convention.

Die gestrigen Verhandlungen in der Convention der Kohlengrüder betrafen zumeist RoutineGeschäfte. Verschiedene Male wurden die Dc batten recht heftig. Präsident Mitchell egriff in der Angelegenheit betr. die Anerkennung von UebergangSKarten von der Western Federation of MinerS selbst daö Wort und verwehrte sich in erregter Weise gegen die ungerechten Angriffe dieser Organisation auf seine Person. In der Diskussion über die Verwal tung und Verwendung von Streikgel dern wurden von einigen Delegaten den National Cxecutiv Beamten -verschiedene Seitenhiebe versetzt. Hier ergriff Mitchell wieder das Wort und erklärte, daß das National'Executiv'Comite in dieser Angelegenheit stets mit bestehen den Thatsachen gerechnet und niemals bloße Theorien zur Richtschnur seiner Handlungen gemacht habe. Auch die entgegen der Conftitution der Bergleute thatsächlich befolgte Pra xiZ der Fernhaltung von Chinesen und Japanern aus der Organisation rief eine lebhafte Debatte hervor. Für die Familien der gestern in Paint Creek, W. Va., umgekommenen Bergleute wurde eine sofortige Unter stützung von $1000 bewilligt. Ein Delegat, JameS I. MiSkell, verlor bei diesem Grudenunglück zwei Söhne im Alter von 17 und 13 Jahren. . Behörde für öffentliche Arbeite. Ein Voucher", der den Antheil der Stadt für die Ausgabe der Erhöhung der Geleise an MassachusettZ.Avenue im Monat Oktober 1905 deckt, wurde gestern im Betrage von $1532.65 von der Behörde für öffentliche Arbeiten im erzeichnet. J.B. Nicholson. 223 Süd War. man Ave. und W. R. Shiel, 417 Süd Varman Ave., beklagten sich bei der Behörde der öffentlichen Arbeiten, daß die American Foundry Co. ohne irgend eine Berechtigung dazu zu haben einen Zaun errichte, der sich über die Süd Warman Ave. erhebt. Eine Petition, in der um das Recht ersucht wurde, die . 23. Straße' von Talbut Ave. nach New Jersey Straße zu gradiren-und mit Sand zu be decken, wurde gestern der Behörde der öffentlichen Arbeiten von I. H. Kroh, einem interessirten GrundeigenthumZ besitz, unterbreitet. Die Petition wurde dem Stadtingenieur überwiesen. Harry Maa'g von No. 11 Regent Str. bat die Behörde, die Union Str. von Raymond Str. zu einem 99 Fuß nörd lich gelegenen Punkt zu erweitern. Auch diese Petition wurde dem Stadtinge nieur unterbreitet. I. O. K. of P. Der JahreSball der hiesigen Logen des Verbesserten OrdenS ' der PythiaS Ritter, findet am Dienstag den 20. Februar im Deutschen HauS statt. Wie in früheren Jahren, so wird auch die ser Ball, wenn man die Vorarbeiten deZ ArrangementS'ComireS in Betracht zieht, ein Riesen'Erfzlg werden. Die Staats . Grobloge des Ordens hält während des Tage? ihre JahreZver fammlung ab und werden die Reprä sentanten am Abend den Ball besuchen. Da der Orden von Jahr zu Jahr wächst, so wird der Besuch ' seitens der Ritter, deren Familien- und Freunden besonders stark sein. WirthschastS-Lic?nz widerrufen. Die County.Commigäre zogen die an Sam Äosenbaum vor einigen 2a gen aus Versehen ertheilte Erlaubniß zum Betriebe einer Schankwirthschast im Hause 'No. 423 West Ohio Straße zurück. Zur Zelt der Ertheilung der Erlaubniß war den CountyCom miffären nicht bekannt, daß sich das Local innerhalb 500 Fuß Entfernung vom Military Park befunden habe. Naucht die Tish I Mixigo.

Aus den Gcrichtcu.

Bundesgericht. Verschiedene Firmen von Je York und Loui-ville beantragten gestern im Bundesgericht Eröffnung des Bänke rottverfahrenS gegen John I. Morgan von New Albany. Ind. Kreisgericht. In der Schadenersatzklage, die JoZ. T. BymaZ gegen die Emrick Furni ture Co. angestrengt hat, gab die Jury ein Verdikt im Betrage von $1,500 zu Gunsten dcö Klägers ab. Als Anwalt Cox, der Oliver Pede in einem ContraktFalle vertrat, gestern im KreiZgericht erschien, um seinen Klienten zu vertreten, fand er, daß Pede als Geschworener in einem an deren Fall fungirte. ' Infolgedessen wurde der Fall vertagt. Scheidungsklage. Orpha M. Hamburg reichte gegen Alb. Hamburg Scheidungsklage ein, weil ihr Mann sie ohne Grund verlas sen und sie schlecht behandelt habe. Schadenersatzklage. Mary Ann Tewyer hat gegen die Stadt Indianapolis eine auf $5000 lautende Schadenersatzklage angestrengt. fforderungsklagen. Gegen Wm. GöbeS und Lena Wren ger strengte Henry F. ReSner eine Forderungsklage im Betrage von $115 an. Eine gorderungsklage im Betrage von $1000 hat Horace G. Becker gegen Roß A. Cooper angestrengt. Kindergericht. Richter George W. StudbS konnte im Kindergericht gestern die Verhand langen nicht leiten, da er indisponirt war. Statt seiner fungirte Virgil Lockwood als .Specialrichter, aber es kam kein Fall zur Verhandlung. Polizeigericht. Richter Whallon überwies den Einbreche? und Straßenrauber Cain Wat kins den Großgeschworenen. Wegen Friedensstörung wurde Ar thur Gentle auf unbestimmte Zeit in's Arbeitshaus geschickt. Carl Luther, der sich wegen thätlichen Angriffs zu verantworten hatte, wurde den Großgeschworenen über wiesen. Zu einer Geldstrafe von $20 wurde Elmer Sherry verdonnert, der verbor gene Waffen bei sich trug. Calvin Uhl sollte sich wegen thätli chen Angriffs verantworten. Er glänzte aber durch Abwesenheit und verfiel daher die von ihm gestellte Bürgschaft. Den Großgeschworenen überwies der Richter Clifford Claß, der einen thät. lichen Angriff mit der Abficht ausgeübt hatte, seinen Gegner zu tödten. Die desselben Vergehens angeklagten John C. W?od und Willis Murphy wurden den Großgeschworenen über wiesen. Verschiedene .Bummler oder Süffel mußten Geldstrafen blechen oder wur den dem ArbeitZhause überwiesen. Alle sonstigen Fälle wurden vertagt. Harry I. Nixon, 33 Jahre alt und in Cincinnati, Ohio, wohn hast, gab sich für einen Anzeigenagen ten aus. Er erschwindelte unter dieser MaZke Geldbeträge und fiel gestern in die Händer ' Polizei. Nixon offerirte Geschäftsleuten Anzeigen in den schönsten Ausführungen, welche er in den Straßenwagen anbringen würde. Er verlangte für feine Arbeit eine Anbezahlung, welche ihn in vielen Fällen bewilligt würde und verschwand auf nimmer Wiedersehen, um in einer anderen Stadt seine Schwindelarbeit wieder aufzunehmen.. Gestern nun kam er nach Indianapolis, um auch die Bürger unserer Stadt heimzusuchen; er gerieth jedoch in die Hände der Polizei, die ihm sein schmutziges Handwerk legen wird. edrüder Schulmeyer's Wirthschaft, 50G Gctd Jlli. noiö Ctx. Nüstern-(Zuppe und Spanferkel heute Nbend.

Polizeiliches. Der Neger OtiS Trubue, 26 Jahre alt, Norwood Str. wohn haft, hatte einen Wortftreit mit seinem Rassegenossen, Herman Andrew, im September vorigen Jahres, welcher zu Thätlichkeiten ausartete. Trubue zog seinen Revolver und schoß auf Andrew mit der Abficht, ihn zu tödten, verfehlte jedoa) denselben. Trubue, welcher In dianapoliS verlassen hatte und gestern zurückgekehrt war, wurde von den Poli zisten Hanlon und Thatcher. verhastet. William H. Buell, 35 Jahre alt, Anstreicher, 1111 Süd Fremond Ave. wohnhaft, wurde wegen Klein diedstahlZ dingfest gemacht. Buell be suchte gestern eine schöne Schwarze. Als dieselbe sich entfernt hatte, um das nöthige Naß zu besorgen, verschwand Buell mit einer kleinen Weckuhr der Negerin. Die Schwarze setzte die Poli zei hiervon in Kenntniß und der Lieb Haber mit den langen Fingern wurde von den Polizisten Roberty und Jor dan verhaftet. DerJtaliener Mike Delape, 23 Jahre alt, in Cincinnati wohnhaft, wurde wegen Großdiebstahls hinter Schloß und Riegel gebracht. Delape

besuchte gestern seinen LandZmaun Tony Frank, welcher in hiesiger Stadt wohnt. In einem unbewachten Augen blick entwendete er die Taschenuhr seines Freundes, welcher ihn verhaften ließ. Die Radlerpoliziften Hull und Shine waren die Hastvollstrecker. -Der Italiener John Cham berö, 201 Bloomington Str. wohn haft, brachte gestern dem Fuhrmann Höfner der Home Brauerei eine Schnittwunde in der Brust bei. Er stellte sich selbst der Polizei. Der Fuhrmann Höfner hielt mit seinem Bierwagen vor der Wohnung deS ChamberS. Frau Chamberö gefiel dies nicht und stellte den Fuhrmann darüber zur Rede, worauf sich ein Streit ent spann. ChamberS glaubte seiner Frau beistehen zu müssen und brachte dem Hafner die Schnittwunde bei, welche jedoch nicht gefährlicher Art war. Er machte in eigener Person bei der Poli zei Anzeige davon. I d a P r i g g e r, 807 Ost North Straße wohnhaft, eine Angestellte in Taggart'S Bäckerei an der Mass. Ave., erkrankte gestern plötzlich. Sie wurde per Ambulanz nach ihrer Wohnung gebracht. John Brenneman, 16 Jahre alt, 39 Süd Blackford Straße. Fred. Kampelmann, 19 Jahre alt, 619 West Maryland Straße, Frank Knose, 13 Jahre alt, 104 Geisendorff Straße und Ed. Middaugh. 17 Jahre alt, 617 West Maryland Straße wohnhaft, wur den gestern wegen Kleindiebstahls ver haftet. Diese Burschen hatten in Ver einigung Kohlendiebstühle ausgeführt. Sie wurden bei ihrer diebischen Ar beit von der Polizei erwischt, und hinter Schloß und Riegel befördert. Fragt überall nacy dem Bier der Capital City Brauerei. An Zapf in allen Wirthschaften. Der Neger Steve Taylor, 47 Jahre alt, 1931 Bright Boulevard wohnhaft, wurde früh heute Morgen wegen EinbruchdiebftahlS verhaftet. In früher Morgenstunde am Sonntag verschaffte sich der Neger Eintritt in die Wohnung der Familie Morgan an der Cairo Straße und entkam mit 50ctZ. Die junge Tochter erwachte von dem Geräusch und jagte den Neger fort. ES war Licht in dem Hause, wobei sie sich das Gesicht deS DiebeS einprägen konnte. Heute Morgen wurde der Bursche vor die junge Dame geführt, welche ihn wiedererkannte. Die Geheim Polizisten Löwe und Lancafter nahmen die Verhaftung vor. Vor ein päar Wochen war derselbe Neger in die Woh nung der Familie Fischer eingebrochen. Oottlted Leukhardt, .Dk gemüthliche Lcke Noble und Nsrket Gfc.

Deutscher Frauen SilfS-Berein. Der Deutsche Frauen HilfS Verein hielt gestern Nachmittag im Deutschen HauS seine jährliche GeneralVersamm lung ad. Der Verein kann auf eine recht segensreiche Wirksamkeit während des verflossenen JahreS zurückblicken. ES wurden nicht weniger als 94 Familien im Laufe des Jahres unterstützt, da von erhielten 20 regelmäßig jeden Mo not, 47 mehrmalige und 27 Familien eine einmalige Unterstützung. Die Gesammt'Einnahmen deS JahreS be trugen $2366.20 sund die Gesammt. Ausgaben $1411.09. ES wurden 14 regelmäßige und 2 ExtraVersammlungen abgehalten. Der Verein verlor durch Tod, Verlassen der Stadt und Austritt 13 Mitglieder, hat dagegen im Laufe des JahreS 32 neue Mitglieder gewonnen. Die Ge sammt Mitgliederzahl beläuft sich gegenwärtig auf 235. Die Wahl der Beamten für daS kom mende Geschäftsjahr ergab folgendes Resultat: Präsidentin Frau Auguste Severin. 1. Vice-Präs. Frau I. W. Rhode hamel. . 2. Vice.Präs. Frau.Röbert Kipp. Prot. Secr. Frau I. Geo. Müller. Finanz und Corr. Secr. Frau Hermann Adam. SchatzMeifterin Frau John Bühler.

Nachrichten aus Jndiana. NobleSville, 19. Januar. Harry Nixon, 19 Jahre alt, wurde gestern Abend wegen Rauchens einer Cigarette .verhaftet, und zahlte eine Geldstrafe von $35. Diese Verhaf tung war die erste, welche unter dem neuen Gesetz in NobleSville vorgenom men wurde. Shelbyville. 19. Jan. Die Indianapolis & Southeaftern Trac tion Company hat ihre Klage, welche gegen ihre elektrische Linie durch Shelbyville erHoden worden ist, ge Wonnen. Die Pennsylvania Eisenbahn-Ge sellschaft wollte die Traction Co. ver hindern. Schienen über die Pennsyl vania Geleise im südlichen Stadttheil zu legen, wo die Traction Company eine Verbindung mit GreenSburg her stellen wollte. F r a n 1 1 o n, 19. Jan. Der be jährte M. I. Tharp. in Frankton wohnhaft, fiel beim Repariren des DacheS seiner Wohnung von der Leiter und zog sich einen doppelten Bein bruch zu. H u n t i n g b u r g. 19. Januar. Der Kessel der Ferdinand'schcn Braue rei inZFerdinand, einemZOrte unseres County, explodirte gestern Morgen. I. Peter Huther, der Countyclerk, und John'Haug, einer der Besitzer.wurden verletzt. . Herr Huther wollte für sein Amt wiedergewählt werden, und war, um inseinem Interesse zu wirken, nach der Brauerei gegangen. Er war mit Herrn Haug in der Nähe deS Maschi nenraumeS in ein Gespräch verwickelt, als die Explosion ersolgie. Herr Huther wurde. 25ZFuß fortge schleudert, erhielt schwere Brandwun den und gefährliche innerliche Ver letzungen. Man vermuthet, daß seine Verletzungen lebensgefährlich find. Herr Haug kam mit einigen kleinen Schrammen davon. Der Kessel flog ungefähr 300 Yards von dem Gebäude fort. Der Maschinenraum wurde theilwelse zerstört. .Der Schaden des Gebäudes und der Maschinerie wird sich auf ungefähr $600 belaufen. Die demokratische' Wahl wird heute abge. halten und Herr Huther hatte trotz sei ner Verletzungen nichts dagegen einzu wenden, daß er als CandidatZaufge stellt wurde. Er ist 35 Jahre alt und verheirathet. Deutscher Militär Verein. Naökenball am Oamstag, den 20. Januar, in! der Columbia Q&u Oseunds istnd ein5elsv?n. .

UeberdieVerhiitung eines furchtbaren Eisenbahnunglücks werden aus Boppard a. Rh. folgende Einzelheiten gemeldet: Auf den Schienen des Bahnüberganges hinter Hirzenach hielt dieser Tage, ein mit 40 bis 50 Centnern Dynamit und anderen Sprengstoffen beladener zweispänmger Wagen. Vergeblich trieb der Fuhrmann die Pferde an, um vor dem bald fälligen Nachtschnellzuge herüberzukommen. Es verrannen für den BahnWärter, der die Sachlage sofort überschaut und nach Hirzenach gedrahtet hatte, sowie für den Fuhrmann entsetzlich qualvolle Minuten, denn die Pferde vermochten trotz größter Anstrengun- -gen den Wagen nicht von der Stelle zu bringen. Der Fuhrmann besaß in. seiner Todesangst noch so viel Geistesgeaenwart, dem Zuge entgegenzueilen und dessen Führer 'durch Schwingen mit der Handlaternö auf das gefährliche Hinderniß aufmerksam zu machen. Der heranbrausende Zug konnte infolgedessen noch rechtzeitig seine Fahrgeschwindigkeit vermindern und kam langsam bis zur - Unfallstelle gefahren, wobei der Dynamitwagen , noch etwa vier Meter fortgedrückt wurde. Ein Auftrag, wie er sonst nur 'weltberühmten Künstlern zutheil wird, fiel dem Lothringer BildHauer Albert Comer zu, einem kaum 19jährrgen jungen Mann aus Saargemünd. Sein Vater ist dort Porzcl lanmaler in einer Fayencefabrik. Es handelt sich um eine Bildnißbüsie Ohm Pauls", Vxt, in weißem Marmor und in Doppellebensgröße ausgeführt, im nächsten Mai am Grabe des Präsidenten in Südafrika enthüllt werden soll. Der bereits fertiggestellte Vorwurf zeigt den Greis in der großen Staatstracht, die er so selten trug, mit den ihm verliehenen hohen Orden fremder Fürsten. Es gelang dem Künstler, 'd der neuen streng realistvschen Schue angehört, den Gesichtszü gen mit der breiten Stirn und den tie-. sen Kurchen auch den ruhigen, fast' weltfremden Blick mit dem durchdringenden Ernst und der unbeugsamen Festigkeit des unglücklichen 'Staatsmannes auf das Treuefte Wiederzugeden. Das Werk ist vollauf gelungen, schlicht und wahr, ohne alle Pose". Albert Comer ist ein Schüler von. Albert Muschwech an der Kunstgewerbe schule in Straßburz. Den für einen so jugendlichen Künstler außergewöhnlich ehrenvollen Auftrag verdankt er derVermittlung eines Saargemünders. der in Prätoria wohnt und die Familie des Präsidenten auf seinen hochbegabten Landsmann aufmerksam machte. Einin Jenawohnender älterer Herr, der wegen seiner originellen Einfälle in seinen Kreisen bekannt sein soll, führt seit einiger Zeit bei seinen Ausgängen stets eine Visitenkarte bei sich, die folgende Aufschrift trägt: Automobilfahrer, welche mich überfahren haben, werden höflichst ersucht, meine Ueberresie abgeben zu wollen (Folgt Name und Adresse.) Der Mann ist jedenfalls vorsichtig und ordnungsliebend. -LordRoberts wird in diesen Tagen zu Woolwich einTheater eröffnen, dessen Einrichtung und Erbauung as englische Kriegsministerium veranlaßt hat. Es wird den Titel Königliches Artillerie - Theater" führen und steht mit den Kasernen in Verbindung. Es sollen unter Umständen auch Civilisten zu den Vorstellungen Zutritt haben, aber das eigentliche Publikum, für das gespielt wird, wird durchaus aus Soldaten bestehen und man will das Militär durch diese Verynügungen mehr an die Kasernen fesseln. Daher werden auch Theaterstücke mit Vari6t6vorführungen abwechseln. Das Theater faßt in seinem Zuschauerraum 1200 Menschen und kann sehr schnell in einen geräumigen . Ballsaal verwandelt werden. Es ist' geschmackvoll in Weiß, Gold und Rosa ,dekorirt und wird von höheren Offi-. zieren geleitet. Die amerikanische Mannschaft der Barke Edward L. Mayberry" von New York, die auf hoher See verlassen werden mußte, worauf die Mannschaft nach Havre gebracht wurde, kam von da nach Southampton. Dort aber erklärten englische Einwanderungsbeamte den Schiffbrüchigen, daß sie unter dem neuen -Gesetz betreffs Ausschließung von Ausländern hüljsbedürftige Ausländer" seien und nicht landen könnten. Die Mannschaft appellirte an den amerikanischen Consul Swalm, ))er sich nun persönlich fofüi verantwortlich machen mußte, daß die Männer dem, Gemeinwesen nicht zur Last fallen würden, während,lste sich auf englischem Boden aufhielten. Die Mannschaft wurde dann auf Unkosten der amerikanischen Regierung' einquartirt und fuhr auf dem Dampfer St, Yaul" von der American Line" naH der Heimath ab.