Indiana Tribüne, Volume 29, Number 115, Indianapolis, Marion County, 8 January 1906 — Page 4

Jnvtana Trtdüne, 8 Januar irni6

Jndiana Tribüne. Hergegtdea von der utendtkg Es. Indianapolis, Ind. ßarrij O. Thndinm .... Präsident. GeschäftSloealt No. 31 Süd Delaware Straße. TELflPH0rE 269. nntered &t the Post Office ol Indianapolis as sccond dass matter.

Umlaufsmittel. Eine Panik, gegen die alle früheren ein Kinderspiel sein würden, sagt der erfahrene New Yorker Bankier Schiff voraus, teern unsere UumlaufZmittel nicht derartig dehnbar gemacht werden würden, daß die Knappheit im Geldmarkt gelöst würde. ES ist anzunehmen, daß Herr Schiff völlig im Recht 'ist, d. h. daß durch die riefigen spekulativen Börsen.Unterneh mungen eine Knappheit an Geldmitteln eingetreten ist und sich derart verschlim mern dürste, daß eine Panik die Folge sein mag. Als Gegenmittel schlägt Finanzmann Schiff eine Veränderung im System unserer Umlaufsmittel vor, wodurch die Gefahr gehoben werden könne. Den National.Banken soll das Recht gegeben werden ihre von der Regierung gewährleiste Banknoten Ausgabe um 50 Prozent gegm Hinterlegung von JnduftrieAktien zu erhöhen. Diese ertra Banknotenausgabe soll aber mit 5 oder 6 Prozent besteuert werden, da mit die Banken diese Noten nicht länger im Umlauf halten als eS die Knappheit des Geldmarktes bedingt. Das allgemeine Publikum wird sich selber darüber klar, daß Banknoten, die gewöhnlich als Baar angesehen wer den, doch im Grunde genommen weiter nichts alS' Schuldscheine sind, d. h. Wechsel. Die Regierung garantirt die Ein lösung dieser Schuldscheine (Banknoten) der Nationalbanken, weil sie selbst durch die Hinterlegung von RegierungsbondS zu dem erforderlichen Betrage völlig in dieser Garantie sicher gestellt ist. Die Frage ist nun in ihrer Haupt sache die: Soll das Privilegium der Banken von der Regierung gesicherte Schuldscheine auszugeben, dahin erwei tert werden, daß auch gegen Hinter legung von- Industrie Papieren die Banken ermächtigt werden Schuldscheine (Banknoten) in Umlauf zu setzen? Wenn solche Maßnahme zur Zeit von Mißernten oder industrieller Flau heit verlangt würde, so klänge dies einigermaßen berechtigt. Aber das Gegentheil ist der Fall. Die Ernte von 1905 übertrifft die ir gend eines vorausgegangenen JahreS. Die Produktion unserer Farmen wird im abgelausenen Jahr auf 86,415, 000,000 berechnet; 0256,000,000 grö ßer als 1903. In einem Jahr haben, wie die Banksirma Hy SlewS & Co. erklärt, unsere Farmer Geldbeträge ein genommen, annähernd so groß, wie die veretntgten Alttenwerlye aller arnrn konischen Bahngesellschaften zusammen genommen und nahezu zehn mal grö ßer, als deren jährlicher Reingewinn. Die Knappheit, der UmlaufSmittel ist nur dadurch hervorgerufen, weil diese anstatt zur Vermittelung deS Handels zu dienen selbst Handelsartikel geworden find. K Die Wall Str. Börsianer sind sicher lich zu besonderen Rücksichten Seitens der Landesregierung nicht berechtigt. Sie selbst würden ihren wildenSpekula tionen nie eineGrenze setzen, so lange sie das Geld dazu erlangen können. Das Geld, welches nach Wall Str. gebracht wird, fließt aber wiederum in die Taschen der MillionenSyndikate, und da bleibt eS auch, wenn eS nicht gegen riesigen Gewinn bei völliger v Sicherheit auZgeliehen werden kann. ; Noch mehr Umlaufsmittel- aber auf Jndustrieaktien - basirt zu erlangen, wäre den Herren jedenfalls gefundenes Fressen, die Steuer von 5 oder 6 Pro zent, welche der Regierung darauf be zahlt werden soll, würden sie einfach auf den Leihzins schlagen. Die von Herrn Schiff befürwortete Kur dürste wohl zeitweilig die Geld knappheit für spekulative Unterneh mungen, Börsengeschäfte usw. erleich tern aber eine wirkliche Hjilung dürfte sie nicht 'bringen Die . Panik welche durch Ueberspekülation ' hervorgerufen wurde, dürfte dem Lande iher heilsam als schädlich - sein: Und selbst wenn man . dieselben durch die von Herrn Söiff vorgeschlagene Dehnbarkeit der UmlaüsSmittel zu überbrücken suchte, so würde doch bald wieder der extreme

Standpunkt, wo die Dehnbarkeit auf hört, erreicht sein und wiederum eine Panik vor der Thüre stehen. Dann

aber dürfte sie das Land schwerer alS nun heimsuchen, da jetzt wenigstens die Regierung, durch gutes Unterpfand ge deckt, die Banknoten'AuSgaben einlösen ann. Wird die Regierung aber in die Lage versetzt auf Jnduftrie.Aktien bafirte Banknoten einlösen zu müffen. o wäre der Schaden kaum abzusehen. ES ist recht gut, daß dem Speku liren in unfinnigen Werthen durch die Nothwendigkeit die Grenze gesteckt ist bis hierher und nicht weiter. Aus dem Deutschen Mustkleben. Obgleich Berlin unbestritten die Stellung der musikalischen Welthaupt, ftadt einnimmt, so kann man doch sei neSwegS behaupten, daß eS die deut. schen Städte in musikalischer Hinsicht so unbedingt beherrsche, wie etwa Pa riS die Städte Frankreichs. 'Dresden und Leipzig, Hamburg und München, sow e andere Bläke baden n cm selbständiges Musikleben zu wahren gewußt, was um so anerkennenZwerther ist, als sich die Organisation des deut' schen MusikbetriebeS, wie sie Haupt sächlich durch die rührige Wölfische ttonzert.Direktion gebildet ist, einheit lich über ganz Deutschland erstreckt. Jedenfalls hat das musikalische Leben selbst von dieser Jndividualisirung nur Vortheil, und so war eS in den letzten Tagen Dresden, das durch die Auffüh rüng von Richard Strauß' Salome" den Mittelpunkt des deutschen Musikleben? bildete. ES wird lange dauern, bis. fich die Anficht! über diese Oper, die längste einaktige Oper der ganzen Mufiklitera tur, geklärt haben. Vorläufig gehen sie noch wirr durcheinander: und nur darin treffen fie in der großen Mehr zahl zusammen, daß fie die Bedeutung dieses neuen Werkes anerkennen. Ueber raschend ist daran die energische musika lische Charakteristik, die Strauß von den Persönlichkeiten deS Dramas dmn so und nicht Oper" nennt er sein Werk gegeben hat. Außerordentlich find die Wirkungen, die dem Orchester abgewonnen find, und zwar in erster Reihe die Wirkungen harmonischer Art. aS ist überhaupt, außer Zweifel, daß Strauß als orchestraler Techniker be reitS jetzt einen historischen Platz in der Geschichte der Mufik einnimmt. Wenn die Orchesterpartien der Werke Wag nerS, z. B. im Trist", früher für das Aeußerste galten, was der Lei stungSfähigkeit einer Kapelle zuge muthet werden durfte, so sind diese An sprüche durch Strauß bei weitem über troffen worden. Er ist ein Zuchtmel fter der deutschen Orchester; und was die Kapelle des Dresdener HoftheaterS an diesem Tage leistete, daS geht über alle Kritik hinaus. Die Frage bleibt natürlich immer, od der Auswendung so ungeheurer musikalischer Kunstmit tel der künftlerisch.seelische Ertrag und Gehalt voll entspricht. Darüber freilich kann sich eben daS Urtheil nur allmäh lich klären; der Fall Wagner hat ja er wiesen, wie tiefen Mißdeutungen daS Neuein dieser.'.Hinficht ausgesetzt ist. Gewiß aber ist, daß diese Anspannung der Technik bis zum äußersten ihre Ge fahren in fich birgt. Ein feiner Kunstkenner hat einmal gesagt, daß die größten Fortschritte in der Kunst dann erreicht werden, wenn bei unvollkommeneTechnik große künst lerische Intentionen verfolgt werden. Ist dem so, so ist die gegenwärtige Lage der deutschen Mufik nicht ohne Beden ken; denn ihre technische Vollkommen heit ist geradezu verblüffend, aber die Macht und Kraft der künstlerischen Ge staltung hält dem nicht immer daS Gleichgewicht. Dafür ist ein Komponist bezeichnend, um deffen Anerkennung fich feit beiläu sig fünf Jahren eine ziemlich auSge dehnte Gemeinde mit Leidenschaft be müht: Max Reger. Auch er gehört zu jenen, denen kein technische? Jonglier stück zu schwierig ist; er ist ein virtuoser Kontrapunktiker und weiß dem Orche ster zuweilen ganz UeberraschendeS ab zulocken. An manchen elegischen Stel len seiner Werke kommt ' besonders diese Fähigkeit glücklich zur Geltung. .Im Ganzen aber vermißt man die ursprüng liche Krast der Erfindung und die Fä higkeit klarer musikalischer Architektur in seinen Arbeiten um so empfindlicher. als man bei dem Aufwande an mufika lischen Mitteln, den Reger treibt, auch in dieser Hinsicht große Ansprüche fiel len muß. Vor seiner jüngst von Nikisch geshiel

ten Sinfonietta die übrigens durch

aus keine Sinfonietta, sondern eine sehr ausgedehnte, ja allzu ausgedehnte Symphonie ist standen selbst seine Verehrer verzweifelt, da fie fich in die sem NotenchaoS nicht mehr zurechlpn den gönnten, fceinc teder tragen großentheils den Stempel der Künst. lichkeit, und selbst der herrliche Vortrag einer MySZ'Gmeiner kann ihnen nicht jenes Letzte geben, das allein der schöpferischen Kraft deS Komponisten entquillt. In seinen Sonaten, deren Klavierpart er jüngst in Berlin selbst vortrug, sind besonders manche trüu merlsche und zarte Stellen anziehend; aber da? Ganze macht den Eindruck, daß die Dekoration bei weitem auSge dehnter und üppiger ist. als die Archi. tektur, und inmitten dieser erstaunlichen und rassinierten Technik seufzt man einem Satze allerschlichteften Mozarts oder HaydnS, wie man in schwülem Zimmer nach einem Hauche frischer Luft fich sehnt. Der Tag wird kom men, wo daS Einfache in der, deutschen Mufik wieder in seine Rechte eintritt. In einer Beziehung ist und bleibt allerdings Berlin für Deutschland, ja für die halbe Welt in musikalischer Hin ficht entscheidend: Virtuosenruhm wird hier gemacht. DaS hat der Fall der beiden Wundergeiger Veesey und El man erneut gezeigt. Der ungeheure Erfolg, den fie im vorigen Winter er rangen, hat ihnen Weltruf gesichert. Nun sind beide wiedergekehrt, und man hatte Gelegenheit, daS Urtheil der ersten Ueberraschung nachzuprüfen. Phäno mene.der seltensten Art, das erwieS sich wiederum, sind beide. Für den Un garn nimmt die Anmuth seines Austre tenS leicht ein, aber in dem Ungeschick ten, ja fast tölpelhaften kleinen Russen steckt doch erheblich mehr Musik. Veesey macht die Musik offenbar um so mehr Spaß, je größere technische Schwierig keiten sie ihm zu überwinden giebt. Elman steht ihm als technischer Hexen meiste?, wie der ganz unglaubliche Vor trag eines Bruch'scheu Violinkonzertes bewies, keineswegs nach, aber er über, trifft ihn bei weitem an Stilgefühl. Etwas liegt in seinem Spiele, das auf einstige Gröke.schließen läßt, und etwas in Veesey'S Eleganz, das auf den künf tigen Virtuosen deutet. Doch schließ lich find ja beide noch halbe Kinder, und was Leben und Erziehung aus ihnen machen weiden. chi la sa? ..' Mit 100.000 Einwohnern sängt die Großstadt an, das ist heutzutage der allgemeine Maßstab. Darnach gibt eS jetzt im Deutschen Reiche 41 Großstädie, d. h. mehr alS in irgend einem anderen Staate. Großbritannien und die Ver einigten Staaten folgen allerdings im mittelbar mit 39 Großstädten, aber dann folgt ein großer Sprung zu Ruß land mit 16, Frankreich mit 15, Jtalien mit 12. Japan und Oesterreich Ungarn mit 8 Großstädten. Vor fünf Jahren besaß Deutschland nur H3, bei Gründung deS Reiches im Jahre 1871 sogar nur 9 Großstädte.' Bei der Berechnung des Zuwachses der Bevölkerung in den letzten fünf Jahren stellen fich. für die verschiedenen Städte die größten Unterschiede her aus. Krefeld. die Stadt der Seiden Industrie, hat fich nur um 3i Prozent, Essen, die Stadt Krupps, um fast 93 Prozent vermehrt. Zum Theil haben bei den auffallendsten Vermehrungen zwar auch Eingemeindungen von Nach barörtern stattgefunden. Aber das Meiste hat doch die Anziehungskraft wichtiger Industriezweige gethan. Daher kommt es, daß die Rheinpro vinz durch die Zahl ihrer Großstädte obenan steht. Sie allein weist 8 Groß fiüdte auf, also eben so viel wie zwei so mächtige Staaten wie Oesterreich Ungarn und Japan. Namentlich das Wachsthum Kölns auf 125,974 Ein wohner ist überraschend. Ueber eine halbe Million Einwohner haben im Deutschen Reiche fünf Städte: Berlin, das mit seinen Vorstädten zusammen 3 Millionen (ohne diese 2 Millionen) Einwohner zählt, Hamburg mit 800. 000, die beiden Residenzen München und Dresden und die Handelsstadt Leipzig. Der große Ausschwung der Berliner Vorstädte Rirdorf, Schöneberg und Eharlottenburg hat dennoch die Be völkerungLzunahme des von ihnen ein geengten Berlin um 75 Prozent, also um mehr als den natürlichen Zuwachs. nicht verhindern können. Ueberhaupt weisen alle Großstädte außer Magde bürg und Krefeld eine so starke Ver mehrung der Bevölkerung auf, daß außer dem natürlichen Geburtenüber schnß auch noch die Einwanderung dazu beigetragen haben muß. Wie sich die Zahl der Bevölkerung in den kleinen Städten und besonders auf dem Lande darstellen wird, können wir. erst nach einigen Monaten zuverlülfig erfahren.

Lsm Auslande.

v Aus Genf wird berich let, daß Lucchem. der Mörder der Kciserin Elisabeth, Anfälle von Geistesstörung zeige, die ihn zu ben schlimm sten Gewaltthätigkeiten - veranlassen. Vor kurzem suchte er den Direktor des Gefängnisses zu ermorden, und jetzt unternahm er den gleichen Versuch gegen einen AiLseher. Mehrere Tage hindurch simulirte Luccheni Krankheit. Eines Abends fand ihn der Wärter besinnungslos am Boden der Zelle liegen. Als er sich über den vermeintlich Erkrankten beugte, faßte ihn dieser plötzlich mit eisernem Griffe am Halse und warf ihn zu Soben. Dann sprang er gegen die offene Thür der Zelle direkt in die Arme eines eöen herbeigckommenen zweiten Aufsehers. Es entspann sich ein furchtbarer Kampf, bis es endlich gelang. Luccheni zu überwältigen und mit Ketten an die Mauer zu fesseln. Ein schauriger Fund wurde dieser Tage am Zaun des Schlechterschen Hotels Seeblick" m Koserow bei Zinnowitz (Usedom) gemacht. Man fand dort etwa einen Meter tief verscharrt die schrecklich verstümmelte Leiche .des seit dem 9. November 1904 spurlos verschwundenen Hermann Schlechter, eines Sohnes des genannten Hotelbesitzers, auf. An der Leiche, die mit einem Paletot bekleidet war. fehlten der Kopf, ein Arm und ein Bein. Wie angenommen wird, ist der Unglückliche von seinem Bruder Anton seinerzeit ermordet und beseitigt worden. Anton Schlechter verschwand damals unter Mitnahme einiaer tausend Mark aus Koserow und wurde dann im März 1905 in Greiswald ermittelt. Er hatte am 6. März einen Raubmordversuch auf den. dortigen Goldwaarenhändler Stubbe unternommen und entzog sich semer Veryastung in einem Greifswalder Restaurant durch Selbstmord, indem er sich erschoß. Ein trübes Bild von Künstlerelend bietet eine Akrobatenund Puppenspielergesellschast, die gegenwärtig von Ort zu Ort durch das Havelland zieht. In einem engen Wagen, der nahe daran istjeden Augenblick zusammenzubreckien. baust eine ganze Familie, der Vater mit sech Kindern, von denen das jüngste zwei Jahre alt ist: die Frau hat sich au Verzweiflung von den Ihrigen entfernt, so daß diese nicht wissen, wo sie sich jetzt befindet. In dem Wagen, der ein kleines Fenster mit zerbrochenen Glasscheiben besitzt, liegen die Kinder Nachts, in dürftige Decken gehüllt, auf dem bloßen Fußboden; der Eingang zum Wagen ist durch einen Sack geschützt. Das eine Prerd, das der Mann noch besaß, ist vor Hunger umgekommen, und nun muß der Vater mit den halberwachsenen Ztmdern den Waaen selbst fortbewegen. Zurzeit lebt die Familie lediglich von den milden Gaben der, Landbewohner, durch deren Ortschaften sie kommt. DieDeutscheninNumänien scheuen keine Opfer, um der heranwachsenden Jugend deuitche Bil dungsstätten zu schaffen. Es ist eine alte Erfahrung, daß eine Schule im Auslande erst einen rechtenAufschwung nimmt, wenn sie ein eigenesHeim hat. Die Miethsräume sind gewöhnlich gesundheitlich unzulänglich und bieten einen unoehaqlichen Arsenthalt. Die be mitteilen Deutschen namentlich in kleineren Siedelungen ziehen deshalb hau fig für ihre Kinder den Privatunterricht einer öffentlichen Schule vor, wodurch diese in jeder Hinsicht geschädigt wird. Wie in Campina. soll nun auch in Ploesti ein deutsches Schulhaus entstehen, für das ein Grundstück bereits angekauft ist. Mit dem Bau will man im Frühjahr beginnen und hofft im Herbst damit fertig zu sein. Zu den Unkosten hat auch die Königin Elisabeth von Rumänien eine ansehnliche Summe gestiftet. . Sonst sind Beiträge eingelaufen aus einer Kirchensamm lunq in Württemberg und aus den Er gebnissen einer Sammlungsreise im übriaen Deutschland. Ein Drama, das sich in der portugiesischen Universitätsstadt Coimbra abspielte, erregt m Portugal allgemeines Aufsehen. Professor Dr. Refoios wurde in einer der Hauptstraßen der Stadt von einem ehemaligen Studenten erschossen. Vor vier Iah ren hatte der Student sein Schlußeramen in Coimbra nickt bestanden und er konnte sich deshalb nicht als Arzt niederlassen. Dieser Mißerfolg hatte eine so starke Wirkung auf seinen Geist, daß sich der Gedanke seiner bemächtiate. er wolle den Professor, der ihn examinirt hatte, ermorden. Zu diesem Zwecke war er schon zweimal nach Coimbra gekommen; aber seine eigene Mutter vereitelte seine Pläne, indem sie an Professor Refoios schrieb und ihn vor der Absicht ihres Sohnes warnte. Der Student wurde verhaftet und in ein Irrenhaus nach Oporto gebracht, das er vor einem Jahre aber als geheilt" verließ. Es scheint jedoch, daß er seine fixe Idee nie verloren hat. Als kürzlich der Professor eine Buchhandlung verließ, kam der in einen Mantel gehüllte Irrsinnige auf ihn zu, enthüllte sein Gesicht und sagte: Eirnnern Sie sich meiner noch?" und, ehe Refoios antworten konnte, feuerte er vier Schüsse ab. Eine Anzahl Studenten eilten auf den Lärm herbei, der Mörder wurde gefangen und der Professor wurde sterbend in sein Haus gebracht, wo er seinen Verletzungen er-lag.

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Des Raubritters Pech. Kunz von Gröhlingen . war weit über die Lande wegen seiner Raubzüge rüchtigt und schon die Nennung seines Namens verursachte allenthalben ein Gruseln. Wie viele Frachten schon hatten ihren Bestimmungsort nie erreicht, sondern wurden in Gröhlingens Vorrathskammern aufgespeichert, und wie viele Reisende mußten sich durch ein horrendes Lösegeld aus der Gefangenschaft befreien. Allen jagte so Kunz Furcht und Schrecken ein: Nur ein Wesen gab es, dem sich der Ritter stets in respektvoller Entfernung hielt seine Schwiegermutter. Diese weilte nun schon einige Monate auf der Burg, kein Wunder also, daß sich Kunz in seinen eigenen Mauern nicht recht wohl fühlte und mehr denn je sich auf Streifzügen befand. So weilte er auch schon eine Woche lang mit seinem Troß fern von seinem Heim irnb lauerte an allen Ecken und Enden auf Beute, bisher jedoch ohne jeden Erfolg. Dadurch mißmuthig gemacht,- entschloß er sich eines Tages, wieder für kurze Zeit heimzukehren und beim edlen Traubensast seinen Zorn hinunterzuspülen. So gab er denn Ordre zum Heimritt und der Troß setzte sich in Bewegung. Je näher sie jedoch der Burg kamen, desto niedergeschlagener wurde Kunz und desto weiter blieb er mit seinem Leibknecht hinter den .Andern zurück. .. Diese, mit dem Hauptmann an der Svitze, ritten munter drauf los und freuten sich schon, wieder einige Zeit in Ruhe zubringen zu können. Da gaben auf einmal die Vorreiter das Signal, daß ein Reisewagen mit viel Gepäck in Sicht sei. Im Nu war alles zum Ueberfall vorbereitet: als der Wagen herankam, wurde er fast ohne jeglichen Widerstand der zwei begleitenden Diener genommen und dann ging's mit ihm dem nicht mehr fernen Schlosse zu,' ohne sich weiter um die IN len cr affin, eine dichtverschleierte, korpu e Dame, zu kümmern. Sofort wurde ein Bote zum zurückgebliebenen Herrn gesandt, um ihm die frohe Kunde -zu bringen, die er auch mit Freuden aufnahm und sich sofort anschickte, den Troß einzuholen, was ihm kurz vor der Zugbrücke gelang. Triumphirend wurde in denSchloßHof eingezogen, worauf die Besicht!gung des Fanges erfolgen sollte. - Kunz war abgesessen, trat an den Wagenschlag heran und öffnete, um die Reisende aussteigen zu lassen. Zuerst zeigte sich eine etwas unförmige Masse unter der Thür, die sich dann langsam aus dem Wagen herausließ, um sich hierauf dem Ritter und seinem Troß mit einer tiefen Verbeugung entschlei'ert zuzuwenden. Himmelschockschwerenoth!" Wie angewurzelt stand Kunz da und starrte auf feinen Fang, auf seine liebe Schwiegermutter. Diese hatte sich während seiner AbWesenheit zur Heimreise entschlossen und war' mit ihrem Reisewagen dem Troß begegnet, der den guten Fang" mit Triumph begrüßte und so die Schwiegermutter wiedeu in dasSchloß zurückführte, wofür sie auch dem Schwiegersohne huldvollst lächelnd dankte und ihren Aufenthalt m der Burg auf unbestimmte Zeit verlängerte. Freundliche Nachbarn. Wie gefällt Ihnen Ihre neue Wohnung?". Ganz gut, außer daß mein Nachbar die Flöte spielen lernt. Da sollten Sie sich eine Harmonika kaufen." Das that ich, deshalb hat er sich ?a d Flöte angeschasst. Leitbild. Fremder: Merkwürdig, man sieht heute überall ver bundene Köpfe und katzenjämmerliche Mienen; hatten Sie Kirchweih im Städtchen? Wirth: I bewahre: aber ein Waarenhaus haben wir jetzt... und da sind gestern zum erstenmal Ausnahmepreise für Weine und Spb rltuosen gewesen!

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8 c Q Q C Ihrer Brodrechnung und erHausgebackene Brod. ? J 5 llll r llll llll llll II I LT II J 324 233. Maryland. Eryklaffige ffamilienwafche. ....Beide TelephonZ sos.. Am Gericht. Richter: Haben Sie noch etwas zu bemerken?" Angeklagter (beneiden): Jawohl, meine Herren; i5eil ich diesmal nämlich thatsächlich unschuldig bin, möcht' irf Ail?nftm?Vna! ICWW. 1 f iu; uusimymaiuni um illUUClilüC Um stand' bitten!" AufUmwegen. Frau:Also, Deinen Geschmack habe ick aetroffen mit der Krawatte?" Mann: O ja!" Frau: Gott sei Dank, ich dachte v : . c . (vu. . i juuu, uiz tfuroc yaue )lr Nlllzl zuge sagt. . . ich habe mir nämlich solch' ein Kleid machen lassen!" Der k York Am (Stablkt 1853.) ..Jndiana'S größter Lade. Januar-Wertauf ... von.... ...Muslin-Nnterzcug... Der beste Verkauf seiner Art der je in dieser Stadt abgehalten wurde. Massenhaft gute Werthe und beste Qualitäten zur Auswahl. . Unterhosen. ...19c bis 2,50 Corsctten Leibchen 7c bis 82 50 Hemden 50c bis 3.50 Untcrröcke 39c bis 5 00 Gewänder 39c bis 5 00 MS 1Y GOODS CO. i I MnropaischeS WepartencsL Wechsel. Kreditbriefe, Postanweisungen. auf alle Städte EurvvaZ. chiffsscheinS von und nach Europa. - und Verkauf auölünÄ schen Geldes. ? No. 35 Süd Meridian Str. Llorokants National Bank. m. H. Adams. Wm. E. rieger. (ldamsöcRrieger ...Leichenbcstattcr... , No. 159 Nord Illinois Stratze. Office Telephon 1154. WohnungTclephoa 1120, tW Taen-GebUkin. "M Aerlanat - lmeiaen 4j C7 rgeyd welcher rt werde in der Zudiana IribSne' mit Sc per Zeile fnr jede Jaferttoa bereSuet. erlanat: Ein erfahre deutsche Köchin in privat Familie. UlterhSchfter Lohn ; lei Laschen. kein Bügeln. NeueZ ZtL 4555. Nachzufragen 949 Nord Pennsylvania Straße. V' erlangt: Eine Zsra all Hanihälteria im Diak. tflea osvuai. ae oio aq fragen tu der Office U9 HofpUaU.

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