Indiana Tribüne, Volume 29, Number 124, Indianapolis, Marion County, 18 January 1906 — Page 6
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Europäische Nachrichten.
Württemberg. 'S i u t t g a r t. Vor Kurzem beging der Hausmeister der Firma Karl Faber hier, Fritz Müller, sein 25jähriges Arbeitsjubiläum. Er wurde aus diesem Anlak reich beschenkt und außerdem waren von der Firma sämmtliche Angestellte zu einer zu Ehren des Jubilars veranstalteten geselligen Feier eingeladen. Dem Posjunterbeamten G. Kurz beim Postamt mo. 1 wurde anläßlich seiner Zurruhesetzung die Verdienstmedaille des Friedrichsordens verliehen. G e i s l i n g e n. Nach längerem Leiden erlag Oberamtsrichter v. Marts hier einer plötzlich eingetretenen Herzschwäche; kr wurde 70 Jahre alt. Der Verstorbene erfreute sich wegen seines leutseligen, anspruchslosen Wesens allgemein großerBeliebtheit. G o p p l n g e n. An der Leiterspitze bei der Memminger Hütte ist der Postsekretär Müller von. hier abgestürzt und als Leiche aufgefunden worden. Grulblnaen. Von seinem 16jährigen Enkel überfallen wurde hier der Straßenwart Sträub. Ferner ist an dem Ueberfall noch ein zweiter unbekannter Bursche im Alter von etwa 20 Jahren beteiligt gewesen. Der erstere wird, da er mit den Verhältnissen des Straßenwarts Sträub dertraut war, als der 2lnstifter angesehen; der letztere hat Sträub mit einem Maurerhammer auf den Kopf geschlagen und ihm außerdem zehn Messerstich, darunter 9 IN den Kopf, beigebracht. Sulz. Der 60jährige Bauer Josef Zaiser in dem nahen Binsdorf hat sich erhängt, weil er den'Wiederaufbau seines durch Feuer zerstörten Hauses nicht erwarten konnte. Wangen. Vor Kurzem brach im Anwesen des Oekonomieraths Farny zum Dürren abermals Feuer aus. Die große Stallung neben dem Wohnhaus brannte gänzlich nieder. Die darin befindlichen Thiere konnten bis auf ein Pferd gerettet werden. Zweifellos liegt Brandstiftung vor. 'Rnden. Karlsruhe. Hier ist der in weiten Kreisen der hiesigen Bürgerschaft bekannte Besitzer des Gasthauses Zum goldenen Ochsen", Herr EduardBayer, an einem Schlaganfall unerwartet gestarben. Hornberg. Die Privatier Stockburger Eheleute begingen das Fest der goldenen Hochzeit. K i r ch g a r t e n. In der benachbarten kleinen Gemeinde Neuhäuser ist das alte Gasthaus Zum Tannenbäum" vollständig abgebrannt. Ein großer Theil des reichen Viehbestandes ist ein Raub der Flammen geworden. L ahr. Der 23 Jahre alte Theodor Hilbert erstach nach vorausgegangenem Wortwechsel seinen 86 Jahre alten Großvater Georg Hilbert. Der junge Hilbert kam von der' Wanderschaft zurück und verlangte Geld, wobei es zu Differenzen kam, die den unglückseligen Ausgang nahmen. Th. Hilbert stieß dem alten Mann, der ihm wahrscheinlich sein liederliches Leden vorhielt, das Messer bis an das Heft in -die Brust. Der Thäter ging dann in verschiedene Wirthschaften und rühmte sich, feinen Großvater umgebracht zu haben. M ö s b a ch. Bei einem Zimmerbrande erstickten die drei Kinder des Zimmermknns Bernhard Bohnert, ira Alter von 2, 4 und 6 Jahren. Die Eltern waren bei einer Hochzeit, und ließen die Kinder allein zu Hause. Ein Kind warf die brennende PetroleumIampe um. Mühlenbach. Im Schotterwerk Vulkan" wurde der 35 Jahre alte verheirathete Taglöhner Augustin Schmider von der Maschine erfaßt und zermalmt. Schlächtenhaus. Letztens kam es zwischen einigen ledigen Burschen in einer Wirthschaft zum Wortwechsel, der nach der Polizeistunde auf der Straße . in Thätlichkeiten ausartete. Landwirth Leonhardt von Kirchhausen griff dabei zum Revolver und verletzte den Schmied Karl Eichin von Weitenau durch einen Schuß ziemlich schwer. Nach Hause gekommen, erschoß, sich Leonhardt aus Furcht vor Strafe. 'Flheinpfarz. Speyer. Vor kurzem erfolgte sX) r r- l .... rv.'T inet ciuc viascfpiojion oei oem Friseur Breßler, wobei dessen Frau lebensqefahrlich verletzt wurde. Es liegt eine grobe Fahrlässigkeit des Installateurs vor, der eine Aenderung -der Leitung vornaym. Frankenthal. Letztens befand sich der Dienstknecht der Firma Auer und Eruse hier, Martin Alles, geb. 1849 zu Wattenheim, mit seinem Fuhrwerk in der Zuckerfabrik, um dort Schlacken zu HolenHierbei fiel er vom Wagen und starb sofort.' Amtsarztlicherseits wurde constatirt, daß hier nicht ein Unfall vorliegt, sondern daß Alles an einem Schlanganfall gestorden ist. Jägersburg. Das Anwesen des pensiomrten Bergmannes Jakob Emfer V von hier ist vollständig niedergebrannt. Mobiliar und Vieh konnten nur noch mit Mühe gerettet werden, Zedoch verbrannten sämmtliche Futtervorräthe. Emser hat Vieh und Mobiliar versichert, die Futtervorräthe nicht; er erleidet deshalb einen emK?inl!chen Schaden.
Ludwigshafen. Kürzlich der-
unglückte am Luitpoldhafen der Arbeiter Anton Gaßner beim Ausladen eines Schiffes dadurch, daß einige Dielen auf ihn fielen, wodurch er am Kopf, am Rücken und den Beinen schwer verletzt wurde. Kssaß-Lothringett. S t r a ß b u r a. Vor einiger Zeit stürzte sich der 19jährige Seminarist Hofsmann, weil er wegen Unbotmäßigseit aus dem Lehrerseminar entlassen worden war, aus in den Hofraum und blieb sofort todt. Der Hauptgrund der Entlassung bestand u. a. darin. daß Hoffmann während des Unterrichts Sätze vollendete und laut aussprach, die einem Lehre: bei seinem Vortrage stilistisch nicht glücken wollten, und daß er sich einmal weigerte, eine Strafarbeit anzufertigen, die der gleiche Lehrn der ganzen Klasse auferlegt hatte. E o l m a r. Nach dem Ergebniß der Volkszählung vom 1.' December hat Eolmar 41.582 Einwohner.! H a g e n a u. Die Beoölkerungszahl Hagenau's nach der neuesten Volkszählung beläuft sich auf 18.751; eingerechnet lind 3956 Militärperionen; gegen 1900 ist ein Zuwachs von 76 Personen zu verzeichnen. Mülhausen. Der Kunstzeichner Schiffer, der die werihvollen Münzen aus der Sammlung der Jndrustiellen Gesellschaft gestohlen hat, soll schon seit längerer Zeit als nicht normal gelten. Er wird deshalb auch zunächst der psychiatrischen Klinik zur Beobachtung überwiesen werden. Nieder - Morschweier. In der hiesigen Familie Mörder ist die Mutter schwer krank, die älteste Tochter besorgt deshalb den Haushalt. Aus Unachtsamkeit kochte sie das Mittagsmahl mit Wasser, das längere Zeit in einem mit Grünspan überzogenen Gesäß gestanden hatte. Nach dem Genuß des Mahles erkrankte die ganze Familie; der Vater liegt todtkrank darnieder; die Kinder, die nicht viel gegessen hatten, sind weniger schwer erkrankt. Mectikenburg. Schwerin. ES feierten im Großherzogthum das Fest ihrer goldenen Hochzeit: Schulze und Kirchenziirat Klöcking und Krau in Bargenshagen, Erbpächter-Altentheiler Voß und Frau in Lexow bei Malchow, TagelöhnerAltentheiler Pingel und Frau m Prestin. Arbeiter Spangenberg und Frau in Sternberg und Arbeiter Westendorf und Frau in Altbukow, Kantor a. D. Schultz und Frau in Wismar, Rentner früherer Weibgerber Koch und Frau in Güstrow. früherer Erbpächter Fromm und Frau in Baumgarten bei Bützow, Arbeitsmann Hempel und Frau in Narchim (oer Mann ist 81. die Frau fast 80 Jahre alt). Tagelöh-ner-Altentheiler Thcmann und Frau in Kalübbe. Tagelöhner - Altentheiler Schildt und Frau in Breesen (der Ehemann zählt 75, die Ehefrau fast 73 Jahre) und Steuerkassensekretär Klemp und Frau in Rostock. G l a s i n. Der Lehrer I. Schnackel beging in seltener körperlicher und geistiger Frische sein 50jähriges Dienstjubtläum. G r o ß - L a a s ch. Die Frau des Lehrers Helbera hatte dieser Tage ihr 1.s,?iges Kind in einen Kinderstuhl gesetzt und sich dann aus eimge Augenblicke entfernt. Als sie zurückkehrte. fand sie ihr Kind als Leiche mit dem Kopfe zwischen dem Tischbrett des Stuhles und Sitz hangen. Das Kind War nach vorne aus dem Stuhl gerutscht und mit dem Kopfe hängen geblieben. Alle Wiederbelebungsversuche waren ohne Erfolg. R o st o ck. Dem 14jährigen Schüler Emil Cordt, Sohn des Kaufmanns Cordt Hierselbst, wurde in der Registratur der Elementarschul - Commission in Gegenwart seiner Eltern von dem Bürgermeister Dr. Maßmann die ihm von dem Großherzoge verliehene Medaille fürRettung aus Gefahr überreicht. Hrdenburg. Oldenburg. Das Grundstück Lerchenstraße 16 ging durch Vermittelung des Auktionators Rudolf Meyer Hierselbst in den Besitz des Sattlermeisters E. Rönnpagel zu Diepholz über. P e t e r s f 'e h n. Der Landmann Gerhard Sanders hier verkaufte seine der Schule gegenüber belegene Besitzung. bestehend aus Wohnhaus nebst 60 Scheffelsaat Land an Herrn Tischlermeister Hinrichs hier. Der Kaufpreis betraat 5000 Mark. Schweiburg. Kürzlich ist das Haus von Vüsina in Brand gerathen und zum größten Theil eingeäschert worden. V a r e l. Der Popdirektor Gol denstädt. der langjährige Vorsteher des kaiserlichen Postamts in Varel, ist zum 1. Februar k. I. nach 'Soest versetzt worden. Ireie Städte. Hamburg. Das 75jährige Geschäftsjubiläum feierte Eduard Gerbers Buchbinderei, Graskeller 20. Kürzlich stürzte rx Arbeiter Pfalzgraf m einem Speicher rn der Svaldmastraße aus der Luke 'dp vierten Etage, wo er ausglitt, in eine hinter dem Speicher im Fleet liegende Schute und war sofort todt. Die Leiche wurde in's Hofkrankenhaus gefahren. Vor einiger Zeit fiel von einem beimSchupven 73 liegenden Oberländerkahn der Schiffn L. Chr. Knöcheln den Hasen
und verschwand in den Fluthen. Ka
meraden gelang es zwar, den Verunglückten kurz darauf aus dem Wasser zu ziehen, jedoch blieben die sofort energisch betreibenen Wiederbelebungsversuche erfolglos. Sein 25jähriges Geschäftsjubiläum beging Oscar Jennch, ein an der hiesigen Börse allgemein bekannter und geachteter Kaufmann, der es verstanden hat, sein Zucker - Engrosgeschäft von den klemsten Anfängen auf eine solche Höhe zu bringen, daß es jetzt zu den ersten seiner Branche zählt. Ein schwerer Unfall ereignete sich in der Nähe des Hafens. Der im Eichholz No. 21. II.. wohnende Hafenarbeiter Gottlieb Winkler wurde von einem Lastwagen überfahren und sehr schwer verletzt. Der Verunglückte wurde m's Hafen krankenhaus gebracht. Letztens wurde im Zollranal die Leiche des in der Danielstraße 33 wohnenden Arbeiters Persch gefunden 'nd von der Sanitätskolonne nach dem Hafenkrankenhause befördert. Oberleutnant v. Eberstein. Regimentsadjutant des hiesigen Infanterie - Regiments stürzte beim Endkampf der Hubertusjagd in der Nähe von Groß - Borstel so unglücklich mit dem Pferde, daß sich das Pferd mehrmals über ihn wälzte. Bergedor. Sein fünfundzwanzigjähriges Bestehen feierte der hiesige Gesangverein Gemüthlichkeit . An dem Fest betheiligten sich mehrere hiesige und auswärtige Gejangvereme. Bremen. Ter beim hiesigen Regiment angestellte Oberzahlmeister Reuthe hat sich da Leben genommen. Reuthe, der ein peinlich gewissenhafter Beamter war, hat alle Kassen in tadelloser Orvnung hinterlassen. Eme schwere nervöse Depression, die sich in der letzten Zeit bei ihm bemerkbar gemacht hatte, dürfte die letzte Ursache der That gewesen sein. Er hinterläßt die Wittwe und einen sechsjährigen Sohn. Lübeck. Umfangreiche Wechselfälschungen hat der Kaufmann Karl Heinrich Emil Bär. der frühere Gesellschafter der Norddeutschen Bürstenund Kartätschen - Fabrik Liedtke & Stolterfoht, begangen. Bär wurde wegen dieser Fälschungen am 22. October vorigenJahres in Untersuchungshaft genommen. Immer wieder mußte die Hauptverhandlung hmausgefchoden werden, weil stets neue Momente auftauchten, der Verhaftete auch schließlich auf seinen Geisteszustand beobachtet werdew mußte. Endlich konnte jetzt, nachdem Bär über ein Jahr in Untersuchungshaft gesessen hatte, gegen ihn verhandelt werden. Das Urtheil lautete aus fünf Jahre Zuchthaus, wovon nur 4 Monate auf die über ein ahr währende Untersuchungshast angerechnet wurden. ' Kaiser und Leibarzt. Der ' verstorbene Generalstabsarzt der Armee Excellenz v. Leuthold, der im Jahre 188a zum Leibarzt des alten Kaisers Wilhelm ernannt worden war, hatte bisweilen dem Monarchen gegenüber einen schweren Stand, da dessen Pflichttreue bis zur Rllcksichtslosigkeit gegen sich selbst ging und er ärztlichem Rathe nur dann folgte, wenn er sich wirklich unwohl fühlte. Einst hatte der Kaiser im Jahre 1886 bei einer Uebung des 1. Garde-Regi-ments z. F. auf dem Bornstedter Felde sein Erscheinen angekündigt. Generalcrrzt Dr. Leuthold aber hatte, um die Gesundheit des greisen Monarchen besorgt, diesem schließlich die Bitte ausgesprochen. Seme Maiestat mochte doch der militärischen Uebung fernbleiben, da bei dem unfreundlichen Wetter das Schlimmste zu befürchten sei. , Dann sterbe ich wenigstens im Dienste!- schrieb der Kaiser als Antwort. Dr. Leuthold jedoch, in dringender Besorgniß um das Wohlergehen des Kaisers, begab sich nochmals persönlich nach dem Babelsberger Schlosse, um seine Bitte angelegen!liehst zu wiederholen. Der Kaiser aber erwiderte: Ein König von Preußen, der nicht mehr zu seinen Soldaten gehen und die Pflichten seines Amtes erfüllen kann, ist kein König mehr und müßte die Regierung niederlegen." Und der Kaiser ging zu der Uebung. Doppelgattgel'. Das Kapitel der Aehnlichkeiter. hat schon manche hübsche Pointe geliefert, und keine der schlechtesten ist die folgende, die sich auf den berühmten holländisch - englischi.r Maler Alma Tadema und den nicht minder geschätzten englischen Zeichner und Schriftsteller Du Maurier. der im Jahre 1896 ge starben ist, bezieht. Die Aehnlichkeit zwischen den beiden soll ganz frappant gewesen sein und hat in der That zu häufigen Verwechslungen geführt. Als eines Tages einer der beiden in einem Ausstellungsfaale sich mit einer kunstbegeisterten Dame, unterhielt, bemerkte diese im Laufe des Gespräches:, Ich mutz Ihnen übrigens gestehen, Herr Alma Tadema. daß es mir unbegreiflich ist, wie man behaupten kann, Sie seien Herrn Du Maurier ähnlich, oder wie man Sie aar mit ienem Herrn ver wechseln kann! Eine solche Täuschung ist doch nur für einen ganz oberflächlichen Beobachter' möglich und " Entschuldigen Sie. daß ich Sie unter breche, meine Gnädige, um einen kleinen Irrthum zu berichtigen: ich rrni im. t t i.i. t!. nr i. l xjvl maurier, lameic o nniivoik.
Die Trisonseier. Uraltes Nationalscst in der dalmatinisch rn Stadt Vattaro.
Reliquien des VkärtyrcrS Trifo -Tie B!a, rinerezza - Kaiserliche Aunisieenz - 2tt kleine Äldmiral"-Festschmuk der Stadt. Trifontanz-Armcnspcisung. Die Stadt Cattaro, Dalmatien. ist alljährlich der Schauplatz eines uralten Nationalfestes, der Trifonfeier. Trifon hieß ein christlicher Märtyrer aus Phrygien. der um das Jahr 250 von den Römern hingerichtet wurde. Die Venetianer, welche mit Reliquien einen schwunghaften Handel trieben, erwarben nun im Jahre 809 auch die angeblichen sterblichen Ueberreste des heiligen Trifon und wollten sie nacb Venedig bringen. Allein ein heftiges Unwetter zwang das betreffende Schiff, in den Bocche(Meerbuchten) di Cattaro Schutz zu suchen, und als sich hier die Kunde von den an Bord befindlichen Reliquien verbreitete, da traten die Bocchesen mit den venetianischen Schiffern in Unterhandlungen und kauften ihnen die Reliquien ab. . Darauf wurde Trifon zum Schutzheiligen der Bocche erklärt, und man baute ihm zu Ehren den schönen Dom von Cattaro, der noch heute steht, wie auch die Reliquien noch vorhanden sind. ' Die Lage der Stadt brachte es mit sich, daß ihre Bewohner, gleich allen übrigen Bocchesen, ihren Erwerb auf dem Meere suchten und daß deshalb die Gilde der Seeleute, italienisch Marinerezza, ein ungleich größeres. Ansehen genoß, als die sonstigen Zünfte und Genossenschaften. So kam es, daß die Seeleute auch bei der feierlichen Begehung des dem heiligen Trifon geweiht ten Jahrestages die erste Rolle spielten, ja schließlich ging die Leitung und Veranstaltung des Festes gänzlich auf die Marinerezza über. Diese bildete frühzeitig eine festgeschlossene, alle bocchefischen Seeleute umfassende Organisation, an deren Spitze ein mit großen Vollmachten ausgestatteter Admiral stand. Der wesentliche Theil des Trifonfestes, für welches der österreichische Kaiser einen Theil der Kosten trägt, entfällt auf den 2. und 3. Februar, eingeleitet aber wird es bereits am 27. Januar. An diesem Tage um die Mittagsstunde versammeln sich Mannschaften und Offiziere der ?IZarinerezza in Parade vor dem altersgrauen Trifondome. Mit ihren golddurchwirkten Waffenröcken. Gürteln und Patrontaschen und ihren von Perlmutter und Silber glänzenden Gewehren gewähren sie einen prächtigen Anblick. Ein zehnjähriger Knabe, der sogenannte ..kleine Admiral." besteigt den Söller über deni Hauptportale und spricht von dort aus die Einladung zu dem Feste aus. Sobald der Kleine, der das Kostüm der Marinerezza trägt, geendigt hat. wird unter Böllerschüssen und Glockengeläute, sowie unter den Klängen der Marinerezzahymne die Fahne des heiligen Trifon entrollt, worauf man sich zu einem Bankett begibt, bei welchem nach altem Brauch die Spitzen der BeHorden vertreten sind. Am 2. Februar Vormittags tritt das Korps der Marinerezza abermals zusammen und holt zunächst bei der politischen Behörde und beim Bürgermeister je eine Fahne ab. nämlich die schwarzaelbe österreichische Fahne und die städtische Trifonfahne. Beide werden mit klingendem Spiel in das Lokal des Korps gebracht und verbleiben daselbst während der ganzen Dauer des Festes. Die ganze Stadt ist festlich geschmückt. Mittags werden die Armen der Stadt auf Kosten er Marinerezza im bischöflichen Palaste gespeist. Am Nachmittage findet dann die feierliche Uebertragung der Trifonreliquicn statt. Sie werden von der Marinerezza aus der Josephskirche abgeholt und unter großem Zudrange des Volkes in den Trifondom gebracht. Das Volk kniet dabei vor den Reliquien nieder und bedeckt sie mit Küssen. Der Biscbof segnet die Marinerezza, worauf ein Theil von ihr vor dem Domportale einen eigenthümlichen Rundtanz, den sogenanntenTrifontanz.aufführt. Dem Tanze folgen ein Tedeum und längere Andachten im Dome. Gegen Abend marschirt dann die Marinerezza unter den Klängen der Musik durch die Straßen der Stadt, während überall Freudenfeuer auflodern und Raketen losgelassen werden. Am Morgen des 3. Februar veranstaltet die Mrinerezza auf dem Domplatze zum zweiten Male den Trifontanz, dem das Hochamt und eine große Prozession folgen. Dabei werden die Reliquien durch die Straßen der Stadt getragen.und wieder drängen die Gläubigen in Menge hinzu. Die Armen erhalten abermals ein Mittagsmahl. Am Nachmittag werden die Reliquien aus dem T'rifondome in die Josephskirche zurückgebracht, womit die offizielle Feier endigt. Ein Vermögen für eine Nelke. Ein Blumenzüchter in Eincinnati, O., hat seine neue Prachtnelke Aristokrat" an die Chicago Carnation Association" von Joliet. Jll.. für etwa Z40.000 verkauft. Die Farbe der neuen Nelke ist .ein sattes, reiches Rosa; sie soll die schönste Blume dieser Art sein, die je gezüchtet wurde. In EMs. Mass.. verkaufte ein Gärtner kürzlick, eine ZlZelkenart für 530.000.
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Ausland j. ..... ...--. .... ....... ....... -- Bestrafter Barbier. In Eisenach, Thüringen, wurde ein Barbier. der einen Kunden rasirt hatte, ohne das Messer vorher zu desinfiziren, zu einem Monat Haft verdonnert. Stahl Geld zum Fest--essen. Ein 17jähriger Handlungsgehilfe, Sohn eines Lehrers in Weisena. Hessen, gehörte einem Mainzer'' Vergni'.unzskluü an. Um ein Festessen deZ Kluds mitzumachen, stahl er seinem Vater 6C0 Mark Kirchengelder. Die Strafkammer verurtheilte ihn zu vier Monaten Gefängniß. Inständiger Dieb. Während der berühmte Geigenvirtuose Willy Burmester in Lemberg. Galizien, ein Konzert gab. fchlich sich ein Dieb in die Künstlergarderobe und stahl aus der Brieftasche Bunr.esters. die sich in seinem Pelze befand, eine Tausendkro nennote (200). Zwei weitere Tausendkroncn ließ der Dieb zurück. S t a r b' a u s Schreck. Bei einem in einer Lampenfabrik zu Frfurt. Provinz Sachsen, beschäftigten Mädchen, das im dringenden Verdacht des Diebstahls stand, wurde eine Haussuchung vorgenommen, die eine große Menge Lampentheile zu Tag: förderte. Der Schreck über diese Feststellung tödtete die Mutter des Mädchens. die krank darniederlag. auf der Stelle. Im Schlafe gefangen.' Der seit einiger Zeit desertirte Arbeitssoldat Kurat vom 5. sächsischen Feld-artillerie-Regiment wurde jüngsthin an einem Morgen in einem Restaurant zu Erfurt. Provinz Sachsen, fest schlasend aufgefunden. Der Mann war dort eingestiegen, hatte Geld und Cigarren gestohlen und dann eine Branntweinflasche geleert. Der Alkohol hatte ihn eingeschläfert. Erstickten an Kohleno x y d g a s. In den Stahlwerken von Homecourt im französischen Departement Meurthe et Moselle waren 24 Arbeiter mit dem Reinigen der Röhren beschäftigt, als sich plötzlich eine Menge Kohlenoxydgas in den Röhren entwickelte. Die daselbst befindlichen Arbeiter schrieen um Hilfe. Zwei Werkführer drangen ein, erlagen jedoch, wie zwölf Arbeiter, den Wirkungen des Gases. Affenjagd im Havelland. Als ein Gutsbesitzer bei Schönholz im brandenburgischen Kreise Westhavelland sich auf der Jagd befand, hörte er plötzlich das j'ämmerliche Geheul seines Hundes aus einer Schonung ertönen; er entdeckte nun seinen getreuen Jagdhund in einer sehr komischen Situation: Auf dem Rücken des erschrockenen Thieres ritt ein ausgewachsener Affe und versetzte dem Hund links und rechts wuchtige Backpfeifen, so daß der Hund vor Schmerz laut aufschrie und sich vergeblich von dem Reiter zu befreien suchte. Der . Gutsbesitzer machte dem Leben deS Affen, der wahrscheinlich aus irgendeiner Thierbude . entsprungen war. durch einen wohlgezielten Schuß ein Ende. Im Stalle eingesperrt. In Agfalva, Ungarn, wurde jüngst der 18jährige Andreas Krics, der schon seit Langem für verschollen erklärte Sohn eines dortigen Landwirthes, in verkvahrlostem und geistesgestörtem Zustände im Stalle des Vaters zwischen den Thieren aufgefunden. Schon als kleines Kind zeigte Andreas Krics Symptome eines kaum heilbarm Herzleidens. Dem Vater war der Knabe ein Dorn im Auge. Er wollte das Kind dem Verhungern aussetzen, allein der Knabe wußte sich die zu seiner ErHaltung nothwendigen Lehensmittel durch 'Diebstahl zu verschaffen. Der Vater prügelte den Knaben nun jäm.merlich durch und sperrte ihn in den Stall ein, wo der Unglückliche Jahre hindurch mit den Thieren lebte und sich von dem Futter, das diesen gereicht wurde, nährte. Durch das Jammern und Schreien des Bedauernswerthen . wurde die Nachbarschaft aufmerksam, und so kam man auf die Spur des Todtgeglaubten. Ableben bei einer Bee r d i g u n g. In Michaelsbuch. Niederbayern, wurde während der Vornähme einer Beerdigung der Pfarrer Daffenreuther vom Schlage gerührt. In das Pfarrhaus verbracht, verstarb er nach wenigen Minuten. retmütyiger Räuber. Vor der Strafkammer in Düsseldorf, Rheinprovinz, hatte sich letzthin ein Räuberhauptmann in der Person des Arbeiters Wilhelm Schneider zu verantworten. Ter gemeingefährliche Verbreche? hatte eine wohlgefllgte Organisation zustande gebracht, und binnen weniger Monate wurden in der Gegend zwischen Düsseldorf und Essen über 70 Einbruchsdiebstähle mit Erfolg ausgeführt. Schneider rühmte sich in der Gerichtsverhandlung, daß er mitunter in einer Nacht mehr denn ein Dutzend Einbrüche ausgeführt habe, und auf eine bezügliche Frage des Gerichtsvorsitzenden erwiderte er. er habe soviel zusammengestohlen, daß .er sich auf Einzelheiten nicht mehr besinnn könne. Das Urtheil gegen ihn lautete auf fünf Jahre Zuchthaus und zehnjährigen Ehrverlust.
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