Indiana Tribüne, Volume 29, Number 125, Indianapolis, Marion County, 19 January 1906 — Page 6

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U i- , Y ' o Jndiana Tribüne 10. Januar 1906

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Der sc(j(c Sesjuß im dreißigjährigen Ariege. jQadj den ufzeichnungkn des BderlZen Dttouubfci. Erzählt von A. 3. zZorum. Tie Schlacht am Weißen Berge bei Prag am 8. November 1620 war ver lzängnißvoll für die Böhmen, deren Aufsland den Dreißigjähligen Krieg eröffnet tzatte. Mit dieser Niederlage brach die kurzlebige Herrschaft Friedrichs des Fünften von der Pfalz, dea nenerwählten Böhmenkönigs, zusammen. Tie Schlacht war verloren, ehe sie eigentlich begonnen hatte; der kurze heldenmiithige Widerstand der mählischen Hilfsvölker, die sich beim Sterne des Thiergartens bis auf den letzten' Mann zusammenhauen liefen, sowie der tollkühne Vorstoß des tapferen Fürsten von Anhalt konnten das .'erderben nur aufschieben, aber nicht abwenden, denn schon setzten die schweren bayerischen und kaiserlichen Kürassiere zum vernichtenden Augriff an. Die polnischen und kroatischen leichten Rei ter des dritten Treffens sollten folgen und, das Schlachtfeld überschwemmend, den Gegner vernichten. Der junge Graf Pappenheim, Obers! eines ganz mit geschwärzten Eisenpanzern bewehrten Kürassierregiments, wendete sich ungeduldig nach rückwärts, den Aufmarsch der Polen und Kroaten erwartend, der sich nur langsam vollzog. Man sollte dock Jemand hinschicken, dachte er. Aber wen denn? Aus der Schlachtlinie konnte er keinen fortlassen. Da erblickte er ganz in der Nähe den Negimentöschultbeig Dieterich, der sich trotz seiner bekannten Borsicht aus Neuzierde bis hierher gewagt hatte. Heda, Tieterich!- rief ihm Oberst Pappenheim zu, reitet doch einmal schnell hinüber zu den wilden Kerlen dort ; sie sollen sich ein bischen beeilen." Und der junge Oberst erklärte dem Boten näher, waö dieser dem Befehlshaber der Polen auseinander setzen sollte. Wird mein bischen Böhmisch dazu ausreichen?" wandte besorgt der militärische Nechtsbeamte ein. Der Auftrag war gar nicht nach seinem Geschmack. Ist Cure Sache, Herr!" versetzte Pappenheim. Vorwärts!" Tictcrich wandte unzufrieden seinen Gaul und trabte davon. Auf seinem Wege tral :r ein Fähnchen des Wald' stein'schen Infanterieregiments, das dort zum Schutze der Karren zurückgeblieben war ; es herrschte da in sicherer Erwartung des Erfolges ein froher Uerbermuth und eine sorglose Ausgelassenheit. TieProviantkarren standen in Unordnung kreuz und quer, und so kam es, daß Dicterichs Pferd beim Uebersctzen einer Deichsel stolperte und seinen Reiter abwarf. ? Diesem war zwar nichts Besonderes , dabei zugestoßen, aber er fühlte sich trotzdem seirer Behauptung nach unfähig, sofort das Pferd wieder zu besteigen, und bat daher den Hauptmann des Waldstein'schen Fußvolkes, seinen wichtigen .Befehl durch einen Offizier an die Reiter der Reserve überbringen zu lassen. Lieutenant Ottowaleki!" rief der Hauptmann. Bon der Brüstung eines hochbepackten Wagens, von welch' erhöhtem Standpunkt er das Gewoge des sich immer mehr entfernenden Kampfes betrachtet hatte, sprang ein kräftiger junger Mann herunter und stellte sich dem Hauptmann zur Verfügung. Höre, Lieutenant, den Mann da an, was er will ; und dann rück' an seine Stelle. Reiten kannst Tu ja, und ein Polack bist Tu selber," sprach dieser in koreialcm Tone zu seinem Untergebenen. Bin zwar in Fransen geboren, aber von polnischen Eltern; im Uebrigen stimmt's,- versetzte der Lieutenant. Dieterich erklärte jetzt mit matter Stimme seinen Auftrag. Et war froh, den beschwerlichen Ritt auf einen Anderen übertragen zu können. Für heute war er mit seinen Leistungen zufrieden und fand bei den Waldstein'schen Proviantwägen hinlänglich Gelegenheit, sich dafür zu belohnen und seine durch den Sturz etwas geprellten 'Glieder auszuruhen. ' Inzwischen hatten die Trompeter Pappenheims zum Angriff geblasen. In die schmetternden Fanfaren dröhnte der Wirbel der Pauken, die blitzenden Pallasche fuhren klirrend aus den Schei den und schlugen rasselnd an die eisernen Armschienen; Kommandos ertönten, in allen Sektionen wiederholt wie ein grollendes Echo,, und mit lautem Schlachtrufe begann die eiserne Mauer lebendig zu werden und klirrend, dröhnend und schmetternd sich gegen die letzte Batterie der Böhmen zu bewegen. Alles wirft die eiserne Lawine nieder. Alles wird übcrritten, was den Weg der rollenden Masse kreuzt. Was aber ausweicht, das fättt dem leichten Speer und dem krummen Säbel zur Beute, wird Opfer der wilden Reiter aus den Steppen Podoliens und der Theiß, der flinken, wetterharten Gesellen, die über das ganze Schlachtfeld ausschwärmen und die Aehrenlese. der heuligen Ernte gründlich vollenden. Gründlich, sehr gründlich, denn meist fragen sie nicht viel, ob Feind oder Freund, wenn es gilt, ihre Geschicklich' keit in besonderem Falle des Lanzenwurses zu zeigen, oder wenn sie beim flüchtigen Vorbeiritt erkennen, daß es der Mühe werth erscheint, einen am Boden liegenden ' Verwundeten näher

zu betrachten, ob in seinen Taschen noch Sold oder Beute vorhanden sei, oder ob die Gold- und Silbcrtressen seiner Kleidung durchaus daran bleiben müssen. So kniete auch ein baumlanger Kroat usbcn einem aus zahlreichen Wunden l.?i?e-dcn 'unacn Kürassieroffizier und iuchte durch Zerschneiden der Harnischschienen zu dem Untergewande zu gelangen, wo er die Geldbörse- des Schwelverwundeten vermuthete. Tie Lüftung der eisernen Hüllen und das Herumzerren an seinem Körper rüttelten den Kürassier aus seiner Ohnmacht auf. Ei, Tu leben?" rief der Kroat, der im langen Lagerleben sich einige deutsche Worte angeeignet halte. Säiad nix. Wo ist Geld?" Jch bin Oberst Pappenheim," warnte der Verwundete, der seine Lage sofort übersah. Fürchte die Folgen, Du Halunke." Oberst Pappcnbeim? Schad nir. Hast Geld? Wo ist?" Gegen den riesigen Naturmenschen hatte der von Blutverlust geschwächte Pappenyeim keine Aussichten auf ör folg; weit und breit waren nur Todte und Verwundete zu sehen. In der Satteltasche ist Geld, nimm Tir's. Tu Hund, und trag mich dafür vom Schlachtfeld," befahl Pappenheim und wies auf den schwcrbepackten Sattel seines Pferdes, das, durch eine Hagcllugel getroffen, niedergestürzt war und nun neben seinem verwundeten Herrn verendend lag. Später, Bruccr, späte;'," grinste der Kroat. Pferd lauft nicht mehr weg. Zuerst Du. Hai't schönes Ringel nir. Finger. Her damit!" Und mit brutaler Gewalt zog er den Sicgelreif vom llugefchwollenen Finger Pappenheim. Und gute Lederhosen hast Tu auch. Hab' mir lange gewünscht, so gute lederne Hosen. Was brauchst Tu sie?" redete der Kroat mit gutmüthig klingender unbewußter Grausamkeit fort, und begann dem Grasen einen Stiefel vom Fuße zu ziehen. Ter Fuß war durch den Sturz vom Pferde gebrochen, und der Schmerz bei der rohen Berührung entlockte Pappenheim' einen gellenden Schrei. Tcr Kroat ließ den Fuß fallen und zog sein langes Hüftmesser. Thut weh? Ha;el kaput?" fragte er gemüthlich. Lieber gleich pfutsch ganzer Mann. Stich ich Tich ab, Bruder; thut nix weh gleich fertig." Und mit blinkender Klinge nahte der Unmensch dem Halse des Wehrlosen. Angesichts dieser Gefahr stieß Graf Pappenheim einen Hilferuf aus, den ersten und einzigen in seinem Leben, wie sein Biograph erwähnt, und dieser Ruf hatte Erfolg. Ein Infanterieoffizier, der, auf einem Kürassierpfcrde beritten, zufällig vorbeikam, übersah die Lage, sprengte herbei, griff in den Pistolehalfter und schoß dem sich zur Wehre seienden Leichenräuber die Kugel in'S Gesicht. Ter Kroat stürzte zusammen, aber auch Graf Pappenheim war in Folge der furchtbaren Aufregung wieder in Ohnmackt gesunken. Lieutenant Ottowalski war auf dem Rückult zu seinem Regiments der Retter des späteren so berühmten ökeitergcnerals geworden. TamalS kannte er Pappenhcim nicht, sondern erzählte, bei seinem Regiment eingetroffen, nur, daß ein schwer verwundetcr Kürassierobcrst dort und dort liege. Man möge ihn abholen. Tieterich ließ sich den Verwundeten beschreiben, und eine fieberhafte Unge duld ergriff ihn. dem Manne helfend beizubringen. Er erbot sich, die Leute zu führen, welche den Verwundeten aufzunehmen hatten, ja cr sprengte, nachdem er wieder sein Pferd bestiegen, ihnen voran, um früher bei ihm einzntreffen. Dieterich fand seinen Obersten halb aufgestützt auf den gesunden Arm zwi schen dem todten Pferde und dem erschossenen Kroaten liegen. Pappenheim hatte soeben wieder das Bewußtsein erlangt, aber noch dämmerten ihm die Vorgänge undeutlich im Gehirne, bis sich die Vorstellungen nach und nach klärten. Gott sei Dank!" rief der Regimentsschultheiß. sich vom Pferde schwingend. Der Herr Graf leben! Ein Trunk aus der Feldflasche, mein Oberst?" Die bauchige Flasche war frisch gefüllt worden 'bei den Waldstein'schen Proviantwagen, und der Oberst trank mit der heißen Gier der Verwundeten. Jetzt wurde es leicht in seinem zerhauenen Kopfe. Schultheiß Dieterich?" Ja, mein Oberst, Ich preise mich glücklich, dem Herrn Grafen einen Dienst erwiesen zu haben." Das habt Ihr. Tcr Heide da zielte mit seinem langen Messer schon nach meinem Halse, als Jemand ihm in'S Gesicht pfefferte." Ich war's. Herr Oberst ein glücklicher Schuß!" Ja. ja," sprach der Verwundete. Es schien mir zwar, als ob der Reiter anders aussah, ein Fußoffizier war, aber wie käme der auf ein Kürassierpferd? Ich habe offenbar nicht klaren Verstand gehabt. Wird schon richtig sein, daß Ihr, Schultheiß, mein Retter geworden seid. Ich bleibe Euch ewig verpflichtet und werde es Euch lohnen. Aber jetzt schaut nur, daß ich bald zum Fldscheer komme." Ich war eben nur fortgesprengt, um Leute zu kolen, mein Herr Oberst! Gleich müssen sie da sein." Und Tieterich rief mit schallender Stimme nach den Krankenträgern über

oas Schlachtfeld hin, auf das sich schon die Schatten der Nacht zu senken begannen. . Es kamen Leute, nicht jene vom Waldstein'schen Regiment, die sich verirrt haben mochten, sondern Kürassiere von Pappenheims eigener Abtheilung, die ausgezogen waren, ihren Obersten zu suchen und Dieterich beglückwünschten, daß-er ihn gefunden hatte. Eilig wurde der verwundete Reiterführn nach Prag geschafft.

Frühling war'S geworden, Frühling in da Natur, aber nicht im Herzen der Menschen und Völker, die sich von Neuem rüsteten, einander zu bekämpf fen. Den Winter über hatten zwar die Waffen geruht, aber nicht die Verfcl gung der Besiegten und Verdächtigen, die durch Leib- und Lebensstrafen, Entziehungen von Privilegien und Rechten, Verhaftungen und Beschlagnahme von Gütern ihre Erhebung gegen die kaiscrliche Macht büßen mußten. Für Denunzianten und Jntriguantcn war es die schönste Jagdzeit. In dem gediegen bürgerlich auszc statteten Hintcrzimmer eines Hauses unweit der Krcuzhcrrnkirchc der Prager Altstadt lauschten zwei junge Leute den Erzählungen und Erklärungen des Lidutenants Ottowalöki über mililä rische Einrichtungen nnd seine Abenteuer, die cr breitspurig vortrug. , Der ein? Zuhörer war der kaum zehnjährige Sohn deö im Herbste verstorbenen Viertclmeit'ters nnd Stadtrathes Ta-boK-ti, bei dessen schöner Wittwe der Erzähler den ganzen Winter über im Quartier gelegen hatte; der zweite ein Schüler des Gymnasiums, der fünfzehnjährige Georg Plachty, der Johann Taboroki Nachhilfestunden gab. Mit Andacht horchten die Knaben den selbstgefälligen Auslassungen des Soldaten; in ihren Augen blitzte es kampfcsmuthig auf, und kurze freudige Ausrufe begleiteten beifällig die mitunter recht drastig aufgetragenen Schilderungen. Da schaut her!" dozirte Ottowalski, da bildet sich Alles ein, Prag sei gut befestigt und nicht leicht zu nehmen. Irrthum, großer Irrthum! Kennt Ihr das Strahover Thor? Das Wachthaus dort liegt weit zurück und kann nicht vom Thorthurm aus bestrichen werden. Ein kühner Feind überrumpelt mit der Wache gleichzeitig das Thor, stürmt dann rechts am Hradschin vorbei über den Laurenzinsderg und die Seminargärten und an der Moldau ist er. Die beiden Stadttheile Hradschin und Kleinseite sind sein." Und die Altstadt! Wie kommt cr über die Bruck'n?'' frug mit einer Art triumphirendem Zweifel der Gymnasiast. - Was Brnck'n! Tie wird aestürmt!" Und der Brückenthurm, den man hier so gut vom Fenster aus sieht? Tie dichtgedrängten Schaaren der Stürmenden würden doch zusammengeschossen werden.. Jede Kugel aus den Kanonen des Thnrms müßte vier, fünf Leiber durchbohren. Auch aus den Fenstern der Uferhäuser kann man schießen." Wenn ich eine Muskete hätte, könnte ich von nnscrem Fenster aus schießen bis auf "die Kampainjel am anderen Ufer," lief Johann. Ja, aber dann dürftest Tu nicht so frei im Fenster stehen wie jetzt, mein Hansel," lachte Oitowalöki. Denn die drüben hätten auch Musketen und da käme leicht so eine Kugel hereingeflogen und träfe meinen Hansel mitten auf die Nase." Ottowalski markirte mit seinen Be wegungen den Vorgang, nahm dann den Knaben in seine Arme und setzte zärtlich besorgt hinzu: Was möchte wohl lieb Mütterchen dazu sagen?" Daß Ihr den Knaben keine Dummheiten in den Kopf setzen, sondern sie ruhig bei ihrer Grammatik lassen sollt!" Der Ton dieser Zurechtweisung war sanft und milde, ebenso wie die Sprecherin selbst, die, in dem Rahmen der geöffneten Thür stehend, Zeuge der letzten Worte Ottowalskis gewesen war: eine zarte, blasse Frau von noch mädchenhafter Schönheit, welche' sie trotz ihrer achtundzwanzig Jahre viel jünger erscheinen ließ. Sie lächelte gütig dem Lieutenant zu, während sie den Knaben an sich nahm und ihm das Haar liebkosend glättete. Für heute sei es genug fuhr Frau Eva Taborski fort. Klappt die Bücher zusammen, Georg und Hansel, und geht in den Garten, ich habe, mit unserem Gast etwas zu reden." Ach, gnädige Frau, Soldat im Ouartier ist Last, nicht Gast," ver setzte der Lieutenant. Aber ihrer Güte" Laßt das, Lieutenant Ottowalski. Es ist Kriegszeit, jeder mnß sein Theil tragen, und wer so viel wie ich die letzte Zeit geduldet hat, dem verschlägt es nicht, noch etwas mehr oder weniger. Uebrigen habt Ihr mich diese ganzen fünf Monate die Last nicht fühlen lassen. seid uns vielmehr ein lieber Hausgenösse geworden." K (Fortsetzung folgt.) Stat: oer zrypaye gibt es im japanischen Theater nur abgetheilte Lierecke auf dem Boden, deren jedes einen Platz bedeutet, denn der Japaner kauert wenn e? bequem sitzen will, immer auf den Boden nieder und kann stundenlang in knieender Siellung verharren, ohne die geringste Ermüdung zu spüren.

cisstamxshkuscr aus Sumatra. Befreiung der Körnerfrucht von der Hülse und ihre Aufspeicherung. Eigenartige Gebäude sind die Reisstampfhäuse? und -Speicher der Karobattaker auf der Insel Sumatra. Tie Stampfhäuser stellen eine offene Halle mit einem Dach dar. Auf der erhöhten Diele liegen einige (meist zwei) lange, dicke, an den Enden mit stilisirter? Gesichtern beschnitzte Balken, in denen sich eine Reihe etwa 0.4 Meter im Durchmesser haltender und ebenso tiefer Löcher befindet. In diese wird der unenthülsie Reis geschüttet und von den Frauen durch Stampfen mit armdicken, etwa drei Meter langen Stangen von den Hülsen befreit. Durch Schütteln auf großen, korbdeckelartigen Schwingen werden dann Körner, und Hülsen getrennt. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend ist das eintönige Stampfen in den Dörfern zu hören, und in fußtiefer Schicht liegt die lose Spreu um das Stampfhaus. Nicht immer sind ,es gedeckte Hallen; gelegentlich (in kleineren Dörfern) sieht man auch ungedachte, tribünenartige Stampfhäuser. Die Tobaleute benutzen zum Reisenthülsen große, mit einem großen, tiefen Loch versehene Steinblöcke; bei den Timorbattakern sind mit einem Loche versehene Holzblöcke im Gebrauch. Die Reisspcicher stellen sich uns etwa als kleine Häuser dar mit etwa drei bis. vier Meter Seitenlange. Sie stehen hoch über dem Erdboden' (etwa zwei bis drei Meter), der größeren Sicherheit halber. Während das eigentliche, allseits geschlossene Haus von mehreren Familien zusammen als Reisspcicher benutzt wird, befindet sich unten, etwa zwei bis drei Fuß üb? dem Erdboden, eine Plattform. Hier sitzen tagsüber die Männer, rauchend, spielend, plaudernd oder auch Franzen an ihre Jacke knüpfend. Das sind ihre einzigen Beschäftigungen. Tie Plattform anderer Speicher wieder ist den Frauen überlassen, die hier ihre FärbWerkstätten baben. Hier bereiten sie in großen Töpfen iene gelblichgrüne, übelriechende Flüssigkeit zu. mit der sie ihren Gewändern eine so schöne, indigoblaüe Farbe giben. Verschärfte Dampferinspcktion. Die verhängnißvolle New Forker Slocum"-Katastrophe hat auch ihr Gutes gezeitigt, indem dadurch eine verschärfte Dampferinspertion in die Wege geleitet wurde, deren Resultat der Inspektor des zweiten Distrikts der Bundes - Dampferinspektion. Kapitän Jra Harris, in folgenden Bericht zusammenfaßt: In den elf ersten Monaten des Jabres 1903 wurden aus den drei Distrikten New York, Philadelphia und Boston 187 Unfälle berichtet, in 37 Fällen wurde eine Untersuchung eingeleitet und dies führte dazu, daß 28 Offiziere suspendirt wurden oder daß man ihnen die Licenz dauernd entzog. In den entsprechenden Monaten des Jahres 1804 stieg die Zahl der Unfälle auf 256, eine Untersuchung fand aber nur in 25 Fällen statt und nur 13 Licenzen wurden vorübergehend oder dauernd entzogen. In den entsprechenden Monaten des Jahres 1905 ging die Zahl der Unfäll? auf 125 zurück, die Zahl der Untersuchungen aber stieg auf 75 und sie führten dazu, daß 54 Offizieren die Licenz temporär oder dauernd entzogen wurde. Neun große Vergnügungsdampfer in New York verließen ihre Docks während des letzten Sommers nicht. Das öffentliche Vertrauen, welches durch die Slocum"-Katastrophe schwer erschüttert worden war, ist großentheils wieder hergestellt worden, das Geschäft nahm einen gewinnreichen Verlaus, und während des letzten Jahres ging bei den Fahrten der Vergnügungsdampfer nicht ein einziges Menschenleben verloren. Wenn man berllclsichtigt. welche ungeheure Zahl von Pafsagieren in diesem Geschäftszweige befördert werden, so ist dies sicherlich ein bemerkenswerther Erfolg. Iran in Männcrklcidern. Ein wegen Schwindeleien in Burnley. England, verhafteter Mann sollte, von einem' Polizisten bewacht, per Eisenbahn nach Stockton transportirt werden. Kurz vor Stockton, als der Zug langsamer fuhr, fprang der Verhaftete trotz seiner Handfesseln aus dem Wagen. Der Polizist, der den Flüchtling schnell an den Handfesseln gepackt hatte, fiel mit aus dem Wagen heraus, und als der Flüchtling sich unter die Räder des Zuges zu werfen versuchte, zog der Polizist ihn schnell zurück, aber dem Flüchtling war bereits ein Bein schwer verletzt. Mit dem andern Bein trat dann der Flüchtling dem Polizisten vor die Brust, er warf sich nochmals unter die Räder und wurde dann wieder überfahren. Er starb bald darauf im Hospital, und nach dem Tode machte man hier, die sensationelle Entdeckung, daß man nicht die Leiche eines Mannes, sondern die einer Frau vor sich habe. Die Vrau hatte sich G. Gillson genannt, war als Agent einer Gesellschaft thätig und hatte nach Verlust dieser Stellunq'noch weiter im Namen dieser Gesellschaft Gelder einkassirt. Sie hatte ihre männliche Rolle mit vollkommener Sicherheit gespielt. Die Polizei ließ Photographien der Verstorbenm verbreiten, um festzustellen, wer sie sei.

Europäische Nachrichten. a-wcij. Basel. Diese? Tage feierte Heinrich Georg Neukirch, der Chef der bekannten Buch- und Kunsthandlung, sein 50jähriges Geschäftsjubiläum. Bei diesem Anlaß machte er an verschiedene wissenschaftliche Anstalten unserer Stadt Schenkungen im Gesammtbetrag von 900 Francs. M ö h l i n. Der Besitzer des Hotels Sonnenberg, Ernst Hollenweger, ist an den Folgen eines Sturzes vom, ' Heuspeicher gestorben. Ter Verunqlückte hatte 'bis vor zwei Jahren die Wurstfabrik Gundenmusen bei Schöpfheim geleitet. Ölten. Letztens entgleiste im hiesigen Rangirbahnhof ein von Basel kommender Gllterzug. Sieben Wagen wurden aus den Schienen geworftn. Der Bremser Spillmann aus Basel wurde getödtet. Der Bahnverkehr nach Bafel blieb am Abend unterbro chen. Der Materialschaden ist ein bedeutender. ' Rothenbrunnen. Hier sind bei heftigem Föhnwind 11 Firsten (Häuser und Ställe) niedergebrannt. Die Gemeinde zählt, im Ganzen 17 Häuser. Zürich. Der 78jährige Gefchichtsschreiber Pasquale Villari, früherer Unterrichtsminister, der anr grauen Star erblindet war, ist von einem'hiesigen Augenarzte glücklich pperirt worden. Letztens schoß der'von seiner Frau getrennt lebende 26jährige Coiffeur Leopold Gerlach aus Preußen, welcher seit einiger Zeit im Hause seines Schwiegervaters Franz Bolliger, Wirth zum International", an der Brunnengasse wohnte, mit einem Revolver auf den bekannten Anarchisten Wilhelm Baumgartner, Schneider. Dieser erhielt zwei Kugeln in den Unterkiefer und wurde in das Kantonshospital gebracht, wo ihm die Geschösse aus demKörper entfernt wurden Gerlach bezichtigte den Baumgartner der Verleitung seiner Frau zur Untreue, und als Gerlach mit seinem Schwiegervater in Streit gerieth, mischte sich Baumgartner auch ein. Daraufhin krachten die beiden Schüsse gegen ihn. Der Thäter wurde verhaftet. Die Wirthschaft International" ist das Stammlokal der Anarchisten. Hestcrreich-'Flngarn. Wien. Unlängst wurde die .24jährige Magd' Franziska Blaha, Leopoldstradt.Leopoldsgasse No. 21 wohnhaft, todt im Bette aufgefunden. Jr: der Küche war intensiver Gasgeruch zu verspüren. Die Fenster wurden rasch geöffnet. Man stellte Wiederbeledungsversuche an, doch ohne jeden Erfolg. Es wurde festgestellt, daß der Hahn eines in der Küche stehendenGasofens ganz offen stand. Durch Einathmen des ausgeströmten Gases hat die Unglückliche den Tod gefunden. Letztens brach in der Montierungshalle des Westbahnhofs. Fer.'r cus, das rasch um sich griff und das ganze Gebäude einäscherte. Die Feuerwehr bemühte sich vergeblich, das Depot zu retten, vermochte jedoch ein Uebergreifen des Brandes auf die umliegenden Magazine zu verhindern. Zwei Feuerwehrleute erlitten Brandwunden. Bor kurzem wurde der neunjährige Anton Musil, Favoriten, Herzgasse No. 24 wohnhaft, auf der Laxenburgerstraße von einem Automobil über-K-w w stelle aetödtet. V r e g e n z. Vor einiger Zeit hat der Leutnant Hugo Quinz vom 14. Infanterie - Regiment seine Verlobte, die Tochter des Bankiers Veith. und dann sich selbst im Gasthof Lamm in Vorkloster erschossen. Das Motiv sollen Ehehindernisse sein. Gries. Kürzlich starb Johann Tobias Obetmüller. Besitzer des Hotels und Pension Austria, nach längerem Leiden im 70. Lebensjahre. Was in den letzten 25 Jahren zur Hebung des hiesigen Kurortes geschah, mit dem ist der Name Obermüller unlösbar verknüpft. Innsbruck. Der Chefredakteur des amtlichen Voten für Tirol und Voralberg", Johann Tschugnell. kannte das 25jährige Jubiläum als verantwortlicher Leiter des Blattes begegen. Mondsee. Die Fürstin Jgnatzia von Wrede, Wittwe des 1896 verstordenen Fürsten von Wrede, ist im 69. Lebensjahre auf dem hiesigen Schlosse gestorben. Prag. Der Direktor der StadtBuchhaltung Franz Fleissig feierte sein 30jähriges Dienstjubiläum.. Aus diesem Anlaß war er Gegenstand ehrender Kundgebung seitens der Beamtenschaft der verschiedenen Dienstkategorien. Salzburg. Dieser Tage ist der gewesene langjährige Direktor des hiesigen städtischen Museums Dr. Alezander.Petter im Alter von 73 Jahren einem Schlaganfalle erlegen. Petter war am 9. November 1832 zu Agram qeboren. Wiener-Neustadt. Letztens hat hier der bekannte Wiener Hofphotograph Rudolf Kriwanek einen Selbstmordversuch verübt. Der seit kurzem hier wohnhafte Wiener Hofphotograph Rudolf Krziwanek, Mitbesitze? des hiesigen Hofphotographen-AtelierZ Krizwanek und Skutta nahm im Ate- . lier eine Dosis Cyankali in selbstm'örderischer Absicht; er wurde mifschweren innerlichen Verletzungen bewußtlos aufgefunden. Motiv unbekannt.

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