Indiana Tribüne, Volume 29, Number 112, Indianapolis, Marion County, 4 January 1906 — Page 4

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Jndiana Tribüne. Qrxaalgeetcn von ttx Vnted?g EO. Indianapolis, Ind.

Cn$ O. Tdndinm Präsideut. GeschäftSlocal: No31 Süd Delaware Straße Telephone 269. hntcred a the Post Office ot Indianapolis as ccond dass matter. Falsifikate. Wieder einmal und zwar diesmal in Chicago ist die Entdeckung gemacht worden, daß die Alterthümer, welche der Chicagoer Universität von Gönnern geschenkt wurden, ganz gewöhnliche Fälschungen sind. Prof. Furtwüngler, der berühmte deutsche Fachmann. . machte die den Mcagoern jedenfalls unliebsame EntX.itnn 1 wlUM"a .. . . .. Die Chicagoer können sich damit , -n w r r . n , . , f I trösten, daß selbst gewiegte Kenner in rr ..r - r ...X. I

lliopll lllls ocn uoilgens lein ouru,gc m wuroe. Vas .teueue aoer iii, kühlten Schwindel binemgefallen find, daß durch die drMoseTelegraMj.d, .- l. db alte und tetttmfc Museend.r. 6le V.hk'ung M V.bchrn dll. ?"

ige CunIsellZ üt echt um he Summe erftaxden. Wy.r flr PAlnmMr in 9I(tr. thum- und ttunftgegenfiünden bietet wohl kein Land ein dankbareres Feld -.vv , -w,.... ... als Die Ver. Staaten. Persische und griechische Alterthümer- wurden schon längst in Odessa fabrizirt und für hohe Preise an Ma cenen auS dem gelobten Land Amerika loSaescklaaen. Dafür rächt sich aber der Amerikaner, daß er Kunftgegen stände im eigenen Lande fälscht. In New York giebt eS reguläre Ge mülde.Fabriken, in deren vier Wänden Gemälte berühmter Meister fabrikmäßig hergestellt und zu hohen Preisen an daS harmlose Publikum aelanaen. Wenn man die für echt verkauften Corot'S Duprez" u. f. w., die im Privatbesitz find, zusammenzählte, so müßten diese Meister jede Stunde ihres Lebens ein Gemälde fertig gestellt haben. . Der Durchschnitts Käufer von Gemälden besitzt ja eine so krasse Unwissenheit über den Kunftgegenftand, den er kauft. daß er ein leichtes Opfer wird. An oere tfabnien pellen wkeoerum mo derne Bilder, die -wenn zum richtigen Werthe verkauft, ja ganz hübschen Zimmerschmuck bilden, aber zumeist von gewissenlosen Händlern für das zehnfache ihres wirklichen Werthes an den Mann gebracht werden. Die Be trogenen selbst verdienen kaum Mitleid, denn dieselben hätten ja kunftverständi gen Rath einholen können. Aber daS ganze Kunftwefen des Landes wird durch derartigen Handel in Mißkredit gebracht und siecht dahin. Eine ein gehende Besprechung dieses Gegen stände, welcher jedenfalls interessant ist, behalten wir uns vor. .J.P. Morgan ist wie fchon früher berichtet wurde, um Millionen bei fei nen Kunfteinkäufen geprellt worden. so gerieben er auch sonst ist - die Alterthums, und KunNlckwindler waren ibm über. Man geht über so manche Geschichte binwea. die n cbt wabr aber aut erwn. den ist und so kann fich Chicago mit seinen Alterthümern trösten, die zwar

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iktv. tu,, uvu vuuj yu uuuucuiuui sind. Möglichkeiten der drahtlosen Telegraphie. Um zu zeigen, daß schon Zekt ver. schiedene Stationen der Funkenspruch, telegraphie nebeneinander arbeiten kön nen, ohne daß die von ihnen ausgehen den Wellen fich gegenseitig stören, stellte raf Arco in der Aula der ttriegSaka demie zu Berlin sechs Stationen neben . V L , . . elnanoer uns nes nacy Belleden zede einzelne derselben an, ohne daß die an. deren dte Bolsözast auffangen oder ftö. ren lonnlen. Ver Ber,uch war um.lo & . m .. lmerenanker, oa vel ver großen Nahe oer lailonen in einem aaie uno oei . cc rri rtt.t. ii rt oer geringen nerMeoenyel! oer usk. vrayte vte Bedingungen viel ungün fttger waren alZ unter normalen Ber. . . yauninen. r oenam sie vonnung, m rr rp- rr . .... . . , . . . daß die drahtlose Telegrapyle auch tm Kriege unbedenklich verwandt werden kann. Bon ihren neuesten Berwen düngen im Frieden erwähnen wir nur, vatz tm Urwald von Peru durch vraht. lose Telegraphie ein dauernde Kommu. NuationSgelegenhelt hergestellt wurde. wo sonst kem Mittel der Verständigung bestand. Ebenso dient fte als Ersatz ttneS ttadelS über Meere, über die eine Nabellegung fich nicht rentiren würde. o lfl me Insel Nyovos mit ver hü.stenftation Dernah an der nordafrika.

Nischen Küste auf eine Entfernung von

750 Km. durch drahtlose Telegraphie verbunden. Auch für vorübergehende Zwecke giebt eö bereits brauchbare Aug. , ftattungen zu drahtloser Telegraphie. Bei Ausständen und im Kriege können sie. wie der ostasiatische Krieg und der Herero.Aufstand bewiesen baben, von der größten Bedeutung werden. TeZla hat mehr als einmal erklärt, er werde in kurzer Zeit von Pol zu Pol telegraphiren können und Edison hält die drahtlose Telegraphie für die zu künftige Telegraphie des OzeanS, ob gich er nicht glaubt, daß sie jemals &a3 System der Landkabel völlig er sen wird. Die deutsche Regierung hat flet5, wie auch die englische, Ver. suche mit drahtloser Telegraphie unter, stützt und ermuthigt, und auf der Mi litüreisenbahn von Berlin nach Zossen schon Versuche machen lassen, die draht, lose Telegraphie als Mittel zur Verr v .--.. rr:r.c(.MiMTifCxsfii. i rnnuemnuüuii cuuuyHuuuiuu3uu5ni, . . . ,, U verwenden, was besonders die Si- . - . i cherheit der eingeleisigen Bahnen er. .. . -, ,gm uiid. die aus Dampfern entflohen finh. Vr mehreren Monaten konnte : w ... .!,. UIU1IU. UCi CHIC UlUhlll WUU U t UU' keischlagen hatte, einen Vorsprung von iX3t Tagen gewinnen. Als der Dieb. stabl entdeckt wurde, telearavbirte man sofort an die amerikaniicken Säien. da. mit er bei stiner Landung verhaftet erden konnte Inzwischen kam ein Detectiv auf den Gedanken, der Dieb könnte einen Dam pfer benutzt haben, der mit dem Mar conisystem ausgestattet ist, fodaß man ibn also vor seiner-Landuna in Ame rika deobackten laen konnte, deshalb r.M, n. e?:. x;, 9 99 I ii nie i i i Li i i kiu lini Li ii l . drahtlose Telegraphie haben, in Verl'V " " it --r-U"-r I bindung, theilte ihnen das Signale ment des Diebes mit und der junge Mann war schon festgestellt, als er nicht viel länger als 43 Stunden auf See war. Während der Fahrt wurde er zar nicht verhaftet, wohl aber sofort nach seiner Ankunft in New York. Major Wetmore aus Allenhurft im Staate New Jersey hat sogar die draht. lose Telegraphie für sein Automobil verwendet. Mit Hilfe des StationS Vorstehers von Allenhurft hat er Auf. nähme, und EmpfangS.Apparate er. funden, durch die er zu jeder Tageszeit über die Schwankungen der Kurse un. terrichtet werden kann. Der Uebertra gungöapparat befindet nch auf der Ei fenbahnstatlon. und glelch nach Cm pfang werden die Depefchm an den Maior.welter gegeben. Mazor Wet more hat in fernem Automobil einen Apparat, der dem des Telephons sehr ähnlich lft, und em Instrument auf dem Boden deS Wagens fängt die drahtlosen Depeschen auf. Der Appa. rat arbeitet ganz vorzüglich. Henry Clews berichten: Die günstige GeschäftSlaae während deS ab aelauienen ?kabreS bat die iedeS vor. " - fluSoeaanan wt!t übertroffkn. Dik I" t A BafiS, auf welcher die allgemeine Pros. verität berubt. i die VroSderität deS ffarmerS. Die Ernte von 1905 über. I trifft die irgend eines vorau,gegange. l uiu uius.. it -fjiuuuuiuu UilCiCl l ZZarmen wird im abgelaufenen Jahr auf 6,415,000.000 berechnet; S256,. 000,000 größer als 1904 und S493,. 000.000 größer als 1903. In einem Jahr haben unsere Farmer Geldbc. träge einzenommen7 annähernd so arok. wie die vereinigten Aktienwerthe aller amerikanischen Bahngesellschaften u sammen genommen und nahezu zehn mal größer, als deren jährlicher Rein gewinn." - 1 OT . i.f 5tte Jnrororunsnen. Folgende Geseschaften reichten beim Staatssekretär ihre JncorporationS. I m . Paplere etn: saitm zas unv 4jei ezellscyast, I m . , atevme, Velaware County; Betriebs, kapital $4,000; Directoren: Francis i M. Bayer, John P. Kandel und Jacob I pv . I c. Barnarv. I Guarantie Building Company, Mi. shawaka' vereinigte sich, um mit Grund' ftücken zu Handeln und Bürg,chaftSge. schäfte einzugehen; Betriebskapital $.5,v; Directoren: John W. Bei ger, Abner B. Graham und Gilbert B.Pride. JameS W. Tavlor. Sekretär der Jndiana Lumber & Manusacturing Co.. South Bend, benachrichtigte den Staatssekretär, daß da? BetriedSkapi tsil turn $öu,uuu aus $iuu,uuü erhöht worden fei.

GrundeigentHums Nebernagungen.

M. Van antngyam an Mary P. Van Laningham. ot 67, Sheemaker lM . , rw. riAA 6? lppencon s Avo.. i.vvv. George Q. Bruce u. Aan John C. Gilday, LotS 104 und 105, Reagan Park Add., nördliche Seite von 24. Str., $2,250. Clizabeth Meyers u. A. an Euclid A. Shockley u. A., Theil südwestliche Aülfte, 19. 16, 3, 20 Acres, Wsyne Tp., $3,900. David A. Coulter an John Q. HickS, Lot 189, Douglaß Park Add., verbessert, Westseite Central Avenue, nördlich von 25. Str. $4000. Hnry S. Herr an John Elenden, nina. Lot 19. ffalrbursi'S Colleae Cor ntT ctxx ttmain. verbessert. Cß. f.;te Bancroft Str.. südliä, von Julian it., 15. ft m v nftf rjß mmn m,.. nrx I UIU9, Vl UTW, MtUlUtVIljl IJUU MWl, L . L,. vuvuii, wvivfc w w., ivv uiiui vvtl m illUüll UVV. ; 7 ' ' Schu.man A... skdllch on WH!B1I. 8OUUU. Nelson D. Brayton an Merrltt Moores, Theil Lot 43, Julian u. A. o., zromglon, veroeneri, uoiene Univerfity Ave., westlich von Burgeß e. S4500. Ellen Bunting an Alford I. Moul. ton, Lot 43, ttetchan Place Add., Haughville, verbessert, Westseite Haugh Str., südlich von Michigan Str. S800. State Plaza Company an OtlS Kirkpatrie, Lot 60 in Parkside Add., vakant, nördliche Seite der South eanern Ave., onttaz von latt Ave. n M . w t rw . ' v. Ä Mary Pursel an Virgil Day. Theil von Lot 7, Pursel's Broad Ripple Add.. Ortschaft Broad Ripple. S200. Laura B. Vinzant an Marian Lam? nce, Lot 15, Douglaß Park Add., vacant. östiiche Seite der Pennsylva nia Str.. nördlich von 22. Straße. $1200. Carl M. Ogle an Owen L. Miller, Lot 83, Crane's Nord Add, verbessert, nördlicke Seite der 17. Str. weiilick von Missouri Str. S800. bcild A. Sbockleu an Jacob Meyer Lot 393. Miller & WackerS Parkway Add., südliche Seite von 27. Straße, westlich von Shurman Ave. S1700. d. S. WigginS u. A. an Laura B. Hancock u. A., Lot 27, 28, 31 und 32, Lippencott u. A. Sub., westliche Seite von 16. Str.. westlich von Parker Ave. K500. Nelson D. Brayton an Richard L. Yoke, Lot 15 E. M. & O. R. John sons Sub., Jrvington, östliche Seite von Lavman Ave., südlich von Lowell von Lowell Ave. S900. Andrew J.WilliamS :c. an Pleasant W.BaleS. Theil von Lots 61 und 62, - "majex 5 "",on, -nW I . . . w - w rr i r nr ? . rr r WDD0 meiKDoawoiröir., ri. . m r . . n. . 1 Astrt lveflttcy von oo,eoeu Ave., mm v- Kuller :c. an jtt '" Pn' Ou,Iot5 105 unb 106' 3tobt 3n Iffv ff9 M 0V P j M vlanapott-, veroenen. niene von Teiaroare ir.. notoiiaj von uiz riyir., vi4(uuu. Raleigh A. Scott an William H. Scott zc., Lot 13, Square 5, 1. Sec. on, Martindale's Lincoln Park Ad dltion, verbessert, Ostselte von Ala bama Str., südlich von 23. Str., $3500. Harry L. Buny an Edward S. Bany, ungetheilte Hälfte von Lot 5, L atham'S Subd., veebessert, nördliche Seite der Market Str., westlich von Orients! Str. $1400. I Charles F. Halm, an Flora E. Ellis Theil von Lot 3, Washington Park Subd. vacant. westliche Seite der Een tral Ave. südlich von 43. Str. $140. I " ' L e b a n o n 3. Jan. JaZ. An ' derson und seine Schwester, zwei be Zabrte Leute, welcke Zusammen eine i ' ' ftaxm nordönlicb von Lebanon führen entkamen ackern mit Mübe und Notb I odem Verbrennungstode. Joseph Poo und Frank Thomas kamen gestern fpä von der Loae nach Hause und entdeckten das Haus, in welchem die beiden nichts ahnenden alten Leute schliefen, in hel len Flammen. Kaum hatten die bei den Alten mit Hilfe der jungen Leute das Haus verlassen, als eS in sich ,u sammmsiel und ein Funkenmeer zum Himmel schickte. Die beste 5 Cmt Cigarre in I der Stadt, Mucho'S .Longfellow

rifSian Mcrle.

Von Eberhard Büchner. Herr Enderson hastete den Weg zum Bahnhof hinunter. In der rechten Hand trug er eine Reisetasche, die linke mußte den Zylinder festhalten, den ihm der Sturm sonst vom Kopfe gerisscn hätte. Der Sturm wüthete furchtbar. Im Walde, an dessen Rand sich der Weq hinzoq. krachte Ast auf Ast. starke Bäume bogen sich, so oft ein neuer Stoß erfolgte, und durch den ganzen Wald erscholl dann jenes eigenthümliche, halb trotzig aufbegehrende, halb klagende Geheul, wie wir es alle oft in ähnlicher Stunde und Situation gehört haben. Herr Endersen litt un ter dem Sturm. Ter trieb ihm den Staub der Straße in die Augen und schlug ihm die Enden seines langen eleganten Paletots in unangenehmster Weifc gegen die Schenkel. 'Trotzdem ließ er sich von seinem Geschwindschritt nicht abbringen. Er raste allen Wirbeln zum Trotz mit dem Sturmwind um die Wette, und wer ihm damals begegnet hat sicherlich die Beobachtung gemacht, daß Herr Endersen sich dem bewegten Bilde, das die Landschaft bot, aufs harmonischste einzugliedern wußte. Es konnten nur noch wenige Minuten darüber hingehen, bis Herr End.rsen den Bahnhof erreichte. Da der Weg keine übermäßigen Kurven beschrieb und der Wald überdies v?n nun ab mehr und mehr zurücktrat, lag das Ziel schon in Sicht. Herr Endecsen war einigermaßen freudig übe:rascht, aber auch das durfte sernenLaus nicht aushalten. Er raste weiter. Er raste an Kris.chan Merle vorbei. Der kam von der Arbeit. Weil er fror. hatte er seinen schwarzen speckigen Rcci. der ihm smon Jahr und Tag gedient und ihm. da er seinerzeit für einen andern zurechtgeschnitten war, nie gepaßt hatte, so gut es anging, zuge knöpft, und das sah relcvllch komiich aus. Krnchan Merle war ein bartlger.' struppiger Geselle, sah wohl ein wenig gefahrlich aus. war aber im Grunde harmlos, zuthunlich, wenn er unter seinesgleichen war. und bescheiden und etwas mißtrauischer ZurückHaltung, wenn er Höherstehenden bcgegnete. Er hätte es sich nicht traumen lassen, daß er heute noch ein Renkontre mit einem so seinen Herrn wie Herrn Endersen haben sollte. Vorerst nahm auch keiner vom an dern irgend welche Notiz; blitzschnell war 5)err Endersen vorbeigefegt, unb Krischan hatte noch keinen Gedanken an ihn verschwendet. Da machte Her? Endersen plötzlich Halt. Er ließ den Zylinder los. langte mit der Hand unter den Ueberrock in eine Tasche, holte ein Portemonnaie heraus und öffnete es. Er entriß ihm das Fahrgeld. Krischan hörte, wie das Geld klapperte und wie Herr Endersen vor Erregung und Erschöpfung seufzte, prustete und hustete. Dann sah er. wie em blaues Papier im Winde dahinflog; ein Hundertmarkschein. Der Wind trug ihn langsam, ließ ihn dann rasch am Straßenrande fallen, und nun fegte er dort lose über die Erde hin; ab und zu hob er sich wieder für einen kurzen Augenblick in die Höbe und drehte sich mit den welken gelben Blättern, die die Luft durchkreuzten, in anmuthig.m Tanze. Endlich lag er still. Her? Endersen, der augenscheinlich den Vor qang gar nicht bemerkt hatte, war dem Bahnhof inzwischen beträchtlich näher gekommen, während Krischan Merle verwundert stehen geblieben war. Seine Augen hatten stch weit geöffnet. Es währte eine Weile, bis er sich von ferner Verwunderung erholt hatte. Als dies geschehen war. hob er das Papier fast sorglich und behutsam auf. hielt es krampfhaft zwischen Daumen und Zeigefinger und jagte damit Herrn Endersen nach. Zweihundert Scbritt vor dem Bahnhof war er ihm dich auf den Fersen. Nun strengte er seine Stimme an. denn er mußte gegen den Wind schreien. Er machte nicht vie Worte: Herr. Sie haben hundert Märker.verloren! Herr, hören Sie denn nicht? So hören Sie doch!" Krischan wurde nun ungeduldig. Er schrie weiter, und seine Stimme hatte einen so schrillen Klang, daß man sie unmöglich überhören konnte: Herr, ich brüll mir hier die Kchle aus. So stehn Sie doch zum Donnerwetter einmal still. Ich sage Ihnen ja, hundert Marker haben Sie verloren. Herr nun hören Sie hundert Märker. Hiinme?he?gottpotzsappe?ment! He?? sind Sie denn taub? Hundert Märker haben Sie verloren. Ich habe sie gefunden! Hier! Zum Donnerwetter Herr, hier! Herr Endersen raste weiter. Er raste schneller denn je. Krischan hatte Mühe. Schritt zu halten. Er brüllte weiter, aber Herr Endersen kümmerte sich nicht darum. Plötzlich aber wandte er Krischan sein Gesicht zu. Er war außer Athem und konnte kaum die Worte setzen und, aussprechen. Mann, jetzt ist's aber bald genug. In Frieden lassen Sie mich: Wenn ich zum Zug zu spät komme, dann Gottverfluchter Mensch, lassen Sie mich jetzt in Frieden! Ich sage Ihnen ja. Lassen Sie mich endlich, oder ich ruf die Polizei. Ganz einfach die Polizei O. ich höre schon den Zug. Wenn ich zu spät komme, ist alles vorbei. Sie gottverfluchter Mensch!" Nuckweis. kam das. Krischan Merle wußte nicht, wie ihm geschah. Mechanisch lief er noch immer votwärts. Der Kopf wirbelte ihm. Die hundert Märker!"

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online er wieder. Aus Herrn inder sens stimme klang die Verzweiflung: Was gehn mich die an. Sie gottccrfluchtcr Mensch! Der Zug, der Zug. Leben und Sterben hängt daran. Sie gottverfluchte? Mensch!" Kriichan Merls wußte man mehr. was c? that. E? tobte. Ich will aber nicht unehrlich werden! Nehmen Sie das Geld! Hier, da! Ich will nicht unehrlich werden. Ich hab's gefunden. Und ich bin ein ehrliche: Mann. Pfui Sie wollen mich schlecht machen, daß ich ins Loch komme wie Anno dazumal. Pfui! Ein Lump .sind Sie. Sie Sie!" Er hatte sich auf Herrn Endersen gestürzt, umklammerte von hinten seinen Leib. Das blaue Papier knitterte dabei in feiner Faust. Her? Endersen konnt: nicht me?)r vorwärts. Er hielt alle K?aft angespannt, aber er konnte sich nicht rühren. Die Umarmung benahm ihm den Rest des Athems, der :ym noch verblieben war. Er aluckste unverständlich. Nun hörte man wirklich den Zug. Zuerst ein leises fernes Rollen und Bolle?n, dann ein sch?mer Pfiff. Die Lokomotive war um die Ecke gekommen. Wie der Sturm gerast war, wie Herr Endersen und Krischan Merle gerast waren, so raste nun auch die Lokomotive. Nur viel hastiger. viel furchtbarer. Das Gornilich dos iiahcndcn ZucS mochte ornüchtcrnd auf Krischan Merle gewirkt hoben. Er lies; sein Opfer los. Dbei sagte er ruhig und bestimmt: Hier sind die hundert Märker." Sie waren schlimm mitge' nornrnen, arg zcrknutzcht und zerknüllt. Krischan hatte die Hand mit dem Papier Herrn Endersen hinge streckt. Dcr aber sah sich nicht da nach um. Sobald er fühlte, daß sich der Trilck der stämmigen Arme löste, die seinen Leib, eisernen Reifen gleich, bisher schmerzhaft umspannt gehalteii hatten, suchte er sich von neuem in Bewegung zu setzen. Mit unmenschlichem Kraft versuchte er das. Es ging zuerst zögernd und holpernd. ?lber bald machte es sich besser. Kri schan Merle bot mit seinen vcrwun derten und bestürzten Glohmigen ei nen köstlichen Anblick; er stand wie angewilrzelt, denn er sah ein, daß hier jede weitere Verfolgung sinnlos und zwecklos seilt mußte. Er stand och, als Herr Endersen längst in dem Vahnlwfögedändc verschwunden, der Zug längst in die Halle eilige fahren war.' Er stand noch, als dcr Zug längst wcitergcschoben war. ,(5s bleibt mir nur noch ein lvcnig zu erzählen. Ein Windstob mahnt, Krischan Merlc zum Anfbriich. Neben dem Bahnhof stand eine kleine Kneipe. Dorthin lenkte Krischan sei ne Schritte. . Man stellte eine Berli ner Wcisze vor ihn hin. Krischan ivarf dem etwas schäbia. gekleideten Kellner mit Geste das blaue Papi.r entgegen. Alles merkte auf. Unter den Gästen war der Gendarm, d?r 5Zri'chan kannte. Krischan dachte: Jetzt kommt's. Ter Gendarm rückte auch näher zu ihm hin. Endlich saß er an seinem Tische. Krischan zitterte: Jetzt kommt's. So rückte er mit seiner Geschichte heraus. Natürlich fand er keinen Glauben. ..Krischan Merlc, so ne Leutegibt's nicht. Was ist denn das für ein Mensch. Läs.t 'n blauen Lappen auf der Straße faben und will'n partout nicht zurückneh men Meinetbalben. er kann ja Elle haben. Vielleicht liegt ihm 's Weib oder e kleines Wurm im Sterben. Warum mcht. Aber er wird doch 'n blauen Lappen nicht schwimmen las sen. Krischan Merle, die Sache ist ernst. So ne Leute gibt's nicht. Wir werden die Sache untersuchen müs sen. Es thut mir leid um Dich. Krischan Merle. aber so ne Leute gibt's nicht." Es halfen keine Vetheueriln gen. Ich weis; mich mit dein Leser in der Neberzeilgung einig, daß Herrn En derson die moralische Vcrvflichtung oblag, als Knfchan's Entlastungszeuge aufzutreten. Aber der Zug raste in unaehenrcr Geschwindigkeit mit Hcrrn Endersen auf und davon. Herr Endersen und Krischan Merle liabeii sich nie wieder gesehen. Eedankmsplitkr. Kleine Seelen sind nur dann gerecht, wenn sie rrcht haben, große nur dann, wenn sie UNrecht haben. Die Scharssichtigsten sehen nicht immer am weitesten. Ys kostet mehr, ein Laster als zwei Kinder zu erhalten. , Wer einem anderen unter dem Siegel der Verschwiegenheit .ein Geheimniß mittheilt, verlangt von ihm etwas, wa er selbst nicht konnte. Der Optimist gleicht der Tonnen.)?: r zahlt nur die heiteren Stunden. Von Geschwifterliebe sprich erft nach der Erbtheilung.

Beim Abfeuern eines schweren Geschützes entwickelt sich oft mals eine so enorme Hitze, daß Blei theile schmelzen, was eine Temperatm von 600 Grad ??ahrenheit anzeigt.

Voll einbezahlteö Kapital. .. .. 51, 500,000 Verantwortlichkeit der Aktionäre 1 ,500,000 Ueberschuß 500,000 83,500,000 Aktiva 810,571,379.04

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