Indiana Tribüne, Volume 29, Number 116, Indianapolis, Marion County, 9 January 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, 9 Januar ln6

7

6 bcrlcutnant o .Ülanaga Q r;ühtunri aus öca osialutisdjcn Liricgc ö yon (.Ocrliari icti Oocr

ÖMKOKK0--0-0--C-0 n einem der letzten Oltoöertaxc des Jahres 1004 bereitete die w Tienetschaft im Hause des Gerichtspräsidenten Konsule in Tokio eine häusliche religiöse Feie: vor. Tas Kamidana. der Familienschrein, prangte in vollem Blumenschmuck. Dieser an der Wand enge brachte Schrein vertritt in Japan den Hausaltar. Außer dem Blumenschmuck trug das Kamidana vergoldete und mit fosibarem Lack versehene Tafeln, die sogenannten Mitamaschiro, das heißt wörtlich Stellvertreter der Seele." Diese Tafeln enthalten d:n Namen, das Alter und den Todestag d:r verstorbenen Familienmitglieder, deren Andenken heilig gehalten wird, denn die Religion der Japaner beruht vor allem auf der Ahnenverehrung. Die religiöse Feie? im Hause des Gerichtspräsidenten, eines der angesehensten Männer von Tokio, wurde um des Sohnes willen abgehalten. Fusumaro, der Achtzehnjährige, war soeben von der Marineschule nach besiandenem Examen als Seekadett entlassen worden und 'sollte zur aktiven Schlachtflotte nach dem Hafen von Saseho abgehen. In japanische Prunkgewänder gekleidet, betrat das Zimmer, in dem die religiöse Handlung vor sich gehen sollte, als erster der Gerichtspräsident Konsuke. Ihm folgte seine Gattin, und dieser Haru, die Tochter des Hauses, die ihrem Namen, der Frühling" bedeutet, in der That alle Ehre machte, denn selbst für das Auge eines Europäers war die siebzehnjäbrige Haru eine berückende Schönheit. Es folgte Fusumaro in der Uniform des Seekadstten, und den Schluß der Eintretenden machte der Oberleutnant zu? See Kanaya. Die Tapferkeitsmedaille, welche Oberleutnant Kanaya trug, bewies, daß er sich bor dem Feinde bereits ausgezeichnet hatte. Mit der Flotte des Admirals Togo hatte er scbon im Anfange des Jahres 1804 vor Port Arthur gelegen und bei dem Branderangriff, der am 22. März vor Port Arthur stattfand, sich besonders hervorgethan. Er führte einen der Brander, welche in der Hafeneinfahrt von Port Arthur versenkt werden sollten, um diese zu verstovfcn und das Auslaufen der russischen Flotte zu verhindern. Oberleutnant Kanaya war der tiziizt Ueberlebende von der Besatzung des Schiffes, dessen Versenkung durch das wüthende Feuer der russischen Batterien vorzeitig bewirkt wurde. Stundenlang war er, den Tod beständig vor Augen sehend, in der Finsterniß der Nacht umhergeschwommen, bis er am Morgen von einen? japanischen Torpedoboote aufgenommen wurde. Als dann am 10. August die russische Flotte aus Port Arthur den verzweifelten TurchbruchsDersuch nach WladiWostok machte und dabei fast vollst'ändig zu Grunde ging, wurde Oberleutnant Kanaya schwer verwundet. Er wurde nach Tokio geschafft, und nun war er von seinen Wunden so weit genestn, daß er wieder daran denken konnte, zur Flotte zurückzukehren. Der Gerichtspräsident Kcnsuke trat vor das Kamidana, klatschte dreimal in die Hände, verbeugte sich und sprach laut ein Gebet. Dann opferte er in kleinen Gefäßen und Schalen Ncis. Früchte und Zweige. Tann trat er zurück und Gattin. Tochter und Sohn vollzogen dieselbe Handlung. Wiederum trat Konsuke vor das Kamidana und sprach ein Gebet für den auf den Kriegsschauplatz eilenden Sohn. Dann trai er zurück und forderte durck: eine Handbewegung den Oberleutnant Kanaya auf. den 'Ahnen des Hauses ebenfalls die Ehre zu erweisen. Durch diese einfache Einladung erklärte der Gerichtspräsident den tapfextn jungen Offizier als zur Familie gehörig. So sehr sich der vielleicht achtundzwanzigjährige Seeoffizier beherrschen konnte, so trat doch eine Blutwelle in sein Gesicht. Seine Augen suchten unwillkürlich die Augen Harus. Das unausgesprochene Sehnen und Hoffen Harus und Kanadas fand in dieser einfachen, einladenden Handbewegunz des Familienoberhaup tes Befriedigung und Erfüllung. Kanaya hatte kein Vermögen, aber er stammte aus der Kaste der Samurai, der ehemaligen Krieger. Unter Noth und Entbehrung hatte er sich bis zum Offizier emporgearbeitet. Freundliche Unterstützung hatte er im Hause deS reichen und angesehenen GerichtsPräsidenten schon während seiner Studien auf der Militärakademie gefunden. Jetzt, nachdem er sur das Vater land geblutet, nachdem er sich tapfer' gezeigt, hatte er nach japanischen Bcgriffen den höchsten Rang erreicht, jetzt konnte und durfte er daran denken, dereinst die Tochter des Gerichtspiäsidenten zu seinem Weibe zu begehren. Er liebte Haru schon lange. An sie , hatte er in den Stunden der Noth und der Gefahr aedacht. Er fühlte, daß Haru ihn wiederliebte, aber nie wäre ein Wort über seine Lippen gekom men. nie hätte er durch einen Blick seine Gefühle verrathen. Als er verwundet

nach Tokio kam, hatte ihn der (St richtspräsident selbst im Lazareth aufgesucht, und nun war er eingeladen worden zu der Abschiedsfeier für den Sohn. Ohne daß Worte gewechselt wurden, wußte er, daß er später als Satte Harus willkommen war. Die reliaiöse Feier war vorüber. Man begab" sich in das Speisezimmer, um hier das Abschiedsmahl einzunehmen.. Kein Wort der Trauer wurde gesprochen, auch die Frauen zeigten keine Niedergeschlagenheit. Der Eohn und Bruder ging in den Krieg, um seine Pflicht zu erfüllen, und dadurch wurde ihm die höchste Ehre zu theil, welche überhaupt einem Jüngling vom Schicksal geboten werden konnte. Bald war der Augenblick des Abschieds gekommen. Fusumaro trat mit den Eltern zur Seite, um zum letzten Male die Ermahnungen und Lehren des Vaters zu hören. Abseits von dieser Gruppe standen einen Augenblick Haru und Kanaya allein. Leben Sie wohl, O'Haru-san," (das O," vor den Namen eines Mädchens oder einer Frau gesetzt, bedeutet

die Ehrenbezeigung, die man jeder Frau schuldig ist. Die Anhängesilbe san" bedeutet Fräulein. O'Hamsan" heißt also ungefähr verehrtes Fräulein Haru"). sagte der Oberleutnant leise. Das Glück sei mit Ihnen," antwortete Haru. bitte, wachen Sie über meinen Bruder. Ich vertraue auf Ihre Neigung und auf Ihre Freundschaft für ibn. Ich werde ruhig an die Zukunft denken können, wenn ich weiß, daß mein Bruder unter Ihrem Schutze steht." Fusumaro wird für mich ein Bruder sein. O'Haru-san," entgegnete Oberleutnant Kanaya. ich werde ihn schützen mit meinem Leben." Ich weiß, daß Sie Ihr Versprechen halten werden," sagte Haru und reichte Kanaya die Hand. Der Offizier konnte feine Gefühle nicht beherrschen, er faßte die Hand des geliebten Mädchens mit festem Drucke, und ein Zittern der Freude ging durch seinen Körper, als er fühlte, wie sich nach kurzem Erschrecken auch die Finger Harus mit leisem Druck um seine Finger legten. Der Nordost raste über das Meer. In kurzen, wilden Schlägen wühlte er die Wogen auf, daß sie schaumgekrönt und gischtsprühend übereinander stürzten und sich gegenseitig vernichteten. Die gewaltige Mceresfläche schien zu brodeln und zu kochen. Das japanische Torpedoboot Schiranui" nahm stampfend und rollend seinen Weg durch die Fluthen. Oft verschwand es bis zur Hälfte der Schornsteine in Wasser und Gischt. Sein Vordertheil befand sich fast ununterbrochen unter Wasser; mitunter arbeiteten die Schrauben :n der Luft, mit beängstigender Geschwindigkeit und bis zum Zerspringen angestrengt sich drehend und gleichzeitig den Sckiffskärper erschütternd, als müßte er in allen seinen Fugen bersten. Am Himmel jagten dunkle Wolken dahin. die jetzt bei einbrechender Dunkelheit unten am Horizont mit dem Wasser zu einem gewaltigen Ehaos zusammen zuwachsen schienen. Das Torpedoboot war unter dem Kommando des Oberleutnants Kanaya mit drei anderen Torpedobooten hinausgeschickt worden, um den Kurs auf die Insel Mutsu zu nehmen. Von dort aus sollten die Torpedoboote nach Norden aehen, um eine Anzahl von russischen Transportschiffen, die nach Wladiwostok bestimmt waren, zum Sinken zu bringen. Es war dem japanischen Marinekommando in Saseho auch verrathen worden, es sei eine? Anzahl englischer und französischer Dampfer gelungen, mit Umgehung Japans durch die Tsugarustraße in das Japanische Meer zu gelangen, UN kerthvolles Kriegsmaterial nach Wladkwostok zu bringen, bevor der Hafen zufror. Der Schiranui" war in den Morgenstunden mit den drei anderen Booten, dem Akatsuki." dem ..Akebono" und dem Sazanani." von Saseho aus in See gegangen. Der Kommandant des Akatsuki" fungirtc als Flottillen chef. Aber schon nach drei Stunden war die Torpedobootsdivision derartig auseinander gekommen, daß kaum noch das Signal des Flottillenchefs zu erkennen war, welches lautete: Jede Boot auf eiaene Hand operiren!" Obwohl die Maschinen des Schiranui" in gutem Zustande waren, konnten sie doch nur mühsam gegen Sturm und Wogendrang ankämpfen. Noch nicht die Hälfte der sonstigen Ee schwindigkeit konnte das Boot crreichen. Seit Stunden war von den- anderen Booten nichts mehr zu sehen. . In wasserdichtes Oelzcug gehüllt, stand auf der Kommandobrücke d?s Torpedobootes der Kommandant Kanaya, neben ihm. ebenfalls in gelbes Oelzeug gekleidet, der Kadett Fusumaro. Gleich nach seiner Ankunft im Hafen von Saseho hatte Kanaya als besondere Auszeichnung das Kom mando i3 Schiranui" erhalten. Nur altere Kapitanleutnants pfleaten sons! mit dem Befehl über eines der größeren japanischen Torpedoboote betraut zu werden; aber man wollte dem tapferen . Offizier eine Auszeichnung gewähren, und deshalb erfüllte man auch seine Bitte, dn Kadetten Fusumaro zu ihm zu kommandiren. So wute Kanaya den Bruder HaruS beständig in seiner Nähe und unter sei-

nem Schutz. Fusumaro lohnte die Freundlichkeit Kanayas durch - Anhänglichkeit und Verehrung. Der,, junge Mensch war voll Feuer und Begeisterung und konnte den Augenblick nicht erwarten, um sich vor dem Feinde auszuzeichnen. Der Wind sprang plötzlich um. Der Schiranui" legte sich auf die Seite, und seine Steueröordschraube arbeitete außerhalb des Wassers. Mit metallischem Klingen und Klirren sprang die obere Stenge des Signalmaste-, und mit Gewalt schmetterte sie der Sturm herunter auf das Deck. Auf dem Geländer der Kon.mandoörücke zersplitterte sie, und ein Stück ihres harten Holzes fuhr wie ein Projektil dem Kadetten Fusumaro in die Stirn. Wie von einer Kugel getroffen, brach Fusumaro auf der Kommandobrücke zusammen. Vorerst mußte Oeberleutnant Kanaya durch das Sprachrohr mit äußerster Lungenkraft den Leuten, die am Steuerruder standen, zuschreien, sie sollten den Kurs ändern, um nicht quer vor dem Sturme zu bleiben. Durch den Wind zu dreien, mißlang, wenigstens war dies nach Steuerbord hinüber nicht möglich. Einige Zeitlang schien das Torpedoboot verloren; es gehorchte dem Steuer nicht mehr,

und seine Schrauben arbeiteten in der Luft. Kanaya stürzte von der Kommandobrücke herunter an das Steuer und griff selbst zu. Es gelang ihm, das Boot aus dem Wind heraus und zum Wenden zu bringen. Nun bekam das Boot den Sturm in den Rucken und wurde auf seinem Kurse zurückgetrieben. Der Arzt und einige Matrosen hatten den schwerverwundeten Kadetten von der Brücke heruntergeholt und in das Innere des Bootes gebracht, und bald darauf erschien der Arzt bei Kanaya und meldete: Die Verwundung des Kadetten ist sehr schwer. Ein großer Holzsplitter ist ihm im Kopse stecken geblieben, und ich kann ihn nicht entfernen. Es gehört ein operativer Eingriff dazu, der nur mit Hilfe mehrerer Aerzte und mit den nothwendigen Instrumenten an Land gemacht werden kann. Wenn es nimt gelingt. innerhalb der nächsten zehn oder zwölf Stunden diesen Eingriff zu machen, ist der Verwundete verloren." Thun Sie Ihr möglichstes." sagte Kanaya zu dem Arzte, der sich sofort zu dem Kranken zurückbegab. Kanaya ging wieder auf die Kommandobrücke und ließ den Rangältesten, der an Stelle des Kadetten zu treten hatte, den Obersteuermann, zu sich heraufkommen. Noch immer trieb das Boot auf dem Kurse zurück, gejagt von dem Ostwinde, der jetzt ständig aus dieser Richtung blasen zu wollen schien. Was halten Sie von unserer Lage?" fragte Kanaya den Obersteuermann. Ich meine, wir müssen zurück, Herr Oberleutnant. Unsere Aufgabe ist so wie so nicht zu erfüllen. Bei diesem Sturm kann sich kein Transportschiff halten. Die russischen Schiffe werden höchstwahrscheinlich einen Nothhafen aufgesucht haben. Wir können mit unseren Maschinen Nicht zur bestimmten Zeit an dem vorgeschriebenen Punkte nördlich von Matsu sein. Herr Oberleutnant. Wenn Sie mir eine Meinung gestatten, so möchte ich behaupten, daß die anderen Boote sämmtlich bereits kehrt gemacht haben. Wir allein aber können kaum etwas gegen die russische Transportflotte ausrichten. Und noch eines, Herr Oberleut nant. Ich wollte es gerade melden: das Schiff macht auffallend viel Wasser vorn. Ich war unten und habe ge funden, daß in den letzten Stunden das Wasser in der Spitze des Schiffes um mehrere Zoll gestiegen ist. Ich habe die Platten und Nieten untersucht, es hält alles so gut zusammen wie nur möglich. Aber bei dem rasenden An prall des WasserS und der Kraft d Sturmes, gegen den wir anfahren, drängt sich das Wasser zwischen Platten und Nieten in das Innere des Schiffes hinein." Uebernehmen Sie einen Augenblick das Kommando." sagte Kanaya, ich will nach dem Verwundeten sehen." Als er in das Innere des SchisfeZ kam, fand er Fusumaro bewußtlos in seiner Hängematte. Der Arzt und die beiden Heilgehilfen machten kalte Umschläge auf seinen Kopf, so gut dies bei 5 c ir rr dem itarien cynnzern oes Cannes möglich war. Er muß sterben," sagte der Arzt. wenn die Operation nicht ausgeführt wird. Die Wunde blutet stark, das sehen wir an den Kompressen. Aber das Blut wird sich in der Wunde stauen, wird gerinnen und die Oeffnung verschließen. Dann tritt das Vlut in das Gehirn, und dieses ertrinkt gewissermaßen. Schade um das junge Blut! Die Operation würde ihn sicher retten. Kanaya sah in das Gesicht des be wußtloscn jungen Mannes. Er prüfte lange und sorgfältig die weichen Züge des Jünglings, aus denen ihm das Gesicht Harus entgegenleuchtete. So leichenblaß wurde auch Haru aussehen wenn sie die Nachricht vom Tode des Bruders erhielt. Fusumaro aber war dem Tode ver fallen, wenn der Schiranui" ich kehrt machte und den Hafen von Saseho aussuchte. Wenn das Torpedoboot zurückging, konnte es mit dem Sturme im Rucken in fünf bis sech Stunden in Saseho fein. Allerdings

wenn die anderen Torpedoboote nicht

auch zurückgekehrt waren, wenn, sie verucht hatten, ihre Aufgabe zu erfüllen, dann wußte Kanaya, was ihm bevortand. Er warf noch einen letzten Blick auf das Gesicht Fusumaros und ging dann auf die Kommandobrücke zurück. Noch mmer raste der Oststurm, mit unverminderte? Heftigkeit das Boot von feinem Kurse abdrängend. Wir machen kehrt." sagte Oberleutnant Kanaya zu dem Obersteuermann. Wind und Wellen sind mäch tiger als wir. Ich bin auch Ihrer Ansicht. daß die anderen Boote bereits kehrt gemacht haben." Es fiel ein Alp von der Brust der Mannschaft, als man erfuhr, der Schiranui" ginge nach Saseho zurück. Die Maschinen sprangen an. und mit Hilfe der Strömung und des Sturmes im Rücken machte der Schiranui" doppelt so sckm-lle ??ahrt als bisher. Kurz nach Mitternacht lief das Boot im Hafen von Saseho ein. und dem Flaggschiff wurde durch Lichtstgnale ir äi . gcmcwer: anranul zurua wegen schweren Sturmes und Havarie. Befehl nicht ausführbar gewesen. - Fusumaro wurde noch in der Nacht an Land geschafft und sofort operirt. Eine Stunde spater erhielt Kanaya auf dem Schiranui" die Meldung. daß die Operation geglückt, und der Verwundete außer Gefahr sei. Erst jetzt konnte Kanaya sich Ruhe gönnen und den Schlaf suchen, während er für seine von der Fahrt überanstrengte Mannschaft schon längst die Ruhe angeordnet hatte. Früh am nächsten Morgen schrillten die Pfeifen der Vootsmannsmaate. und die Mannschaft trat zum Dienst an. (Schluß folgt) Pytttttattcrcictt in Nußlan!'. Als vor einigen Taqen die Norddeutsch: Allgemeine Zeitung" die thö richten Ned:reicn über deutsche Einmischungsgelüste in Russtsch-Polen zuruckwies, konnte man eigentlich glauben. daß man sich diese Arbeit hätte sparen können, weil es doch in Rußland kaum Menschen geben werde, die an das Gespenst eines deutschen EinMarsches in Russisch-Polen glauben. Seitdem haben nch aber verschiedene Redner m der Semstwo-Versammlung anscheinend ganz ernsthaft Mit diesen angeblichen Einmisch'ngsgelüsten beschäftiar. und neuerdinas erhalten wir gar einen in 5ticw veröffentlichten, namentlich unter den Ciftndahnoeamten verbreiteten Aiufruf. der an unsinniger Entstellung das schier Unmögliche leistet. Nur um zeigen, bis zu welchem Grade der Begriffsverwirrung die revolutionären Ereignisse die Gemüther in Rußland beeinflußt haben, geben Wir diesen im politischen Kauderwelsch geschriebenen Ausritt wieder: Nieder mit dem deutsckn Ueber fall! Fort mit allen Streiks! Buraer! Die mächtigen Provolatoren der deutschen Hundert haben das einmüthige Anstürmen der in der VorHut stehenden Freiheitsbewegung oes russischen Proletariats nicht ausgehalten. Das Proletariat hat. unterstützt vom Zaren von der Höhe des Thrones herab, die erste Stufe der Freiheit erobert. Die gestürzten deutschen Provokatoren haben, wie üblich, sich mit der Forderung um unrernunung an ihre .wuvtkräfte. an die deutsche Armee. gewandt: an dieses Brutnest des Feudalismus und jedweder Bedrückuna. Seid vorsichtig! sonst werdet JhA-U Freiheit und die heimathliche Erde verlieren! Seht, -eine Armee von 200,000 Mann ist an der Westgrenze Rußlands aufgestellt, die jeden Augenblick bereit ist. in unser russisches Vaterland einzudringen, unsere Festungen zu besenen und uns zu unterjochen. Die Panzerkreuzer liegen längst bei Peterhof und die Torpedovoote in oer Schutzwchr unsres Äattiicyen 'ceeres dem ftafen von Kronstadt. Die Deut schen sind seit Langem bereit, unser allrussisches Baltisches Meer in eine deutsche See umzuwandeln! Das Alles konnten die Deutschen natürlich nur mit Hülfe der mächtigen Aufwiegler der deutschen Hundert erreichen, die sich seit undenklichen Zeiten tief in alle wichtigsten unö ,we enuicy sten Wellen des russischen Lebens hinAngefressen haben. Die bewußten und unbewußten feinde unserer Heimath erklären, daß deutsche Truppen die russische Grenze überschreiten werden, irrn die Unruhen im Inneren Rußlands zu unterdrücken. Ja. haben wir denn nicht selbst Truppen, die ein Heer von vier Millionen auTjieuen lonncn Das ist ja der reine Hohn und nur eine alle der deutschen Provokatoren Rußland ist doch nicht die Türktt oder Eüina! Das ist ia nur ein Aeryotznen der Vaterlandsliebe aller russischer Slawen. Großrußland. Kleinrußland und Polen, lassen wir auf einige Zeit unsere inneren Familienwistizkeiten und Meinunasverschieoenheiten ruyen: Vereinigen wir uns gegen unsren gemeinsamen Feind! Dieser Feind sind die Deutschen, außer dem Lande und im Lande: Nieder mit bin Deutschen! Es lebe Rußland! Es lebe das heimathliche slavische Großrunland. Kleinrußlanö uno Polen: Es leben alle das großrussisch: Reich bildenden Stämme!"

auch! die BONANZA.

WWNvWdM

vandaiia bgang St. Louiö Svcl., tlgl 6.. 1 500 St LoutS Litt täglich 8 d & b 7 0023 n tzavital Erpreh tägl ä ... 1 WSm St ou!S vic tag! 7 3 ,Vm Ch St'L Erpreß tSgliy d. it i )9lrn r Siouil Expreß tägl S 15Nr v & jftngham Att tägl. i 00 NA St L fsa Mail täal4 ... 10 Et Louis Special täglich s..1i 3 Nm Vincennes Kairo & Vinten Expr täglich 7 ZOVm OZi rm m t m w . rneermk zprey iag!.... 3 öOra Spencer k French Lick Äe,tgl 4 45Nm

Clevelano, (Ltnetnnstt, Chicago & SU Homs Rsttwav, 6leveland Di difie 4.

Abgang 4 20Vm 7 8093m 10 45Vrn 11 30Vrn 5 4Nm 3 lONm American Erpreß tagllch.. . . SckB Lim täglich 8 ö... Elevland Accom Anderfon Erp V d Lim, tägl d s Winona Flyer, p... Ft Wahne & Mtb Erp tägl 5 50Nm 55rn 8 30Nm Änirfetbnrfer Sv täal d & . . Toledo & Detroit Exp tägl. Gt. oniß Ein, Indps & St L Exp tgl s 12 OöVm New Sork Ltd tägl s 12 2023m St Louis Accom 7 16Bm ?outweSeru Lim tgl d . . .11 05Vm St Louis Expreß tägl d s. .11 45Bm st. LouiS Ltd tägl d 8. .. 3 15Nm Tene Haute k Mat'n Aee. ö OSNrn American Expreß tägl 7 OöNrn

Sineinnati Division.

Ein k LonSRachterpreßtsl 8 46Vm St LouS & Ein Nachtexp tg , 4 30Vrn Eineinnati Ezp täa 7 30vm Cincinnati Flyer tägl p.... 1 OONm incinnati Lim tägl 9 ..... 2 6öNm Sl-mSvme Expreß 2 55?lm Ciminnati Aeeom 4 OONm Cine & Wafh F L tg d k p 6 20Nrn Chicago Weago Nachierpreß tägl ..12 löVm flKX. anwwc viccorn 7 uuxsra E,hicago Faft Expreß tgl d p 11 öOVrn öLhite Eity Special tagl dp 3 20?lm LaFayette Aeeom .. 5 2551m Michigan enton Harbor Expreß 7 30B iichiaan Mail Erpreß ...11 80Bm Winona Flyer p 3 lONm . . m mr mm ühart Aee kagttcy s oucm

Perta Division westlich

Peoria Expreß täglich 8 ....12 1523m Peoria Expreß & Mail.. 7 258m Weftnn Expreß täglich p dll 50m Eharnpaign Aeeom ........ 4 lONm Peoria D i ColurnbuS Expreß tägl... 6 0033m Ohio Special tägl. ..... 2 LoNm ' . Lynn Accom . . . . . . loxm

pittsburgh, Qncinnatt, Cvlccgo S St. Conts Indianapolis Division. Adaanc Anknntt

PittSburg Special, tägl s .. 3 35Vm s.rtittmfm Slnm täal. 7 3üSm Nero Sork Erpreß täg 8 d. ... 8 lOVm ' -' . 'T. . .t Kehftone Erpreß tagt a & 8. 3 vöscm .. J m w iAm.

Atlantic Cxpre raguq oiwinm snoranasons ccom ...... uis R 9 Lim täglich s d 7 105tm St LouiS Exp? täzl d & 8. . 3 05?: PittSburg Expreß, tägl sd.. 7 2032m Nimmt keine Passagiere tgl- 05V Pittsburg Spcl tägl sd 11 LONm Indianapolis Acc, tag 11 15Nu Chicago Division. Chicago Special, tzlpd .. 1135Vrn Southern Exp? täglich 8 8 l5Zern Lon k Chi F Expr täglich 8 11 50Nrn Chic k Lou T?pr täglich p d 3 40& öonikville Division. Southern Expreß tägl 8. 8 35Vrn Lonikv k Madison Acc tägl 10 10?m PittS k Son F 8 tägl 8. .. 7 20rn Chic F 3 tägl p d 11 3023m. Mad Aee nur Sonnte.. 7 30Vm Lonisdille u. adison Aee.. 5 40.. LouiSv k Madifon Aeeo 8 2i)Bm LsuiSd & Vttted F L täglich 8 7 005!. Chicago Lou ß ö täglich pd S SöRm Madifon Acccrnm Sonntags 8 15V Madifon Aeeom tag!.... 8 55Nrn Lon & SHZ F Czpr. täglich 11.20Z?chi LouiSbille Aeeom tägl. 7 ION

Qncinnati, amilton 8c Daston R. R.

Cincinnati Division. Abgang Cwcirmatt Best täglich 4 00Brn Cincinnati Vestibül; täglich 1A 4-öV Jaft Mail täglich . .. 3 05Bm Fast Mail tZglich s.... S 3LV Cinc, Toledo, Det Exp p. . .10 40Vm Cinc & Chic Exp täglich p.li 45V Cinetnnati k Dayt'n Expt p 3 OONm Cineinnati Best täglich d p3 252?m Sin k Dayton Lim tägl dp 5 O0?irn Cine k JndtlS Aeeom p. . 7 05w Cw k Dettoit Expreß täglich 6 30ra Cine Spgsild & Dcc Extg 8 ll loHw Springfield (I l !.) Division. Springfield Mail & Expreß 7 0033m Cin.KSvrino.field Cx. s tägl. 3535ra Chicago Expreß p 11 5033m Decatur Accom 10 35V m Decatur Accom 330Nm Tincinnatt Ervreß p 2 50Nn Cin.ckSpringfield Ex. s tägl.ll 20Nm Springfield Mail k Expreß 4 50Nnv

(ake rie & weftern R. R. Abgang Aail uud Expreß. .....7 1623m Indianapolis Szpreß.. T Det M C Ex täglich 12 30Nm Mail k Expreß Chicago Expreß 6 50Ns Toledo Expreß -

Chicago, Indianapolis & kouisville Ry. Monon Rente.) Abgang Ankunft Chit Right Sxpreß!Sgl8...12eöB Cincinnati Best tägl s...... 3 3523a Fast Mail täglich s.. 7 OOBm FaS Mail tsgliS . .. 7 6023m Chr Expreß, nur 0mnpd..ll 5023m Mono Acc, tügl auögSenn,io 002 6c Mich City Veft dp.. 8 SöNm Cincinnati Vcft täglich d p. 4 525cm Mo?on Äce,.. 4 00Rv Via C.H. K D. Ny., (West) und Rsachdale. (lbikags Sipreß p 11 50Q Cincinnati Ckpnß p., 14551t?

S bctevtl 8lepet. i .Pau Ci. C

- IKtzVPMN.

(ine. A'i'unft Pitttbukg Spcl, täglich 8. 5 20Vm K:v Sork Expreß täglich 8. 6 SOV Schneller Mail täglich.... 8 0093 m Terre Haute Efflng Aec täg 10 25V m Keysto Expreß täglich äs. S 40An Atlantie Ezpreh täglich. 4 Pittöb Erp, tägl 8 6".... 6 652 Tbe !A Limited tägl 4 b 7 05 Pittsburg Spcl täglich 8 d 11 25Am Division. Spencers French Lick At, tgl 9 5553s . meenneS zpreh täglich.. 10 Cairo Erpreß täglich..e 15??u LnkuZz New Sork Ltd tägl 8 d.. ...12 1023 Detroit k 'Toledo E?p tägl 8 7 55Rtt Fort Wayne & Elk Erp tägl 10 3LB SouthveSern Ltd tgl äs.. ..11 25Vm Anderfon Expreß p 2 45Nm St Louis Ltd tgl d s 3 OONm Winona Fly'r, p 6 lONm American Expreß täglich.... 6 4SNa. BHck Union City Accom. . . 8 l5Rn Division. American Expreß tgl 4 St L, Ein & Col N Exp tgl d s 4 OODr 2oVm 15&m 355, 359to 05Nw 45?irs St. Louiö Ervrek tägl 8.... 7 Mat'n & T Haute Are 10 N S d Boston Lim tägl ä s. 2 St Louis Accom.. .. .... 5 Washington Ezp, tägl r ds. 6 Knickerbockn Sp tägl 8 d. . . . 6 CineinnatiAee.. ....-,10 Eine u St L Ltd täg 10 Ehie St Erpreß tg d k ?s 11 LouS St L S: Chicago Gxpreßll

30V 55Vtt 8SVrs 35 055?m 4055 5n?9P' OOAit

While C.ity Speziai tagt p.. 3 Indianapolis Acc, auSg.Stgs 6 Eine & LouiSv NaStetp tgl 8ll Eine 3ndS so St L Ex tg 8 . .lZ Division. Eine Rachtezpreß, tägl 3 a .IM 41 3013 30 40R OCS 05Z? 30Vtt 45N ION 15R cmraree nceorn ....iu Eine Fast Erpreß tägl p d 2 La Fayctte Aorn 5 Eine & Wash F L., täzl p 8 Division. Elkhart Expreß tägl.. ...10 BentonHarbor Erpreß p. 2 Winona Flyer p 6 r T SK . F. ttyiganrep........ v ColurnbuS & ünz Exp tgl a 3 Ehampaign Accom ......10 Ohio Special 2 Peoria Exprcß täglich p & d 6 80L 35V 35N 08N visi 0 n ö st li ch. Lynn Accom .-10 ColurnbuS Expreß tägl 11 & SM r m m m . OOBm 3OD OONtS .owrnvus xpre? ragi 8....13 St Louis SpezZal tSgl.... 1 4522m St Louis Lim täaliö s d b. . 6 55? Capital Expreß täglich sä. . . 7 00$ rf r oi r '- . r 1 . 1 m e o., . yic r xprep rgl qb.iz r c ? . -so si m e. m v AnZunjl ..10 1553m .... 3 20N 9 40N CkirCr B-Host: m P IHoiB Cm