Indiana Tribüne, Volume 29, Number 113, Indianapolis, Marion County, 5 January 1906 — Page 1

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B. F. Schnlid's Testament. Der am 27. Dez-mber v. I. Verstor. dem Iran! Schmid bestimmte in seinem gestern eröffneten Testamente, daß sein Leichnam eingeäschert werde. Seine Tochter Tillie Schmid wurde als Te stamcnt-vollstreckerin eingesetzt. Ferner verordnete er, daß da Eugenia Jlat - Zebäude an New Z)ork Straße und Senate Avenue, welche einen Werth von $42,999 befitzt, seine Toch. ter Eugenia Schmid erhalte die wieder von diesem (Selb $2.000 Regina Obergsell zu zahlen hat. Auch muß sie ihr 810 jeden Monat, solange sie lebt, überweisen. Seiner Schwester Tillie Schmid sprach der Verstorbene alle seine Jnte reffen an dem Eigenthum der First Spiritualift Ehurch- zu. Seine sämmtlichen Juwelen erhält Fred. Schmid. Derselbe Fred. Schmid, sein Sohn, erhält alle Interessen, die sein Vater in der Central Chair Co. befitzt und welche aus $35,000 angege ben werden, überwiesen; unter der Be dingung allerdings, daß auch er Regina Obergsell 10 Dollars monatlich auszahle, in Anerkennung der treuen Dienste, die sie ihm erwiesen habe. Folgenden Personen wurde ein Legat von je $25 überwiesen: Frau E. Barnett, Alfa Baguelle. Elizabeth Harlow, ttatherine SpeeZ, Amanda Coffman, Yeorgia GladyZ Cooley, Emma Eil leZpie und Adah Horman. Der Erblasser vermachte folgenden WohlthätigkeitZanftalten Legate von je $400: Teutsches Lutherisches Waisenhaus, Jlover.Misfion, Freier Kindergarten und Nühschule, Door of Hope und Wheeler'S AeScue.Misfion.

Neger wolle alle Polizisten werden. In der Office der SicherheitZbehörde erschienen gestern und vorgestern nicht weniger wie 700 Leute, die fich sammt lich um Stellungen als Polizisten be warben. Nur ca. 120 der Bewerber waren Weiße, den Rest bildeten Neger. Daß sich so viele Schwarze den blauen Rock anziehen wollen, erregte kein ge ringe Erstaunen unter den Beamten der Osfice. Für das Feuerwehrdepartement wer den noch einige Leute gebraucht. Als man den Negern Stellen bei der Feuerwehr offerirt?, weigerten sie sich diese anzunehmen, sie wollten eben nichts als Polizisten werden. v Sonst find fast alle Stellungen von der neuen städtischen Administration vergeben, nur im Baudepartement noch nicht, wo die Applikanten ein Examen abzulegen haben. Sind über die Zukunft beunruhigt. Die Angestellten der National Starch Co., ungefähr 400 an der Zahl, find über ihre Zukunft äußerst beunruhigt, da Gerüchte circuliren, daß die Anlage demnächst geschlossen würde, als ein Resultat der Konsolidation der Corn Products Co." (die Eigenthümer die ser Fabrik ist) und der New York Glu. cose Co. , Die Lokalitäten der National Starch Co. befinden fich an Morris und Da ksta'Ctr. Die erwähnte ttonsolida tion wird alle wichtigen Gesellschaf ten, die ähnliche Anlagen haben, be treffen. Charles B. Burger, der Manager der genannten Anlage, erklärte gestern, daß er von Aenderungen im Betrieb nich&wisse, doch daß kürzlich derartiges erwartet wurde. Südseite-Turnverein. Die Damen.Sektion deS SüdseiteTurnvereins hielt gestern Nachmittag eine Surprise-Party" ad, die den denkbar besten Verlauf nahm. MartinChapman, über des. en Erlebnisse wir berichteten, wurde r " , eftern- den Großgeschworenen, über wiesen.

Aus den Gerichten. Superiorgericht. John S. Berry wurde Scheidung von Elisabeth Berry gewährt, weil sie beständig Morphium nahm. Kriminalgericht. Frank Shelly und Joseph White, die sich wegen Beraubung einer Big Four Frachtcar zu verantworten hatten und aus derselben 24 Paar Schuhe stahlen, wurdm zu $50 Geldstrafe und die Kosten und zu je 4 Monate ArbeitS Haus verurtheilt, während ihr Genosse Brick Hopsood mit einer Geldstrafe von $1 und 30 Tagen Haft davonkam. Kindergericht. Charles Saddler. der 2 Kindern, die er für feine Töchter ausgiebt, eine schlechte Erziehung gab und sie durch böseö Beispiel gefährdete, wurde zu einem weiteren Verhör festgehalten.

i Dr. Lehman H. Dnnning. i Dr. Lehman H. Dunning wurde gestern Morgen todt in seinem Bette in seiner Wohnung, 1304 Nord Pennsyl. vania Straße aufgesunden. Der Tod kam plötzlich und vollständig uner wartet für seine Familie. Gestern Abend klagte er über Schmerzen im 'Magen und der Brust. Dr. Kimberlin wurde gerufen, welcher seinen Kollegen um 2:30 gestern Mor gen verließ, als Linderung der Schmer zen eingetreten war. Dr. Kimberlin konstatirte Brust, bräune, als die plötzliche Ursache des TodeS. Dr. Dunning wurde am 12. April 1850 in Edwardsburg, Mich., gebo. ren. absolvirte im Jahre 1872 die Rush.Medical College und setzte später seine Studien in den Ver. Staaten und Deutschland fort. Seine Praxis begann er in New Troy. Mich.. 1872, fiedelte im Jahre 1873 nach South Bend, Ind.. über und von dort im Jahre 1889 nach In dianapolis. Er genoß einen hohen Ruf in medi zinischen Kreisen und war ein gesuchter Arzt für Frauenkrankheiten. Er heirathete am O. Dez. 1375 Frl. Harriet I. Beauchamp, welche ihn mit 3 Kindern. Floren L. Lehman, V!. und Herbert P. Dunning, betrauert. Die stille Beerdigung findet am Sonnabend um 2 Uhr Nachmittags statt. Freunde, die dem Dahlngeschie denen den letzten Abschied erweisen wollen, mögen heute zwischen 2 und 6 Uhr ihren Besuch erstatten. Ein ausdrücklicher Wunsch der Fa milie ist, daß die Studenten einzeln und nicht in Gruppen dem Todten die letzte Ehre erweisen mögen. Vom Bandepartement. Dem Baudepartement wurden ge fiern Pläne zur Genehmigung von wei teren Bauten, die mit Anbruch des Frühlings im Wonderland Park" er. richtet werden sollen, unterbreitet. Bauerlaubnißscheine wurden bis jetzt noch nicht ausgegeben, da die Pläne erst geprüft werden sollen und die Her reu im Departement einige Aenderun gen der Zeichnungen wünschen. Die Wonderland Conftruction Co., die die neuen Gebäude errichten lassen will, gedenkt ein kleines Theater aufzu führen, in dem die JohnStown Iluthdem Publikum gezeigt werden soll. DaS Gebäude ähnelt in Einrichtung dem in Coney Island bei New York, wo eben falls die .Johntown Fluth- darge stellt wird. Die Baukosten stellen fich auf $3000. DaS Theater enthält einen Eingang und zwei AuSgänge und zwei Billetschalter. Der Zuschauerraum faßt 300 Personen. Ballustraden und 2 Pedeftrale schmücken Wt Front. Außer dem Theater werden noch eine Lachgallerie, ein Wahrsage Kabinet und eine Photographischegallerie kon yruirt. DaS Baudepartement geneh migt bereits die Konstruktion des elek krischen Lichtthurme, und einiger an derer Bauten. ' DaS Mknlaturtheattt ist nur 36 75 groß.

Klage gegen die Big Fonr. Die Jndiana EisenbahN'Kommifion wird daS Gesetz von 1903 die Ge pückraten betreffend, gerichtlich prüfen. Die Big Four oder C. C. C. & St. L. EisenbahN'Gesellschaft werden den Testfall liefern. Am Donnerstag beantragte die Ei senbahn Kommission, daß der Big Four.Gesellschaft ein Befehl ertheilt würde, welcher die Gesellschaft am fer neren Uebertreten deS Gesetzes verhin dern sollte. In der Klage deS Staates von In diana, welche durch die Eisenbahn Kommission geführt wird, wird bemerkt, daß die Eisenbahnen von In diana, mit Ausnahme von 2 Bahnen, das Uebergepäcksgesetz nicht berücksichtigt haben. Man sagt, daß die Big Four Gesell schaft für Frachten fich Preise bezahlen läßt, welche durch ein Gesetz borge schrieben wurden, welches am 9. März 1903 paffirt sei, und daß sie in ihrem Tarif von 1905 Preise für Frachten hätten, welche gesetzlich für Uebergepäck bestimmt seien. DaS Gericht soll die Big Four Gesellschast. daran verhindern, derartige Mehrbezahlungen, welche täglich ge macht werden, zu verlangen.

Um ein Sandwich". 'Der 22.jährise Clyde Hitschcock, 1113 West 29 Straße, kam gestern Abend in die Restauration von Andrew F. Wiltshire, 1031 West 27. Str. Hitschcock verlangte einen Chicken Sandwich- und beschuldigte, dann den Restaurateur, daß er nicht genug für sein Geld erhalten habe. ES kam zum Wortwechsel. Beide bombardirten fich mit ttohlenschaufeln, SaucenJlaschen und sonstigen Gegenständen. Der Lärm deS Kampfes führte schließlich die Polizei herbei, welche die mit Tomatensauce bespritzten Heiß sporne nach Nummer Sicher brachten Heute wird der Polizeirichter dafür for gen, daß die Beiden noch ihren Senf dazu kriegen. Unfälle. Jn'S St. Vincent's Hospital wurde Tremont Douling von 2119 Station Str., ein Weichensteller der Big Four Linie, gebracht. Als er von der Seite einer Car herabkkettern wollte, kam er unter die Rüder und sein rechter Fuß wurde ihm abgeschnitten. Ter bei den Arbeiten im alten Post Gebäude beschäftig Hugh Powell von Red Key, Ind., wurde gestern Mittag dermaßen verletzt, daß er ins Stadt Hospital überführt werden mußte. Der Sherrick-Fall. ' Nachdem Spezialrichter Wiiborn Wilson der VertheidizungSrede Addison C. Harris, des Anwalt SherrickS ge lauscht hatte, hörte er den Ansprachen StaatSanwaltS BenediktS und deS Assistent.GeneralanwaltS CasfiuS C. Hadley für den Staat zu. Benedict und Hadley sagten, baß die Anklagen, die gegen Sherrick erhoben worden seien, gemäß den Statuten deS Staates JndianS gestellt wurden und allk die Verbrechen decke, die dem früheren StaatZauditor zur Last gelegt wurden. Einer Depesche von NobleSville, Ind., zufolge, hat die gleicher National Bank daselbst gegen den ehemali gen StaatS'Auditor Sherrick Klage an geftrengt, um. ihn zur Zahlung einer Note im Betrage von $350 zu nöthigen. Wer vill unter die Matrosen. Im Jndianap,llS MarineRekruti rungsbureau ließen fich folgende Leute für die Marine anwerben : William McCann, A. A. Young, C. P. Füller, William Schnell, F. A. Fritz und W. F. LucaS. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho'S .Longfellow.

'Die Tyroler. Treffliche Leistungen beim gestrigen Conzert. Heute Abend Schlufjconzert.

Auch gestern Abend gaben die Tyro ler Sänger und Tänzer der Rainer 'fchen Truppe genußreiche Leistungen und ernteten reichen Applaus. I ES bleibt zu bedauern, daß sich kein größeres Publikum zu den wirklich vor züglichen Conzerten der Tyroler finge funden hat. ; Heute Abend ist die legte Gelegenheit den Tyrolern im Deutschen Hause zu lauschen und ihren prächtigen National tänzen zuzuschauen. Man möge nicht vergessen, daß die Tyroler Conzerte dem allgemeinen Publikum also nicht nur den Mitgliedern deS Deutschen HauseS zugänglich find. Für denv billigen Preis von 50 Cents kann man einen schöneren Abend nicht verleben. Cidilgeriqt. Schadenersahklagen. Auf $5000 Schadenersatz verklagte im Superiorgericht Michael F. BreS. nahan die Terre Haute und Jndiana poliS R. R. Co. In der Klageschrist heißt eS, daß Kläger am 7. November v. I. um 5 Uhr 40 Nachmittags sich in einem Buggy befand, welches ein Pferd zog und daß er um diese Zeit den Schienenftrang der Terre Hautk und Indianapolis R. R. Co. an der Nord feite der West Straße überschreiten wollte. Ehe er über das Geleise fuhr, wartete er eine Weile, um fich zu überzeugen, daß kein Zug in Sicht sei. Ein solcher war nirgendSzu sehen, der anwesende Bahnwärter gab nicht daS geringste Signal und auf dem Geleise befanden fich nur Wagen, aber keine Lokomotive. Aus diesem Grunde habe, er nicht ge zögert, über das Geleise zu fahren. Kaum habe er dasselbe aber berührt, als eine Lokomotive gegen die Bahn wagen stieß und dieselben in Bewegung sedte. wobei sein Gesährt in Kollision kam. Durch den Stoß wurde er aus dem Wagen geschleudert und erhielt bei dieser Gelegenheit derartige Berletzun gen, daß er zeitlebens arbeitsunfähig geworden fei. Er beantrage daher Schadenersatz im Setrage von S5000. Scheidungsklagen. Behaudelte sie schlecht. Weil ihr Mann Carl sie schlecht be handelt hat, strengte Birdie Marine gegen'', denselben Scheidungsklage an. Das Paar heirathete am 23. Juli 1896 und lebte bis zum 6. Oktober 1905 zusammen, Sie erklärte auch, daß er gedroht habe, sie um's Leleu zu brin gen. ' Wurde ihm untreu. Bert D. Gilson hat gegen Sarah E. Gilson im Superiorgericht Schei dung beantragt, da seine Frau Lieb schasten mit anderen Männern habe. In der Stadt Alexandria. Ind., in Madison County, habe sie, so sagte er, mit einem gewissen Sulltvan ein Ver hüktniß gepflogen und sei auch sonst nicht den Pflichten einer HauSsrau nachgekommen. Frau Eunice St. Clair MartenS wurde Scheidung von ihrem Mann Christian F. Mariens zugestanden. Der 22 j ä h r i g e Justiz flüchtling ChaS. Ritter wurde .einge fangen. EesundheitSbehorde. In der Versammlung, welche gestern Abend die GesundheitSbehörde abhielt, wurden Angebote für Vorräthe für das Stadthosvltal entgegengenommen. DaS FeuerwehrDepartement lenkte die Aufmerksamkeit der Behörde auf die Thatsache, daß die Versicherung', raten des Hospitals 25 Prozent höher geworden seien. Die Angelegenheit wurde früher schon der Behörde, der . öffentlichen Arbeiten unterbreitet.

Nachrichten aus Jndiana. S h o l l S, 4,jJan. Die Bank von I. H. Albongh wurde Mittwoch Nacht von einer Einbrecherbande heimgesucht, welche Werthpapiere von den Ver. Staaten im Werthe von 812,000 und $3000 in baarem Gelde entwendete, womit sie unbehelligt entkamen. Blut Hunde von Boonville wurden gestern Morgen um 10 Uhr auf eine Spur ge setzt, welche sie südlich von der Stadt laufend, verfolgten. ' Niemand hat die Bande beim Kommen und Verlassen der Stadt gesehen, man glaubt jedoch, daß die Mitglieder der Bande keine Pferde gehabt haben. Otto Tayler, ein junger Mann, welcher spät Nachts nach Hause ging, ist der Einzige, welcher die Bande bei der nächtlichen Arbeit sah. Er bemerkte ein Licht in der Bank, als 'er näher trat, um die Ursache des Lichtes zu un tersuchen, wurde er von einem der Ge sellen, welcher die Wache hielt, aufge halten. Er gebot ihm mit einem Revolver in der Hand, sich ruhig zu verhalten. Ein zweiter der Einbrecher erschien und Taylor wurde geknebelt an Hän den und Füßen vor dem Gebäude niedergelegt. Taylor war halb fro

ren, als man ihn am anderen Morgen in seiner traurigen Lage auffand. Die Burschen hatten ihm den Mund ver stopft, wodurch er verhindert wurde, sich eher bemerkbar zu machen. Taylor will 6 Leute gesehen hnben, wohin sie fich gewandt haben, kann er jedoch nicht angeben. Fort W ayne, 5. Jan. DaS Gespenst deS städtischen Jleisch'Jnspec torS hat fich wieder gezeigt. Der Verein der Fleischhändler von Fort Wayne hat nämlich beschlossen, den Stadtrath um Anstellung eines Fleisch Inspektors zu ersuchen. Der Zweck ist, den Verkauf von Fleisch auf den Straßen zu ver hindern, da dieses Fleisch angeblich ungesund ist. FortWayne. 4. Jan. Die Ver. Staaten Zwischenstaatliche Kom Mission begann ihre Sitzungen hier und besteht die gesandte Kommission aus 4 Mitgliedern und zwar aus Hon. Martin Knapp von New York, Hon. Judson Elements von Georgia, Hon. Charles A. Prouty von Vermont und Ex.Senator F. M. Cockrell von Mis souri. Hon. Franklin D. Lane, der in der Kommission die Stellung des verschiedenen Kommissär? Fisher hätte einnehmen sollen, hat seine Bestätigung vom Senat noch nicht erhalten. Um eine schnelle Erledigung der vor liegenden Arbeiten zu sichern, wird je der ler Kommissäre einzeln Fülle anhö ren, und kommen auch die Firmen Weil BroS. und Bash & Co. an die Reihe, die sich über die ihnen verlang ten Frachtraten beschweren. ES ist dies das erste Mal, daß dle.genannte Kom Mission in unserer Stadt tagt. Polizeiliches. Die Schachtel mit Briefen, die Frl. Evadne Hayward Tochter von W. E. Hayward von 919 N. Capitel Ave., gestohlen wurde, fand fich plötz lich wieder vor ihrer Thüre. Die Briefe, auf deren Widererlangung die Dame eine Belohnung von $25 gesetzt hatte, waren alle vorhanden; die in der Schachtel befindlichen Juwelen fanden sich dagegen nicht vor. Der 18 jährige Roy Wil liamö von 33 West Henry Str., ist seit gestern spurlos verschwunden. C. C. Gilmore von 2419 N. Illinois Str. wurde fein werthvoller Hund, einer der besten Setter DogS" im Staate, gestohlen. Der Name des Thieres ist Comteß Gilmore". Die Polizei wurde ersucht, Ausschau nach dem Thiere zu halten. Da Wm. Timberlake, 62. 829 N. Pennsylvania Str. und James Champ, 47, 112 Eak Walnut Straße thätlichen Angriff verübten, wanderten sie hinter Schloß und Riegel. FriedenSftörungbeying Harry.Pierson von 515 Oft Market Str. Er wurde verhaftet.

gcfalstglo Zknnflmerkc. Ein unehrliches, aber einträgliches 'Geschäft und dessen Kniffe.

Der betrogene Prinz Falsche Corots Unechte Fayencen und Majoliken Ein gutes eschäft Betrug mit Kupferstichen und alten Büchern. Vor Kurzem erregte es großes Aufsehen, als ein Gemälde von Corot, das der Prinz vsn Wales der Gallcrie für moderne, Kunst in Dublin geschenkt hatte, als unecht erkannt wurde. Man stellte fest, daß das Gemälde die Kopie eines im ungarischen Nationalmuseum zu Budapest befindlichen, zwei Jahre nach Corots Tode gemalten Bildes aus der modernen französischen Schule war. Wie gut das Bild nachgemacht war, beweist der Umstand, daß einige der besten Londoner Kenner getäuscht worden waren und es für einen echten Corot erklärt hatten. Nun wird freilich gerade mit gefälschten Bildern dieses Malers ein schwunghafter Handel getrieben, und Eingeweihte wissen seit langer Zeit, daß von den Tausenden unter Corots Namen gehenden Gem'äl den weit über die Hälfte moderne F'älschungen sind. Auf allen Gebieten des Kunsthandels sind heutzutage die Fälscher eifrig an der Arbeit. Die Geschicklichkeit und Kunstfertigkeit der Fälscher macht überhaupt vor nichts Halt. Selbst die eigentlich unnachahmlichen Fayencearbeiten von Palissy und die Werke von Hirschvogel sind nachghmt worden, obwohl dieselben nie ergründete Geheimnisse der Herstellung besaßen. Solche falschen Fayencen und Majoliken sind freilich für den Fachmann erkennbar durch die schreienden und grellen Farben, durch die inkorrekte Zeichnung, durch einen eigenthümlichen Geruch, den die echten Fayencen nie haben, und durch einen dumpfen und schwachen Klang, wenn man sie anschlägt. Aber wer nicht so feine Augen, Nase und Ohren hat. um solch geringe Nuancen herauszufühlen, der wird zwischen echter und gefälschter Waare keinen Unterschied bemerken. Für die alten schönen Steinkrüge aus Staffordshire, England, die sehr gesucht sind, existirt direkt eine Fabrik, die sie nachmacht, so wie es zum Beispiel auch in Turin eine große Werkstatt gibt, aus der viele Zechte" Botti-' cellis bervoraeben. Da Porzellan außerordentlich hoch bezahlt wird, so verlegen sich die Fälscher, darauf, auch diese zierlichen und kostbaren Gebilde anmuthigster Kunst nachzuahmen. Dazu gehören allerdings große Kenntnisse der Marken und Geheimzeichen, die die werthvollen Stückean sich tragen. Besonders SevresPorzellan wird mit höchstem Raffinement nachgemacht, denn es steht außerordentlich hoch im Preise, und es ist ein gutes Geschäft, wenn für 30 Teller $10,000 bezahlt werden und die Teller unecht sind. Besonders häufig werden die kostbaren englischen Goldarbeiten des 18. Jahrhunderts nachgeahmt, und man verwendet dann vielfach den Boden eines echten alten Gefäßes, das den richtigen Stempel trägt. Am meisten betrogen wird bei dem Handel mit alten Kupferstichen. Die farbigen Stiche Bartolozzis zum Beispiel werden durch verschiedene Bäder," durch Erneuerung des Papiers im Werthe von $2.50 auf $50 erhöht. Daß man alte Möbel in getreuer ErHaltung überhaupt nicht mehr zu kaufen bekommt, ist ebenfalls eine alte Klage. Neue Möbel reibt der Fälscher eben mit einem aus Nußholzrinde oder Wallnußschalen bereiteten Oel ein. überdeckt sie mit gewöhnlichem Straßenschmutz, bringt durch Aetzungen die Merkmale des Holzwurmes hervor der verwendet auch altes Holz zur Herfiellung nachgeahmter Möbel. Renaissancebronzen, Tanagrafigüren, Elfenbeinarbeiten, die zur Erzeugung der alten Tönung in' den Rauch gehängt und unter Dünger vergraben werden, und dann dlvielen prähistorischen Funde, die man heute mit ein bischen Witz den alten Urmenschen so schön nachmacht, gehen so funkelnaaelneu aus den Fabriken bervor. In neuester Zeit werden sogar seltene ' Bücher vielfach gefälscht. Für den Bücherliebhaber hat bisweilen die dergriffene erste Ausgabe eines Werkes sehr hohen Werth, während die zweite Ausgabe in vielen Exemplaren vorhanden und leicht erhältlich ist. Der Fälscher setzt dann einfach in die Exempiare oer ziveiicn Äusgaoc vu gc--fälschte Titelblatt der ersten ein. . ' Dienstmagd als Erbini Der in Münster, Westfalen, verstorbene ledige Rentner Stewbrenner setzte ' seine langjährige Dienstmagd zur Uni-: Versalerbin seines auf 300.000 Mark geschätzten Vermögens ein. Die leib-',' lichen Verwandten Steinbrenners ginaen leer auZ. I