Indiana Tribüne, Volume 29, Number 125, Indianapolis, Marion County, 19 January 1906 — Page 5
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3foöcj; .10. Yen LiättSKris (Schluß.) ' Z Auch Weigand war in der U&zn Zeit nicht so wie sonst gcu'ejem. T?? furchtbare Schrecke, den der Brar.d oerurjaazl, zuma! eigand sur itim anvertraute fremde Schätze gefürchtet hatte, war für den älteren Herrn nicht ohne Folgen geblieben; er litt noch immer an Ileberreiztheit und Unruhe, und sein Schlaf war nicht fest. Dazu - kam, daß er sich wieder an den Kodex 10 keranmachte, aber ohne durchschlazenden Erfolg; ihm fehlte, ihm selber sreilich unbewußt, die nöthige Samm lang, ungeduldig fuhren seine VedanUn hin und her, und er bekam nicht den Beweis dafür in die Hand, was er mit dem Feingefühl eines erfahrenen Forschers errieth, daß dieser Kodex der Urschrift am nächsten stehe. Auch der Gedanke an jenen geheimnißvollcn Besiyer des chlafrockes quälte ihn. 3r war ihm in zweifachem Sinne zu Dank verpflichtet, er hotte seine Nichte vor Kälte gehütet und ihm den gefäyröeten Kodex 10 gerettet. Und day er Diese zweifache Dankesschuld noch nicht hatte abtragen können, peinigte ihn. Der Professor saß über das wuchtige Z?olumen gebeugt und suchte seine schweifenden Gedanken auf einen Punkt zu konzentriren. Da trat Dora ein, ein reizendes, sieghaftes fächeln auf den Lippen, die Augen strahlend von chalktzasti gleit und Uebermuth. Sdjen wieder beim Kodex 10, Cntel?" fragte sie, .und noch immer keine Lösung?ES ist nichts," klagte Weigand, ich finde nichts, ich bin blind mit seyenden Augen. - Schlage doch 'mal jene Stelle auf, lieber Onkel,- bat Dora. indem sie ihm schmeichelnd beide Hände auf die Schultern legte, wo gleich nach der zwiespältigen Papstwahl von der verruchten Verschwörung die Ncde ist. Du erinnerst Dich doch: quia illa conspiratio und so weiter." Was soll denn das, Mädchen? Willst Du mir in' Handwerk pfufchen?" Handwerk, Onkel? Unsere edle Geschichtsforschung ein Handwerk? Das hätte ein Anderer sagen sollen!" Nun, nun, Dora, es war ja nur bildlich gesprochen." Währenddessen hatte der Professor gehorsam geblättert und die bezeichnete Stelle aufgeschlagen. Da steht's," jubelte Dora, indem sie mit den Fingern auf das gelb? Blatt tupfte, quia illa conspiratio rcYclata est, und die anderen Dummköpfe haben alle relcvata est, was keinen rechten Sinn gibt, und die bisherigen Ausgaben haben immer den alten Kohl, benamfet relcvata. aufgewärmt. Tu aber sagst nach Kodex 10 revclata, und Kodex 10 ist gerettet." Dora!" rief Weigand, indem 'er aufsprang und ihre Hand schüttelte, daß es ihr fast weh that, Tu hast das lösende Wort ausgesprochen. Blind war ich, und ein nngelehrteö Mädchen hat die Binde von meinen Augen ge nommen." Nun so ganz ungelehrt nicht," schmollte Dora, wenn ich nicht etwas Latein könnte Ich bin ein undankbarer Thor, es ist wahr," unterbrach sie Weigand, anstatt Dich zu preisen, schelte ich Dich noch ungelehrt. Verzeihe, Dora. Meine Vermuthung mit Kodex 10 wird zur Gewißheit. Ein sicheres Ergebniß ist da, die anderen finden sich. Äber ich schmücke mich mit fremden x Federn. Nun, wenn Tu die 'Pfadfinderin warst, so sollst Du auch genannt werden, in einer Anmerkung " Ich danke für die öhre," wehrte Dora ab, indem sie langsam den im Schlafrock gefundenen Zettel hervorzog, ich will nicht in den. Ruf eines gelehrten, unleidlichen Blaustrumpfes kommen und möchte ebenso wenig wie ' Tu auf fremden Lorbeeren ausruhen. Sieh Tir dies einmal an,. Onkel." Sie hielt ibm die Schneidelrechnung hin, auf die er verständnißlos hinstarrte. Nachdem sie sich eine kleine Weile an seiner völligen Nathlosigkeit geweidet, machte sie ihn auf die Nückseite aufmerksam und gab, ihm die nöthigen Erläuterungen. ' Des Professors Stirn hellte sich auf. Möchte es für seinen Stolz als Mann und als Gelehrter eine Genugthuung sein, daß es ein Fachgenosse war, der ihn auf die richtige Spur geleitet, und nicht ein Mädchen, das so ein bischen laienhaft in die Wissenschaft hineingeguckt? Aber eine neue Unruhe stieg in ihm aus. Ich kenne den Mann nicht," rief er, und darf nicht seine Konjektur verwerthen, ohne seine Zustimmung zu haben und ohne seinen Namen zu nennen!" Ich glaube," erwiderte Dora zögernd, wenn Tu so etwa sechzig Mark opferst, lieber Onkel, dann kriegen wir unseren Freund heraus." . Sechzig Mark? Wie denn daö?" Wir bezahlen seine Rechnung beim Schneider. Der wird uns schon nicht seinen Namen vorenthalten." Aber der Siudent wird das nicht annehmen" Nun, dann reklamirt er bei uns,, und wir haben, was wir wollten. Wir können ihm persönlich danken." Und wie gesagt, so'gethan. Onkel und Nichte pilgerten selbander zu dem HerrenbekleidungSgeschäft Eckert. Ich habe den Auftrag, diese Rechnung zu bezahlen," sagte der Professor reichte die Rechnung hin.
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Für 'wen, wenn ich fragen darf?" erwiderte der Geschäftsinhaber, nach dem er einen Alick in die Rechnung geworfen. Der Professor wurde ganz verlegen und roth. Sehen Sie doch in der Journalnummer naclz." sate Dora ichloafertia und fügte mit verbindlichem Lächeln hinzu: Sie haben den Namen vcrges scn, nicht wir." Herr Ackert meckerte vor Vergnügen und versenkte sich in das Foliobuch. Dann kehrte er kopfschüttelnd zu den Beiden zurück und sagte : Der Posten ist gestrichen, Herr Bertling hat ihn neulich bezahlt." Dem Professor wurde es bei diesen Worten siedend heiß, aber Dora war nicht aus der Fassung zu bringen. Wie schade, mein Vetter, hatte den Zettel bei uns liegen lassen, wir wollten ihm eine angenehme Ueberraschung machen." Tann flüsterte sie ihrem Onkel zn: Du hast dringend einen neuen Anzug nöthig " Ich?" gab dieser halblaut zurück. Ich bi ja mit allem Möglichen vcpsehen und habe doch einen anderen Schneider." Ackert hatte mit diskretem Lächeln Alles gehört, hier stimmte etwas nicht, aber für ihn kam dabei etwas heraus, das resolute Prachtmädchcn sland ihm gut dafür. Und richtig. Nach kurzen Verhandlungen bestellte sich der Herr Professor einenbequemen Hausanzug, und während fcs Maßnehmens erschöpfte sich der Kleidcrkünsller in Lobeserhebungen des fleißigen Herrn Bertling, der ein so pünktlicher Zahler sei, daß er sogar seinen verehrten Verwandten einen liebenswürdigen Spaß verderbe. Wären mir alle Herren Studenten so!" fügte er mit einem tiefen Seufzer hinzu. Die Beiden waren froh, als sie wieder draußen waren. Wie hieß doch unser junqer Freund?" fragte der Przfessor. Du weißt, die Namen" Bertling, Onkel." Zu meinen Zuhörern gehört er nicht," sann Weigand nach, Die Namcn nisten sich schwer bei mir ein, aber wenn ich sie einmal habe, dann halte ich sie auch fest. Doch ist er mir schon einmal vorgekommen ich hab's! In einer Zuschrift des Dekans; Bertling will hier den Doktor machen, er ist erst in diesem Semester hergekommen. lr muß sich nächstens bei mir einstellen, da ich ihn in Geschichte zu prüfen habe." Da mußt Du ihm zuvorkommen, Onkel," warf Dora eifrig ein. Du mußt ihm unseren Tank aussprechen und sein Eigenthum zurückstellen." Am nächsten Tage stieg Professor Weigand die Hühnersliege empor, die zu der bescheidenen Behausung Bertlings führte. Sein Tiener trug ihm ein Bündel nach, in dem sich wohlgefaltet der Schlafrock befand. Oben verabschiedete der Professor den Diener und nahm selbst das Bündel in die Hand. Er Ilopfte an die Thür, an welcher Bertlings Visitenkarte angeheftet war. Aber Niemand antwortete. Er pochte noch mehrmals vergeblich, nnd da sich auch die Nachbarthüren nicht öffneten, so mußte sich der Profester wohl oder übel entschließen, umzukehren und das Bündel nach Hause zu tragen. Da 'er aber in Gedanken vollauf mit dem Wortlaut des Wormser Konkordats beschäftigt war, so bcmerkte er die verwunderten Blicke der Begegnenden gar nicht. Als Dora von der mißglückten öfpedition vernahm, wurde sie ganz traurig. Wiegern hätte sie vom Onkel gehört, wie ihm der junge Mann gefallen, wie er aussehe, was für eine Bude" er inne habe und ob er wirklich so ein kluger und gescheiter Kerl sei. Nun wußte sie wieder nichts von ihm. Aber was hätte ihr schließlich der Onkel berichtet? (fr hättedoch nichts darüber sagen können, was sie intercsfirte, denn dafür hatte er kein Auge. Mußte nicht Äertling über kurz oder lang seinen Gegenbesuch machen oder antreten, um sich als Toktorandus pflichtschuldigst zu melden? Auf ihre Anfrage erhielt aber Dora zu ihrem Leidwesen die Antwort, daß ihr Onkel cö ganz vergessen hatte, irgend ein äußeres Zeichen seines LZesuches bei Bertling zurückzulassen. Weigand war in eine Siyung des akademischen Senats gegangen. Dora saß am Fenster bei ihrer Arbeit und schaute traumverloren über den Play hin. Da sah sie einen Herrn in Frack und weißer Binde auf das Hauö zuschreiten, sie erkannte ihn sofort, und ihr Herz zuckte in heftiger Wallung auf. Einer augenblicklichen Regung folgend, stürzte sie hinaus und sagte zum Diener: Der Herr, der jet kommt, wird angenommen und in den Salon geführt, auch wenn der Herr Professor nicht zu Hanse ist." Da schellte es draußen, und der Diener eilte mit einer stummen Verben gung hinweg. Was hatte sie gethan! ES war gemiß ein Verstoß gegen die gute Sitte; aber es galt doch, endlich dem freundlichen Helfer in Icuersnoth gegenüberzustehen. Aber wenn er es gar nicht war? Wenn er vorübergegangen und ein Anderer in Eamennöthen seinen Cylinder hierher spazieren gesührt? Es klopfte, und er trat ein. Er war es. mit dem sich ihre. Gedanken so oft beschäftigt. Dora trat schnell auf den bescheiden' erröthenden jungen Mann zu und reichte ihm die Hand. Endlich holen Sie sich selbst unseren Dank, den wir Ihnen so lange gegen unseren Willen vorenthalten mußten.
derten von 'dem Brande, von DoraS Erkältungsgefahr und von Kodex 10, den Bertling gerettet. Wie erstaunte aber der Toktorandus, als das FläU lein ihm mit augenfälliger Sachkenntniß von den Gesta Cuonradi berichtete und ihn als den Pfadfinder des einzig 'Gnädiges Fräulein" . Und Ihr Schlafrock ist wohl erhalten." Bertling lachte und Dora stimmte mit ein. Damit rcar alle Verlegenheit bei Beiden verschwunden, und sie plauzulässigen Textes, der auf Kodex 10 beruhte, begrüßte. Ja, ja," sagte sie, als sie seine Verwunderung wahrnahm, die Nähe eines so gelehrten Onkels fäkbt ab, und doch bin ich nicht in Gefahr, ein Blaustrumpf zu werden, in jener schrecklichen Nach! war ich sogar ein Ohnestrumpf." Nun, die Pantoffel fanden sich bald," meinte Bertling, wenn sie auch zu groß waren." Er hat 'meine Worte behalten dachte Dora. Da kehrte der Professor zurück. Er überschüttete Bertling mit Dank sür seine Verdienste an den GeslaEuonradi und aus Kcdex 10. Die Fcuersbrunst schien vorläufig aus seinem Gedächtniß gelöscht. Dora führte lhn in die Wirkllchkeit zuliick, indem sie meldete, das Essen sei angerichtet und sie habe Herrn Äertling in seinem Namen gebeten, am Madl theilzunehmen. Als der köstliche Nauenthaler topassarben in den Gläsern funkelte, da hob Bertling sein Glas gegen Dora, die sich leise neigte. Ihre Blicke hatten sich in einem Strahl getroffen, ein freudiges, unendlich beglückendes Gefühl war in ihnen aufgezuckt und gab dem ferneren Gespräch eine weihevolle Wärme. Ja, sie konnten sogar schweigen und den Ausführungen des in vergnügteste Stimmung" versetzten Professors lauschen und sich doch in innerem Zwiegespräch vereint fühlen. Bertling war fortan ein gern gesehener Gast im Hause Weigands. Der Professor begrüßte in ihm mit neidloser Freude einen neu aufgehenden Stern am Gelehrtenhimmel Deutschlands und brütete mit ihm Stunden lang über Kodex 8, 7, 5, 3 und 10. Daß den jungen Herrn noch ein anderer Magnet in sein Hauö zog als die Kodices, das hatte Weigand gar nicht bemerkt, obgleich Dora stets so vortrefflich für daä leibliche Wohl des lange verweilenden Gastes' sorgte und überaus häufig irgend etwas im Studirzimmer zu thun hatte. Hans Bertling hatte das Doktoreramen summa cum lande bestanden, die Fakultät nahm eS als selbstverständlich an, daß er sich an dieser Universität habilitiren werde. Am Sonntag nach dem 3!igorosu.n war er bei Weigand zu Gast. Der Professor empfing ihn allein, Dora hatte noch in Küche und Keller zu trjinu Weigand merkte, daß sein geschätzter junger Freund seinem gelehrten Gespräche nicht mit der gewohnten Theilnahme folgte, er kam ihm heute anders als sonst vor, so förmlich und feierlich und zerstreut dabei. Weigand kam wieder auf Koder; 10 zu sprechen, Bertling hörte schweigend zu. Plötzlich, fing er an,-den Kodex etwas weitschweifig und in nicht sehr zutreffenden dichterischen Ausdrücken zu preisen und schloß diese merkwürdige Rede mit der Frage: Wollen Sie mir. verehrter Herr Professor, Ihren kostbaren Schay für das Leben anvertrauen?Oho," fuhr der Professor halb entrüstet auf, für einige Zeit ja, aber sür das Leben, das ist zu viel verlangt." Aber, Herr Professor!" Er gehört ja gar nicht mir.". Qx, er?" Nun ja, der Kodex 10." Behalten Sie den nur, Herr Professor, wenn Sie mir Ihre Fräulein Nichte für's Leben anvertrauen.Der Professor gab gern seine Einwilligung, und Dora hatte in ihrem Herzen schon Ja gesagt. ES gibt Familienreliquien, die dem Unbetheiligten unscheinbar, werthlos und sonderbar vorkommen. So ruhten bei Przfessor Bertlings in einer schöngeschnitzten altdeutschen Truhe ein armseliger Schlafrock und zierliche Hausschuhe friedlich bei einander. Wenn den ehrsamen Professor das Glücksgefühl, ein so holdes Weib wie Dora sein eigen nennen zu dürfen, in eine gar nicht zunstgemäße, übermüthige Stimmung versetzte, dann öffnete er die Truhe, und im Nu flatterte der Schlafrock um ihre Schultern und saßen die Pantoffeln an ihren Füßen. Und rief sie darauf in komischem Schreck: Feuer, Feuer, Koder 10!" dann beschwichtigte er sie mit einem herzhaften Kuß. Die französischen Hausf r a u e n heben zerbrochenes Porzellangeschirr dessen Zustand nicht ganz hoffnungslos ist, auf. bis der Mann mit dem unvergleichlichen Kitt" gelegentlich einmal vorspricht und lassen von diesem die Scherben wieder zusammenkitten. Ein originelles Ausstellungsobjekt in Gestalt eines Bleistiftes von 30 Meter Länge und 4.2 Meter Umfang wird dieses Jahr in der Nürnberger Ausstellung zu sehen sein. Das Bleistiftungethüm wird sich in einem von 12 Meier langen Bleistiften konstruirten Sause befinden. xjit srongreyoiollotyel enthielt am Ende des Fiskaljahres 1905 nicht weniger als 1.344.613 Bücher. 82.440 Landkarten, 183.724 Kunstdrucke und 410.352 Notenblätter.
Die UQrcn.
Geschichte, verschiedene Arten und , Ausstattung der Zeitmesser. . Sie Jwölseintheilung be Tagei-Haruu al RaschiSs Wafferuhr-SiürnöergS Nännlein, lausen Uhren al Prunkstücke -MoSerne Bcrvessernngen. Mit der Ausbreitung der Kultur, mit der Vergrößerung des menschlichen Jnteressenkreises ging das Vedürfnih nach Zeiteintheilung Hand in Hand. Die Uhr ist die Geburt dieses Bedürfmsses. Räderuhren kannte man im Alterthume noch nicht. Sonnenuhren, Wasseruhren und Sanduhren genügten dem Bedürfnis nach Zeiteintheilunq. Ihre Ausbreitung vollzog sich sehr langsam, und verhältnißmäßig spät erst kam es zu einer allgemeinen Einführung. Mit der Zwölftheilung des Tages bürgern sie sich in Griechenland ein. Im Jahr 263 n. Chr. gelangt die erste Sonnenuhr nach Rom. und ein Jahrhundert noch ließ, die Wasseruhr auf sich warten. Wie Wunderwerke werden die ersten Uhren aufgenommen, die in nördlichere Striche gelangen. Einbard hat jene berühmte Wasseruhr geschildert, die Harun al Raschid 807 Kaiser Karl dem Großen sandte. Alles staunte, und auch der Kaiser, der gründliche Kenner alter Kultur, war überrascht. Der Westen kannte nichts mehr von solchen Werken antiker Kultur. Die Stürze der Völkerwanderung, hatten , zu gründlich aufgeräumt, und während in Bnzanz. Bagdad und Dgmaskns derartige wassergetriebene Äutomaten auch öffentlich noch ezistirten, war, im Westen von Uhren nichts mehr bekannt. Bald aber begann die neue Arbeit des Westens. Gerbert von Reims ist einer der ersten Gelehrten, die sich mir Uhren wieder vertrauter machen. Es folgen die Arbeiten des Astronomen und Königs Alfons von Kastilien. Doch SStzonä von Alerandria Aufttellungen sind auch für diese Forscher. noch maßgebend und werden nicht überflügelt. Auch die Quecksilberuhr, die Alfons baute, war zur Zeit des griechischen Gelehrten schon erfunden. Die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert bringt endlich die erste Räderuhr. In Dantes Paradiso ist zum ersten Male die Gattung beschrieben. Mit derneuen Erfindung geht Hand in Hand die Ausstellung öffentlicher Schlaguhren. Der aufblühende Handel verlangt dringend Regelung der Stunden. Im Jahre 1370 schildert der franzosische Dichter" Froissart in begeisterten Versen' eine Schlaguhr seiner Zeit. Appo Visconti schenkt Mailand 1336 seine erste öffentliche Schlaguhr. 1354 hat Straßburg seine erste Münsteruhr, und 1361 folgt Nürnberg mit seinem Wahrzeichen in Uhrgestalt, dem Männleinlausen. War bis dahin das Bestreben der Uhrmacher, so klar als möglich den mühsam geschaffenen Mechanismus zu zeigen, so verdecken sie ihn jetzt durch kunstvolle Ueberbauten. Technik und .Kunst reichen sich die Hände. Schlug einmal die Uhr im Freien am Markt, so wollte man sie auch im Hause ni länger missen. In kurzer Frist versah' sich der Hof, das Bürgerhaus nun mit Hausuhren. Die herrliche Uhr Philipps des Guten vonBurgund besaß als Neuerung bereits die Feder. Die vornehmste Gattung der Uhren an Fürsienhöfen ist wieder jene, welche mit Automaten 'in Verbindung stehen und als Prunkstücke gedacht sind. Große Künstler, wie Lionardo, nahmen keinen Anstand. Entwürfe für solche Zwecke zu fertigen. Er schuf einen Löwen, der dem König von Frankreich entgegenzog un'o seine Brust öffnete, in der an Stelle des Herzens Frankreichs Lilien blühten. In der Renaissancezeit war die Uhr Juwel, der prunkende Beweis für Reichthum. Die Höfe hielten sich ihre Mechaniker, nicht anders machten es die Städte. Der Haushalt von Urbino sah einen eigenen hochbemessenen Posten für erprobte Meister der Uhrmacherkunst vor. Karl der Fünfte verließ keine für Uhren berühmte Stadt, ohne die Künstler zu sich befohlen und ihnen Aufträge gegeben zu haben. Auf Porträts begegnen uns deshalb oftmals schöne Hausuhren. Dieses weitgehende Interesse haben spätere Zeiten der Uhr nicht mehr entgegengebracht, wenn auch ihnen die letzten Vervollkommnungen, die Erfindung der Pendeluhr, wie die moderne Gestaltung der tragbaren Uhr, vorbehalten waren. Ein Drama in einer Nuß. Die Paranüsse Samen eines brasilianischen Baumes, der mit unserem Nußbaum in keinerlei Verwandtschaftlicher Beziehung steht sind ziemlich allgemein bekannt. Sehr wenig bekannt ist aber vermuthlich das Drama, mit welchen die Lebensgeschichte dieses Baumes beginnt. Jede seiner Früchte enthält durchschnittlich 16 Samen, die bereits in der Frucht keimen. In der steinharten Schale derselben befindet sich ab-.r nur ein einziges Loch und dieses Loch sucht nun jeder der Keimlinge zu erreichen. Einen anderen Weg aus diesen Kerkermauern gibt es ja nicht. Und so wird ein grausiger Kampf gekämpft, ein Kampf 'auf Tod und Leben,' und der Sieger, dem gelingt, durch das Loch in's Freie und dann in die nährende Erde zu gelangen, hat dieS nur zustande gebracht, indem er seine Geschwister ermordete.
Zur drahtlosen Telegraphie. TS deutsche Arco-Slabysche System seine bedeutenden Erfolge. Neue Fortschritte in der drahtlosen Telegraphie führte der Erfinder ' des Systems Telesunken." Graf Arco, jüngsihin in der Kriegsakademie' zu Berlin einer Versammlung vor. Zum ersten Male gelang es in- dieser Versammlung. auf. einem verhältnißmäßig kleinen Raum im Saale je sechs Geberund Empfänerstationen ohne Draht zu gleicher Zeit arbeiten zu lassen, ohne daß eine Station die andere gestört hätte, obwohl die Drahtnetze der Empfängerstationen sich sämmtlich in gleicher Höhe befanden. Das Arco-Slaby'sche System hat das System Marconi schon im Wettkamps geschlagen. Es ist bei sämmtlichen Kriegsmarinen der Welt, mit Ausnahme von England, Frankreich und Italien, eingeführt und hat auch die meisten Landarmeen mit fahrbaren Stationen versorgt'. Während nach dem System Marconi und allen anderen zusammen etwa 300 Stationen eingerichtet sind, bestehen nach dem deutschen Arco-Slaby'schen System 520 Stationen. Die fahrbaren Stationen für die Landarmee wurden in der Versammlung in Lichtbildern vorgeführt.. Der größte Typ solcher Stationen gleicht auf's Haar einem Zug bei der Artillerie. In einer Art Protz kästen ist die ganze Station untergebracht. Ein kleinerer Typ braucht sogar nur einen kleinen, von einem Pferde gezogenen Karren. Noch einfacher ist die Geberstation eingerichtet.
Eine kleine Dynamomaschine ist auf einem Fahrrad montirt und wird durch Treten in Betrieb gesetzt. Der Luftdraht wird an einer ausziehbaren Rohrstange in die Höhe gehalten, und die betreffende militärische Abtheilung kann auf dieie Weise über 30 Kilo meter weit telegraphiren, selbst wenn Wälder zwischen Geber- und Empfan aerstation liegen. Ten deutschen Tele-funken-Apparaten auf Schiffen ist es auch gelungen, alle Marconi-Tele-gramme. die für englische Schiffe bestimmt waren, aufzufangen. Postalische Milliarden. Die Statistik der deutschen Reichspost- und Telegraphcnverwaltung von 1904 ist soeben fertiggestellt worden. Die Gesammtleistungen der Verwaltung haben im letzten Kalenderjahr die Summe von 7 Milliarden überschritten. Noch vor fünf Jahren betrug sie nur wenig über fünf Milliarden. Auf die durch die Post beförderten Sendunaen entfallen davon 6234 Millionen, auf Telegramme 44Z Millionen, auf Ferngespräche 959 Millionen. Die Zahl der Ferngespräche h sich in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt. Sie betrug 1899 noch 574 Millionen. Der Gesammtbetrag der Werthangaben und des vermittelten Eeldverkehrs beträgt -jetzt über 28 Milliarden. Die gesammten Einnahmen haben im Rechnungsjahre 1904 487Z Millionen Mark betragen, von denen 53H als Ueberschuß verbleiben. Die Gesammtzahl der Postanstalten beträgt jetzt 32.797; Telegraphenbetrieb haben 24.986. Die Postanstalten haben sich nur um 9. die Telegraphenanstalten um 1390 vermehrt. Dagegen ist die Zahl der Fernsprechanstalten im letzten Jahre von 17.944 auf 19.584 gestiegen. Amtliche Verkaufsstellen für Postwerthzeichen gibt es jetzt 26,117. Postbriefkästen 111.866. Die Gesammtzahl der Beamten. Unterbeamten u. s. w. betragt jetzt Nicht weniger als 229, 079. Ihre Zahl hat sich im letzten Jahre um fast 12,000 vermehrt. Von den beförderten Sendungen entfallen 6024 Millionen auf Briefsendungen, 210 Millionen auf.. Päckerei und Werthsendungen; es wurden an Brrefen. Postkarten etc. 4280 Millionen. Postanweisungen 166 Millionen, Zei tungsnummern 1343I Millionen. Zeitungsbeilagen 229 Millionen befor dert. Postwerthzeichen wurden 3624 Millionen Stück im Werthbetrage von 325fs Millionen Mark verkauft. Petroleum-Produktion. Die Ver. Staaten haben im Jahre 1904 mehr als die Hälfte der gesammten Petroleum-Produktion geliefert. Nach einer dem statistischen Bureau des Handels-Departements von der britischen Handelskammer zugesandten Zusammenstellung belief sich die gesammte Petroleum-Produktion aller Länder im Jahre. 1904 auf 9.303.000.000 Gallonen; hiervon entfielen auf die Ver. Staaten 4.916.000.000 Gallonen, auf Rußland 3,650.000.000, auf Oesterreich 202.500.000. auf Java und Sumatra 206,500.000. auf Rumänien 135.000.000. auf Britisch - Indien, hauptsächlich Birmah. 105.000.000. auf Japan 49.000.000. auf Kanada 20.000.000 und auf Deutschland 18.000,000 Gallonen. Die PetroleumGewinnung des Jahres 1904 übersteigt alle vorausgegangenen Jahre; sie belief sich im Jahre 1903 auf 8,504,000.000 Gallonen. Die Ver.' Staaten und Rußland liefern ungefähr 9-10 der gesammten Produktion. Eine blattlose Kartoff e l p f l a n z e 'ist in Montana gezüchtet worden. Die I a m e st 0 w n Expos i t i ö n C o. hat vom Staat Virginien einen Check über $50,000 erhalten. '
-Stt-
M M ÜW (TtabNrt 1863.) ..Jndkana'S größter Laden. Großer Verkauf ....Von.... ...Pelz Mänteln.... Die niedrigsten xtih welche je an solch zuverlässigen Qualitäten quotirt wurden, aber roir sind entschlossen diese Mäntel nicht sür die nächste Saison übrig zu behalten. Jeder Mantel ein unvergleichlicher Bargain. Frauen $18.50 Seal Mänteln zu $12.50 Frauen $2150 Seal Mänteln zu 815.00 Frauen $25.00 Seal Mänteln zu... .818.00 Fraucn $35.00 Seal Mänteln zu 825.00 Frauen $45.00 Seal Mänteln zu 835.00 Frauen $50.00 Seal Mänteln zu.... 840.00 Zweiter Stock. Ueber den Ticb?.a!ü dc? l!!0,000 rautc us einem 6:päckwagcn der schweizer!schen Äunctdahncn ist noch immer nichts Sicheres zu erfahren. Im Einzelnen wird bekannt, daß das Geld in der Weise entwendet wurde, daß dc? Dieb au Stelle des wirklichen WerthPaketes ein solches von ähnlichem Aussehen zu legen wußte, das sicher auf Grund langer Vorbereitungen zur Stelle war. Das Geld ging als eine Sendung nach der St. Galler Kreiskasse nach Bern. Man bediente sich zui Besorgung der Sendung nicht tu Post, sondern der Werthbricf wurde einem Gepäckwagen in St. Gallon übergeben, d. h. öahndienstlich befö?--dert. Derartige Sendungen gehur, wie im Ständerath ausgeführt wurdt. wöchentlich nach Bern; man kann diese Beträge nicht in Form einer Anwclfunz schicken, weil in Bern baaxzi Geld nöthig ist. Die Sendung, die nf ihrem Wege nach Bern auch über Zu rich und Wintert hur kcrni, traf zufälligerweise mit einiger Verspätung ein, wurde in Bern in Empfang genommen und erwies sich erst nach der Oeffnünz f? fa( ' ffi'fci . ft nlAtTi iJfl3 Vn4"f U19 yiUlU., lt UliljlUi illU)i3 R'IUU als Zeitungsausschnitte. Eine Unter suchung auf der ganzen Strecke wurde sofort eingeleitet, mehrere Verhaftungen sind in der Mgelegcnheit erfolgt, aber der Schuldige, der nach der Feststcllung des Thawestandcs in St. Gallen zu suchen ist, wo das Werthpaket offenbar schon vor seiner Uebergabc c,n den Wagenführer vertauscht wurdl. konnte bis heute nicht ermittelt werden. Die Hoffnung, der Sache auf die Spur zu kommen, haben die Behörden noch nicht aufgegeben, wenn auch ein einigermaßen kleinlauter Bericht, d?r neuerdings veröffentlicht wurde, te: Wahrscheinlichkeit einer Entdeckung kaum mehr großen Raum läßt. Tos Unangenehme an der Sache ist, daß die schweizerischen' Bundesbahnen zrni Schaden noch den Spott haben und viel hämische Bemerkungen über die schweizerische Bureaukratie und ihre Unkenntniß von dem Vorhandensein postalischer Einrichtungen hören mü sen. Den Schaden von 100.000 Frar.ken müssen die Bundesbahnen tragen. Gerade diese staatliche Einrichtung, über deren schlechte Geldverhältnisi? das Parlament' und die weitere Oesfcntlichkcit in diescn Tagen viel verhandelte, mußte es sein, die nun auch noch einen 100.000 Franken - .Diebstahl zu verzeichnen hat. , T e r Staat Minnesot hat nach der niuesten Zählung eine Gesammtbevölkerung von 1.961.347 Einwohnern, von denen 1.424.333 im Inlande und 537,841 im Auslande geboren sind. Unter den Eingewanderten stehen die Schweden mit 126,22 obenan, dann folgen 119.808 eingewanderte Deutsche und 111.611 eingewanderte Norweger. Verlangt - Anzeigen . rgtnd uelcher Art toerdkn m dtrZndiakaXritünt' mit 5c xtx Zeile für itfce Jnsertio berechnet. ctetlanftt int Köchin erster laffe. v Nachzusragea 600 Capitel ve 2!cr?. Su verkaufen Einen Lunch Room mit guter ftunl schaft. Nachzufragen 1108 Dfi 22te Straße. verlangt Ein gute? Mädchen für allgeneinr Hausarbeit in deutscher Famu,e.ehr gu::n Lohn. Nachzufragen 2316 Nord elaware Etr. 3u erkusen: inen Banxlatz anEturm Sveauk. zwischen Highland Ave. und Oriental Strack, 35 bei 125 Fufj groß. Werth $900. Werde für 75 an Jemand der sich ein HauS u bauen wünscht re? kaufen. Wird nicht an Personen verkauft die igen thum vermuthe tooü'.n. Citt trcfze und tret toirl. Va.bzngke.uille nnd elektrische! Licht an der Straße. Nachzufragen bei 9. echerer, 1223 Sturm venue. w verlangt: eine Trau al auZIeri, im Zitl s nrnen cospuai, csc c;j und Senate. s
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