Indiana Tribüne, Volume 29, Number 115, Indianapolis, Marion County, 8 January 1906 — Page 5

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x r -5 4 Ct 3 4 t v Iamsellmgs Brautfabrt Eine wahre schichte yrn Anton Andrea t K A x : .i.?;:F w- p v i a, Jiam)tu. fronen lam in etc Jahre, wo man daZ Konditioniren sait stiegt und sich nach dem eigenen Herde sehnt, der bekannilich goldeswerth" ist. Nicht, daß ihr wer oder was das Leben besonders schwer gemacht hätte. Eher das Gegentheil wenigstens die letzten fünfzehn Jahre, die sie als selbsiständig" wirthschaftete mit dein Inspektor und dem Herrn Administrator, der auf dem anderen Gute der gräflichen Besitzunzen hauste und alle paar Wochen herüber kam, um seinem Herrn berichten zu können, daß alles glatt seinen guten Gang ginge. Als ste damals frisch zugezogen war, 'ne dralle Dirn, gerade erst an der Schwelle der Dreißig, hatte sie Grund anzunehmen, daß ,der lange, semmelblonde. Inspektor ein liebe- und ehebedürftige Herz habe; statt dessen entpuppte er stch als ein hungriger Materialist mit einem abgründigen Magen, der es nicht auf ihre grellen Augen und rothen Backen abgesehen hatte, sondern auf ihre Speisekammer. Im übrigen war er ein Mensch, der auf seinen Kram paßte: morgens der erste auf, im Sommer schon um $rei Uhr, und Abends der letzte zu Bett. Wehe dann aber, wenn nicht alles klippte und klappte! Ein Donnerwetter sauste übe? den Hof, daß Knechte und Mägde flogen, und selbst dem Unöetheiligten um sein Dasein bange wurde. Kam er aber zu Mamselling, so war er immer weich und lind allerdings brachte er dann auch einen kolossalen Appetit mit. Sie hatte ihm zum Frühstück ein frisches Dreiviertelpfundstück Butter und ein knusperig geöaöenes. kaum abgekühltes Brot auf seine Stube geschickt. Zufällig" wie man gern sagt, wenn man die Absicht nich: merken lassen will kam sie hinzu und sah ihn schmausen. Jeh, Enspektor," sagte sie, worum schneiden Sie mich die Butter auf beid" Enden an?" Jh, Mamselling, das is man wegen die Fixigkeit durchzukommen." Und in fünf guten Minuten hatten Brot und Butter daran glauben müssen. Einmal, Sonntags, wollte sie 'ihm etwas Besonderes anthun und schickte ihm zum Mittag ein Rebhuhn. Er ließ umgehend fragen, ob das vielleicht 'ne Vorspeise sein sollte. Sonst möchte sie nur fix noch Stücke vier von den Vögeln , in die Pfanne thun oder einen saftigen Schinken anschneiden, denn satt essen wollte der Mensch sich auch Sonntags. Ihm wäre knapp erst der Mund wässerig geworden. Seitdem mußten, wenn es Rebhühner gab, ihrer sechs für den Inspektortisch abgezählt werden. Na, sie gönnte es ihm. Er war ein tüchtiger Landwirth und ein tugend? hafter Mensch, der keine Karte und keinen Schnaps anrührte. X Ja, ja, Mamselling." pflegte er zu sagen. Ich bün für 'nen guten Happen und ein gut Glas Wasser: Mäßigseit hält Leib und Seel' zusammen." So hatten sie fünfzehn Jahre lang das gräfliche Gut in Treue und Einig keit bewirthschaftet und waren gute Freunde geworden, ohne den störenden Hintergedanken von Liebe und Ehe. Mamselling bekam schon ein paar weiße Härchen, und ihre Leibesfülle nahm bedenklich zu; da dachte sie: .Jetzt oder nie! Entweder heirathe ich zwischen Roggen- und Kartoffelernte oder ich gebe den schönen Jugendtraum ein für allemal auf." Enspektor," sagte sie eines Tages zu ihrem alten Freunde, und legte ihm die Nostocker Zeitung vor. Möchten Sie das woll eins lesen und hören lassen, wo Sie dadrüber denken?" Reell! Vermittlung ausqeschlossen! Gutsituirter Beamte. Wittwer. sucht Bekanntschaft mit Wittwe oder Fräulein in qesetzten Jahren behufs Heirath. Zwei bis drei Mille e?wünscht. Liebevolle Behandlung garantirt." Der Inspektor kraute nachdenklich sein blondes, borstiges Haar. Was soll einen darzu sagen? Mich scheint es, daß Sie durchaus und durchum heurathen wollen; denn sag ich ich sag. Mamselling. dies is. was man ein Heurathskannedaten nennt." Liebevolle Behandlung garantirt!" lispelte die Fassen. Un zwei bis drei Mille blos. Mamselling! Wie sieht das mit Ihr Spartassenbuch?" Dreidausendfünfhunneri, Enspektor!" Dunnerstag und allerhand Achtung, Mamselling! Sie haben fürtrefflich gewirthschaftet." Es war das höchste Lob, was der Inspektor je einem weiblichen Wesen hatte zukommen lassen: Mamselling konnte mit Recht stolz darauf sein. Den Abend druckste sie bis gegen Mitternacht an einem Brief von einer halben Seite Umfang, malte die Adresse genau nach d'er Zeitung auf und gab ihn früh dem Milchwagen zur Bestellung mit. Der Inspektor, der seine Luchsaugen überall hatte, kam hinzu und sagte: Sie haben .noch kein Marken auf.

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Mamselling! Darf ich Sie einen ufferiren?" Wenn Sie so gut stn wollen, Enspektor " Umständlich suchte er aus seiner abgegriffenen Brieftasche eine Postmarke und klebte sie auf, wobei er gleich die Adrelse kontroll'"-. Holtet zehn Pfennig, Mamselling! Es würd mich aber ein Pläsirvergnügen sein, ihn für nix zu geben, weil Sie 't fünd." Mit unheimlicher Promptheit traf Antwort ein. Der betreffende Heirathskandidat hatte unter den 105 Be-. werberinnen um feine Hand Fräulein Fossen auf die engere Wahl" gestellt und bat um umgehenden Bescheid, wo und wann er ihre werthe Bekanntschaft" machen könnte. Was soll ich nu blos thun, Enspektor?" fragte Mamselling ihren alten Freund. Er gabelte sich mit seinen langen Fingern wild im Haar herum. Lassen Sie 'n man herkommen, Mamselling! Wir kieken uns den Musjeh eins an, und wenn er uns aeföllt, meinswegen drauf und los sonsten aber und in allgemeinen halt ich das Heurathen vor ne ochstge Dummheit." Wieder rutschte ein Briefchen nach Rostock und eines zurück auf das gräfliche Gut: der Heirathskandidat wollte die Ehre haben, Fräulein Fossen gleich am Sonntag Nachmittag feine AufWartung zu machen. Sehr bewegt schnürte Mamselling ihre Behäbigkeit in eine grünseidene Taille, daß alle Nähten krachten, band eine weiße Tändelschürze mit Himmelblauen Schleifen vor, die sie vor zehn Jahren auf einem Wohlthätigkeiisbazar gewonnen hatte, sorgte für einen guten, reichlichen Kaffee mit Sahne und frischen Waffeln und setzte sich in ihrer Stube an's Fenster. Auch der Inspektor lag in seiner Wohnung auf dem Lugaus, wo er den ganzen Hof übersehen konnte, und' als gegen vier Uhr ein Mann mit einem schönen, derben Spazierstock gegangen kam. dachte er: Aha, da haben wir die Beschee-runa!"

Im übrigen eine UnterdurchschnitisPhysiognomie. Eine Nase, verdächtig durch ihre Dicke und ihren Farbenglänz. Ein aufgeschwemmter Leib, auf dem eine unecht tratschige Uhrkette pendelte; dazu noch ein schäbiger schwarzer Gehrock und ein Demokratenfilz: das Sympathischste an dem Menschen war entschieden sein Spazierstock. Mit einem Satz war der Inspektor unten und redete den Fremdennn: Na, Sie sünd woll der gutsütmrte Beamte aus der Rostocker, der wegen Mamsell Fossen kommt?" Allerdings. Mein Name ist Rüppler, Küster in Kloppenhagen, bei Rostock." Süh so,' denn will ich man die Führung machen. Ich bün Inspektor Hauer,MamsellFossens alter Freund." Mamselling hatte nun zwar auf Zuwachs beim Kaffee nicht gerechnet; aber der lange Inspektor mit seinem guten Bauerngestcht nahm sich vortheilhaft aus neben dem aufgedunsenen Städter: sein Anblick that ihr sehr wohl. Eiligst ließ sie noch eine Tasse aus der Küche bringen und bestellte eine Kanrle extra. Dann nöthigte sie tdie Herren auf das Sofa und setzte sich auf die Stuhlkante, neben den Inspektor, um den Kaffee einzuschenken. Ter Heirathskandidat zog vorsichtig seine baumwollenen Handschuhe ab und stellte seinen Spazierstock, den er eigens für die Gelegenheit erstanden hatte, sorgfältig in die Ecke. Eine gute Stunde tranken sie und sprachen von allem Möglichen, nur nicht von dem Zweck des Besuches. Endlich, als beide Kannen leer waren, und der Küster die letzte Waffel aus der Schale nahm, begann der Jnspektor: Nu sagen Sie eins, Männeken, worum suchen Sie blos wieder 'ne Frau?" Ter Beamte" schneuzte sich, hüstelte und war dann ftrtig für die historische Antwort: Es 'vt nicht gut. daß der Mensch allein sei." Kömmt allens drauf an." versetzte der Inspektor. Wenn ein Mensch seine gute Verpflegung hat und 'ne gescheite, fixe Person zu wirthschaften mit, braucht er keine Frau nicht. Hab' ich recht, Mamselling?" Joa., dat haben Sie. Enspektor! Aber wenn alle Manr.sleut so denken thäten, wo kriegen dami die Dirns, die heirathen wollen, 'nen Mann her?" Nun wurde der Küster beredt. Seine Angelegenheit wäre dringend. Es wäre seine Pflicht und Schuldigkeit, seinen fünf Waisen eine Mutter zu geben, eine Frau, die für ihn paßte und ihm eine treue, fleißige Lebensgefahrtin würde. Er hätte allerdings sein gutes Einkommen: aber es wäre wünschenswerth. daß sie mitrerdiente. Sollte er sich mit Fräulein Fossen verständigen, so könnte sie ja die feine Küche bei der Gutsherrschaft zu JagdDiners, Einquartirungen und anderen festlichen und Extragelegenheiten übernehmen. Ja," sagte der Inspektor. so was versteht sie aus en ff." Mamselling erkundigte sich nach den Kindern: alles liebe, wohlerzogene Geschöpfe. Sie wollte ihnen schon eine gute Mutter sein. Wir sünd denn woll 'ne Familje von sieben Koppe?" Ja," sprach der Küster gerührt; nu? noch meine alte Mutter. Sie ist sehr genügsam und hilft, wo sie kann.

Ich beabsichüge aber einige Praparanden aufzunehmen; das kann ich nur, wenn mir eine tüchtige Frau zur Seite sieht." Es war warm in der Stube. Mamselling wisckte sich den Schweiß vom Gesicht. Reperanten, was sünd das?" sagte sie kleinlaut. Großen Bengels, wo sich prepriren Schullehrer zu werden." erklärte der Inspektor. Davor heißt die Sorte .Präpranten'." Mamselling war doch recht froh, daß ihr der alte Freund so treu zur Seite itand. 'tte fuf) allein nicht mit dem gebildeten Küster zurecht gefunden. Zu guter Letzt tippte das Gespräch auch an Mamsells Sparkassenbuch. Ja, Dreitäusendfllnfhundert wären bereits eingetragen. Das machte solchen Ein--druck auf den Heirathskandidaten, daß er Mamsellings Hand unter dem Tische tätscheln wollte. Aber der lange Inspektor gab ihm einen Fußtritt, und

entschuldigte sich: Perdong! Ich hielt das irrtümlicherweise für 'n fuß.Man kam überein, daß Mamselling den nächsten Sonntag nach Kloppenhagen Kommen sollte, damit der Küster sie mit seiner Familie und , seiner Häuslichkeit bekannt mache. Er hoffte, daß es die Einleitung zur Verlobung würde. Der Inspektor brannte darauf. mit eingeladen zu werden; aber Herr Rüppler .mhm eiligst seinen Spazierstock und verabschiedete sich. Die nächsten sechs Tage ging Mamselling ihrem alten Freunde konsequent aus dem Wege. Sie war sehr zerstreut und merkte nicht, daß die Mägde hinter ihr her kicherten: Mamsell will frigen. Enen Fienen, mit ne gohlne Uhrkett un nen Spazierstock." Sonntag früh stand der Inspektor vor dem Kuhstall, als Mamsell vorbeiging. Kämmen Sie eins rin, Mamselling." rief er. Wir kriegen die beiden lütten Bleßkälber wahrhaftig in die Höcht. Sie haben sie ümmer so gut versehen und versorgt." Er meinte ein paar Kälbchen, die sie mit der Flasche hatte aufziehen müen, weil sie so schwach waren. Joa." sagte sie herantretend, es sünd recht nüdliche Viecher. Sie drinken mich schon jetzt über die Hand." Ich sag, Mamselling, waö fangen wir blos an, wenn Sie fortziehen. Eine wie Sie finden wir in ganz Mecklenburg nicht mehr." Jh, Herr Inspektor!" Sie war zwar sehr kleinlaut, aber das Kompliment freute sie so, daß sie roth vor Vergnügen wurde. Nachmittags ließ der Inspektor seinen eigenen Wagen anspannen, um Mamsell nach der Bahn zu schicken. Zurück wollte sie zu Fuß kommen. Sie ging nicht mit leeren Händen. Da waren fünf liebe Mäulchen, die der zukünftigen Mama" verlangend entgegenlachten: in jedes sollte" etwas Süßes gesteckt werden. Für die arme, gute Mutter eine Wurst und ein paar Eier und für den hm! Voraussichtlichen Bräutigam einen halben Schweineschinken. Mit heimlichem Grimm sah der Inspektor, wie schwer sie schleppte; er sagte aber nichts: .er wollte ihr die Freude nicht verderben. Na, Mamselling," bemerkte er zuletzt, als sie einsteigen wollte, haben Sie auch Ihr Sparkassenbuch gehörig verwahrt?" Sie lächelte verlegen und tippte auf die Nlefentasche in ihrem Unterrock. Da wurde er grob. Ne, nu hören Sie eins, für so dumm hätt' ich uns Mamselling nich gehalten. Nehmen Sie meinswegen mit, was Sie Lust haben; aberst das Buch lassen Sie hier. Das geben Sie mich nicht aus den Händen, ehe der wüste Kerl nich en zahmer Ehemann hm von Ihnen ist." Ohne zu mucksen händigte sie ihm das Buch aus; als der Wagen dann aber losfuhr, sagte sie hastig: Was vor 'n vorsichtigen Menschen Sie sünd, Enspektor!" Merkwürdig, daß der Inspektor den Nachmittag herum ging, als ob ihm Wunders was fehlte. Er hatte keine Ruhe, selbst zum Schläfchen reichte es nicht. Der Kaffee, den das Küchenmädchen gekocht hatte, schmeckte ihm nicht. Er trank ihn nur, um den schönen, butterhaltigen Napfkuchen zu begjeßen, der gestern aus Mamsells fleißigen Händen hervorgegangen war. Still ging der warme Sommertag endlich zu Bett, und Mutter Dämmerung deckte ihn weich zu. Da kam Mamselling auf den Hof geschlichen, wie eines, das kein gutes Gewissen hat. Die große Handtasche. die sie dick und voll mitgenommen hatte, schlenkerte ihr dünn und leicht am Arm. Sie warf einen scheuen' Blick nach den hellen Fenstern de? Inspektorwohnung; der, dem es jedoch galt, trat aus der Wagenremise gemachlich vor. 'Nabend auch, Mamselling!" sagte er. Ich wollt' Sie justemang den Wagen nachschicken, weil mich das wundnte, wo Sie so lang wegbleiben thäten." Mamsell wischte sich den Schweiß: ihr Gesicht war puterroth, und in ihrer Ueppigkeit keuchte sie hörbar. . 't is en bischen weiten Weg, Enspektor." Na, denn kommen man rin und verpusten Sie sich erst. Ich hab' schon die Lamp' angestochen, und nachher können Sie mich allens erzählen." Sie pustete und japste nach Luft, und d:r Inspektor ruckte ihr seinen

Großvatersiuhl an den Tisch. Setzen Sie sich man, Mamselling, und keine Ueberstürzung nich: dat läuft uns nich weg."' Er holte seine lange Pfeife aus dem Schrank und zündete sie an: Mit Ihrer Erlaubniß, Mamselling, und wenn mein Tobäko Sie nich schcniert." Bewahre! Im Gegentheil Er rauche solch ein feines Kraut, daß es ein Vergnügen wäre. Bei dem Küster, in Kloppenhagen, hätte sie ganz andere Dinge riechen müssen, und dies wäre hier das erstemal, daß einem mal ein bischen behaglich würde. Schmunzelnd setzte der Inspektor sich in die Sofaeckc: es knackte ordentlich. So, Mamselling nu frisch von der Leber weg! Wieweit sünd Sie mit unserm Heurathskannedaten?" Mamselling drehte heftig ihre Daumen: Ne, Enspektor. dies is nich den Rechten." Süh, so! Worum nich und wesscnthalber?" Weil das alles anners is, aU er sagen thät. Die fünf Kinders sünd ihre siebne: zwei von seiner Ersten. Und 'ne Sorte, Enspektor, daß mich swach werden thut. Sie haben einen Cigarren geschmokt, wo wie Kartoffelkraut stunken hat. Und die Fünfe. sone dreckichte, maulfaule Bande! Nich eins: schön Dank! gesagt und en büßchen freundlich, wo ich sie all mein guten Sachen auspacken thät. Aberst die slimmste war die Altsche: ümmer blos gefragt, was ich mitbring in die Eh', und wo viel ich gespart bätt, und ob ich mein Sparkassenbuch nicht eins zeigen wollte und denken Sie blos an, er wollt mein Geld gleich haben vor die Scheidung von sesn zweiten Frau." Der Inspektor schnellte in die Höhe. Ja," seufzte Mamselling mehr geknickt als entrüstet, Witmann is er blos von sein Ersten, sein Zweiten hat nich bei ihm bleiben wollen und is zu ihre Eltern laufen; die wollen sie nicht wieder rausgeben, und dererhalb will er sich von sie scheiden lassen." Breitbeinig pflanzte der Inspektor sich vor Mamselling auf. Nu sagen Sie mal erschtens pauschemang, Mamselling! Wollen Sie den Kerl, den ver . . . . heurathcn oder nich?" Ne, ne, Enspektor! Wenn ich nich 'nen Mann kriegen duh. wo is ein braven Menschen und ein düchtigen Wirthschafter, denn bleib ich ledig." Der Inspektor räusperte sich; dann dreht;, er sich kurz um; Denn is dies ja in. Ordnung, Mamselling! Ich will Sie nu man eins Ihr Sparkassenbuch geben: es ist in mein Sekretär einschlonen." Und Sie haben woll nich viel Platz in, Enspektor?" . Jh, worum nich?" Jk 'denk blos," Enspektor. daß es besser bei Sie bewahrt ist als bei mich." Er drehte ihr schnell seine lange Front zu und fuchtelte mit der Hand in seinem Gesicht herum; seine Augen bekamen einen weichen Schimmer. Mich thut es höllschen leid. Mamselling, daß Sie durch den Hundsfott von Küster um einen guten Mann kommen sünd, wo Sie so gern heurathen wollten,, und 'ne gute Frau waren Sie geworden, Ich hab' nu schon 'ne Jahre fufzehn nach Sie gesehn: Sie haben sich nich fortgeschmissen, Mamselling, nich ein einziges Mal, und Sie wollen doch man blos, was einen hraven Menschen is und einen düchtigen Wirthschafter? Kieken Sie mich eins an, Mamselling! Scheint es Sie. daß ich einen solchen bün oder einen Lump und Taugenichts?" Aber sie sah ihn nicht an: ihr war zu weh um's Herz. Trübselig schüttelte sie den Kopf: Ne, ne, Enspektor! Das is allens als das is: sonen Mann wie Sie. krieg ich mein Lebtag nich." Ter Inspektor stellte seine Pfeife in die Ecke und lachte aus vollem Halse. Jh, was Sie nich sagen. Mamselling! Worum Schockschwerbrett! nehmen Sie mich nich? Sie thun mich 'nen klobigen Gefallen. Ich werde mich Mühe geben, Sie ordentlich glücklich zu machen, und Sie Na. was Sie für eine fünd, und wie Sie für einen Mann sorgen, das hab' ich fufzehn Jahr gestudirt: 'ne Frau wie Sie. soll ein Kerl noch eins mit der Lantern suchen!" So verlobte Mamsell Fossen' sich doch noch an diesem denkwürdigen Tage, und d?r gräfliche Besitzer war froh, daß er einen verheiratheten Inspektor bekam, ohne seine treuerprobte Wirthschaften!! zu verlieren. Als dann im Laufe der Woche noch ein Brief von dem Gutsituirten" aus Kloppenhagen einlief, nahm der Inspektor ihn in Empfang. Der Heirathskandidat ersuchte Fräulem Fossen höflichst um Vergütigung seiner Rcisespesen: er wäre ein armer eheverlassener Mann mit stehn Kindern. während Fräulein Fossen im Vollen lebte und es hatte." Mamselling .antwortete nicht darauf; aber der Inspektor nahm seinen dicksten Gänsekiel und verfaßte folgendes umgehende Schriftstück: Theile Euer Wohlgeboren hierdurch mit, daß ich und Mamsell Fossen nächsten Sonntag von der Kanzel kommen. Wenn Sie 'sonst noch was wollen, brauchen Sie sich blos zu uns raus zu bemühen. Vergessen Sie aber Ihren schönen, neuen Spazierstock nicht, weil daß ich ihn gern auf Ihrem Buckel tanzen lassen that. . Ergebenst . . Inspektor Hauer

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