Indiana Tribüne, Volume 29, Number 125, Indianapolis, Marion County, 19 January 1906 — Page 7
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o -K o - o O X o -fc o -K o Der Hinkende O o Ho o - K r i m i n a l r o m a n von O i : .j . r i.-.-.rtx O VllUJ VVUIUIUI So000000000CC? (Fortsetzung.) Tie Schneiderin wurde roth. T 'sie nie über Nacht blieb, meinte sie. ich könne sie ganz gut als persönlichen 2cgirbesuch ausgeben, falls jemand fragen sollte." Hm was dachten Sie sich denn dabei? Fiel Ihnen das nicht auf?" Nein. Lieber. Gott, so vornehme Tamen haben halt ihre Launen! Sie wollte manchmal inkognito in Wien sein. Sie sagte auch, daß sie so viele Bekannte hierhabe. und die würden es übel nehmen, wenn sie wüßten, sie sei hier und mache ihnen keinen Besuch." Sie war also sehr vornehm? Beschreiben Sie sie mir einmal! War sie jung? Hübsch?" Ach wunderschön. Herr Hempel! Sie können sich gar nicht vorstellen, wie schön sie war! So seidenweiches, kohlschwarzes Haar und einen Teint wie Alabaster! Dazu diese Figur! Tadellos herrlich!" ' Silas nickte finster. Kein Zweifel, es war Irma Hegyassy. ..Gut gut. Und der Bruder?" Auch ein schöner Mann. Das heißt, wenn er das Gebrechen nicht gehabt hätte." (?r hinkt, nicht wahr?" ..Sie kennen ihn?" rief Minna Behrens erstaunt. Freilich, er hinkt. Aber sonst ist er ein prachtvoller Mensch, ein wahrer Athlet. Und so blitzende schwarze Augen, wie der hat! Das letzte Mal. als ich ihn im Zorn sah. fürchtete ich mich fast vor ihm. Es funkelte etwas Schreckliches darin " Weshalb war er denn im Zorn?" Weil ich Fräulein v. Lindemaier in das Kabinett geführt hatte. Aber ich wußte ja gar nicht, daß die beiden zu Hause seien. Die Dame hatte ihren eigenen Sch!üj,el zur Flurthür, sie waren gekommen, ohne daß jemand von uns sie cjesehen hatte, sonst hätte ich Fräulein v. Lindemaier ja nicht in das Kabinett geführt." Warum ließen Sie sie nicht hier warten?" Es war ein schwerer Tag damals, sechs Damen saßen hier und warteten auf Anprobe. Da fragte mich Fräulein v. Lindemaier. ob ich nicht ein anderes Zimmer hätte, wo sie warten könnte. So. führte ich sie in das Kabinett." Was geschah weiter?" Wie es anging, weiß ich nicht. Aber auf einmal ich nahm im Nebenzimmer eben Anproben vor hörte ich streitende Stimmen im Kabinett." Konnten Sie etwasverstehen?" Einzelne Sätze ganz deuUich. So hörte ich zum Beispiel Fräulein v. Lindemaier sagen: .Ich habe genug gehört. Sie mögen die ganze Welt täuschen, mir machen Sie nichts mehr vor.' Und später rief sie noch einmal .Betrügerin!' Was die andere Dame erwiderte. konnte ich nicht verstehen, sie sprach viel und leise. Gleich darauf kam Fräulein v. Lindemaier aus dem Kabinett. Sie war kreideweiß .und zitterte an allen Gliedern. Ich fragte sie, was ihr fehle, aber sie gab nicht einmal Antwort." Probirte sie ihr Kleid an?" Gott bewahre! Ein Stück Besatz, welches sie früher im Namen ihrer Schwester gefordert hatte, nahm sie, ohne ein Wort zu sprechen, wie geistesabwesend zur Hand und ging hinaus. Im Vorzimmer fragte ich. wann sie denn nun wieder zur Probe kommen wollte. Da blickte sie mich starr an uno murmelte: .Nie!' Wirklich kam sie seitdem nicht mehr. Inzwischen schellte es bei meiner Mietherin wie rasend. Sie können sich denken, daß ich über all das ganz außer mir war! Ich stürzt: sogleich hinein. Die Dame saß, noch bläffer als gewöhnlich, am Tisch, ihr Bruder aber ging ausgeregt hin und her. .Sie haben uns gesagt, das Kabinett sei unbewohnt!' schrie er mich an. .Was soll das heißen, daß Sie nun fremde Menschen hinein lassen?' Ich entschuldigte mich damit, daß ich von der Anwesenheit derHerrschaften nichts gewußt hätte und so weiter. Er aber blieb vor mir stehen, und in seinen schwarzen Augen flimmerte eine so schreckliche Wuth, daß ich mich unwillkürlich duckte, denn ich glaubte nicht anders, als er wolle mich schlagen. Da sprang aber die Dame dazwischen. Sie sprach heftig aus ihn ein und Was sagte sie?" Ich konnte nichts verstehen, es war in einer fremden Sprache, ich glaube ungarisch oder kroatisch oder polnisch." Weiter!" Unter ihren Worten und mehr noch unter ihren Blicken, mit welchen sie eine ungeheure Macht auf irni ausübte, hielt sie ihn ganz im Bann. Er wurde auf einmal ruhig, zog eine Banknote' heraus und warf sie auf den Tisch. .So da ist die Miethe für den ganzen Monat, wir reflektiren nicht weiter auf das Zimmer!' sagte er. Ich wollte mich entschuldigen und bitten, daß sie doch bleiben möchten, aber da traf mich abermals so ein schrecklicher Blick aus feinen Auqcn. .Hinaus!' sagte er leise. aber in einem Ton' ja. Herr Hempel, ich glaube, wenn ich nicht sofort gegan
gen wäre,' er hätte mich einfach niedergeschlagen!" Wie kam Ihnen die ganze e schichte vor?" Die Schneiderin lächelte eigenthümlich. 2)ß die beiden nicht Bruder und Schwester waren, habe ich mir wohl gleich gedacht. Aber waZ küm-
merte mich das? Sobald ich pünktlich bezahlt werde, geht's mich ja nichts an. Wahrscheinlich hatten sich die beiden lieb und konnten sich sonst nirgends treffen. Einmal, schon früher, als ich zufällig im Kabinett Spitzen sortirte, hörte ich sie von einer Heirath sprechen. Damals sagte er: ,Und ich will nicht länger warten, hörst Du? Diese Heimlichkeit ist mir zuwider, wenn der Alte davon erführe, machte er mir einen schönen Tanz!' ,Um Gottes willen,' rief sie erschrocken, .das darf um keinen Preis geschehen!' .Dann mache vor allem rm Ende mit Deinem Brautigam und werde mein Weib, sonst verliere ich die Geduld!' Dann begannen sie beide zu flüstern, und ich konnte nichts mehr verstehen." Schade! Wann war das? Etwa acht Tage vor der Szene mit Fräulein v. Lindemaier. Was diese anbetrifft, so muß ich denken, daß sie vielleicht die Dame kannte und darum " Schon gut! Zerbrechen Sie sich nicht weiter den Kopf darüber! Sonst erinnern Sie sich an nichts mehr?" Nein, Herr Hempel. Silas stand auf. Es ist gut. Ich danke Ihnen. Minna. Vielleicht werde ich aeleaentlich Ihre Aussage amtlich verlangen müssen. Dann sprechen Sie selbstverständlich ebenfalls nur die reine Wahrheit, es sollen Ihnen keine Unannehmlichkeiten daraus erwachsen. Bis dahin aber schweigen Sie gegen zedermann darüber verstanden?" Gewiß. Herr Hempel. . Und Sie? Nicht wahr, Sie werden auch schweigen?" Solange Sie . ehrlich sind gegen mich, gewiß!" Draußen im Treppenslur blieb Silas Hempel einen Moment stehen und besah sich die Thür, welche in das bewußte Zimmer führte. Tann nickte er. Wie schlau sie sich das eingerichtet hat. die scköne Gräfin! Unten das Durchgangshaus und oben der besondere Eingang! Aber es ist eben nichts so fein gesponnen, es kommt doch an's Licht der Sonnen! Nun möchte ich nur wisien, pwher sich Fräulein v. Lindemaier und die schöne Irma kannten?" Silas Hempel ging in den Stephanskeller und bestellte sich sein Essen. Er mußte laut lachen dabei, denn er wählte sich eine Portion Truthahn, Ov gleich die ziemlich theuer war. Dann schlenderte er langsam durch dieKärntnerstraße der Oper zu. Im lautesten Straßengetriebe kamen ihm oft die besten Erleuchtungen. Aber heute wollte ihm absolut keine Antwort einfallen auf die Fragen, die ihn beschäftigten. 8. Kapitel. o kam er an's Hotel Sacher und blieb gedankenlos vor der Ausläge stehen, in welcher Hum mern, NiesiNweintrauben und allerlei andere Delikatessen ein beschauliches Dasein führten. In diesem Moment fuhr eine Equipagc vor. Der Portier riß den Wagenschlag auf und verneigte sich fast bis auf die Erde. Gehorsamster Diener, Herr Graf!" Unwillkürlich warf Silas Hempel einen Blick auf den Aussteigenden, dem eine Dame folgte. Gleich darauf fuhr er aufgeregt herum und hatte Mühe, seine Ueberraschung zu verbergen. Alle Wetter." murmelte er. wenn das. nicht Graf Hegyassy ist! Und im Palais glauben sie, er sei nach Budapest gefahren!" Der- Graf hatte sich inzwischen an den Kutscher gewandt und rief diesem zu: Warten! , Wir speisen nur hier und fahren dann zum Südbahnhof." Sehr wohl, Euer Gnaden!" Sofort war Hempels Entschluß gefaßt. Zwar hate er schon seinen TrutHahn im Magen, aber das schadete ja nichts. Ein Dutzend Austern und eine Flasche Burgunder konnte er immerhin noch vertragen. Aller Voraussicht nach würde er mit dem Grafen binnen kurzem persönlich in Verbindung treten müssen, und er lieote es. die Leute, mit denen er zu thun bekam, vorher auS der Entfernung ein lrenig zu studircn. Zudem war ein wenig Neugier dabei. Der Graf galt in seinem Hause für verreist, er war Wittwer und nie hatte man von einer anderen Leidenschast bei ihm gehört, als von seiner Leidenschaft für Politik. Nun trat er hier in Gesellschaft einer Dame auf. die einen so vornehmen Eindruck macht:, daß man sie unbedingt für eine wirkliche Dame halten mußte. Schon die Art und Weise, wie der Graf ihr beim Aussteigen half und ihr den Vortritt ließ, bekundete die höchste Ehrerbietung. Wäre sie eine Herzogin gewesen, er hätte sie nicht anders behandeln können. Silas Hempel trat gleich nach dem Paar in den Speisefaal. Sie hatten bereits einen Tisch gewählt, und der Graf half seiner Begleiterin eben das Jakett ablegen. , Ohne einen Blick auf sie zu werfen, nahm Silas so Platz, daß er den Grafen im Nucken hatte. aber im gegenüberliegenden Spiegel die beiden genau beobachten konnte. Die Dame war auffallend schön. Zwar waren ihre Züge unregelmäßig, die Backenknochen sogar etwas zu sehr
k porspringend, aber die Weiße und
Zartheit "btt Haut ließen das vergessen. Um den etwas zu großen Mund lag ein unendlich lieblicher Zug, und wenn sie lächelte, erschienen über den Mundwinkeln zwei reizende Grübchen. Die Augen leuchteten wie Sterne, aber sie waren kalt, und es kam Silas vor. als ob sie zuweilen, wenn der Graf sich abwandte, einen lauernden, berechnenden 'Ausdruck annähmen. Glänzend schwarzes Haar, stark toupirt, umrahmte das Gesicht. Sie schien zwischen Zwanzig und Dreißig und sah wie ein junges Mädchen aus gegenüber dem Grafen, obwohl mn diesem seine achtundfünfzig Jahre kaum ansah. Graf Hegyassy war ein echter Un- j gar. Ein kurzgeschnittener, schwarzer. 1 aber offenbar gesärbterBart umrahmte das gelblichblasse Gesicht mit den markanten Zügen. Auch seine Augen funkelten in kaltem Glanz, und nur wenn er mit feiner Begleiterin sprach, erhielten sie einen wärmeren Schimmer. Er ließ sich die Speisekarte geben und wählte ein feines Mahl aus. Silas Hempel bestellte sich seine Austern und eine Flasche Burgunder. Die Unterhaltung der beiden hinter ihm wurde leise geführt, aber aus den Blicken, welche das Paar austauschte, sah er bald, daß der Graf ernstlich in seine schöne Gefährtin verliebt war, und diese ihn durchaus nicht entmuthigte. Hempel ließ sich eine Zeitung geben und vertiefte sich anscheinend ganz darein. Dabei fchob er unmerklich seinen Stuhl etwas zurück, so daß es ihm bei seinem ausgezeichneten Gehör gelang, einzelne Worte, ja sogar ganze Sätze zu'verstehen. Und wann darf ich hoffen?" hörte er den Grafen sagen. Die Dame blickte diesen an und lächelte. So ungeduldig, lieber Graf?" Er flüsterte ihr etwas zu. worauf sie ihm einen strengen Blick zuwarf und etwas zur Seite rückte. ßine Weile wurde ganz leise gesprochen. Dann sagte die Dame: Es geht unmöglich, daß Sie mich auf VörösBankacs besuchen. Es würde zu sehr auffallen!" Aber Sie sind doch Ihre eigenl Herrin." Gewiß aber ich will es nun einmal nicht!" Dann kommen Sie zu uns nach Nagy-Szolnok!" Bis Ihre Tschter verheirathet ist eher nicht!" Aber wer weiß, wann das sein wird? Diese verwünschte Krankheit schickt alles in's Unbestimmte hinaus!" Sehen Sie wohl, daß man Geduld haben muß! Wir haben doch ausgemacht, daß Irma erst Gräfin Belas sein soll, ehe wir selbst " Sie lachte leise, es klang wie das Girren einer Taube. Wie geht ?s übrigens Irma?" Besser. Ehe ich wegfuhr, war der Arzt da. Er sagt, die schlimmste Gefahr sei vorüber." Glauben Sie, daß Irma etwas ahnt von unseren Beziehungen?" Keine Idee! Woher sollte sie? Aber wenn auch! Es ist meine Sache, ob ich Wittwe? bleiben oder mich wieder verheirathen will. Irma hat ihr eigenes Vermögen." Wieder eine Pause, in der die beiden leise sprachen, so daß Hempel nichts verstehen konnte. Innerlich lachte er sich in's Fäustchen. Das waren ja recht interessante Dinge, die er da erfuhr! Der Graf wollte wieder heirathen. Wer die Dame nur sein mochte? Sie hatten ihr Mahl inzwischen beendet, und der Graf rief den Kellner, um die Rechnung zu berichtigen. Dann -standen sie auf. Der Graf half seiner Begleiterin in das Jakett und flüsterte dabei: Wann sehe ich Sie wieder?" Sie standen nun dicht hinter Silas, der immer noch in seine Zeitung vertieft war, so daß er auch die, ebenso leise Antwort der Dame vernehmen konnte. In vierzehn Tagen. Ich werde Sie verständigen, wie gewöhnlich. Nun aber, bitte, fahren Sie allein zum Bahnhof. Ich reise erst mit dem Abendzug." Also wirklich so grausam? Ist das durchaus nöthig?" Ja durchaus!" Tann werde ich mir einen anderen Wagen bestellen und Sie " . Nein, ich gehe lieber zu Fuß. Es ist nicht weit, nur zur Fürstin Venkö." Nun, viel Vergnügen! Und ver gissen Sie mich nicht!" Er küßte zärtlich ihre Hand und ließ ihr den Vortritt. Gleich darauf hörte Silas Hempel den Wagen fortrollen. Er rief nun auch nach dem Kellner. Kennen Sie die Dame, welche mit Graf Hegyassy hier, gespeist hat?" fragte er. nachdem die Rechnung beglichen und ein reichliches Trinkgeld in die Hand des Kellners geglitten war. Nein," antwortete dieser achselzuckend. Sie war zwei- oder dreimal mit ihm hier, stets nur auf kurze Zeit. Ich glaube, es muß eine Landsmännin von ihm sein, denn sie sprachen öfters ungarisch. Weiter weiß ich nichts von ihr." Silas Hempel schlug nachdenklich den Weg nach seiner Wohnung ein. Kata öffnete mit einem unterthänigen Knicks. . Ihr struppiges Haar war frisirt, die Küche frisch gescheuert, die Augen dick vnschwollen vom Weinen. Hempel sah das alles nyx einem Blick und lächelte innerlich, that aber so, als sei sie Lust. Als er in's Zimmer trat, bemerkte er, daß an sammtlichen Vogelkäfigen Leckerbissen für die
Insassen angebracht waren. Einige hatten Zuckerstücke, andere Salatblätter oder Apfelstückchen. Katas Zorn war also verraucht, und sie suchte ihres Herrn Verzeihung durch doppelte Fürsorge für seine Lieblinge zu erringen. Murx hatte sogar ein himmelblaues Band um seinen dicken Hals, was ihn indessen nur zu geniren schien, weshalb es Silas sofort entfernte. Dann setzte er sich in seine Sofaecke, zog die geliebte Dose heraus und nahm mit aufrichtigem Behagen eine Prise. Es war eine Eigenthümlichkeit von ihm, daß er nie außer Haus schnupfte. Das war sozusagen nur sein intimstes Privatvergnügen, und zwar schnupfte er stets dann am stärksten, wenn seine Gedanken sich angestrengt mit etwas beschäftigten. So nahm er denn auch jetzt eine Prise nach der anderen. Er war an den Punkt angekommen, wo er sich fragte, ob es nun nicht an der Zeit sei, das gesammelte Material dem Untersuchungsrichter zu . übergeben. Aber würde das, was ihm selbst mit logischer Konsequenz als Wahrheit erschien, auch dem anderen so erscheinen? Er hatte keine einzige Thatsache anzuführen, alles beruhte auf Kombinat!?nen. Durfte er daraufhin eine so schwere Anklage erheben gegen hochgestellte, bis dahin unbescholtene Personen? Und wenn man ihm nun nicht glaubte? Dann war sein ganzes Material entwerthet durch die Mitwissenschaft anderer. Die Thäter mußten schon durch die erste einfache Nachfrage gewarnt werden und würden dann ihre Vorkehrungen treffen, um sich der Gerechtigkeit zu entziehen. Nein, er mußte unbedingt noch weiter forschen! So klar und unumstößlich mußten die Beweise sein, die er dem Richter vorlegte, daß gar kein Zweifel mehr aufkommen konnte, und man sogleich zur Verhaftung der Schuldigen schritt. Er nahm Prise auf Prise, aber das, worüber er orübelte, wurde nicht klarer. So wurde es dunkel. Kata öffnete einmal die Thür und fragte kleinlaut: Licht, Gospodaru?" Nein!" lautete die kurze Antwort. Da klingelte es draußen. Gleich darauf klopfte es energisch an Hempels Schlafzimmerthür, und auf dessen Herein" trat Doktor Wasmut ein, der juke Richter, der die Untersuchung gegen Robert Fröhlich führte. Kata brachte Licht. Erstaunt stand Hempel auf. Sie kommen zu mir, Doktor? Gibt es was Neues?" Und ob! Ich konnte' es mir nicht versagen, Ihnen die Nachricht selber zu bringen, denn diesmal habe ich doch recht behalten. Fröhlich hat gestanden!" Hempel stand wie eine Bildsäule und starrte den Richter an, der lachend auf einen Stuhl fiel. Na, was sagen Sie dazu? Hab' ich nun recht behalten oder nicht?" Hempel blieb noch immer stumm. Ja, ja," fuhr Wasmut fort, es ist, wie ich sage. Er hat alles zugestanden alles!" Aber das ist ja gar nicht möglich!" stieß Hempel heraus. Und wenn er zehnmal gesteht er ist doch nicht der Thäter!" Und warum denn nicht?" Weil der Thäter hinkt. Ich kann die Spuren nachweisen." 'Sehr gut! Ausgezeichnet! Da kann ich Sie beruhigen. Auch Fröhlich hinkt nämlich. Ich bemerkte es gleich an den Spuren im Zimmer damals, wollte aber nicht, daß es in die Oeffentlichkeit käme." Robert Fröhlich hinkt?" stammelte Silas, und es war, als zöge ihm jemand den Erdboden unter den Füßen weg. Jawohl er hinkt! Er hat sich, als er von Triest nach Wien fuhr, um den Mord zu begehen, am Trittbrett des Eisenbahnwagens den Fuß verstaucht." Hempel setzte sich in seine Sofaecke und starrte vor sich hin. So war alles, was er in den letzten Tagen gethan, gedacht, erforscht und kombinirt hatte, zwecklos gewesen! Er hatte sich blamirt. Unsterblich lächerlich kindisch blamirt! Erzählen Sie mir, wie das kam mit dem Geständniß." sagte er endlich tonlos. . (Fortsetzung folgt.) ercyer Almolenemp f ä n g e r. Am Bahnhofe in Passau, Niedcrbayern. trieb sich, seit einiger Zeit ein anscheinend sehr armer Mann herum, der von Almosen lebte. Vor Kurzem erkrankte der Mann und wurde in's Hospital geschafft, wo er starb. Als man feine Kleider untersuchte, fand man 300 Mark in Gold, einiges amerikanisches Geld und 10) 00Y Mark in Depositenscheinen. Man stellte in seiner Person den 75 Jahre alten, vor 39 Jahren nach Amerika ausgewanderten Schreinergesellen M. Schwendinaer von Schardenbera fest. Eine Brieftaube legt auf ihrem Fluqe durchschnittlich 1733 Pards die Minute zurück. ' . Nornurf. A. (zu seiner vom .Theater heimkehrenden Frau): Du thust Dir 'leicht, gehst in's Theater, schwelgst in Genüssen, und unsereins kriegt derweil daheim die fürchterlichsten Zahnschmerzenk".
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