Indiana Tribüne, Volume 29, Number 125, Indianapolis, Marion County, 19 January 1906 — Page 3

t Jndiana Tibüne, 19. Januar 1906. i

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Abrechnung

Gutes CinlicrnclMN unter

Briten annectiren Ashmore-Jnseln.' Französische Freibeuter. Geschwader nach Venezuela.

Rußland. Revolutionäre vor Kriegsgerichte gestellt. St. Petersburg. 18. Jan. WaZ die Revolutionäre von der Regie runz zu erwarten haben, läßt sich da am Besten ersehen, tso dieselbe den Aufruh? niederschlug. Ueberall, wo immer der Belagerungszustand erklärt wurde, werden die gefangenen Revolu tionäre vor Kriegsgerichte gestellt und die Führer ohn: Weiteres erschossen. Ter Redakteur deZ Soboba" (Frei heit) ist zu 14 Jahren Zuchthaus der donnert worden; auch wurde ihm ver boten, Jahre hindurch eine Zeitung herau'zuzeden, oder eine RedaktionSstelle an einer zu bekleiden. . Ten Redakteuren des Ruß" und des Nasha ShiZn" steht ähnliches be. 'vor, 02 dieselben das Manifest deS Ar beitZrathZ am 15. Dezember veröffentlichten. Ihre Fälle werden bald zur Verhandlung gelangen. Redakteur des Novesti verhaftet. S t. P e t e r S b u r g, 18. Januar. Herr Notowich, der Redakteur deS Ro vesti und einer der prominentesten Ju den im öffentlichen Leben hier, ist wegen einer an die Union der Beamten des Postamtes erlassenen Proklamation, die er während deS letzten Streikes publizirte, zu einer 14'tägigen Zuchthausstrafe verurtheilt worden. Die? wird seine Wahl zur National Versammlung hindern, für die er ein Kandidat ist. Werden Maschinenge schütze gebrauchen. St. Petersburg, 13. Jan. Tie Ruhe ist hier noch nicht gänzlich wieder hergestellt. Die Arbeiter er wählten nach der Verhaftung ihrer Führer einen neuen Arbeiterrath. Am 22. Januar soll das Andenken an den Rothen Sonntag" ; gefeiert werden. Die meisten Arbeitgeber find gewillt, diesen Tag freizugeben. Man hofft de-halb, daß Unruhen nicht stattfinden werden. Tie Truppen haben Befehl erhalten, irgend welche Demonstrationen, die die Arbeiter am rothen Sonntag planen, ohne irgendwie Enade walten zu las sen, zu uuterdrücken und wenn nöthig mit Mafchinengeschützen auf die Arbeiter zu feuern, um sie so zu Paaren trei den zu können. Bedeutendes Bankge schüft bankerott. Riga. Livland. 18. Jan. In folge de? gänzlichen DarnieberliegenS deS Handels ging das bedeutende Bank gefchäft Sodaafg, Woolsoon & Company, welches mannigfaltige Beziehun gen zum Auslande unterhielt, ban kerott. Sollen zur Schule. Odessa. 13. Jan. Die Bevöl kerunz dieser Stadt ist über die Ver ordnung de- GeneralgouverneurZ ent setzt, in der er ankündigt, daß die Zög linge der Hochschulen ihre Studien wie der am 25. Jan. aufnehmen müssen und falls die; nicht geschehe, die Be treffenden nach Sibirien in die Ver bannung gesandt würden. Eine diesen Nachmittag nach einem Polizisten auf dem Alezander Prospect geschleuderte Bombe tüdtete fünf Per sonen. Spanien. Marokkanische Conferenz. Algeciraö, 13. Januar. Die marokkanische Confeaenz trat heute Nachmittag wieder zusammen, doch war die Sitzung mehr privater Natur. Aus dem Gang der Verhandlungen ließ sich bald ersehen, daß Spanien die Initiative ergriff, um daS Problem der Waffeneinfuhr in einer Frankreich und Deutschland befriedigenden Weise zu lösen. Bei der Sitzung wurden selbst die Sekretäre nicht zugelassen. Die Diplomaten sind über die That sache beunruhigt, daß in AlgeciraS eine Blatternepidemie herrscht. Der amer. Admiral SigZbee, der dies in Glbral tar erfuhr, hat deshalb den Mann fchaften seiner Schwadron verboten an Land zu gehen.

mit Rebellen.

den Marolko-Delegatcu. Französische Freibeuter besetzen Chica. AlgeciraS. 16. Jan. Die vorzüglichen Beziehungen, welche bis jetzt zwischen Spanien und Frankreich bestanden, haben sich plötzlich verschlech tert. Daran ist das Verhalten der französischen Regierung schuld, welche nach englischem Vorbilde eine Jameson Expedition ausgerüstet zu haben scheint. Spanien befitzt verschiedene befestigte Punkte an der marokkanischen Küste, und die werthvollsten und stärksten find Ceuta und Melilla. Plötzlich find französische Truppen (?) in der Nähe dieser befestigten spanischen Besitzungen aufgetaucht und eine Bande abenteuer lustiger Franzosen setzte sich in Chica, ganz in der Nähe von Melilla, fest. Die Position, welche die Bande inne hat, ist commerciell und strategisch sehr wichtig. Die französische Regierung erklärte auf eine Beschwerde, daß sie nicht die Verantwortlichkeit hierfür übernehmen könne, da eS sich um Freibeuter handle. Um nun nicht die Unterstützung Spaniens bei der Konferenz zu ver lieren, hat Frankreich den Kreuzer Island nach Melilla gesandt und Auf trag gegeben, die Küste abzupatrouil liren und die Freibeuter zu verjagen, da dieselben sich nicht der Unterstützung der französischen Regierung erfreuten. Durch diese Erklärung wurde das Miß! trauen, welches das Madrider Kabinet hegte, wieder etwas beschwichtigt. Deutschland protestirt gegen Untersu ch u n g seiner Schiffe. Deutschland hat bereits, erklärt, daß es sich energisch dagegen sträuben werde, daß ausländische Kriegsschiffe an der marokkanischen Küste deutsche Schiffe anhatten und nach Waffen durchsuchen würden. . Dies sei absolut nicht nöthig, da die Einschmuggelung von Waffen am besten durch Landpatrouillen ver ' hindert werden könne. Der spanische Vorschlag enthält 3 Punkte, der 6. derselben verlangt, daß da Frankreich und Spanien an Ma rokko grenzendes Gebiet besitzen, ihnen die Aufgabe zufallen sollte, ihre Gren zen zu bewachen, damit keine Kontra bände eingeführt werden könne. Sobald der Artikel verlesen war, erhob sich Graf Radowitz zu der Er klärung, daß Deutschland dagegen nichts einzuwenden habe. Canada. Briten annektirenJnfeln. Victoria, B. C., 18. Jan. Der Dampfer Moana", ver von Auftra lien eintraf, meldet, daß Großbritanien die Ashmore Inseln, die zwischen Ti mon und König? Sund, Australien, liegen, annektirt haben. Die Inseln find anscheinend unbewohnt. Frankreich. Französische Regierung 'stellte ihm Püssezu. Paris, 13. Januar. Herr Mar dourget, der venezolanische Geschäfts, träger hier, wurde heute von seiner Austreibung von französischem Gebiete benachrichtigt. Dies wurde ihm. von Herrn Couvt, dem Chefsekretär deö Premier Rouvier und von einem Spe zialkommissär der Polizei, Herrn Hen nion, mitgetheilt. Der venezolanische Geschäftsträger fügte sich ohne Weiteres der Entscheidung der Regierung. Er wird in Begleitung des Specialkom missärs der Polizei, der für seine Sl cherheit verantwortlich ist, nach Lüttich, Belgien, abreisen. Frankreich schickt Schiffe nach Venezuela. Paris. 13. Januar. Was die französische Regierung in der Vene zuela.Affaire thun wird, ist noch nicht bekannt gegeben. Jedenfalls wird eine Flotten Demonstration unternommen werden. ' Die Kreuzer Jean Bart und Chasseloup.Laubat treffen Vordere! tungen, das französische Geschwader, welches sich jetzt in venezolanischen Ge wassern befindet, zu vereinigen. Die Schiffe gehen von Lorient, dem frau zöfischen Hafen in der Bretagne ab. wo sie gefechtsbereit gemacht werden. Castro erklärte, daß der französische

Geschäftsträger Taigny nicht als der

Repräsentant Frankreichs, sondern ein fach als französischer Bürger auSgewie fen worden fei, wozu er das Recht habe. Teutschland. Bergarbeiter gegen So z i a l i st t n. Berlin, 18. Jan. Großes In teresse erweckt eine Nachricht aus Essen, laut welcher .dort ein nationaler B:rg arbeiter.Verband gegründet worden ist. der es sich zur Aufgaben machen will, die nationale Gesinnung und den Wirth fchaftlichen Frieden mii den Arbeitgebern zu fördern, sowie die Sozialisten zu bekämpfen. LucanuS tritt zurück. -GrafHohenthal'SNach f o l g e r. Berlin, 13. Jan. ES verlautet aus guter Quelle, daß der Rücktritt des Chefs deS Geheimen CivilkabinekS deS Kaisers, Wirkl. Geheimraths Dr. v. Lucanus, bevorsteht. LucanuS hatte schon im letzten Mai anläßlich seines Eintritts in das 75. Lebensjahr seinen Abschied erbeten, aber der Kaiser schlug das Gesuch ab. AlS sein eventueller Nachfolger wird der ehemalige Berliner Polizei-Präfiden v. Windheim, jetziger Oberpräfident von HessenNassau, er wähnt. AlS Nachfolger des Grafen von Ha henthal in der Stellung des außeror dentlichen Gesandten . und devollmäch tigten Ministers Sachsens in Berlin ist der derzeitige Amtshauptmann inAnna, berg, Graf Christoph Vitzthum von Eckftädt auSerfehen. Wie bereits gemeldet, wird ErafHohenthal demnächst sächsischer Ministerpräsident an Stelle deö Grafen von Metzsch, welcher zurück tritt, sobald die Session des Landtags ihr Ende erreicht hat. S e e st e r n"-V erfasser jetzt bekannt. B e r l i n, 18. Jan. Nicht geringe Ueberraschung hat die Nachricht hervor gerufen, daß der Verfasser deS mehrer wähnten politischen RomanS Seestern 1906", durch welchen für eine raschere Verstärkung der deutschen Kriegsflotte Stimmung gemacht werden soll, nicht ein Marineoffizier ist, sondern Dr. Ferdinand Grantoff, politischer Redak teur der Leipziger Neuesten Nachrich. ten." Keine Kriegsgefahr. Berlin, 13. Jan. Den anlüß lich des Beginns der internationalen Marokko-Konferenz wiederum auftau chenden Gerüchten von drohenden krie gerifchen Verwickelungen tritt die Kölnifche Zeitung" in einem offiziösen Artikel entgegen. Nachdem das Blatt konftatirt hat, daß Deutschland nach wie vor entschlossen sei, seine Politik so versöhnlich wie möglich fortzuführen. und die Konferenz das beste Mittel sei, um den Gesichtspunkt Frankreichs mit demjenigen Deutschlands in Ueberein stimmung zubringen, ohne eine der Parteien zu verletzen, äußert eS sich wörtlich wie folgt: Der Fall wäre denkbar, daß eine Großmacht selbst bei einem Streit um ein geringwerthigeö Objekt zum Kriege gedrängt werden könnte, wenn auf der anderen Seite die Abficht bestände, einen Konflikt zu erzwingen. Eine solche Lage ist aber heute nicht vorhanden. Deutschland'S Friedens liebe steht zweifellos fest, und eS liegt auch kein Grund vor, anderwärts die Abficht, einen Krieg zu erzwingen, an zunehmen. Die amtlichen Erklärungen der betheiligten Staaten haben dies bestätigt." Verschwörung gegen Peter? Berlin, 18. Jan. Drunten in Belgrad scheint der Rummel auch wie der von Neuem laSzugehen. Wenig stenS wird Über Budapest berichtet, daß eine Verschwörung, ganz nach dem Muster derjenigen, welcher König Alexander und seine Draga zum Opfer fielen, gegen König Peter I. entdeckt worden ist. Hauptbetheiligte an dem Komplott sollen auch dies Offiziere und mehrere der Verschwörer festgenommen worden sein. Regierungkauft Kali werk. Berlin, 18. Jan. Der preußi sche FiskuS hat soeben einen Kaufver trag mit dem Kaliwerk Hercynia- bei Wernigerode abgeschlossen. Der Kauf preis betrögt dreißig Millionen Mark. Die Aktien der .Hercynta" waren auf Grund der Kaufgerüchte langsam bis zu einem Werth von 23 Millionen Mark an der Börse gestiegen. Die Blätter hoffen, daß bei dieser Transaktion die bei der Hibernia

Affaire begangenen Fehler vermieden

werden. Die Zustimmung deS preußi fchen Landtags gilt als wahrscheinlich. Der Gesammtantheil deS Fiskus an der Kali.Produktion stiege damit auf zwölf Prozent. , Großbritannien. DieLandbevölkerungfür die Liberalen. L o n d o n. 18. ?kan. Die Blickte aus den Landdistrikten, zeigen ebenfalls ourcy dle Bank weitere Siege der Libe ralen. Panama. D e m e n t i r t B i g e l o w'ö Beschuldigung. Panama, 18. Jan. Der Dezem. ber.Bericht der Chef.GesundheitSBe amten der Kanolzone meldet, daß die GesundhheitSzustände dort gut seien. Unter den weißen Angestellten find nur wenige Krankheitsfälle, unter den Ne gern jedoch viele zu vermelden. Die jährliche Todesrate unter den Weißen sei 8 per Tausend, unter den Negern aber 42. , DaS komme daher, weil die Neger die SanitätSvorschriften nicht beachten. Groszfeuer Richtet 8300.000 Schaden an. Q u i n e y. Jll., 18. Jan. Durch ein gewaltiges Feuer, welches seinen Ursprung in dem Leihstall von Fred. H. Harnst hatte, wurden die immensen Fabrikgebäude der I. B. Schoo Sad lery Co. sowie die der Fabrik gegen über liegende Stadthalle vollständig zerstört und da? Gebäude der Aldo Sommer Drug Co. stark beschädigt. Verschiedene Personen wurden bei dem Zusammenstürzen der Wände leicht verletzt. Der Schaden beträgt über $300,000. Gefährliche Sympathie. New York. 18. Januar. Die Nachricht von der Verhaftung hon W. English Walling von Chicago in St. Petersburg traf hier ein.- Walling ging nach dort, um die sociale Situa tion daselbst zu studiren. Wegen seiner zur Schau getragenen Sympathie mit der revolutionären Partei wurde er von den Behörden arretirt. Ernennungen. Washington. 18. Januar. Der Senat bestätigte die folgenden Er Nennungen zu Postmeistern in In diana: Jesse Parmenter, Wabash; Frederick Schrader. BateZville; I. W. Graham, Bloomfield; I. C. Gregg. Brazil; I. N. Frist, Clinton; C. H. Reader, Corydon; B. W. S. Wifeman, Cul ver; E. E. Barnard, Delphi; ChaS. M. Eifcnbeiß, Elkhart; Edward H. BurnS, Frankfort; John G. Dunbar, Greencasile; John W. Lough, Ladoga; Lyman B. Hollemann, Mount Vernon; B. L. McFarlan. Rushville; Wm. P. Masters, Seymour; M. O. Protöman, Vlbay; JameS Edwards, Mitchell; Johu W. Baker. Columbia City; R. B. Hanna, Fort Wayne; I. L. Dun ning, Ligonier. Washington, 18.Jan. Fol gende Postmeister wuröen vom Präfi. denten.für Jndiana ernannt: A. L. Kuhlmann, Auburn; Christoph Browaad. Kendallville; Georg E. Burband. Oakland City; Charles A. Rockwell, Cloverdale. Echtffsnachrichten. ' New York: Majestic" von Liverpool; La Savoie" nach Havre; Helli golave" nach Christian. Liverpool: Cedric" von New York. Glasgow: Hibernian" von Portland Beschaffung der NistPlätze vor dem Legen der Gänse. Die Gänse suchen in der Regel zur Anlage ihrer Nester versteckte Plätzchen auf dem Hofe oder sogar in dem Dickicht von Hecken und Strauchwerk. Da dieselben in der Regel schon im Februar mit Legen beginnen, so empfiehlt eZ sich, ihnen in ihren Ställcn oder wo man sonst die Nester haben möchte, solche Schlupfwinkel anzubnngen, etwa durch aufgestellte Reisigoder Strohmatten, wodurch das' auf .dem Boden zur Nestanlage ausgebreitete Stroh verdeckt und, der Legeraum also etwas verdunkelt wird. Ist diese Vorbereitung schon vor dem Legen der Gänse getroffen, so ist einem Verschleppen der Eier meist vorgebeugt. Ersahrunzsnäßig werden von den Hühnern und Tauben dunkle Platze zum Legen und Brüten auch offenen vorgezogen. 12) o 1 f tu oas . Nationalspiel Schottlands. Im Jahre 1457 vom König verboten, wurde es erst in den letzten Jahren wieder ein beliebtes Volksspiel,, das sich schnell die ganze Welt eroberte. '

Die SchasscrmahlM.

Wie man in Bremen alljäkzrlich den Begim, d,r Echisssalrt feiert. Alljährlich am zweiten Freitag des VJtomt kcdruar wird im öcms Seefahrt" zu Bremen, in dessen Räumen alte, ausgediente oder invalide Ka pttane oder ihre Wittwen eine ruhige behaglicheUnterkunft finden. die Scka5 fermahlzeit abgehalten. Der Brauck ist mehr als 300 Jahre alt. Wenr der Winter sich dem Ende zuneigt mit die Schifffahrt wieder beginnt so is der Ursprung des Mahles setzen sick Rheder und Kapitäne zum festlicher schmause nieder, um gemeinsame An gelegenheiten zu besprechen,, ehe sie Ab schied voneinander nehmen. Schaffer" sind die Herren, die dii Mahlzeit ausrichten, drei Kaufleutc und sechs Kapitäne. In langen Sitzungen werden vorher die Einzelheiter festgesetzt, die Weine geprobt, die Cigarren ausqezucht. die Toaste vertbeil und die Einladungen bestimmt. Aus Bremen selbst können nur die Mitglieder des Hauses Seefahrt iheilnchmcn von auswärts aber werden zahlreicbk Gaste gebeten, die sich um die -Schift fahrt verdient gemacht haben. Mini ster und Admirale, Gelehrte und Kauf' leute jedermann betrachtet die Einladung'zu dem freundschaftlichenMit tagessen im Hause Seefahrt" als eine Ehre, der v man mit Freuden folgt Nirgends in -Deutschland ezistirt meh: ein gleicher oder ähnlicher Brauch: Hamburg hat eme verwandte Einrich tung .vor langen Jahren abgeschafft; das viel konservativere Bremen ist stol? auf seine Schaffermahlzeü. Die Gäste versammeln sich in frühei Nachmlttagsstünde m dem schonen al ten Spruchzimmer, dessen Wände mächtige Tafeln mit den Namen alter Insassen und Mitglieder des Hauses Seefahrt und ihren meist phantasievoll zusammengestellten Wappensymboler zieren. In das Stimmengewirr hinein erklingt Plötzlich der dröhnende Rus des ersten Vorstehers: Schaffen. Schaffen, hoven und unnen. Schaffen!" Das heißt: ..So, meine Herren, nun geht's zu Tisch." In dem Speisesaal sind lange Tafelü und eine Quertafe! gedeckt: an der letzteren sitzen die Ehren gäste, an der anderen immer ein Gasi zwischen zwei Bremern. Weiße Karten zeigen den Gästen ihre Plätze, rothe den Bremer Kaufleuten, grüne den Kapitänen. Auf jedem Gedeck liegt eine Tasche mit Cigarren, ein Liederbuch, ein Dütchen aus Silberpapier für Salz und ein solches aus Goldpapier für Pfeffer. Unter der Serviette liegt ein großes weißes Löschblatt, mit dem man sich nach zedem Gang Messer und Gabel reinigt, denn wohl werden die Teller. aber mcht die Bestecke gewechselt. Wenn alle Gäste sitzen, erhebt sich am Kopfende des mittelsten Tisches der kaufmännische Schaffer, rechts und links flankirt von seinem Kapitänskolleqen, und begrüßt die Anwesenden Dann erhebt man die. Hände zum lecker bereiteten Mahle. Schon wahrend der Suppe gehen riesige Silberbecher mit Seefahrtsbier, einem dicken, schwarzen, süßem Gebräu 'reihum: je zwei gegenübersitzende Herren stehen auf, ergreifen die Pokale, kreuzen sie links und rechts, stoßen an, trinken einander zu und reichen sie dann den Nachbarn. Wem aber dies Seefahrtsbier, das nur für diesen Tag bereitet wird, zu stark ist. der sindet vortrefflichen Bordeaux und Rheinwein, von jedem eine Sorte, aber in unerschöpflichen Mengen. Während des Mahles haben die Schaffer 11 offizielle . Trinksprüche auszubringen: Auf den Kaiser, auf Bremen, Senat, Handelskammer. Schifffahrt, Heer und Flotte, die Borsteher und Oberalten, die Schaffer des nächsten Jahres und letzte beste, unsere lieben Gäste!" Dann folgen erst die Danksagungen der Gäste. Nach der Mahlzeit, bei der nur Männer zugegen sein dürfen, finden sich die Damen der Theilnehmer ein, und ein fröhlicher Tanz beschließt das schöne Fest. Die Schuldschein-Vox. Das Spielen auf Kredit soll in den Londoner Klubs, wo die Spielwuth eine solche Höhe erreicht undm solche Summen gespielt wird, daß mancher junge Mann .den Klub Morgens dem Bankrott nahe verließ, abgeschafft werden. Und kein Geringerer als König Eduard selbst, der in jungen Iahren dem Hazardspiel huldigte, ist es. der hierzu die Initiative ergriffen hat. Den ersten Schritt zu einer Reform sieht man in der Abschaffung der sögenannten Box." In diese Box warfen Spieler Schuldscheine über ihren VerInst, am Schlüsse jeder Woche wurde dann abgerechnet. Man will dadurch die Klubmitglieder zwingen, ihre Spielschuld sofort zu bezahlen und hofft, daß die Versuchung, auf Kredit zu spielen, wegfAIt. Giftschlangen .in Oe-sterreich-Ungarn. Von der Häufigkeit der Giftschlangen in 'den südlichen Gebieten Oesterrejch-Ungarns gibt em Bericht über die Summen Kenntniß, die für Vertilgung des Giftzeugs gezahlt werden. In einem Zeiträum von acht Jahren sind n Tirol nicht weniger als 5551. in Steiermark in einem Jahre 6244 Giftschlangen getödtet worden. Äuch in Trieft hat der Stadtmagistrat tm Jahre 1904 einen namhaften Betrag für Prämien bewil. ligt und die Bevölkerung zur Mitwirkung an der VerNlgung der Giftschlangen aufgefordert.

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