Indiana Tribüne, Volume 29, Number 118, Indianapolis, Marion County, 11 January 1906 — Page 1

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1 , Erscheint jeöen Nachmittag. " ; " i Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Donnerstag, u. Januar ,906. . No 118.

Ernennungen waren nicht zufriedenstellend. Unabhängiger Turnverein. Das Nimbcrttio Nachrichten aus Jndiana.

Zug entgleist. Sieben Passagiere verunglückt. St. Louis, 11. Jan. AlZ der um 7 Uhr 30 Minuten fällige Zug der Wabash Badn die Hochgeleise an Carr Straße passirte, sprang der Pullmann Schlafwzzen Hzrcourt" von den Schienen und 15 Fuß tief aus das Straßenpflaster hinunter. In der Mhe wohnende Leute eilten sofort herbei und zogen die unglücklichen Passa giere au? den Trümmern des zerschmetterten Wagen-. Die Verletzten sind : W. C. Miner. RoZmell. N. I.. Kniescheide gebrochen; I. Regenburg, New 7)?r!, Schnittwunden am Kopf ; I. W. Patterson. Milwaukee. Armbruch, Schnittwunden am Kopf und Rippen bruch ; I. G. Pomeroy, Chicago, Schnittwunden; Frau Pomeroy, Chicago, innere Verletzungen: Charles C Sutton, Providence, R. I., Rücken verletzt ; Frau D. Furay. Chicago, Rippenbruch. An dem Aufkommen von Patterson und Frau Pomeroy wird gezweifelt.

Von den Connty-Commissaren. Die Csunty-Commiffäre bewilligten heute Morgen in ihrer Sitzung da ganze County. Budget; $758.220 90 sind ausgeworfen, um alle Kosten für da? laufende Jahr zu decken. Die größten Posten find $180.000 für die Conftruction einer Brücke über den White River an der 30. Straße und 8100.000 für Stimmmaschinen. Für Einrichtung einer modernen HeiZ'An läge im Kindei'Heim wurden $10,000 und für Reparatur des Elevators im Courthause $4000 ausgesetzt. Die Errichtung einer ganzen Reihe kleinerer Brücken, Durchlässe usw. im County wurden ebenfalls in Aussicht .genommen. Von der VegnadignngS-Vehörde. Die Petition um Begnadigung der wegen Mordes zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilten Frau Myra Freese wurde heute von der Be-gnadigungS-Behördc in Berathung gezogen. Die Freese ist 64 Jahre alt und hat fünf Jahre ihrer Strafe der büßt. Vom Suffmaun Fall. . Vor Richter Anderson kam heute Morgen der Fall gegen W. W. Huffmann, welcher angeschuldigt ist, von Angestellten in einem Postamts Gelder zum Wahlcampagne-Fond collectirt zu haben, zur Verhandlung. Die Vertheidigung verlangte einen Aufschub, um Zeit zu gewinnen, das Gesetz, vel cheS die Handlung Huffmann'S zum Vergehen macht, auf feine Gültigkeit zu prüfen. Marshsll FieldS Zustand bedenklich. New York, 11. Jan. Die den Chicagoer Großkaufmann Marshall Field behandelnden Aerzte erklärten heute den Zustand desselben für bedenk lich. ES hat sich zu der anfänglichen BronchitiS noch eine LungenEntzündung hinzugesellt. C o l u m b u S, 10. Jan. O. W. Vowman, Sekretär und Schatzmeister der Unabhängigen Telephon Gesellschaft in Hope, einem Orte, welcher in un serem County gelegen ist. widerlegt da? verbreitete Gerücht, daß die Central Union Telephon Gesellschaft und die Unabhängige Gesellschaft in Hope zu einer Gesellschaft verschmolzen fei mit einem Hauptbureau in Hope. Er giebt jedoch zu, daß die Bell Telephon Gesell, schaft eine Zahlftation in das Gebäude der Unabhängigen Telephon Gesellschaft gelegt habe. C l a y t o n , 10. Jan. Amaziah CuriiS, 65 Jahre alt, einer der reichsten Männer in AdamS Township, vergiftete sich gestern mit Karbolsäure. Ursache der verzw:ifelten That ist nicht bekannt. Er wohnt in dem nordweftlichen Theile deS Morgan County und hinterläßt eine Wittwe mit neun Kindern.

Kolosseum-Projekt. Präsident Potts berichtet über das Kansas City'Auditorium.

Die Direktoren deS CommercialClub diskutirten gestern Nachmittag über Pläne für den in' Aussicht genom menen Ban eine? KolosseumS. Präsident Alfred F. PottS war von seiner Reise nach KansaS City, woselbst er das dortige berühmte Auditorium genau besichtigt hatte, zurückgekehrt und stattete seinen Bericht ab. v Herr PottS empfahl den Direktoren, in allernächster Zeit eine Versammlung' aller interesfirten Personen und Gesell schaften einzuberufen und dieser Ver sammlung eingehende Pläne zur Ae rathung vorzulegen. Nach seiner Ansicht würde ein Bau platz von ungefähr 200 Quadrctfuß nöthig sein, um darauf ein Gebäude mit einer Kapazität für! 12.000 Per sonen zu errichten. Ein solches Ge bäude würde bei Berücksichtigung aller modernsten Anforderungen, Hauptfach lich in Bezug auf Feuersicherheit unge führ $275,000 kosten. Nicht allein würde ein derartiges Collisseum eine große Anziehungskraft für abzuhaltende Conventionen und sonstige große Versammlungen sein, sondern könnte auch für andere Zwecke, z. B. für Ausstellungen, Concerte, Theater und CircuS'Vorstellungen usw. benutzt werden. Sollte sich daS Gebäude für einen oder den anderen Zweck als zu groß erweisen, so ließe sich dem leicht abhelfen durch Anbringung beweglicher Zwischenwände, die nach Belieben vorgesetzt werden formten. . Die Kosten der Instandhaltung würden durch die, vielseitige Benutzung leicht gedeckt werden können. Auch die Aufbringung deS Baukapitals sollte mit keinerlei Schwierigkeiten verknüpft sein, wenn man in Betracht zieht, daß die hiesigen Geschäftsleute durch die Verwirklichung des ProjectS immense materielle Vortheile erzielen würden. Stellenjagerei und kein Ende. Seit Mayor Bookwalter in Amt und Würden trat, wird er täglich von Stellenjägern belästigt, die Ihn wie ein Schatten überall verfolgen und deren Ünblick den Mayor in Schrecken setzt. Sie berichten ihm alle, wie sie dazu beigetragen, daß er wieder Mayor von In dianapolis geworden sei, daß dieS ohne ihre Mitwirkung vollkommen ausgeschlössen wäre und daß eS deshalb nicht mehr wie Recht sei, daß der Mayor sich dankbar erweise und ihnen einen fetten Job" verschaffe. Auch gestern erschie nen derartige Herren wieder in seiner Office, aber' heute werden sie daS Stadtoberhaupt wohl nicht mehr zu Geficht bekommen, denn Herr Book Walter .i,t nach Chicago, natürlich ge schäftehalber verreist. Am Sonnabend wird der Mayor wiederkommen, aber sein Hierbleiben ist nicht lange, denn es geht gleich nach New Z)ork weiter, wo der Mayor eine Automodilsirma, in die' er interesfirt ist, auf der in New York stattfindenden jährlichen Automobilausstellung vertreten wird. Wer sich also noch einen ganz besonders festen Jod verschaffen will, soll dem Mayor nach New York nachreisen und von Charly ein schönes Automobil eigenhändig erstehen. Dann wird der gestrenge Herr Bürgermdifter vielleicht mit sich reden lassen. Hat ZnrlSdMion. Der AppcllationShof entschied, daß daS Hamilton KreiSgericht über ChaS. O. McNulty Jurisdiktion habe. McNulty ist ein Schankwirth und hatte 'an Frank Burkhart geistige Getränke verkauft. Er appelllrte an den Appellationshof, weil das Hamilton KreiSgericht keine Jurisdiktion über ihn habe, aber dies wies feine Beschwerde zurück. Frau Chadwick. . Cincinnati, 10. Jan. DaS Gesuch der Frau Csssie Chadwick um einen neuen Prozeß, ist vom Gerichte abselehnt worden. -

Nicht alle die genannten Ernennun

gen waren zufriedenstellend. So die von Ray Smith, der in , der Behörde der öffentlichen Arbeiten eine Stelle als Stenograph und Schreibmaschinen schreiber einnehmen sollte, der aber keine Ahnung von Stenographiren und Schreibmaschinenschreiben hatte. Seine Stelle erhielt Frl. Adah Clark. Geo. W. Coons, der zum Buchhalter in der Office deS Controllers ernannt wurde, hat feine Stellung Überhaupt nicht angetreten und Sdward Voung. der zum GesundheitZ.Jnspektor im GesundheitS Departement ernannt wurde, hat seine Stellung niedergelegt, weil ihm der Job- durchaus nicht ge fiele. I. H. White, der die Haughville Townhall beaufsichtigen soll, hat erklärt, daß er dazu keine Lust mehr habe. Wiley Hull ist an seiner Stelle ernannt worden. m in i Seurh E. Santo i Henry E. Santo, einer der bekann testen jungen Deutschen der Südseite, ist Mittwoch in früher Morgenstunde in seiner Wohnung, 1813 S. East Straße, gestorben. Er wurde im Jahre 1871 in Indianapolis geboren und hat seine GeburtZstadt nicht verlassen. Er war früher Angestellter der American Brewing Company, betrieb jedoch in den letzten 4 Jahren sein eigenes Geschäft. . - Um den Dahingeschiedenen trauern seine Frau, die bejahrten Eltern, 2 Schwestern, -Frau Guft.Schaub u. Frau Edward Wolf und zahlreiche Freunde. Herr Santo war ein Mitglied der St. Joseph Gesellschaft und mehreren an deren Vereinen. Die Beerdigung sin det am Freitag Morgen von dem Hause seines Schwiegervaters. 510 Stevens Straße um 8.30 und um 9 Uhr von der Herz Jesu Kirche aus statt. Die Leiche wird auf dem St. Joseph ttirchHofe beigesetzt. Versammlung der Thierärzte des Staates. In dem Zimmer 85.deS StaatsgedäudeS wurde gestern die 35 jährige Versammlung der Thierärzte auS dem Staate Jndiana abgehalten. Berichte der Beamten und KomiteS, welche in der letzten Sitzung ernannt waren, wurden vorgelesen und verschiedene Ansprachen gehalten. Die Versammlung wurde gestern Abend aufgehoben. Heute Morgen wurde ein medicinischer Vortrag in der Jndiana College für Thierürzte gehalten. Von den Connth-Commissären. In der Spezial - Sitzung, die der County.Rath gestern abhielt, konnten die Routinegeschäfte nicht alle erledigt werden und -heute Morgen will man mit den Berathungen fortfahren. Die Herren wollen sehen,' woher sie Geld für eine, neue Brücke hernehmen, die an der 30. Straße errichtet werden soll und $180,000 kostet. Sie brau, chen dann noch $100,000 für StimmMaschinen. Ganner-Kapitel. Thomas Taylor, einem schwarzen Schlächter, der bei O. B. Jameson, 1029 N.Pennsylvania Str.,-arbeitete, wurden gestern seine Hosen, in denen sich $6.90 befanden, gestohlen.' Andrew I. Keppel, ein Bartender von 320 N. Missouri Str., der geistige Getränke nach 11 Uhr der kaufte, wurde eingesperrt.

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Die gestern Abend abgehaltene Ver sammlung des Unabhängigen Turn

Vereins war sehr gut besucht. Vier neue Mitglieder wurden aufgenommen und fünf Kandidaten zur Mitgliedschaft vorgeschlagen: der Verein zählt jetzt 361 Mitglieder. Sämmtliche Beamte brachten ihre monatlichen und halbjährlichen Berichte ein und legten diese Zeugniß davon ab," da der Verein sich in jeder Beziehung in sehr gutem Zustande befindet. Nach dem Bericht deS Turnlehrers OScar E. Ruther hat der Verein 361 Turnschüler; $65.15 wurden im Monat Dezember als Schulgeld' vereinnahmt. Die Beamtenwahl ergab folgendes Resultat: 1. Sprecher I. H. Ballmann. 2. Sprecher Theodor Woerner. 1. Schriftwart Ad. Großkopf. 2 Schriftwart Otto Feucht. 1. Turnwart Franz Schaefer. 2. Turnwart Theo. Schmidt. Schatzmeister Emanuel Schlegel. Zeugwart Ed. Bauer. Bibliothekar Fr. DoepperS. GrundeigenthumS'Direktorium auf 3. Jahre I. H. Ballmann, ChaS. Ferger und Ad. Großkopf. Der erste Sprecher ernannte folgende stehenden Comites für das nächste Halbjahr: HauZ.Comite I. Fehrenbach, Carl A. Schmidt, Ad. Seidenfticker, Ed. E. Stout und I. W WandZ. WirthschaftS'Comite GuS Müller, Carl Schmidt und Otto NiliuS. . VergnügungS-Comlte Fred. Doep perS, Franz Schäfer und Frank Seidensticker. Schulrath Franz Schäfer. Theo. Woerner, I. H. Ballmann und Theo. Schmidt. Bibliothek Comite Geo. Seidenfticker und Theo. Woerner. Bücher UnterfuchungS Comite Theo. Schmidt, Ed. Santo und Fred. DoepperS. Ans Polizeikreisen. Mit der Verschiebung der SubalternBeamten im Polizeidepartement ist man noch nicht fertig. ES wird ruhig wei ter d'rauf loS geschoben, aus Patrouille Leuten DetectivS- gemacht. Und penfionirt wird jetzt auch. Detectiv Trimpe, der fich des WohlwollenS der SicherheitSdehörde nicht erfreute, wurde zum Patrolmann degradirt, und Jacob Kurtz, der Patrol mann war, wurde in einen Detectiv verwandelt. Patrolman Samuel Jrish wurde Pensionär. Dies verdankt er Dr. Everett E. Hodgin, dem Polizeiarzt, der behauptet, daß Jrish infolge eines am 6 Juli v. I. erlittenen Sonnenftiches sehr gedächtnißschwach und un fähig geworden sei, Dienst zu verrich ten. Die Sicherheitsbehörde beschloß in ihrer gestrigen Sitzung, Jrish zu penfioniren. Indem Geschäfte von Charles Mayer & Co. und L. AyreS & Co. Hierselbst erschien ein junger Mann, der sich feine Chinawaaren, Teppiche und orientalische Teppiche von hohem Werthe vorlegen ließ und schließlich Waaren im Werthe von $18,000 bestellte. Der junge Mann, der sehr vornehm auftrat, ließ durchblicken, daß er infolge Minenspekulationen sich ein ungeheueres Vermögen erworben habe und daß er eine feine Villa in Springfield, Ohio besäße, wohin die Sachen gesandt werden sollten. Wer aber nicht wiederkam, war der junge Mann und die Geschäftsleute vermissen seinen Besuch keineswegs, zumal der feine Kunde vergas, feine Hotelrechnung im Denifon Hotel zu begleichen.' DeSkfergeant Crane kann feit einigen Tagen nicht mehr seinen Dienst versehen, da er an RheumatiSmuS erkrankt ist. Wegen Tragens verbotener Waffen wurde Frank Caprouzy von 716 Ketcham Straße verhaftet. "" . . Haucht die B0NANZA.

Wieder iu verbrecherischer Thätigkeit. Ein Jüngling vom Lande vas Opfer.

Die Gauner entkamen mit der Beute. Alford Burke aus Maywood wurde gestern Abend gegen 10 Uhr von Stra ßenräubern niedergeschlagen und um Baar im Betrage von $9.50 seine goldene Uhr und veschiedene kleine Gegen stände beraubt. Burke war von der TerminalStation zum Kriegerdenkmal gewandert und bewunderte beimScheine der elektrischen Beleuchtung das imposante. Kunstwerk. Während er noch ganz vertieft in dem Anblick war, gesellte sich ein junger Mann zu ihm und begann ein Gespräch. Im Laufe desselben erwähnte er, daß er gerne bereit sei, Burke den Elephanten zu zeigen und 'der edle Landmann biß auf den Köder. Er folgte seinem Führer die Wash ington-Straße westlich bis zur Osage Straße, wo derselbe zwei Freunde, gleichfalls junge Leute, zufällig" traf. Die so vergrößerte Gesellschaft bog bei flotter Unterhaltung, in welcher dem Grünen die herrlichsten . Genüsse versprochen wurden, in die OsageStraße ein. An der Court -Straße angelangt, änderte sich plötzlich die ' Situation. Der kleine freundliche Führer fuhr dem Burke wie ein geölter Blitz an die Kehle, ein Anderer schlug ihn mit einem Revolver zu Boden, worauf der Dritte mit aller Seelenruhe und Gründlichkeit die Taschen mit dem Anfangs erwähnten Ergebnisse durchsuchte. Noch ein paar kräftige Fußtritte wurden dem hilflos am Bodeq Liegen den .versetzt, dann, verschwanden die Strauchdiebe im Dunkel der Nacht. Burke erhob sich nach einiger Zeit und hinkte der Washington-Straße zu, wo er einem gemüthlich des WegeS wandelnden Blaurock sein Abenteuer erzählte. Der Bericht rief, als er auf der Sta tion anlangte, riefige Aufregung her vor; denn die Beamten stehen immer noch im Banne des am Sonntag verübten Mordes. Bernauer und Kitzmiller wurden be. auftragt, den Fall zu untersuchen. Räuber hinter Schloß und Riegel. Ungefähr um 5 Uhr heute Morgen verhafteten d:e Polizisten Duncan uno AZkin in einem Restaurant an Washington und East Straße drei verdächtig aussehende Kerle und machten damit einen guten Fang. Alford Burke be zeichnete da? Trio mit aller Bestimmtheit als die Männer, denen er in fei nem VertrauenS-Dusel in die Hände gefallen war. . Frau Mary Kcach Stört einen Einbrecher bei seiner Arbeit, Der ohne Beute ffersengeld gab. Unerwünschten Besuch erhielt hente Morgen Frau Mary Keach von 606 Lexington Avenue. Ein Spitzbube verschaffte sich heute Morgen gegen 1 Uhr Eingang durch ein Seitenfenfter in dasselbe, durchsuchte verschiedene Schubladen, konnte jedoch nichts mitnehmen, da Frau Keach, durch das Geräusch angelockt, erschien und er bei ihrem Herannahen ReißauS nahm. Die Polizisten ASkinS und Duncan erschienen bald auf der Bildfläche; der Einbrecher war natürlich nirgends zu sehen. Im Hause von John Quarterman, 44 Süd Pine Spaße, brach Feuer aus. Schaden $300. In No. 703 Oft Market Straße brach heute Morgen in der Scheune von E. Lewricks Feuer aus, welches einen Schaden von nur $10 anrichtete.

H a m m o n d, 10. Jan. Frank Constantine, der 20jährige Mörder von Chicago bewegte sich gestern mit der verwegensten Kaltblütigkeit durch eine Kette von 100 Polizisten, Geheimpolizisten und Spezialpolizisteu, welche eifrig bemüht stnd, ihn dingfest zu machen. Er verließ gestern Chicago mit der Straßenbahn, die nach Ham mond fährt, wurde in Forsyth und Whiting gesehen, ohne in die Hände der vielen Polizisten zu gerathen, welche ihm scharf auf den Fersen sind. ' Die Polizei von Chicago, die eine telephonische Nachricht von Whiting er-

hielt, hat die reinste 'Jagd auf den Mörder in der Gegend von Whiting gemacht, jedoch ohne Erfolg. Die Polizisten von Hammond geben sich die größte , Mühe, die Ehre seiner Verhaftung zu erringen. Hartford City, 10. Jan. Allen Pyle. 70 Jahre alt, wurde wegen Großdiebstahls hinter schwedische Gardinen gebracht, wo er verweilen wird, bis er abgeurtheilt worden ist. Er hatte einer Oelfirma in Hartford City eine Seildrehlasse im Werthe von $40 entwendet,, worauf er verhaftet wurde. Pyle hat in seinem Lebens lauf wiederholte Gefängnißstrafen abgesessen. Die . Strafe seines letzten Vergehens wird ihn seines hohen Alters wegen wahrscheinlich für den Rest seines Lebens im Zuchthaus halten. H a m m o n d, 10. Jan. Die Schule des kleinen Dorfes Roby, an der Nordfeite von Hammond gelegen, ist wegen Mangel an Schülern eingegangen. Die Schülerzahl von Roby ist. von 140 Schülern auf 6 heruntergegangen, und die Schulbehörde der Stadt verordnete, daß sich ein Lehrer für ' die Erziehung dieser Kinder nicht bezahlt machen könnte. Die 6 Schüler wurden nun der Franklin Schule in RodertLdale, eine Meile von Roby entfernt, überwiesen. Washington Loge No. 15. . I. O. K. P. In der gestern'Abend in der Columbia Halle stattgefundenen regelmäßigen Sitzung obiger Loge wurden die folgenden Beamten durch den D. D. G. C. Wm. Schott installirt: Ex-Commandeur Wm. Schott. Commandeur Ernst Riedel. Vice.Commandeur John KoorS. Prälat Wm. Engelking. Pro:.- und Ccrr. -Schreiber ChaS. Fischer. Schatzmeister Peter Hammerle. Waffenmeister John Gilby. Innere Wache-Wm. McClain. Aeußere Wache Fred. Bader. Trust CurtiS Branson. Repräsentant zur Großloge Ernst Riedel. George C. Eberhardt, der langjährige Schreiber der Loge, nahm aus Ge schäftSrückfichten keine Wiederwahl an: eS wurde demselben für seine eifrige geleistete Dienste Anerkennung gezollt. Der Supreme-Schreiber E. F. ttnodel und Groß.Schreiber Charles I. Schmidt asfistirten bei derJnftallirung, und wurden auch die von ihnen gehal tenen Ansprachen zum Gedeihendes Or denS mit Beifall aufgenommen. Schlechtes Prüfungse r g e b n i ß. Bei einer in Breslau stattgefundenen Referendarprüfung, welcher der dortige neue Oberlandesgerichtspräsident als Zuhörer zum ersten Male beiwohnte, fielen sammtliche vier Rechtskandidaten durch. Fälschung aus Geschwist e r l i e b e. Unter der Anklage, einen Zettel gefälscht und damit eine Krämerin zur Herausgabe von Fleisch, Brot und sonstigen Eßwaaren veranlaßt zu haben, erschien jüngst der jugendliche Tagelöhner Michel Comtesse aus Wehrden, Rheinprovinz, vor der Strafkammer. Die Verhandlung ergab. daß die Mutter des Angeklagten gestorben und der Vater kürz nach deren Tode durchgebrannt war. die. Sorge für die fünf kleinsten Kinder dem ältesten Sohne Michel überlassend. Michel hatte dann die Fälschung begangen, um seinen kleinen Geschwistern Nahrung zu verschaffen. Das Urtheil lautete auf ;14 Tage Gefängniß. " ' - , ; -

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