Indiana Tribüne, Volume 29, Number 121, Indianapolis, Marion County, 15 January 1906 — Page 3
Jndiana Tibüne, IZ. Januar 190.
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Scheib's
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Rußlands Zukunft . . Wird je nach dem Partcistandplmktc sehr verschieden beurtheilt.
Finanzielle Hilfe für die Teutschen in Rußland nur schwach. Mißtrauen gegen England in Frankreich und Japan. Neujahrs'Empsang in Zarskojc-Selo. Bruch zwischen Frankreich und Venezuela. .
Rußland. Ansichten über Rußland'S Zukunft. St, Petersburg, 14. Januar. Aus Anlak des Neujahres schlügt die radikale Presse einen sehr pessimistischen Ton an. Sie sehen keine Aussicht für nneren Friesen. Die Novoe Vremya und die Slovo sind entgegengesetzter Anficht. Sie glauben, die Duma ein Siegel unter die Freiheiten des Volkes drücken und dem zerrissenen Lande die Ruhe wieder geben wird. Amsiteatroff, einer der glänzendsten russischen Jourualiften, welcher wegen eine? Angriffes aus Mitglieder der lai erlichm Familie in'S Ausland flüchten mußte und seither in Rom lebt, sagt in einem Artikel über die Zukunft Ruß. endS, daß das kommende Jahr Zeuge des politiichen und finanziellen Bänke rotteS sein werde. NeujahrSempsang. St Petersburg, 14. Jan. Der Zar und die Zarina hielten heute u ZarZkoje Selo einen Neujahrs empfang, zu welchem das diplomatische KorpS von St. Petersburg in einem Extrazuge kam. Der Empfang war eine formelle Affaire ; es wohnten demselben . nur Diplomaten, Hosbeamte und einige Adlige bei. Die Abwesenheit deS Grafen Witte fiel einigermaßen auf,, doch wurde er lürt, der Empfang sei speziell für Sie Diplomaten. Der Zar sah gesund aus und sprach reundlich mit allen Besuchern besönderS mit dem amerikanischen Botschafter Meyer und dem deutschen Botschafter v. Echoen. ES war daS erste Mal, daß der Zar Botschafter Meyer seit dessen Rückkehr aus den Ver. Staaten ah und er ergriff die Gelegenheit aus'S Neue seine Dankbarkeit für die Be mühungen deS -Präsidenten Roosevelt und deS amerikanischen Volkes zur Her beiführung deS Friedens mit Japan au-zudrücken. .Auszeichnungen. St. Petersburg, 14. Jan. ES füllt auf, daß unter den Offizieren, welche am NeujahrStage durch Orden ausgezeichnet wurden, besonders viele find, die mit Unterdrückung der Volks bewegung zu thun haben. Durnovo, welcher, wie kein zweiter vom Proletariat gehaßt wtrd, ist vom stellvertretenden Minister deS Innern zu wirklichen Minister befördert wor den und verstärkt die Bureaukratie. Deutschland. Hilfe für die Deutschen in Rußland.' Berlin. 14. Jan. AuS der läßlicher Quelle kommt die Nachricht, daß der Kaiser sich mit der Abficht trügt. der Bewegung zur Hilfeleistung für die in Rußland nothleidenden Teutschen seine aktive Unterstützung zukommen zu laffen. Man erwartet eine der artige Kundgebung von den Lippen deS Monarchen an Stelle aus politi schen Gründen ausgeschlossenen pekuni ären Beisteuerung und zweifelsohne wurde eine solche Anerkennung des bis her Gethanen viel dazu beitragen, den Leitern der Bewegung die Arbeit zu er leichlern. ES muß leider konstatirt werden, daß wider alles Erwarten der Fonds zur Zelt noch sehr gering ist und eS be darf elner Ermuthlgung von allerhöch ster Seite will man die ganze Agitation nicht im Sand verlaufen sehen. Zwar umsaßt der Berliner Ausschuß die ver schiedenften Parteirichtungen und Ge sellschaftZkreise und Bürgermeister und Oberbürgermeister beabsichtigen durch einen Ausruf die Organisation von Zweigausschüssm im ganzen Lande an zureg. Der bisherige geringe Erfolg ist um so erstaunlicher, als die Nachrich ten über die zunehmende Noth' der Deutschen in Rußland sich von Tag zu Tag mehren. Vielen gelingt eS gerade noch ihr nacktes Leben zu retten und die beunruhigendsten Gerüchte besinden sich über die Zahl derer im Umlauf, die niedergemetzelt murden und deren
Wittwen und Waisen nun auf die zweifelhafte Wohlthätigkeit deS rufsi. schen BeamtenthumS angewiesen find. Es wird auch vernommen, daß ein WohlthätigkeitSverein hochstehender Da men den Versuch gemacht hat, die Kaiserin für die Bewegung zu interesfiren. Die hohe Frau bedauerte auS nahelie genden Gründen, soweit daS Kaiser hauS in Betracht komme, die Initiative nicht.ergreifen zu können, doch soll des Kaisers Beschluß, nun selbst einzugrei fen, auf ihre Vorstellungen zurückzu führen sein. Deutscher Geldmarkt. Berlin, 14. Jan. Trotz opti
mistischer Berichte in den Zeitungen einer gewissen Tendenz ist eS nicht mehr n Abrede zu stellen, daß die Lage deS deutschen Geldmarktes sich immer kriti cher gestaltet. Obwohl der ReichSbankdiSkont schon auf 6 Prozent steht, hat sich der StatuS der Reichsbank nicht nur nicht ge bessert, sondern in den letzten Tagen abermals verschlechtert. Auch am offenen Geldmarkt tritt eine Versteifung ein, die eine starke Er höhung der Geldsütze zur Folge hat. Unter dem hohen Diskont leidet namentllch auch die kleine Geschäftswelt. die in den letzten Jahren viel mehr mit Kredit arbeitet als dies früher Gebrauch war. Für sie kommt ia nicht der DiS ont der ReichSbank, sondern ein noch etwa 1 bis 2 Prozent höherer Zinssatz Betracht. Niemand macht sich Illusionen darüber, daß die Geldvertheuerung von den großen Industriellen leicht ertragen werden kann, daß sie aber auf schwache Existenzen im Kleinhandel vernichtend wirken muß. Man bereitet sich deS halb in allen Kreisen auf eine traurige Vermehrung der Konkurse im neuen Jahre vor. Bayern beiManövern un ter preußischem Kom m a n d o. Berlin, 14. Jan. In der baye rischen Kammerder Abgeordneten wurde nach einer telegraphischen Meldung auS München, die Debatte über den Mili täretat fortgesetzt. Mitglieder deS Zen. trumS kritifirten die Betheiligung baye rischer Truppen an einem letztjährigen Manöver unter preußischem Kommando. Sie hoben hervor, daß bayerische Offi ziere in Friedenszeiten nicht verpflichtet seien, preußischem Kommando zu ge horchen. Wenn deshalb ein bayerischer Offizier dem preußischen Kommandeur den Gehorsam verweigere, so würde nur ein unliebsamer Konflickt entstehen. was vermieden werden müßte.. Beschleunigung der Reichs tagSBerathungen. B e r l i n, 14. Jan. Der Senio renkonvent des Reichstags hat den Be schluß gefaßt, die Berathungen im Plenum zu beschleunigen. Da fich bereits die Unmöglichkeit herauSgeftell hat, den Etat vor dem ersten April zu erledigen, ist die Annahme eines Soth gesetzes erforderlich. Der Bundesrath nahm heute die Börsengesetz'Nodelle an, und zwar ge nau in der nämlichen Fassung, welche ihr die zuständige Kommission deS Reichstags in der letzten Session gege den hatte. ES wird nunmehr mit Be filmmtheit aus eine schnelle Annahme der Novelle gerechnet. Besserung im Befinden deS Staatssekretärs des Aeußern. Berlin, 14. Jan. Das Befin den des Staatssekretärs des Aeußern, Freiherrn Oswald von Richthofen, welcher infolge von Ueberarbeitung einen Schlaganfall erlitt und der von den behandelnden Aerzten bereits auf gegeben war, hat fich etwas besser ge staltet. Doch ist der Zustand des Pa tienten noch immer kritisch. Die amerikanische und die britische Regierung haben nach dem Befinden des Patienten Erkundigungen einziehen lassen. Großherzog von Weimar ' reist nach Indien. Weimar, 14. Jan. Großherzog Wilhelm Ernst von SachsenWeimar
wird nach dem demnächstigen Ablauf des Traueijahres eine Reise nach In dien antreten und Ende Mai nach der Heimath zurückkehren. Man erwartet.
daß er fich dann von Neuem verloben wird. (Der Großherzog vermählte sich am 30. April 1903 mit Karoline Prin zessin Reuß ü. L., welche ihm am 17. anuar 1905 durch den. Tod entrissen wurde.) r h r. A n t o n v o n P e r f a l l schwerverletzt. Berlin, 14. Jan. Nach einer e.legraphischen Meldung aus Altenburg ! st dem Schriftsteller Freiherrn Anton von Perfall ein beklagenSwertheö Un glück zugestoßen. Als er zum Pürschen uhr, gingen die Vferde durch. Der Wagen schlug um, und Freiherr von Perfall stürzte eine 'Böschung hinab. wobei er schwere Verletzungen davonrüg, die den fruchtbaren Schriftsteller auf geraume Zeit an'S Krankenlager sseln dürften. Genickstarre. BreSlau, 14. Jan. Für kom menden Donnerstag ist eine zweite Konerenz über die Genickstarre in Schlesien anberaumt. Die Landräthe u. Kreis, ürzte sämmtlicher befallen gewesenen Distrikte find aufgefordert, an der Be, prechung theilzunehmen, da Ministe rialdirektor Dr. Foerster auf Anordnung des Kultusministers seinen Be richt bereits fertiggestellt hat und das Ministerium verschiedene VorfichtSmaß. regeln sofort eingeführt zu sehen wünscht. Bischof Theodor Weber f. Bonn, 14. Januar. Hier ist der Bischof der Altkatholiken deS Deutschen Reichs, Theodor Weber, aus dem Le ben geschieden. (Er wurde am 23. Januar 1836 zu Zülpich in der RheinProvinz geboren, ftudirte seit 1855 Philosophie und Theologie in Bonn und BreSlau. 1860 wurde Weber zum Priester geweiht, 1862 Kaplan in Sa gan (Schlesien) und noch in demselben Jahre zum Religionslehrer am dortigen Gymnasium, später am St. Matthias Gymnasium in BreSlau ernannt, wo er sich 1863 zugleich in der Philosoph!. schen Fakultät habilitirte. Im Jahre 1372 wurde Weber zum ordentlichen Professor der Philosophie ernannt. Als solcher wirkte er bis zum Frühjahr 1890, wo er auf seinen Antrag von dem akademischen Lehramte entbunden wurde und nach Bonn überfiedelte, um hier cam in den Dienst der altkatholi schen Bewegung, für die er vonAn sang an kräftig gewirkt hatte, zu tre ten. Im Jahre- 1890 ernannte ihn Bischof ReinkenS zu feinem Generab Vikar. 1895 wurde Weber zum Weih. bifchof konfekrirt und nach ReinkenS Tod 4. März 1896 zum Bischof ge wählt und als solcher vom König von Preußen und von den Großherzogen von Baden und Hessen anerkannt.) Schle fische Musik feste. B r e S l a u, 14. Jan. Die schlefi. schen Mufikfefte haben für daS musika lisch? Leben deS deutschen Ostens eine derartige Bedeutung gewonnen, daß sich nun die Nothwendigkeit einer gro ßen Konzerthalle in Gerlitz herauSge stellt hat. Der auf 800,000 Mark veranschlagte Bau einer Stadthalle .für diese Musikfeste nach den Entwürfen des Architekten Behrings ist nun be schlossene Sache, Der Musiksaal wird sür etwa 2000 Zuschauer, 120 Musiker und 800 Säuger Raum bieten und sich mittels besonderer Vorrichtungen auch für kleinere Konzerte einrichten lassen. Stiftung. -Köln. 14. Jan. Der Kreistag in Mühlheim, Rhein, hat beschlossen, ge legentlich der Silberhochzeit deS Kaiser Paares eine Stiftung in der Höhe von 60.000 zu spenden. Die Stiftung soll der Bekämpfung von Volkskrankheiten, hauptsächlich der Tuberkulose, und zwar durch Unterbringung der Kranken in Heilstätten, und zur Unterstützung ihrer Angehörigen dienen. Der KreiZauS schuß wird die Verwaltung der Stif tung selbständig führen. . Korea. S t e p h e n 8 bleibt. Seoul, 14. Jan. Die Regie rung hat beschlossen, die Dienste Dur ham White StephenS', deS amerika nlschen diplomatischen Berathers des Kaisers auch ferner zu benutzen. Italien. Beim Papste. Rom, 14. Jan. , Bifchof O'Con nell von Portland, Me., wurde heute vom Papste in Privataudienz empfan gen und sehr gnädig begrüßt.
Kleine Knaben
Als Erabschander. . P a t e r s o n , N. I., 14. Jan. Drei Knaben, welche in das Privat. Gewölbe deS verstorbenen Oberst Phi ip Rafferty auf dem katholischen Fried. Hofe einbrachen und einen der Särge öffneten, sind verhaftet worden. Die jugendlichen Verbrecher wurden dor Recorder Noonberg gebracht. ES waren John Black, Wilbur Meade und Geo. McKay. Keiner derselben ist über zwölf Jahre alt. Frankreich. Mißtrauen gegen Eng land. Paris, 14.- Jan. Seit Beginn der Freundschaft mit England hat eS Staatsmänner gegeben, welche an der Ehrlichkeit Englands zweifelten und behaupteten, England suche nur die ranzösische Unterstützung, weil ein Conflict mit Deutschland drohte, was eine ewige Sorge ist. Es scheint nun, daß auch in Japan dieselben Gefühle zu Tage treten, und daß die. anti.britische Partei täglich stärker wird, welcher eine ganze Anzahl angesehener Männer angehören. Fukamato Sel sagt in der conserva tiven Zeitung Nippon". die Frucht des ersten Bündnisses mit England fei der Krieg mit Rußland gewesen, und fährt dann fort: England braucht die Armee Ja pans. Wir waren nicht scharfsinnig genug, dies zu erkennen, und sind in ein Bündniß gelockt worden. Englands Flotte war zur Zeit Nel son'S die beste, aber daS ist lange her und der Friede hat sie geschwächt. Sie istx vielleicht sogar schwächer, wie die Rußlands war. Englands Armee ist die geringste der Welt. Ihre Solda. ten kämpfen nur, weil sie dafür bezahlt werden." Venezuela. Offizieller Bruch. Caracas, 11. Jan., über Port of Spam, 14. Jan. .Da Venezuela es versäumte, die Beziehungen mit Frank reich durch M. Taijny, den franzöfi fchrn Geschäftsträger wieder anzuknü pfen, wurde der Regierung durch den amerikanischen Gesandten Russell eine Note Frankreichs übermittelt., durch welche die Beziehungen zwischen beiden Ländern abgebrochen werden. Russell wird die Archive der franzö fischen Gesandtschaft in Obhut nehmen und die französischen Interessen ver treten. Taigny ist zurückberufen worden. Afrika. Marokkanischer Delegat angekommen. AlaeciraS, 14. Jan. Unter dem Donner der Kanonen des spanischen Kriegsschiffes landete heute Mohammed el.TorreS, der marokkanische Minister deS Aeußern, welcher seine Regierung bei der Konferenz vertreten wird. Die ganze Bevölkerung, vorzugsweise Mauren und Spanier füllte die Quais um das Schauspiel zu genießen. Der Minister war unerwartet mit dem spa Nischen Kreuzer Rio del Plata" ange kommen. Die ganze Delegation be stand aus 61 Personen, alle reich in weiße Gewänder gekleidet und die Häupter mit weißen oöer rothen Tur danen bedeckt. Spanische StaatSwagen die von Se ville hierher gebracht worden waren. brachten Mohammedel'Torres mi Gefolge nach einer Villa, die neben den für die britischen und französischen Delegationen bestimmten steht. Jamaika. Hochzeitsreise endet in Zelle. Kingston, 14. Jan. Der Lie beStraum von Edwin St. George Ban well, dem jungen Zahlclerk der Crown Bank in Toronto, welcher am 9. Dez über K20,000 von den Geldern der Bank stahl und fich am nächsten Tage in Buffalo mit seinem Liebchen trauen ließ, kam gestern zu einem schnöden Ende, als der jugendliche Ehemann von einem Beamten der Pinkerton Detektive Agentur in Haft genommen wurde. Banwell befindet sich nun im Gefäng niß, um mit dem nächsten Dampfer nach Toronto zurückgebracht zu werden. Sein unglückliches junges Frauchen ab, welches von dem Diebstahl ihres Mannes gewußt haben soll, weint sie über das verlorene LiebeSglück dle Oeug lein roth.
San Tomingo. Schlappe der Jnsur g e n t e n. Cape Haytien, Hayti, 14. an. Eine blutige und wahrscheinlich
entscheidende Schlacht fand nahe Guayabin zwischen den Truppen des Gen. CacereS, des temporären Prüft deuten und den Insurgenten .statt. Erstere waren siegreich. Auf beiden Seiten wurden mehrere Generale ge ödtet oder verwundet. Das Kanonenboot Jndependencia, 1 das kürzlich zu den Insurgenten über ging, will angeblich auf Rath MoraleS wieder zur Regierung hatten, wenn den Offiieren und Mannschaften verziehen wird. Dänemark. S ch i f f b r u ch. E S b j e r g, 14. Jan. Der nor wegische Dampfer Iris, Kapitän Devig von New Orleans nach hier bestimmt. st auf dem Herna.Riff, 20 Meilen westlich von hier, in Trümmern ge gangen. Die Bemannung wurde bis auf einen Heizer gerettet. Spauien. Lebhaftes Treiben. Gibraltar, 14. Januar. In Folge der Anwesenheit vieler Kriegs chiffe herrschte heute in Gibraltar regeö Leben. Die amerikanischen Blaujacken, freundeten sich mit den britischen an. Viele wohnten der Parade auf der Zitadelle bei. Contre Admiral Sigsbee und die Kapitäne des amerikanischen Geschwa derS waren bei Admiral Sir Edward Chichester zum Diner geladen. - Mor gen wird der amerikanische Konsul Sprague den amerikanischen und eng lischen Offizier ein Diner geben. Panama. Magoon nach ben Ver. Staaten. Panama. 14. Jan. ChaS. A. Magoon, Gouverneur der Kanalzone und Gesandter nach Panama wird nächsten Dienstag nach den Ver. Staa ten abreisen. Während seiner Abwesenheit wird der Exekutiv.Sekretär H. Reed als Gouverneur der Zone fungiren. Zcppclws Luftschiff. Nach einer Pause von fünf Jahren unternahm Graf Zeppelin mit seinem inzwischen erheblich umgestalteten und verbesserten Luftschiff" in FriedrichsHafen. Württemberg, jüngst wieder einen ersten Versuch, der aber infolge eines mißlichen Zwischenfalles nicht glücklich verlief. Gleich zu Beginn der Fahrt, als das riesige Fahrzeug glücklich und geschickt aus seiner Halle hervorgeholt war und nun seine Flügel regen sollte, versagte in boshafter Laune der vordere Motor. Infolgedessen hob sich unter dem Drucke des hinteren Propellerpaares nur das Achtertheil des Schiffes und drückte das vordere Ende in's Wasser, wobei die vordere Steuerung durchnäßt wurde und zerbrach. Es mußte natürlich auch der hintere Motor schleunig abgestoppt werden, und ein starker Nordwind nahm nun den Ballon willenlos mit sich und trieb ihn. trotz einiger schwachen Behauptungsversuche, in kurzer Frist fast bis auf das Schweizerufer hinüber, von wo er schließlich durch ein Schleppboot zurückbugsirt wurde. In Leightons Corner, N. H.. erhielt jüngst nach 23jähr!gem Eheleben ein Ehepaar zum ersten Male den Besuch Adebars, der den Leutchen einen 8Z Pfund schweren neuen Weltbürger in die Wiege legte. Millionär als Beamt t r. Ein Millionär Namens Joseph S. Neave in Cincinnati, O., der fich vom Geschäft zurückgezogen hat. ist zum Superintendenten des dortigen Straßenreinigungsamtes ernannt worden, mit welchem ein Jahresgehalt von 52400 verknüpft ist. Neave bewarb sich um das Amt, weil er für die ReinHaltung der Straßen ein großes Interesse hat und außerdem die nöthigen Fachkenntnisse besitzt. Er wird außerdem auf seine eigenen Kosten 'die gr3ßeren Städte des Landes besuchen,. die Zustände studiren, soweit die Straßenfrage in Betracht kommt, und alsdann in Cincinnati die gesammelten Ersahrungen zu verwerthen suchen. Lokomotivführer ein Held. Durch die heroische Aufopferung eines Lokomotivführers Namens George Williams wurde eine Frau Hallock M. Hill in Quincy, Mass., vom sicheren Tod gerettet. Frau Hill stand gerade im Begriffe, in Gesellschaft ihrer Tochter das Geleise zu überschreiten, als ein Expreßzug heranbrausie. DaZ Mäd'ben war bereits in Sicherheit. 'Frc.' . '.ll,' blieb jedoch vor dem heranbrausenden Zuge wi: angewurzelt stehen, worauf Williams von seiner Lokomotive herabspranz und die Frau kräftig bei Seite siiefc. Di: Lokomotive erfaßte den Better, d:r schwer, akn nit Nch verletzt wurde.
