Indiana Tribüne, Volume 29, Number 123, Indianapolis, Marion County, 17 January 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, 17. Januar isott.

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Der Sinkende f O 0 - C c - fx x i m t ii t l r o m a tt von Gricix (Gbmfteiu 0000000000400 (Fortsetzung.) ie weroen oas taio ccgreiyen. Aber nun sagen Sie, erinnern Sie sich nicht, daß Ihre -Schwester in den letzten jagen vor ihrem Tode einen Bries bekam, der sie erregte? Sagen wir zum Beispiel am 17. Novembers .Nein." Merkten Sie auch vorher nie eine besondere Erregung an ihr?" Ich wüßte nicht." Besinnen Sie sich genau!" Halt doch! Es dürfte Anfang Noreker gewesen sein; sie hatte Besorgungen in d:r Stadt gemacht und jain erst nach Hause, als ich schon oben war. Mir fiel damals auf, ba& sie todtenblaß war. Ihre Hände zitterten, als sie den Hut abnahm. Als ich sie fragte, antwortete sie: .Mir ist so kalt. es ist nichts weiter Wirklich war sie später wie qewöhnlick." Wissen Sie. wo Fräulein v. 2infa; rnaier damals war?" Nicht genau. Sie wollte zu ihrer Schneiderin. Das war der Hauptzweck ihres Ausganges. Nachher hatte sie noch einige Kleinigkeiten eingekauft." War sie wirklich bei der Schneiderin?" Gewiß, denn sie brachte Proben eines Aufputzes von ihr mit. die ich gewünscht hatte. Ich fragte sie aucb. wie ihr neues Kleid passe, darauf gab sie mir aber zur Antwort, sie wisse eZ nicht." Eine sonderbare Antwort ron einer Dame, die pch für ihre Toilette interessirt. Meinen Sie nicht auch?" Es fiel mir auch auf, denn sie war sonst beinahe pedantisch in solchen Dingen." Somit war sie während der Probe mit anderen Dingen beschäftigt. Ging sie später noch einmal zur Schneiderin?" Nein, ie erklärte im Gegentheil, nie mehr hingehen zu wollen. Das Haus sei ihr widerwärtig. Aber weshalb fragen Sie danach?" Darüber kann ich vorläufig noch nichts sagen. Wollen Sie mir die Adresse der Schneiderin angeben?" Rosa Martin. Tiefer Graben 40. Es ist ein Turchgangshaus." Aha! Sehr klug." ' Wie meinen Sie?" Nichts. Nun, bitte, sagen Sie mi: noch, ob Sie einen hinkenden Mann kennen." cp i c rv ;.. trui: t..i.ec... .. r c -öetuju tfiuijuu; uuuic lcuücu uu. .Einen Hinkenden? Ach. da'kenne ich mehrere, das ist doch nichts so Seltenes?" Silas Hempel zeichnete mit dem Bleistift Arabesken in sein Taschenbuch. Nennen Sie mir alle, die Sie ken uen." Da ist zum Beispiel gleich der aufmann (blama aeaenuber. Xcrni: ein Droschkenkutscher Namens Eberwein in Neuwaldegg drüben. Auch der Junge, welcher täglich das Gebäck zu uns tragt, hmkt. Weiter. Kennen Sie nicht auch einen Mann aus den besseren Ständen, der hinkt?" Frau Fröhlich schüttelte verwundert den Kopf. Das nicht. Wenigstens erinnere ich mich momentan an keinen. Aber wesblb interessirt Sie das?" Aus dem einfachen Grund, weil der Mörder Jbrer Schwester hinkt und den besseren Ständen angehört. .,ttnmogncy: jssas oringi vsic zu , m - l ? ... dieser Annahme?" Sie sollen es sofort erfahren. Borerst noch eines. Wissen Sie wirklich Niemand vor allem kein weibliches Wesen, welches Grund hatte.' Ihre Schwester zu hassen oder zu furchten?' Absolut nicht." Und doch qibt es eines. Urtheile? Sie selbst. Ich war heute früh in dem Zimmer oben. Es ist noch alles gena: so. wie am Tage der That, nur daß man bei -Hellem Tageslicht alles vi: besser sehen kann. Ich untersuchte vo allem die vorhandenen Fußspuren; sie sind deutlich erkennbar, groß, plump sehr wenig charakteristisch in ihrer Form, aber sonderbar in ibrer Stel lung zueinander. Ein Fuß ist immer dicht bei dem anderen und der rechte bedeutend deutlicher sichtbar als der linke. Ich schloß dabei sofort, daß der Besitzer dieser Spuren hinken müsse . vi y i r.x. Ti-'li.- -T" eme ermulyunq. oie lim loaici uuui zend bestätigte. Weiter fiel mir die Form auf. So ist kein Mannerfutz et baut, auch der derbste Stiefel laßt an dere Spuren zurück. Der Thäter muß also Galoschen getragen haben. Nun tragen aber gewöhnlich doch nur Leute der besseren Stande Galoschen, mch wahr?" Gewiß, es ist sehr auffallend " An einen intelligenten Menschen dachte ich übrigens von allem Anfang an. Ein Raubmörder gewöhnlichen Schlags hätte gar nicht den Gedanken gefaßt, die Rolle Ihres Sohnes zu spielen, selbst wenn ihm die näheren Umstände der Familie bekannt gewesen wären." Das scheint allekdings richtig." Noch etwas verriethen mir die Fußspuren. Am 24. November war ein trockener, frostiger Tag. Woher kom-

men die reichlichen Kothspuren? Von

den sauberen Gehsteigen der Straße doch sicherlich nicht!. Folglich war unser Mann nicht von der Straße her gekommen. was ich übrigens ebenfalls gleich anfangs vermuthete. Im Walde aber. wo Lehmboden ist und stellenweise eine dünne Schneedecke, da kann man sich wohl in dieser Weise zurichten, und ich beschloß also, den Park einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen. Vorerst durchstöberte ich aber das Zimmer noch treuer. Ävs oem (gcöieiDtiscn i wp v . . i rf r liegr eine oz cyoaplerunleriage. 'nur dieser fand ich folgenden Satz genau abgedruckt: .Ihr Drohungen fürchte ich nicht ' Es i?ich iy: also jemand gedroht haben, und si: antwortete darauf. Wer drohte ihr? Nach den Aussagen kx Tiaofi und ihren eigenen war sie, kurz bevor der Uererfall geichah. knit Schreiben beschäftigt. Was hat sie qeschrieben? Es wurde keinerlei Papier im Schreibtisch gesunden. Wo kam das zuletzt Geschriebene hm? Wer hatte ein Interesse, es zu entfernen?" Sie machen mich qanx krank, bin Hempel. Um Gottes willen was denn da nur voraeaanaen. obne bafe ich eine Ahnung bavon hatte?" Ellas Ampel zoa ein Papier aus der Tasche und reichte es Frau Fröh lich. Und nun betrachten Sie sich einmal das. 5$ch fand das Oriainal im Ofen halbverbrannt. Die stark geschrieben! Worte sind unversehrt, das schwächer Geschriebene war verkohlt. aber noch deutlich lesbar, der Rest ist zu Asche verbrannt. Ich habe das Original sorgfältig kopirt und dann im Ofen gelassen, damit es die Gerichtskommission noch an derselben stelle findet. Lesen Sie es ausmerksam und sagen Sie mir dann Ihre Meinung darüber." Frau Fröhlich nahm das Blatt mit bebenden Fingern. Die Worte des Fragments lauteten: 16. November. acht Tage Zeit geben schweigen gegen jedermann, si mich nicht hüte Dich, sage ich, liebe, geht Dich nichts an, auch zu thun gedenke Betrügerin nennst schwöre ich. sollst Du büßen! D u wirst zu verschwinden haben. Sie bemerken wohl." fuhr Hempel fort, daß es mit verstellter Hand geschrieben ist, offenbar um die Schreiberin nicht zu verrathen, falls es in fremde Hände käme. Ihrer Schwester scheint die Schreiberin sicher gewesen zu sein. Was ist nun Ihre Meinung darüber?" Ich habe aar keine." sagte Frau Fröhlich fassungslos. Es ist mir völlig räthselbaft! Wer um Himmels wulen kann dies geschrieben haben? 3 wer i Wenn wir das wußten!" sagte Silas Hempel nachdenklich. Aber so viel sehen Sie nun wohl, daß Fräulein v. Lindemaier einen Feind hatte oder eine Feindin! Denn der cane rn deutet auf eine Frau. Sie balten es für möglich, daß " Der Thäter im Auftrag einer Frau gehandelt hat jawohl! Ich kann mich ja irren, aber ein Etwas bei der ganzen Geschichte führt mich immer wieder zu diesem Schluß. Nun hören Sie aber weiter. Als ich in dem Zimmer nichts Bemerkenswerthes mehr entdecken konnte, begab ich mich n den Park hinab. , Die Wege hinter dem 5auS sind natürlich sauber gekehrt und zeigen keinerlei Spuren. Weiter hmten der, wo der Park gegen den Wald ansteigt, liegt noch vom ersten heurigen Schneefall her eine dünne Schneedecke. Sie ist halb gefroren und hält jede Spur mit unveränderter Deutlichkeit fest, solange es nicht thaut ode? Neuschnce darüber kommt. Beides war zum Glück in der letzten Zeit nicht der Fall." Und haben Sie etwas gefundei?" isenitg, um Mir oen au immer interessanter erscheinen zu lassen. Zunächst fand ich die deutlichen Spuren meines Hinkenden. Sie sind so charakteristisch. daß jeder Laie erkennen muß: hier ging ein Mann, der den linken Fuß nicht fest aufsetzte, sondern nachr V 1 . f erneute, reuenweije war oas vam fen im Schnee ganz deutlich erkennbar. Die Spur führt direkt an das rückwar tige Parkgitter und zwar an die Stelle, wo dieses der Waldstraße am nächsten liegt." Also dort, wo die alte Zeughütte aus Brettern steht?" Ganz richtig. Dort hat unser Mann das Gitter überstiegen und -wurde erwartet." Erwartet? Bon wem?" Ja, wenn wir das wüßten!" Silas Hempel 50g etwas in Papier Einaeschlagenes aus der Tasche. Wofü? halten Sie das?" Bertha warf nur einen Blick Iraicrn: und rief lebhaft: Das sind Theile einer grauen Straunfederboa. Tasselbe dachte ich. Si: hingen an einem Weißdornstrauch am Straßenrand etwa zwanzig Schritte von der Stelle entfernt, wo das Gefährt stand. Es stand ein Gefährt dort? Ein Wagen?" Noch etwas viel Vornehmeres ein Automobil. Die breiten, glatten, tiefen Spuren der Luftreifen sind gar nicht zu verkennen! Zum Vergnügen wird diee Straße im Winter sicher nicht befahren. Was nun die Fetzen der Boa anbetrifft, so, kann es natur Iich Zufall sein, daß ich sie dort fand. Irgend eine Dame, die jene Straße benützte, kann hängen geblieben sein und sie so zurückaelassen haben. Aber

es ist auch möalich..daß in dem Auto

mobil eine Dame saß und wartete. Die

Ungeduld mag sie aus dem Gefahr. herausgetrieben haben. Vielleicht auch wollte sie sich nur etwas Beweauna machen. So kam sie an den Weißdornbusch. blieb hängen, riß die Boa ärgerlich los und kurz, ich suchte der Sache auf den Grund zu kommen. Die Straße führt, wie Sie wissen, über da3 Zollhaus im Neuwaldegger Park an der Rohrer Hütte vorbei nach Hulleloors. Ich folgte aljo den Spuren." Und was fanden Sie?" Berthas Bli6e hingen gespannt an dem Sprecher. Dicht vor der Rohrer Hütte hatte das Automobil gewendet. Dabei muß etwas passirt sein, denn es ist ein Stück die Böschung hinaufgefahren. Diesem Umstand verdanke ich es auch, daß ich die Spur überhaupt nicht verlor, denn auf der viel benutzten Hauptstraße vom ollbaus fiia aiir 3fnhr!r fnnnf ich natürlich .nichts mehr erkennen. Auch diese Spur auf der Böschung konnte übrigens in der Zwischenzeit , , ,, ' j von einem anderen Fahrzeug berruhren, uno ich wollte also aus alle Falle einmal im Restaurant nachfragen. Diö Auskunft, welche mir der Kellner gab. war wider Erwarten wichtig, denn si: bestätigte meine früheren Schlüsse zum Theil. Der Mann erinnerte sich ge nau, oay am 24. November gegen suns Uhr ein Automobil angesaust kam und kurz vor dem Restaurant kehrt machte. Gleich darauf hörten sie sein Herr und er ein Poltern. .Oho da ist was passirt!' sagte der Wirth. .Nun werden die Herrschaften doch einkehren müssen!' Sie standen noch eine 'Weile am Rand der Terrasse und blickten auf die dunkle Landstraße hinaus. Das Licht des Automobils bewegte sich unruhig hin und her, dann blieb es stehen. Gleich darauf kam ein Herr. Er hinkte." Also wirklich!" Ja. Nicht stark, aber immerhin merklich. Er verlangte einen Schraubenzieher, denn der seinige sei ihm rn den Straßengraben gefallen. Der Kellner, welcher sich ein wenig auf Autos versteht, wollte helfen, aber der Hinkende wehrte ihn barsch ab. Er wolle die Sache schon allein in Ordnung bringen. Dann warf er ihm noch ein Funfkronenstuck zu und verschwand eilends. Der Mann schien sehr aufgeregt. Dadurch und durch die reichliche Bezahlung blieb er dem Kellner im Gedächtniß." - - Und wie fah er aus? Der Kellner mußte ihn doch beschreiben können?" Leider nicht. Er trug eine Automobilistenkappe und Automobilbrille. Dazu war es schon ganz dunkel. Nur an eines kann sich der Kellner erinnern: er ist bartlos und hat über der Oberlippe rechts eine Narbe." Wie sonderbar!' Auch Robert besitzt eine solche Narbe! Er fiel als kleines Kind einmal in die Sense eines Arbeiters!" Umso leichter fiel dem wirklichen Thäter seine Rolle. Es ist kein Wunder. daß sich Fräulein v. Lindemaier täuschen ließ." Bertha Fröhlich sah nachdenklich vor sich hin. Sie haben viel herausgebracht, Herr Hempel! Und doch. was fangen wir mit diesen Dingen an? Die Sache wird dadurch immer räthselhafter und am Ende sind wir so klug wie zuvor." Wir sind vielmehr schon ein gutes Stück weiter und werden mit unseres Scharfsinns Hilfe auch das weitere noch herausbringen." Silas Hempel stand auf. ..Und nun, liebe gnädige Frau, entlassen Sie mich für heute, denn ich bin wirklich todtmüde. Sobald ich etwas Neues weiß, komme ich wieder." Leben Sie wohl, Herr Hempel. Gott lohne Ihnen Ihre Mühe!" Sie begleitete ihn noch zur Thür hinaus und begab sich dann seufzend zur Ruhe. Mein armer Junge!" dachte sie traurig, welches Netz haben sie über Dich gespannt! Und wozu?" 7. K a p i t e l. ilas Hempel war in unbeschreiblicher Aufregung. Von Stunde zu Stunde wartete er, daß Gräsin Irma Hegyassy sprechen würde. Fast täglich sprach er bei Gericht vor, um sich zu erkundigen, ob es nichts Neues gebe im Fall Fröhlich. Aber man kachte ihn nur aus, und sein Freund, der Untersuchungsrichter.sagte schließlich: Ich begreife Sie gar nicht, lieber Hempel! Was soll's denn Neues geben? Der Fall ist doch so gut wie abgethan! Ich denke, gleich nach Neuiahr wird die Sache vor die Ge schworenen kommen. Geben Sie sich also welter -keme Muhe damit. Warum nur sprach sie nicht? Liebte sie Robert etwa doch nicht, und war die ganze Hypothese falsch? Aber was trieb sie dann vor die Villa Eyrus? Endlich hielt er es nicht länger aus. Drei Tage waren verstrichen, seit er die schöne Ungarin verfolgt hatte, und seitdem war sie nicht mehr in Dornbach gewesen. Zuweilen stieg cm furcht barer Gedanke in Silas Hempel auf. Wenn seine Worte.' Robert sei verloren. statt sie zu erschrecken, sie beruhigt hatten? Wenn es rn ihrem 'Interesse läge, daß er für den Schuldigen aalt? Weiber sind unberechenbar," dachte Silas Hempel. und' schöne Weiber schon gar! Hinter der schönen Larve steckt nur zu oft die Bestie. Ich muß Gewißheit haben." sagte er endlich aanz laut und zog seinen

Winterrock an. Leopold Kurzinger, den ein mir günstiqes Geschick in das Palais Hegyassy führte, soll sprechen." So marternd war die Ungewißheit, daß er sich sogar einen Wagen nahm, um rascher vorwärts zu kommen. Als er das Palais betrat, winkte ihm der Portier. ..Sie. mein Herr wohin wollen Sie denn?" Einen Bekannten aufsuchen. Wo ist Herr Kurzinger?" Äy so. Ich werde ihn gleich rufen. Belieben Sie hier zu warten ei wird oben sein." Kann ich nicht selbst hinauf?" Nein. Es wird kein Fremder in die oberen Räume gelassen, seit die junge Gräfin krank ist." Wer ist krank? Gräfin Irma?" Das wissen Sie nicht? Die ganz Stadt spricht davon! Ich kann aak nicht genug Auskunft geben. Es ist 'ein reines Wunder, daß sich niemand ah. da kommt schon wieder jemand." Er eilte einem vornehmen Herrn tnU gegen, der soeben eingetreten war. Si-

las HeiNpel stand bestürzt LM Fußend! .der Treppe. Krank also war sie! Wirklich oder nur fingirt? In diesem Moment kam sein Bekannte?. Leovold Kurzinger. di, Treppe herab. Als er Hempel tt blickte, eilte er freundlich auf ihn zu. Guten Tag. Herr Hempel!"' Guten Tag. Sind Sie frei. Kurzinger?" Ja. Der Graf reiste gestern Abend nach Budapest zur Palamentseröffnung." Gut. Kommen Sie mit mir in die Weinstube hinüber, ich möchte Sie einiges fragen." Fünf Minuten später saßen sie in einem Winkel der um diese Zeit fast leeren Stube. Und nun erzählen Sie mir. was Ihrer Gräfin fehlt, und wie es mit dieser Erkrankung zuging. Vorgestern war sie doch noch ganz gesund!" Leopold Kurzingers rothes Gesicht nahm einen betrübten Ausdruck an. Ja. das war ein schöner Schreck vorgestern Abend, Herr Hempel. Gleich nachdem Sie weggingen, schrie di: Kammerjungfer, daß es durch das ganze Haus gellte, ein Arzt müsse sofort geholt werden. Die Gräfin war ohnmächtig hingestürzt. Seitdem liegt sie ohne Bewußtsein in höchstem Fieber. Der Professor sagt, es sei ein Nervenfieber." Und das kam ganz plötzlich?" Ich glaube, daß es wohl fchon lange in ihr gesteckt ist. Sie war schon, als sie von Budapest zurückkam, so eigen. Nachher habe ich sie öfter mit rothen Augen gesehen, als wenn sie geweint hätte, und so oft jemand unerwartet eintrat, fuhr sie verstört zusammen. Und gar, wenn ihr Bräutigam kam 0 je. ich glaube, der hatte auch keine guten Zeiten! Silas Hempel richtete sich 'plötzlich lebhaft auf. Gräfin Irma ist Braut?" Nun freilich aber nur im geHeimen. Erst zu Weihnachten will man. glaube ich. die öffentliche Verlobunq feiern. Ah das ist interessant. Erzählen Sie mir darüber. Wer ist denn der Bräutigam?" Ich kenne ihn nicht näher; er war erst zweimal in Wien, seit ich hier im Hause diene. Die anderen erzählten mir, daß er ebenso reich als vornehm sei. Graf Arpad Velas er ist Mit glied des Herrenhauses. Mir gefällt er nicht besonders, auch finde ich ihn viel zu alt für unsere Gräsin. denn er ist ein Freund und Altersgenosse ihres Vaters. Aber Sie wissen ja. Herr Hempel.' bei diesen Herrschaften werden die Eben nickt geschlossen, wie bei unsereinem!" Können Sie mir vielleicht sagen, seit wann diese geheime Verlobung ezistirt?" ..Nein, das weik ich nicht. Und ob die Gräfin damit einver standen ist oder " Ich glaube wohl. Sie verkehren. 0 , . eiJ r ii. vor uns wenigiiens, scyr qvuu) um einander." Szenen hat es nie gegeben?" .Nickt, dar. ich wüßte." Silas Hempel trommelte mit den Fingern auf den Tisch. Dann schenkte er dem Diener von Neuem ein. Er schien ganz mit seinen Gedanken beschäftigt. Endlich sagte er: Und Sie sind der Meinung, daß sich schon einige Zelt eine Nervenerregung an oer rasin zemte? Seit wanni .Das kann ich nicht genau sagen. Sie reiste Mitte November nach Buda pest und von da aus das Gut emer Freundin glaube ich. Als sie zurückkehrte, fiel uns allen auf. daß sie verändert war. Wann war das?" So am 24. oder 25. November Können Sie sich des Datums nicht aenau entsinnen? Doch warten Sie es war em Samstag. Das weiß ich genau." Also am 24. November. Um welche Zeit?" 'Gegen halb vier Uhr." .Wer holte sie von der Bahn ab? Sie kam gar nicht mit der Bahn, sondern mit ihrem Automobil, das ihi der Graf im Sommer schenkte. Ah sie besaß ein Automobil?" Ja, und sie benützte es sehr fleißig. Wer ist aewöhnlich um sie?" .Min Kate Greenwich. ihre ehemalige Erzieherin. Die ist im Hause seit dem Tode der alten Gräfin. Sie begleitet Gräfin Irma sonst überall hin. . . ' " . r v!.3r :jC4

aoer ,n Ungarn war iic oicair.ui-muj mit." .(Fortsetzung'solgt.)

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Haus, Hos und Mnd t............ .. ...,.... . . tT Honig, auf Leinwand gestrichen, ist ein vorzügliches Hausmittel für Wunden, welche durch einen Hieb, Stich, eine Quetschung, durch Schneiden oder Insektenstiche entstanden sind. Waschkleider aufzubewahren. Für alle Waschkleider etc. ist es sehr schädlich, wenn sie über den Winter im gestärkten Zustande aufgehoben werden. Sie werden dann im Frühjahr in der ersten Wäsche mürbe und brüchig. Man wasche sie gut auS und lege sie lose zusammengelegt weg. Messer- und Gabelgriffe verlieren bald ihre schwarze Farbe, wenn sie mit dem heißen Spülwasser öfter in Berührung kommen; deshalb müssen die Bestecke nach dem Gebrauche nur mit den Klingen in ein entsprechend hohes Gefäß mit heißem Wasser gesteckt und mit Putzpulver gereinigt werden. Die Hefte werden dann mit einem feuchten Tuch aoaewischt. Mandelmilch. Nach fieberhasten Krankheiten oder schon im Verlauf des Fiebers ist es oft angezeigt, ein leicht verdauliches, schmackhaftes und erfrischendes Getränk zu beschasfen. Ein solches ist die Mandelmilch. Wo sie nicht fertig zu kaufen ist. kann man süße Mandeln zerstoßen und mit Wasser so lange verreiben, bis ein dicker Brei entsteht, den man nachher verdünnt und wie Milch trinken läßt. Maccaroni-Suppe. Man bricht sie in fingerlange Stücke, und wellt sie acht Minuten lang in Wasser, d. h. man siedet sie kurz ab. indem man sie sorgfältig mit der Gabel nach allen Seiten wendet. Nun schüttet man sie rein ab, gießt darüber zwei Schoppen siedende Fleischbrühe, läßt sie damit anziehen und gibt nach Belieben noch etwas Jus'dazu. Bei Tisch wird geriebener Parmesankäse extra dazu servirt. Der Regen verursacht meistens nur dann Flecke, wenn er Unreinigkei'ten, namentlich Ruß, enthält. Dann wäscht man einfach die verunreinigten Stellen mit reinem Wasser aus und benutzt nöthigenfalls Benzin oder FleckWasser. Auf manchen Stoffen entstehen aber Negenflecke durch Entfernung der Appretur; solche Stellen muß man mit kaltem Wasser befeuchten und mit einem warmen Plätteisen darüberfahren. Bisweilen genügt auch ein Ueberstreichen mit Gummiwasser, um den Stoff wieder glänzend zu machen. H a f e r g r'ü tz t ist bekanntlich ein vortreffliches Nahrungsmittel. Für Vegetarier ist sie das Fleisch des Pflanzenreichs. Viel zu wenig geschätzt wird ihre spezifische Wirkung auf den Darm. Hafergrütze macht gelinde Stuhlverhaltung, ganz besonders gilt dies von der gerösteten. Für Kranke, welche an Magerkeit und Diarrhöen leiden, gibt es nichts besseres. Zur Hartleibigkeit Neigende werden gut thun, zu robiren, ob ihr Zustand nicht durch Hafergrütze schlcchter wird. Für solche empfiehlt sich Buchweizen-Grütze. ' Seezungen-Mayon-n a i s e. Einige von der Haut befreite und von den Gräten gelöste Seezungen werden in zierliche Stücke geschnitten, die man eine Zeitlang mit Salz bestreut bei Seite stellt, dann in zerlassener Butter über dem Feuer dämpft und zwischen zwei flachen Deckeln preßt, bis sie erkaltet sind. Man zieht sie nun durch eine gute, dickliche Mayonnaise, stellt sie eine Stunde auf Eis, richtet sie erhaben auf einer Schüssel an, umgibt sie mit einem Schüsselrand von Aspik und verziert die Mayonnaise mit Sardellen. Oliven, Kapern und Krebsschwänzen. Salmiakspiritus in der Hauswirthschaft. Salmiakspiritus kann vielfach zur Anwendung gelangen. Man benutzt denselben zur Entfernung von Flecken aus Tuch, Filz u. s. w., verwendet ihn als Linderungsmittel bei Jns-'ienstichen. In ganz besonderer Weise aber ist er von Nutzen bei dem Löschen von Bränden, welche durch Petroleum entstehen. :Die mit Salmiakspintus begossene Petroleumflamme verlöscht augenblicklich. Es ist deshalb dringend anzurathen. daß in jedem Haushalt ein entsprechendes Quantum Salmiakgeist, welcher, wie schon erwähnt, auch für mancherlei sonstige Zwecke verwendbar ist, vorräthig gehalten wird. Gefüllte Brotschnitten. Man schneide aus Weißbrot, ohne Kruste, runde oder viereckige Scheiben in der Größe eines Weinglases etwa und immer zwei zusammengehörig, hacke dann Fleischresie recht fein, würze sie mit Salz, Pfeffer, Petersilie ur$ Muskatnuß und nach Belieben auch 2 bis 3 Sardellen, vermische nun das Ganze mit Eigelb und ganz wenig Fleischbrühe, bringe es auss Feuer und lasse es heiß werden, aber nicht kochen, worauf man es noch mit einem Stückchen frischer Butter belegt und dann erkalten läßt. Hierauf bestreicht man je ein tscheibchen strohhalmdick mit dieser Masse, legt ein anderes darauf und wenn alle so gefüllt sind, wendet man sie in verklopftem. gesalzenem Ei um und backt sie in heißer Butter. '

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