Indiana Tribüne, Volume 29, Number 120, Indianapolis, Marion County, 13 January 1906 — Page 3
JndlanQ Tibüne, lS. Januar 190.
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er Rothe Frankreich und Venezuela
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Whitc nach AlgniraS. Feuer in Panama. Von Richthpfen erkrankt.
Ter rothe Sonntag" in Rußland. Der rothe Sonntag. St. Petersburg. 12. Jan. Das Arbeiter.Konzil beschloß in Ueber einftimmung mit den anderen Vertre tern des Proletariats die Erinnerung an den Rothen Sonntag-, am 22. Januar durch eine friedliche Einstellung der Arbeit zu begehen. Delegaten wer den nach Frankreich, England und Deutschland abgesandt wertn, um den Arbeitern dieser Länder für ihre Sym pathien zu danken. Entsetzliche Zustände. St. Petersburg, 13. Jan.. (1.40 früh). Die erste Nachricht von JrkutZk, welche seit Wiederausnahme der telegraphischen Verbindung ein traf, war ein frenetischer Appell der tnarzagenten, oag Jemand zur Uebernahme der städtischen Vermal tung geschickt werde. Der Vice-Gou verneur, der Polizeichef und alle Höhe ren Beamten wären von den Revolu tiouären getödtet worden. Kanonen gegen Bomben. T i f l i S . 12. Januar. An 350 Personen wurden bei einem Angriffe getödtet oder verwundet, den Kosaken auf das hiesige armenische Seminar machten, nachdem aus der Anstalt zwei Bomben in eine vorüberziehende Pa lrouille geworfen worden waren. Durch die Explosion der Bomben waren vier Kosaken und ein Knade ge tödtet worden. att-iifi . t.fi.t v i . cwnfi Arimeiie oeigoB oann oas AN iaus Gebäude. Propaganda der That. Warschau. 12. Januar. Die Mitglieder deS Executiv'EomiteS der hiesigen Propaganda der That wurden heute' verhaftet. In ihrem Haupt quartier entdeckte Die Poltztt eine IM Druckerei und eine Anzahl Todesur theile deS revolutionären Tribunals. Frankreich. Das Tischtuch zerschnit t e n. Paris, 12. Januar. Obwohl Thomas M. Maubourguet, der Vene zolanische Geschäftsträger, feine Päffe noch nicht erhalten hat, nimmt man allgemein an, daß alle diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und Venezuela abgebrochen sind. Präsidentenwahl. Paris, 12. Juni. Das Mini fterium setzze heute die nächste Präsiden tenwahl auf den 17. Januar fest. Italien. Gesandter White nach A l g e c i r a S. Neapel. 13. Jan. Ver. St. Gesandter White reiste heute Abend um 7 Uhr an Board deS Norddeutschen LloyddampferS Prinzeß Irene nach AlgeciraS gegenüber von Gibraltar ab. wo bekanntlich die marokkanische Kon ferrenz abgehalten wird. Der deutsche Konsul erschien im Auf trage seiner Regierung auf dem Dampfer und begrüßte White, während die SchisfSkapelle die amerikanische Na tionalhymne spielte. Panama. Feuer in Panama. Panama, 12. Januar. Heute Nachmittag ereignete sich ein Feuer in der Stadt, wobei zwei von der ärmeren Klasse bewohnte Häusergevierte ein schließlich zweier Schulhäuser abbrann ten. Das Feuer soll durch die Nach, lössigkeit von SanitätZbeamten beim Ausräuchern der Häuser mit Schwefel entstanden sein. DasRevolutiönchen. Guayaquil, 12. Jan. Die Rebellen hüben Riaoamba verlassen und marschiren nördlich. Deutschland. Die achtzig Mafsenver. sammlungen. Berlin, 12. Jan. W!e gemel. detwird, haben die Lokalbehöcdm Vor. kehrungen getroffen, um am 21. Ja. nuar, dem Tage, an welchem in Berlin d'.e SocZuldemokraten durch 80 riesige Massenversammlnngen im Weichbllde der Stadt zur Erinneruna an den
Sonntag." brechen diplamatifchc BcBerlin. Pnttkammer ab. Rothen Sonntag" in St. Petersburg (22. Januar 1905) abhalten werden. die Ordnung aufrechl zu erhalten. Staatssekretär Frhrn. v. R l ch t h o f e n's Stunden gezählt. Berlin, 12. Jan. Der Zustand des Staatssekretär deö Aeußern, Frei Herrn Oswald von Richthofen, welcher, wie bereits gemeldet, infolge von Ueber arbeitung einen Schlaganfall erlitt, hat sich nach Aussagen der behandelnden Aerzte hoffnungslos gestaltet. Das Ableben ist stündlich zu erwarten. Die drei Söhne des Staatssekretärs, sein Bruder Karl und eine seiner Schwestern find am Sterbelager versammelt. Der Kaiser bewies seine Theilnahme, indem er durch den Generalstabsarzt der Armee. Dr. Schjerning, Erkundigun gen nach dem Befinden des StaatSsekre türS einziehen ließ. Gouverneur v. Puttkamer verläßt Kamerun. Berlin, 12. Jan. Die Tage der RegierungZ.Herrlichkeit deS GouverneurS von Kamerun, JeSko V. Putt kamer, find nun vorüber. Wie von amtlicher Seite verlautet, hat er die Zügel der Verwaltung dem Komman deur der Schutztruppe, Oberst Müller, übergeben. . Sem Eintreffen in Berlin wird für den Anfang des nächsten Mo natö angekündigt. Puttkamer leistet damit der Aussorderuna zur münd. lichen Berichterstattung", welche mit seiner Abberufung gleichbedeutend ist, Folge. Puttkamer wird sich nicht nur wegen der Behandlung der Duallahäuptlinge zu verantworten haben, die sich über ihn beschwert hatten und die wegen die fer Beschwerdeschrift mit FreiheitSstra fen bis zu 9 Jahren bedacht wurden. sondern eS ist auch über sein persön licheS Leben und über seine Beziehungen zu ErwerdSgesellschaften Klage ge führt worden. Man ist auf den mündlichen Be richt" allgemein recht gespannt, und der Reichstag dürste dessen Veröffentlichung fordern. Otto Schelper f. Leipzig, 12. Jan. Hier ist der namhafte Wagnerfänger Otto Schelper (Bariton) aus dem Leben geschieden. (Er war am 10. April 1844 in Rostock geboren, ging, sechzehn Jahre alt. in Bremen zum Theater und war seit 1876 der erste Vertreter seines Faches am hie figen Stadttheater. Schelper war einer der bedeutendsten Baritonisten der Ge genwart, als Sänger wie als Darstel ler in gleichem Maße ausgezeichnet und besonders als Wagner . Sänger ge schätzt.) Britischer Admiral Sey. mour vom Kaiser aus gezeichnet. Berlin, 12. Jan. Eine beson dere Ehrung hat der Kaiser dem briti schen Admiral Sir Edward Hobart Seymour zu Theil werden lassen, indem er ihm das Großkreuz des Rothen CW v t w f Avleroroens veruey. seymour wtr bekanntlich der Führer der HülfSexpc dltlon, welche am 10. Juni 1900 von Tientfin aufbrach, um den belagerten Gesandtschaften in Peking Entsutz zu bringen. Bei dieser Gelegenheit erlkeß er den zum. geflügelten, Wort geworde. Nen Befehl (Zermans to the front." RiesjgerWaarenverkehr vorJnkrasttreten deS neuen Tarifs. Hamburg, 12. Jan. Das dem nöchstige Inkrafttreten des neuen deut schen Zolltarifs wirft seine Schatten voraus. Der Ozean . Waarenverkehr ist gegenwärtig gewaltig, namentlich derjenige zwischen Amerika und Deutsch, land. Die Importeure benutzen die Zeit vor dem 1. Mürz. um so viele Waaren unter den alten Zollbestim mungen einzuführen, wie nur iraend möglich. Infolgedessen hat die Ham burg.Amerika.Linie" noch den Dam. pfer Patricia" für den New Norker Dienst eingestellt, . um den außerge. wohnlichen Anforderungen besser ent precyen zu können. ' . KommerzienrathSanden. Berlin. 12. Jan. Der ehema.
liger Direktor der Preußischen Hypo
lheken'Aktienbank. sollte nach eine Blüttermeldung vor einigen Monaten eine Million Mark für seine Entlassung aus dem Gefängnisse geboten haben BteseS Gebot wrde selbstverständlich abgelehnt. Wie wir nun erfahren, ist Kommerzienrath Sanden jedoch bereits feit Mitte Oktober wegen schwerer Krankheit aus dem Gefängniß entlassen und hält sich in der Wohnung seiner Frau auf. Redakteur in Sachen Konto St." mit Ge. .füngnißbestraft. Berlin. 12. Jan. In Franl furt a. M. ist der Redakteur Quinte von der dortigen Volksftimme" wegen Abdruck deS VorwürtS".ArtikelS ge gen den ehemaligen Kolonialdirektor Dr. Stübel in Sachen des Kontos St." zu sechs Monaten Gesängniß ver urtheilt worden. Die Redakteure deö Vorwärts" und des Berliner Tageblatts" waren we gen deS gleichen Vergehens, nur mit Geldbußen bestraft worden. Bekanntlich hatte zuerst das Ber liner Tageblatt" der Anschuldigung Raum gegeben, daß Dr. Stübel und der LandwirthschaftZminister General. leutnant z. D. v. Podbielökl je ein Konto St. und P." bei der Firma v. TippelZkirch & Co. hätten, welche große Lieferungen für die Schutzge biete besorgt.? Wegen der Verdächtigung deZ Kolo nialdirektorS war dann vom AuS wärtiZen Amt Strafantrag gestellt worden. Kaiser Franz Joseph bei deutschen Kaiser. Manö vern. Berlin. 12. Januar. Eine im Hinblick auf kürzliche tendenziöse AuZ. streuungen interessante Nachricht dringt die Schlefische Volkszeituna". DaS Blatt behauptet, daß Kaiser Franz Joseph den diesjährigen deutschen Kai. Manövern, deren Schauplatz Nieder chlefien sein wird, beiwohnen werde. Bewahrheitet sich die Nachricht, so würde das nach hiesigem Dafürhalten die bündigste Wiederlegung der viel ach aufgemachten Gerüchte fein, daß zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Joseph nicht mehr das frühere reundschaftliche Verhältniß bestehe. Freilich hatte schon die Kölnische Zeiung" in einer offiziösen Auslassung onstatlrt, daß der diesjährige Neu ahrZwunsch deö Kaisers Wilhelm an den Kaiser Franz Joseph an Wärme das gewohnte Maß überstiegen habe. Hohen zollern Stammbaum B e r l i n, 12. Januar. Der ge. fammte Stammbaum des Hauses Hohenzollern ist dem Kaiser durch die gemeinschaftlichen Verfasser dieses Werkes, den Geheimen Archivrath Dr. Großmann (früher am königlichen Hausarchiv), den am königlichen Archiv thätigen Archivrath Dr. Schufter und den Archivdirektor Dr. Zingeler (zu Sigmaringen in Diensten des fürstlich Hohenzollernfchen Hauses), überreicht worden. Die Herren haben daran neun Jahre hindurch gearbeitet und alle großen europäischen Archive benutzt. Besondere Unterstützung fanden sie beim Wiener Hofarchiv. Die älteste urkundliche Erwähnung deS HohenzollernhaufeS findet 1061 statt. ES heißt damals in einem Schlachtbericht: Burchardus et Wezil, Hohenzollern, find gefallen" Kaiser Wilhelms zweiter Stammbaum reicht in ununterbrochener Reihenfolge auf die Prinzessin Helene von Sachsen aus dem askanlschen Hause zurück, die im 13. Jahrhuudert gelebt hat. Eine früher oft behauptete Verwandtschaft zwischen Hohenzollern und HabSburg, gibt es nicht. DeS KaiferS Sprachleh. r e r. Paris, 12. Jan. In Paris starb Amedee Pigeon, der französische Sprach lehrer deö Kaisers Wilhelm während seiner Studienzeit in Bonn. Im Jahre 1831 veröffentlichte er ein Aufsehen er. regendes Buch L'Allemagne de Bis. marck", das sich durch Objektivität in der Beurtheilung deutscher Verhältnisse auszeichnete. Auf rein literarischem Gebiete hat Pigeon einen, psychologisch sehr interessanten, wenn auch zu sen timentalen Roman Leö deux amours", sowie einen historischen Roman Le testament de l'empereur", der in der Umgebung deS Herzogs von Relchftadt spielt, geschrieben. SensationS.Prozeß in Sicht. Berlin, 12. Jan. Die Staats. anwaltfchaft in Hannover hat gegen
den Geldgeber der Baronin Königs, warter als angeblichen Wucherer das
ErmlttelungS'Verfahren eingeleitet. Die Frau war früher Sängerin in Breslau und heirathete dort Königs. warter. Beide traten vom Juden thum zum Katholizismus über. Der BaronStitel, welchen der Gatte führt, stammt aus Portugal und wird in Preußen nicht anerkannt. KönigSwarter erklärt, von den finan Ztellen Transaktionen seiner Gattin nichts gewußt zu haben. Die Sache verspricht, sich zu einer großen Sensation, zu gestalten. Abgeordneter SartoriuS legt keine Berufung ein. Berlin, 12. Jan. Die Revi. fionSfrist für den ReichStagSabgeordne. ten und Gutsbesitzer SartoriuS, welcher von der Strafkammer zu Frankenthal in der Rheinpfalz wegen fortgesetzter Weinfälschungen zu dreitausend Mark Geldstrafe und den Kosten deö Versah. renö verurtheilt worden war, ist adge. laufen. Wie eö heißt, nahm Sarto. rius, dessen Gesundheitszustand unter, graben ist, auf SrztlichenRath von einer Berufung Abstand. ES wird nunmehr erwartet, daß SortoriuS fein Reichstagsmandat nie. verlegen wird. Mitdem Schulgesetz zu. frieden. Münster, 12. Jan. Die Stadt. Vertretung, in welcher Anhänger der Centrumspartei die Mehrheit haben. hat eö abgelehnt, sich an dem bevorste. henden preußischen Städtetag, welcher der Opposition gegen das Schulunter, haltungsgesetz Ausdruck geben soll, zu betheiligen. Die Mehrheit der Stadt. Vertretung erklärte sich mit der Vorlage einverstanden. VonHochwasser bedroht. ttOln, vi. Jan. Mittel, und Oberrhein, sowie die Mosel'Gegend, sind VonHochwasser ernstlich bedroht. Die Flüsse haben bereits eine geführ. iche Höhe erreicht. Auch im Ruhrae. vlet glelt dle Lage als bedenklich. Ein neuer VersSunttn. Versuch in Ungarn. Wien, 12. Jan. Nach einer tele. - n " graphischen Meldung aus Budapest hat ein emstündiger Besuch des dort ansüs. figen Erzherzogs Joseph beim Grafen Apponyi, einem der Führer der Koali ion, große Aufmerksamkeit erregt, han. delt eö fich doch um einen abermaligen Versuch, zwischen der Krone und der Opposition den Frieden zu vermitteln. In der Depesche heißt eö noch, daß der ehemalige Finanzminister Dr. v. LukacS, welcher feit geraumer Zeit an der Aussöhnung zwischen den beiden Faktoren arbeitet, sich hoffnungsvoll über den Stand der Dinge ausgespro. chen hat. Ekuador. ThomaSNast 's Leiche. G u a y a q u i l, 12. Jan. Der britische Dampfer Saneiago-' nahm heute die Leiche deS Cartoonisten Kon. ul Thomas Nast. der am Gelben Fie. ber im Jahre 1902 starb, an Bord, zur Beförderung nach New Jork. Canada. Wieder ein Hotelbrand. Montreal, 12. Jan. Ein Theil des Windfor Hotol wurde heute durch Feuer theilweise zerstört. Kein Ver. ust an Menschenleben ist zu beklagen. Schaden $150,000. San Domingo. MoraleS in Sicherheit. San Domingo, 12. Jan. Der flüchtige Präsident MoraleS hat in der hiesigen amerikanischen Gesandt. chaft Unterschlupf gesucht. ES sind Verhandlungen im Gange. um MoraleS zu veranlassen, von sei nem Amte zurückzutreten und San Do. mingo zu verlassen. Japan. Oku 's Einzu. T o k i o . 12. Jan. General Oku, welcher während dei Krieges mit Ruß. land den linken Flügel kommandirte, hielt heute Morgen seinen Triumph, einzug in die Hauptstadt. General Oku fuhr mit seinem Stäbe in kaiserlichen Equipagen nach dem Palast. Spanien. . Kirchliche Trauung. Madrid. 12. Jan. Cardinal Sancho HervaS, Erzbischof von Toledo, vollzog heute Morgen die kirchliche Trauung deS Prinzen Ferdinand von Bayern mit der Jnfantin Maria Therefa. Die Feier war eine glänzende; die königliche Familie, der Adel und die höchsten Beamten wohnten derselben bei.
Tie Masia" in Vcrlin. ßin echter Tilm:ncrjllngcnftrc!ch führte den 16jährigcn Hausdiener Hermann Stacks unter der Anklage der versuchten Erpressung vor die Strafkammer des Berliner Landge richts. Der Angeklagte ist ein zu Abenteuern aller Art hinneigender junger Vnrscke, der durch die Lektüre von Jndiancrgcschichtcn und Hinter treppenromancn in feinen Phalriasien noch bestärkt wurde. Er hatte den Plan gefaßt, nach Afrika auszmvan. dern und dort sein Glück zu versuchen. Er hatte sich auch schon als nö thigste Rciserequisiten Gift und einen Dolch besorgt, es fehlte ihm nur noch an Reisegeld. Dieses versuchte er sich in romantischer 'Weise zu verschaffen. Die 53.jährige Klavierlehrcrin K. in der IZaupachstraße erhielt eines Ta ges einen Brief, der sie einigermaßen in Angst versetzte. Der Inhalt war etwa folgender: Wenn Sie nicht unter den Treppenvorleger 200 Mark zur Abholung 'bereit legen, dann verschwinden Sie von der Vildfläcke." Der Brief trug die Unterschrift Die Mafia" und dreiztreuze sowie die Ab bildung eines Dolch-cö. Auf den Rath der Polizei' legte die Bedrohte einen Brief unter den Treppcnvorleger, in welchem sie schrieb, daß sie leider nur imstande sei. 00 Mark für die 3!et tung ihres Lebens vor der Nacke der Mafia" aufzubringen. Diesen Brief entdeckte durch Zufall ein ganz unschuldiger und unbetheiligter jun ger Mann, der vorübergehend in Ver. dacht kam, der Erpresser zu sein. rl. K. erhielt dann noch einen zweiten Brief ähnlichen Inhalts von dem An geklagten, das Experiment wurde wiederholt, und nun gelang es, den Angeklagten abzufassen. Dieser war geständig und erklärte auf Befragen, das; er von den Thaten der Mafia mancherlei gelesen habe. Der Gerichtshof erkannte auf sechs Wochen Gefängniß. Tas Cnde eines Clowns. Der vor einigen Jahren in einem Berliner Zirkus verunglückte berühmt:
uionrn yomas Qlschansty ist dieser Tage in Kopenhagen gestorben. Er war. von dänischer Herkunft und hieß eigentlich Olsen. Als Dummer August" und sonst als tüchtiger Artist angesehen, bezog er in der mit Düsseldorf für die Hauptstadt des europäischen Artistenthums geltenden dänischen Residenz hohe Einnahmen und arbeitete auch außerhalb Kopenhagens für beträchtliche Gagen. In Berlin that er eines Abends einen verfehlten Sprung und stürmte auf den Kopf, so daß er als todt fortgetragen wurde. Im Hospital erholte er sich langsam. aber sein Verstand hatte gelitten, und von der Wiederaufnabme seiner früheren Thätigkeit war für ihn nicht die Rede. Er kehrte nach Kopenhagen zurück und lebte von seinen Ersparnissen. Als diese verzehrt waren, stellte er aus einer Zigarrenkiste eine Art von Violine her, bezog sie mit dünnem, Garn und strich mit dem Spazierstock darüber; die dadurch hervorgebrachten Töne hatten etwas Musikalisches, und mit der Geige" unter dem Arm zog er in den Kopenhagener Schenken umher, wo man immer etwas Kupfermuiize für ihn übrig hatte. Bei dem Empfang der Gaben dankte er stets mit Kratzfuß und Grimasse, genau in dem überlieferten Stil des Dummen August". Diese Fähiakeit war ihm aus der 5.eit seines Ruhmes einnq nock geblieben. Jetzt ist er Verhältnißmäßig jung gestorben. Streik der Pennälcr. ' Mittheilungen aus Rom zufolge regt es sich nach Jahren wieder einmal unter den italienischen A-B-C-Schü-tzen, und zwar aus sehr löblichen und anerkennenswerthen Gründen. In den unteren Gymnasialklassen zu Tortona fehlt es an Lehrpersonal, auch ist das Gymnasium ohne Direktor. Daraufhin trat die gesammte Schülerschaf! in den Streik ein und sandte folgendes Telegramm an den UnterrichtsMinister: Skandalisirt über die Unanständigkeit (!), daß zwei Monate nach Schulbeginn noch immer kein Titularprofessor für uns vorhanden ist, erheben wir Schüler der Quinta energisch Protest und verlassen in Masse die Schule." Wir wissen leider nicht, zu welchen Maßregeln der Präfekt gegriffen hat, um die lieben Kleinen die hier selbst im zartesten Alter den wichtigen Titel Student:" führen zur Räson zu bringen. Ueber einen interessanten Kampf zwischen bulgarischen und griechischenFreischärlern wird der Athener Zeitung Empros berichtet. Die griechische Bande hatte durch Kundschafter erfahren, daß sich Bulgaren auf einem Jnselchen im See von Gen nia eingenistet' hatten, wohin sie sich auf Booten, die aus einem Baumstamm verfertigt waren, wie das dort j üblich ist. begeben hatten. Dasselbe thaten die Mitglieder der griechischen Bande; als sie sich demJnselchen näherten. fuhren ihnen die Bulgaren in ihren T.rögen entgegen und es kam zur förmlichen Seeschlacht, die vier Stunden darrte. Es wurde heftig geschofsen Nachdem auf beiden Seiten Todte und Verwundete waren, neigte sich der Sieg auf die Seite der Griechen, die einige Tröge der Bulgaren zum Sin'ken brachten. ' Die Sieger nahmen dann Besitz von dem Jnselchen. ,
