Indiana Tribüne, Volume 29, Number 116, Indianapolis, Marion County, 9 January 1906 — Page 4
Jnvtana Tribüne, 9 Januar 1906
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Jndiana Tribüne. HnauIgeTede von b utmftcra Es Indianapolis, Ind.
Hany O. Thndiu Präsident. SeschäftSloealt No, 31 Süd Delaware Straße. TELßPHONE LS. Hntered at the Pott Office ol Indianapolis as second dass matter. AuS der Bundeshauptstadt. Seitens der Clique von Repuilikanern im Reprüsentantenhaufe, die die - Annahme einer Dampfer-Subventions-bill anstrebt, wird jetzt darauf hingewirkt, die Einberufung eines ParteiCaucuS zu erzielen, in welchem die Frage der Schiffssubventionen erörtert werden soll. Sie hoffen, die Parteiführer, welche, Sprecher Cannon an der Spitze, einer DampferSudventionSbill abge neigt find, zu bekehren, indem fie die Kosten als verhältnißmäßig gering dar stellen, die für das Gemeinwohl daraus refullirenden Vortheile hingegen schön ausmalen wollen. Die Parteiführer, welche zur Zeit gegen die Subventionen find, haben erklärt, sie würden nur dann ihre Zustimmung geben, wenn die Befürworter der Subventionen ihnen zeigen könnten, wie durch die Zuschüsse aus der Bundeökasse der Bau ' neuer Schiffe auf amerikanischen Werften thatsächlich gefördert werden würde; wie sie es zu erzielen gedenken, daß ame rikanifche Schisse für die fremden Dam pfer bei der Frachtdeförderung fubfivirt werden würden. Wenn ein solcher Nachweis geführt werde, ließe sich über SchissZ'Subventionen sprechen; aber wenn die SubventionZbill darauf hm auZliefe (wie es der Zweck aller bislanzll vorgelegten SubventionSbillS gewesen), bestehenden Dampfer Gesellschaften Subventionen zu sichern, welche die Dividenden erhöhen, aber der amerika Nischen Handelsflotte keine neuen Schiffe zuführen würden, dann könne nichts aus der Anzapfung des Schatzamts werden. Da haben nun die SudventionS grabscher eine Rechnung aufgestellt, welche diesen Beweis führen soll und den Profit der bestehenden Dampferlinien als verbältnißmäßig bescheiden erscheinen läßt. Die Voranschläge der gemischten Kommission, welche unter Senator Gallinger'S Vorsitz seit vo tigern Winter Material gesammelt hat, sind dabei zu Grunde gelegt. AlS erster Zweck wird die LandeSvertheidi gung bezeichnet. Die Amerikanische Handelsmarine" soll dazu dienen, eine Marinereserve auszubilden, welche im Kriegsfalle zurBemannnng von Kriegs, fchiffen verwerthet werden könnte. Diese Reserve soll allmählich auf 10,. 000 Mann gebracht werden. Dann soll eine Flotte neuer Stahldampfer gebaut werden, die im Kriegsfalle als Hülfskreuzer, TranSportdampfer oder MunitionS'Schiffe etc. verwerthet wer den könnten, schließlich würde der Ge sammt-Tonnengehalt, Segelschiffe ein geschlossen, innerhalb zehn Jahre um anderthalb Millionen Tonnen zuneh' men, wodurch namentlich der Handel .jnit Südamerika bedeutend anschwellen fcfiJU. Und der Kostenpunkt? . Für das erste Jahr sind für die Marinereferve $150,000 in Aussicht genommen; für erhöhte bestehende Post Subventionen (dies fließt in die Tasche der International Navigation Co., auch bekannt als American Line") 467,000, und für neue Poft.Sub ventionen 8666,250, insgesammt 51,283.250. Dahingegen würden die erhöhten Einkünfte deS Schatzamtes fürTonnengebühren sich aufs 1,900.000 belaufen. Nettogewinn des Schatz gmteS: $616,750. Woher die ver mehrten Tonnengebühren in diesem Jahre kommen, ist etwas schleierhaft, aber sie stehen in der Rechnung und sichern deshalb dem Schatzamte einen hübschen Ueberschuß. Im zweiten Jahre kostet die Marinereserve $300,000. für allgemeine Subvention an Frachtdampfer find $1,250,000 an gesetzt, für neue' Postsubventionen $1.500,000 und für erhöhte alte Post sudventionen $467.000. Die Mehr einnähme aus Tonnengebührcn wird auf $1,850,000 veranschlagt, -also $50,000 weniger als im ersten Jahre, wo die neuen Schiffe noch gar nicht exi ftirten. Das Schatzamt verdient in diesem Jahre daher nichts, sondern muß $1,667.000 hergeben. Im dritten Jabre kostet die Geschichte dem' Schatz amte netto $4.232.000. die Mehrein nähme aus den Tonnengebühren ist auf $1,600,000 reducirt. So geht
das stufenweise weiter, bis im zehnten Jahre das Schatzamt $7,682,000 netto hergeben muß. Das ist also das Minimum nach Ansicht der SubventionS-Grabscher. Wohlweislich ist die Hauptlast der Zu. schösse, für Frachtdampfer gerechnet, rund $500,000 Zunahme per Jahr, damit sollen die republikanischen Geg. ner der Subventionen geködert werden. Aber diese letzteren dürften sich wohl die bezügliche Bill erst noch genauer an. sehen, wenn sie im CaucuS präsentirt wird, denn man könnte gewärtigen, daß die alten Kniffe wieder zum Vor schein kommen, wo bei Passagierdam. pfern der Kabinenraum berechnet wor den war, und die Stipulation sich vor. fand, daß jedes Schiff, welches mehr als den Halden Fracht.Tonnengehalt gefüllt habe, zu der Subvention berech, tigt fein solle. Die ganze Berechnung ist so vage, und überdies ist eS auf dem Papier so leicht, zu stipuliren, daß so. undso viel hunderttausend Tonnen all jährlich der Handel-flotte hinzugesügt werden sollen, daß sich Sprecher Can non und die anderen republikanischen Opponenten der Bill zunächst nach den Garantien erkundigen dürften. Denn das einzig sichere an der Berechnung wäre der Posten von $467.000 jähr, lich, welchen die American Line- zu bekommen hätte. Von Marineireisen wird zur Zeit im Kongreß dafür Propaganda ge macht, in unserer Flotte den. Rang eines Vizeadmirals wieder einzufüh. ren. Diese Agitation war mächtig gleich nach dem spanischen Kriege, durch welchen der militärische Geist einen frischen Anstoß erhalten hatte, aber sie ward unter den Trümmern der Sampson Schley Kontroverse begraben. Seither hat sie unter der Asche weiter geglüht, aber sie fand keine be
sondere Nahrung. Aber als hoffnungS loS aufgegeben durfte sie nie betrachtet werden. Der Wunsch nach höherem Range und fetterem Gehalt kann in der Marine nie ersterben, und noch hinzu kommt die Eifersucht gegen die Armee, welcher eS geglückt ist, den Generalleutnants Rang permanent wieder zugesprochen zu erhalten. Wa rum sollte die Flotte nun nicht zwei VizeAdmiräle bekommen ? Man wird nicht ruhen, bis schließlich nicht nur in der Armee der Generalsrang, dessen letzter Inhaber mit dem großen Feld. Herrn des Bürgerkrieges, Sheridan, erloschen, dauernd wieder erstanden ist und bis die Marine ihre zwei Vize. Admiräle, nebst einem Admiral in Permanenz, sich gesichert hat. Man ist nicht damit zufrieden, daß solche Rangerhöhungen, wie im Falle Dewey'S, für besondere Verdienste ver. liehen werden: man wünscht dieselben als dauernde Einrichtung, damit auch DurchschnittS.Offiziere fich der Sterne auf den Epauletten und der Dollars in der Tasche erfreuen können. Damit man nun anch einen halb Wegs präsentablen Träger der Vice. AdmiralS'Jdee vorschieben kann, ist Rear.AvmiralEvanS auf denSchild er. hoben worden."- Fighting Bob", so hat man ihn getauft. Der Name klingt schön. Vielleicht hätten andere Rear.Admirüle den Anspruch auf daS nämliche Soubiiquet, wenn sie nicht so viel vom Fighten" redeten, wie Fighting Bob. Admiral EvanS hat als - junger Offizier feine Pflicht im Bürgerkriege gethan. Er erhielt einen Schuß in's Bein. Aber er würde heute wahrscheinlich keine Gelegenheit haben, ein Geschwa. der zu kommandiren, wenn .licht Jimmy- Sands, gegenwärtig Su. perintendent der MarineAkademie zu AnnapoliS, ihn mit Gefahr feines eigenen Lebens gerettet hätte. Und wer hätte wohl je von Admiral SandS ge hört, wenn nicht jüngst ein Kadett in der Akademie bei einem Fauftkampf um'S Leben gekommen wäre. Fight ing" Bob'S Ruhm stieg in den Jenith. als eS vor Jahren Trubel in Chile gab. Schley kommandirte die Baltimore", EvanS die kleine Yorktown". Eine Anzahl amerikanischer Matrosen hatten sich 'am Lande bezecht, eö gab Rau. fereien, Mord und Todtschlag. Schley gestattete, daß die MißHelligkeiten auf diplomatischem Wege geregelt wurden. EvanS wollte Valparaiso und die ganze Küste in Trümmer schießen, und als ihm das nicht erlaubt wurde, saß er vor Wuth auf dem Deck der Yoiktown" und fluchte das Blaue vom Himmel herunter. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho'S .Longfellos-.
Wie mangelhaft die Jnstrultionen für Polizisten soweit waren, geht dar aus hervor, daß der Schauplatz des Sonntags Mordes von zahlreichen Neugierigen zertrampelt und jeoe Spur verwischt wurde. Wir find überzeugt, daß der neue Polizeichef Metzger als bald für bessere Belehrung der Polizi. sten Sorge tragen wird, denn die ener. gilche Art und Weise, mit welcher er bei Untersuchung deS geheimnißvollen Ver brechenS sofort alle Dispositionen traf, die zur Entdeckung deS Mörders führen könnten und selbst mit eingriss, dürften als gutes Vorbild für feine Unterbeamten gelten. Ter Pastor Suthcrlin, der der Er. mordung seiner Frau angellagt ist. be. theuert seine Unschuld und sein Ver trauen in eine höhere Gerechtigkeit ja, wozu dann aber drei Anwälte enga giren?
Nach einer Entscheidung des Ober gerichtZ von KansaS ist das Gesetz, wo. nach verschiedene Hochschulen für weiße bezw. farbige Schüler in KansaS City errichtet werden sollen, völlig verfas fangSgemäß. Auch hier in Jndiana. poliS sollte für die farbigen Wissens, durstenden eine besondere Schule errich tet werden, eS wäre für die Kinder bei der Rassen jedenfalls besser. Bon der republika. DifirikSConvention. - In den WardS von Indianapolis, sowie Warren und Wayne TownsbipS, werden die Stimmplütze Freitag für die Wahl von Delegaten zu der demnächst stattfindenden republikanischen Distrikts, convention von 48 Uhr Nachmittags dem Publikum zugänglich sein. Die Stimmplätze und die Anzahl der Delegaten für die Ward? und Town. shipZ find die folgenden: 1. Ward Spritzenhaus, Hillside. Avenue und 16. Straße; 13 Delegaten. 2. Ward Spritzenhaus, Ashland Avenue und 24. Straße; 11 Dele. gaten. 3. Ward Waffenhalle der I. L. A., Ecke SenateAvenue und 16. Straße; 14 Delegaten. 4. Ward Rader und 23. Str., Northwestern Republican Club; 12 Delegaten. , , 5. Ward 756 Jndiana Avenue, Ecke von Bright Straße; 10 Dele. gaten. 6. Ward Spritzenhaus, Jndiana Ave. und Michigan Straße; 12 Dele gaten. 7. Ward 219 North Alabama Str. 12 Delegaten. 8. Ward 11. und Broadway; 11 Delegaten. 9. Ward 2110 Ost Michigan Str., McKinleü Club; 10 Delegaten. 10. Ward Prospect Str. und State Ave., 11 Delegaten. 11. Ward Counnty - Gesängniß, Süd Alabama Str.; 10 Delegaten. 12. Ward-419 West Pearl Str.; 7 Delegaten. 13. Ward 1224 South Meridian Str.; 8 Delegaten. 14. Ward Spritzenhaus, Morris und Harding Str.; 6 Delegaten. 15. Ward 1725 West Vermont Str.; 3 Delegaten. Center Südoft No. 4 Schulhaus, Churchman Pike; 1 Delegat. Center Nordoft No. 8 SöhulhauZ, Wolf Pike und Brightwood Ave.; 1 Delegat. Decatur Township Burnett Halle, West Newton; 1 Delegat. Franklin Township Acton; 1 Dele. gat. Lawrence Township Hunter'S Schmiedewerkftätte; 1 Delegat. Pike Township New Augufta; 1 Delegat. Perry Township Southport. Mc Alpin'S Store; 2 Delegaten. Warren Township Jrvington, Sheet'S Drug Store, 3 Delegaten. Washington Township S. W. Comer, 50. und Illinois Straße; 3 Delegaten. Wayne Township ' Coop.r Drug Store. 3206 West Washington Str.; 9 Delegaten. ' Peru, 8. Jan. W. C. Farr, ein Conducteur der W abashBahn, fiel am Sonnabend in der Nähe von Dan ville, Jll., unter einen Zug. wobei ihm ein Bein und ein Arm vom Rumpfe getrennt wurde. Er wurde nach Dan ville, Jll.. in ein Hospital befördert. Farr ist der bedeutendste Eisenbahnpolitiker in Peru.
Drittes populäres Volkskonzcrt. Solisten Rramer und Fanning erzielen glänzende Erfolge.
Tragen vor ausverkauftem Sause vor. Um halb neun Uhr begann gestern Abend der Violinist Leopold Kramer die erste Nummer des für das dritte Volkskonzert in der Caleb Mills Halle aufgestellten Programms, ' nämlich "First Movement of G Major Sonata" von Rubinstein, zu spielen und um eS gleich vornweg zu sagen, vor ausverkauftem Haufe. Freilich so voll wie beim PugnoAbend war eS nicht, denn die Erschienenen fanden alle Sitze und auf der Bühne brauchte Niemand Zuflucht zu suchen. In Herrn Kramer machten wir die Bekanntschaft eines Musikers böhmi scher Abkunft. Seine erste Schulung genoß er am Konservatorium zu Prag und dann wurde er Mitglied verschie dener Orchester, so in Berlin, Ham bürg. St. Petersburg, Köln und schließlich des ConventGarden'Orche sterS in London, bis er nach Chicago kam und Konzertmeister deS besten amerikanischen Orchesters, deS Theodor Thomas Orchesters in Chicago wurde. Der Geist, der in diesem Orchester weht, schien denn auch auf ihn mehr oder weniger Einfluß ausgeübt zu haben. Herr Kramer besitzt rein technische Vorzüge, die gerade bewundernswerth find. Seine Bogenführung ist ge schmeidig.die Accuratesse des Finger auffatzeS vorzüglich, technische Schwie rigkeiten schienen für ihn nicht zu existi ren. Aber die Töne, die tt dem In ftrument entlockte, hatten keinen indivi duellen Reiz. Wie sein Vorgänger im letzten Volkskonzert Herr Pugno, geht er zu selten aus sich heraus, ist er ZU wenig poetisch, vielleicht abgesehen von RieSPerpetuum mobile", .von Pierne'S Serenade", und vor allen Dingen in Nichez's Gypsy Dance". wo er fich alS warmblütiger Künstler, aber k?in Gei ger großen Stils erwies. Der Beifall, der dem Vortrage deS Perpetuum mobile" folgte, galt nicht allein seiner Leistung, sondern weil daS Durchschnitts-Publikum von, dem be sonders raschen Tempo erbaut war, welches das Spiel dieses Stückes mit fich bringt. ' War eS im Allgemeinen ein Genuß, dem vorzüglichen Vortrag deS Herrn Kramer zu lauschen, so läßt sich das gerade nicht immer v?n Herrn Cecil Fanning, dem Bariton behaupten. Vor allen Dingen hätte Herr Fanning etwas mehr Strategie anwenden sollen. Steil ist der Aufstieg zum Parnaß, groß sind die Hindernisse, die zu über winden sind, und um sie zu besiegen, muß man heutzutage nich nur Taktik, sondern auch Strategie gebrauchen. Strategie ließ die Zusammenstellung Fanning'S Programm gerade nicht er kennen. Die Buntheit der Zusammen stell un g bewies dies im hohen Grade, noch mehr die SprachenGesangSkarte, die Herr Fanning auftischte. -Gewiß ist Abwechslung in einem Recital'Programm eine wichtige For derung, aber Buntheit der Auswahl sorgt eben nicht für Abwechslung und ob die Nachahmung der Vorgänge auf der Opern'oühne des Metropolitan Theaters in New York, auf der daS reinste Sprachenbabel herrscht, ange bracht war, soll dahin gestellt bleiben. Wenn nur Herr Fanning die fremden Sprachen richtig ausgesprochen hätte! Das Stimmenmaterial, über das der Solist verfügte, ist ein wohlgeschultes, aber um Wolfram'S ersten Gesang im Gesangwettstreit aus Tannhäufer vor. zutragen, dazu reichen die Fähigkeiten deS Herrn Fanning nicht aus. Und gar die deutschen Lieder. Die Poesie, z. B. beim HaideRöSlein, ging verloren, wurde zum Mätzchen. Von Liedern in ausländischer Zunge gelang ihm noch Verdi'S Jnfelice (Ernani) am Besten. Im Vortragen von Liedern in engli scher Svrache scheint Fanning besser in seinem Elemente zu sein. Seine Wie Vergabe von Malthew'ö May Daywar erfreulich, läßt noch GuteS für die Zukunft erhoffen. Dem Publikum gefielen alle geböte nen Leistungen auf's Beste, es kam aus dem Beifallskundgebungen garnicht medr heraus. Der 3. KonzertAbend gestaltete fich zu einem glänzendem Er folge und man steht mit Spannung den folgenden entgegen.
Kreisgc icht. Ganz wie in Goethe's Faust. Auerbach'S Keller in n e u e r A u f l a g e.Unwillkürlich wird man an Auer. bach'S Keller" in Goethe'S Drama Faust" erinnert, wenn man die Klage lieft, die.Roger Schiel gegen August Uehlein, die Schlitz Brewing Co. in Milwaukee, W. A. Coibert, Billy Smith und Joe Finkelftein im Kreis gericht angeftringt hat. In der That denkt man, daß die Handlung fich in besagtem Keller in Leipzig abspielen könnte, so schwarz hat Kläger die Zustünde im Lokal gemalt. Kläger sagt, daß er an der Nord, weftecke von Nord Illinois Straße und Jndiana Avenue ein Wohnhaus habe, welches stets guten Miethszins trug. Da hätte plötzlich diesem Wohnhaus gegenüber Uehlein und die Schlitz Brewing Co. eine Schankmirthfchaft eröffnet und seit dieser Zeit hätte er nur die Hälfte Miethe gegen früher erhalten können, da Niemand fich ge traute in sein Haus wegen der gegen über befindlichen Wirthschaft zu ziehen. In der Wirthschaft, behauptet Shiel, wäre eS toll Hergegaugen. Die Be fucher des Lokales hätten furchtbar ge schrien, gesungen, gepfiffen, geflucht, daß es eine Schande sei, Leute zwei deutigen Charakter? Hütten in derselben verkehrt, ja getanzt hätten alle und was noch schlimmer sei, sich gehauen, und um daö Nicholson Gesetz hätten sie sich überhaupt garnicht bekümmert. Am Feiertage und am Sonntage wäre in aller GemüthZruhe Bier und Schnaps verkauft worden und Nigger
zweifelhaften Rufes hätten sich dann im Lokale eingefunden und einen tol len Lärm verübt. Könnte man eS dcn Leuten verdenken, daß sie nicht in fein HauS ziehen wollen oder daß Sie in Folge der schlechten Lage weniger Mie the entrichten wollten? Um diesen Zu fänden ein Ende zu machen, bitte er das Gericht, sofort einen EinhaltSbesehl zu erlassen und die Wirthschaft zn schließen, damit er mehr Miethe für sein HauS erhalte. Aber Uehlein sei nicht nicht der einzige Schuldige, auch die Anfangs Genannten ständen in Verbindung mit der Wirthschaft und er mache sie deshalb auch verantwort lich. Körner Loge No. 1, J.O.K.P. In der gestern Abend stattgefunde nen gut besuchten Versammlung erftat teten die Finanz-Beamten ihre Berichte AnZ denselben ist zu ersehen, daß über $300 an Unterstützungsgeldern aus bezahlt wurden, und der Kassenbestand S6.778. 02 beträgt. Die folgenden Beamten wurden toch den G. D. D. Henry Hedderich installirt: ExCommandeur Jac. Dorbecker. Commandeur Fred. Ploch. Vice.Commandeur Aug. B. Thau. Prälat Wm. Schönrogg. Protokollirender und correspondiren der Schreiber Valentin Hoffmann. Finanz-Schreiber Charles Dahlmann. Schatzmeister John Grein. Waffenmeister John Hildebrandt. Aeußere Wache ChaS. Neusel. TrufteeS John Weilacher, Hugo Klingstein und ChaS. Trümper. Seiner Gutmüthigicit hat es der Schultheiß Jos. Barth in Treffelhausen, O.-A. Geislingen. zuzuschreiben, daß ihn die Strafkammer in Ulm zu einem Monat Gefängnis verurtheilte. Er war überführt worden, einen Handwerksburschen, der wegen Bettels eingebracht worden war nicht s dem Oberamt eingeliefert, sondern der Freiheit wiedergegeben zu haben. Außerdem war er angeklagt, zwei Treffelhauser Personen, die im Realgemeindcwald sich auf Wöihnachten je ein Tannenbäumchen geholt und daheim zur.Christbescheerung verwendet hatten, wegen Diebstahls und die Angehörigen wegen Hehlerei nicht' angezeigt zu haben. Wegen der letzteren vier Verbrechen im Amt wurde er freigesprochen, da das Holen von Christbäumchen .in Treffelhauscn allgemeine Sitte in und auch der Gemeinderath sich gegen eine Strafverfolgung ausgesprochen hatte. Wegen des HandWerksburschen mußte aber auf die obengenannte ; ; Mindeststrafe erkannt werden. DaS Gericht beschloß, ein Gnadengesuch bt Schultheißen zu unterstützen. - Die serbische Arbeiterschaft will nach dem Muster ihrer ruf fischen Genossen in den allgemeinen Ausstand treten, wofern nicht die der sozialistischen Arbeiterschaft unbcque nie Gewerbeordnung von der Regie rung abgeschafft wird.
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Europäisches eparte Wechsel. Kreditbriefe, Postanweisungen. auf alle Städte Europas, chiffsschetns von und nach Europa. cs üb Verkauf ausländ schen Geldes. g i No. 35 Süd Meridian Str. 2lrcdaüts National Bank. ehr oft werden wir daran erinnert, wie schnell sich kleine Schulden aufhäufen : hingegen sollten wir nicht vergessen, wie schnell sich Erspar, nisse ansammeln. Von einem gewissen Prediger wird erzählt, daß er sich verheirathete als sein Ealar $300 00 das Jahr war. und zu keiner Zeit während seiner Lebenslaufbahn betrug sein La lär mehr als $1,500 00 jährlich, und doch erzog er eine große Familie und gab den Kindern eine gute .Schulbildung und bei seinem Tode betrug sein Vermögen 560,000.00. Sein Crfolg war nicht nur seinem Geschäftsurtheil ,uzuschreiben, sondern der Unterlassung der klei nen unnöthigen Ausgaben mit denen man sein Einkommen verschleudert. Beginnen Sie ein Spar Conto heute noch THE WM TRUST COMPANY, Kapital $1,000,000.00 Ueberschuß 300,000.00 JnZürZchwurdenzwe! vorbestrafte Individuen verhaftet, dcnen bis Zur Stunde bereits für etwa 60,000 Francs gestohlene Perlen und Diamanten abgenommen wurden. Ein prachtvolles Perlenhalsband von circa 12,000 Francs Werth sowie ein Diamantring, der auf 10.000 Francs ge-. schält wird, befanden sich darunter, ferner eine wunderbare diamantendesetzte Damenuhr, Broschen, Armbän-. der, alles mit Brillanten. Die beiden verhafteten Hotelportiers befanden sich Ende Oktober in London, später in verschiedenen Großstädten Deutschlands und Oesterreichs., Man vermuthet, daß dort Diebstähle begangen wurden. Heute sind in Paris abermals für 20.000 Francs ' dort verkaufte Juwelen beschlagnahmt worden. Eine merkwürdige Begebenheit wird aus Paris berichtet: Ein Fuhrmann wurde bei Colombea durch ein Automobil, vom Wagen geschleudert und starb darauf. Als sein Leib begraben werden sollte, fand man, daß es eine Frau war. Auf weitere Nachforschungen hin ergab sich, daß sich hinter diesem merkwürdigen Fuhrmann ein Mädchen aus guter Familie, Namens Clotilde Filly, verbarg, die vor dreißig Jahren nach einem Zwist mit den Ihrigen ihre Heimath verlassen und seitdem in Mannerkleidunz gelebt hatte. Unter ihren Collegen war sie unter dem Namen Pa'ckl allgemein bekannt, und wegen ihrer großen Körperkräfte hatte sie den Beinamen Eisenarm" erhalten. Sie war wegen ihres hitziaen Temperaments und ihrer schnellen Kampfbeitschaft von allen Fuhrleuten gefürchtet, die hinter dem kräftigen Boxer, der - so empfindliche Schläge austheilen konnte, nie und nimmer eine Frau geahnt hätten. Die Verwendung polnasche r Mädchen für die schwerere Landarbeit kommt auf den dänischen Gütern mehr und mehr in Gebrauch, besonders auch bei dem Rübenbau, dessen ' mühsamer Wartung sich die dänischen Bauernmädchen nigern unterziehen. Die Polinnen werden neuerdings von Deutschland aus kirchlich pastorirt. Leider erliegen sie verhältnißmäßig häufig dem ungewohnten Klima und werden dazu vielfach ausgebeutet und betrogen. So hatten vom April bis December zehn polnische Mädchen auf einem seeländischen Gut gearbeitet uvd mit beispielloser Ge nügsamkeit in Kost und Kleidung zusammen 1200 Kronen gespart, die sie durch einen männlichen Arbeits- und Volksgenossen noch Kopenhagen aus die Post sandten. D Vertrauensmann verschwand aber mit der Sum me und ist nicht wieder gesehen worden. Für die ohne Arbeitsverdienst und Reisegeld' zurückgebliebenen Polinnen werden jetzt in Dänemark Sammlungen veranstaltet. Der Herr Profesior. Aber Karl, bei diesem strömenden Regen spannst Du nicht einmal Deinen Schirm auf?" Ach so, ich dachte, ich hätte ihn vergessen." ' ' Der- Protz. Bankier Kohn (der bereits zum zweitenmal eine Sternschnuppe fallen sieht): Wozu sich .nur die Natur so anstrengt... ich brauch' mir nii tilU zj Künsten!"
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