Indiana Tribüne, Volume 29, Number 124, Indianapolis, Marion County, 18 January 1906 — Page 3
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JJL,. sx"T li - . - " ; - ' . r - Jndiana Tibüne, 18. Januar 190G u '
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In Algcmas
C. Armand Fallicrcs der
Taigny darf nicht landen. Revolutionäre in Nußland noch nicht erschöpft. Baron v. Richthofcn gestorben. Amerikanische Geschwader' nach Tanger. Eine Zwerg-Nepnblik.
MahlFailliereSgutauf. genommen. A l g e c i r a S , Spanien , 17. Jan. Alle Delegaten nahmen mit Be friedigung die Wahl des Hrn. FalliereS zum Präsidenten der französischen Re publik auf, weil dieselbe als ein Anzeichen betrachtet wird, daß Frankreich eine versöhnliche Politik einschlagen will. TorreS ill beobachtenden Zuschauer spielen. Mohammed el TorreS. der marokka Nische Minister deS Aeußeren, will ein passiver Beobachter bei der Konferenz sein, bi? dieselbe in ihr letztes Stadium trttr. TorreS sowie Mokri, der Hauptagcnt deS Sultans von Marokko, glau den nicht, daß die Konferenz einen ein zigen Beschluß fassen wird. TorreS wird übrigen ein ruhig zu. sehender Zuschauer sein. Wenn die Mächte uneinig werden, so werden die schlauen Mauern keinen Finger rühren, sollten sie sich darüber einigen, die Kon trolle über Marokko auszuüben, so wird sicherlich ein Aufruhr entstehen und man kann von dem Sultan nicht ver langen, daß er selbst eine Revolution heraufbeschwört, durch die er Thron und Leben einbüßen kann. Amerikanisches Geschwader geht nach Tanzer. Gibraltar. 17. Jan. Die unter dem Befehl RearMmiral Sig? bee stehende amerikanische Flotte sollte ursprünglich heute von hiernach Tanger segeln. ' Ter Plan wurde jedoch geändert. Tie Flotte wird erst morgen segeln. Nachdem die Schiffe Tanger verlassen haben, werden sie sich nach Algier begeben und dann Villafranche anlaufen. F alliereS zum Präsiden ten erwählt. Paris, 17. Januar. M. Fal. liereS wurde nom National-Parlament mit 44G Stimmen zum Präsidenten der französischen Republik als Nach folger Emile Loubet'S gewählt. Sein Gegenkandidat Doumer erhielt 371 Stimmen. Die Socialisten und rad! kalen Gcuppen stimmten geschlossen für FalliereS. Der neue Präsident Frankreichs. Ter neugewühlte Präsident Frank reich? ist der Sohn eines Ctadtschreider und der Enkel eines Hufschmieds. Herr Element Armand FalliereS wurde am 6. November 1841 in Mezin im Departement von Lot'Ct-Garonne geboren. Er widmete sich dem Studium der uri-prudenz und wurde dann als Recht-anrvalt in Merac zugelassen, von welcher Stadt er Bürgermeister wurde. Diese Stellung hatte er bis zum Jahre 1875 inne. Im folgenden Jahre wurde er in die Deputirtenkammer als ein Mitglied der republikanischen Partei gewühlt und zeichnete sich in derselben als Redner aus. Er wurde wieder in die Kammer in den Jahren 1877 und 1873 gewühltt. Im Jahre 1880 wurde FalliereS zum Untersekretär deS Ministeriums des Innern ernannt. - Als JuleS Ferry und fein Kabinet vom Schauplatz der politischen Thätig keit verschwinden mußte, gab er seinen Platz auf, wurde aber im folgenden Jahre zum Präsidenten deS StadtrathS und zum JnterimSminlster des Aus wärtizen Amtes in Paris ernannt. Nachdem FalliereS diesen Posten er halten hatte, stieg er von Stufe zu Etnse, bis er die höchste Sprosse er. klomm, die Präsidentenwürde. FalliereS wurde in der Zwischenzeit UnterrichtSminifter, Minister deS In nern, und auch Juftizmlnister. Er wurde im Jahre 1890 zum Senator gewühlt, eine Würde, die er seit dieser Zeit innehatte. Im Jahre 1900 wurde ' er wieder gewühlt. Herr FalliereS nahm einen aktiven Antheil 'an die religiösen Fragen, die Frankreich in feindliche Lager spalteten. Anfangs stand er auf Seite der Kirche
neue sranzösische Präsident.
oder widersetzte sich wenigsten der Tren nung von Staat und Kirche, aber spü ter unterstützte er aus'S eifrigste den Vorschlag Staat und Kirche zu trennen und befürwortete die Unterdrückung der Geistlichkeit. Nukland. Truppen können nicht gelandet werden. St. Petersburg, 17. Jan. Außer im Kaukasus und verschiedenen TheilenSibirienS herrscht noch Aufruhr auf den kleinen Inseln, die an der bal tischen Küste gelegen sind. Auf den Inseln kann die Revolution nicht so leicht unterdrückt werden, da daS Landen der Truppen mit Schwie rigkeiten verknüpft ist. Der Eisbrecher Jeremak, auf dem sich Marine und JnfanterieAbthei' lungen ' eingeschifft hatten, konnte die Insel Schal nicht erreichen, die am Eingang des Golfes von Riga liegt. Die Regierung will trotzdem ver suchen, Truppen zu landen, um die Ordnung auf der Insel Osel wieder herzustellen. Die Geschichte einer Zwerg' Republik. Die Bauern auf den kleinen Inseln, selost der kleinsten, folgten dem Bei' spiel ihrer Brüder auf dem Festlands und proklamirte. unabhängige Republi ken. So erlebt man das lächerliche Schauspiel, daß sich unzählige Zwerg Republiken in Rußland befinden. Am interessantesten ist unstreitig die Geschichte der Republik Linnsitt, die. sich ebenfalls auf einer Insel im balti schen Meer befindet. Nachdem die In sulaner die russischen Behörden verjagt hatten, proklamirten sie die Republik und erwählten einen Präsidenten. Nach dem dieser kurze Zeit regierte, wurden die Bürger" seiner überdrüssig und setzten ihn ab. ES wurde ein neuer Präsident gewühlt, der eine Proklama tion. nach der andern erlüßt und von den Bürgern nur als seine getreuen Unterthanen" spricht. Schweden. König OSkarS Thron rede. Stockholm, 17. Januar. Die Thronrede des Königs OskarS befaßte sich fast ausschließlich mit innerpoli tischen Angelegenheiten. Nur beiläufig geschieht der kürzlichen Auflösung der Union zwischen Schweden und Nor wegen Erwähnung, und eS heißt, daß! eS in einem gewissen Zeitraum des Vor jahrö bedrohlich ausgesehen habe, aber eS feien ruhigere Zeiten gefolgt. Schwe den'ö Beziehungen zu allen auSlündi' schen Mächten seien jetzt zusriedenstel lend. Später wurde das Budget einge bracht, das erste unter den neuen Ver hältnissen. ES weist einDefizit von naU zu 53,750,000 auf, welches durch eine Einkommensteuer und neue Stempel steuern gedeckt werden . wird. Etwa SII.652,000 werden für die national len Vertheidigungsmittel gefordert. DieAuSgaben schließ meinen Betrag von $250,000 ein, welcher die Unkosten der Auflösung der Union darstellt. Westindien. St. Thomas, D. W. I., 17. Jan. Der geschützte russische Kreuzer. mit Herzog von Edinburgh an Bord. kam heute hier von Teneriffa an. Der selbe wird sich 2 Monate in diesen Ee wässern aufhalten. Venezuela. Taigny wird die Landung verweigert. Caracas. 17. Januar. Ueber Port of Spain auf Trinidad kommt die Nachricht, daß die venezolanischen Behörden dem früheren französischen! Charge d'affaireS Taigny daS Wieder betreten denezolcnifchen Bodens ver weigert haben. Taigny hatte sich ohne Erlaubniß einzuholen - an Bord deS vor Leguayra liegenden französischen Dampfers Martinique begeben und wird nun in Colon an Land gehen müssen.
Deutschland. Baron Richthofen ge. st o r b t n. Berlin, 17. Januar. Baron
Richthofen, der seit dem Oktober 1900 Sekretär der auswärtigen Angelegen heiten war, ist gestorben. Der Baron wurde im Jahre 1847 in Jassy in Ru. mänien geboren. Er war der Sohn des früheren preußischen Diplomaten desselben Namens. Richthofen erhielt feine Erziehung in verschiedenen Ländern, in denen sein Vater die Interessen Preußens vertrat. Der Baron war aber nicht nur als Diplomat thätig, sondern erntete Lordeern auf dem Schlachtfelde und an den Kämpfen von 1866 und 1870 nahm er regen Antheil. Als Belohnung für den Heldenmuth, den er auf dem Schlachtfelde von MarZ'laTour be wies, wo fein Regiment 41 Offiziere und 1119 Mann verlor, erhielt er das eiserne Kreuz. Export nach den Ver. Staaten. Berlin, 17. Januar. Aus den bisher eingereichten amerikanischen Kon sulatZberichten ist zu ersehen, daß Deutschland im letzten Jahre nach den Ver. Staaten Waaren im Betrage von 8125,724,321 exportirte. also für $14,. 484,096 mehr wie im Vorjahre. Die Massen-Kundgebun' ge n. Berlin, 17. Jan. Angesichts der Vorsichtsmaßregeln der Regierung gegenüber den von der sozialdemokra tischen Parteileitung für Sonntag, den 21. Januar, angekündigten Massen demonftrationen erklärt nun der Vor. wärtS", die Arbeiter feien zu klug und zu vorsichtig, um Blutvergießen zu ver anlassen. DaS sozial demokratische Hauptorgan wiederholt seine frühere Versicherung, daß jede Besorgniß unnöthig sei; den Veranstaltern der Kund gedungen liege jede Abficht fern, die Ruhe und Ordnung zu stören. Mit der Vertheilung der Millionen sozial demokratischer Flugblätter, in welchen daS allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht für die Landtags, wählen in Preußen gefordert wird, hat eS übrigens seinen Haken. Sie wird überall entweder von der Polizei inhi birt oder freiwillig eingeschränkt. Viel fach gestaltet sie sich auch wegen MangelS an Vertheile? zu einem Fiasko. Ziemlich allgemein giebt sich die Erwar tung kund, daß sich die Massendemon strationen am nächsten Sonntag als ein Jehlschlag erweisen werden. Kodurger Luise geschieden Berlin, 17. Jan. Der Kobur ger Skandal ist endlich aus der Welt geschafft. Gemäß dem vor 14 Tagen von der Prinzessin Luise unterzeichne ten Abkommen hat daS Gericht in Gotha ihrem Gatten, dem Prinzen Philipp, M i-,' ' ' ,..,11'', :-. . ,r,r- :l . nw'TT' ... " f
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wo Änkel Sam's Gdfttzgeber sich versammeln. Der Saal, in welckem die &?nnrrm hrr N.v.Zniaten Staaten ft& versam
w mein, ist 113 ffuk 3 Joll lan. gtt Kttk w , w -kj "D T J lerie finden 1000 Versonen Nlak. Ti
r r r tf " -twwf"- i Fuß lang und 93 Fuß breit. .Die Gesammtlänge des Capitals ist 751 Fuß 4 Zoll und die. breiteste Stelle 350 Fuß. Die Bonze.Statue der Freiheit auf dem Dome ist 19 Fuß 6 Zoll hoch und wiegt 7 Tons. Die Höhe deS DomeS ist
237 FUß 5 Zoll.
die verlangte Scheidung zugesprochen.
Die mit- so viel Spannung erwarteten Enthüllungen über das Treiben an ge wissen Höfen unterblieben daher. Luise wird zur Zahlung der Prozeßkosten ver. urtheilt, erhält jedoch von ihrem Ex Gemahl eine Abfindungssumme von 1.200.000 Francs und 7000 Francs monatliche Alimente. Außerdem ist ihr von ihrem Vater, dem König Leopold von Belgien, eine lebenslängliche Iah. reörente von $50,000 Francs ausgesetzt worden. Barfußtänzerin wieder v e r u r t h e i l t. Berlin, 17. Jan. Die in lder letzten Zeit beständig in Trubel" be findliche amerikanische Barfußtänzerin Jsadore Duncan stand heute vor der hiesigen Strafkammer. Bekanntlich wurde die etwas reizbare Dame vor einiger Zeit vom Schöffengericht zu 150 Mark Geldstrafe verurtheilt, weil sie einem Gerichtsvollzieher, der ihr 'eine Vorladung zustellen wollte, das Geficht zerkratzte und ihn mit einem Revolver bedrohte. Dem Staatsanwalt erschien die von der niederen Instanz verhängte Strafe zu milde, und erlegte Berufung ein. Die schöne Jsadore kümmerte sich jedoch um drei .Vorladungen der Straf kammer nicht und bequemte sich erst zum Erscheinen, als ibre gewaltsame Vorführung angeordnet wurde. DaS Resultat deS Prozesses war die Bestüti gung deS ursprünglichen Urtheils. Handelsvertrag zwischen Deutschland und O e st er r t ch - U n g a x n. B e r l i n, 17. Jan. Einer telegra phische Meldung aus Budapest zufolge ist dort amtlich erklärt worden, daß die deutsche Regierung mit der Ratifikation deS Handelsvertrags durch den König, ohne die Genehmigung des ungarischen Parlaments einverstanden sei. Der ExekutivauSschuß der Koali tionSparteien bezeichnet dagegen das Jnkraftsetzen der Handelsverträge ohne die verfassungsmäßige Zustimmung des Reichstags für ungesetzlich. Und an die einzelnen Parteien der Oppofi tion ist die Mahnung ergangen, dage gen Protest zu erheben. Inzwischen werden die Friedensbe mühungen, an denen sich, wie ich Ihnen kabelte, auch Erzherzog Joseph bethei ligt, eisrig fortgesetzt. Der Erzherzog konferirte soeben mit dem Kaiser auf dem Bahnhof in Budapest, wo der Monarch auch von einem Mitglied der Koalition begrüßt wurde, und setzte später die Verhandlungen mit den U tenden Geistern der Opposition fort. Eine Riesenente. Bexlin, 17. Jan. Ungeheure Heiterkeit hat im hiesigen Blätterwalde eine Meldung deS Pariser Figaro" entsesselt, laut welcher Professor Theo dor Schiemann von der hiesigen Univer X ' ' -i-.:- 'v.v- :::::;:::v , ' -fvi ' 'SL -W W" 5 . ;-" hj ""T- TT- 'f'flL. -"flt X Xifl M . '" . ,. .x. ,ZK - 5u jxfrjbm"w . i Jl -V' CltV - "i i ' e, . ?s T( st k, , fr . Jzr99 y4 l'j. .'. . Tt a. y 5i S? fT 'K ? .fyhgi f :' - ; ty MW" jiwwwi'i ' -' f, s - ' ,.K'.ntst)'" . :..". . V t,t4i, -VVV V jj " kit Ssi ttttk back. Aus der Gal M " r J J "7 " " Saal für hi Repräsentanten ist 130 ,
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sität als Nachfolger des bekanntlich
chwerkranken Staatssekretär des Aeu. ern, Freiherrn Oswald von Richtho. en, auserfehen sein soll und der Reichs nzler Fürst v. Bulow deshalb feine Entlassung nehmen werde. ' Eine ernsthafte Widerlegung dieser Tataren.Nachricht wird nicht für noth. wendig angesehen. Sie stützt sich in Wahrheit auf nichts Anderes, als daß Professor Schiemann kürzlich vom Kaier zur Abendtafel eingeladen war. , Jedenfalls erlogen. Berlin, 17. Jan.' Da Aus. wärtige Amt macht die Associirte Presse auf eine Londoner Depesche aufmerk am, in der eS heißt, daß Präsident Castros Auftreten Frankreich gegenüber auf deutsche Intriguen zurückzuführen 'i. DaS Auswärtige Amt erklärt, daß die Dspesche ein Phantasieproduct sei. Deutschland hätte absolut nichts mit der Venezuela.Angelegenheit zu thun gehabt. FürWahlrechtSreform. Berlin, 17. Jan. Nach einer elegraphischen Meldung aus München rat im Comite der Kammer der Reichs stthe für Wahlrechtsreform Prinz Ludwig, der älteste Sohn des Prinz Agenten Luitpold, für das Reichstags Wahlrecht ein gegenüber dem verkünstel en Klassenwahlsystem der einzelnen Staaten. Letzteres widerspreche dem GerechtigkeitZgesühl, führte er aus. Allgemeine und geheime Wahlen gäben dagegen ein getreues Bild von der Ge finnung des gesammten Volkes. Prinz Ludwig richtete die Mahnung an die ReichSrüthe, sie sollten der Wahlrechtsform zustimmen, sonst käme das Land nicht zur Ruhe. Großbritannien. Chamberlain siegreich. Birmingham, 17. Januar. Birmingham blieb Joseph Chamber ain treu, indem alle seine Kandidaten wieder gewählt wurden, ausgenommen n dem Fall John N. StoneS, dessen Niederlage die Unionisten selbst erwar eten. Armer Reicher. Vor Kurzem starb in der Stadt Bern, Schweiz. cm alter Sonderling Namens Aeby, der stets einsam und, ohne sich das geringfte zu gönnen, in den scheinbar ärmlichsten Verhältnissen gehaust hatte. Bei der Nachlaßaufnahme wurden etwa 500,000 Francs (.D100.000) in Werthpapieren in seiner Wohnung versteckt gefunden. Man berechnet den Nachlaß des Alten auf etwa 3.000.000 Francs, die abzüglich 500.000 Francs. die der Verstorbene zur Errichtung eines Waisenhauses vermacht hat, dem Kanton Bern zufallen. Duell in einer Kirche. Die Brüder John und Warren Coosey in Owensville, Ky.. haben sich um ein Mädchen in einer Kirche duellirt und beide wurden verwundet. John Coosey war mit einer Mary Martin in die Kirche gegangen; Warren Coosey war auch in baZ Madchen verliebt, und als er es mit seinem Bruder in die Kirche kommen sah, kannte seine Wuth keme Grenzen. Er zog seinen Revolver und schoß auf das Mädchen, glücklicherweise ohne es zu treffen. Die versammelte Gemeinde entfloh. John warf sich vor das Madchen, und sem Bruder feuerte seinen Revolver viermal auf ihn und stürzte stch dann auf ihn, um ihn zu todten, aber ehe er seinen Vorsatz in d:e That umsetzen konnte, packte ihn Johns Sohn und hielt ihn fest. John Coosey rannte davon und holte ern Schrotgewehr, aus welchem er mehrere. Schüsse auf seinen Bruder abgab und thn schwer verwundete. Ein Pfeife rauchender" H u n.d. Eine lustige Gerichtsverhandlung spielte sich jüngst in Des Moines, Ja., ab. Zwei würdige Vertreterinnen des schonen Eeschlech tes, eine Frau Charles Larch und ein Frl. Nellie Harvey machten sich den Besitz eines Hundes streitig und erschienen daher vor dem Kadi, um den Streu durch ihn schlichten zu lassen. Der umstrittene Hund hörte auf den Namen Patrick und spitzte die Ohren ver siändnißinnig, wenn ihn beide mit Schmeichelnamcn belegten. Frau Larch bewies aber dann in unwiderleglicher Weise, daß der Köter ihr rechtmäßig? Eigenthum sei, als sie eine Tabakspfeife stopfte, den Tenier" auf die Hinterbeine sitzen ließ und ihm die an gezündete Pfeife in's Maul steckte, worauf Pat" wie ein echter Jrländer dampfte." Unter dem Jubel der Zu schauer sagte der Richter: Der Beweis genügt. Tod a'uf den Bayns'chien e n. Als in Senstenberg, Brandenbürg, ein Eisenbahnzug eine Kurve passtrte. versuchte die betagte Wittwe Joseph Manig mit ihrem zwölfjährigen Enkelkind, nachdem sie eigenmächtig die Bahn-Schranken geöffnet, die Geleise, zu Passiren.' Während der Junge glücklich hinüberkam, wurde die Frau von der Maschine erfaßt und mehrere Meter weit weggeschleudert, so daß sie todt liegen blieb.
Patcntverleihungen an Teutsche. Für die Bemessung des Standes der Mitwirkung deutschen Geistes und Fleißes an den internationalen Wirthschaftsbeziehungen, so schreibt die KölNische Zeitung," bildet Deutschlands Betheiligung an den, Patentlicenzen, die die einzelnen Länder verleihen, einen Barometer. So war z. B. an den im Jahre 1904 in Frankreich ertheilten 13.293 Patenten Frankreich selbst mit 7023 betheiligt, Großbritan- '
nien mit 917. die Ver. Staaten mit ' 1540, während Deutschland 2248 Patenterthenungen auszuweisen hatte. Von den im ?lahre 1904 in Italien aewäbrten 4500 Patenten- entfielen 1602 auf Italiener. 314 auf Amerikaner. 337 auf Briten und 1025- aus Deutsche. 3n der Schweiz war es 1902 so. daß das Heimathland 759 eigene Patente hatte, während Großbritannien 119. . Nordamerika 204, Deutschland aber 686 ausweisen konnte. Drei Länder gibt es sogar, in denen Deutschland das Heimathland selbst überflügelt hat: Oesterreich. Norwegen und Rußland. Von den 2811 Paten. ten. die Oesterreich im Jahre 1904 er tbeitte. fielen auf österreichischen ftleift 671, auf deutschen aber 962. während Großbritannien und Amerika rn wei tem Abstände folgten, korwegen konnte seinen eigenen Landeskinder'n m 55ahre 1903 290 Patente zusvrechen, während deutsche Erfinder 373 davontrugen. Rußlands letzte Statistik vom ahre 1901 besagt, daß dort beim Wettbewerbe des Erfindungsfleines Großbritannien 146 Prämien erhielt, Nordamerika 196, Rußland selbst 289, Deutschland zedoch Mit 438 bei weitem an der Spitze marschirt. Gesindem'arkte. Um die Weihnachtszeit, namentlich am zweiten Weihnachts- oder Stephanstag. werden in Bitburg und Wittlich. Rheinprcvinz, Gesindemärkte abgehalten. In langen Reihen stehen Knechte und Magde auf dem Markte und harren des bäuerlichen Herrn, der sie je nach ihrer Kräftigkeit um höheren oder niedrigeren Lohn für das kommende Jahr miethet. Ist der Miethvertrag abschlössen, so zieht der neue Herr häufig mit senn neuerstandenen Hausgenossen in das Wirthshaus, um mit dem üblichen ..Weinkauf" das Ereigniß zu feiern. Ungewöhnlich reicher Kindersegen. In Tennenbronn. Baden, konnte ein Bürger kürzlich sein 24. Kind zur Taufe tragen. Leider sind seine finanziellen Verhältnisse der Kinderzahl nicht entsprechend. Sachsens ältester akttver Soldat ist der Musikdirigent Ernst Philipp vom 2. Feldartil-lerie-Regimcnt zu Pirna. Er trat am 1. Oktober 1859 bei der damaligen dortigen Pionier- und Pontonierabtheilung als Signalist ein. Seit 1. Januar 1880 bekleidet Philipp seine jetzige Stellung. Er stellt noch immer seinen Mann, und das ihm unterstehende Musikkorps erfreut sich eines guten Ansehens. Jacob Zierdorf's ...Saloon... Na. 883 Massachusetts Ave. Meine freunde und Bekannten, sowie daS Publikum im Allgemeinen sind freundlichst eingeladen, mich in meinem neuen Lokale zu besuchen. Feiner Lunch Morgens und VkchnittgK. Beter Sckew's Wirthschaft "16 to 1" Ende der Brightwood Straßenbahn Linie. Alle durstige Seelen sind willkommen Wm. Stoeif ler Seile!5!. No. 202 Nord Noble Straße. Neues Telephon 2001. Züge ersten Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! 14 12 6 6 4 üge zwischen Indianapolis und incinnati. - Züge zwischen ''Indianapolis und Dayton. Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. K Züge zwischen Indianapolis und Spnngsield, Illinois. : Parlor Waggons an alle Tage und Lchlas maggonk an allen Zlacht-Zügea . Indianapolis Office': Union Bahnhof und 8 Nord Illinois St. R. P. Algeo, D. P. A.
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