Indiana Tribüne, Volume 29, Number 118, Indianapolis, Marion County, 11 January 1906 — Page 5
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er Tus: deZ ersten Heues weht von fcer Wiese zu mir herübe? und mit ihm eine Erinnerung. die mich in ihrer Plötzlichkeit verblüfft und mein Herz zu hastigen Schlägen erregt. N Lange Jahre sind vergangen, in' denen ich an dich, du kleines Mädchen.' nicht zu denken brauchte. Jahre roll erdrückender Prosa, voll Kampf und Sorge, Staub und Mühe des Alltags. Ein verblüffendes Wunder ist es mir deshalb, daß durch die Schuttdecke der Jahre auf einmal dein jugendfrisches Bild aufsteigt, daß ich dich jetzt wieder jung und schön vor mir sehe wie einst in längst verschollener Zeit. Ist es die Erinnerung, die mich so wunderlich berauscht, ode? ist es ihr Erreger, der Heuduft, der so unvermuthet über meinen Waldpfad flutet? Sind es die Berge dieses Waldthales, die köstliche Stille und Stimmung unter dem Laubdach meines Pfades, ode: ist es das leise Plaudern des am Nand der Wiese vorbeitreibenden Wassers, das unmerklich mein Gemüth empfanglich macht für eine fast mit körperlicher Gewalt aufsteigende Erinnerunz? Ich bin mir selbst ein Räthsel in diesem Augenblick, verwirrt und beglückt stehe ich vor Bildern aus längst vergessenen Tagen. Im Tust des dort auf der Wiese dorrenden Heues verschwindet mein derzeitiges Ich. verschwindet ein Bierieljahrhundert. ich bin wieder 16 Jahre alt und mit dir im Heu, mit dir, du thaufrisches, schelmisches Linchen. Fünfzehn Jahre warst du damals alt. es ist kaum glaublich. Aber ich rechne nack. und es stimmt. Fünfzehn Jahre zähllest du und ich 16. Ich kann nicht über das Faktum hinwegkommen, und ich vermuthe ein ungläubiges und wehmüthiges Lächeln zieht langsam über mein Gesicht, während ich mich hier auf den Wurzelknollen der Buche setze und dann träumerisch hinüberstarr: auf die Wiese mit den Heukegeln und in das Sonnenlicht, das darüberflirrt. Unser Wiesenthal war diesem hier ähnlich. Auch dort trieb der Bach langsam vorbei an dem Wiesenviereck, auf dem das blauqrüne Heu unter unseren Rechen raschelte. Ach. du Schelm, fceiftt du. es raschelte niemals lange. Wie oft fielen dech die Rechen zu Boden, du jagtest daron mit flatternden Zöpfen, die sich so gern unter den in den Nacken gerutschten Hute in eine goldene Mähn: verwandelten. Ich tollte hinter -dir her, wir setzten über die Kegel, wir kollerten im Heuhaufen, flogen über den Bach, brachen durch die Erlen, hetzten umher wie übermüthige Bracken. Scherz- und Neckroorte flogen zwischen uns hin und her.bisich dich faßte, du flinke, glanzäugige Hexe, bis wir mit wogender Brust gegenüber stan den, unter' ruckweisem Lachen für Augenblicke verschnauften, um wieder auf' neue loszurennen. Waren wir ganz müde gerast, dann kamen die Rechen wieder in Thätigkeit, die Strähnen des Heues wälzten sich wieder zu unseren Füßen, die Heuvferdchen hüpften wieder kreuz und quer durch dörrende Gräser, die ganze Luft war abermals ein heißes Flirren, ein hastiges.' eintöniges Zirpen und Summen. Lange blieb es nicht still, dann begann wieder dein jauchzendes Lachen, dein Necken. Die Rechen fielen zu Boden, die Röcke flatterten über raschelndem Heu und die Jagd begann auf's neue. Oben am Ende der Wiese trieb der Bach in dünnem, breitem Bande über Geröll und Steine abwärts, weißt du noch? Tu patschtest in einigen Sätzen hindurch.nahmst drüben ein paar berre Kiesel, die du in den Tümpel zur Seite warfst und so deinen nichtsahnenden Verfolger mächtig mit Was,er bespritze test. Tu Hexe, wie lachtest du. als ick, begossen ati Ufer stand und mir die nassen Augen ausrieb. Aber gerächt habe ich mich mit der ganzen Wucht meiner beleidigten Männlichkeit. Tu wurdest ebenfalls naß gemacht und zum Ueberfluß noch plump geschüttelt. Aufgeheult hast du da plötzlich und mir dann in den Arm gebissen. Tann waren wir uns böse einen ganzen Nachmittag lang, aber das Heumachen gedieh infolgedessen prächtig. NZch jöxtc man mehr auf der Wiese als Heurascheln. Jnsektensurren und das träumerische Gluäsen und Gurgeln des Baches, bis vom Dorfe her die Abendzlocke läutete und wir heimzogen zum Hause des Onkels Rentmeister, dem eine wunderliche Schicksalstücke uns beide gleichzeitig als Feriengäsie in die Arme geworfen. Hast du den Onkel Rentmeister auch noch so lebhaft vor dir. wie ich in diesem Augenblick? Ta sitzt er am Steintisch der Gartenlaube und hält die abendliche Rede über die eigene Vortrefflichkeit oder vielleicht auch über die Vortrefflichkeit und Vekömmlichleit der sauren Milchend geschmälzten Kartoffeln, mit denen er allzu oft unseren Tages fleiß zu belohnen pflegte. Hörst du auch noch, wie er bruchstückweise seine Reden hervorstößt, in deren Luden die Rauchwolken dringen, die er paff, paff wie eine anziehende Lokomo
tive yerooruoVl? Hast 'du. etwas vehalten von den weisen Ermahnungen, die der gute Onkel in reicher Fülle auf Lager hatte? Welch ein hartnäckiger Rechthaber war doch dieser Ohm mit dem rothen Gesicht und dem weißen Rahmenbart! Damals freilich imponirte er mir aewaltia. er dielt meine yarmlose vjteje gleichsam nieder mit d:m Gewicht seiner Biedermanns-Tu-genden. Tu freilich warst schlauer, es wetterleuchtete manchmal beim Anhören der altbackenen Weisheit um deine Augen, und wie gern hättest du mich oft zum Auflachen gereizt, du Taugenichts! . Tag um Tag zog durch Sonnengluih. Hcuduft und Jnsektensurren. Wie viele Feiertage es waren, weiß ich nicht mehr, ich weiß nur. daß es Glückstage waren, deren Wärme mir, während ich hier ihrer gedenke, auf dem Herzen brennt. Eine goldene Zeit war es, deren Erinnerung mich woblig durchfluthet und mich gleichzeitig schmerzt, mich durchrüttelt , zu ohnmächtigem Zurückwünschen. O Jugend, o Zeit der ersten, kcuschen Liebe! Warum erlebt man dich nur einmal, warum muß man sich noch einmal deiner erinnern, um in unerfüllbare? Sehnsucht die Hände nach deinem entschwundenen Eiland auszustrecken! Könnte ich dich doch hier neben mich 5aubern. du liebes, sonniges Mädel, dich an meine Seite setzen, an der du so oft saßest im Schatten des Waldes, der unsere Wiese begrenzte! Tann konntest du so still, so sinnig sein. Tein Mund sprach wenig, mehr sprachen die Glanzäugen, wenn sie einmal, halb schelmisck. halb scheu auflugten zu dem Better. Beide sprachen wir wenig. Kein Wort ist mir erinnerlich, das in solchen Ruhestunden zwischen uns gewechselt wurde. Stumm saßen wir meist da, einer befangen von der Anwesenheit des anderen, im Banne eines dumpf auf-
quellenden Gefühles. Mit klopfendem H?rzen starrte ich auf dein feines Profil, auf die Wangen, in denen ein Bluf ström aufs!'.:tl)ete und abebbte, auf dem goldenes Haar, auf das Sammetband um deinen braunen schönen Hals. Abgerissene, dumme Worte kamen nach langen Pausen aus meinem Mund, nichtssagende. gleichgiZiige Silben, mit denen ich dir das Klopfen meines Herzens rerbeimlichcn, den ganzen Aufrulzr meines Blutes verbergen wollte. Und du warfst ebenso Abgerissenes als Antwort bin, etwas, das wie Neckerei klingen und dich darstellen sollte als die wilde Hummel, die du in den ersten Tagen warst, als wir noch über die Heuhaufen tollten. Auf solche abwehrende Worte folgt: dann wieder ein Blick, in dezien blitzschnellem Aufleuchten die ganze Neckerei verschwand, der schüttern etwas sagen wollte, ich verstand nicht, was es war. aber ich fühlte, daß mein Herz sich unter ihm aufbäumte. Wir waren uns gut. Linchen, und wußten es selbst noch nickt recht. Tic erste Liebe war in uns aufgelodert und rang mit der schüchternen Unschuld, die sie noch fesselte. Wir schämten uns vor uns selber, wir flohen uns. um uns auf's neue anzuziehen. Das Neue, Gewaltige, das uns packte, verstörte unseren Sinn, eö machte uns glücklich und elend, trotzig und zaghaft. Als ich so plötzlich scheiden mußte, da war mir klar, was mir fehlte, und dir auch, nicht wahr, du kleines, du herziges Linchen? Es würgte mir im Halse, als ich dir die Hand zum letztenmal reichte, weißt du. dort am Rand des Wiesenthzles an meinem Heimweg, wo du, wie absichtslos, noch einmal auftauchtest. Das Herz wollte sich losreißen, um nicht mit mir wandern zu müssen. Kein Wort als ein Lebewohl rang sich von meinen zuckenden Lippen. Ich sah. wie nahe dir die, Trennung ging, wie du den Mund zusammenpreßtest, wie du blaß warst bis in die matten Augen. Aber nichts habe ich dir gesagt, kein Wort von Liebe haben wir gesprochen, nicht ein einziger schüchterner Kuß hat uns vereinigt. Wie es kam, ich begreife es heute nicht reckt. Aber mir fehlte der Muth zu solchen Ungeheuerlichkeiten, du warst mir zu werth, ich möchte sagen: zu heilig. Stumm trennten wir uns, und als wir uns nach einigen Jahren wiedersahen. warst du die glückliche, sonnige Braut eines fremden Menschen. Die. Heuwiese hattest du damals vergessen, woher solltest du auch wissen, daß ich an jenem Abschiedstage sie stundenlang mit sehr unmännliche Thränen netzte, daß ich zuckte und zrtterte unter der Gewalt eines riesengroßen Jammers, während rings um mich her die Jnsekten gleichzeitig zirpten in das eintönige Glucksen und Gurgeln des Baches. Ich weiß heute nicht einmal, wo du jetzt weilst, wo dir wie mir das Leben die Poesie ertödtet und die Seele mit Alltagsstaub bedeckt. Aber eine unendliche Sehnsucht nach dir packt mich. Ich meine, ich müsse von dir hören,daß auch dich zuweilen die Erinnerung rückwärts führt zu jener Wiese, daß dich auch zuweilen jene brennende Sehnsucht füllt nach den Tagen unschuldiger Liebe, nach der Jugend, um deren Verlust ich alter Kerl 'fast mit dem Geschick hadern möchte, hier in dieser Waldstille, in diesem Heuduft, der mir die unwiederbringliche Zeit mit fast grausamer Deutlichkeit vor die Seele zaubert.
Zar Nikolaus II.
Ein Mitarbeiter des Pariser .Fi garo." der im Auftrage seine Blattes bis vor Kurzem, in Rußland weilte, entwirft folgendes interessante Bild von dem Zaren Nikolaus II.: Ermatte von einem Vater und einer Mutter, die ihm Ideen und Willenskraft hatten geben wollen, eine vortresfliche Erziehung erhalten. Er kannte weder Latein, noch Griechisch, aber er war in Mathematik, Physik, Geographie, Geschichte und Nationalökonomie unterrichtet worden. Er sprach mit Gewandtheit französisch, englisch und deutsch. Er betrieb körperliche Uebungen. Eislauf. Fechten, Boxen. Reiten u. f. w. . Im Jahre 1880 hatte sein Vater ihn auf eine große Studienreise gesandt, ble ihn nach Griechenland. Egypten, Hindustan, Jndochina, Ehina und Japan geführt hatte ... Er war der erste Zar, der sich den Völkern des endlosen Sibiriens gezeigt hatte . . . Er ist nicht schlecht. Er glaubt ernsthaft, daß er durch allerhand Listen die Ereignisse meistern könne und bildet sich ein, er leite die Geschicke zum Besten der Menschen. Er besitzt Intelligenz und geistige Regsamkeit, er begreift schnell und informirt sich so gut, wie er kann. Aber er weiß sich nicht zu informiren: als er die Wahrheit über die Metzeleien von Kischi-new erfahren wollte, ließ er den Prinzen Aceschtschersky kommen und verlangte einen Rapport von Plehwe ... Er sieht nur die Details, ohne das Ganze zu überblicken, er beurtheilt die Thatsachen einzeln, ohne ihre Konsequenzen zu erwägen. ' Obwohl er weder zu entscheiden, noch zu wollen versteht, zeigt er bisweilen einen merkwürdigen Eigensinn. Er steht unter keinem besonderen Einfluß, aber er steht unter allen Einflüssen, unter einem nach dem anderen . . . Maria Fcodorowna übt als Mutter und als Hüterin der väterlichen Tradition eine große Macht auf ibn aus, aber als am Morgen des 18. Februar, zwölf Stunden vor dem liberalen Reskript. das reaktionäre Manifest erschien, hatte Maria Fcodorowna nichts davon gewußt, und sie las die Nachricht und fcen Text im offiziellen Regierung-an-Zeiger. . Sein schwankender Wille unterwirft sich abwechselnd den Rathgebern, die ihre Stunde und die Gelegenheit zu wählen wissen. Wer ihn zu beherrschen versucht, oder wer zu andauernd auf ihn einwirken will, ist ihm verdächtig. Er ist mißtrauisch,, eifersüchtig und zornig; er spricht sich wenig aus, ist verschlossen, lebt nur in seiner Familie, liebt weder Empfänge, noch Theater und hat nur Freude daran, mit seinen Kindern zu spielen. Tas Gefühl, das ihn beherrscht, ist das Gefühl mißtrauischer Feindschaft gegen alles, was ihn umgibt. Als er den Thron bestieg, fand er im FinanzMinisterium einen entschlossenen und talentvollen Mann vor. Herrn Witte. Wer eines solchen Mannes Herr sein will, setzt sich selbst einen Herrn ein. Nikolaus II. ertrug die drückende Herrschaft dieses Ministers sieben Jahre . . . dann schüttelte er das Joch von den Schultern. Zwei Dinge beherrschen seinen Geist: der Glaube an die Autokratie und der Glaube an Gott. Aber rundherum schweben dicke Nebel, die alle Umrisse dieser Ideen verwischen und sie in's Gegentheil verkehren. Die autokratische Idee verbindet er mit Projekten einer Volksvertretung, die ihre Negation sind, und die religiöse Idee wird in ihm-zum Mystizismus. Er ist tief religiös, und der Fanatismus des Gedankcns ginge bei ihm bis zum Fanatismus der That, wenn die neue Zeit einem Pobjedonoszew noch gestattete. Rußland zu beherrschen. Die Juden duldet er nur mit beklommenem Herzen in seinem Reiche, und nur aus zwingenden Interessen zerriß er einen Theil der Bestimmungen, die alle Altgläubigen von dem nationalen Leben ausschlössen. Als er eines Tages einen Franzosen empfing und mit ihm über Die antiklerikale Politik sprach, die WaldeckRousseau gerade in Frankreich eingeleitet, sagte er: ,Wozu das alles? Was sind die Worte des größten Gelehrten neben dem einfachen Glauben eines armen Mannes, der nicht lesen gelernt hat?' Nikolaus ist gegenüber den Vcrführungen der Kabbalistik widerstandslos. Es gibt in dem schweigsamen Palaste Abende, wo die Tische sich auf dem glatten Parkettboden drehen, wo alle Sinne auf die wunderbaren Künste des Magnetismus gerichtet sind. Ein gewisser Stephane, ein Lyonnaiser Spiritist, war lange der große Organisator dieser Sitzungen und besaß sehr viel Einfluß, bis er schließlich, verbraucht und diökreditirt, fortgeschickt wurde. Er hat im kaiserlichen Palaste einen Schüler zurückgelassen, der sich der empfangenen Lehren erinnert. Gibt es nicht auch eine montenegrinische Kousine, geschickt in der Kunst der Magie, deren Besuche im Palaste die kluge Mutter, diese ernsthafte Kaiserin Maria Fcodorowna , zur Verzweiflung bringen, Maria Fcodorowna. die mehr als einmal unter die toll gewordenen Tische trat und sie auf eine Weise zum Tanzen brachte, die nicht von Stephane gelehrt worden war?"'
McCall ab.. Tic Bclvcisaufnahme des New Aorkcr Legislaturausschusses, welchz eine Sauer von über vier Monaten hatte und nunmehr beendet ist, ver lief nicht, wie so manche andere, mit Pauken und Trompeten und großen Versprechungen berufene Untersuchung im Sande. -Dank den ernstenBemühungen des Ausschusses und seines f entfielt Sachwalters Hughes war sie eine gründliche, die vor den inanzgrößei, des Landes nicht zurückschreckte und diese zwang, auch die unangenehmsten Fragen zu beantworten. Tas 9ic sultat ist" gewaltig und vielverspre chcnd und wenn es von den Gesetzge' bern richtig gchandhabt wird, kann cs die Mittel dazu liefern, dem Grabsch in der Lebensversicherung und der Ausplünderung der Ber sickerten ein Ende zu machen. Schon haben die an der Spiyc de? Equitable und der Mutual stehende Häupter, durch die Wucht der vorliegendcn Beweise und die öffentliche Meinung gegen die Wand gedrückt, ihre Aemter tiiederlegen müssen und cm gestrigen Tage ist ihnen auch John A. McEall, der Präsident der New Jork Life, welcher seinen 'Platz so lange wie möglich behauptete, gefolgt. Tiefer mußte sich nicht nur von seiner Einnalnnequette trennen, sonders auch jene $235,000 zurückerstatten, welche der jetzt in Paris weilende Advokat Hamilton zur Beschwichtigung" der Gesetzgebungen empfing. über deren Verkeilung er aber keine Rechenschaft ablegen wollte. Seinerlenswertli war übrigens die Ausrede, mit welcher dieserAdvokat s eine Stel. lirng zu verschanzen suchte. Er erklär, te nämlich, daß auch die Regierung einen Geheimdienst unterhalte, über den sie keine Rechnung abzulegen brauche und führte aus, daß eine große Versicherungsgesellschaft in derselben Weise ihre Interessen wahren müsse. Ein schönes Argument und ein eben so schöner Vergleich! Die Negierung unterhält einen Geheimdienst, um die Uebertreter der Gesetze zu bestrafen und die Versicherungsgesellschaften unterhielten einen solch-en, um' die Uebertreter der Gesetze zu belohnen! Nachdem die Enthüllungen über die Mißverwaltung der großen Versicherungsgesellschaften Schlag auf Schlag gefolgt sind und nicht nur hier, sondern auch im Auslande maßloses Erstaunen erregt haben, kommt in erster Linie die Frage nach dem praktischen Werth der Untersuchung in Betracht. Es steht zu erwarten, daß das Eomite der New Yorker Gesetzgebung geeignete Vorschläge unterbreiten wird, sowie ferner, daß diefe Gesetzgebung, welche eigentlich nicht im besten Rufe sieht, sich in einer Zwanglage befindet und der öffentlichen Meinung Rechnung tragen muß. EL ist nicht zu verkennen, daß das Bestreben nach durchgreifenden Reformen sich überall im ganzen Lande geltend macht. Die Zukunft wird es lehren, ob dieses Bestreben dem Sturme vergleichbar ist. der die alten morschen
Aeste von den Bäumen reißt, oder nur wie ein leichter Windstoß ein Rauschen v.m"ii.. r - -T. i . oer -öiaiier verursaa)!?. ' Goldfunde im Kongo Ttaat. Der englischen Zeitschrift Afrika entnehmen wir folgende interessante Notiz: Wenn es wahr ist, daß werthvolle Goldfunde im Kongostaate gemach: worden sind, so wird die Nothwendigkeit einerKongo-Reform dringlicher als je. Es giebt in Wahrheit nur ein Land, das fähig ist, Eingeborenfragen besonders im Zusammenhang mit. Goldfeldern richtig zu behandeln, das ist Großbritanniens!). Wenn also di: Meldung zutrifft, so muß unsere EinMischung in die Kongo-Angelegenheiten unbeschrankter und kräftiger werden, und es könnte für einige der großen, in Verbindung mit Goldbergbau stehenden Handelsinteressen in diesem Lande gut sein, sich sofort auf geschäftliche? Grundlage zu verbinden und sich Intereisen an den Goldfeldern im Kongolande zu sichern. Wenn diese Jnterejjen richtig behandelt werden, müssen sie schließlich dazu führen, daß die Goldländer des Kongos unter unsere Herrschaft kommend), ebenso wie die Goldländer von Südafrika fast ohne Anstrengung von unserer Seite in unsern Besitz gekommen sind(!). Es mag Leute geben, die über eine solche Feststellung von unserer Seite in zynischer Weise reden; aber wenn wir jene Theile des Kongostaites. wo Gold in Masse vorhanden ist. in Besitz nehmen, kann es meft deutlich genug zum Ausdruck gebracht werden, daß es nicht die Goldselber sind, dei wir suchen, und nicht Landbesitz, um die Worte eines großen verstorbenen Staatsmannes, des Lords Salisbury, anzuführen. Wir suchen einfach die Wohlfahrt der Bevölkerung am Orte, besonders der Eingeborenen. Gold und Land sind nur Zufälligkeiten dabei." Bleistift in's Gehirn geschossen. Während einer Weihnachtsfeier in einer Kirche in Pleasantville. N. I.. wurde ein Mädchen Namens Bessie Ang auf eigenthümliche Weise schwer verletzt. Ein Knabe hatte ein Bleistiftende in eine Pistole gelegt undwar sodann zufällig der Drücker losgegangen, so daß der Bleistift dem Mädchen in das Gehirn getrieben )vurde. Die Verletzte mußte sich einer gefährlichen Operation unterziehen, um ihr Leben zu retten.
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